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	<title>USA Archive - Imperien und Inseln</title>
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	<description>Entdeckungsreise durch die Geschichte Asiens</description>
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		<title>Der Sturz Sihanouks &#8211; Kambodscha wird zum Kriegsschauplatz</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Kuratierte Artikel]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 06 Oct 2026 12:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kambodscha]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Norodom Sihanouk hielt sich im März 1970 außerhalb Kambodschas auf, als seine Herrschaft in Phnom Penh zusammenbrach. Die Nationalversammlung entzog ihm die Macht. Ministerpräsident Lon Nol übernahm die Führung des &#8230; </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.imperien-und-inseln.de/zeitgeschichte/der-sturz-sihanouks-kambodscha-wird-zum-kriegsschauplatz/">Der Sturz Sihanouks &#8211; Kambodscha wird zum Kriegsschauplatz</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.imperien-und-inseln.de">Imperien und Inseln</a>.</p>
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<figure class="wp-block-audio"><audio controls src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/Rote_Khmer_4.mp3"></audio></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Norodom Sihanouk hielt sich im März 1970 außerhalb Kambodschas auf, als seine Herrschaft in Phnom Penh zusammenbrach. Die Nationalversammlung entzog ihm die Macht. Ministerpräsident Lon Nol übernahm die Führung des Landes und stellte sich offen gegen die nordvietnamesischen Truppen, die Stützpunkte auf kambodschanischem Gebiet unterhielten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Saloth Sar und die Kommunistische Partei Kampucheas veränderte dieser Machtwechsel die Lage grundlegend. Seit Jahren hatten sie Sihanouk bekämpft und seinen Sturz angestrebt. Nun beseitigten andere ihren wichtigsten innenpolitischen Gegner. Wenige Tage später geschah etwas, das noch kurz zuvor kaum vorstellbar gewesen wäre. Der entmachtete Prinz verbündete sich aus seinem Exil in Peking mit jenen Kommunisten, die gegen seine Regierung gekämpft hatten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit erhielt eine bis dahin vergleichsweise kleine Untergrundbewegung Zugang zu einem Namen, den Millionen kambodschanischer Bauern kannten und verehrten. Der Krieg, den Saloth Sar bislang gegen Sihanouk geführt hatte, wurde nun im Namen Sihanouks weitergeführt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ein Land unter wachsendem Druck</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Umsturz hatte eine längere Vorgeschichte. Der Vietnamkrieg griff seit Jahren über die kambodschanische Grenze hinaus. Nordvietnamesische Truppen und Einheiten der Nationalen Befreiungsfront nutzten Rückzugsgebiete im Osten Kambodschas. Gleichzeitig gelangten große Mengen Reis aus Kambodscha über die Grenze nach Vietnam. Die Regierung in Phnom Penh verlor dadurch Einnahmen und zunehmend die Kontrolle über Teile des Grenzraums.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sihanouk hatte versucht, zwischen den Kriegsparteien zu manövrieren. Seine Neutralitätspolitik stieß jedoch im eigenen Land auf wachsenden Widerstand. Politiker um Lon Nol verlangten ein härteres Vorgehen gegen die vietnamesischen Einheiten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die Vereinigten Staaten griffen inzwischen direkt in Kambodscha ein. Amerikanische Flugzeuge bombardierten seit 1969 vietnamesische Stützpunkte auf kambodschanischem Gebiet. Der Krieg wurde damit auch dort geführt, wo Sihanouks Regierung offiziell Neutralität beanspruchte.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-medium"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="300" height="196" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/President_Richard_Nixon_Points_to_a_Map_of_Cambodia_during_a_Vietnam_War_Press_Conference_-_DPLA_-_dfcf78bd0869360bc1c98ea2858d931a-300x196.gif" alt="" class="wp-image-8407"/><figcaption class="wp-element-caption">Nixon vor einer Karte Kambodschas, 1970</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Zu Beginn des Jahres 1970 verlor die Grenze zu Vietnam unter diesem Druck zunehmend ihre Bedeutung. Menschen flohen nach Kambodscha, während militärische Verbände die Grenze in beide Richtungen überschritten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In dieser Situation setzte die politische Führung in Phnom Penh Sihanouk ab.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ob und in welchem Umfang Washington auf den Umsturz selbst einwirkte, ist in der Forschung umstritten. Einzelne Indizien sprechen für eine amerikanische Beteiligung. Die unmittelbaren Entscheidungen in Phnom Penh trafen kambodschanische Politiker und Militärs. Sicher ist, dass die Regierung Lon Nols anschließend umfangreiche Unterstützung aus den Vereinigten Staaten erhielt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Sihanouk ruft zum Widerstand auf</h2>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignleft size-medium"><img decoding="async" width="300" height="193" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/Prince_Norodom_Sihanouk_of_Cambodia_at_the_United_Nations_1972-300x193.png" alt="" class="wp-image-8411" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/Prince_Norodom_Sihanouk_of_Cambodia_at_the_United_Nations_1972-300x193.png 300w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/Prince_Norodom_Sihanouk_of_Cambodia_at_the_United_Nations_1972-768x494.png 768w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/Prince_Norodom_Sihanouk_of_Cambodia_at_the_United_Nations_1972.png 1012w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption class="wp-element-caption">Sihanouk auf einer UN-Versammlung, 1972</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Der entmachtete Prinz reagierte aus Peking. Er stellte sich an die Spitze einer neuen Front gegen die Regierung Lon Nols und rief seine Landsleute zum Widerstand auf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für die als Rote Khmer bekannten kambodschanischen Kommunisten war dies ein politischer Gewinn, den sie aus eigener Kraft kaum hätten erreichen können. Bis 1969 hatte ihre Führung Sihanouk bekämpft. Seine Popularität auf dem Land begrenzte ihren Einfluss. Nach seinem Sturz konnten sie ihre eigenen Truppen nun als Teil eines Kampfes zur Wiederherstellung der Herrschaft des Prinzen präsentieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die drei linken Abgeordneten, die 1967 in den Untergrund geflohen waren, traten wieder hervor. Khieu Samphan, Hou Youn und Hu Nim meldeten sich über den Rundfunk und warben für den Widerstand. Sie erhielten später Ministerposten in der Exilregierung der neuen Front. Diese sichtbaren Ämter sagten allerdings wenig über die tatsächlichen Machtverhältnisse aus. Die entscheidenden Beschlüsse traf die geheime Parteiführung um Saloth Sar.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sihanouk verlieh dem Bündnis seinen Namen und seine öffentliche Legitimität. Die Kommunisten verfügten dagegen über die Untergrundorganisation und zunehmend über die bewaffneten Verbände im Land.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Beide Seiten brauchten einander.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Rückkehr der alten Kommunisten</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Umsturz brachte noch eine weitere Gruppe zurück nach Kambodscha. Rund 1.000 ehemalige Issarak-Kämpfer, die nach 1954 nach Nordvietnam gegangen waren, kehrten zurück. Sie gehörten zur älteren Generation der kambodschanischen Kommunisten und hatten jahrelang enge Beziehungen zu Hanoi gepflegt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit wuchs die kommunistische Bewegung erheblich, zugleich wurden ihre inneren Gegensätze größer.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In den ersten Kriegsjahren kämpften Anhänger Sihanouks neben Kommunisten, die sich weiterhin eng an Vietnam orientierten. Andere Kader folgten der Parteizentrale um Saloth Sar, die ihre politische Eigenständigkeit gegenüber Hanoi immer stärker betonte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die gemeinsame Gegnerschaft zu Lon Nol verdeckte diese Unterschiede zunächst.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der Krieg erreicht das ganze Land</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Bereits im Frühjahr 1970 überschritten amerikanische und südvietnamesische Truppen die Grenze nach Kambodscha, um vietnamesische Stützpunkte zu zerstören. Gleichzeitig operierten nordvietnamesische Verbände weit innerhalb des Landes.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für die Bevölkerung bedeutete dies eine rasche Ausweitung der Kämpfe. Dörfer wurden geräumt und Verkehrsverbindungen unterbrochen. Die Zahl der Vertriebenen stieg.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Angaben des Pentagon trieb die amerikanische Bodenoffensive von 1970 rund 130.000 Menschen in die Flucht. Bei einer Befragung von Flüchtlingen in kambodschanischen Städten nannte 1971 eine Mehrheit amerikanische Bombardierungen als Ursache ihrer Vertreibung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gleichzeitig verlor die Regierung Lon Nols große Teile des Landes. Die kommunistischen Kräfte und ihre vietnamesischen Verbündeten eroberten ländliche Gebiete, während Phnom Penh und mehrere Provinzstädte unter Kontrolle der Republik blieben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Front verlief jedoch keineswegs sauber zwischen zwei geschlossenen Lagern. Regionale kommunistische Organisationen handelten teilweise eigenständig. Im Osten standen viele Kader weiterhin eng mit Vietnam in Verbindung. Andere Verbände orientierten sich stärker an der Parteizentrale.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Unterschiede wurden im Laufe des Krieges immer wichtiger.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Viele junge Männer schlossen sich während dieser Jahre der Revolution an. In den Personalakten des späteren Foltergefängnisses S-21 datierten zahlreiche Kader ihren Eintritt in die Bewegung auf die Jahre zwischen 1970 und 1975. Für eine ganze Generation begann die politische Laufbahn also erst mit dem Bürgerkrieg.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img decoding="async" width="1282" height="832" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/Rue_2_pnom-penh.jpg" alt="" class="wp-image-8409" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/Rue_2_pnom-penh.jpg 1282w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/Rue_2_pnom-penh-300x195.jpg 300w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/Rue_2_pnom-penh-767x498.jpg 767w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/Rue_2_pnom-penh-1024x665.jpg 1024w" sizes="(max-width: 1282px) 100vw, 1282px" /><figcaption class="wp-element-caption">Phnom Penh, 1973</figcaption></figure>
</div>


