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	<title>Blockfreie Staaten Archive - Imperien und Inseln</title>
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	<description>Entdeckungsreise durch die Geschichte Asiens</description>
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	<title>Blockfreie Staaten Archive - Imperien und Inseln</title>
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		<title>Die UNO und das Ende der Kolonialreiche</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Kuratierte Artikel]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 05 Sep 2025 12:00:00 +0000</pubDate>
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<p>Der Beitrag <a href="https://www.imperien-und-inseln.de/zeitgeschichte/die-uno-und-das-ende-der-kolonialreiche/">Die UNO und das Ende der Kolonialreiche</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.imperien-und-inseln.de">Imperien und Inseln</a>.</p>
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<p>Die Vereinten Nationen entstanden in einer Welt, in der die meisten heutigen Mitgliedstaaten noch nicht unabhängig waren. 1945 bestand die Organisation überwiegend aus europäischen und amerikanischen Staaten. Kolonialreiche in Afrika, Asien und Ozeanien prägten weiterhin das internationale System. Innerhalb von zwei Jahrzehnten veränderte sich dieses Bild grundlegend. Die Entkolonialisierung, vorangetrieben durch nationale Befreiungsbewegungen und internationale Solidarität, prägte fortan die Zusammensetzung und die Themen der UNO.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Entkolonialisierung als globale Bewegung</h3>



<p>Die Auflösung der Kolonialreiche begann unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg. In Asien erlangten <a href="https://www.imperien-und-inseln.de/zeitgeschichte/teilung-und-gewalt-der-sommer-1947/">Indien und Pakistan</a> 1947 ihre Unabhängigkeit, <a href="https://www.imperien-und-inseln.de/zeitgeschichte/geheime-diplomatie-und-machtspiele-indonesien-im-kalten-krieg-die-sukarno-aera/">Indonesien </a>folgte nach einem längeren Konflikt mit den Niederlanden 1949. In Afrika setzte die Welle der Unabhängigkeitserklärungen ab Ende der 1950er Jahre ein, beginnend mit Ghana 1957. Diese Entwicklungen spiegelten sich in der UNO wider. Mit jedem neuen Mitglied wuchs die Vielfalt an politischen Erfahrungen, Forderungen und Perspektiven.</p>



<p>Für viele junge Staaten war die Mitgliedschaft in der UNO mehr als nur ein diplomatischer Schritt. Sie bot die Möglichkeit, den eigenen Status zu festigen, internationale Unterstützung zu mobilisieren und koloniale Herrschaft öffentlich zu kritisieren. Die Generalversammlung entwickelte sich zu einem Ort, an dem diese Anliegen Gehör fanden.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="443" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/09/United_Nations_Member_States-1945-1024x443.png" alt="" class="wp-image-4714" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/09/United_Nations_Member_States-1945-1024x443.png 1024w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/09/United_Nations_Member_States-1945-300x130.png 300w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/09/United_Nations_Member_States-1945-768x333.png 768w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/09/United_Nations_Member_States-1945.png 1450w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">1945 &#8211; Blau: UN-Mitglieder, dunkelblau: Kolonien der UN-Mitglieder, grau: kein UN-Mitglied</figcaption></figure>
</div>


<h3 class="wp-block-heading">Die Rolle der Generalversammlung</h3>



<p>Die Generalversammlung gewann im Prozess der Entkolonialisierung erheblich an Bedeutung. Da alle Mitgliedstaaten in diesem Gremium gleichberechtigt sind, konnten auch kleine und neu unabhängige Staaten ihre Anliegen auf die Tagesordnung setzen. Ein Höhepunkt war die Verabschiedung der „Deklaration über die Gewährung der Unabhängigkeit an koloniale Länder und Völker“ im Dezember 1960, bekannt als Resolution 1514. Darin wurde das Recht auf Selbstbestimmung bekräftigt und die Pflicht zur raschen und bedingungslosen Beendigung kolonialer Herrschaft formuliert.</p>



<p>Die Erklärung hatte keinen bindenden Charakter, entfaltete aber eine erhebliche symbolische Wirkung. Sie lieferte Befreiungsbewegungen weltweit eine internationale Legitimation und setzte Kolonialmächte unter Druck. In der Generalversammlung führten solche Initiativen zu intensiven Debatten zwischen den neu unabhängigen Staaten und den verbliebenen Kolonialmächten.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Fallbeispiele</h3>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-medium"><img decoding="async" width="300" height="300" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/09/Algerian_war_collage_wikipedia-300x300.jpg" alt="" class="wp-image-4715" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/09/Algerian_war_collage_wikipedia-300x300.jpg 300w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/09/Algerian_war_collage_wikipedia-150x150.jpg 150w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/09/Algerian_war_collage_wikipedia-768x768.jpg 768w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/09/Algerian_war_collage_wikipedia.jpg 960w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption class="wp-element-caption">Unabhängigkeitskampf in Algerien</figcaption></figure>
</div>


