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	<title>Yanjing Archive - Imperien und Inseln</title>
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	<description>Entdeckungsreise durch die Geschichte Asiens</description>
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	<title>Yanjing Archive - Imperien und Inseln</title>
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		<title>Dadu 1267 – Khubilai lässt eine Hauptstadt bauen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Kuratierte Artikel]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 20 Oct 2026 15:26:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[China]]></category>
		<category><![CDATA[Chronik der Yuan-Dynastie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Khubilai begann 1267 im Gebiet des heutigen Peking mit dem Bau einer neuen Hauptstadt. Liu Bingzhong wirkte an der Planung mit, während Handwerker und eingezogene Arbeiter die Gebäude errichteten. Die Ausrufung der Yuan-Dynastie 1271 und der Name Dadu von 1272 gaben der Stadt ihren politischen Rang. Ihr Betrieb blieb von Lebensmitteltransporten und der Verbindung zur Residenz Shangdu abhängig.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<figure class="wp-block-audio"><audio controls src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/Yuan_Folge_10_dadu.mp3"></audio></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Khubilai ließ 1267 nördlich und östlich der alten Jin-Residenz im Gebiet des heutigen Peking eine neue Stadt anlegen. Zimmerleute und Steinmetzen wurden herangezogen, während außerhalb der künftigen Mauern Arbeiter Bauholz und Ziegel transportierten. Der Herrscher wollte hier einen Hof unterbringen, der nicht mehr in den beschädigten Palästen seiner Vorgänger auf die nächste Reise warten musste.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Entscheidung fiel zu einem Zeitpunkt, an dem Khubilai über Nordchina gebot, das südliche Song-Reich aber noch selbstständig war. Die Hauptstadt sollte also eine Herrschaft aufnehmen, deren Anspruch weiter reichte als ihr tatsächliches Gebiet. Der Bau begann, während die Armeen des Khans neue Angriffe im Süden vorbereiteten.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ein günstiger Ort zwischen Steppe und Ackerland</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die ältere Stadt Zhongdu hatte den Jin als Hauptstadt gedient. Nach der mongolischen Eroberung von 1215 und weiteren Bränden lagen große Teile ihrer Paläste in Trümmern. Siedlungen und Behörden bestanden im Raum Yanjing dennoch fort. Straßen verbanden ihn mit den Pässen zur Steppe und den landwirtschaftlichen Gebieten der nordchinesischen Ebene.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Khubilai hatte im Krieg gegen seinen Bruder Ariq Böke erlebt, welchen Wert diese Verbindungen besaßen. Getreide konnte hier gesammelt und zu den Truppen im Norden geschickt werden. Ein Hof, der sich dauerhaft auf die Einnahmen chinesischer Gebiete stützte, fand in dieser Lage bessere Voraussetzungen als in der weiter entfernten Residenz Karakorum.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die neue Stadt entstand neben dem alten Zentrum. Khubilai konnte dadurch größere Flächen nach den Vorstellungen seiner Planer bebauen lassen. Zugleich nutzte er die Seen und vorhandenen Gartenanlagen im Norden der früheren Residenz. Die Bebauung musste den Zugang zu Wasser ebenso berücksichtigen wie die Unterbringung des Hofes.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Liu Bingzhong und die neue Anlage</h2>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignleft size-medium"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="200" height="300" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/image-6-200x300.png" alt="" class="wp-image-8588" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/image-6-200x300.png 200w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/image-6.png 491w" sizes="(max-width: 200px) 100vw, 200px" /><figcaption class="wp-element-caption">Liu Bingzhong, Darstellung aus der Ming-Dynastie</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Zu Khubilais engsten Beratern gehörte Liu Bingzhong. Er hatte als buddhistischer Mönch gelebt und sich mit den Schriften und Regierungstraditionen Chinas beschäftigt. Für den Khan wirkte er an der Gestaltung des Hofes mit und übernahm eine führende Rolle bei der Planung der neuen Hauptstadt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Breite Straßen und eine weitgehend rechtwinklige Gliederung ordneten die Stadt. Die Residenz des Herrschers erhielt eigene ummauerte Bereiche. Wer zu einer Audienz wollte, musste dadurch mehrere Grenzen passieren. Die Anlage regelte im Raum, wer sich dem Kaiser wie weit nähern durfte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Paläste waren auf die Ausübung der Herrschaft ausgerichtet. Es gab Säle für Empfänge und Räume für den kaiserlichen Haushalt. Damit Boten Anweisungen überbringen konnten, mussten die Behörden in erreichbarer Nähe arbeiten. Die Wachen hatten die Aufgabe, die Zugänge zu kontrollieren. Diese täglichen Abläufe musste der Stadtplan ermöglichen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Khubilai übernahm dabei Formen früherer chinesischer Residenzen. Chinesische Amtsträger arbeiteten an seinem Hof mit mongolischen Kommandeuren zusammen, während Fachleute aus Zentralasien weitere Kenntnisse einbrachten. Auch auf den Baustellen fanden Erfahrungen aus weit auseinanderliegenden Gebieten des Reiches Verwendung.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Arbeit hinter den Mauern</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Planer konnten Bauaufgaben verteilen. Holz und Steine mussten die Menschen des Umlandes liefern. Beamte zogen Arbeiter ein und verlangten Wagen für den Transport. Wer an einem Palast arbeitete, fehlte währenddessen auf dem eigenen Feld oder in seiner Werkstatt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Regierung sah Entschädigungen für Leistungen und Material vor. In der Praxis konnten Zahlungen verspätet eintreffen oder auf dem Weg durch die Behörden teilweise verschwinden. Beschwerden über die Belastungen erreichten den Hof. Der Kaiser ließ die Arbeiten dennoch fortsetzen, obwohl gleichzeitig Männer und Vorräte für die Kriege benötigt wurden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Einige Handwerker wurden namentlich überliefert. Der Steinmetz Yang Qiong aus Quyang wurde nach seiner Ausbildung in der Familie für Arbeiten an den Palästen herangezogen. Er leitete Steinmetzen und schuf Teile der steinernen Ausstattung. In solchen Werkstätten wurde aus dem Entwurf des Hofes ein Bauwerk, das Menschen mit ihren Händen herstellen mussten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die große Mehrzahl der Arbeiter erscheint in den Berichten nur als angeworbene oder eingezogene Mannschaft. Gerade diese Menschen bewegten die Materialien, aus denen später Tore und Brücken bestanden. Die Höhe der Mauern und der Umfang der Paläste zeigen damit auch, wie weit der Zugriff des Herrschers auf Arbeitskraft reichte.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Da Yuan und Dadu</h2>



