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	<title>Neolithikum Archive - Imperien und Inseln</title>
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	<description>Entdeckungsreise durch die Geschichte Asiens</description>
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	<title>Neolithikum Archive - Imperien und Inseln</title>
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		<title>Jade in den Gräbern – Das Ritualzentrum von Niuheliang</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Kuratierte Artikel]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 10 Oct 2026 13:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[China]]></category>
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<p>Der Beitrag <a href="https://www.imperien-und-inseln.de/chinesische-fruehgeschichte/jade-in-den-graebern-das-ritualzentrum-von-niuheliang/">Jade in den Gräbern – Das Ritualzentrum von Niuheliang</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.imperien-und-inseln.de">Imperien und Inseln</a>.</p>
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<figure class="wp-block-audio"><audio controls src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/Niuheliang.mp3"></audio></figure>



<p class="wp-block-paragraph">In den steingefassten Gräbern lagen kaum Werkzeuge oder Gefäße. Stattdessen hatten die Toten sorgfältig geschliffene Stücke aus Jade erhalten. Manche ruhten am Kopf oder auf der Brust. Andere umschlossen als Ringe die Arme. Gebogene Anhänger verbanden den Körper eines Schweins mit einer eingerollten, drachenähnlichen Form.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-medium"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="300" height="239" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/Liaoning_in_China_all_claims_hatched.svg_-300x239.webp" alt="" class="wp-image-8485" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/Liaoning_in_China_all_claims_hatched.svg_-300x239.webp 300w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/Liaoning_in_China_all_claims_hatched.svg_-768x612.webp 768w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/Liaoning_in_China_all_claims_hatched.svg_.webp 960w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption class="wp-element-caption">Liaoning-Provinz in Chinas Nordosten</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Die Gräber gehörten zu Niuheliang im Westen der heutigen Provinz Liaoning. Der Fundort lag im Kerngebiet der Hongshan-Kultur, die sich ungefähr zwischen 4500 und 3000 v. Chr. über Teile Nordostchinas erstreckte. Die Menschen lebten in Dörfern und stellten Keramik her. In Niuheliang schufen sie darüber hinaus einen weitläufigen Ort für Bestattungen und gemeinschaftliche Rituale.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Platz war eine weitläufige Zeremoniallandschaft. Aufgeschüttete Plattformen und steinerne Grabanlagen prägten das Gelände. In einem besonderen Gebäude standen lebensgroße Figuren aus ungebranntem Ton. Um die Mitte des 4. Jahrtausends v. Chr. wurde hier sichtbar, wie religiöse Handlungen Menschen aus mehreren Siedlungen verbinden und einzelne Personen hervorheben konnten.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Anlagen auf den Hügeln</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die zeremoniellen Anlagen von Niuheliang verteilten sich weitläufig über Hügel und Höhenzüge, statt ein geschlossenes Bauwerk zu bilden. Steinsetzungen markierten Gräber. Auf niedrigen Plattformen konnten Menschen zusammenkommen oder Handlungen beobachten, deren genauer Ablauf unbekannt ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Einige Plattformen besaßen runde, andere eckige Stufen. Bemalte Tonzylinder wurden zu Reihen zusammengesetzt und in die Bauten integriert. Für ihre Herstellung musste Ton beschafft und geformt werden. Anschließend wurden die Stücke gebrannt und an den vorgesehenen Ort gebracht. Auch das Sammeln und Schichten der Steine verlangte abgestimmte Arbeit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Anlagen nutzten die Landschaft bewusst. Von erhöhten Stellen aus waren andere Teile des Komplexes oder natürliche Erhebungen zu sehen. Wege durch das Bergland führten an wichtigen Punkten vorbei. Die Lage verband Bauwerke und Bewegungen zu einer rituellen Landschaft.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Lange galt das Gebiet als weitgehend unbewohntes Zeremonialzentrum. Systematische Begehungen fanden jedoch verstreute Reste alltäglicher Keramik. In der Umgebung lebten demnach Menschen, wenn auch nicht in einer geschlossenen Stadt. Zugleich könnte der Ort Besucher aus weiter entfernten Siedlungen angezogen haben. Niuheliang lässt sich daher als mögliches Pilgerzentrum verstehen, das von einer dünn besiedelten Landschaft getragen wurde.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Das Haus der Tonfiguren</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auf einem Hügel stand ein Gebäude mit einem Holzgerüst. Sein Flechtwerk war mit Lehm bedeckt. Teile lagen unter dem damaligen Bodenniveau, die Wände waren bemalt. Im Inneren fanden die Ausgräber Bruchstücke lebensgroßer oder noch größerer Figuren aus ungebranntem Ton.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-medium is-resized"><img decoding="async" width="264" height="300" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/Neolithic_pottery_pregnant_woman_Hongshan_Culture_Liaoning_1982-264x300.jpg" alt="" class="wp-image-8486" style="aspect-ratio:0.8800251915608271;width:262px;height:auto" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/Neolithic_pottery_pregnant_woman_Hongshan_Culture_Liaoning_1982-264x300.jpg 264w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/Neolithic_pottery_pregnant_woman_Hongshan_Culture_Liaoning_1982-900x1024.jpg 900w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/Neolithic_pottery_pregnant_woman_Hongshan_Culture_Liaoning_1982-767x873.jpg 767w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/Neolithic_pottery_pregnant_woman_Hongshan_Culture_Liaoning_1982.jpg 960w" sizes="(max-width: 264px) 100vw, 264px" /><figcaption class="wp-element-caption">Frauen-Torso, 3500 v. Chr., Hongshan-Kultur, Liaoning</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Besonders bekannt wurde der Kopf einer Frau. Gesicht und Ohren waren sorgfältig modelliert; in den Augen saßen Einsätze aus Jade. Weitere Fragmente gehörten zu Körpern, die wahrscheinlich ebenfalls menschliche Gestalten darstellten. Einige weibliche Figuren aus dem Umfeld zeigen einen betonten Bauch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Gebäude erhielt deshalb die Bezeichnung „Göttinnentempel“. Der Name ist ein moderner archäologischer Begriff. Die Figur könnte eine Gottheit dargestellt haben. Ebenso denkbar ist das Bild einer Ahnin oder einer Person, die bei Ritualen eine besondere Rolle besaß. Aus ihrem weiblichen Körper folgt weder eine Herrschaft von Frauen noch der Kult einer allmächtigen Muttergöttin.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sicherer ist, dass Menschen den Raum gezielt aufsuchten und die Figuren sehen sollten. Ihre Größe übertraf gewöhnliche kleine Tonbilder. Farbe und eingesetzte Augen verstärkten ihre Wirkung. Wer Zugang zu dem Gebäude erhielt und wer die Handlungen darin leitete, ist nicht bekannt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Tiere aus Jade</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Jade verlangte eine langwierige Bearbeitung. Um das harte Gestein in die gewünschte Form zu bringen, mussten Handwerker es mühsam mit Sand und Wasser sägen oder schleifen. Bohrungen entstanden durch wiederholte Drehbewegungen. Jede Vertiefung und jede polierte Fläche kostete Zeit.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-medium"><img decoding="async" width="292" height="300" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/Neolithic_jade_dragon_Hongshan_Culture_Inner_Mongolia_1971-292x300.jpg" alt="" class="wp-image-8484" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/Neolithic_jade_dragon_Hongshan_Culture_Inner_Mongolia_1971-292x300.jpg 292w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/Neolithic_jade_dragon_Hongshan_Culture_Inner_Mongolia_1971.jpg 681w" sizes="(max-width: 292px) 100vw, 292px" /><figcaption class="wp-element-caption">Neolithischer Jadedrache, Hongshan-Kultur, Innere Mongolei</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Besonders auffällig sind die sogenannten Schweinedrachen. Der Körper bildet einen fast geschlossenen Ring. Ein kräftiger Kopf mit runden Augen und kleinen Ohren sitzt am oberen Ende. Manche Stücke erinnern stärker an ein Schwein, andere wirken abstrakter. Eine Bohrung erlaubte es, den Anhänger aufzuhängen oder an der Kleidung zu befestigen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die moderne Bezeichnung verbindet 2 mögliche Lesarten. Schweine gehörten zur Lebenswelt der Menschen der Hongshan-Kultur und spielten in ihrer Ernährung eine Rolle. Die eingerollte Form wurde später mit chinesischen Drachen in Verbindung gebracht. Eine direkte Linie zu den Drachenbildern der Bronzezeit lässt sich daraus jedoch nicht ziehen. Zwischen ihnen lagen viele Jahrhunderte und tiefgreifende Veränderungen der religiösen Vorstellungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Neben diesen Anhängern kamen Armringe und röhrenförmige Schmuckstücke in die Gräber. Andere Jadeobjekte zeigen Vögel oder schwer bestimmbare Wesen. Die Formen wurden in verschiedenen Siedlungen wiedererkannt und nach ähnlichen Regeln hergestellt. Jade schuf dadurch eine sichtbare Verbindung zwischen Menschen, die nicht im selben Dorf lebten.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Gräber mit wenigen Dingen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Toten von Niuheliang lagen in Gruben, deren Wände mit Steinplatten gefasst waren. Über einigen Bestattungen häuften die Bewohner weitere Steine zu einem Hügel auf. Lage und Aufwand unterschieden sich deutlich. Zentrale Gräber waren größer und sorgfältiger gebaut als die kleineren Bestattungen in ihrer Umgebung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Rang der Toten zeigte sich in wenigen sorgfältig ausgewählten Objekten. Ihre besondere Form und Bedeutung zählten mehr als die Menge der Beigaben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Manche Personen erhielten mehrere Jadeobjekte, andere nur ein einzelnes Stück. Viele Menschen wurden überhaupt nicht in solchen Grabanlagen bestattet. Die Auswahl trennte eine kleine Gruppe von der übrigen Bevölkerung. Ob ihre Stellung vererbt wurde oder erst durch Aufgaben im Ritual entstand, bleibt offen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Verbindung von Gräbern und Zeremonialbauten spricht dafür, dass Ansehen über den Tod hinaus wirkte. Bestattungen konnten Angehörige und Besucher zusammenführen. Wer einen aufwendig bestatteten Toten als Vorfahren beanspruchte, erhielt möglicherweise selbst Gewicht in der Gemeinschaft. Niuheliang machte Erinnerung zu einer öffentlichen Handlung.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Menschen hinter den Monumenten</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die meisten Bewohner der Hongshan-Welt lebten in kleinen Siedlungen. Ihre Häuser waren überwiegend quadratisch oder rechteckig und häufig teilweise in den Boden eingetieft. Runde Grundrisse kamen seltener vor. In der Mitte lag eine Feuerstelle. Vorratsgruben befanden sich im Haus oder unmittelbar daneben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Menschen bauten Hirse an und hielten Schweine. Jagd ergänzte die Versorgung. Ihr Alltag unterschied sich damit weniger grundsätzlich von anderen jungsteinzeitlichen Gesellschaften Nordchinas, als es die außergewöhnlichen Funde aus Niuheliang vermuten lassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gerade deshalb waren die Monumente bemerkenswert. Nahrung musste für Zusammenkünfte bereitgestellt werden. Arbeiter brauchten Zeit, um Plattformen zu errichten und Steingräber anzulegen. Andere Menschen fertigten Tonfiguren oder Jadeobjekte. Solche Aufgaben verbanden zahlreiche Haushalte, ohne dass in Niuheliang eine städtische Bevölkerung lebte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Regionale Untersuchungen zeigen, dass Hongshan-Dörfer größere Verbände bildeten, die über einzelne Siedlungen hinausreichten. Niuheliang lag in einem besonders dicht mit Zeremonialanlagen besetzten Kerngebiet. Sein Einfluss beruhte offenbar stärker auf Ritualen und gemeinsam anerkannten Bildern als auf Mauern oder militärischer Gewalt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Macht durch Rituale</h2>