<p><strong>Algerien</strong><br>Der Algerienkrieg, der 1954 begann, wurde von Frankreich als interne Angelegenheit betrachtet. Afrikanische und arabische Staaten brachten das Thema jedoch wiederholt in die Generalversammlung ein. Auch wenn Frankreich zunächst Widerstand leistete, trugen die Debatten dazu bei, die internationale Wahrnehmung des Konflikts zu verändern. Die Unabhängigkeit Algeriens 1962 markierte auch in der UNO einen politischen Wendepunkt.</p>



<p><strong>Namibia</strong><br>Namibia stand nach dem Ersten Weltkrieg unter südafrikanischer Verwaltung. Südafrika weigerte sich, das Mandat der UNO anzuerkennen, und führte seine Apartheidpolitik im Gebiet fort. Die UNO erklärte die südafrikanische Präsenz für illegal und übernahm formal die Verantwortung für das Territorium. Über Jahre hinweg übte die Organisation diplomatischen Druck aus, unterstützte die Unabhängigkeitsbewegung SWAPO und bereitete den Weg für die staatliche Unabhängigkeit 1989.</p>



<p><strong>Portugiesische Kolonien</strong><br>In Angola, Mosambik und Guinea-Bissau unterstützte die UNO die Forderungen der Befreiungsbewegungen, insbesondere nachdem Portugal den Entkolonialisierungsprozess lange verweigert hatte. Resolutionen der Generalversammlung verurteilten die portugiesische Politik und forderten das Ende kolonialer Herrschaft.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Blockfreie Staaten als neue politische Kraft</h3>



<p>Die Bewegung der Blockfreien, offiziell gegründet 1961 in Belgrad, prägte die UNO nachhaltig. Zu ihr gehörten Staaten wie Indien, Jugoslawien, Ägypten und Indonesien. Sie suchten eine eigenständige Position zwischen den beiden Machtblöcken und nutzten die Generalversammlung, um gemeinsame Anliegen zu formulieren. Die Themen reichten von der Unterstützung nationaler Befreiungskämpfe über Abrüstung bis hin zu wirtschaftlichen Forderungen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Reaktionen der Kolonialmächte</h3>



<p>Kolonialmächte reagierten unterschiedlich auf den wachsenden Druck der UNO. Manche gaben ihre Kolonien nach Verhandlungen auf, andere versuchten, den Prozess zu verzögern oder in eine für sie günstige Richtung zu lenken. Die Auseinandersetzungen in der Generalversammlung verdeutlichten den Gegensatz zwischen normativen Ansprüchen und machtpolitischen Interessen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Bilanz</h3>



<p>Die UNO war ein Katalysator für die internationale Anerkennung der Entkolonialisierung. Sie bot ein Forum, in dem Unabhängigkeitsbewegungen Gehör fanden und politische Unterstützung erhielten. Ihre Resolutionen hatten oft vor allem symbolische Wirkung, doch sie prägten das internationale Klima. Langfristig führte die Aufnahme zahlreicher neuer Staaten zu einer Verschiebung der Mehrheitsverhältnisse in der Generalversammlung und zu einer Erweiterung der Themenagenda, in der Fragen von Entwicklung, sozialer Gerechtigkeit und kultureller Selbstbestimmung zunehmend an Gewicht gewannen.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h3 class="wp-block-heading">Zum Weiterlesen</h3>



<p>Links, die mit Sternchen (*) gekennzeichnet sind, führen auf die Seite von Amazon.de. Wenn Sie über diese Links bestellen, unterstützen Sie unsere Arbeit, ohne dass Ihnen Mehrkosten entstehen.</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Sven Bernhard Gareis / Johannes Varwick: <a href="https://www.amazon.de/Die-Vereinten-Nationen-Aufgaben-Instrumente/dp/3825285731?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;dib=eyJ2IjoiMSJ9.SyIqdYEZMU4IEqGy8m5IOulJ17zzhlx_vj3I1qy5lupFJw73u5rgdRAKC6hrZou0vXZFOHNpnhSoGPPKf70NemmOd6WvzSMMokcba-bRL8h6wv-1myNGX_IfEEf-B2xQ2JfbG79DATYrYKEignq2E-cTj3wp0SDTXtESdFST9EF8NqAa2M1VWSH60asZehm2VFRJ7Gxgwu86NNuqGmQ7Mn--Tb_15xilHRFsqNMs3nE.Nh2Y78iC8Y_SSYMJf5BJU2mx5lvNARtAm1cctLLp7vA&amp;dib_tag=se&amp;keywords=Die+Vereinten+Nationen+varwick&amp;qid=1756780432&amp;sr=8-1&amp;linkCode=ll1&amp;tag=suedostasie01-21&amp;linkId=42e16b5848d382a18da69bdbeac2212a&amp;language=de_DE&amp;ref_=as_li_ss_tl">Die Vereinten Nationen. Aufgaben, Instrumente und Reformen</a>* – Überblick zu Strukturen, Instrumenten und politischer Praxis der UNO.</li>