<h2 class="wp-block-heading">Sihanouks Name und Saloth Sars Partei</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Parteiführung blieb weitgehend verborgen. Saloth Sar trat öffentlich kaum in Erscheinung. Selbst viele Menschen in den von den Kommunisten kontrollierten Gebieten wussten wenig über die Männer, die an der Spitze der Partei standen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein politischer Kommissar erklärte nach Kriegsende gegenüber einem früheren Lehrer, Sihanouk habe der Organisation seit 1970 geholfen. Deshalb habe man ihn weiterhin als Präsidenten präsentiert. Zugleich stellte derselbe Funktionär klar, dass der Prinz sich der Linie der Organisation unterordnen müsse.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Darin lag die eigentliche Verschiebung der Macht. Sihanouk glaubte, eine breite Widerstandsfront gegen Lon Nol anzuführen. Die Kommunistische Partei benutzte dieselbe Front, um ihre eigene Organisation auszubauen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit jedem Kriegsjahr wurde sie weniger abhängig von ihrem prominenten Verbündeten.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Bomben über dem Land</h2>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-medium"><img loading="lazy" decoding="async" width="300" height="155" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/US_aircraft_LORAN_bombing_over_Cambodia_c1973-300x155.jpg" alt="" class="wp-image-8410" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/US_aircraft_LORAN_bombing_over_Cambodia_c1973-300x155.jpg 300w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/US_aircraft_LORAN_bombing_over_Cambodia_c1973.jpg 330w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption class="wp-element-caption">US-Bomber über Kambodscha</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Die amerikanischen Luftangriffe hatten bereits unter Sihanouk begonnen. Unter Lon Nol nahmen sie erheblich zu. Besonders intensiv wurden sie 1973.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 3. August 1973 bombardierten amerikanische Flugzeuge das Dorf Plei Loh im Nordosten. Ein amerikanischer Bericht verzeichnete 28 getötete Zivilisten und fünf getötete vietnamesische Guerillakämpfer. Einen Tag später trafen Bomben das nahegelegene Plei Lom. Dort starben nach den vorliegenden Berichten 20 Menschen, darunter Kinder. Weitere Angriffe folgten wenige Tage später.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach einer Schätzung kosteten die amerikanischen Bombardierungen Kambodschas von 1969 bis 1973 bis zu 150.000 Zivilisten das Leben. Für diese Schätzung bestehen Unsicherheiten, weil die Opferzahlen vieler Angriffe nicht zuverlässig dokumentiert wurden. Sicher belegt ist jedoch die enorme Intensität der Angriffe. Zwischen 1969 und 1973 warfen amerikanische Flugzeuge rund eine halbe Million Tonnen Bomben über Kambodscha ab.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Parteikader nutzten die Zerstörungen für ihre Rekrutierung. Sie führten Überlebenden vor Augen, dass die amerikanischen Angriffe der Regierung Lon Nols halfen, und verbanden die Bombardierungen mit ihrem Kampf gegen Phnom Penh.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignleft size-medium"><img loading="lazy" decoding="async" width="300" height="205" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/View_of_Phnom_Penh_from_CH-53-300x205.jpg" alt="" class="wp-image-8408" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/View_of_Phnom_Penh_from_CH-53-300x205.jpg 300w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/View_of_Phnom_Penh_from_CH-53-135x93.jpg 135w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/View_of_Phnom_Penh_from_CH-53.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption class="wp-element-caption">US-Helikopter über Phnom Penh</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Damit wäre es allerdings zu einfach, den Aufstieg der Roten Khmer allein mit den amerikanischen Angriffen zu erklären. Die kommunistische Bewegung bestand lange vor den Bombardierungen. Sie verfügte über eigene Kader und hatte seit 1967 bewaffnet gekämpft.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Luftkrieg veränderte jedoch die Bedingungen, unter denen diese Bewegung wachsen konnte. Die Bombardierungen führten der Partei neue Rekruten zu und trugen dazu bei, die Macht gemäßigterer Kräfte innerhalb des Widerstands zu schwächen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">1973 verändert sich das Kräfteverhältnis</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Im Januar 1973 unterzeichneten die Vereinigten Staaten und Nordvietnam das Pariser Friedensabkommen über Vietnam. In Kambodscha gingen die Kämpfe jedoch weiter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vietnamesische kommunistische Truppen zogen sich zunehmend aus den Kämpfen gegen Lon Nol zurück. Die kambodschanischen Kommunisten führten den Krieg nun stärker mit eigenen Verbänden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit gewann auch die Parteiführung um Saloth Sar größere Kontrolle über die Bewegung. Noch zu Beginn des Bürgerkriegs hatten Sihanoukisten und ältere Kommunisten erheblichen Einfluss besessen. Bis 1974 hatte sich das Verhältnis deutlich zugunsten des Parteizentrums verschoben. Die Parteizentrale schaltete zunehmend jene Kräfte aus, die ihr politisch im Weg standen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch gegenüber Vietnam wuchs die Distanz. Ein Funktionär im Nordwesten erinnerte sich später daran, dass vietnamesische Truppen bis 1973 beim Kampf gegen Lon Nol geholfen hätten. Die kambodschanischen Kommunisten hätten jedoch darauf bestanden, den Krieg selbst zu führen und unabhängig zu bleiben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was als gemeinsamer Widerstand gegen Lon Nol begonnen hatte, verwandelte sich damit schrittweise in einen Krieg, den Saloth Sars Partei immer stärker nach ihren eigenen Vorstellungen führte.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Revolution beginnt vor dem Sieg</h2>



