<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Landnahme Archive - Imperien und Inseln</title>
	<atom:link href="https://www.imperien-und-inseln.de/tag/landnahme/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://www.imperien-und-inseln.de/tag/landnahme/</link>
	<description>Entdeckungsreise durch die Geschichte Asiens</description>
	<lastBuildDate>Sat, 11 Jul 2026 16:19:09 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=7.0.2</generator>

<image>
	<url>https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/09/cropped-logo-32x32.png</url>
	<title>Landnahme Archive - Imperien und Inseln</title>
	<link>https://www.imperien-und-inseln.de/tag/landnahme/</link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
	<item>
		<title>Zheng Chenggong und das Regime von Tungning (1661–1683)</title>
		<link>https://www.imperien-und-inseln.de/altertum/zheng-chenggong-und-das-regime-von-tungning-1661-1683/</link>
					<comments>https://www.imperien-und-inseln.de/altertum/zheng-chenggong-und-das-regime-von-tungning-1661-1683/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Kuratierte Artikel]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 18 May 2026 12:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Altertum]]></category>
		<category><![CDATA[China]]></category>
		<category><![CDATA[Taiwan]]></category>
		<category><![CDATA[17. Jahrhundert]]></category>
		<category><![CDATA[Agrarkolonisation]]></category>
		<category><![CDATA[Chen Yonghua]]></category>
		<category><![CDATA[Dynastiewechsel]]></category>
		<category><![CDATA[Exilregime]]></category>
		<category><![CDATA[Fort Zeelandia]]></category>
		<category><![CDATA[Frühe Neuzeit]]></category>
		<category><![CDATA[Fujian]]></category>
		<category><![CDATA[Imperien]]></category>
		<category><![CDATA[Indigene Gesellschaften]]></category>
		<category><![CDATA[Kolonialgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Koxinga]]></category>
		<category><![CDATA[Küstenraum]]></category>
		<category><![CDATA[Landnahme]]></category>
		<category><![CDATA[Landvergabe]]></category>
		<category><![CDATA[Migration]]></category>
		<category><![CDATA[Militärherrschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Ming-Dynastie]]></category>
		<category><![CDATA[Niederländische Ostindien-Kompanie]]></category>
		<category><![CDATA[Ostasien]]></category>
		<category><![CDATA[Qing-Dynastie]]></category>
		<category><![CDATA[Seemacht]]></category>
		<category><![CDATA[Shi Lang]]></category>
		<category><![CDATA[Staatsbildung]]></category>
		<category><![CDATA[Südchina]]></category>
		<category><![CDATA[Taiwanstraße]]></category>
		<category><![CDATA[Tungning]]></category>
		<category><![CDATA[Verwaltungsgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Zheng Chenggong]]></category>
		<category><![CDATA[Zheng Jing]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.imperien-und-inseln.de/?p=6750</guid>

					<description><![CDATA[<p>Mit der Kapitulation von Fort Zeelandia im Jahr 1662 endete die niederländische Präsenz auf Taiwan. An ihre Stelle trat eine neue Herrschaft, getragen von militärischer Stärke und enger Bindung an &#8230; </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.imperien-und-inseln.de/altertum/zheng-chenggong-und-das-regime-von-tungning-1661-1683/">Zheng Chenggong und das Regime von Tungning (1661–1683)</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.imperien-und-inseln.de">Imperien und Inseln</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<figure class="wp-block-audio"><audio controls src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/05/Taiwan_Tungning.mp3"></audio></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Mit der Kapitulation von Fort Zeelandia im Jahr 1662 endete die niederländische Präsenz auf Taiwan. An ihre Stelle trat eine neue Herrschaft, getragen von militärischer Stärke und enger Bindung an den südchinesischen Küstenraum. Zheng Chenggong übernahm die Insel in einer Phase rascher politischer Verschiebungen. Die Ming-Dynastie war zusammengebrochen, die Qing hatten Peking eingenommen, und entlang der Küste suchten zahlreiche Akteure nach neuen Stützpunkten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zheng Chenggong führte in diesem Umfeld militärische Verbände und organisierte ein politisches Exilprojekt. Taiwan bot ihm befestigte Anlagen, landwirtschaftliche Erträge und Zugang zu den Seewegen Ostasiens. Die Insel wurde zum Zentrum eines eigenständigen Machtprojekts.