<li>Amy L. Sayward: <a href="https://www.amazon.de/Nations-International-History-Approaches-English-ebook/dp/B06X9MG7KY?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;crid=2NYRSE4HZFV0Z&amp;dib=eyJ2IjoiMSJ9.3KuQ7wpa1Od44iYUZBdBELofg2LI3mdEk1qjWKgliBLldZfYirvOj-OQfJpEoTxhmpsbJgI5vm65I19p5WUPUtulr3nvoaVBS1F4dmjZa3t_g1Y0wLIZITepP6ao5jcJfaE68LxYQ4Oj0QDlyzuxQLU5CQ-awd_kWAC5K5AIahG3Ta-l0Aex7sumDkg8Wx17irw_3bHi6E_JrLxHFxYXlq4EDxx6CQxtOYJOHuw34R4.Q8JMq2dl62-gd68mGA_DPmDMXL4LsvM-zttviTfxmqA&amp;dib_tag=se&amp;keywords=The+United+Nations+in+International+History&amp;qid=1756780563&amp;sprefix=the+united+nations+in+international+history%2Caps%2C237&amp;sr=8-1&amp;linkCode=ll1&amp;tag=suedostasie01-21&amp;linkId=0c822043001524ef2a3523f3b29615ec&amp;language=de_DE&amp;ref_=as_li_ss_tl">The United Nations in International History</a>* – Darstellung der UNO als Bühne internationaler Konflikte und als Akteur im 20. Jahrhundert.</li>
</ul>



<h3 class="wp-block-heading">Bildnachweis</h3>



<p>Titel: Mit Scheinwerfern angeleuchtetes Hauptquartier der UN, 1950.</p>



<p>Alle Bilder gemeinfrei.</p>
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		<title>Blockiert und gebraucht &#8211; Die UNO im Kalten Krieg</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Kuratierte Artikel]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 30 Jul 2025 12:00:35 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Der Kalte Krieg bestimmte die UN-Arbeit von Anfang an. Die Organisation war in ein System aus Misstrauen und Machtpolitik eingebunden und musste sich in einer Umgebung behaupten, in der Konsens &#8230; </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.imperien-und-inseln.de/weltweit/blockiert-und-gebraucht-die-uno-im-kalten-krieg/">Blockiert und gebraucht &#8211; Die UNO im Kalten Krieg</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.imperien-und-inseln.de">Imperien und Inseln</a>.</p>
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<p>Der Kalte Krieg bestimmte die UN-Arbeit von Anfang an. Die Organisation war in ein System aus Misstrauen und Machtpolitik eingebunden und musste sich in einer Umgebung behaupten, in der Konsens selten zu erreichen war. Die frühen Jahrzehnte zeigten deutlich die Kluft zwischen Anspruch und Realität der UNO, doch trotz institutioneller Lähmung blieben die Vereinten Nationen ein zentraler Bezugspunkt der internationalen Politik und bewiesen ihre Bedeutung als Plattform für Dialog und Kooperation in einer geteilten Welt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Blockade im Sicherheitsrat</h2>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignleft size-medium"><img decoding="async" width="300" height="206" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/07/Adlai_Stevenson_shows_missiles_to_UN_Security_Council_with_David_Parker_standing-300x206.jpg" alt="" class="wp-image-4204" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/07/Adlai_Stevenson_shows_missiles_to_UN_Security_Council_with_David_Parker_standing-300x206.jpg 300w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/07/Adlai_Stevenson_shows_missiles_to_UN_Security_Council_with_David_Parker_standing-1024x704.jpg 1024w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/07/Adlai_Stevenson_shows_missiles_to_UN_Security_Council_with_David_Parker_standing-768x528.jpg 768w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/07/Adlai_Stevenson_shows_missiles_to_UN_Security_Council_with_David_Parker_standing-1536x1056.jpg 1536w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/07/Adlai_Stevenson_shows_missiles_to_UN_Security_Council_with_David_Parker_standing-2048x1408.jpg 2048w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/07/Adlai_Stevenson_shows_missiles_to_UN_Security_Council_with_David_Parker_standing-135x93.jpg 135w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/07/Adlai_Stevenson_shows_missiles_to_UN_Security_Council_with_David_Parker_standing-scaled.jpg 1600w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption class="wp-element-caption">Kuba-Krise, 1962: US-Diplomat Adlai Stevenson II präsentiert Aufnahmen zu den russischen Raketen</figcaption></figure>
</div>


<p>Die Idee kollektiver Sicherheit bildete das Kernstück der UNO-Charta, war im Kalten Krieg jedoch schwer umsetzbar. Die ständigen Mitglieder des Sicherheitsrats, insbesondere die Vereinigten Staaten und die Sowjetunion, verhinderten durch ihr Vetorecht viele Entscheidungen. Diese Struktur folgte ursprünglich der Überlegung, dass stabile Lösungen die Zustimmung der Großmächte voraussetzen. In der Praxis führte sie jedoch dazu, dass die UNO in zentralen Konflikten handlungsunfähig blieb, da die Großmächte zu oft ihren eigenen Interessen folgten.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-medium"><img loading="lazy" decoding="async" width="300" height="204" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/07/Stop_Criminal_-_UN_poster-300x204.jpg" alt="" class="wp-image-4200" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/07/Stop_Criminal_-_UN_poster-300x204.jpg 300w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/07/Stop_Criminal_-_UN_poster-135x93.jpg 135w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/07/Stop_Criminal_-_UN_poster.jpg 606w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption class="wp-element-caption">UN-Poster, 1950</figcaption></figure>
</div>