<p class="wp-block-paragraph">In einigen eroberten Gebieten begann die Partei schon vor der Einnahme Phnom Penhs, die Gesellschaft umzubauen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kommunistische Kader organisierten die Bevölkerung während des Bürgerkriegs immer stärker. Regionale Unterschiede blieben beträchtlich. Manche Gebiete standen unter vergleichsweise gemäßigten Funktionären, während andere Führungen früh weitreichende Eingriffe durchsetzten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Unterschiede führten sogar zu bewaffneten Konflikten innerhalb des Widerstands. Ende 1974 berichteten Flüchtlinge aus dem Osten von einer Gruppe überwiegend muslimischer Cham, die sich von der Kommunistischen Partei losgesagt hatte. Ihre Angehörigen unterstützten Sihanouk und wandten sich gegen die Kollektivierung von Eigentum. Auch Teile kommunistischer Truppen schlossen sich solchen oppositionellen Gruppen an.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Schon während des Krieges gegen Lon Nol stritten die Aufständischen in den von ihnen beherrschten Gebieten darüber, wer nach dem Sieg herrschen und über das Eigentum bestimmen sollte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Führung um Saloth Sar setzte sich dabei schrittweise durch.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Phnom Penh wird zur belagerten Stadt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Während die Kommunisten auf dem Land vorrückten, wuchs Phnom Penh durch die Flüchtlinge immer weiter. Menschen, die ihre Dörfer wegen der Kämpfe verlassen hatten, suchten Schutz in der Hauptstadt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">1974 war die Frage kaum noch, ob die Republik militärisch unter Druck stand. Entscheidend wurde, wie lange sie sich halten konnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Frühjahr 1975 brach die Verteidigung endgültig zusammen. Die kommunistischen Verbände nahmen Provinzstädte ein und rückten auf Phnom Penh vor. In Battambang richteten sich die Sieger im April unmittelbar gegen den Flughafen. Sie hegten eine tiefe Feindschaft gegenüber den Piloten, die während des Krieges Angriffe auf die ländlichen Gebiete geflogen hatten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am Mekong wurde der Nachschub nach Phnom Penh immer schwieriger. Die Hauptstadt war mit Schutzsuchenden überfüllt und von der Versorgung aus der Luft abhängig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Fünf Jahre zuvor hatte Saloth Sar eine kleine und zerstrittene Aufstandsbewegung geführt. Nun standen seine Truppen vor der Hauptstadt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch die Männer und Frauen in Phnom Penh wussten kaum, wer ihnen gegenüberstand. Viele hofften vor allem darauf, dass mit dem Einmarsch der Sieger endlich der Krieg enden würde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 17. April 1975 marschierten die Roten Khmer in die Stadt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Noch am selben Tag begannen sie, Phnom Penh zu räumen.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Zum Weiterlesen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Links, die mit Sternchen (*) gekennzeichnet sind, führen auf die Seite von Amazon.de. Wenn Sie über diese Links bestellen, unterstützen Sie unsere Arbeit, ohne dass Ihnen Mehrkosten entstehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kiernan, B. (2004): <a href="https://link.amazon/B0edOw8Qm">How Pol Pot Came to Power. Colonialism, Nationalism, and Communism in Cambodia</a>.* Ausführliche Untersuchung der kambodschanischen kommunistischen Bewegung von der Kolonialzeit bis zur Machtübernahme 1975.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kiernan, B. (2008): <a href="https://link.amazon/B07Mo1SpQ">The Pol Pot Regime. Race, Power, and Genocide in Cambodia under the Khmer Rouge, 1975–79</a>.* Standardwerk zur Herrschaft der Roten Khmer, mit einer knappen Einführung in die Vorgeschichte der Bewegung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bultmann, D. (2017): <a href="https://link.amazon/B03cQFq4J">Kambodscha unter den Roten Khmer. Die Erschaffung des perfekten Sozialisten</a>.* Überblick über Entstehung, Herrschaft und Fortleben der Roten Khmer mit besonderem Augenmerk auf Organisation und Gesellschaftsumbau.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Bildnachweis</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Titel: B-52D Stratofortress.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Phnom Penh, 1973: Wikimedia Commons, Mjcd71. <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">CC BY-SA 4.0</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Alle weiteren Bilder gemeinfrei.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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		<title>Zwischen Lotusblüte und Bajonett &#8211; Thailands Weg durch das 20. Jahrhundert</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Kuratierte Artikel]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 02 Sep 2026 12:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Die Wintersonne glitzert auf dem Genfersee, während zwei junge Brüder in der Schweiz ihre Skier wachsen. Ananda und Prinz Bhumibol führen in den 1940er Jahren ein Leben geprägt von europäischer &#8230; </p>
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<p class="wp-block-paragraph">Die Wintersonne glitzert auf dem Genfersee, während zwei junge Brüder in der Schweiz ihre Skier wachsen. Ananda und Prinz Bhumibol führen in den 1940er Jahren ein Leben geprägt von europäischer Bildung. Sie büffeln Latein und sprechen fließend Deutsch. Doch die Idylle endet abrupt: Ein Telegramm aus Bangkok ruft die Brüder in die Heimat zurück. Nach Jahren im Schatten der japanischen Besatzung stand Thailand 1945 vor der Trümmerlast seiner Bündnispolitik und dem dringenden Bedürfnis nach einer stabilen Führung..</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ein ungeklärter Schuss im Großen Palast</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Am 5. Dezember 1945 setzen die Brüder ihren Fuß auf thailändischen Boden. Am Flughafen Don Mueang bereitet ihnen Pridi Phanomyon, der zivile Kopf des Widerstands gegen die japanische Besatzung, einen triumphalen Empfang. Das Volk jubelt dem jungen König Ananda Mahidol (Rama VIII.) zu. In ihm sehen die Menschen den Garanten für eine Rückkehr zur Demokratie.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="601" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/04/King_Ananda_with_Srinagarindra_and_Bhumibol_1945-1024x601.png" alt="" class="wp-image-7258" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/04/King_Ananda_with_Srinagarindra_and_Bhumibol_1945-1024x601.png 1024w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/04/King_Ananda_with_Srinagarindra_and_Bhumibol_1945-300x176.png 300w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/04/King_Ananda_with_Srinagarindra_and_Bhumibol_1945-768x451.png 768w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/04/King_Ananda_with_Srinagarindra_and_Bhumibol_1945-1536x901.png 1536w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/04/King_Ananda_with_Srinagarindra_and_Bhumibol_1945-2048x1202.png 2048w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/04/King_Ananda_with_Srinagarindra_and_Bhumibol_1945-scaled.png 1600w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">König Ananda mit Srinagarindra und Bhumibol, 1945</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Diese Hoffnung zerbricht am Morgen des 9. Juni 1946. Ein einziger Schuss hallt durch die Gemächer des Boromphiman-Palastes. Kammerdiener stürzen in das Schlafzimmer und finden den 20-jährigen König tot in seinem Bett vor. Bis heute bleibt dieser Moment ein nationales Trauma. Ob es ein tragisches Unglück oder eine gezielte Tat war, bleibt ungeklärt. Die Justiz lässt später drei Palastbeamte hinrichten, doch die historischen Akten bieten keine Gewissheit. Inmitten dieses Vakuums tritt der 18-jährige Bhumibol Adulyadej das schwere Erbe an. Er kehrt zunächst nach Lausanne zurück, um sein Studium auf Rechtswissenschaften und politische Verwaltung umzustellen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Die Rückkehr der starken Männer</h3>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-medium"><img loading="lazy" decoding="async" width="288" height="300" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/04/Phibun_1947-288x300.jpg" alt="" class="wp-image-7259" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/04/Phibun_1947-288x300.jpg 288w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/04/Phibun_1947.jpg 700w" sizes="auto, (max-width: 288px) 100vw, 288px" /><figcaption class="wp-element-caption">Phibun Songkhram, 1947</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Während der junge König in Europa weilt, zerreißt in Bangkok das politische Gefüge. 1948 putscht sich Feldmarschall Phibun Songkhram zurück an die Macht. Es ist eine paradoxe Situation: Phibun führte Thailand im Krieg noch an die Seite der Achsenmächte. Nun aber erkennt Washington in ihm einen nützlichen Partner gegen die kommunistische Gefahr in Südostasien.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Thailand wandelt sich zum militärischen Vorposten der USA. In den Reisfeldern wird die Propaganda gegen den Kommunismus zum Alltag. Als 1950 der <a href="https://www.imperien-und-inseln.de/category/korea-krieg/">Koreakrieg</a> ausbricht, zögert die thailändische Führung nicht. Insgesamt entsendet das Land im Verlauf des Konflikts über 11.000 Soldaten an die Front. Das erste Kontingent von rund 1.200 Mann erwirbt sich aufgrund seiner Tapferkeit bald den Ruf als „Little Tigers“. Im selben Jahr, am 5. Mai 1950, kehrt Bhumibol zur feierlichen Krönung nach Bangkok zurück. Er schwört, zum Wohle des thailändischen Volkes zu regieren – ein Versprechen, das er durch seine Reisen in die ärmsten Provinzen einzulösen versucht.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Die Allianz von Thron und Kaserne</h3>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignleft size-medium"><img loading="lazy" decoding="async" width="231" height="300" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/04/Sarit_Thanarat_in_1950s-231x300.jpg" alt="" class="wp-image-7260" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/04/Sarit_Thanarat_in_1950s-231x300.jpg 231w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/04/Sarit_Thanarat_in_1950s.jpg 500w" sizes="auto, (max-width: 231px) 100vw, 231px" /><figcaption class="wp-element-caption">Sarit Thanarat, 1950er</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">1957 übernimmt General Sarit Thanarat durch einen unblutigen Umsturz die Regie. Er sucht die Nähe zum Thron und bindet den König aktiv in seine Herrschaft ein. Sarit versteht, dass er für sein autoritäres Regime die moralische Autorität des Monarchen benötigt. Er belebt alte höfische Rituale wieder und stärkt so die öffentliche Präsenz Bhumibols.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unter Sarit und seinem Nachfolger Thanom Kittikachorn erlebt Thailand einen rasanten wirtschaftlichen Wandel. Mit US-Geldern entstehen riesige Staudämme und ein dichtes Netz aus Fabriken. Das Land öffnet sich dem westlichen Kapital. In Bangkok entstehen moderne Kaufhäuser, während die Jugend westliche Mode für sich entdeckt. Doch der Preis ist hoch: Wer gegen die Generäle aufbegehrt, riskierte Verhaftung oder das plötzliche Verschwinden aus dem öffentlichen Leben. Die Schere zwischen der Stadtbevölkerung und den verarmten Bauern auf dem Land klafft immer weiter auseinander.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Im Schatten des Vietnamkriegs</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Ende der 1960er Jahre erreicht der Kalte Krieg in Südostasien seinen Siedepunkt. Thailand wird zur zentralen Logistikdrehscheibe für den US-Einsatz in Vietnam. Auf Luftwaffenstützpunkten wie U-Tapao sind zeitweise 45.000 US-Soldaten stationiert. Riesige B-52-Bomber starten von hier zu ihren Einsätzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Präsenz der Amerikaner bringt Dollar ins Land, verändert aber auch die gesellschaftlichen Strukturen massiv. Das Rotlichtmilieu in Bangkok wächst sprunghaft an. Gleichzeitig radikalisiert sich die thailändische Linke. In den dichten Wäldern des Nordens formiert sich die Kommunistische Partei Thailands (CPT) zum bewaffneten Kampf. Inspiriert von Mao Zedong versuchen sie, die ländliche Bevölkerung für eine Revolution zu gewinnen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Der Schuss am 14. Oktober</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Die Unzufriedenheit über die korrupte Militärdiktatur Thanoms entlädt sich im Oktober 1973. Zehntausende Studenten und Arbeiter strömen auf die Ratchadamnoen-Allee in Bangkok. Sie fordern eine Verfassung und die Abschaffung der Tyrannei. Am 14. Oktober eskaliert die Situation: Die Polizei eröffnet das Feuer auf die unbewaffnete Menge. Panzer rollen durch die Straßen, während Hubschrauber die Universitätsgebäude unter Beschuss nehmen. 77 Menschen sterben, über 800 werden verletzt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In diesem Moment greift König Bhumibol direkt ein. Er lässt die Tore seines Palastes für die flüchtenden Studenten öffnen. Er zwingt die Generäle Thanom und Praphas zum Rücktritt, woraufhin diese das Land verlassen. Mit der Ernennung des Professors Sanya Dharmasakti beginnt eine kurze Phase der Demokratie.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Das Trauma an der Thammasat-Universität</h3>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-medium"><img loading="lazy" decoding="async" width="300" height="225" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/04/Sculpture_of_6_October_1976_Memorial-300x225.jpg" alt="" class="wp-image-7261" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/04/Sculpture_of_6_October_1976_Memorial-300x225.jpg 300w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/04/Sculpture_of_6_October_1976_Memorial-768x576.jpg 768w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/04/Sculpture_of_6_October_1976_Memorial.jpg 960w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption class="wp-element-caption">Denkmal an der Thammasat-Universität</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Die neue Freiheit ist fragil. Während Studenten für Landreformen demonstrieren, formieren sich am rechten Rand militante Gruppen wie die „Dorfpfadfinder“. Sie sehen die Monarchie durch den „roten Geist“ bedroht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Spannungen gipfeln am 6. Oktober 1976. Nach einer vermeintlichen Beleidigung des Kronprinzen stürmen rechte Milizen das Gelände der Thammasat-Universität. Es folgt ein Gewaltexzess von erschütternder Grausamkeit: Studenten werden gelyncht oder auf offener Straße verbrannt. Die offizielle Bilanz spricht von 46 Toten, Augenzeugen berichten von weit über hundert Opfern. Ein erneuter Militärputsch beendet das demokratische Experiment und treibt Tausende junge Aktivisten in den Untergrund.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Weg zur Stabilität</h3>