<p class="wp-block-paragraph">1271 gab Khubilai seiner Dynastie den chinesischen Namen Da Yuan, Große Yuan. Der neue Name stellte seine Herrschaft in die Folge chinesischer Dynastien. Er behielt zugleich den Rang des mongolischen Großkhans und den Anspruch, an der Spitze des gesamten mongolischen Herrscherhauses zu stehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">1272 erhielt die neue Stadt den Namen Dadu, Große Hauptstadt. Der Name bezeichnete ihren Rang, nicht die Fertigstellung sämtlicher Bauarbeiten. An Palästen und anderen Anlagen wurde weitergebaut. Die Stadt musste wachsen und ihren Bedarf an Lebensmitteln aus einem immer größeren Umkreis decken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Neben Dadu blieb Shangdu in der Steppe bestehen. Der Kaiser verbrachte dort gewöhnlich die wärmere Jahreszeit und kehrte anschließend nach Süden zurück. Mit ihm bewegten sich Angehörige des Hofes und Teile der Dienerschaft. Die doppelte Residenz band Khubilai an die Weidegebiete der Mongolen, während die Behörden und Vorratsspeicher Dadus den Zugriff auf China erleichterten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Reisen benötigten Straßen und Stationen, an denen Pferde gewechselt und Menschen versorgt werden konnten. Die beiden Hauptstädte waren deshalb auf die Menschen entlang ihrer Verbindung angewiesen. Ein sommerlicher Ortswechsel des Herrschers setzte weit außerhalb seiner Paläste zusätzliche Arbeit in Gang.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Eine Hauptstadt muss versorgt werden</h2>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-medium"><img decoding="async" width="186" height="300" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/image-7-186x300.png" alt="" class="wp-image-8589" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/image-7-186x300.png 186w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/image-7.png 500w" sizes="(max-width: 186px) 100vw, 186px" /><figcaption class="wp-element-caption">Darstellung von Khubilai in einem katalanischen Atlas von 1375</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">In Dadu lebten Menschen, die keine eigenen Felder in ausreichender Nähe besaßen. Der Hof und seine Wachen benötigten Lebensmittel, während Händler und Handwerker für die wachsende Bevölkerung arbeiteten. Vorräte aus dem Süden gewannen deshalb zunehmend an Bedeutung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die letzten Strecken bis in die Stadt bereiteten besondere Schwierigkeiten. Getreide ließ sich auf dem Wasser weit günstiger bewegen als über Land. Wo ein Schiff nicht weiterkam, mussten Wagen übernehmen. Die Wasserwege in und um die Hauptstadt wurden damit zu einer dauerhaften Aufgabe ihrer Regierung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Khubilai hatte einen Ort geschaffen, an dem Beamte seine Befehle ausfertigen und fremde Gesandte seinen Rang sehen konnten. Doch der Betrieb dieses Hofes hing an Lieferungen, die aus Feldern und Häfen weit außerhalb seiner Mauern kamen. Während neue Säle bezogen wurden, arbeiteten andere Männer bereits daran, den Weg der Lastschiffe bis in die Stadt zu verlängern.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h3 class="wp-block-heading">Zum Weiterlesen</h3>