<p>Nur in Ausnahmefällen konnte der Sicherheitsrat eingreifen, etwa beim Korea-Konflikt Anfang der fünfziger Jahre, als die Sowjetunion der entscheidenden Sitzung fernblieb und daher kein Veto einlegen konnte. Solche Situationen blieben jedoch selten. Der Ost-West-Gegensatz verwandelte den Sicherheitsrat in erster Linie in eine Bühne für politische Stellungnahmen statt in ein Organ effektiver Friedenssicherung.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Generalversammlung gewinnt an Bedeutung</h2>



<p>Angesichts dieser Lähmung verlagerte sich ein Teil der internationalen Auseinandersetzungen in die Generalversammlung, wo alle Mitgliedstaaten gleichberechtigt vertreten waren. Zwar konnte die Versammlung keine bindenden Beschlüsse fassen, doch sie entwickelte sich zu einem Forum von wachsender politischer Relevanz. </p>



<p>Einen wichtigen Meilenstein stellte die <a href="https://www.un.org/depts/german/gv-early/ar377.pdf">Resolution 377</a> von 1950 dar, bekannt unter dem Titel &#8222;Uniting for Peace&#8220;. Sie eröffnete der Generalversammlung die Möglichkeit, in Fällen schwerer Friedensbedrohung eigene Empfehlungen auszusprechen, wenn der Sicherheitsrat blockiert war. Auch ohne rechtlich bindende Wirkung hatten derartige politische Signale einen Wert.</p>



<p>In den sechziger und siebziger Jahren gewann die Generalversammlung weiter an Gewicht und wurde zu einem Ort, an dem sich neue politische Allianzen bildeten. Die blockfreien Staaten suchten einen dritten Weg zwischen den Machtblöcken und wollten die internationale Ordnung mitgestalten. In der Generalversammlung fanden sie die Möglichkeit. Resolutionen zu Abrüstung, wirtschaftlicher Gleichberechtigung oder zur Unterstützung nationaler Befreiungsbewegungen waren Ausdruck dieser Entwicklung, auch wenn ihre praktische Umsetzung begrenzt blieb.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Friedenssicherung durch Innovation</h2>



<p>Trotz der politischen Blockade im Sicherheitsrat entwickelten die Vereinten Nationen neue Formen der Friedenssicherung, die in der Praxis Wirkung entfalteten. Zwar verfügte die Organisation über keine eigenen Streitkräfte, doch sie konnte unter bestimmten Bedingungen Missionen entsenden, die zur Stabilisierung beitrugen. Diese Einsätze basierten auf Einvernehmen, Freiwilligkeit und einer klaren Begrenzung des Mandats.</p>



<p>Die erste große Mission dieser Art entstand nach der Suezkrise 1956, als Israel, Großbritannien und Frankreich Ägypten militärisch angriffen. Die UNO entsandte die United Nations Emergency Force nach Ägypten. Das waren Truppen ohne Kampfaufträge, die den Rückzug der intervenierenden Staaten begleiten und eine erneute Eskalation verhindern sollten. Ihre Präsenz trug zur Stabilisierung bei und ermöglichte diplomatische Gespräche.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignleft size-medium"><img loading="lazy" decoding="async" width="300" height="231" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/07/Swedish_UN-soldier_in_Congo_enlarged-300x231.jpg" alt="" class="wp-image-4201" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/07/Swedish_UN-soldier_in_Congo_enlarged-300x231.jpg 300w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/07/Swedish_UN-soldier_in_Congo_enlarged-768x592.jpg 768w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/07/Swedish_UN-soldier_in_Congo_enlarged.jpg 960w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption class="wp-element-caption">Schwedischer UN-Soldat im Kongo, 1960</figcaption></figure>
</div>


<p>Ein weiterer bedeutsamer Einsatz begann 1960 im Kongo, wo nach der Unabhängigkeit ein Machtvakuum, regionale Abspaltungen und ausländische Interventionen entstanden waren. Die Mission ONUC sollte die territoriale Einheit sichern, eine Eskalation verhindern und politische Übergänge ermöglichen. Obwohl politisch umstritten, trug der Einsatz dazu bei, eine direkte militärische Konfrontation zwischen Großmächten zu vermeiden.</p>