<p class="wp-block-paragraph">In den 1980er Jahren vollzieht die Führung unter General Prem Tinsulanonda eine strategische Wende. Prem erkennt, dass die kommunistische Guerilla nicht allein mit Waffen zu besiegen ist. Er setzt auf Versöhnung statt auf reine Repression. Durch kluge Amnestieprogramme bietet die Regierung den Kämpfern im Dschungel eine Rückkehr in die Gesellschaft an. Die kommunistische Bewegung bricht zusammen, auch weil China seine Unterstützung einstellt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als 1991 der Kalte Krieg auch global endet, hat sich Thailand zu einer führenden Industrienation Südostasiens gewandelt. Die tiefen Gräben zwischen konservativen Kräften und dem Ruf nach Mitspracherecht bleiben jedoch unter der Oberfläche bestehen. </p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



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<table class="timeline-table">
  <thead>
    <tr>
      <th>Jahr</th>
      <th>Ereignis</th>
    </tr>
  </thead>
  <tbody>
    <tr><td>1910</td><td>Rama VI. besteigt den Thron und fördert Nationalismus und thailändische Identität.</td></tr>
    <tr><td>1917</td><td>Thailand erklärt Deutschland und Österreich-Ungarn den Krieg im Ersten Weltkrieg.</td></tr>
    <tr><td>1929</td><td>Weltwirtschaftskrise trifft Thailand und führt zu wirtschaftlicher Instabilität.</td></tr>
    <tr><td>1932</td><td>Staatsstreich beendet die absolute Monarchie, Einführung einer Verfassung mit Volksvertretung.</td></tr>
    <tr><td>1934</td><td>Phibun Songkhram errichtet autoritäres Regime mit nationalistischen Reformen.</td></tr>
    <tr><td>1942</td><td>Thailand erklärt auf japanischen Druck den USA und Großbritannien den Krieg.</td></tr>
    <tr><td>1945</td><td>Kapitulieren Japans; Thailand distanziert sich von den Achsenmächten.</td></tr>
    <tr><td>1946</td><td>Tod von König Ananda Mahidol (Rama VIII.) unter ungeklärten Umständen.</td></tr>
    <tr><td>1948</td><td>Phibun Songkhram kehrt an die Macht zurück; Beginn der US-Orientierung Thailands.</td></tr>
    <tr><td>1957</td><td>General Sarit übernimmt die Macht und etabliert ein autoritäres Regime.</td></tr>
    <tr><td>1973</td><td>Blutige Niederschlagung von Massenprotesten in Bangkok, über 70 Tote.</td></tr>
    <tr><td>1991</td><td>Ende des Kalten Krieges mit Auflösung der Sowjetunion.</td></tr>
  </tbody>
</table>



<h3 class="wp-block-heading">Zum Weiterlesen</h3>



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<h3 class="wp-block-heading">Bildnachweis</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Titel: Grand Palace, Bangkok.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Denkmal: Wikimedia Commons, Xiengyod. <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/">CC BY-SA 3.0</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Alle weiteren Bilder eigene Aufnahmen oder gemeinfrei.</p>
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		<title>Vom Königreich zum Nationalstaat &#8211; Thailands Weg in die Moderne</title>
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		<pubDate>Wed, 03 Jun 2026 12:00:00 +0000</pubDate>
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<p>Der Beitrag <a href="https://www.imperien-und-inseln.de/neuzeit/vom-koenigreich-zum-nationalstaat-thailands-weg-in-die-moderne/">Vom Königreich zum Nationalstaat &#8211; Thailands Weg in die Moderne</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.imperien-und-inseln.de">Imperien und Inseln</a>.</p>
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<figure class="wp-block-audio"><audio controls src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/08/Thailand_Nationalstaat.mp3"></audio></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Stapel frisch gedruckter Zeitungen liegt auf dem Schreibtisch im Dusit-Palast. Die Tinte der Leitartikel ist kaum getrocknet, verfasst unter dem Pseudonym „Asavabahu“. Der Autor ist kein geringerer als König Vajiravudh selbst. In seinen Texten geißelt er den mangelnden Patriotismus und warnt vor dem wirtschaftlichen Einfluss der chinesischen Minderheit, die er provokant als „Juden des Ostens“ bezeichnet. Es ist das Jahr 1914, und der Monarch, der in Oxford studiert hat, nutzt die moderne Presse, um eine völlig neue Idee in den Köpfen seiner Untertanen zu verankern: die thailändische Nation, geeint unter der Trinität aus Volk, Religion und König.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Kalender, Namen und nationale Identität</h2>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-medium"><img loading="lazy" decoding="async" width="258" height="300" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/04/Vajiravudh_13-258x300.jpg" alt="" class="wp-image-7200" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/04/Vajiravudh_13-258x300.jpg 258w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/04/Vajiravudh_13-881x1024.jpg 881w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/04/Vajiravudh_13-768x893.jpg 768w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/04/Vajiravudh_13.jpg 960w" sizes="auto, (max-width: 258px) 100vw, 258px" /><figcaption class="wp-element-caption">Rama VI., 1911</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Nach dem Tod seines Vaters Chulalongkorn im Jahr 1910 steht Vajiravudh (Rama VI.) vor der Aufgabe, ein multiethnisches Reich aus Siamesen, Laoten, Malaien und Chinesen in einen modernen Nationalstaat zu transformieren. Er bricht radikal mit Traditionen. Per Dekret führt er den Gregorianischen Kalender ein und verpflichtet die Bevölkerung zur Annahme von Familiennamen – ein Konzept, das bis dahin in Siam unbekannt war. Viele dieser neuen Namen entlehnt er kunstvoll aus dem Sanskrit oder Pali, um eine historische Tiefe zu suggerieren, die den neuen Nationalstolz stützen soll.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die chinesischen Einwanderer, deren Arbeitskraft für die Wirtschaft unverzichtbar ist, stellt der König vor eine Wahl: Integration durch die Annahme der thailändischen Sprache und Loyalität zum Monarchen oder soziale Ausgrenzung. Wer sich „thailändisiert“, ist willkommen. Dieser neue Nationalismus manifestiert sich in greifbaren Praktiken: neue Grußrituale, das Tragen westlicher Mode an den Schulen und das obligatorische Singen patriotischer Lieder.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Das diplomatische Wagnis von 1917</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Während Europa im Ersten Weltkrieg versinkt, beobachtet die Regierung in Bangkok das Geschehen zunächst aus der Neutralität. Doch im Juli 1917 trifft Vajiravudh eine weitreichende Entscheidung: Siam erklärt dem Deutschen Reich und Österreich-Ungarn den Krieg. Es ist ein kalkulierter Schritt. Ein kleines Expeditionskorps wird nach Frankreich entsandt, deutsches Eigentum in Bangkok konfisziert und deutsche Berater aus der Verwaltung entlassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Erfolg dieser Strategie zeigt sich 1919 in Paris. Außenminister Prinz Devawongse Varopakar nutzt die Friedenskonferenz geschickt aus. Unterstützt durch den US-amerikanischen Berater Francis B. Sayre, gelingt es der siamesischen Delegation, die „ungleichen Verträge“ mit den westlichen Mächten ins Wanken zu bringen. Diese Abkommen hatten den Europäern bisher Sonderrechte wie eine eigene Gerichtsbarkeit eingeräumt. Nun gewinnt Siam die volle Zollautonomie zurück und festigt seine Position als souveräner Akteur.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der Preis des Reises: Krise und Staatsstreich</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der massive Verfall der Weltmarktpreise für Reis zwang die absolute Monarchie nach 1929 in die Knie – weit mehr als jede politische Ideologie. Nach dem Tod Vajiravudhs im Jahr 1925 übernimmt sein Bruder Prajadhipok (Rama VII.) ein Land, dessen ökonomisches Fundament wegbricht. Bauern können ihre Schulden nicht mehr bedienen, die Exporterlöse sinken dramatisch und belasten den Staatshaushalt schwer. Prajadhipok versucht durch massive Entlassungen im Beamtenapparat und Kürzungen beim Militär gegenzusteuern – und trifft damit genau jene Elite, die das System stützen soll.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignleft size-medium"><img loading="lazy" decoding="async" width="300" height="225" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/08/IMG_20250920_133547-300x225.jpg" alt="" class="wp-image-7253" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/08/IMG_20250920_133547-300x225.jpg 300w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/08/IMG_20250920_133547-768x576.jpg 768w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/08/IMG_20250920_133547.jpg 1020w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Am Morgen des 24. Juni 1932 besetzen Offiziere und zivile Beamte der „Volkspartei“ strategische Punkte in Bangkok. Ohne nennenswertes Blutvergießen erzwingen sie den Übergang zur konstitutionellen Monarchie. Der König regiert fortan nicht mehr per Dekret, sondern ist an eine Verfassung gebunden. Die seit 1782 bestehende Herrschaft der Chakri-Dynastie als absolute Monarchen findet damit ihr Ende. Nach weiteren internen Machtkämpfen dankt Rama VII. 1935 enttäuscht ab und geht ins Exil nach England.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Phibun Songkhram und die Erfindung Thailands</h2>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-medium"><img loading="lazy" decoding="async" width="227" height="300" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/04/Plaek_Phibunsongkhram_cropped-227x300.jpg" alt="" class="wp-image-7201" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/04/Plaek_Phibunsongkhram_cropped-227x300.jpg 227w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/04/Plaek_Phibunsongkhram_cropped.jpg 250w" sizes="auto, (max-width: 227px) 100vw, 227px" /><figcaption class="wp-element-caption">Phibun Songhkram, 1940</figcaption></figure>
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<p class="wp-block-paragraph">Ab 1934 besetzt der ehrgeizige Offizier Phibun Songkhram als Verteidigungsminister Schlüsselstellen im Militär, bevor er 1938 als Premierminister die vollständige Regierungsgewalt übernimmt. Sein Regime ist militaristisch geprägt. 1939 lässt er den Namen des Landes von „Siam“ in „Thailand“ ändern – das „Land der Freien“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Phibun ordnet den Alltag der Menschen neu: Er macht die Grußformel <em>sawatdi</em> sowie die Höflichkeitspartikel <em>khrap</em> und <em>kha</em> für den offiziellen Gebrauch verpflichtend. Seine Politik ist nach außen aggressiv; er nutzt die Schwäche Frankreichs nach dessen Niederlage gegen Deutschland 1940, um Gebiete in Laos und Kambodscha zurückzufordern. In kurzen, heftigen Grenzgefechten setzt Thailand seine Ansprüche durch, unterstützt durch die neue Ordnungsmacht Japan.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Das doppelte Spiel im Zweiten Weltkrieg</h2>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignleft size-medium"><img loading="lazy" decoding="async" width="225" height="300" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/Pridi_Banomyong_in_1946_cropped-225x300.png" alt="" class="wp-image-7206" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/Pridi_Banomyong_in_1946_cropped-225x300.png 225w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/Pridi_Banomyong_in_1946_cropped.png 250w" sizes="auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px" /><figcaption class="wp-element-caption">Pridi Phanomyong, 1946</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Der Zweite Weltkrieg stellt Thailand vor eine Zerreißprobe. Als japanische Truppen im Dezember 1941 an den thailändischen Küsten landen, entscheidet sich Phibun für das Bündnis mit Tokio. 1942 erklärt Thailand den USA und Großbritannien den Krieg.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch im Schatten der offiziellen Politik formiert sich Widerstand. Während Phibun auf einen Sieg der Achsenmächte setzt, gründet Minister Pridi Phanomyong die Untergrundbewegung <em>Seri Thai</em> (Freies Thailand). Er weigert sich, die Kriegserklärung mitzuzeichnen. In den dichten Wäldern und Hinterhöfen Bangkoks arbeiten Agenten mit den Alliierten zusammen. Unterdessen zwingt die japanische Armee Zehntausende Kriegsgefangene und asiatische Zwangsarbeiter zum Bau der Eisenbahnstrecke nach Myanmar – ein Projekt, das als „Brücke am River Kwai“ traurige Berühmtheit erlangt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Eine Rückkehr ohne Reue?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Als Japan 1945 kapituliert, vollzieht Thailand eine diplomatische Kehrtwende. Phibun wird gestürzt, und die neue Regierung unter Pridi erklärt die Kriegserklärungen von 1942 für null und nichtig. Die USA akzeptieren diese Lesart und behandeln Thailand nicht als besiegten Feindstaat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Briten und Franzosen fordern hingegen politische Zugeständnisse. Um die Aufnahme in die Vereinten Nationen zu ermöglichen, gibt Thailand 1947 die im Krieg gewonnenen Gebiete in Indochina wieder ab. Der Nationalismus der Ära Phibun bleibt jedoch in den Institutionen bestehen – eine Hinterlassenschaft, die die thailändische Politik bis weit in das 21. Jahrhundert hinein begleiten sollte.</p>