<p class="wp-block-paragraph">In Banpo und Jiangzhai ordnete ein zentraler Platz das Leben innerhalb eines Dorfes. Niuheliang verschob den Maßstab. Hier kamen Menschen aus mehreren Siedlungen in einer Landschaft zusammen, die eigens für Bestattungen und Rituale gestaltet worden war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Besitzer der großen Gräber gehörten zu einer hervorgehobenen Gruppe. Personen mit Kenntnissen über Zeremonien dürften ebenfalls Einfluss besessen haben. Für ein Königtum reichen die Spuren nicht aus. Sie belegen jedoch besondere Rollen, die nur wenige Menschen ausübten und durch abgegrenzte Räume sowie kostbare Gegenstände sichtbar machten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Form der Macht blieb verletzlich. Sie musste durch Zusammenkünfte erneuert werden und war auf die Anerkennung vieler verstreut lebender Gruppen angewiesen. Spätere Gesellschaften banden Jade noch enger an festgelegte Rangstufen. Aus einem besonderen Material für ausgewählte Tote wurde allmählich ein Mittel, politische Ordnung dauerhaft abzubilden.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h3 class="wp-block-heading">Zum Weiterlesen</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Links, die mit Sternchen (*) gekennzeichnet sind, führen auf die Seite von Amazon.de. Wenn Sie über diese Links bestellen, unterstützen Sie unsere Arbeit, ohne dass Ihnen Mehrkosten entstehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Liu, Li (2005): <em><a href="https://link.amazon/B0exClQ64">The Chinese Neolithic. Trajectories to Early States</a></em>.* Untersuchung jungsteinzeitlicher Siedlungen, Bestattungen und gesellschaftlicher Veränderungen mit ausführlicher Einordnung von Jiahu.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Li, Feng (2013): <em><a href="https://link.amazon/B0fK4vv2B">Early China. A Social and Cultural History</a></em>. Überblick über die regionalen Anfänge von Landwirtschaft und dauerhaften Siedlungen sowie die weitere Entwicklung des frühen China.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Bildnachweis</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Titel: Schweinedrache, Aurora Museum, Pudong, Shanghai.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Karte: Wikimedia Commons, TUBS. <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/">CC BY-SA 3.0</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Frauen-Torso: Wikimedia Commons, Prof. Gary Lee Todd. <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">CC BY-SA 4.0</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Alle weiteren Bilder gemeinfrei.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.imperien-und-inseln.de/chinesische-fruehgeschichte/jade-in-den-graebern-das-ritualzentrum-von-niuheliang/">Jade in den Gräbern – Das Ritualzentrum von Niuheliang</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.imperien-und-inseln.de">Imperien und Inseln</a>.</p>
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		<title>Türen zum Platz – Die Dörfer von Banpo und Jiangzhai</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Kuratierte Artikel]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 03 Oct 2026 17:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[China]]></category>
		<category><![CDATA[Chinesische Frühgeschichte]]></category>
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<p>Der Beitrag <a href="https://www.imperien-und-inseln.de/china/tueren-zum-platz-die-doerfer-von-banpo-und-jiangzhai/">Türen zum Platz – Die Dörfer von Banpo und Jiangzhai</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.imperien-und-inseln.de">Imperien und Inseln</a>.</p>
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<figure class="wp-block-audio"><audio controls src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/Banpo.mp3"></audio></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Die Eingänge der Häuser wiesen nach innen. Vor ihnen lag eine freie Fläche, auf die viele Bewohner blicken konnten. Hinter den Wohnhäusern verlief ein Graben um das Dorf. Wer von außen kam, überschritt damit eine sichtbare Grenze. Wer im Inneren lebte, bewegte sich täglich zwischen der eigenen Feuerstelle und einem gemeinsamen Mittelpunkt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dieser Aufbau ist besonders gut in Jiangzhai zu erkennen, einem jungsteinzeitlichen Dorf beim heutigen Lintong in der Nähe von Xi’an. Die frühe Siedlungsphase gehört in die Zeit zwischen ungefähr 5000 und 4000 v. Chr. Weiter westlich, am Rand des heutigen Xi’an, lag Banpo, der bekannteste Fundort derselben regionalen Tradition. Beide werden der frühen Yangshao-Kultur zugerechnet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bezeichnung ist ein archäologischer Begriff für Gemeinschaften mit ähnlichen Keramik- und Siedlungsformen in weiten Teilen des mittleren Gelben Flusses. Die einzelnen Gemeinschaften besaßen keine gemeinsame Führung. Banpo und Jiangzhai zeigen, wie größere Dörfer ihren Raum ohne Könige oder eine zentrale Verwaltung ordneten.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Häuser um eine freie Mitte</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der bekannte Plan von Jiangzhai zeigt 5 Gruppen von Wohnhäusern. In jeder Gruppe stand ein größeres Gebäude nahe am zentralen Platz. Kleinere Häuser lagen dahinter oder seitlich davon. Zwischen ihnen befanden sich Vorratsgruben und Flächen für alltägliche Arbeiten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Gruppen könnten von erweiterten Familien oder anderen eng verbundenen Haushalten genutzt worden sein. Ihre genaue Zusammensetzung lässt sich aus Grundrissen allein nicht bestimmen. Der Plan wuchs über Generationen. Alte Häuser verschwanden und neue traten an ihre Stelle. Neuere Untersuchungen der Bauphasen zeigen dennoch, dass die Gliederung über längere Zeit erhalten blieb.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der freie Platz in der Mitte bildete den gemeinsamen Bezugspunkt. Dort konnten Bewohner arbeiten oder Nahrung verteilen. Auch Zusammenkünfte fanden möglicherweise auf dieser Fläche statt. Welche Handlungen tatsächlich ausgeübt wurden, ist unbekannt. Die Lage sorgte jedoch dafür, dass viele Vorgänge von den umliegenden Häusern aus sichtbar waren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch Banpo besaß eine nach innen gerichtete Siedlungsordnung. Nur Teile des ursprünglichen Dorfes blieben erhalten, weshalb sein vollständiger Plan unsicherer ist. Die ausgegrabenen Häuser lagen ebenfalls um einen offenen Bereich. Größere Gebäude hoben sich von den meist kleinen Wohnbauten ab und konnten mehreren Hausgemeinschaften als Versammlungs- oder Arbeitsraum gedient haben.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/Jiangzhai_settlement_model-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-8323" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/Jiangzhai_settlement_model-1024x683.jpg 1024w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/Jiangzhai_settlement_model-300x200.jpg 300w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/Jiangzhai_settlement_model-768x512.jpg 768w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/Jiangzhai_settlement_model-1536x1024.jpg 1536w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/Jiangzhai_settlement_model-2048x1365.jpg 2048w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/Jiangzhai_settlement_model.jpg 1600w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Häuser der Yangshao-Kultur in Lintong</figcaption></figure>
</div>


<h2 class="wp-block-heading">Ein Graben als Grenze</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Um den bewohnten Bereich verlief ein Graben. Er konnte Regenwasser ableiten und den Zugang erschweren. Zugleich trennte er den Raum der Häuser von den Flächen außerhalb. Eine hohe Befestigungsmauer brauchten die Bewohner dafür noch nicht. Schon der ausgehobene Boden und die Unterbrechungen an den Zugängen machten sichtbar, wo das Dorf begann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei den Ausgrabungen in Banpo kamen 45 Hausgrundrisse zum Vorschein. Hinzu kamen ungefähr 200 Vorratsgruben und 6 Keramiköfen. Insgesamt fanden die Ausgräber etwa 250 Gräber.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Feuerstellen und Vorratsgruben</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die meisten Häuser waren rund oder viereckig und teilweise in den Boden eingetieft. Pfosten trugen Dächer aus leichtem Material. Im Inneren lag gewöhnlich eine Feuerstelle. Der abgesenkte Fußboden schützte vor Wind und glich Temperaturschwankungen aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Neben den Häusern gruben die Bewohner Speicher in den Lössboden. Darin ließen sich Hirse und andere Vorräte lagern, wenn die Öffnung sorgfältig verschlossen wurde. Mahlsteine sowie Geräte für Ernte und Bodenbearbeitung belegen die Bedeutung des Ackerbaus. Schweine und Hunde lebten im Umfeld der Siedlung. Jagd und das Sammeln wilder Pflanzen ergänzten weiterhin die Ernährung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zahl und Fassungsvermögen der Vorratsgruben unterschieden sich zwischen den Haushalten. Auch Tierknochen und Werkzeuge häuften sich in verschiedenen Teilen von Jiangzhai unterschiedlich stark. Manche Bewohnergruppen konnten offenbar größere Überschüsse aufbewahren oder widmeten sich bestimmten Arbeiten intensiver als ihre Nachbarn.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die wirtschaftlichen Unterschiede blieben begrenzt. Hinter dem geordneten Grundriss standen dennoch Hausgemeinschaften mit eigener Arbeitskraft und unterschiedlichen Vorräten. Gemeinschaftliche Regeln und wirtschaftliche Eigenständigkeit bestanden nebeneinander.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Schalen mit Fischen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Töpfer von Banpo formten rote Gefäße und bemalten ausgewählte Stücke mit dunklen Mustern. Linien liefen um Schalen, Dreiecke gliederten ihre Oberfläche. Besonders bekannt sind Darstellungen von Fischen und menschlichen Gesichtern. Einige verbinden beide Motive zu schwer deutbaren Bildern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ihre Bedeutung ist nicht überliefert. Fische gehörten zur beobachtbaren Umwelt und wurden gefangen. Auf einem Gefäß konnten sie zugleich auf Geschichten oder Zugehörigkeiten verweisen. Frühere Deutungen erklärten die Bilder gern zu Zeichen eines Fischclans oder einer Gottheit. Dafür fehlen eindeutige Belege.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Keramik war dennoch mehr als ein neutraler Behälter. Bemalte Schalen begleiteten Mahlzeiten und konnten bei Bestattungen verwendet werden. Einzelne Gefäßtypen und Muster tauchten über mehrere Siedlungen hinweg auf. Ihre Herstellung verband handwerkliches Können mit Formen, die viele Menschen wiedererkannten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf Gefäßen aus Banpo und Jiangzhai finden sich außerdem eingeritzte Markierungen. Meist bestehen sie aus geraden Strichen oder einfachen Winkeln; auch Kreuze kommen vor. Sie wurden häufig erst nach dem Brand angebracht und stehen einzeln. Manche könnten Mengen oder Zugehörigkeiten bezeichnet haben. Für Schrift fehlen zusammenhängende Folgen und ein erkennbarer Bezug zu gesprochener Sprache.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="745" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/Banpo_bowl-1024x745.jpg" alt="" class="wp-image-8324" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/Banpo_bowl-1024x745.jpg 1024w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/Banpo_bowl-300x218.jpg 300w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/Banpo_bowl-768x559.jpg 768w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/Banpo_bowl-1536x1118.jpg 1536w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/Banpo_bowl-2048x1491.jpg 2048w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/Banpo_bowl.jpg 1600w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Schale aus Banpo</figcaption></figure>
</div>


<h2 class="wp-block-heading">Kinder bei den Häusern</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bestattung von Kindern in Keramikurnen gehört zu den auffälligsten Praktiken von Banpo. Manche Urnen lagen dicht an Häusern oder unter Flächen innerhalb der Siedlung. Öffnungen in den Deckeln wurden gelegentlich als Zugang für die Seele gedeutet. Die Ausgrabung zeigt jedoch nur, wie das Gefäß gestaltet und niedergelegt wurde. Die Vorstellungen der Angehörigen bleiben unbekannt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Erwachsene wurden auf einem gesonderten Friedhof bestattet. Die meisten Gräber enthielten wenige Beigaben. Unterschiede im Alter und in der Behandlung der Toten zeigen, dass nicht jeder Mensch denselben Stellenwert in der Erinnerung der Gemeinschaft erhielt. Eine kleine Gruppe mit dauerhaft herausgehobenem Reichtum lässt sich dort aber noch nicht erkennen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Banpo galt lange als Beispiel einer mutterrechtlich organisierten Gesellschaft. Diese Deutung stützte sich auf vermeintlich reichere Frauengräber und bestimmte Mehrfachbestattungen. Genauere Vergleiche tragen diese Schlussfolgerung nicht. Frauen wurden insgesamt nicht reicher ausgestattet als Männer, und Kinder mussten nicht zusammen mit ihren Müttern bestattet werden. Aus der Lage der Gräber lässt sich deshalb weder eine mütterliche Abstammungsordnung noch die politische Vorherrschaft von Frauen ableiten.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ordnung ohne Herrscher</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Graben von beträchtlicher Länge entstand nur durch abgestimmte Arbeit. Auch der freie Platz und die wiederkehrende Ausrichtung der Häuser verlangten gemeinsame Entscheidungen. Größere Gebäude boten Raum für Tätigkeiten, an denen mehr Menschen beteiligt waren als die Bewohner eines einzelnen Hauses.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Ordnung des Dorfes lag damit im gebauten Raum. Hausgruppen gaben kleineren Gemeinschaften einen eigenen Bereich. Der zentrale Platz verband sie miteinander, während der Graben die Siedlung nach außen absetzte. Solche Grenzen mussten gepflegt und nach einem Umbau neu hergestellt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Banpo und Jiangzhai zeigen eine politische Ordnung, die ohne Hof und Palast auskam. Entscheidungen entstanden vermutlich zwischen Haushalten, deren Einfluss nicht vollkommen gleich war. In späteren Yangshao-Siedlungen wurden Gemeinschaftsbauten größer und Befestigungen aufwendiger. Auch die Unterschiede zwischen Gräbern traten deutlicher hervor. Der Weg zu dauerhafter Herrschaft führte über die Fähigkeit, Menschen und Arbeit im gemeinsamen Raum zusammenzuführen.</p>