<p>Parallel dazu entsandte die UNO Beobachter nach Palästina oder Kaschmir. Diese unbewaffneten Missionen konnten keine Gewalt verhindern, trugen aber zur internationalen Präsenz, zur Berichterstattung und zur Vertrauensbildung bei.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Entkolonialisierung verändert die Organisation</h2>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-medium"><img loading="lazy" decoding="async" width="300" height="190" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/07/Bundesarchiv_Bild_183-M0925-306_Aufnahme_der_DDR_in_die_UNO-300x190.jpg" alt="" class="wp-image-4202" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/07/Bundesarchiv_Bild_183-M0925-306_Aufnahme_der_DDR_in_die_UNO-300x190.jpg 300w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/07/Bundesarchiv_Bild_183-M0925-306_Aufnahme_der_DDR_in_die_UNO-768x486.jpg 768w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/07/Bundesarchiv_Bild_183-M0925-306_Aufnahme_der_DDR_in_die_UNO.jpg 796w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption class="wp-element-caption">Aufnahme der DDR in die UN, 1973</figcaption></figure>
</div>


<p>Mit der Entkolonialisierung wuchs die Zahl der UNO-Mitglieder von 51 Staaten im Jahr 1945 auf über 100 im Jahr 1970. Eine Veränderung mit konkreten politischen Folgen, wie man es am Umgang mit dem Algerienkrieg erkennen kann: Während Frankreich internationale Diskussionen zu verhindern suchte, brachten afrikanische und arabische Staaten das Thema beharrlich in die Generalversammlung ein. Ähnliche Entwicklungen gab es im Umgang mit der Apartheid in Südafrika, wo die Versammlung die rassistische Politik verurteilte, Sanktionen forderte und anti-koloniale Bewegungen unterstützte.</p>



<p>Auch wirtschaftliche Fragen gewannen an Bedeutung. In den siebziger Jahren forderten viele Entwicklungsländer eine Neue Internationale Wirtschaftsordnung mit gerechteren Ressourcenverteilung und mehr Mitsprache bei globalen Regeln. Die Bewegung der Blockfreien trug diese Anliegen in die Organisation und nutzte vor allem die Generalversammlung als Ort der Sichtbarkeit.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Stille Erfolge in der technischen Zusammenarbeit</h2>



<p>Jenseits der politischen Lähmung entwickelte sich eine funktionsfähige Infrastruktur globaler Kooperation. Organisationen wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO), die Internationale Zivilluftfahrtorganisation (ICAO) oder die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) arbeiteten erfolgreich in Bereichen, die vom Systemkonflikt weitgehend unberührt blieben.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignleft size-medium is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="300" height="198" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/07/WHO_AFRO_Regional_Office-300x198.jpg" alt="" class="wp-image-4203" style="width:300px;height:auto" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/07/WHO_AFRO_Regional_Office-300x198.jpg 300w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/07/WHO_AFRO_Regional_Office-1024x675.jpg 1024w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/07/WHO_AFRO_Regional_Office-768x506.jpg 768w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/07/WHO_AFRO_Regional_Office.jpg 1280w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption class="wp-element-caption">WHO Office of the African Region (AFRO), Brazzaville (Kongo), 1972</figcaption></figure>
</div>


<p>Die WHO koordinierte Impfprogramme und internationale Reaktionen auf Krankheitsausbrüche, die ICAO entwickelte Sicherheitsstandards für den internationalen Flugverkehr, und die WMO förderte den Austausch meteorologischer Daten für Navigation, Landwirtschaft und Katastrophenschutz. Diese Zusammenarbeit verlief leise, war aber in ihrer langfristigen Wirkung bedeutend. Auch kleinere Staaten profitierten davon, konnten sich beteiligen, Personal ausbilden lassen und eigene Institutionen aufbauen. So wurde die UNO zu einer Infrastruktur globaler Kooperation, die unabhängig vom politischen Stillstand funktionierte.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h2 class="wp-block-heading">Zum Weiterlesen</h2>



<p>Links, die mit Sternchen (*) gekennzeichnet sind, führen auf die Seite von Amazon.de. Wenn Sie über diese Links bestellen, unterstützen Sie unsere Arbeit, ohne dass Ihnen Mehrkosten entstehen.</p>



<p><strong>Sven Bernhard Gareis / Johannes Varwick (2002):</strong> <a href="https://www.amazon.de/-/en/Die-Vereinten-Nationen-Aufgaben-Instrumente/dp/3825285731?crid=3GPWS2KGN7ADY&amp;dib=eyJ2IjoiMSJ9.SyIqdYEZMU4IEqGy8m5IOp5LqWSQjFOBd1ACHirR5uB7zWgZ28Z46UuPNjGNE0aYITKrPjwXlYk9B4qLjAEjOR9_Nt2EKZ_zksYHc_MDV-ihDnFqQnr6hXA717zITbjKqbVrLBAs5pTLUekUveoUi_wmvDMdnvsc9KwfTgBa8cNh7rq04IenzZvzIEnCh-4Crtrt806TUc7Cs4DCCCFBxww41GKtmMXBIrlMTXCDMWk.0ESm94RNpnfEGPvb-PZyI1PMrDNFMTcK5JKNqwep6FE&amp;dib_tag=se&amp;keywords=Die+Vereinten+Nationen.+Aufgaben%2C+Instrumente+und+Reformen.+Einf%C3%BChrung+in+Struktur%2C+Mandate+und+politische+Praxis+der+UNO&amp;qid=1766151665&amp;sprefix=die+vereinten+nationen.+aufgaben+instrumente+und+reformen.+einf%C3%BChrung+in+struktur+mandate+und+politische+praxis+der+uno%2Caps%2C178&amp;sr=8-1&amp;linkCode=ll1&amp;tag=suedostasie01-21&amp;linkId=610769211df034ba87ece56e70326cc3&amp;language=en_GB&amp;ref_=as_li_ss_tl"><em>Die Vereinten Nationen. Aufgaben, Instrumente und Reformen.</em> Einführung in Struktur, Mandate und politische Praxis der UNO</a>.*</p>