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<ul class="wp-block-list">
<li>Franke, H. &amp; Twitchett, D. (1994): <a href="https://amzn.to/4jXv15l">The Cambridge History of China, Vol. 06: Alien Regimes and Border States, 907-1368</a>.*</li>



<li>Weatherford, J. (2005): <a href="https://amzn.to/4qtYIxe">Genghis Khan and the Making of the Modern World</a>.*</li>
</ul>



<h2 class="wp-block-heading">Bildnachweis</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Titel: Dadus erhaltene Stampflehmwälle. Wikimedia Commons, rheins. <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/3.0/deed.en">CC BY-SA 3.0</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Alle weiteren Bilder gemeinfrei.</p>
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		<title>Khubilai gegen Ariq Böke – Zwei Brüder beanspruchen den Thron</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Kuratierte Artikel]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 19 Oct 2026 18:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[China]]></category>
		<category><![CDATA[Chronik der Yuan-Dynastie]]></category>
		<category><![CDATA[Postklassik]]></category>
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		<category><![CDATA[Berke]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Nach Möngkes Tod ließen sich Khubilai und Ariq Böke 1260 auf getrennten Versammlungen zum Großkhan erheben. Beide stützten sich auf unterschiedliche Macht- und Versorgungsräume. Khubilai konnte Nordchina nutzen, während Ariq Böke Unterstützer verlor und sich 1264 unterwarf. Der Sieg stellte die frühere Zusammenarbeit der mongolischen Herrscherfamilie nicht wieder her.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.imperien-und-inseln.de/china/khubilai-gegen-ariq-boeke-zwei-brueder-beanspruchen-den-thron/">Khubilai gegen Ariq Böke – Zwei Brüder beanspruchen den Thron</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.imperien-und-inseln.de">Imperien und Inseln</a>.</p>
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<figure class="wp-block-audio"><audio controls src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/Yuan_Folge_09_khubilai_ariq_boeke.mp3"></audio></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Khubilai versammelte seine Anhänger im Frühjahr 1260 in Kaiping, am Rand der mongolischen Steppe. Die anwesenden Fürsten und Heerführer erhoben ihn zum Großkhan. Sie trafen ihre Entscheidung, obwohl wichtige Angehörige des Herrscherhauses fehlten. Wenig später beanspruchte sein jüngerer Bruder Ariq Böke bei einer eigenen Versammlung in Karakorum denselben Titel. Das Mongolenreich hatte zwei Männer, die im Namen der gesamten Dynastie Befehle erteilen wollten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Beide waren Söhne Toluis und Enkel Dschingis Khans. Beide konnten Unterstützer aus der Herrscherfamilie vorweisen. Der Streit ließ sich deshalb nicht durch einen einfachen Hinweis auf die Herkunft entscheiden. Wer sich durchsetzte, musste die Gefolgsleute des Bruders zum Überlaufen oder zur Unterwerfung bringen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der Tod Möngkes öffnet den Streit</h2>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-medium"><img decoding="async" width="212" height="300" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/image-4-212x300.png" alt="" class="wp-image-8584" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/image-4-212x300.png 212w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/image-4.png 335w" sizes="(max-width: 212px) 100vw, 212px" /><figcaption class="wp-element-caption">Der junge Khubilai, 13. Jhdt.