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<h3 class="wp-block-heading">Zum Weiterlesen</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Links, die mit Sternchen (*) gekennzeichnet sind, führen auf die Seite von Amazon.de. Wenn Sie über diese Links bestellen, unterstützen Sie unsere Arbeit, ohne dass Ihnen Mehrkosten entstehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Liu, Li (2005): <em><a href="https://link.amazon/B0exClQ64">The Chinese Neolithic. Trajectories to Early States</a></em>.* Untersuchung jungsteinzeitlicher Siedlungen, Bestattungen und gesellschaftlicher Veränderungen mit ausführlicher Einordnung von Jiahu.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Li, Feng (2013): <em><a href="https://link.amazon/B0fK4vv2B">Early China. A Social and Cultural History</a></em>. Überblick über die regionalen Anfänge von Landwirtschaft und dauerhaften Siedlungen sowie die weitere Entwicklung des frühen China.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Bildnachweis</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Titel: Archäologische Stätte Banpo. Wikimedia Commons, David Stanley from Nanaimo, Canada. CC BY-SA 2.0.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Schüssel: Wikimedia Commons, Rosemania. <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/deed.en">CC BY 2.0</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.imperien-und-inseln.de/china/tueren-zum-platz-die-doerfer-von-banpo-und-jiangzhai/">Türen zum Platz – Die Dörfer von Banpo und Jiangzhai</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.imperien-und-inseln.de">Imperien und Inseln</a>.</p>
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		<title>Ein Dorf auf Pfählen – Hemudu und die Anfänge des Reisanbaus</title>
		<link>https://www.imperien-und-inseln.de/china/ein-dorf-auf-pfaehlen-hemudu-und-die-anfaenge-des-reisanbaus/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Kuratierte Artikel]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 02 Oct 2026 10:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[China]]></category>
		<category><![CDATA[Chinesische Frühgeschichte]]></category>
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		<category><![CDATA[3300 v. Chr.]]></category>
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		<category><![CDATA[5. Jahrtausend v. Chr.]]></category>
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		<category><![CDATA[Knochengeräte]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Im feuchten Boden lagen Pfosten und Balken. Manche besaßen Zapfen, andere passende Aussparungen. Die Teile waren so zugeschnitten, dass sie ineinandergriffen. Daneben kamen Reisreste und Geräte aus Knochen zum Vorschein. &#8230; </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.imperien-und-inseln.de/china/ein-dorf-auf-pfaehlen-hemudu-und-die-anfaenge-des-reisanbaus/">Ein Dorf auf Pfählen – Hemudu und die Anfänge des Reisanbaus</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.imperien-und-inseln.de">Imperien und Inseln</a>.</p>
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<figure class="wp-block-audio"><audio controls src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/Hemudu.mp3"></audio></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Im feuchten Boden lagen Pfosten und Balken. Manche besaßen Zapfen, andere passende Aussparungen. Die Teile waren so zugeschnitten, dass sie ineinandergriffen. Daneben kamen Reisreste und Geräte aus Knochen zum Vorschein. Selbst eine kleine rot lackierte Holzschale hatte sich erhalten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Funde stammen aus Hemudu im heutigen Zhejiang, südlich der Hangzhou-Bucht. Die nach diesem Ort benannte Kultur wird gewöhnlich ungefähr zwischen 5000 und 3300 v. Chr. eingeordnet. Von ihren Bewohnern sind weder Namen noch Erzählungen überliefert. Der wassergesättigte Boden bewahrte jedoch Materialien, die an anderen Orten längst vergangen waren. Dadurch wird ein Dorfleben sichtbar, das sich deutlich von den Hirsesiedlungen weiter im Norden unterschied.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="786" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/Hemudu-Diorama-Aaron-Delehanty-1024x786.jpg" alt="" class="wp-image-8312" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/Hemudu-Diorama-Aaron-Delehanty-1024x786.jpg 1024w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/Hemudu-Diorama-Aaron-Delehanty-300x230.jpg 300w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/Hemudu-Diorama-Aaron-Delehanty-768x589.jpg 768w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/Hemudu-Diorama-Aaron-Delehanty.jpg 1280w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Hemudu-Diorama, Field Museum, Chicago</figcaption></figure>
</div>


<h2 class="wp-block-heading">Häuser über feuchtem Grund</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Hemudu lag in einer Landschaft aus Flussarmen und sumpfigen Gewässern. Der Untergrund war feucht und wurde zeitweise überflutet. Die Bewohner passten ihre Häuser daran an. Sie setzten Pfosten in den Boden und legten darüber hölzerne Böden. Teile der Gebäude erhoben sich vermutlich auf Plattformen über dem nassen Gelände.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die erhaltenen Hölzer zeigen, dass diese Bauweise mehr verlangte als das Aufstellen einiger Stämme. Bauleute bearbeiteten Pfosten und Balken so, dass Zapfen in sorgfältig herausgearbeitete Löcher passten. Solche Verbindungen hielten Bauteile ohne Nägel zusammen. Auch Bretter und Leitern blieben erhalten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie die vollständigen Häuser aussahen, lässt sich nur annähernd rekonstruieren. Die Pfostenstellungen und Bauteile stammen offenbar aus verschiedenartigen größeren Holzkonstruktionen. Die Bewohner planten sie sorgfältig. Passende Stücke mussten vorbereitet und gemeinsam zusammengesetzt werden. Dafür brauchten sie erfahrene Handwerker und genügend Arbeitskräfte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Bedingungen waren später ein Glücksfall für die Archäologie. Während an vielen Fundorten nur Stein und Keramik überdauern, blieben hier auch Holz und Reste pflanzlicher Nahrung erhalten – Dinge, die im Alltag vermutlich ebenso wichtig waren.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Reis in einem langen Übergang</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders bekannt wurde Hemudu durch große Mengen verkohlter oder wassergesättigter Reisreste. Körner und Spelzen zeigen, dass die Pflanze regelmäßig verarbeitet wurde. Auch in der Keramik hinterließ Reis seine Abdrücke. Am nahe gelegenen Fundplatz Tianluoshan, der zur Hemudu-Kultur gehört, kamen ebenfalls zahlreiche Reste zum Vorschein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bewohner bauten Reis an. Auf ihren Feldern wuchs jedoch noch eine Mischung, in der viele Pflanzen Merkmale wilden Reises besaßen. Bei wildem Reis lösen sich reife Körner leicht von der Pflanze und fallen zu Boden. Menschen, die solche Pflanzen abernten, verlieren deshalb einen Teil der Körner. Bleiben die Körner dagegen an der Rispe, lassen sie sich gezielter einsammeln. Durch wiederholte Aussaat der geernteten Körner verbreitete sich dieses Merkmal allmählich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Untersuchungen aus Tianluoshan machen das Ausmaß dieses Übergangs greifbar. Die Veränderung verlief über viele Generationen. Menschen legten Felder an und jäteten unerwünschte Pflanzen. Durch Ernte und Aussaat beeinflussten sie zugleich die nächste Ernte. Dennoch blieb die Grenze zwischen gesammeltem und angebautem Reis durchlässig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die Ernährung hing nicht allein vom Reis ab. Die Bewohner fingen Fische und jagten in den umliegenden Feuchtgebieten. Knochen von Schweinen belegen Tierhaltung, während Wildtiere weiterhin einen großen Teil der Fleischversorgung stellten. Nüsse und essbare Wasserpflanzen ergänzten die Nahrung. Der Reisanbau gehörte damit zu einer vielseitigen Nutzung der Landschaft.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Geräte für Feld und Wasser</h2>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-medium"><img loading="lazy" decoding="async" width="200" height="300" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/Bone_spade_with_rattans_unearthed_at_Hemudu_Site-200x300.jpg" alt="" class="wp-image-8310" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/Bone_spade_with_rattans_unearthed_at_Hemudu_Site-200x300.jpg 200w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/Bone_spade_with_rattans_unearthed_at_Hemudu_Site.jpg 500w" sizes="auto, (max-width: 200px) 100vw, 200px" /><figcaption class="wp-element-caption">Spaten aus Knochen mit Rattan aus Hemedu</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Für die Arbeit im feuchten Boden fertigten die Menschen besondere Geräte. Schulterblätter großer Tiere wurden geglättet und durchbohrt, damit sie an hölzernen Schäften befestigt werden konnten. Solche Knochengeräte werden häufig als Spaten oder Hacken gedeutet. Ob jedes Exemplar tatsächlich auf einem Reisfeld eingesetzt wurde, bleibt offen. Ihre Form eignet sich jedoch für Arbeiten in weichem Boden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Holz bot weitere Möglichkeiten. Erhalten blieben Griffe und Paddel. Aus Knochen entstanden feine Nadeln sowie Werkzeuge zum Fischen. Steinbeile dienten dazu, Holz zu fällen und zuzurichten. Die verschiedenen Werkstoffe ergänzten einander: Eine geschliffene Schneide konnte mit einem hölzernen Schaft verbunden werden, ein Knochenblatt mit einem Griff.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die Keramik verweist auf den Umgang mit Pflanzen. Töpfer mischten teilweise Reisspelzen und andere pflanzliche Bestandteile in den Ton. Beim Brennen verkohlten diese Beimengungen weitgehend und färbten die Gefäße schwarz. Die organische Magerung machte den Scherben zugleich leichter und poröser. Darin blieben winzige Abdrücke der Pflanzen erhalten, die im Dorf verarbeitet worden waren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Werkplätze lagen zwischen Häusern und Abfallgruben. Viele Tätigkeiten fanden damit innerhalb der Siedlung statt. Bestimmte Personen dürften besonders geübt im Hausbau oder in der Herstellung einzelner Geräte gewesen sein. Aus den Funden ergibt sich aber keine Gruppe, die dauerhaft über die Arbeit anderer oder über größere Vorräte verfügte.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Eine Schale mit rotem Lack</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Zu den ungewöhnlichsten Funden gehört eine flache Holzschale. Ihre Oberfläche war mit rotem Lack überzogen. Der Lack stammte aus dem Saft des Lackbaums. Nach der Aufbereitung trug ihn jemand als dünne Schicht auf. Die Arbeit verlangte Kenntnisse, die sich nicht allein am fertigen Gefäß ablesen lassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Farbe und glänzende Oberfläche hoben die Schale von einfachen Gebrauchsgegenständen ab. Vielleicht kam ein solches Gefäß bei besonderen Mahlzeiten oder Zusammenkünften zum Einsatz. Seine genaue Verwendung ist unbekannt. Sicher ist nur, dass jemand erhebliche Arbeit in einen zerbrechlichen Gegenstand investierte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch Schmuck aus Jade und anderen Gesteinen gehörte zum Fundbestand der Hemudu-Kultur. Häufig waren geschlitzte Ringe, die vermutlich am Ohr getragen wurden, sowie röhrenförmige Stücke. Die Menschen schliffen und bohrten das harte Material. Am Fundplatz Tianluoshan fanden sich Spuren der Bearbeitung. Ein Teil des Rohmaterials stammte aus der Umgebung und wurde in den Siedlungen verarbeitet.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="960" height="641" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/Pottery_bowl_with_rice_grain_unearthed_at_Hemudu_Site.jpg" alt="" class="wp-image-8313" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/Pottery_bowl_with_rice_grain_unearthed_at_Hemudu_Site.jpg 960w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/Pottery_bowl_with_rice_grain_unearthed_at_Hemudu_Site-300x200.jpg 300w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/Pottery_bowl_with_rice_grain_unearthed_at_Hemudu_Site-767x512.jpg 767w" sizes="auto, (max-width: 960px) 100vw, 960px" /><figcaption class="wp-element-caption">Reisschüssel, Hemudu</figcaption></figure>
</div>


<h2 class="wp-block-heading">Vögel vor einer Scheibe</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Stück Elfenbein trägt eines der bekanntesten Bilder aus Hemudu. 2 Vögel stehen einander gegenüber; zwischen ihnen befindet sich eine runde Form mit strahlenartigen Linien. Häufig wird sie als Sonne gedeutet. Das Motiv war sorgfältig eingeritzt und hob den Gegenstand aus dem gewöhnlichen Werkzeugbestand hervor.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die genaue Bedeutung des Bildes bleibt offen. Die Bewohner könnten es mit einer Erzählung oder einer jahreszeitlichen Beobachtung verbunden haben. Vielleicht verwendeten sie den Gegenstand auch bei gemeinschaftlichen Ritualen. Das Stück zeigt, dass sie bekannte Formen zu einem wiedererkennbaren Bild verbanden und auf wertvolles Material übertrugen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Lackschale und das verzierte Elfenbein waren aufwendiger als alltägliche Töpfe oder Geräte. Solche Dinge konnten Ansehen ausdrücken und bei besonderen Handlungen eine Rolle spielen. Wer sie benutzen durfte und ob sie einzelnen Personen gehörten, lässt sich aus den erhaltenen Zusammenhängen nicht sicher bestimmen.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="772" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/Butterfly-shaped_ivory_vessel_with_the_pattern_of_two_birds_facing_the_sunNeolithic_in_Zhejiang_Museum-1024x772.jpg" alt="" class="wp-image-8311" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/Butterfly-shaped_ivory_vessel_with_the_pattern_of_two_birds_facing_the_sunNeolithic_in_Zhejiang_Museum-1024x772.jpg 1024w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/Butterfly-shaped_ivory_vessel_with_the_pattern_of_two_birds_facing_the_sunNeolithic_in_Zhejiang_Museum-300x226.jpg 300w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/Butterfly-shaped_ivory_vessel_with_the_pattern_of_two_birds_facing_the_sunNeolithic_in_Zhejiang_Museum-767x578.jpg 767w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/Butterfly-shaped_ivory_vessel_with_the_pattern_of_two_birds_facing_the_sunNeolithic_in_Zhejiang_Museum-1536x1158.jpg 1536w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/Butterfly-shaped_ivory_vessel_with_the_pattern_of_two_birds_facing_the_sunNeolithic_in_Zhejiang_Museum-290x220.jpg 290w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/Butterfly-shaped_ivory_vessel_with_the_pattern_of_two_birds_facing_the_sunNeolithic_in_Zhejiang_Museum.jpg 1600w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Elfenbein mit eingeritzten Vögeln</figcaption></figure>
</div>