<h3 class="wp-block-heading">Bildnachweis</h3>



<p>Titel: Jacob A. Malik, Vertreter der Sowjetunion im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen, hebt die Hand, um die einzige Gegenstimme gegen die Resolution abzugeben, die die chinesischen Kommunisten zum Abzug ihrer Truppen aus Korea auffordert. New York, Dezember 1950.</p>



<p>DDR-Aufnahme: Bundesarchiv, Bild 183-M0925-306 / Spremberg, Joachim / CC-BY-SA 3.0</p>



<p>WHO-Office: Wikimedia Commons, Stanisom.</p>



<p>Alles weitere public domain.</p>



<p></p>
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		<item>
		<title>Die US-Strategie</title>
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		<dc:creator><![CDATA[André]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 13 Apr 2025 17:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Der Kalte Krieg]]></category>
		<category><![CDATA[Geheime Diplomatie und Machtspiele - Indonesien im Kalten Krieg]]></category>
		<category><![CDATA[Indonesien]]></category>
		<category><![CDATA[Zeitgeschichte]]></category>
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		<category><![CDATA[Antikommunismus]]></category>
		<category><![CDATA[Außenpolitik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Truman-Doktrin und der Beginn des Kalten Krieges Geheime Diplomatie und Machtspiele &#8211; Indonesien im Kalten Krieg: Folge 5 Die US-Außenpolitik in der Sukarno-Zeit stand im Zeichen des Kalten Krieges. &#8230; </p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<figure class="wp-block-audio"><audio controls src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/04/US-Strategie.mp3"></audio></figure>



<h5 class="wp-block-heading">Die Truman-Doktrin und der Beginn des Kalten Krieges</h5>



<p><a href="https://www.imperien-und-inseln.de/category/indonesien_im_kalten_krieg">Geheime Diplomatie und Machtspiele &#8211; Indonesien im Kalten Krieg: Folge 5</a></p>



<p>Die US-Außenpolitik in der Sukarno-Zeit stand im Zeichen des Kalten Krieges. Am 12. März 1947 hielt Präsident Harry S. Truman eine Rede, die als Truman-Doktrin in die Geschichte einging und die nachfolgenden Jahrzehnte prägen sollte.</p>



<figure class="wp-block-embed alignright is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">
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</div></figure>



<p>Truman stellte zwei Lebensweisen gegenüber:</p>



<p>Die erste zeichnet sich aus durch freie Institutionen, repräsentative Regierung, freie Wahlen, Garantie der individuellen Freiheit, Meinungsfreiheit, Religionsfreiheit und Freiheit vor politischer Repression.</p>



<p>Die zweite ist geprägt vom Willen einer Minderheit, die dieser der Mehrheit aufzwingt. Sie stützt sich auf Unterdrückung, Zensur und fehlende Freiheiten. Die Wahlen sind manipuliert.</p>



<p>Truman nahm Stellung dazu, wie sich die USA in dieser Situation verhalten müssten: </p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignleft size-medium"><img loading="lazy" decoding="async" width="300" height="237" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/01/Special_Message_to_Congress_on_Greece_and_Turkey_The_Truman_Doctrine-300x237.jpg" alt="" class="wp-image-1533" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/01/Special_Message_to_Congress_on_Greece_and_Turkey_The_Truman_Doctrine-300x237.jpg 300w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/01/Special_Message_to_Congress_on_Greece_and_Turkey_The_Truman_Doctrine-768x606.jpg 768w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/01/Special_Message_to_Congress_on_Greece_and_Turkey_The_Truman_Doctrine.jpg 795w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption class="wp-element-caption">Harry S. Trueman bei der Rede vor dem Kongress</figcaption></figure>
</div>


<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>„Ich glaube, dass es die Politik der Vereinigten Staaten sein muss, freie Völker zu unterstützen, die sich der versuchten Unterwerfung durch bewaffnete Minderheiten oder durch Druck von außen widersetzen.&#8220;<sup data-fn="5dd1b71c-6313-44ac-9e5c-d9ba80da28f0" class="fn"><a id="5dd1b71c-6313-44ac-9e5c-d9ba80da28f0-link" href="#5dd1b71c-6313-44ac-9e5c-d9ba80da28f0">1</a></sup></p>
</blockquote>



<p>Dies bedeutete das Ende der Zusammenarbeit mit der Sowjetunion und den Beginn des Kalten Krieges.</p>