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<h3 class="wp-block-heading">Zum Weiterlesen</h3>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Links, die mit Sternchen (</em>) gekennzeichnet sind, führen auf die Seite von Amazon.de. Wenn Sie über diese Links bestellen, unterstützen Sie unsere Arbeit, ohne dass Ihnen Mehrkosten entstehen.*</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Chris Baker &amp; Pasuk Phongpaichit:&nbsp;<em><a href="https://www.amazon.de/History-Ayutthaya-Early-Modern-English-ebook/dp/B071KX8HY5?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;dib=eyJ2IjoiMSJ9._iszwqpAAWQZCy_eA3IKpBlpqnQ-zD2uZ16zIdX-dJg.vwiLbRTOXN2aRohkR4eR1CPcGokefH0nEH8rkXXYaUA&amp;dib_tag=se&amp;keywords=Pasuk+Phongpaichit%3A+A+History+of+Ayutthaya&amp;qid=1756528444&amp;sr=8-1&amp;linkCode=ll1&amp;tag=suedostasie01-21&amp;linkId=e4735487d5de6e3a22ff5bd26367bd6e&amp;language=de_DE&amp;ref_=as_li_ss_tl">A History of Ayutthaya</a></em>. Cambridge University Press, 2017 – Standardwerk zur Geschichte des Reiches.*</li>



<li>Volker Grabowsky: <a href="https://www.amazon.de/Kleine-Geschichte-Thailands-Volker-Grabowsky/dp/3406601294?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;crid=1D653GKSUR0EX&amp;dib=eyJ2IjoiMSJ9.A9HfjHKfdExLb7AJBiXt5pw3hTff5mNu2ow1eWWgFssN4Z2Gynpc-0ESv5i9J0a0mfJHJQ2WC9XenEnnAzjgE5RM1s1fttgbEtSlEy6zTdXBP_84dUqnRXbJu-UX6CI8nX-ec_5Q7p17p2joUdJDFwnZLEDamTeO0_7n9J9JaBSDrz1f0SvztdmkSY0iO7PCQmSEOeiUEYN0FsXLUEGI2Ro6SKc5mn5y0uMXCyYjtlU.3sCNR5Rw61f_2PqIj5icc7p4Enup-wMMu4Wi1piJCL8&amp;dib_tag=se&amp;keywords=Kleine+Geschichte+Thailands&amp;qid=1756528491&amp;sprefix=kleine+geschichte+thailands%2Caps%2C247&amp;sr=8-1&amp;linkCode=ll1&amp;tag=suedostasie01-21&amp;linkId=bf39cf1e63423e003b4355ca1b9e5002&amp;language=de_DE&amp;ref_=as_li_ss_tl">Kleine Geschichte Thailands</a>, 2010– Deutsches Standardwerk zum schnellen Einstieg.*</li>
</ul>