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Herkunft und Aufstieg Zheng Chenggongs</h3>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-medium"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="179" height="300" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/02/The_Portrait_of_Koxinga-179x300.jpg" alt="" class="wp-image-6753" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/02/The_Portrait_of_Koxinga-179x300.jpg 179w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/02/The_Portrait_of_Koxinga.jpg 500w" sizes="(max-width: 179px) 100vw, 179px" /><figcaption class="wp-element-caption">Zheng Chenggong (1624-1662)</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Zheng Chenggong stammte aus einer wohlhabenden Händlerfamilie aus Fujian. Sein Vater Zheng Zhilong hatte sich im frühen 17. Jahrhundert als Seefahrer und Händler etabliert und fungierte zeitweise als Vermittler zwischen konkurrierenden Mächten. Nach der Konsolidierung der Qing wechselte Zheng Zhilong die Seiten. Zheng Chenggong blieb dem untergehenden Ming-Haus verpflichtet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Loyalität prägte sein politisches Handeln. Er sammelte Truppen und führte einen langjährigen Krieg gegen die Qing. Seine Macht beruhte auf militärischer Durchsetzungskraft und maritimer Beweglichkeit sowie auf der Fähigkeit, Ressourcen aus dem Küstenhandel zu mobilisieren.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Die Eroberung Taiwans</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Der Angriff auf Taiwan im Jahr 1661 war strategisch motiviert. Die niederländische Kolonie war ein lohnenswertes Ziel, da sie Erträge erwirtschaftete. Sie verfügte zwar über befestigte Anlagen, war aber militärisch isoliert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zheng Chenggong setzte mit einer großen Flotte über die Meerenge und landete im Südwesten der Insel.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Belagerung von Fort Zeelandia begann im April 1661 und dauerte rund neun Monate. Im Februar 1662 kapitulierte die niederländische Garnison. Mit der Einnahme Taiwans sicherte sich Zheng Chenggong einen dauerhaften Stützpunkt. Die Insel lag außerhalb unmittelbarer Qing-Herrschaft und blieb zugleich eng in den südchinesischen Küstenraum eingebunden. Für Zheng eröffnete sie die Möglichkeit, den Kampf gegen die Qing fortzuführen und zugleich eine eigene Herrschaft zu etablieren.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Aufbau des Tungning-Regimes</h3>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignleft size-medium"><img decoding="async" width="149" height="300" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/02/Portrait_of_Zheng_Chenggong-149x300.jpg" alt="" class="wp-image-6755" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/02/Portrait_of_Zheng_Chenggong-149x300.jpg 149w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/02/Portrait_of_Zheng_Chenggong.jpg 500w" sizes="(max-width: 149px) 100vw, 149px" /><figcaption class="wp-element-caption">Zheng Chenggong</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Die neuen Herren verstanden sich selbst als Fortsetzung der Ming-Dynastie auf der Insel. Zheng Chenggong trug den Titel eines Fürsten von Yanping, der ihm vom letzten Ming-Kaiser verliehen worden war. In der Forschung wird diese Herrschaft als „Königreich von Tungning“ bezeichnet. Der Name Tungning, wörtlich „Östlicher Frieden“, bezog sich auf Taiwan als neuen Stützpunkt östlich des chinesischen Festlands.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die administrativen Einrichtungen orientierten sich an chinesischen Vorbildern. Militärische Befehlshaber und zivile Beamte übernahmen Aufgaben, die zuvor von der niederländischen Kolonialverwaltung wahrgenommen worden waren. Land wurde neu verteilt, Bewässerungssysteme ausgebaut und der Anbau von Reis und Zucker weiter gefördert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zheng Chenggong starb bereits 1662. Die praktische Ausgestaltung der neuen Regierung fiel daher in die Hände seines Sohnes Zheng Jing. Eine zentrale Rolle spielte dabei dessen Berater Chen Yonghua, der Abgabensysteme ordnete und Verwaltungsabläufe festlegte. Besondere Aufmerksamkeit wurde der Verbesserung der Landwirtschaft gewidmet. In dieser Phase wurde Taiwan wirtschaftlich und organisatorisch stabiler aufgestellt.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Militärische Gesellschaft und Migration</h3>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-medium"><img decoding="async" width="300" height="224" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/02/Koxinga_territory-300x224.jpg" alt="" class="wp-image-6756" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/02/Koxinga_territory-300x224.jpg 300w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/02/Koxinga_territory-768x574.jpg 768w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/02/Koxinga_territory.jpg 1000w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption class="wp-element-caption">Herrschaftsgebiet von Zheng (rot) und Einflusszone (hellrot)</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Die Herrschaft von Tungning blieb stark militarisiert. Große Teile der Bevölkerung standen in direktem oder indirektem Dienst der Armee. Soldaten bewirtschafteten Land, Familien folgten den Truppen, und entlang militärischer Versorgungswege entstanden neue Dörfer.