<h5 class="wp-block-heading">Die Containment-Politik und George F. Kennan</h5>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-medium"><img loading="lazy" decoding="async" width="214" height="300" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/01/1459px-George_F._Kennan_1947-214x300.jpg" alt="" class="wp-image-1536" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/01/1459px-George_F._Kennan_1947-214x300.jpg 214w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/01/1459px-George_F._Kennan_1947-730x1024.jpg 730w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/01/1459px-George_F._Kennan_1947-768x1078.jpg 768w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/01/1459px-George_F._Kennan_1947-1095x1536.jpg 1095w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/01/1459px-George_F._Kennan_1947.jpg 1140w" sizes="auto, (max-width: 214px) 100vw, 214px" /><figcaption class="wp-element-caption">George F. Kennan, 1947</figcaption></figure>
</div>


<p>Ein Mittel, die Ansprüche der Truman-Doktrin umzusetzen, war die Containment-Politik, die ebenfalls 1947 von dem Diplomaten und Berater des Außenministeriums, <a href="https://www.imperien-und-inseln.de/george-f-kennan/">George F. Kennan</a>, formuliert wurde.</p>



<p>Er war ein Gegner eines politischen Universalismus, der davon ausging, dass Menschen prinzipiell auf gleiche Art reagieren. Er sah eine Welt voller Vielfalt und die USA als nicht stark genug, allen feindseligen und verantwortungslosen Kräften allein entgegenzutreten.</p>



<p>Für Kennan waren Friedensbestrebungen nicht per se das Mittel der ersten Wahl, denn das Konzept dahinter sei nicht umsetzbar, und die Pazifisten sah er als Tagträumer. Krieg sei nötig, um den Status quo aufzubrechen und damit langfristig Besserungen einzuleiten.</p>



<p>Der Verzicht auf militärische Eingriffe würde die amerikanische Einflussnahme verringern und damit auch die weltweite Sicherheit und Stabilität gefährden.</p>



<p>Kennan konkretisierte:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>„So unangenehm dies auch sein mag, müssen wir uns möglicherweise der Tatsache stellen, dass es Fälle geben kann, in denen Gewalt irgendwo in der Welt in begrenztem Umfang wünschenswerter ist als die Alternativen, weil diese Alternativen globale Kriege wären, in die wir selbst verwickelt wären, in denen niemand gewinnen würde und in denen die gesamte Zivilisation mit hinuntergezogen würde. Ich denke, wir müssen uns der Tatsache stellen, dass es Friedensregelungen geben kann, die für die Sicherheit dieses Landes weniger akzeptabel sind als isolierte Gewaltausbrüche.&#8220;<sup data-fn="3d520140-7a4b-43bc-8aa9-9d91c9fd297f" class="fn"><a id="3d520140-7a4b-43bc-8aa9-9d91c9fd297f-link" href="#3d520140-7a4b-43bc-8aa9-9d91c9fd297f">2</a></sup></p>
</blockquote>



<p>Um das zu verhindern, sollte ein partikulärer Ansatz gewählt werden. Es sollte ein Gleichgewicht unter den feindseligen und unzuverlässigen Kräften der Welt geben, und wenn nötig sollten sie gegeneinander ausgespielt werden. So könnten Intoleranz, Gewalt und Fanatismus dieser Staaten gegeneinander gerichtet werden, statt gegen die USA.</p>



<p>Ein Jahr später schrieb George F. Kennan, dass es in Gebieten, wo man es nicht zulassen könne, dass sie in feindliche Hände fielen, die dortigen politischen Regime aufrechterhalten werden sollten. In seinem ersten Entwurf zählte er zu diesen relevanten Gebieten die Länder der Atlantischen Gemeinschaft: wie Westeuropa, Kanada und Westafrika, sowie den Mitelmeerraum einschließlich des Nahen Ostens, Irans, Japans und der Philippinen.</p>



<p>Kennan glaubte, dass die US-Demokratie nicht eine komplet demokratische Welt benötigte. Wenn aber die Demokratie allein in einer Welt von totalitären Staaten wäre, könnte sie das nicht überstehen – denn in jedem von uns sei im tiefsten Inneren ein kleines Stück Totalitarismus vergraben.</p>



<p>Sein Konzept diente nicht nur den Sicherheitsinteressen, sondern auch der Zugang zu industriellen Zentren und Rohstoffen sollte gesichert und militärische Stützpunkte sollten weltweit eingerichtet werden.</p>



<p>Der größte potenzielle Gegner war die Sowjetunion. Nur sie war feindlich und stark genug, den Amerikanern entgegenzutreten. Kennan vermutete eine Antipathie der Russen aufgrund historischer und ideologischer Gründe gegenüber dem Westen.</p>



<h5 class="wp-block-heading">Die bipolare Welt und das Wettrüsten</h5>



<p>Die nachfolgenden Jahre entwickelten sich in der von Kennan vorgestellten Weise. Es bildeten sich zwei große Blöcke in der Weltpolitik heraus: der Westen und die Sowjetunion mit ihren Satellitenstaaten.</p>