<h3 class="wp-block-heading">Bildnachweis</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Titel: Vajiravudh als Kronprinz mit seinen Eltern, 1902.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Alle Bilder gemeinfrei.</p>
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		<title>Zwischen Guru, Geschäft und Gesellschaftsexperiment – Osho und die westliche Sehnsucht</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Kuratierte Artikel]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 08 Dec 2025 12:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Bhagwan Shree Rajneesh, später als Osho bekannt, ist die archetypische Figur einer Epoche: Seine Bewegung veranschaulicht perfekt, wie spirituelle Heilsversprechen sich mit globaler Kommerzialisierung verflechten, politische Spannungen auslösen und die &#8230; </p>
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<p class="wp-block-paragraph">Bhagwan Shree Rajneesh, später als Osho bekannt, ist die archetypische Figur einer Epoche: Seine Bewegung veranschaulicht perfekt, wie spirituelle Heilsversprechen sich mit globaler Kommerzialisierung verflechten, politische Spannungen auslösen und die westliche Faszination für das Exotische einfangen konnten. In den siebziger und achtziger Jahren formierte sich seine Organisation nicht primär als klassische Religion, sondern als ein dynamisches Netzwerk, das intensive Selbsterfahrung mit autoritärer Führung und rasanter ökonomischer Expansion verband.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Aufstieg in Indien</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Rajneesh wurde 1931 in Kuchwada (heute Madhya Pradesh) geboren und absolvierte Studien in Philosophie. Bereits früh verband er scharfe Kritik an traditionellen Religionen mit der Betonung persönlicher Freiheit. Seine Vortragsreisen in Indien stießen auf zunehmendes Interesse, nicht zuletzt wegen seines bunt gemischten Stils, der sich sowohl auf antike indische Texte als auch auf westliche Philosophen wie Nietzsche oder Freud bezog.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignleft size-medium is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="300" height="177" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/10/Rajneesh_and_disciples_at_Poona_in_1977-300x177.jpg" alt="" class="wp-image-5366" style="width:300px;height:auto" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/10/Rajneesh_and_disciples_at_Poona_in_1977-300x177.jpg 300w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/10/Rajneesh_and_disciples_at_Poona_in_1977-1024x604.jpg 1024w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/10/Rajneesh_and_disciples_at_Poona_in_1977-768x453.jpg 768w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/10/Rajneesh_and_disciples_at_Poona_in_1977.jpg 1203w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption class="wp-element-caption">Rajneesh, 1977</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">1969 gründete er ein Ashram in Pune, der bald internationale Anhänger anzog. Die dort praktizierten „dynamischen Meditationen“ verbanden expressive Körpertechniken mit einer antiautoritären Rhetorik, die jedoch im Widerspruch zur zentralen Rolle des Gurus selbst stand. Trotz dieser Ambivalenz etablierte sich Pune als ein spirituelles Zentrum für westliche Sinnsucher.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Das Oregon-Experiment</h4>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-medium"><img loading="lazy" decoding="async" width="300" height="201" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/10/Osho_Drive_By-300x201.jpg" alt="" class="wp-image-5365" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/10/Osho_Drive_By-300x201.jpg 300w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/10/Osho_Drive_By-768x514.jpg 768w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/10/Osho_Drive_By.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption class="wp-element-caption">Rajneesh erscheint, 1982</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">1981 verlegte Rajneesh seinen Hauptsitz in die USA und gründete mit Unterstützung seiner engsten Vertrauten Ma Anand Sheela die Kommune Rajneeshpuram in Oregon. Auf einer abgelegenen Ranch entstand in wenigen Jahren eine weitgehend autonome Siedlung mit Infrastruktur, Sicherheitsapparat und eigener Verwaltung. Die kommunale Planung, der Versuch einer alternativen Gesellschaftsordnung und der gezielte Einsatz von Medien machten das Projekt international bekannt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Konflikte mit der lokalen Bevölkerung, juristische Auseinandersetzungen und zunehmend autoritäre Praktiken innerhalb der Organisation führten jedoch zu einer Eskalation. Mitglieder der Bewegung begingen 1984 den bis dahin größten Bioterroranschlag auf US-amerikanischem Boden, indem sie in Restaurants im Bezirk Wasco Salmonellen ausbrachten. Es gab keine Todesopfer, aber 751 Menschen erkrankten. Ziel war es, eine Wahl zu manipulieren. Rajneesh selbst wurde schließlich 1985 wegen Verstößen gegen US-Einwanderungsrecht angeklagt und verließ das Land nach einem Deal mit der Staatsanwaltschaft.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Rückkehr und Rebranding</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Zurück in Indien benannte sich der frühere Bhagwan in Osho um, ein Begriff, der bewusst mehrdeutig blieb. Die Bewegung überdauerte ihren Gründer, der 1990 starb, durch ein professionelles Netzwerk aus Medienproduktion, Buchverlag und Seminarbetrieb. In der Selbstdarstellung wurde zunehmend Wert auf therapeutische und individualistische Aspekte gelegt. Die frühe politische Radikalität wich einem postmodernen Spiritualismus.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Einordnung</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Oshos Erfolg verweist auf tiefere Strukturen: die Krise der traditionellen Religionen im Westen, das Aufkommen eines psychologisch fundierten Individualismus und die zunehmende Marktförmigkeit auch spiritueller Praktiken. Seine Bewegung war kein Randphänomen, sondern Teil eines transnationalen Netzes aus Neo-Religion, Therapie, Tourismus und Gegenkultur. Die Institutionalisierung und ökonomische Stabilisierung des Ashrams in Pune, heute unter dem Namen Osho International Meditation Resort, spiegelt diese Entwicklung.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Mehr erfahren</strong></h3>



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<p class="wp-block-paragraph">Hugh B. Urban: <em><a href="https://www.amazon.de/Zorba-Buddha-Osho/dp/9381523592?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;crid=3KJ3ZT7NCRY4U&amp;dib=eyJ2IjoiMSJ9.2zTnymbrqNBvQQ4DLRke4EsCGyYkO6GIGC3SdiUqzvIWcz2Py-wnn9TZX0B6P_aEK14bsipabLGeNNQev4VLqbq-daPW9I6q_qVhO1y-hYGusWgsBjSpdJQjYDcg3d2E--vWm3F_n8pm4EDePmhajkjOsx_uHnOumkJ-vK2uWrE3Yqy7k29rno6oB-_YTzt-K1grFN2jPTFUGQ7pxiAN_h9yfueFsdTGR-C4wc0Turc.mm5RwnYmguma3leU5z6ARwQtzi3NCiuP9Sju-w1u1cw&amp;dib_tag=se&amp;keywords=Zorba+the+Buddha&amp;qid=1759315125&amp;sprefix=%2Caps%2C777&amp;sr=8-1&amp;linkCode=ll1&amp;tag=suedostasie01-21&amp;linkId=48466db88a1636a2d6369cc633cdf4d4&amp;language=de_DE&amp;ref_=as_li_ss_tl">Zorba the Buddha: Sex, Spirituality, and Capitalism in the Global Osho Movement</a></em>.*</p>



<h3 class="wp-block-heading">Bildnachweis</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Titel: Osho,1983. Wikimedia Commons, Marcel Antonisse / Anefo.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Alle weiteren Bilder gemeinfrei.</p>
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		<title>Der Putschversuch 1965</title>
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		<dc:creator><![CDATA[André]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 01 Sep 2024 06:08:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Der Kalte Krieg]]></category>
		<category><![CDATA[Geheime Diplomatie und Machtspiele - Indonesien im Kalten Krieg]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Geheime Diplomatie und Machtspiele &#8211; Indonesien im Kalten Krieg: Folge 3 Sukarno, die PKI und die politische Krise von 1965 In Geheime Diplomatie und Machtspiele untersuchen wir Indonesiens Rolle im &#8230; </p>
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<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://www.imperien-und-inseln.de/category/indonesien_im_kalten_krieg/"></a><a href="https://www.imperien-und-inseln.de/category/indonesien_im_kalten_krieg">Geheime Diplomatie und Machtspiele &#8211; Indonesien im Kalten Krieg: Folge 3</a></p>



<h5 class="wp-block-heading">Sukarno, die PKI und die politische Krise von 1965</h5>



<figure class="wp-block-embed alignright is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<iframe loading="lazy" title="3. Der Putschversuch | Geheime Diplomatie und Machtspiele - Indonesien im Kalten Krieg" width="735" height="413" src="https://www.youtube.com/embed/1DzL3R25QBU?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe>
</div><figcaption class="wp-element-caption">Auch auf Youtube</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">In Geheime Diplomatie und Machtspiele untersuchen wir Indonesiens Rolle im Kalten Krieg. Die Serie widmet sich der komplexen, oft verborgenen Dynamik zwischen den USA und Indonesien in einer Zeit voller politischer Turbulenzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Jahr 1965 spitzte sich die Lage in Indonesien zu. Die kommunistische Partei orientierte sich weiter in Richtung Sukarnos, da sie in ihm einen Verbündeten gegen die Armee sah. Und Sukarno unterstützte die PKI, wenn es nötig war. Es scheint allerdings in erster Linie eine Zweckpartnerschaft gewesen zu sein. Russische Quellen zeigen, dass Aidit zusammen mit dem Botschafter der Sowjetunion über die Zeit nach Sukarno gesprochen hat, allerdings ohne dies selbst durch Attentate oder dergleichen herbeizuführen. Die PKI betrachtete Sukarno auch 1965 als noch nicht links genug.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vielleicht machte Aidit sich Gedanken um die Gesundheit des Präsidenten. Es war allseits bekannt, dass Sukarno nicht gesund war. Er litt an Leberproblemen, lehnte aber die von seinem Arzt empfohlene Operation ab, da ihm ein Wahrsager vorhersagte, dass er durch ein Messer sterben würde. Er ließ sich stattdessen von chinesischen Medizinern mit Akupunktur behandeln.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Präsident schützte die Kommunistische Partei auch auf Wegen, die nach rechtsstaatlichen Maßstäben nicht zu vertreten wären. Im Februar 1965 wurden einundzwanzig Zeitungen aus dem Verkehr gezogen, die nachteilig gegenüber der PKI berichtet hatten. Doch es war nicht so einfach, die kritischen Stimmen zum Verstummen zu bringen. Die Armee reagierte und publizierte eigene Zeitungen.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignleft size-medium"><img loading="lazy" decoding="async" width="300" height="240" src="https://imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/08/Shell_Flickr_16_September_2023-300x240.jpg" alt="" class="wp-image-190" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/08/Shell_Flickr_16_September_2023-300x240.jpg 300w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/08/Shell_Flickr_16_September_2023-1024x819.jpg 1024w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/08/Shell_Flickr_16_September_2023-768x614.jpg 768w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/08/Shell_Flickr_16_September_2023-1536x1229.jpg 1536w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/08/Shell_Flickr_16_September_2023-2048x1638.jpg 2048w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/08/Shell_Flickr_16_September_2023.jpg 1600w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></figure>
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<p class="wp-block-paragraph">Ein außenpolitisches Ereignis zeigte Folgen innerhalb Indonesiens: die Amerikaner begannen, Vietnam zu bombardieren. Anhänger der PKI und anderer linker Gruppen kaperten daraufhin amerikanische Firmen im Land. Anschließend übernahm das Militär dort die Initiative. Firmen wie Caltex und Shell wurden im März unter staatlicher Kontrolle gestellt, doch es waren keine normalen Geschäfte in dieser Zeit mehr möglich. Die indonesische Wirtschaft geriet weiter in ein Chaos.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die PKI konnte in Jakarta ihre Rolle stärken. Sukarno verlangte von seinen Parteigenossen, dass sie mit der kommunistischen Partei kooperierten. Im August strafte er im großen Maßstab PNI-Führer ab, die sich daran nicht halten wollten: ungefähr hundertfünfzig Politiker wurden suspendiert, die Nähe zu anti-PKI-Kreisen der Armee zeigten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im gleichen Monat zog Sukarno Indonesien aus vielen Institutionen, wie dem Internationalen Währungsfonds, Interpol und der Weltbank, zurück. Die Verbindungen zur westlichen Welt wurden gekappt und die antiimperiale Achse Jakarta, Phnom Penh, Hanoi, Peking, Pjöngjang ausgerufen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die wirtschaftlichen Probleme eskalierten weiter. Die Inflation überragte sogar die vorigen Jahre und lag bei ungefähr fünfhundert Prozent. Beim wichtigsten Gut, dem Reis, lag die Preissteigerung sogar bei neunhundert Prozent. Damit verbunden verlor die Indonesische Rupiah an Wert. Der Schwarzmarkt-Preis für den US-Dollar stieg von fünftausendeinhundert Rupiah zu Anfang des Jahres auf fünfzigtausend zum vierten Quartal.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Durch die Schieflage des Landes verstärkten sich die Fronten noch stärker. Sowohl bei Kommunisten als auch ihren Gegnern verbreiteten sich Geschichten über Todesschwadrone, die angeblich Listen mit potenziellen Opfern führen sollten. Realität und Fiktion waren schlecht zu unterscheiden. Sogar Übersinnliches, wie Prophezeiungen und Omen, wurden in die politischen Debatten miteingebracht. In der aufgeheizten Lage stiegen die Gewalttaten an.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am Unabhängigkeitstag im Jahre 1965 hielt Sukarno eine Rede, in der er Schuldige identifizierte: Er kritisierte Korrumpierte und Schwindler, die gestern noch die Revolution unterstützten, aber heute womöglich Konterrevolutionäre geworden waren. Der Bruch mit seinen ehemaligen Verbündeten lag nun offen dar.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 25. September kündigte Sukarno an, dass die zweite Phase der indonesischen Revolution anstünde: die Implementation des Sozialismus.</p>