</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Großkhan Möngke war 1259 während des Krieges gegen die südlichen Song gestorben. Seine Brüder befanden sich zu diesem Zeitpunkt an unterschiedlichen Schauplätzen. Khubilai führte ein Heer im chinesischen Raum. Ariq Böke hielt sich im mongolischen Kernland auf, wo wichtige Teile des Hofes und die Verbindungen zu den Fürsten zusammenliefen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Erhebung eines Großkhans erforderte ein Khuriltai, eine Versammlung maßgeblicher Angehöriger des Herrscherhauses und ihrer Unterstützer. Eine feste Regel, nach der automatisch der älteste Sohn oder Bruder nachfolgte, bestand nicht. Frühere Entscheidungen und das Ansehen eines Kandidaten zählten; ebenso wichtig waren die Bereitschaft der Fürsten, zu erscheinen, und ihre Zustimmung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Praxis konnte einen neuen Herrscher breit absichern. In einer gespaltenen Familie konnte aber gerade das Fernbleiben wichtiger Gruppen die Gültigkeit einer Wahl in Frage stellen. Khubilai und Ariq Böke versuchten jeweils, das eigene Treffen als ausreichende Grundlage der Herrschaft durchzusetzen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Zwei Machtbereiche</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Khubilai hatte bereits vor Möngkes Tod im Norden Chinas regiert und Feldzüge geführt. Er verfügte dort über Berater und die Verbindung zu Heerführern, die sich seit Jahren auf chinesische Soldaten stützten. Aus den landwirtschaftlichen Gebieten konnten Lebensmittel und Einnahmen für seine Armee kommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Besondere Bedeutung gewann Yanjing im Raum des heutigen Peking. Khubilai sicherte die Stadt nach seiner Rückkehr aus dem Süden gegen die Vertreter seines Bruders. Von hier ließen sich Vorräte in Richtung Kaiping bringen. Seine Stellung an der Grenze von Ackerland und Steppe verband die Versorgung aus dem Süden mit den Wegen ins mongolische Kernland.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignleft size-medium"><img loading="lazy" decoding="async" width="207" height="300" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/Ariq_Boeke-207x300.jpg" alt="" class="wp-image-8580" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/Ariq_Boeke-207x300.jpg 207w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/Ariq_Boeke.jpg 372w" sizes="auto, (max-width: 207px) 100vw, 207px" /><figcaption class="wp-element-caption">Ariq Böke, Malerei 1596</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Ariq Böke konnte sich dagegen auf die alte Residenz Karakorum und Fürsten stützen, die dort ihre wichtigsten Verbindungen besaßen. Die Herden der Steppe versorgten Reiterheere, doch der Hof und größere Truppenansammlungen waren auch auf Lieferungen aus anderen Gebieten angewiesen. Eine Unterbrechung der Handels- und Versorgungswege konnte seine Stellung deshalb unmittelbar schwächen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Krieg wurde später häufig als Kampf zwischen einem chinesisch geprägten Khubilai und einem Verteidiger reiner Steppentraditionen beschrieben. Tatsächlich verteilten sich mongolische Fürsten und ihre Interessen auf beide Seiten. Auch Ariq Böke versuchte, auf die Menschen und Einkünfte Nordchinas zuzugreifen. Beide Brüder kämpften um Ressourcen, die über ihr unmittelbares Aufenthaltsgebiet hinausreichten.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der Krieg greift nach Zentralasien</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Armeen trafen in und an der Steppe aufeinander. Siege konnten einen Gegner zurückwerfen, ohne dessen Gefolgschaft sofort aufzulösen. Ein unterlegener Verband wich aus, um seine Kräfte neu zu sammeln. Bei anderen Angehörigen der Dynastie suchte er dann Unterstützung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ariq Böke benötigte Nachschub aus Zentralasien. Er setzte deshalb auf Alghu aus dem Haus Tschagatais, der dort die Herrschaft übernehmen sollte. Alghu entwickelte jedoch eigene Interessen. Er geriet mit Ariq Böke in Streit und wandte sich Khubilai zu. Der Versuch, die eigene Stellung durch einen verbündeten Herrscher abzusichern, schuf einen weiteren Gegner.