<h2 class="wp-block-heading">Ein südlicher Weg</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Hemudu folgte architektonisch und wirtschaftlich einem eigenen Weg. Die Bewohner passten ihre Bauten an den feuchten Grund an und nutzten Wasserwege. Unter den Bedingungen des unteren Jangtse entwickelten sie den Reisanbau weiter. Zur gleichen Zeit entstanden in anderen Regionen eigene Formen des Dorflebens. Rohstoffe und Techniken konnten zwischen ihnen wandern, ohne dass eine gemeinsame Führung bestand.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese regionalen Lebensweisen behielten lange eigene Merkmale. Reiswirtschaft und Holzbearbeitung blieben am Jangtse wichtig, während weiter nördlich große Hirsesiedlungen andere Formen gemeinschaftlicher Ordnung ausbildeten. Dort lagen Häuser zunehmend um freie Plätze. Vorratsgruben und abgegrenzte Arbeitsbereiche ordneten den Raum zusätzlich. Die nächste Folge führt nach Banpo und Jiangzhai, wo sich im Aufbau der Dörfer neue soziale Grenzen erkennen lassen.</p>



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<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="960" height="641" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/Hemudu_Site_Museum_2017-08-12_13.jpg" alt="" class="wp-image-8314" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/Hemudu_Site_Museum_2017-08-12_13.jpg 960w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/Hemudu_Site_Museum_2017-08-12_13-300x200.jpg 300w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/Hemudu_Site_Museum_2017-08-12_13-767x512.jpg 767w" sizes="auto, (max-width: 960px) 100vw, 960px" /></figure>
</div>


<h3 class="wp-block-heading">Zum Weiterlesen</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Links, die mit Sternchen (*) gekennzeichnet sind, führen auf die Seite von Amazon.de. Wenn Sie über diese Links bestellen, unterstützen Sie unsere Arbeit, ohne dass Ihnen Mehrkosten entstehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Liu, Li (2005): <em><a href="https://link.amazon/B0exClQ64">The Chinese Neolithic. Trajectories to Early States</a></em>.* Untersuchung jungsteinzeitlicher Siedlungen, Bestattungen und gesellschaftlicher Veränderungen mit ausführlicher Einordnung von Jiahu.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Li, Feng (2013): <em><a href="https://link.amazon/B0fK4vv2B">Early China. A Social and Cultural History</a></em>. Überblick über die regionalen Anfänge von Landwirtschaft und dauerhaften Siedlungen sowie die weitere Entwicklung des frühen China.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Bildnachweis</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Titel: Archäologische Stätte Hemedu. Wikimedia Commons, Siyuwj. <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/deed.en">CC BY-SA 2.0</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diorama Hemedu: Wikimedia Commons, Adelehant.  <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.en">CC BY-SA 4.0</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Reisschüssel: Wikimedia Commons, Siyuwj. <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.en">CC BY-SA 4.0</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Spaten: Wikimedia Commons, Siyuwj. <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.en">CC BY-SA 4.0</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Elfenbein: Wikimedia Commons, LukeLOU. <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.en">CC BY-SA 3.0</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Haus: Wikimedia Commons, Siyuwj. <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.en">CC BY-SA 4.0</a>.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.imperien-und-inseln.de/china/ein-dorf-auf-pfaehlen-hemudu-und-die-anfaenge-des-reisanbaus/">Ein Dorf auf Pfählen – Hemudu und die Anfänge des Reisanbaus</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.imperien-und-inseln.de">Imperien und Inseln</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Hirse in den Gruben – Die Dörfer von Cishan und Peiligang</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Kuratierte Artikel]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Oct 2026 07:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Archäologie]]></category>
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		<category><![CDATA[Chinesische Frühgeschichte]]></category>
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		<category><![CDATA[Shuiquan]]></category>
		<category><![CDATA[Siedlungsarchäologie]]></category>
		<category><![CDATA[Steinwerkzeuge]]></category>
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<p class="wp-block-paragraph">Unter dem Boden von Cishan lagen Hunderte Gruben. Bei den Grabungen von 1976 bis 1978 legten Archäologen 474 von ihnen frei. In 88 fanden sie umfangreiche Getreidereste, die sich als Hirse bestimmen ließen. Die Pflanzenreste lagen als ascheartiges Material vor und waren mit Erde vermischt. Die Funde sprechen dafür, dass die Bewohner Pflanzen anbauten und einen Teil der Ernte in der Siedlung aufbewahrten.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/Peiligang_Culture_Stone_Sickles_Xinzheng-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-8301" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/Peiligang_Culture_Stone_Sickles_Xinzheng-1024x683.jpg 1024w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/Peiligang_Culture_Stone_Sickles_Xinzheng-300x200.jpg 300w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/Peiligang_Culture_Stone_Sickles_Xinzheng-768x512.jpg 768w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/Peiligang_Culture_Stone_Sickles_Xinzheng-1536x1024.jpg 1536w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/Peiligang_Culture_Stone_Sickles_Xinzheng-2048x1365.jpg 2048w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/Peiligang_Culture_Stone_Sickles_Xinzheng.jpg 1600w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Sicheln der Peiliang-Kultur</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Cishan lag im Süden der heutigen Provinz Hebei. Weiter südlich, im heutigen Henan, hinterließen andere Dörfer ähnliche Gefäße und Steinwerkzeuge. Archäologen ordnen sie der Peiligang-Kultur zu. Beide Bezeichnungen stammen von modernen Fundorten. Sie helfen dabei, wiederkehrende Formen von Häusern, Keramik und Werkzeugen zeitlich einzuordnen. Historische Reiche oder Völker bezeichnen sie nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Dörfer bestanden ungefähr zwischen 7000 und 5000 v. Chr. In dieser Zeit breiteten sich am mittleren und unteren Gelben Fluss Gemeinschaften aus, die längere Zeit an einem Ort lebten. Hirse gehörte zu ihren wichtigsten Kulturpflanzen. Sie machte die Menschen jedoch nicht mit einem Schlag zu Bauern. Jagd und das Sammeln wilder Pflanzen blieben ebenso wichtig wie die Haltung von Tieren.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ein Klima für neue Dörfer</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Zu Beginn des Holozäns wurde das Klima in weiten Teilen Nordchinas wärmer und feuchter. Die sommerlichen Monsunregen reichten weiter nach Norden. Wälder breiteten sich aus, Seen führten mehr Wasser und Flusslandschaften boten Pflanzen und Tieren neue Lebensräume.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Menschen hatten schon zuvor Keramik hergestellt und zeitweise an günstigen Plätzen gelebt. Nun entstanden häufiger Siedlungen, in denen Häuser, Feuerstellen und Vorratsgruben über längere Zeit genutzt wurden. Am Gelben Fluss entwickelten sich mehrere regionale Gruppen. In Henan sprechen Archäologen von Peiligang, im südlichen Hebei von Cishan. Weiter östlich lag die Houli-Kultur, westlich die Laoguantai-Kultur.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Politisch bildeten diese Gemeinschaften eigenständige Gruppen. Zwischen ihren Siedlungen lagen große Entfernungen. Dennoch ähnelten sich manche Geräte und Formen der Vorratshaltung. Menschen tauschten Rohstoffe aus, beobachteten die Arbeitsweisen benachbarter Dörfer und übernahmen Techniken, die sich unter den jeweiligen Bedingungen bewährten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jiahu, das Dorf der ersten Folge, lag am südlichen Rand dieser Welt. Dort bauten Menschen auch Reis an. Weiter nördlich eignete sich Hirse besser für das Klima. Sie benötigte eine vergleichsweise kurze Wachstumszeit und kam mit geringeren Niederschlägen aus.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Körner für den Winter</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Funde aus Cishan zeigen, dass Hirse nicht nur gelegentlich gesammelt wurde. Die Bewohner brachten Körner in die Siedlung und lagerten sie in Gruben. Dafür mussten sie ihre Arbeit über einen längeren Zeitraum planen. Der Boden wurde vorbereitet, die Saat ausgebracht und die reifen Rispen mussten rechtzeitig geschnitten werden. Danach folgten Trocknen, Dreschen und Einlagern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Ernte bot den Menschen gute Gründe, immer wieder an denselben Ort zurückzukehren. Wer Saatgut und Vorräte im Boden aufbewahrte, musste sie schützen. Felder brauchten Pflege, und gelagerte Nahrung musste bis zur nächsten Ernte reichen. Das Dorf wurde dadurch zu einem Ort, an dem vergangene Arbeit aufbewahrt und die kommende Aussaat vorbereitet wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Steinerne Sichelklingen und Spaten gehörten zu dieser Wirtschaftsweise. Auf flachen Mahlsteinen konnten die Bewohner Körner oder andere Pflanzen zerkleinern. Der genaue Gebrauch eines einzelnen Geräts lässt sich nicht immer bestimmen. Dasselbe Werkzeug konnte bei der Feldarbeit und beim Sammeln verschiedener Pflanzen dienen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch Haustiere gehörten zu den Siedlungen. Schweine und Hunde sind an mehreren Orten belegt. Daneben jagten die Bewohner Wild und nutzten Gewässer in der Umgebung. Hirse verringerte die Abhängigkeit von einzelnen wilden Nahrungsquellen, ersetzte sie aber nicht. Die frühen Dörfer lebten von einer Verbindung aus Anbau und der Nutzung ihrer Umgebung.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Kleine Häuser und tiefe Gruben</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die meisten bekannten Siedlungen waren klein. Sie umfassten häufig nur 1 oder 2 Hektar; selbst die größeren erreichten kaum mehr als 6 Hektar. Die Häuser waren meist rund und teilweise in den Boden eingetieft. Viele boten lediglich 4 bis 6 Quadratmeter Innenraum.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-medium"><img loading="lazy" decoding="async" width="300" height="200" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/Peiligang_Culture_Red_Pottery_Pot_Xinzheng-300x200.jpg" alt="" class="wp-image-8303" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/Peiligang_Culture_Red_Pottery_Pot_Xinzheng-300x200.jpg 300w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/Peiligang_Culture_Red_Pottery_Pot_Xinzheng-768x512.jpg 768w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/Peiligang_Culture_Red_Pottery_Pot_Xinzheng.jpg 960w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption class="wp-element-caption">Keramik der Peiliang-Kultur</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Ein solches Haus reichte für wenige Menschen und ihre unmittelbaren Tätigkeiten. Gekocht und gearbeitet wurde wahrscheinlich auch davor. Gruben nahmen Vorräte auf und dienten später teilweise als Abfallplätze. Keramikgefäße hielten Wasser oder Nahrung bereit. Dreibeinige Gefäße ließen sich über einer Feuerstelle erhitzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Häuser mussten ausgebessert und Gruben neu angelegt werden. Wer länger blieb, veränderte den Siedlungsplatz mit jeder Arbeitsphase. Ein Dorf umfasste mehr als seine Gebäude. Auch der Raum zwischen den Häusern und aufgegebene Gruben gehörten dazu. Was Archäologen als eine Siedlung erfassen, entstand durch zahlreiche Entscheidungen einzelner Haushalte.