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Migration aus Fujian setzte sich fort. Sie wurde gezielt gelenkt, indem Land vergeben und Schutz zugesichert wurde. Taiwan entwickelte sich in diesen Jahren zu einer agrarisch geprägten Gesellschaft mit ausgeprägtem militärischem Charakter. Diese Expansion wirkte sich unmittelbar auf die bereits ansässige Bevölkerung aus.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Verhältnis zu den indigenen Gemeinschaften</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Für die indigenen Gesellschaften bedeutete der Machtwechsel eine Verschärfung bestehender Entwicklungen. Während die niederländische Herrschaft auf punktuelle Eingriffe und Vermittlung gesetzt hatte, griff die neue Führung direkter in bestehende Lebenszusammenhänge ein. Land wurde stärker beansprucht und Arbeitsleistungen vermehr eingefordert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In einigen Regionen kam es zu bewaffneten Auseinandersetzungen. In anderen passten sich indigene Gruppen den neuen Gegebenheiten an oder zogen sich in schwer zugängliche Gebiete zurück. Die Ausbreitung chinesischer Siedlungen veränderte Siedlungsräume und soziale Beziehungen auf der Insel dauerhaft.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Taiwan und die Qing</h3>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignleft size-medium"><img loading="lazy" decoding="async" width="300" height="300" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/02/延平王鄭經及兩名侍者-300x300.png" alt="" class="wp-image-6754" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/02/延平王鄭經及兩名侍者-300x300.png 300w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/02/延平王鄭經及兩名侍者-150x150.png 150w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/02/延平王鄭經及兩名侍者-768x768.png 768w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/02/延平王鄭經及兩名侍者.png 960w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption class="wp-element-caption">Zheng Jing (1642-1681(</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Die Herrschaft von Tungning verstand sich als politischer Gegenentwurf zur Qing-Macht. Verwaltungspraxis und symbolische Bezüge knüpften an das untergegangene Ming-Reich an.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In den frühen 1680er Jahren verstärkten die Qing ihren Druck auf den südchinesischen Küstenraum. Die entscheidende Niederlage erlitt die Tungning-Herrschaft im Jahr 1683. Die kaiserliche Flotte stand unter dem Kommando von Shi Lang, einem früheren Untergebenen von Zheng Chenggong, der zu den Qing übergelaufen war. Shi Lang kannte die Seestreitkräfte der Zheng-Familie aus eigener Erfahrung und nutzte dieses Wissen im Feldzug gegen Taiwan.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Niederlage war jedoch nicht allein das Ergebnis dieses Angriffs. Bereits in den Jahren zuvor hatten sich militärischen Schwächen verdichtet. Der dauerhafte Kriegszustand, die zunehmende Isolation von den Küstenstützpunkten des Festlands und das Fehlen einer übergreifenden Führungsfigur nach Zheng Chenggongs Tod minderten die Handlungsspielräume der Führung. Als die Qing-Flotte 1683 angriff, traf sie auf einen geschwächten Gegner.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach der Niederlage unterwarf sich die Führung den Qing, und die Insel wurde in das Kaiserreich eingegliedert. Taiwan erhielt zunächst den Status einer Präfektur, also einer Verwaltungseinheit unterhalb der Provinzebene, innerhalb der Provinz Fujian. Erst 1885 wurde die Insel zu einer eigenen Provinz erhoben. Die Eingliederung von 1683 markierte dennoch einen grundlegenden Einschnitt. Zum ersten Mal wurde Taiwan dauerhaft Teil eines chinesischen Imperiums. Die unter der Zheng-Herrschaft entstandenen Verwaltungs- und Siedlungsformen bildeten dafür eine wichtige Grundlage.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h3 class="wp-block-heading">Zum Weiterlesen</h3>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Links, die mit Sternchen (</em>) gekennzeichnet sind, führen auf die Seite von Amazon.de. Wenn Sie über diese Links bestellen, unterstützen Sie unsere Arbeit, ohne dass Ihnen Mehrkosten entstehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">– Murray A. Rubinstein (Hg.):&nbsp;<em><a href="https://www.amazon.de/Taiwan-New-History-Modern-World/dp/1563248166?