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Andere mongolische Fürsten führten zur gleichen Zeit eigene Kriege. Hülegü in Iran und Berke im Westen der Steppe gerieten miteinander in Konflikt. Ihre Auseinandersetzung folgte eigenen Ursachen, verband sich aber mit den unterschiedlichen Unterstützungen für die Großkhankandidaten. Der Tod Möngkes hatte damit keine einzelne Streitfrage eröffnet, die eine neue Versammlung rasch wieder schließen konnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Khubilai besaß unter diesen Bedingungen den Vorteil eines vergleichsweise verlässlichen Zugriffs auf Nordchina. Das machte seinen Sieg nicht unvermeidlich. 1262 erhob sich mit Li Tan ein wichtiger chinesischer Befehlshaber gegen ihn. Khubilai musste die Rebellion niederschlagen, während der Krieg gegen den Bruder noch lief.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Erfahrung zeigte ihm, wie gefährlich eigenständig gewordene Kommandeure waren. Wer Soldaten und örtliche Einnahmen kontrollierte, konnte dem Herrscher auch dann entgegentreten, wenn er bisher in dessen Namen gekämpft hatte. Der Bürgerkrieg machte die Frage nach der Aufsicht über solche Männer besonders dringlich.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Unterwerfung von 1264</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ariq Bökes Lage verschlechterte sich durch den Verlust von Unterstützern und die Schwierigkeiten der Versorgung. 1264 unterwarf er sich Khubilai. Der ältere Bruder war damit den Gegenkandidaten im mongolischen Kernland los und konnte den Großkhantitel von einer stärkeren Stellung aus führen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Sieg stellte die Zusammenarbeit der gesamten Dynastie jedoch nicht in der Form wieder her, in der Möngke seine Brüder auf verschiedene Feldzüge geschickt hatte. Andere Herrscher verfügten über eigene Armeen und Verwaltungsgebiete. Sie konnten Khubilais Rang anerkennen und zugleich in ihren Ländern selbst entscheiden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Khubilai folgte aus dem Krieg eine praktische Aufgabe. Er brauchte einen Hof, der seine mongolischen Anhänger band, und Behörden, die die Einnahmen aus China zuverlässig einziehen konnten. Er musste Heerführer belohnen und zugleich verhindern, dass sie ganze Regionen auf eigene Rechnung beherrschten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seine Residenz Kaiping erhielt den Namen Shangdu, die Obere Hauptstadt. Weiter südlich baute er im Gebiet von Yanjing eine zweite, wesentlich größere Hauptstadt auf. Zwischen beiden Orten sollte sich künftig sein Hof bewegen. Die Wege, auf denen im Bürgerkrieg Getreide und Soldaten nach Norden gebracht worden waren, wurden damit zu Verbindungen zwischen den wichtigsten Residenzen seiner Herrschaft.</p>



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<h3 class="wp-block-heading">Zum Weiterlesen</h3>



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<ul class="wp-block-list">
<li>Franke, H. &amp; Twitchett, D. (1994): <a href="https://amzn.to/4jXv15l">The Cambridge History of China, Vol. 06: Alien Regimes and Border States, 907-1368</a>.*</li>



<li>Weatherford, J. (2005): <a href="https://amzn.to/4qtYIxe">Genghis Khan and the Making of the Modern World</a>.*</li>
</ul>



<h2 class="wp-block-heading">Bildnachweis</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Titel: Shangdu. Wikimedia Commons, Flaumfeder. <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.en">CC BY-SA 4.0</a>.</p>



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