Die japanischen Verteidiger erwarteten 1281 an der Bucht von Hakata eine neue Landung. Entlang wichtiger Küstenabschnitte stand inzwischen eine Steinmauer. Sie sollte die Angreifer daran hindern, vom Strand aus rasch in das Hinterland vorzustoßen. Der Ausbau war eine Antwort auf einen ersten Angriff, den Khubilais Truppen sieben Jahre zuvor unternommen hatten.
Der Yuan-Kaiser bereitete nun eine größere Unternehmung vor. Schiffe kamen aus Korea und aus den eroberten Gebieten Südchinas. Die Flotten mussten das Meer überqueren und anschließend in fremden Gewässern zusammenarbeiten. Die Größe der Streitmacht beseitigte dabei keineswegs die Schwierigkeiten, die schon der erste Angriff erkennen ließ.
Eine Forderung aus dem Westen
Khubilai ließ 1268 ein Schreiben nach Japan überbringen. Der mongolische Herrscher wollte das Inselreich in Beziehungen einordnen, an deren Spitze er selbst stand. Seine Gesandten erwarteten eine Antwort, die dem Rang des Großkhans entsprach.
Die Entscheidungen über die militärische Abwehr lagen in Japan vor allem bei der Kriegerregierung von Kamakura. Sie stand neben dem kaiserlichen Hof in Kyoto und konnte die Gefolgsleute im Land zum Dienst aufrufen. Die Machthaber von Kamakura gingen auf Khubilais Forderungen nicht ein. Weitere Gesandtschaften führten ebenfalls zu keiner Unterwerfung.
Für den Kaiser war Japan durch Korea erreichbar. Die dortige Goryeo-Dynastie hatte sich nach langen Kriegen der mongolischen Oberhoheit fügen müssen. Khubilai konnte deshalb von ihr den Bau von Schiffen und die Bereitstellung von Mannschaften verlangen. Die Lasten einer Invasion Japans trafen damit zunächst Menschen auf der koreanischen Halbinsel.
1274 lief die erste Flotte aus. Die Angreifer gingen auf Tsushima und Iki an Land und erreichten anschließend die Bucht von Hakata auf Kyūshū. Dort trafen sie auf japanische Krieger. Die Kämpfe zeigten den Verteidigern, dass eine fremde Armee tatsächlich über das Meer in ihr Land eindringen konnte.
Was der erste Angriff hinterließ
Die Unternehmung von 1274 endete mit dem Rückzug der Invasionsflotte. Die Überlieferung verbindet das Scheitern mit schlechtem Wetter und Verlusten auf See. Wie die militärischen Entscheidungen und der Sturm im Einzelnen zusammenwirkten, ist nicht völlig geklärt. Eine vollständige Eroberung Japans hatten die Angreifer jedenfalls nicht begonnen.
In Kamakura folgte daraus keine Entwarnung. Die Regierung verstärkte die Verteidigung Kyūshūs und ließ an der Bucht von Hakata eine Mauer bauen. Krieger aus dem Westen Japans mussten sich für den erneuten Einsatz bereithalten. Die Erinnerung an die Landung von 1274 wurde so in dauerhafte Dienstpflichten und Bauarbeiten übersetzt.

Auch Khubilai betrachtete die Auseinandersetzung nicht als beendet. Er schickte neue Unterhändler. Japanische Amtsträger ließen Gesandte hinrichten. Damit verschärfte sich ein Konflikt, in dem der Yuan-Hof bereits militärische Gewalt eingesetzt hatte und die Kriegerregierung eine Einordnung unter den fremden Herrscher zurückwies.
Inzwischen hatte Khubilai die südlichen Song besiegt. Er verfügte nun über weitere Werften und erfahrene Mannschaften. Die chinesischen Küstengebiete konnten Schiffe und Soldaten für einen neuen Versuch liefern. Das vergrößerte die Möglichkeiten des Kaisers, band aber zugleich mehr Menschen und Material an eine Unternehmung jenseits des Meeres.
Zwei Flotten auf dem Weg nach Japan
Für den Angriff von 1281 wurden Verbände in Korea und in Südchina ausgerüstet. Die Flotte aus Korea konnte auf dem schon 1274 benutzten Weg nach Kyūshū fahren. Der südchinesische Verband musste eine andere Strecke zurücklegen. Die Befehlshaber sollten ihre Kräfte vor Japan zusammenführen.