&amp;linkCode=ll1&amp;tag=suedostasie01-21&amp;linkId=4711e16ce65ee8b1e5b80d482055db39&amp;language=de_DE&amp;ref_=as_li_ss_tl">Taiwan. A New History</a></em>&nbsp;(2018) – Standardwerk zur politischen und sozialen Geschichte der Insel.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Bildnachweis</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Titel: Zheng-Chenggong-Statue in Xiamen. Wikimedia Commons, Gisling. <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/3.0/">CC BY-SA 3.0</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Alle anderen Bilder gemeinfrei.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.imperien-und-inseln.de/altertum/zheng-chenggong-und-das-regime-von-tungning-1661-1683/">Zheng Chenggong und das Regime von Tungning (1661–1683)</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.imperien-und-inseln.de">Imperien und Inseln</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.imperien-und-inseln.de/altertum/zheng-chenggong-und-das-regime-von-tungning-1661-1683/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		<enclosure url="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/05/Taiwan_Tungning.mp3" length="10706955" type="audio/mpeg" />

			</item>
		<item>
		<title>Das Ende einer Welt &#8211; Britische Kolonisation und der Untergang der Tasmanier</title>
		<link>https://www.imperien-und-inseln.de/neuzeit/das-ende-einer-welt-britische-kolonisation-und-der-untergang-der-tasmanier/</link>
					<comments>https://www.imperien-und-inseln.de/neuzeit/das-ende-einer-welt-britische-kolonisation-und-der-untergang-der-tasmanier/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Kuratierte Artikel]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 06 Mar 2026 12:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Australien]]></category>
		<category><![CDATA[Moderne]]></category>
		<category><![CDATA[19. Jahrhundert]]></category>
		<category><![CDATA[Bassstraße]]></category>
		<category><![CDATA[Bevölkerungsverlust]]></category>
		<category><![CDATA[Black Line]]></category>
		<category><![CDATA[Black War]]></category>
		<category><![CDATA[Britisches Empire]]></category>
		<category><![CDATA[Erinnerungskultur]]></category>
		<category><![CDATA[Flinders Island]]></category>
		<category><![CDATA[Frühe Kolonialzeit]]></category>
		<category><![CDATA[Genozid-Debatte]]></category>
		<category><![CDATA[Gewaltgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[indigene Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Koloniale Gewalt]]></category>
		<category><![CDATA[Kolonialgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Krankheiten]]></category>
		<category><![CDATA[Landnahme]]></category>
		<category><![CDATA[Missionierung]]></category>
		<category><![CDATA[Oyster Cove]]></category>
		<category><![CDATA[Palawa]]></category>
		<category><![CDATA[Siedlerkolonialismus]]></category>
		<category><![CDATA[Tasmanien]]></category>
		<category><![CDATA[Tasmanische Aborigines]]></category>
		<category><![CDATA[Vertreibung]]></category>
		<category><![CDATA[Wybalenna]]></category>
		<category><![CDATA[Zwangsumsiedlung]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.imperien-und-inseln.de/?p=2461</guid>

					<description><![CDATA[<p>George Augustus Robinson blickt im Jahr 1832 auf die Westküste Tasmaniens und notiert ernüchtert in sein Tagebuch, dass die Zahl der Ureinwohner seit seinem letzten Besuch massiv zurückgegangen sei. Eine &#8230; </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.imperien-und-inseln.de/neuzeit/das-ende-einer-welt-britische-kolonisation-und-der-untergang-der-tasmanier/">Das Ende einer Welt &#8211; Britische Kolonisation und der Untergang der Tasmanier</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.imperien-und-inseln.de">Imperien und Inseln</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<figure class="wp-block-audio"><audio controls src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/03/Australien_Untergang_der_Tasmanier-1.mp3"></audio></figure>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-medium"><img loading="lazy" decoding="async" width="237" height="300" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/02/George_Augustus_Robinson-237x300.jpg" alt="" class="wp-image-6729" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/02/George_Augustus_Robinson-237x300.jpg 237w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/02/George_Augustus_Robinson-810x1024.jpg 810w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/02/George_Augustus_Robinson-768x970.jpg 768w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/02/George_Augustus_Robinson.jpg 