Ahmad 1282 – Der Mord an Khubilais Finanzminister

Papiergeld der Yuan-Dynastie; Aufnahme eines Museumsexponats.

Ahmad erschien 1282 vor dem Palast des Kronprinzen in Dadu. Er war zu einer angeblichen Rückkehr des Prinzen gerufen worden. Khubilai und sein Sohn hielten sich tatsächlich in Shangdu auf. Die Männer, die den Empfang vorbereitet hatten, benutzten den Namen des Thronfolgers, um einen der mächtigsten Minister des Reiches an einen bestimmten Ort zu bringen.

Dort erschlug Wang Zhu den Finanzminister mit einer bronzenen Waffe. Der Anschlag gelang; der Täter wurde festgenommen. Für den Hof war damit nicht nur ein hoher Beamter getötet worden. Die Verschwörer hatten die Abwesenheit des Kaisers und das Ansehen seines Sohnes genutzt, um in das Zentrum der Regierung einzugreifen.

Ein Minister für die Einnahmen des Reiches

Ahmad Fanakati war ein Muslim aus Zentralasien. Unter Khubilai stieg er in die obersten Ränge der Regierung auf und erhielt weitreichenden Einfluss auf die Finanzen. Seine Stellung hing am Vertrauen des Kaisers, der verlässliche Einnahmen für einen wachsenden Hof und anhaltende Kriege benötigte.

Druckplatte für Papiergeld der Yuan-Dynastie; Aufnahme eines Museumsexponats.
Druckplatte für Papiergeld der Yuan-Dynastie; Aufnahme eines Museumsexponats.

Während Dadus Aufbau Material und Arbeitskraft verschlang, mussten die Heere versorgt und die eroberten Gebiete des Südens in die Verwaltung einbezogen werden. Der Kaiser gewährte außerdem Angehörigen der Herrscherfamilie und verdienten Gefolgsleuten Einkünfte. All diese Verpflichtungen mussten aus dem Land gedeckt werden.

Die Yuan nutzten verschiedene Wege, um Einnahmen zu erzielen. Sie erhoben Abgaben auf landwirtschaftliche Erträge und verdienten an staatlich kontrollierten Handelszweigen wie dem Salzhandel. Papiergeld erleichterte Zahlungen über größere Entfernungen. Es funktionierte jedoch nur, wenn die Menschen bereit oder verpflichtet waren, die ausgegebenen Scheine anzunehmen.

Für einen Finanzminister lag die Aufgabe darin, aus diesen Möglichkeiten tatsächlich Geld und Güter für den Hof zu gewinnen. Seine Maßnahmen trafen Menschen, die zugleich Abgaben für örtliche Behörden und Leistungen für andere Amtsträger aufbringen mussten. Eine Forderung, die in Dadu als notwendige Einnahme verbucht wurde, konnte im Dorf oder auf dem Markt eine zusätzliche Belastung bedeuten.

Die Gegner am Hof

Ahmads Einfluss verschaffte seinen Angehörigen und Verbündeten Zugang zu Ämtern. Andere Beamte sahen sich zurückgesetzt. In den Berichten seiner Gegner erscheint er als ein Mann, der wichtige Stellen mit eigenen Leuten besetzte und seinen Schutz benutzte, um sich über Beschwerden hinwegzusetzen.

Diese Vorwürfe gehören zur Geschichte seines Amtes. Sie sind zugleich Teil einer Überlieferung, die hohe Finanzbeamte häufig als schuldige Urheber staatlicher Härte darstellt. Aus der Feindschaft gegen einen Minister lässt sich nicht jede einzelne Anschuldigung ungeprüft übernehmen. Seine starke Stellung und die Belastungen durch die Einnahmepolitik sind davon zu unterscheiden.

Auch die Verteilung von Land schuf Konflikte. Der Hof vergab Besitz oder Einkünfte an begünstigte Personen. Mächtige Amtsträger konnten versuchen, ihren Anteil zu erweitern. Im Umfeld der Hauptstadt beschwerten sich Menschen über Eingriffe in ihren Besitz, während die einflussreichen Empfänger solcher Vorteile nur schwer belangt werden konnten.