<h5 class="wp-block-heading">Der gescheiterte Putsch: Vom 30. September zur Machtübernahme Suhartos</h5>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignleft size-medium is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="231" height="300" src="https://imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/08/Ahmad_Yani-231x300.jpg" alt="" class="wp-image-187" style="width:231px;height:auto" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/08/Ahmad_Yani-231x300.jpg 231w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/08/Ahmad_Yani.jpg 647w" sizes="auto, (max-width: 231px) 100vw, 231px" /><figcaption class="wp-element-caption">Ahmad Yani</figcaption></figure>
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<p class="wp-block-paragraph">Doch soweit sollte es nicht kommen. In den nachfolgenden Tagen waren mehrere zehntausend Soldaten in Jakarta, um sich auf den „Armed Forces Day&#8220; am 5. Oktober vorzubereiten. Ein Militärputsch lag in der Luft. Am 27. September verwehrte sich der Befehlshaber der Armee, General Ahmad Yani, gegen eine strukturelle Änderung des Militärs, die zur „Nasakomisation&#8220; hätte führen sollen, also gegen eine Neuausrichtung im Sinne der Sukarno-Fraktion.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Tatsächlich fand einige Tage später, am 1. Oktober ein Putschversuch statt &#8211; der allerdings vermeintlich von der anderen Seite gestartet wurde und der Ahmad Yani das Leben kosten sollte.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-medium"><img loading="lazy" decoding="async" width="226" height="300" src="https://imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/08/Col_Untung-226x300.jpg" alt="" class="wp-image-188" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/08/Col_Untung-226x300.jpg 226w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/08/Col_Untung.jpg 465w" sizes="auto, (max-width: 226px) 100vw, 226px" /><figcaption class="wp-element-caption">Untung Syamsuri</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Die Aktion begann in den frühen Morgenstunden. Die Putschisten entführten neben Yani fünf weitere Generäle aus deren Häusern in Jakarta und brachten sie in den Süden der Stadt. Sie wurden getötet und in einen Brunnen geworfen. Anschließend besetzten die Aufständischen eine Radiostation. Sie stellten sich als &#8222;Bewegung dreißigster September&#8220; vor und erklärten sich selbst zu Truppen, die Präsident Sukarno loyal beiseite stünden. Als Anführer wurde Oberstleutnant Untung genannt, der als Kommandeur für ein Bataillon zuständig war, das die Sicherheit des Präsidenten gewährleisten sollte.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignleft size-medium"><img loading="lazy" decoding="async" width="228" height="300" src="https://imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/08/Supardjo-228x300.jpg" alt="" class="wp-image-189" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/08/Supardjo-228x300.jpg 228w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/08/Supardjo-777x1024.jpg 777w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/08/Supardjo-768x1013.jpg 768w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/08/Supardjo-1165x1536.jpg 1165w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/08/Supardjo-1553x2048.jpg 1553w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/08/Supardjo-scaled.jpg 1213w" sizes="auto, (max-width: 228px) 100vw, 228px" /><figcaption class="wp-element-caption">Supardjo</figcaption></figure>
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<p class="wp-block-paragraph">Doch Untung scheint nur vorgeschoben gewesen zu sein. Als Anführer dahinter scheint Brigadegeneral Supardjo gestanden zu haben, der auch Leiter eines Nachrichtendienstes war. Omar Dhani, der Kommandeur der indonesischen Luftwaffe, stellte den Putschisten die Halim-Luftwaffenbasis als Hauptquartier zur Verfügung. Einige Mitglieder des PKI-Politbüros schienen auch, zumindest vage, über die Pläne informiert gewesen zu sein. Allerdings war Aidit der einzige ranghohe Politiker, der in Halim anwesend war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mehrere hundert Rebellen besetzten den Merdeka-Platz in Jakarta. Auch in anderen Landesteilen kam es zu Putschhandlungen, beispielsweise in der Provinz Jawa Tengah entführten Aufständische fünf ihrer Kommandanten.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-medium"><img loading="lazy" decoding="async" width="265" height="300" src="https://imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/08/Merdeka_Square_1965-1-265x300.jpg" alt="" class="wp-image-191" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/08/Merdeka_Square_1965-1-265x300.jpg 265w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/08/Merdeka_Square_1965-1.jpg 458w" sizes="auto, (max-width: 265px) 100vw, 265px" /><figcaption class="wp-element-caption">Merdeka-Platz in Jakarta</figcaption></figure>
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<p class="wp-block-paragraph">Suharto übernahm das Kommando zur Bekämpfung der Putschisten und führte ebenfalls am 1. Oktober einen Gegenangriff aus. Er verstand die Situation genau und sah, dass er genügend Zeit hatte, Truppen zu organisieren. Er hatte nur das Bataillon 328 aus Jawa Barat vor Ort, doch konnte er schlagkräftige Spezialkräfte mobilisieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bereits nach zwölf Stunden waren die Putschisten von den zentralen Orten in Jakarta verdrängt worden, ohne dass Schüsse abgegeben wurden. Der Coup war schlecht geplant und die Truppen auf dem Merdeka-Platz wurden nicht verpflegt. Ihnen war heiß von der Sonne, sie waren hungrig, durstig und müde und letzten Endes zogen sie freiwillig ab.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Anschließend wandte sich Suharto Halim zu. Doch die dort anwesenden Führer zerstreuten sich. Sukarno, der auch dort anwesend war, machte sich auf den Weg zu seinem Palast in Bogor, Aidit floh nach Yogyakarta und Dhani nach Madiun. Der Coup war in Jakarta bereits am Morgen des 2. Oktobers beendet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch in Jawa Tengah sollten sich die Aufständischen nicht viel länger halten. Wahrscheinlich durch die schnelle Niederschlagung in Jakarta demoralisiert, endete hier der Aufstand am 3. Oktober. Die Auflösung geschah so schnell, dass die Rebellen keine Chance hatten, Pressekonferenzen abzuhalten, um ihre Mission der Öffentlichkeit zu erläutern.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-medium"><img loading="lazy" decoding="async" width="200" height="300" src="https://imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/08/potret-sjam-kamaruzaman-200x300.jpg" alt="" class="wp-image-192" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/08/potret-sjam-kamaruzaman-200x300.jpg 200w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/08/potret-sjam-kamaruzaman.jpg 427w" sizes="auto, (max-width: 200px) 100vw, 200px" /><figcaption class="wp-element-caption">Kamaruzaman Sjam</figcaption></figure>
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<p class="wp-block-paragraph">Der Putsch wurde schnell aufgelöst, doch das Nachdenken über die Motive dauerte lange an, da es viele schwer verständliche und verwirrende Ereignisse gab. Die Bewertung hängt unter anderem von der Einschätzung der Rolle Sjams ab, der als Verbindungsmann zwischen den unterschiedlichen Gruppen des Coups, den progressiven Militärs und der Politiker, galt. Er war ein Vertrauter von Aidit. Der Südostasienforscher Willem Frederik Wertheim vermutete, dass dieser als Doppelagent im Sinne Suhartos gehandelt haben könnte. Dazu würde auch passen, dass Untung eine direkte persönliche Beziehung zu Suharto hatte, unter dem er im Westpapua-Konflikt diente.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mehrere Indizien weisen zumindest in die Richtung, dass Suharto von den Geschehnissen nicht überrascht wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Oberst Latief, einer aus der Führungsriege der Putschisten, sagte später aus, dass er Suharto am Abend des 30. September bei einem Treffen im Armeekrankenhaus zu den bevorstehenden Ereignissen informiert hätte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine weitere Auffälligkeit war, dass die Truppen am Merdeka-Square, in Richtung des Hauptquartiers von wo Suharto seine Gegenoffensive startete, nicht absicherten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die Frage „Cui bono?&#8220; würde ebenfalls in die Richtung Suharto weisen. Die PKI, die über Jahre hinweg nach oben strebte, und der Präsident Sukarno verloren ihre führende Position. Der General Suharto hingegen konnte die Macht übernehmen.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignleft size-medium"><img loading="lazy" decoding="async" width="300" height="168" src="https://imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/08/soeharto-tengah-300x168.jpg" alt="" class="wp-image-195" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/08/soeharto-tengah-300x168.jpg 300w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/08/soeharto-tengah.jpg 700w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption class="wp-element-caption">Suharto</figcaption></figure>
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<p class="wp-block-paragraph">Doch es gibt auch andere Thesen. Beispielsweise der Historiker John Roosa bezweifelt die Doppelagenten-Rolle Sjams. Er sieht im Motiv des Präventivschlags die wahrscheinlichste Ursache für den missglückten Plot. Die Planungen verliefen chaotisch, da ein zentrales Mastermind fehlte. Die Aufständischen waren unzureichend bewaffnet, da sie über keine Panzer verfügten, und wären darauf angewiesen gewesen, dass Sukarno sich auf ihre Seite schlagen würde. Der hingegen war nicht gewillt seine Stimme für junge Offiziere zu erheben, die ihre Armee-Kommandanten haben töten lassen. So soll er Supardjo angewiesen haben, den Putsch ohne weiteres Blutvergießen zu beenden.</p>