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Werkzeuge aus den Bergen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Nicht jedes Dorf verfügte über dieselben Rohstoffe. Siedlungen am Rand der Gebirge lagen näher an geeignetem Gestein als Orte in den Ebenen. In Tieshenggou, Egou und weiteren Plätzen fanden Archäologen Abfälle der Werkzeugherstellung. Dort schlugen und schliffen Menschen Steingeräte wahrscheinlich auch für Bewohner anderer Siedlungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Grab in Shawoli macht diese Arbeit besonders sichtbar. Der Tote in Grab M19 erhielt mehrere Spaten und Meißel. Daneben lagen Äxte, Schleifsteine und Abfälle der Steinbearbeitung. Möglicherweise hatte dieser Mensch selbst Werkzeuge hergestellt. Die Beigaben kennzeichneten ihn als einen Menschen mit besonderen handwerklichen Kenntnissen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Werkstätten blieben klein. Wahrscheinlich stellten einzelne Haushalte Geräte nur während eines Teils des Jahres her. Die betreffenden Siedlungen waren nicht größer als andere Dörfer und kontrollierten ihre Nachbarn nicht. Trotzdem gleichen sich geschliffene Steingeräte aus verschiedenen Orten. Rohmaterial und fertige Werkzeuge gelangten zwischen den Siedlungen weiter. Mit ihnen verbreitete sich das Wissen über ihre Herstellung.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ein Friedhof ohne Fürsten</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wie gering die sozialen Unterschiede noch waren, zeigt der Friedhof von Shuiquan im heutigen Henan. Er stammt aus der späten Peiligang-Zeit um 5300 v. Chr. Archäologen legten dort 120 Bestattungen frei. Die Gräber bildeten 2 Gruppen, zwischen denen ein freier Streifen lag.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Grab fiel durch seine Größe und seine 21 Beigaben auf. Der Tote aus Grab M29 erhielt jedoch keine kostbaren Gegenstände aus fernen Regionen. Bei ihm lagen Keramik und Werkzeuge, also Dinge, die auch den Alltag der Lebenden bestimmten. Das Grab befand sich inmitten der übrigen Bestattungen und war nicht räumlich abgesondert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Andere Tote erhielten weniger Beigaben oder gar keine. Die Unterschiede konnten mit dem Alter, dem Geschlecht, persönlichen Beziehungen oder den Aufgaben eines Menschen zusammenhängen. Es gibt aber keine erkennbare Gruppe, die sich durch aufwendige Gräber und seltene Güter dauerhaft von allen anderen abhob.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die Verteilung der Siedlungen spricht gegen eine übergeordnete Macht. Für Henan sind mehr als 70 Fundplätze der Peiligang-Kultur bekannt. Sie unterscheiden sich nur begrenzt in ihrer Größe. Kein Ort ragt als Hauptstadt hervor, von der aus kleinere Dörfer gelenkt worden wären.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Vorräte verändern den Alltag</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Hirse schuf noch keine Könige. Sie veränderte jedoch die Aufgaben, die Menschen miteinander verbanden. Aussaat und Ernte mussten zum richtigen Zeitpunkt erfolgen. Vorräte verlangten Schutz und eine Entscheidung darüber, wie viel bis zur nächsten Wachstumszeit verbraucht werden durfte. Werkzeuge mussten hergestellt und weitergegeben werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Haushalte und verwandte Gruppen organisierten diese Arbeiten gemeinsam. Die Dörfer von Cishan und Peiligang zeigen eine Lebensweise, in der Menschen ihre Versorgung zunehmend planten, aber noch keine größeren politischen Zentren errichteten. Ihre Siedlungen blieben klein und gleichrangig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Weiter südlich wählten Gemeinschaften andere Pflanzen und bauten ihre Häuser in einer wasserreicheren Landschaft. Am Unterlauf des Jangtse bildete Reis die Grundlage von Dörfern, deren hölzerne Bauteile sich im feuchten Boden erhalten haben. Dort lässt sich beobachten, wie eine andere Form früher Landwirtschaft den Alltag prägte.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/20260810_Yellow_River_in_Zhengzhou_and_Jiaozuo-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-8305" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/20260810_Yellow_River_in_Zhengzhou_and_Jiaozuo-1024x683.jpg 1024w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/20260810_Yellow_River_in_Zhengzhou_and_Jiaozuo-768x512.jpg 768w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/20260810_Yellow_River_in_Zhengzhou_and_Jiaozuo-300x200.jpg 300w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/20260810_Yellow_River_in_Zhengzhou_and_Jiaozuo-1536x1024.jpg 1536w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/20260810_Yellow_River_in_Zhengzhou_and_Jiaozuo.jpg 1600w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>
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<h3 class="wp-block-heading">Zum Weiterlesen</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Links, die mit Sternchen (*) gekennzeichnet sind, führen auf die Seite von Amazon.de. Wenn Sie über diese Links bestellen, unterstützen Sie unsere Arbeit, ohne dass Ihnen Mehrkosten entstehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Liu, Li (2005): <em><a href="https://link.amazon/B0exClQ64">The Chinese Neolithic. Trajectories to Early States</a></em>.* Untersuchung jungsteinzeitlicher Siedlungen, Bestattungen und gesellschaftlicher Veränderungen mit ausführlicher Einordnung von Jiahu.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Li, Feng (2013): <em><a href="https://link.amazon/B0fK4vv2B">Early China. A Social and Cultural History</a></em>. Überblick über die regionalen Anfänge von Landwirtschaft und dauerhaften Siedlungen sowie die weitere Entwicklung des frühen China.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Bildnachweis</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Titel: Lebenswelt der der Cishan-Kultur, Handan Museum. <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.en">CC BY-SA 4.0</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gelber Fluss. Wikimedia Commons, Windmemories. <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.en">CC BY-SA 4.0</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Alle weiteren Bilder gemeinfrei.</p>
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		<title>Jiahu vor 9000 Jahren – Ein Dorf am Beginn der Jungsteinzeit</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Kuratierte Artikel]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Oct 2026 06:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Archäologie]]></category>
		<category><![CDATA[China]]></category>
		<category><![CDATA[Chinesische Frühgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Neolithikum]]></category>
		<category><![CDATA[5800 v. Chr.]]></category>
		<category><![CDATA[6. Jahrtausend v. Chr.]]></category>
		<category><![CDATA[7. Jahrtausend v. Chr.]]></category>
		<category><![CDATA[7000 v. Chr.]]></category>
		<category><![CDATA[Bestattungsrituale]]></category>
		<category><![CDATA[Fischfang]]></category>
		<category><![CDATA[frühe Reisnutzung]]></category>
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		<category><![CDATA[Siedlungsarchäologie]]></category>
		<category><![CDATA[Vogelknochenflöten]]></category>
		<category><![CDATA[Wuyang]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Eine schmale Röhre aus Vogelknochen lag neben einem der Toten. In regelmäßigen Abständen hatte jemand Löcher hineingebohrt. Es war eine Flöte. Weitere Exemplare kamen in anderen Gräbern zum Vorschein, manchmal &#8230; </p>
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<figure class="wp-block-audio"><audio controls src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/Jiahu_vor_9000_Jahren.mp3"></audio></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Eine schmale Röhre aus Vogelknochen lag neben einem der Toten. In regelmäßigen Abständen hatte jemand Löcher hineingebohrt. Es war eine Flöte. Weitere Exemplare kamen in anderen Gräbern zum Vorschein, manchmal zusammen mit Schildkrötenpanzern, in denen kleine Steine lagen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Funde stammen aus Jiahu, einem jungsteinzeitlichen Dorf im heutigen Henan. Menschen lebten dort ungefähr zwischen 7000 und 5800 v. Chr. Sie hinterließen keine Texte und keine Namen. Dennoch lässt sich erkennen, wie sie ihre Häuser anordneten und welche Verstorbenen sie mit besonderen Beigaben bestatteten. Es gab weder ein China noch Könige, aber bereits dauerhafte Dörfer und gemeinschaftliche Rituale.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ein Dorf zwischen Wasserläufen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Jiahu lag im heutigen Kreis Wuyang, südlich des Gelben Flusses im Einzugsgebiet des Huai. Ein See und 2 Flüsse begrenzten den etwa 5,5 Hektar großen Siedlungsplatz. Die feuchte Landschaft bot den Bewohnern unterschiedliche Möglichkeiten, Nahrung zu gewinnen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Menschen fingen Fische und sammelten Muscheln. Sie jagten unter anderem Hirsche, Wasservögel und kleinere Raubtiere. Knochen von Schweinen und Hunden zeigen zugleich, dass Haustiere zum Dorf gehörten. Pflanzenreste und Abdrücke belegen den Umgang mit Reis. Wie groß der Anteil angebauter Pflanzen an der täglichen Ernährung war, lässt sich jedoch nicht genau bestimmen. Landwirtschaft, Jagd, Fischfang und Sammeln ergänzten einander.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit unterschied sich Jiahu von vielen gleichzeitigen Siedlungen weiter im Norden, in denen Hirse eine größere Rolle spielte. Der Ort lag in einer Übergangszone zwischen Gebieten, die später mit nördlicher Hirsewirtschaft und südlichem Reisanbau verbunden werden. Seine Bewohner nutzten beides, ohne diese moderne Trennung zu kennen.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="960" height="504" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/CMOC_Treasures_of_Ancient_China_exhibit_-_millstone_and_roller.jpg" alt="" class="wp-image-8295" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/CMOC_Treasures_of_Ancient_China_exhibit_-_millstone_and_roller.jpg 960w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/CMOC_Treasures_of_Ancient_China_exhibit_-_millstone_and_roller-768x403.jpg 768w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/CMOC_Treasures_of_Ancient_China_exhibit_-_millstone_and_roller-300x158.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 960px) 100vw, 960px" /></figure>
</div>