Khubilai hielt an Ahmad fest. Wer den Minister angreifen wollte, musste deshalb mehr erreichen als die Zustimmung anderer unzufriedener Beamter. Er musste den Kaiser gegen einen Mann aufbringen, dessen Arbeit dieser für die Finanzierung seiner Herrschaft benötigte.

Eine vorgetäuschte Rückkehr

Wang Zhu war militärischer Befehlshaber und hatte zuvor als niedriger Amtsträger gearbeitet. Mit Mitverschwörern, darunter einem Mönch namens Gao, bereitete er den Anschlag vor. Die Gruppe behauptete, Kronprinz Zhenjin kehre für eine religiöse Zeremonie heimlich nach Dadu zurück.

Die Nachricht war so gewählt, dass hohe Beamte dem angeblichen Prinzen entgegengehen mussten. Der Name des Thronfolgers öffnete den Verschwörern auch Zugänge, die ihnen bei einem offen angekündigten Angriff verschlossen geblieben wären. Die Vorkehrungen zum Schutz des Hofes ließen sich durch eine falsche Nachricht aus eben diesem Hof unterlaufen.

Als Ahmad zum Empfang kam, tötete Wang Zhu ihn, wurde aber noch am Ort des Anschlags festgenommen. Sein zunächst entkommener Mitverschwörer wurde später ebenfalls gefasst. Die Täter wurden hingerichtet; der Tod des Ministers verschaffte seinen Mördern keinen dauerhaften Platz an der Regierung.

Die Quellen überliefern Wang Zhu als einen Mann, der aus Empörung über das Leiden der Bevölkerung gehandelt habe. Die dramatischen Reden, die ihm zugeschrieben werden, spiegeln auch das Bedürfnis späterer Erzähler, dem Anschlag einen gerechten Sinn zu geben. Dass Ahmad viele Gegner besaß, erklärt die Wirkung solcher Erzählungen; es macht sie nicht zu wortgetreuen Protokollen.

Der Jubel und die Behörden

In Dadu verbreitete sich die Nachricht rasch. Ein zeitgenössisch überlieferter Bericht behauptet, die Erleichterung sei so groß gewesen, dass die Menschen mehrere Tage gefeiert hätten. Wie weit ein solches Bild die ganze Stadt erfasst, lässt sich nicht bestimmen. Es zeigt aber, wie nachdrücklich ein Teil der Überlieferung Ahmad den Hass der Einwohner gegenüberstellt.

Der Staat musste nach seinem Tod weiter Einnahmen beschaffen. Die Ausgaben des Hofes verschwanden mit dem Minister nicht. Beamte blieben damit vor derselben Aufgabe stehen, Menschen und Güter für kaiserliche Vorhaben heranzuziehen.

Ebenso bestanden Einrichtungen fort, an deren Ausbau Ahmad beteiligt gewesen war. Die ständige Regentschaftsbehörde in Dadu war für Aufgaben während der Abwesenheit des Herrschers zuständig. Solche Aufgaben gewannen Gewicht, weil sich der Hof regelmäßig zwischen Dadu und Shangdu bewegte. Die Behörde wurde durch den Tod ihres Förderers nicht überflüssig.

1283 wandte sich der Beamte Cui Yu gegen ihre Beibehaltung. Er argumentierte, eine dauerhafte Hauptstadt benötige keine solche zusätzliche Regierungseinrichtung. In seiner Kritik verband er die Behörde ausdrücklich mit Ahmads persönlichem Einfluss. Sie habe dem Minister dazu gedient, eigene Anhänger unterzubringen.

Die Einrichtung blieb dennoch bestehen. Für die Einwohner Dadus gingen Anweisungen weiterhin durch Behörden, deren Zuständigkeiten sich überschneiden konnten. Wo vorher Ahmad über dem Dienstbetrieb gestanden hatte, rückten andere Männer nach. Die Forderungen, die aus diesen Ämtern in die Stadt und das Umland gingen, mussten weiterhin erfüllt werden.


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Bildnachweis

Titel: Papiergeld der Yuan-Dynastie. Wikimedia Commons, Gary Lee Todd, Ph.D.. CC0 1.0.

Geldherstellung: Druckplatte für Yuan-Papiergeld. Wikimedia Commons, Gary Lee Todd, Ph.D.. CC0 1.0.

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