<h5 class="wp-block-heading">Die blutigen Folgen: Massenverfolgungen und der Niedergang der PKI</h5>



<p class="wp-block-paragraph">Die Armee machte die PKI öffentlich für den Putsch verantwortlich. Die Aufständischen wurden als Gestapu bezeichnet, ein Akronym, das aus „Gerakan September Tiga Puluh&#8220; gebildet wurde und sie in Verbindung zu den Gräueltaten Nazi-Deutschlands bringen sollte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Historiker Yosef Djakababa sieht in dieser und ähnlicher Propaganda der Armee einen Katalysator für das Töten, das später einsetzen sollte. Er spricht von „initial purge policy&#8220;.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Folge dieser aufgeheizten Stimmung waren viele Gewalttaten. Diese wurden oft nicht von der Armee selbst ausgeführt, sondern von lokalen Milizen und Gruppierungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie viele Menschen insgesamt in dieser Zeit getötet und misshandelt wurden, lässt sich nicht genau erfassen. Da in Indonesien ein Mantel des Schweigens über dem Thema lag und auch die westlichen Beobachter im Kalten Krieg einen anderen Fokus hatten, sind die Massaker nicht zeitnah umfassend untersucht worden. Die meisten Schätzungen bewegen sich zwischen vierhunderttausend und fünfhunderttausend. Aber wegen der fehlenden Anhaltspunkte sind diese Zahlen sehr unsicher.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dazu trug bei, dass die Form der Gewaltakte sich von Provinz zu Provinz und sogar von Distrikt zu Distrikt sehr unterschieden. Lokale Studien gibt es nur wenige, doch die zeigen ein komplexes, vielschichtiges Bild über den Hergang.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die ersten Gewalttaten begannen im Oktober in Aceh, wo die PKI relativ schwach war und wenig Gegenwehr leisten konnte. An anderen Orten setzten die Verfolgungen später ein, oftmals erst nach der Ankunft von antikommunistischen Spezialeinheiten, wie den paramilitärischen Kommandos der RPKAD.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Verfolgten waren auffällig passiv in der Verteidigung. Der Historiker Robert Cribb vermutet, dass viele Opfer diese eskalierende Gewalt nicht erwartet hätten. Dafür könnte es mehrere Gründe gegeben haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zum einen waren viele Angegriffene sich nicht bewusst, dass sie mit den Ereignissen in Jakarta in Zusammenhang gebracht werden könnten, da sie de facto nichts dazu beigetragen hatten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es kann auch einen kulturhistorischen Grund dafür geben, dass diese Gewalteskalation unerwartet war. Indonesien war in seiner Geschichte lange Zeit wenig dicht besiedelt und Eroberungskriege waren mehr auf die Erweiterung der Bevölkerung als auf Vergrößerung der Landfläche ausgelegt. Daher waren kriegerische Auseinandersetzungen oft auf Modi beschränkt, die eine geringe Anzahl an Opfern hervorbrachte, beispielsweise durch „battle by proxy or champion&#8220;.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-medium"><img loading="lazy" decoding="async" width="300" height="200" src="https://imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/08/HIV_in_Indonesia_10701270604-300x200.jpg" alt="" class="wp-image-196" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/08/HIV_in_Indonesia_10701270604-300x200.jpg 300w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/08/HIV_in_Indonesia_10701270604-1024x683.jpg 1024w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/08/HIV_in_Indonesia_10701270604-768x512.jpg 768w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/08/HIV_in_Indonesia_10701270604-1536x1024.jpg 1536w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/08/HIV_in_Indonesia_10701270604-2048x1365.jpg 2048w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/08/HIV_in_Indonesia_10701270604-scaled.jpg 1600w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></figure>
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<p class="wp-block-paragraph">In den ersten Monaten des Jahres 1966 endeten die Massentötungen. Allerdings waren die Folgen traumatisch und es gab von Seiten der indonesischen Regierung keine Aufarbeitung der Geschehnisse. Im Gegenteil: viele der vermeintlichen Staatsfeinde saßen noch zehn Jahre später ohne Gerichtsverhandlung im Gefängnis. Oft wurden ihre Aussagen, die die Inhaftierung rechtfertigten, unter Folter erzwungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sukarno blieb nach dem gescheiterten Putsch im Amt des Präsidenten. Allerdings verlor er Stück für Stück an Macht, sowohl faktisch als auch formal. Im März 1966 verlor er den Titel des Präsidenten auf Lebenszeit.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Bildnachweise</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Shell: Wikimedia Commons, Tim Green. <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/deed.en">CC BY-SA 2.0</a>.<br>Alle weiteren Bilder gemeinfrei.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.imperien-und-inseln.de/zeitgeschichte/geheime-diplomatie-und-machtspiele-indonesien-im-kalten-krieg-der-putschversuch-1965/">Der Putschversuch 1965</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.imperien-und-inseln.de">Imperien und Inseln</a>.</p>
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		<title>Geheime Diplomatie und Machtspiele &#8211; Indonesien im Kalten Krieg &#8211; Intro</title>
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		<dc:creator><![CDATA[André]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 01 Sep 2024 06:01:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Geheime Diplomatie und Machtspiele &#8211; Indonesien im Kalten Krieg: Folge 1 In „Geheime Diplomatie und Machtspiele&#8220; untersuchen wir Indonesiens Rolle im Kalten Krieg. Die Serie widmet sich der komplexen, oft &#8230; </p>
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<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://www.imperien-und-inseln.de/category/indonesien_im_kalten_krieg/"></a><a href="https://www.imperien-und-inseln.de/category/indonesien_im_kalten_krieg">Geheime Diplomatie und Machtspiele &#8211; Indonesien im Kalten Krieg: Folge 1</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">In „Geheime Diplomatie und Machtspiele&#8220; untersuchen wir Indonesiens Rolle im Kalten Krieg. Die Serie widmet sich der komplexen, oft verborgenen Dynamik zwischen den USA und Indonesien in einer Zeit voller politischer Turbulenzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In den ersten Folgen möchte ich die grundsätzlichen Vorgänge in Indonesien darstellen. Die Geschichte des Inselstaats nach der Erlangung der Unabhängigkeit wurde maßgeblich von zwei Persönlichkeiten geprägt: Sukarno und Suharto. Beide verkörperten unterschiedliche Richtungen im politischen Spektrum. Sukarno war ein Nationalist mit sozialistischen Idealen. Suharto war ein Mann des Militärs, der neoliberale Ansätze in die indonesische Wirtschaft implementierte und eine pro-westliche außenpolitische Ausrichtung verfolgte. Der Machtwechsel zwischen den beiden wurde durch einen Putsch ausgelöst, der in vielen Punkten heute noch Fragen aufwirft.  General Suharto ergriff anschließend die Macht und behielt sie über drei Jahrzehnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Rolle der Amerikaner, die von dem Wechsel profitierten, ist lange im Dunkeln geblieben. Dieser Aspekt soll im zweiten Teil der Serie im Fokus stehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In den letzten Jahrzehnten konnten Historiker diese Vorgänge besser beleuchten. Durch die deklassifizierten Geheimdokumente lässt sich ein vollständigeres Bild von den Vorkommnissen gewinnen. Einige der wichtigsten Dokumente möchte ich vorstellen – dadurch kann man ein Gefühl dafür bekommen, wie die Absprachen hinter den verschlossenen Türen zu solch heiklen Themen funktionieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir werden sehen, wie die amerikanische Diplomatie und die Geheimdienste ihre Ziele durchsetzen konnten. Aber wir werden auch ihre Grenzen sehen und die Misserfolge.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zum Abschluss der Serie betrachten wir die gegenwärtige öffentliche Debatte. Das 2023 erschienene Buch „Die Dschakarta Methode&#8220; von Vincent Bevins hat intensive Diskussionen ausgelöst. Wir betrachten seine Ergebnisse und reflektieren über die verschiedenen Perspektiven zu diesem Thema.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Noch ein paar Sätze zu den eingesetzten Ressourcen. Als Quelle dienen Originaldokumente vom US-Außenministerium und den amerikanischen Geheimdiensten, sowie Analysen von Fachhistorikern. Ich habe mich auf westliche Autoren konzentriert, da das Thema auch heute noch in Indonesien problematisch ist. Auf Wunsch könnten wir im Nachgang eine Folge zur indonesischen Perspektive anfügen.</p>



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