<h2 class="wp-block-heading">Häuser um einen Mittelpunkt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die meisten Häuser waren klein und in den Boden eingetieft. Ihre Grundrisse waren rund, oval oder unregelmäßig. Einige Gebäude standen ebenerdig, andere ruhten auf Pfosten. Mehrfach erweiterten die Bewohner einzelne Häuser, indem sie neue Räume hinzufügten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In der ältesten Siedlungsphase bildeten die Häuser mehrere Gruppen. Eine davon bestand aus 7 Gebäuden, mehr als 30 Gruben, 2 Brennöfen und 24 Gräbern. Im Zentrum lag das Haus F17. Mit etwa 24 Quadratmetern war es größer als die umliegenden Gebäude. Die Türen der kleineren Häuser öffneten sich zu diesem Mittelpunkt hin.</p>



<p class="wp-block-paragraph">F17 diente vermutlich gemeinschaftlichen Arbeiten. In seinem Inneren fanden sich Spuren verschiedener Tätigkeiten: Geräte zur Nahrungsverarbeitung, Werkzeuge und Reste der Herstellung anderer Gegenstände. Auch ein weiteres großes Haus enthielt mehr Gefäße und Werkzeuge als die kleineren Gebäude. Darin könnte eine verwandte Gruppe gemeinsam gearbeitet oder Vorräte verarbeitet haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Anordnung veränderte sich während der jahrhundertelangen Nutzung des Platzes. In späteren Phasen blieben die Häuser zu Gruppen zusammengefasst, doch die Toten lagen nun auf Friedhöfen, die deutlicher von den Wohnbereichen getrennt waren. Auch Brennöfen befanden sich gebündelt an bestimmten Stellen. Abschnitte eines Grabens könnten Teile einer Umfriedung gebildet haben. Die Bewohner ordneten Wohnraum, Arbeit und Bestattung immer wieder neu.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Arbeit im Dorf</h2>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-medium"><img loading="lazy" decoding="async" width="278" height="300" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/PeiligangCulture-RedPotWithTwoEars-ShanghaiMuseum-May27-08-278x300.jpg" alt="" class="wp-image-8296" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/PeiligangCulture-RedPotWithTwoEars-ShanghaiMuseum-May27-08-278x300.jpg 278w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/PeiligangCulture-RedPotWithTwoEars-ShanghaiMuseum-May27-08-767x828.jpg 767w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/PeiligangCulture-RedPotWithTwoEars-ShanghaiMuseum-May27-08-949x1024.jpg 949w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/PeiligangCulture-RedPotWithTwoEars-ShanghaiMuseum-May27-08.jpg 960w" sizes="auto, (max-width: 278px) 100vw, 278px" /><figcaption class="wp-element-caption">Keramik der Peiligang-Kultur</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">In Jiahu standen Brennöfen für Keramik. Abfälle und unfertige Stücke zeigen, dass die Bewohner auch Steinwerkzeuge am Ort herstellten. Die meisten Rohstoffe fanden sie in den nahen Flüssen. Für einige Gesteinsarten legten Menschen jedoch Entfernungen von bis zu 100 Kilometern zurück oder erhielten sie durch Austausch mit anderen Gemeinschaften. Wenige Objekte aus Jade und Türkis kamen vermutlich aus noch weiter entfernten Gebieten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Dorf konnte einen großen Teil seines Bedarfs selbst decken, war aber nicht abgeschlossen. Menschen gaben Werkstoffe und Kenntnisse zwischen verschiedenen Siedlungen weiter. Ein Zentrum, das diesen Austausch lenkte, ist nicht erkennbar.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch innerhalb des Dorfes verteilten sich Tätigkeiten nicht vollkommen gleich. Werkzeuge in den Gräbern lassen vermuten, dass manche Arbeiten häufiger mit Männern und andere häufiger mit Frauen verbunden waren. Die Unterschiede blieben jedoch begrenzt. Es gibt keine Hinweise auf eine kleine Gruppe, die dauerhaft über Werkstätten, Vorräte oder die Arbeit der übrigen Bewohner verfügte.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Toten von Jiahu</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Archäologen legten in Jiahu 349 Gräber frei. In der frühen Siedlung lagen Bestattungen noch dicht bei den Häusern. Die Lebenden bewegten sich damit täglich in der Nähe ihrer Toten. Später erhielt jede größere Hausgruppe offenbar einen eigenen, räumlich abgegrenzten Friedhof.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Gräber unterscheiden sich in ihrer Größe und in der Zahl der Beigaben. Manche Tote wurden unmittelbar bestattet, andere Knochen erst später erneut niedergelegt. Neben einzelnen Bestattungen gab es Gräber mit mehreren Verstorbenen. Viele Tote erhielten Gefäße oder Werkzeuge, einige auch persönlichen Schmuck.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Unterschiede ergeben jedoch noch keine feste Rangordnung. Größere Gräber enthielten nicht automatisch besonders viele oder wertvolle Gegenstände. Die meisten Beigaben waren Dinge des täglichen Lebens. Im Vergleich zu späteren jungsteinzeitlichen Friedhöfen, auf denen wenige Tote große Mengen kostbarer Güter erhielten, wirkt Jiahu relativ ausgeglichen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Einzelne Menschen erhielten dennoch ungewöhnliche Beigaben. In 25 Gräbern fanden sich Gegenstände, die mit Musik oder rituellen Handlungen verbunden gewesen sein könnten. Zu ihnen gehörten Flöten, bearbeitete Schildkrötenpanzer und spitz zulaufende Knochenobjekte unbekannter Funktion. Wer mit solchen Beigaben bestattet wurde, besaß nicht zwingend großen materiellen Reichtum. Diese Menschen könnten eine besondere Rolle bei gemeinschaftlichen Handlungen gespielt haben.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Knochen werden zu Flöten</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Flöten bestanden aus langen Vogelknochen. Ein erhaltenes Exemplar misst etwas mehr als 22 Zentimeter. Seine Herstellung verlangte Erfahrung. Der Knochen musste ausgewählt, geglättet und durchbohrt werden, ohne zu brechen. Die Abstände der Löcher bestimmten, welche Töne das Instrument hervorbringen konnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Flöten lagen in Gräbern und gehörten damit zu den Beigaben, die ihre Besitzer auch im Tod kennzeichneten. Ob die Instrumente bei Tänzen, Bestattungen, Heilungen oder anderen Zusammenkünften erklangen, ist unbekannt. Ihre Lage zeigt lediglich, dass Musik nicht nur eine beiläufige Beschäftigung gewesen sein muss. Manche Instrumente waren wichtig genug, um sie der weiteren Nutzung zu entziehen und mit einem Toten niederzulegen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mehrere Flöten lagen zusammen mit Schildkrötenpanzern. In 23 der 349 untersuchten Gräber kamen solche Panzer vor. Einzelne Tote erhielten bis zu 8 Exemplare. Kleine Löcher deuten darauf hin, dass Ober- und Unterseite miteinander verschnürt waren. Im Inneren lagen Kiesel unterschiedlicher Größe und Farbe.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die gefüllten Panzer könnten als Rasseln gedient haben. Möglich ist auch, dass Menschen die Steine ausschütteten oder nach bestimmten Regeln bewegten, um Entscheidungen zu treffen. Spätere chinesische Gesellschaften verwendeten Schildkrötenpanzer zur Weissagung. Daraus folgt jedoch nicht, dass die Bewohner von Jiahu bereits dieselben Rituale kannten. Zwischen Jiahu und den beschrifteten Orakelknochen der Shang-Dynastie lagen mehr als 4 Jahrtausende.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Zeichen ohne Text</h2>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-medium"><img loading="lazy" decoding="async" width="147" height="300" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/Jiahu_writing-147x300.gif" alt="" class="wp-image-8294"/><figcaption class="wp-element-caption">Schriftzeichen aus Jiahu</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Besondere Aufmerksamkeit fanden eingeritzte Zeichen auf einigen Schildkrötenpanzern. Auch Knochen und Keramikstücke tragen einzelne Markierungen. Manche erinnern entfernt an sehr viel spätere chinesische Schriftzeichen. Diese Ähnlichkeit verführt dazu, in Jiahu den Anfang der chinesischen Schrift zu suchen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dafür reichen die Funde nicht aus. Die Ritzungen stehen einzeln. Es gibt keine längeren Folgen, keine erkennbare Grammatik und keinen Beleg dafür, dass sie gesprochene Wörter wiedergaben. Sie könnten Besitz markieren, Bilder darstellen oder eine rituelle Bedeutung tragen. Eine Schrift bildet gesprochene Sprache nach festen Regeln ab. Dafür bieten die einzelnen Ritzungen keinen Beleg.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jiahu steht deshalb nicht am Anfang einer geraden Entwicklung, die zwangsläufig zu den Königen der Shang und zum chinesischen Kaiserreich führte. Das Dorf gehörte zu einer Vielzahl regionaler Gemeinschaften. Einige ihrer Praktiken verschwanden, andere tauchten in veränderter Form an späteren Orten wieder auf. Selbst die Siedlung endete nicht in einem größeren Reich. Eine Überschwemmung hinterließ über den jüngsten jungsteinzeitlichen Schichten eine Lage aus abgelagertem Sediment.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Flöten und Schildkrötenpanzer blieben im Boden. Sie zeigen, dass Menschen schon in einem frühen Bauerndorf bestimmte Fähigkeiten und Gegenstände mit einzelnen Personen verbanden. Noch begründeten solche Rollen offenbar keine dauerhafte Herrschaft. In späteren Gesellschaften sollten Rituale, kostbare Materialien und der Zugang zu den Toten jedoch zu wichtigen Mitteln politischer Macht werden.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h3 class="wp-block-heading">Zum Weiterlesen</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Links, die mit Sternchen (*) gekennzeichnet sind, führen auf die Seite von Amazon.de. Wenn Sie über diese Links bestellen, unterstützen Sie unsere Arbeit, ohne dass Ihnen Mehrkosten entstehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Liu, Li (2005): <em><a href="https://link.amazon/B0exClQ64">The Chinese Neolithic. Trajectories to Early States</a></em>.* Untersuchung jungsteinzeitlicher Siedlungen, Bestattungen und gesellschaftlicher Veränderungen mit ausführlicher Einordnung von Jiahu.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Li, Feng (2013): <em><a href="https://link.amazon/B0fK4vv2B">Early China. A Social and Cultural History</a></em>. Überblick über die regionalen Anfänge von Landwirtschaft und dauerhaften Siedlungen sowie die weitere Entwicklung des frühen China.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Bildnachweis</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Titel: Flöte aus Jiahu im Luohe Stadtmuseum. Wikimedia Commons, ASHillocks.<a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.en"> CC BY-SA 4.0</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mahlstein: Wikimedia Commons, Editor at Large. <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.5/deed.en">CC BY-SA 2.5</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Töpferei: Wikimedia Commons, Captmondo. <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.5/deed.en">CC BY-SA 2.5</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Alle weiteren Bilder gemeinfrei.</p>
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		<title>Frühe Kulturen Vietnams – Ein Schnellüberblick von Sơn Vì bis Hòa Bình</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Kuratierte Artikel]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 21 Jan 2026 12:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Neolithikum]]></category>
		<category><![CDATA[Paläolithikum]]></category>
		<category><![CDATA[Ur- und Frühgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Vietnam]]></category>
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		<category><![CDATA[Altsteinzeit]]></category>
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		<category><![CDATA[Da But Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Dong Son Kultur]]></category>
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		<category><![CDATA[Feuersteinwerkzeuge]]></category>
		<category><![CDATA[Frühgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Hoa Binh Kultur]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Altsteinzeitliche Anfänge Die ersten bekannten menschlichen Artefakte auf dem Gebiet des heutigen Vietnams stammen aus der Altsteinzeit und werden der sogenannten Sơn-Vì-Kultur zugeordnet. An insgesamt rund 230 Fundstellen lassen sich &#8230; </p>
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<figure class="wp-block-audio"><audio controls src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/01/Vietnam_Vorgeschichte.mp3"></audio></figure>



<h3 class="wp-block-heading">Altsteinzeitliche Anfänge</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Die ersten bekannten menschlichen Artefakte auf dem Gebiet des heutigen Vietnams stammen aus der Altsteinzeit und werden der sogenannten Sơn-Vì-Kultur zugeordnet. An insgesamt rund 230 Fundstellen lassen sich ihre Spuren nachweisen. Sie erstrecken sich über ein weites Gebiet von Phú Thọ nordwestlich von Hanoi bis nach Lâm Đồng im südlichen Hochland, etwa 100 Kilometer nordöstlich von Ho-Chi-Minh-Stadt. Auch jenseits der heutigen Staatsgrenzen finden sich Hinweise auf diese altsteinzeitlichen Gruppen, etwa in Südchina und Nordthailand.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Erhaltene Skelette aus dieser Zeit weisen durchgehend australoide Merkmale auf. Eine Durchmischung mit Bevölkerungsgruppen aus dem Norden hatte offenbar noch nicht stattgefunden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Funde aus Höhlen erlauben Einblicke in die damalige Lebensweise. Charakteristisch ist eine zentrale Feuerstelle, in deren Umfeld verkohlte Holzreste, zerbrochene Werkzeuge sowie Knochen, Zähne und Muschelschalen lagen. Die Kombination dieser Hinterlassenschaften legt eine jagd- und sammlungsbasierte Lebensweise nahe.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Klima war etwas kühler als heute. Dennoch fanden die Menschen in ihrer Umgebung ein vielfältiges Nahrungsangebot. Neben Pflanzen wurden zahlreiche Tierarten genutzt. Gejagt wurden unter anderem Rotwild, Elefanten, Wildschweine, Affen, Füchse, Tiger und andere Wildkatzen. Auch kleinere Tiere wie Bergschnecken ergänzten die Ernährung. Aus Flüssen und Küstengewässern stammten Fische, Herzmuscheln und Austern.</p>



<div style="display: flex; justify-content: center; margin: 2em 0;">
  <div style="border: 1px solid #bfd8b8; padding: 16px; background: #eef7ee; border-radius: 6px; max-width: 500px; font-family: system-ui, sans-serif; color: #2a4d2e;">
    <h3 style="margin-top: 0; font-size: 18px; text-align: center; color: #1e3921;">Vietnam – Frühgeschichtliche Kulturen</h3>
    <table style="width: 100%; border-collapse: collapse; font-size: 14px; color: #2a4d2e;">
      <thead>
        <tr style="border-bottom: 2px solid #bfd8b8;">
          <th style="text-align: left; padding: 6px;">Zeitraum</th>
          <th style="text-align: left; padding: 6px;">Kultur</th>
        </tr>
      </thead>
      <tbody>
        <tr style="background-color: #f7f9f7;">
          <td style="padding: 6px;">30.000 BP</td>
          <td style="padding: 6px;">Dieu</td>
        </tr>
        <tr>
          <td style="padding: 6px;">21.000–9.000 BP</td>
          <td style="padding: 6px;">Sơn Vì</td>
        </tr>
        <tr style="background-color: #f7f9f7;">
          <td style="padding: 6px;">16.000–5.500 BP</td>
          <td style="padding: 6px;">Hòa Bình</td>
        </tr>
        <tr>
          <td style="padding: 6px;">8.000–5.000 BP</td>
          <td style="padding: 6px;">Bắc Sơn</td>
        </tr>
        <tr style="background-color: #f7f9f7;">
          <td style="padding: 6px;">4.000–2.000 BC</td>
          <td style="padding: 6px;">Đa Bút</td>
        </tr>
        <tr style="border-top: 2px solid #bfd8b8; background-color: #e9f1e9;">
          <td colspan="2" style="padding: 6px; font-weight: bold; text-align: center;">Bronzezeit</td>
        </tr>
        <tr style="background-color: #f7f9f7;">
          <td style="padding: 6px;">2.000–1.500 BC</td>
          <td style="padding: 6px;">Phùng Nguyên</td>
        </tr>
        <tr>
          <td style="padding: 6px;">2.000 BC</td>
          <td style="padding: 6px;">Hạ Long</td>
        </tr>
        <tr style="background-color: #f7f9f7;">
          <td style="padding: 6px;">1.000–700 BC</td>
          <td style="padding: 6px;">Gò Mun</td>
        </tr>
        <tr>
          <td style="padding: 6px;">1.000 BC</td>
          <td style="padding: 6px;">Đông Sơn</td>
        </tr>
        <tr style="border-top: 2px solid #bfd8b8; background-color: #e9f1e9;">
          <td colspan="2" style="padding: 6px; font-weight: bold; text-align: center;">Eisenzeit</td>
        </tr>
        <tr style="background-color: #f7f9f7;">
          <td style="padding: 6px;">500–200 BC</td>
          <td style="padding: 6px;">Sa Huỳnh</td>
        </tr>
        <tr>
          <td style="padding: 6px;">500 BC</td>
          <td style="padding: 6px;">Đông Nai</td>
        </tr>
      </tbody>
    </table>
    <p style="font-size: 12px; color: #2a4d2e; margin-top: 10px; font-style: italic; text-align: center;">
      <strong>Tabelle:</strong> Frühe Kulturen in Vietnam<br>
      Die Jahreszahlen weichen je nach Quelle ab und sollten daher nur als ungefährer Anhaltspunkt dienen. <br>
      Die Namensgebung der Kulturen richtet sich nach dem jeweils ersten Fundort. <br>
      <strong>BP</strong> = vor heute, <strong>BC</strong> = vor Christus.
    </p>
  </div>
</div>



