Im Mai 1682 heiratete Maria Constantine Phaulkon. Der gebürtige Grieche machte unter König Narai Karriere und gewann großen Einfluss auf die Beziehungen zu Frankreich. Die Ehe brachte Maria in die Nähe des Hofes. Für die Franzosen wurde sie Madame Constance, die Frau des Mannes, den sie Monsieur Constance nannten.
Maria wuchs in Ayutthaya auf, der Hauptstadt des Königreichs Siam im heutigen Thailand. Ihre Familie gehörte zur katholischen Bevölkerung der Handelsstadt. Über ihre Mutter Ursula Yamada war sie mit der japanischen christlichen Gemeinde verbunden. In der Familiengeschichte begegnen außerdem bengalische und portugiesische Verbindungen.
1688: Flucht und Auslieferung

1688 brach Phaulkons Stellung zusammen. Während Narai schwer krank war, setzte sich Phetracha als neuer Machthaber durch. Phaulkon wurde hingerichtet. Maria verlor den Schutz, den die Stellung ihres Mannes ihr bis dahin gegeben hatte.
Französische Berichte schildern, wie sie mit ihrem Sohn zu den französischen Truppen nach Bangkok floh. Sie hoffte auf deren Schutz. Die Offiziere bereiteten jedoch ihren Abzug aus Siam vor und verhandelten mit Phetrachas Seite. Maria wurde ausgeliefert.
Maria geriet in Unfreiheit und musste in der Küche des neuen Herrschers arbeiten.
Die goldenen Fäden
Heute wird Maria, in Thailand auch als Thao Thong Kip Ma bekannt, mit zahlreichen Süßspeisen verbunden.
Eigelb läuft durch eine kleine Öffnung in heißen Zuckersirup. Die Hand führt den Behälter über den Topf; im Sirup stockt das Ei zu dünnen gelben Fäden. In Thailand heißt diese Süßspeise Foi Thong, goldene Fäden.
Portugiesische Fios de ovos werden ebenfalls aus Eigelb und Zuckersirup hergestellt. Verwandte Eierfäden gibt es auch in Japan.
Eine Untersuchung der Kochwerkzeuge zeigt dabei unterschiedliche Lösungen: In Portugal verwendete man durchlöcherte Eierschalen, in Japan ein Bambusröhrchen mit Löchern. In Thailand ließ sich ein Bananenblatt zu einem kleinen Trichter rollen.
Foi Thong entwickelte sich in Thailand zu einer Hofsüßigkeit und verbreitete sich weiter.
1717: Eine Pension aus Frankreich
Der französische Staatsrat entschied 1717, Madame Phaulkon eine jährliche Pension von 3.000 Livres zuzuerkennen und sie als Gläubigerin der französischen Handelskompanie zu behandeln. Ob das zugesprochene Geld tatsächlich bei ihr ankam, belegt die Entscheidung allein nicht. In Frankreich wurde ihr Anspruch aber noch fast dreißig Jahre nach der Auslieferung anerkannt.
Zum Weiterlesen
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Volker Grabowsky: Kleine Geschichte Thailands, 2010– Deutsches Standardwerk zum schnellen Einstieg.*
Chris Baker & Pasuk Phongpaichit: A History of Ayutthaya. Cambridge University Press, 2017 – Standardwerk zur Geschichte des Reiches.*
Bildnachweis
Titel: Herodot, eigene Aufnahme im Japanese Village, Ayutthaya. Museale Darstellung; kein zeitgenössisches Porträt Marias.
Foi thong.jpg, Takeaway. CC BY-SA 3.0. Proportional verkleinert.
Constantine Phaulkon Portrait Engraving.png, Pierre-Joseph d’Orléans (1641-1698). Public domain. Proportional verkleinert.