Für eine ausreichende Zahl von Schiffen musste zunächst Holz gefällt und zu den Werften gebracht werden. Soldaten, die mit Reiterei oder Kämpfen auf Flüssen vertraut waren, mussten sich auf diesen Schiffen nun über längere Zeit befördern lassen; die Besatzungen brauchten daher Vorräte für die Überfahrt und den anschließenden Aufenthalt vor der Küste.
Die verschiedenen Verbände trafen nicht gleichzeitig am Ziel ein. Die zuerst angekommenen Truppen mussten deshalb operieren, bevor die gesamte Streitmacht verfügbar war. Vor Hakata erschwerte die neue Mauer einen sicheren Brückenkopf. Die japanischen Verteidiger konnten sich auf die Küste konzentrieren, während kleinere Boote die vor Anker liegenden Schiffe angriffen.

Die Invasionsverbände wichen auf andere Ankerplätze aus und sammelten sich im Gebiet der Imari-Bucht und der Insel Takashima. Damit war der Angriff nicht aufgegeben. Doch der Aufenthalt auf den Schiffen verlängerte sich. Er verbrauchte Vorräte und machte die Armee von Wetterbedingungen abhängig, die ihre Kommandeure nicht bestimmen konnten.
Der Sturm
Im Spätsommer 1281 traf ein schwerer Sturm die Flotte. Schiffe wurden zerstört oder an die Küste getrieben. Menschen ertranken; andere gelangten an Land, ohne dort über eine gesicherte Versorgung oder einen gemeinsamen Rückzugsweg zu verfügen.
Die Höhe der Verluste ist nicht zuverlässig festzustellen. Die Berichte nennen sehr große Truppenstärken und Opferzahlen. Sie stimmen jedoch in dem entscheidenden Ergebnis überein: Die Invasionsarmee zerfiel, und die Überlebenden konnten den Feldzug nicht wiederaufnehmen.
Der Sturm traf eine Unternehmung, die bereits durch die schwierige Landung und das Zusammenführen ihrer Verbände belastet war. Er erklärt den Zusammenbruch der Flotte, ersetzt aber nicht die Geschichte ihrer vorherigen Kämpfe. Die japanischen Befestigungen und die fortgesetzten Angriffe hatten verhindert, dass die gesamte Streitmacht zuvor einen tragfähigen Stützpunkt an Land gewann.
Die Verteidiger deuteten die Rettung zugleich religiös. Aus den Stürmen wurde der schützende göttliche Wind, Kamikaze. Tempel und Schreine konnten ihren Gebeten einen Anteil an der Abwehr zuschreiben. Die militärische Erfahrung und ihre religiöse Deutung gingen dadurch gemeinsam in die Erinnerung ein.
Wachbereitschaft nach dem Sieg
Khubilai unterwarf Japan nicht. Die Yuan konnten Schiffe aus zwei großen Küstenräumen zusammenziehen, verloren aber vor dem Ziel den Zusammenhalt der Armee. Für Menschen in Korea und Südchina blieben die Abgaben und Arbeitsleistungen zurück, mit denen das Unternehmen vorbereitet worden war.
Auf japanischer Seite beendete der Sieg die Küstenwache ebenfalls nicht sofort. Die Möglichkeit eines weiteren Angriffs blieb bestehen. Die Kriegerregierung hielt an Verteidigungsaufgaben fest, obwohl die Verluste des Gegners auf See keinen unmittelbaren Zugriff auf Landbesitz eröffneten, der sich unter den eigenen Gefolgsleuten verteilen ließ.
An der Bucht von Hakata stand die Mauer weiter. Sie war für eine Landung gebaut worden, die die Verteidiger noch einmal erwartet hatten. Nach dem Abzug der Überlebenden blieben dort Männer im Dienst, die nicht wissen konnten, ob jenseits des Meeres bereits neue Schiffe vorbereitet wurden.
Zum Weiterlesen
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- Franke, H. & Twitchett, D. (1994): The Cambridge History of China, Vol. 06: Alien Regimes and Border States, 907-1368.*
- Weatherford, J. (2005): Genghis Khan and the Making of the Modern World.*
Bildnachweis
Titel: Khubilais Schreiben an Japan. Wikimedia Commons, Khubilais Kanzlei; Abschrift durch Sōshō (1202–1278), Tōdai-ji. Gemeinfrei.
Küstenmauer: Die Küstenbefestigung in Ikinomatsubara. Wikimedia Commons, 震天動地. CC BY-SA 3.0.
Bildrolle: Verteidiger an der Mauer von Hakata. Wikimedia Commons, Unbekannter Künstler der Mōko-shūrai-ekotoba-Bildrollen. Gemeinfrei.