960w" sizes="auto, (max-width: 237px) 100vw, 237px" /><figcaption class="wp-element-caption">George August Robinson (1791-1866)</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">George Augustus Robinson blickt im Jahr 1832 auf die Westküste Tasmaniens und notiert ernüchtert in sein Tagebuch, dass die Zahl der Ureinwohner seit seinem letzten Besuch massiv zurückgegangen sei. Eine Sterblichkeit habe unter ihnen gewütet, die zusammen mit der Härte der Jahreszeit die Reihen der Stämme gelichtet habe. Robinson, ein ehemaliger Handwerker mit missionarischem Eifer, befindet sich zu diesem Zeitpunkt inmitten seiner mehrjährigen „Friendly Mission“. Er ist die personifizierte Ambivalenz dieser Ära: Während er sich als Retter der Ureinwohner versteht, fungiert er faktisch als der effizienteste Arm einer Kolonialverwaltung, die die ursprüngliche Bevölkerung endgültig von ihrem Land entfernen will.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ein isoliertes Erbe</h3>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignleft size-medium"><img loading="lazy" decoding="async" width="300" height="148" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/02/Dowling_Natives_of_Tasmania-300x148.jpg" alt="" class="wp-image-6726" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/02/Dowling_Natives_of_Tasmania-300x148.jpg 300w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/02/Dowling_Natives_of_Tasmania-1024x505.jpg 1024w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/02/Dowling_Natives_of_Tasmania-768x378.jpg 768w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/02/Dowling_Natives_of_Tasmania.jpg 1100w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption class="wp-element-caption">Gruppe von Ureinwohnern, 1859</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Lange bevor Robinson seine Mission antrat, lebten die Vorfahren der Palawa über 40.000 Jahre lang auf der Insel. Mit dem Anstieg des Meeresspiegels vor etwa 8.000 Jahren entstand die Bass-Straße – die Meerenge zwischen Tasmanien und dem australischen Festland –, die eine jahrtausendelange Isolation einleitete. In dieser Abgeschiedenheit bildeten sich etwa neun Nationen mit über 60 Clans. Diese Gruppen lebten nach strengen Regeln des Zusammenlebens und besetzten feste Territorien. Zum Zeitpunkt der britischen Landung im Jahr 1803 bevölkerten nach modernen Schätzungen bis zu 10.000 Menschen das Land. Sie folgten festen Wanderrouten und Jagdzeiten, die durch die Ankunft der Europäer innerhalb weniger Jahrzehnte gewaltsam unterbrochen wurden.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Von der „Black Line“ zur Erschöpfung</h3>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-medium"><img loading="lazy" decoding="async" width="248" height="300" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/02/Tasmanian_tribes-248x300.jpg" alt="" class="wp-image-6730" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/02/Tasmanian_tribes-248x300.jpg 248w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/02/Tasmanian_tribes-768x928.jpg 768w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/02/Tasmanian_tribes.jpg 799w" sizes="auto, (max-width: 248px) 100vw, 248px" /><figcaption class="wp-element-caption">Tasmanische Stämme</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Der Konflikt um das Weideland für die Schafzucht eskalierte in den 1820er Jahren zum „Black War“, einem grausamen Guerillakrieg. Den Höhepunkt der staatlichen Gewalt bildete die „Black Line“ von 1830. Gouverneur George Arthur ließ über 2.000 Mann quer über die Insel aufmarschieren, um die Clans einzukesseln. Militärisch endete das Manöver in einem Desaster; man nahm lediglich zwei Gefangene und tötete zwei Personen. Doch psychologisch und logistisch war der Druck nun verheerend. Bewaffnete Siedlerbanden und das Militär verfolgten die Clans ununterbrochen und schnitten sie von ihren angestammten Jagdgründen und Muschelbanken ab. Die schiere Masse der Invasoren machte deutlich, dass die alte Freiheit endgültig verloren war. In diesem Zustand der körperlichen Erschöpfung und des Hungers erschien Robinson den verbliebenen Gruppen als der einzige Ausweg, um den Gewehren der Siedler zu entkommen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Das bittere Exil von Wybalenna</h3>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignleft size-medium"><img loading="lazy" decoding="async" width="300" height="206" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/02/Residence_of_the_Aborigines_Flinders_Island_by_John_Skinner_Prout-300x206.png" alt="" class="wp-image-6728" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/02/Residence_of_the_Aborigines_Flinders_Island_by_John_Skinner_Prout-300x206.png 