<h4 class="wp-block-heading">Der Übergang zur Jungsteinzeit</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Die Neolithisierung Vietnams ist mit der sogenannten Hòa-Bình-Kultur verbunden. Bekannt wurde sie durch die französische Botanikerin und Archäologin Madeleine Colani, die als einzige Frau im französischen Kolonialdienst systematisch im Bereich der Prähistorie forschte. Colani identifizierte über 120 Fundstellen in Vietnam. Spuren derselben Kultur fanden sich auch in Kambodscha, Laos, Thailand, Myanmar, auf Sumatra und vereinzelt sogar in Australien.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Unterschied zur Sơn-Vì-Kultur lassen die mongoliden Merkmale der Hòa-Bình-Skelette auf eine Verwandtschaft mit Bevölkerungsgruppen aus China oder Tibet schließen. Auch ihre materiellen Hinterlassenschaften zeugen von einem kulturellen Wandel.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Werkzeuge wurden differenzierter ausgearbeitet. Neben geschlagenen Steinen traten neue handwerkliche Techniken auf. Besonders auffällig ist der Beginn der Töpferei. Erste Keramikgefäße mit eingeritzten Mustern zeigen, dass der funktionale Gebrauch mit gestalterischem Anspruch verbunden war. Viele Gefäße weisen typische Eindrücke von Schnüren auf, weshalb sie zur sogenannten Schnurkeramik gezählt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Hòa-Bình-Gruppen betrieben erstmals einfache Formen von Ackerbau. Sie kultivierten Gemüse, Früchte und auch frühen Reis. Erste Ansätze von Tierhaltung sind durch die Domestikation von Hunden belegt. Die bisher ausschließlich jagende Lebensweise wurde allmählich durch eine sesshaftere Wirtschaftsform ersetzt.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Wandel durch Klima und Geographie</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Die Ausbreitung der Hòa-Bình-Kultur wurde durch klimatische Veränderungen eingeschränkt. Mit dem Ende der letzten Eiszeit vor etwa 8000 Jahren stieg der Meeresspiegel an. Große Teile des damaligen Sunda-Kontinents wurden überflutet. Die Verbindung zwischen südlichen und nördlichen Siedlungsräumen brach ab. Hinzu kamen geotektonische Prozesse, die in Teilen Südostasiens zu erhöhter seismischer Aktivität führten. Erdbeben und Tsunamis veränderten die Siedlungsbedingungen erheblich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Viele frühzeitliche Lebensräume verschwanden unter dem steigenden Meer. Zahlreiche Fundorte gelten als dauerhaft verloren. Die bekannten Artefakte stammen fast ausschließlich aus höher gelegenen Gebieten, die von Überschwemmungen verschont blieben und daher bis heute als Quellen prähistorischer Forschung dienen.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="850" height="591" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/12/Sundaland-at-the-Last-Glacial-Maximum-showing-the-modern-distribution-of-land-in-dark.png" alt="" class="wp-image-5758" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/12/Sundaland-at-the-Last-Glacial-Maximum-showing-the-modern-distribution-of-land-in-dark.png 850w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/12/Sundaland-at-the-Last-Glacial-Maximum-showing-the-modern-distribution-of-land-in-dark-300x209.png 300w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/12/Sundaland-at-the-Last-Glacial-Maximum-showing-the-modern-distribution-of-land-in-dark-768x534.png 768w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/12/Sundaland-at-the-Last-Glacial-Maximum-showing-the-modern-distribution-of-land-in-dark-135x93.png 135w" sizes="auto, (max-width: 850px) 100vw, 850px" /><figcaption class="wp-element-caption">Südostasien zum Letzteiszeitliches Maximum vor ca. 20.000 Jahren</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Mit dem sich zurückziehenden Schmelzwasser entstanden neue Kulturen in Vietnam. Die Bronzezeit, die ungefähr 2.000 Jahre vor der Zeitenwende einsetzte, brachte den nächsten Techniksprung. Die „Phùng Nguyên“-Kultur hinterließ höherwertige Handwerksstücke. Dazu zählen Töpferwaren, Schmuck, Pfeile, Lehmskulpturen. Es wurden Spulen und Weberschiffchen aus Keramik gefunden, die beweisen, dass bereits Kleidung gewebt wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die wahrscheinlich bekannteste Bronzezeit-Kultur sind die „Đông Sơn“. Sie hatten ihre Hochphase von ca. 1.000 BC bis ins erste nachchristliche Jahrhundert. Die Ausbreitung war weit über Vietnam hinaus; sogar in Myanmar zeigt sich eine ähnliche Kultur. Das Besondere an den Đông Sơn waren die feinen Bronzearbeiten. Viele Gegenstände wurden aus diesem Material gefertigt: u.a. wurden Trommeln, Werkzeuge, Gefäße und Waffen gefunden.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h3 class="wp-block-heading">Zum Weiterlesen</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Links, die mit Sternchen (*) gekennzeichnet sind, führen auf die Seite von Amazon.de. Wenn Sie über diese Links bestellen, unterstützen Sie unsere Arbeit, ohne dass Ihnen Mehrkosten entstehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vu Hong Lien; Sharrock, Peter:&nbsp;<a href="https://www.amazon.de/Descending-Dragon-Rising-Tiger-History-ebook/dp/B00PIPB40C?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;crid=1CPLLXKZKXRGJ&amp;dib=eyJ2IjoiMSJ9.f6UQZ23u6pQ1SXFdNkIkrI7ig7yj_dUAx0seuFLLDqvtAewr28ttBNAEV-FqWbkfoYV7blgrbH75LK6ulAK7m2roquOWyOFJbdHRNL6D3rELC6PnDSdpJIE35x8jydp2f1j3OZxZlLwFMBclRXojl1f4m-iSH9KGG316tnRrfJPNWd4nV-lGegTU5NnQbGekMpJc2vvbXSeRAoI1rNwI4C2dIOpE5v9a4gwABmxSeSw.Ka47KtX-WAZ_CnMY--YuEAXuuKPG0ZWSg3QUsuRV5yI&amp;dib_tag=se&amp;keywords=Descending+Dragon%2C+Rising+Tiger&amp;qid=1765707068&amp;sprefix=descending+dragon+rising+tiger%2Caps%2C396&amp;sr=8-1&amp;linkCode=ll1&amp;tag=suedostasie01-21&amp;linkId=f89a9426f6567d9082243d93a073ca3a&amp;language=de_DE&amp;ref_=as_li_ss_tl">Descending Dragon, Rising Tiger</a>. London, 2014.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Bildnachweis</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Titel: Prähistorische Jäger. Gemälde im Historischen Museum in Hanoi. Wikimedia Commons, HappyMidnight. <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">CC BY-SA 4.0</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sundaland: Wikimedia Commons, ש.מירון. <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">CC BY-SA 4.0</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Alles weitere gemeinfrei.<ins><br><br></ins></p>
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		<item>
		<title>Ban Non Wat – Dorf, Friedhof, Kultplatz</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Kuratierte Artikel]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 03 Oct 2025 12:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Archäologie]]></category>
		<category><![CDATA[Neolithikum]]></category>
		<category><![CDATA[Thailand]]></category>
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		<category><![CDATA[2. Jahrtausend Vor Christus]]></category>
		<category><![CDATA[Altertum]]></category>
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		<category><![CDATA[Vorgeschichte]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Archäologie in der thailändischen Tiefebene Im Nordosten Thailands, unweit des Mun-Flusses in der Provinz Nakhon Ratchasima, liegt der Fundplatz Ban Non Wat. Was oberflächlich wie ein unscheinbares Dorf aussieht, ist &#8230; </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.imperien-und-inseln.de/thailand/ban-non-wat-dorf-friedhof-kultplatz/">Ban Non Wat – Dorf, Friedhof, Kultplatz</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.imperien-und-inseln.de">Imperien und Inseln</a>.</p>
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<figure class="wp-block-audio"><audio controls src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/10/Ban_Non_Wat-1.mp3"></audio></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Archäologie in der thailändischen Tiefebene</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Im Nordosten Thailands, unweit des Mun-Flusses in der Provinz Nakhon Ratchasima, liegt der Fundplatz Ban Non Wat. Was oberflächlich wie ein unscheinbares Dorf aussieht, ist eine der ergiebigsten Ausgrabungsstätten der Region. Seit den frühen 2000er Jahren legen Archäologen hier Belege für eine durchgehend besiedelte Siedlung vom Neolithikum bis zur Eisenzeit frei – ein Zeitraum von über 4.000 Jahren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ban Non Wat erlaubt es, wirtschaftliche, soziale und rituelle Veränderungen in einem langfristigen Rahmen zu analysieren. Damit wird der Ort zum Schlüssel für das Verständnis früher bäuerlicher Gesellschaften in Südostasien und ihrer Entwicklung zu komplexeren Strukturen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Schichten einer Siedlung</h2>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignleft size-medium"><img loading="lazy" decoding="async" width="300" height="199" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/05/Bannonwat_all8-300x199.jpg" alt="" class="wp-image-4944" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/05/Bannonwat_all8-300x199.jpg 300w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/05/Bannonwat_all8-768x510.jpg 768w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/05/Bannonwat_all8.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption class="wp-element-caption">Neolithische Bestattung in einem Tongefäß</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Die Grabung unter Leitung von Charles Higham (University of Otago) brachte mehr als 640 Bestattungen zutage, begleitet von zahlreichen Hausgrundrissen, Keramikfunden und Spuren landwirtschaftlicher Tätigkeit. Die Besiedlung reicht von ca. 1750 v. Chr. bis etwa 500 n. Chr., mit Unterbrechungen und Phasen dichterer Belegung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Funde zeigen einen klaren Übergang von Jäger- und Sammlerkulturen zu sesshaften Ackerbaugesellschaften. Reiswirtschaft, Tierhaltung und soziale Differenzierung lassen sich über mehrere Jahrhunderte hinweg beobachten.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Reichtum der Gräber</h2>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-medium"><img loading="lazy" decoding="async" width="225" height="300" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/05/Bannonwat_all9-225x300.jpg" alt="" class="wp-image-4945" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/05/Bannonwat_all9-225x300.jpg 225w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/05/Bannonwat_all9.jpg 250w" sizes="auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px" /><figcaption class="wp-element-caption">Mit Ornamenten geschmücktes Skelett aus der Bronzezeit</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Besonders aufschlussreich ist der Gräberkomplex, der durch seine Ausstattung deutliche Hinweise auf soziale Ungleichheit liefert. Während einfache Bestattungen kaum Beigaben aufweisen, enthalten andere Gräber aufwendige Keramik, Werkzeuge, Schmuck aus Muscheln, Stein oder Bronze. Einige Kindergräber sind ebenso reich ausgestattet wie jene Erwachsener, was auf vererbten Status schließen lässt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Entwicklung von Kupfer- und Bronzeverarbeitung lässt sich in Ban Non Wat gut nachvollziehen. Metallurgische Innovationen treten in bestimmten Schichten konzentriert auf und weisen auf spezialisiertes Wissen innerhalb der Gemeinschaft hin.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Kontinuität und Wandel</h2>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignleft size-medium"><img loading="lazy" decoding="async" width="300" height="225" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/05/Bannonwat_all6-300x225.jpg" alt="" class="wp-image-4946" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/05/Bannonwat_all6-300x225.jpg 300w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/05/Bannonwat_all6-768x576.jpg 768w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/05/Bannonwat_all6.jpg 960w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption class="wp-element-caption">Verbrannte Reiskörner, gefunden in Tongefäßen</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Ban Non Wat liegt in unmittelbarer Nähe zu anderen wichtigen Fundorten wie Noen U-Loke und Non Nok Tha. Die Region war offenbar Teil eines kulturellen Kontinuums, in dem Techniken, Bestattungsriten und Handelsgüter zirkulierten. Gleichzeitig lassen sich Phasen des Wandels erkennen. Etwa durch neue Grabbeigaben, veränderte Hausformen oder die Nutzung von Eisenwerkzeugen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Mikroveränderungen zeigen, dass es keine lineare Entwicklung „zur Zivilisation“ gab, sondern eine Reihe lokal eingebetteter Anpassungen, die Umwelt, Handel und soziale Dynamik reflektieren.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Bedeutung für die südostasiatische Frühgeschichte</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Ausgrabungen in Ban Non Wat liefern eine differenzierte Perspektive auf die Vorgeschichte des heutigen Thailand. Anders als lange angenommen, war die Region keineswegs peripher. Sie entwickelte eigene kulturelle Ausdrucksformen, spezialisierte Produktion und rituelle Systeme, die später in den historischen Staaten wie Dvaravati oder Angkor weiterwirkten.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Mehr erfahren</strong></h3>