300w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/02/Residence_of_the_Aborigines_Flinders_Island_by_John_Skinner_Prout-135x93.png 135w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/02/Residence_of_the_Aborigines_Flinders_Island_by_John_Skinner_Prout.png 544w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption class="wp-element-caption">Wybalenna, 1846</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Robinson nutzte diese Notlage strategisch aus. Er überredete die verbliebenen 154 Überlebenden mit dem Versprechen auf Schutz und eine Rückkehrgarantie zur Aufgabe. Doch statt der versprochenen Sicherheit folgte die Deportation nach Wybalenna auf Flinders Island. Hier erwiesen sich die Krankheiten der Europäer als tödliche Gefahr: Das Immunsystem der Palawa war gegen Erreger wie Influenza oder Tuberkulose wehrlos. Robinson zwang die Menschen, ihre Namen abzulegen, und steckte die Kinder in Heime, was die gewachsenen Familienbande endgültig zerriss. Von den 220 nach und nach internierten Personen starb der Großteil an Infektionen und Kummer. Als die letzten 47 Überlebenden 1847 nach Oyster Cove verlegt wurden, war ihr jahrtausendealtes Nomadentum bereits vernichtet.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Die historische Bewertung eines Untergangs</h3>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-medium"><img loading="lazy" decoding="async" width="300" height="292" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/02/Truganini_and_last_4_tasmanian_aborigines-300x292.jpg" alt="" class="wp-image-6727" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/02/Truganini_and_last_4_tasmanian_aborigines-300x292.jpg 300w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/02/Truganini_and_last_4_tasmanian_aborigines-768x748.jpg 768w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/02/Truganini_and_last_4_tasmanian_aborigines.jpg 916w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption class="wp-element-caption">Truganini und die letzten Tasmanier, 1860</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Die Debatte, ob diese Ereignisse als Genozid einzustufen sind, bewegt die Forschung bis heute. Historiker betonen, dass die Kombination aus systematischer Vertreibung, dem Entzug von Lebensmitteln während des Krieges und der tödlichen Vernachlässigung in Wybalenna die Absicht belegt, diese Gruppe zu vernichten. Auch wenn Robinson sich selbst als Menschenfreund sah, war sein Handeln das Werkzeug einer Politik, die ein eigenständiges Leben der Palawa unmöglich machte. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Lange Zeit galt der Tod von Truganini – die Robinson jahrelang auf seinen Reisen unterstützt hatte – im Jahr 1876 als das Aussterben der „letzten“ Tasmanierin. Doch dieser koloniale Mythos ignorierte die Existenz vieler Überlebender. Die Identität der heutigen Palawa-Gemeinschaft beweist, dass die vollständige Auslöschung des Volkes letztlich scheiterte.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h4 class="wp-block-heading">Zum Weiterlesen</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Links, die mit Sternchen (*) gekennzeichnet sind, führen auf die Seite von Amazon.de. Wenn Sie über diese Links bestellen, unterstützen Sie unsere Arbeit, ohne dass Ihnen Mehrkosten entstehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Boyce, J. (2010): <a href="https://amzn.to/3ZpfaTH">Van Diemen&#8217;s Land</a>. Eine tiefgreifende Untersuchung der kolonialen Expansion und ihrer Folgen für die Ureinwohner.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Bildnachweis</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Titel: Ureinwohner am <em>Ouse River</em>, 1839.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Karte: Wikimedia Commons, Martyman. <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/">CC BY-SA 3.0</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Alle weiteren Bilder gemeinfrei.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.imperien-und-inseln.de/neuzeit/das-ende-einer-welt-britische-kolonisation-und-der-untergang-der-tasmanier/">Das Ende einer Welt &#8211; Britische Kolonisation und der Untergang der Tasmanier</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.imperien-und-inseln.de">Imperien und Inseln</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.imperien-und-inseln.de/neuzeit/das-ende-einer-welt-britische-kolonisation-und-der-untergang-der-tasmanier/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		<enclosure url="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/03/Australien_Untergang_der_Tasmanier-1.mp3" length="6865720" type="audio/mpeg" />

			</item>
	</channel>
</rss>