<p class="wp-block-paragraph">Links, die mit Sternchen (*) gekennzeichnet sind, führen auf die Seite von Amazon.de. Wenn Sie über diese Links bestellen, unterstützen Sie unsere Arbeit, ohne dass Ihnen Mehrkosten entstehen.</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Charles Higham (2013): <em><a href="https://www.amazon.de/Origins-Civilization-Debates-Archaeology-English-ebook/dp/B00CD0U528?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;crid=2FSFBN54ST9OZ&amp;dib=eyJ2IjoiMSJ9.vdiQl3MveYViTSdXXW8a0k6NPHXbfitNqkulFet8_n4CfJ23LHJdH8wX_89hocT9_dDOP2IwPUDySLXviFaIE88Ht5lpXefYCbX68e4QurHCbJroJf4MYwqnGNAyOHQcKSmp9_AWktq-Ipc8-XdDpPJXrOmns5ZVVw8netxXcvlagoQvoJlzMFvyv7UQ4fr6cH8xyj0uO_KQ52_kCmjl1EMxvHwNCGnFBpWAOCDbil8.hzRDiwKjX_M_jxwg9V8HVocpxBkJXNtLbizkQelwM8c&amp;dib_tag=se&amp;keywords=The+Origins+of+the+Civilization+of+Angkor&amp;qid=1758465585&amp;sprefix=the+origins+of+the+civilization+of+angko%2Caps%2C257&amp;sr=8-1&amp;linkCode=ll1&amp;tag=suedostasie01-21&amp;linkId=bdf6078f4fa70c4eeee78ecbe1c6cac0&amp;language=de_DE&amp;ref_=as_li_ss_tl">The Origins of the Civilization of Angkor</a></em>*</li>
</ul>



<h3 class="wp-block-heading">Bildnachweis</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Alles Wikimedia Commons, Hellokorat.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.imperien-und-inseln.de/thailand/ban-non-wat-dorf-friedhof-kultplatz/">Ban Non Wat – Dorf, Friedhof, Kultplatz</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.imperien-und-inseln.de">Imperien und Inseln</a>.</p>
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		<title>Die genetische Geschichte Indonesiens – Neue Einblicke durch Archäogenetik</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Kuratierte Artikel]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 14 Jun 2025 17:58:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Archäologie]]></category>
		<category><![CDATA[Indonesien]]></category>
		<category><![CDATA[Neolithikum]]></category>
		<category><![CDATA[Paläolithikum]]></category>
		<category><![CDATA[Ur- und Frühgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Altertum]]></category>
		<category><![CDATA[Archäogenetik]]></category>
		<category><![CDATA[Australien Ozeanien Übergangsraum]]></category>
		<category><![CDATA[Austronesische Expansion]]></category>
		<category><![CDATA[Bevölkerungsdynamik]]></category>
		<category><![CDATA[Denisova Menschen]]></category>
		<category><![CDATA[Holozän]]></category>
		<category><![CDATA[Humangenetik]]></category>
		<category><![CDATA[Inselwelt Südostasiens]]></category>
		<category><![CDATA[Interdisziplinäre Forschung]]></category>
		<category><![CDATA[Jäger und Sammler]]></category>
		<category><![CDATA[Kulturkontakt]]></category>
		<category><![CDATA[Leang Panninge]]></category>
		<category><![CDATA[Mensch Evolution]]></category>
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		<category><![CDATA[Papua Populationen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Indonesien und insbesondere Wallacea, die Inselwelt zwischen den Landmassen Asiens und Ozeaniens, stellt seit Langem ein bedeutendes Gebiet der menschlichen Migrationsforschung dar. Jüngste archäogenetische Studien ermöglichen nun tiefere Einblicke in &#8230; </p>
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<figure class="wp-block-audio"><audio controls src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/06/Besse.mp3"></audio></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Indonesien und insbesondere Wallacea, die Inselwelt zwischen den Landmassen Asiens und Ozeaniens, stellt seit Langem ein bedeutendes Gebiet der menschlichen Migrationsforschung dar. Jüngste archäogenetische Studien ermöglichen nun tiefere Einblicke in die komplexe Bevölkerungsgeschichte dieser Region, deren Verständnis bisher hauptsächlich auf archäologischen und linguistischen Befunden beruhte.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="960" height="893" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/06/Map_of_Sunda_and_Sahul.svg_.png" alt="" class="wp-image-3361" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/06/Map_of_Sunda_and_Sahul.svg_.png 960w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/06/Map_of_Sunda_and_Sahul.svg_-300x279.png 300w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/06/Map_of_Sunda_and_Sahul.svg_-768x714.png 768w" sizes="auto, (max-width: 960px) 100vw, 960px" /><figcaption class="wp-element-caption">Südostasiens und Australiens Küsten während des &#8222;Letzten Glazialen Maximums&#8220;, vor ungefähr 23.000 Jahren. Wallacea liegt zwischen Wallace- und Lydekker-Linie Die Weber Linie ist die Grenze zwischen asiatischer und australischer Fauna.</figcaption></figure>
</div>


<h4 class="wp-block-heading">Eine unbekannte Jägerin – Das Genom der „Besséʼ“</h4>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-medium"><img loading="lazy" decoding="async" width="300" height="221" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/06/Besse_skull.tif-300x221.png" alt="" class="wp-image-3362" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/06/Besse_skull.tif-300x221.png 300w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/06/Besse_skull.tif-768x565.png 768w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/06/Besse_skull.tif.png 1015w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption class="wp-element-caption">Der Schädel der ausgegrabenen Bessé</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Eine entscheidende Entdeckung gelang mit der genetischen Analyse der sogenannten „Besséʼ“, einer Jägerin und Sammlerin aus der Toalean-Kultur, die vor etwa 7200 Jahren in Südsulawesi lebte. Ihr Genom brachte eine bislang unbekannte genetische Abstammungslinie ans Licht. Etwa die Hälfte ihres genetischen Materials weist Gemeinsamkeiten mit heutigen Papua- und australischen Aborigines-Populationen auf. Bemerkenswert ist zudem der Nachweis von Denisova-DNA, einer archaischen Menschenform, deren Präsenz in Südostasien und Ozeanien bislang nur unzureichend erforscht war. Diese Entdeckung liefert bedeutende Hinweise auf frühzeitige Vermischungen zwischen modernen Menschen und archaischen Homininen in der Region.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Frühe genetische Vielfalt in Wallacea</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Eine weitere Studie aus dem Jahr 2022 untersuchte 16 antike Genome aus den letzten drei Jahrtausenden (2600–250 Jahre vor heute). Diese Genome offenbaren, dass die Bevölkerungsgeschichte Wallaceas erheblich komplexer ist als bislang angenommen. Neben den gut dokumentierten austronesischen Seefahrern, die ab etwa 3500 Jahren vor heute von Taiwan aus nach Indonesien migrierten, konnte eine zuvor wenig bekannte genetische Komponente identifiziert werden, die vom südostasiatischen Festland stammt. Diese genetische Präsenz existierte bereits vor der Ankunft der Austronesier, was deutlich macht, dass Wallacea durch multiple und zeitlich gestaffelte Wanderungen geprägt wurde.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Großangelegte genetische Studie – Papuanische Migrationen nach Wallacea</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Ende 2024 erschien eine umfassende Studie, die 254 Genome aus Wallacea und West-Papua analysierte. Diese Untersuchung liefert entscheidende neue Erkenntnisse zur genetischen Abstammung heutiger Wallacea-Bewohner. Die Ergebnisse zeigen eindeutig, dass die heute dominierende papua-verwandte genetische Abstammung hauptsächlich das Resultat von Rückwanderungen aus Neuguinea ist, die innerhalb der letzten 3500 Jahre stattfanden. Diese Bewegungen verliefen parallel zur Ausbreitung der austronesischen Seefahrer und führten zu einem nachhaltigen genetischen Austausch, der bis in die historische Periode hinein andauerte. Diese Daten widerlegen die Annahme einer kontinuierlichen genetischen Linie von den frühen modernen Menschen, die Sahul vor rund 50.000 Jahren erreichten, zu den heutigen Bewohnern Wallaceas.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="640" height="376" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/06/640px-Spreading_homo_sapiens-1.jpg" alt="" class="wp-image-3371" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/06/640px-Spreading_homo_sapiens-1.jpg 640w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/06/640px-Spreading_homo_sapiens-1-300x176.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px" /></figure>
</div>


<h4 class="wp-block-heading">Denisova-Einflüsse und komplexe Bevölkerungsmischungen</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Die Entdeckung der Denisova-DNA in der Region deutet darauf hin, dass archaische und moderne Menschen in Wallacea interagierten und sich genetisch vermischten. Diese Vermischungen fanden offenbar mehrfach statt und hinterließen ein komplexes genetisches Muster, das bis heute in der Bevölkerung der Region nachweisbar ist. Solche archaischen Mischungen sind ein zunehmend wichtiges Element im Verständnis der globalen menschlichen Evolution.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Konsequenzen für das archäologische und linguistische Verständnis</h4>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignleft size-medium"><img loading="lazy" decoding="async" width="300" height="189" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/06/Leang_Panninge.tif-300x189.png" alt="" class="wp-image-3364" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/06/Leang_Panninge.tif-300x189.png 300w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/06/Leang_Panninge.tif-768x484.png 768w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/06/Leang_Panninge.tif.png 914w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption class="wp-element-caption">Ausgrabung an der Leang Panninge</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Die neuen genetischen Erkenntnisse erfordern eine grundlegende Revision der bestehenden archäologischen und linguistischen Modelle zur Besiedlung und Migration in Wallacea. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Statt einer simplen und linearen Expansion der Austronesier zeichnen die genetischen Daten ein Bild von komplexen, multidirektionalen und mehrfachen Migrationen und genetischen Vermischungen. Archäologen und Linguisten stehen nun vor der Aufgabe, diese neuen genetischen Ergebnisse in ihre Modelle zu integrieren und die bisherigen Vorstellungen entsprechend zu modifizieren.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="729" height="1024" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/06/Besse_stone_tools-729x1024.webp" alt="" class="wp-image-3363" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/06/Besse_stone_tools-729x1024.webp 729w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/06/Besse_stone_tools-214x300.webp 214w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/06/Besse_stone_tools-768x1079.webp 768w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/06/Besse_stone_tools-1093x1536.webp 1093w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/06/Besse_stone_tools-1458x2048.webp 1458w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/06/Besse_stone_tools.webp 1792w" sizes="auto, (max-width: 729px) 100vw, 729px" /><figcaption class="wp-element-caption">Steinwerkzeuge, die mit Bessé ergraben wurde</figcaption></figure>
</div>


<h4 class="wp-block-heading">Zum Weiterlesen:</h4>



<ul class="wp-block-list">
<li>Purnomo et al. (2024): &#8222;The genetic origins and impacts of historical Papuan migrations into Wallacea&#8220; (PNAS), umfassende genetische Studie zur Bevölkerungsentwicklung Wallaceas.</li>



<li>Carlhoff et al. (2021): &#8222;Genome of a middle Holocene hunter-gatherer from Wallacea&#8220; (Nature), Analyse des ersten antiken Genoms aus Südsulawesi.</li>



<li>Oliveira et al. (2022): &#8222;Ancient genomes from the last three millennia support multiple human dispersals into Wallacea&#8220; (Nature Ecology &amp; Evolution), detaillierte genetische Untersuchungen zu multiplen Einwanderungswellen nach Wallacea.</li>
</ul>



<h4 class="wp-block-heading">Bildnachweis</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Titel: Tondano-See, Sulawesi, Wikimedia Commons, Theaprilseventeen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Karte Südostasien/Australien: Wikimedia Commons, Kanguole.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Karte Migration: Public domain.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bessé: Wikimedia Commons, Carlhoff, Selina; Duli, Akin; Nägele, Kathrin; Nur, Muhammad; Skov, Laurits; Sumantri, Iwan; Oktaviana, Adhi Agus; Hakim, Budianto; Burhan, Basran; Syahdar, Fardi Ali; McGahan, David P.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Leang Panninge:  Wikimedia Commons, Carlhoff, Selina; Duli, Akin; Nägele, Kathrin; Nur, Muhammad; Skov, Laurits; Sumantri, Iwan; Oktaviana, Adhi Agus; Hakim, Budianto; Burhan, Basran; Syahdar, Fardi Ali; McGahan, David P.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Werkzeuge: Wikimedia Commons, Carlhoff, Selina; Duli, Akin; Nägele, Kathrin; Nur, Muhammad; Skov, Laurits; Sumantri, Iwan; Oktaviana, Adhi Agus; Hakim, Budianto; Burhan, Basran; Syahdar, Fardi Ali; McGahan, David P.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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