<p>Im „Westen&#8220;, bestehend hauptsächlich aus den USA und den Ländern Westeuropas, begann sich eine Demokratie mit Marktwirtschaft zu entwickeln, während im „Osten&#8220;, angeführt von der Sowjetunion, eine kommunistische, zentralisierte Wirtschaftsform vorherrschend war.</p>



<p>1949 wurde die North Atlantic Treaty Organization (NATO) gegründet, eine militärische Allianz zwischen den USA, Kanada und mehreren Ländern Westeuropas.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-medium"><img loading="lazy" decoding="async" width="300" height="300" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/04/NATO_vs._Warsaw_Pact_1949-1990.svg_-300x300.png" alt="" class="wp-image-1620" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/04/NATO_vs._Warsaw_Pact_1949-1990.svg_-300x300.png 300w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/04/NATO_vs._Warsaw_Pact_1949-1990.svg_-150x150.png 150w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/04/NATO_vs._Warsaw_Pact_1949-1990.svg_.png 768w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption class="wp-element-caption">NATO- und Warschauer-Pakt-Staaten</figcaption></figure>
</div>


<p>Kennan selbst äußerte sich kritisch zur NATO-Gründung und bemängelte, dass die Containment-Doktrin zunehmend militarisiert und fehlinterpretiert wurde. In späteren Jahren distanzierte er sich von der militärischen Auslegung seiner Strategie und betonte, dass er ursprünglich einen vorwiegend politischen und wirtschaftlichen Ansatz im Sinn gehabt hatte.</p>



<p>1952 traten die Türkei und Griechenland der NATO bei, 1955 die Bundesrepublik Deutschland. Die Schlagkraft der Organisation lag in ihrer Vereinbarung, dass ein Angriff auf eines der Mitglieder als Angriff auf alle gewertet werden würde.</p>



<p>Im Jahr 1955, als Reaktion auf die Gründung der NATO und die Wiederbewaffnung Westdeutschlands, gründete die Sowjetunion zusammen mit ihren Satellitenstaaten in Osteuropa den Warschauer Pakt. Dieser bestand aus acht Ländern: Albanien, Bulgarien, Tschechoslowakei, Ungarn, Polen, Rumänien, der Sowjetunion und der Deutschen Demokratischen Republik. Der Pakt war eine formalisierte militärische Allianz, die eine gemeinsame Verteidigungsstrategie gegen die &#8222;kapitalistischen&#8220; Länder des Westens und deren Allianz, die NATO, verfolgte.</p>



<p>So hatten sich bis Mitte der 1950er-Jahre die beiden Blöcke formiert, die bis 1991 die Weltpolitik prägen sollten. Die Strategien aus der Vor-Weltkriegszeit, in der die großen Mächte darauf bedacht waren, ein Machtgleichgewicht anzustreben, waren damit antiquiert. Kissinger beschreibt die Konsequenz folgendermaßen: </p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>„In einer Welt mit zwei Mächten kann es keine Vorstellung geben, dass Konflikt zum Gemeinwohl führt; jeder Gewinn für die eine Seite ist ein Verlust für die andere.&#8220;<sup data-fn="fbc209d3-8c12-47e9-bd32-d52696b0fda0" class="fn"><a href="#fbc209d3-8c12-47e9-bd32-d52696b0fda0" id="fbc209d3-8c12-47e9-bd32-d52696b0fda0-link">3</a></sup></p>
</blockquote>



<p>Neben diesen beiden Blöcken gab es noch eine Reihe weiterer Staaten, die sich teilweise eigenständig organisierten, wie etwa die Bewegung der blockfreien Staaten. Diese Länder lagen vor allem im globalen Süden und wurden häufiger Schauplatz für ein Kräftemessen der Supermächte.</p>



<h5 class="wp-block-heading">Die Rolle der „Domino-Theorie“ und Südostasien</h5>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignleft size-medium"><img loading="lazy" decoding="async" width="240" height="300" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/04/Dwight_D._Eisenhower_official_photo_portrait_May_29_1959-1-240x300.jpg" alt="" class="wp-image-1622" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/04/Dwight_D._Eisenhower_official_photo_portrait_May_29_1959-1-240x300.jpg 240w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/04/Dwight_D._Eisenhower_official_photo_portrait_May_29_1959-1-820x1024.jpg 820w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/04/Dwight_D._Eisenhower_official_photo_portrait_May_29_1959-1-768x959.jpg 768w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/04/Dwight_D._Eisenhower_official_photo_portrait_May_29_1959-1-1230x1536.jpg 1230w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/04/Dwight_D._Eisenhower_official_photo_portrait_May_29_1959-1-1640x2048.jpg 1640w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/04/Dwight_D._Eisenhower_official_photo_portrait_May_29_1959-1-scaled.jpg 1281w" sizes="auto, (max-width: 240px) 100vw, 240px" /><figcaption class="wp-element-caption">Dwigt D. Eisenhower, 1959</figcaption></figure>
</div>


<p>Die Interventionen in diesen Ländern wurden durch geopolitische Spekulationen begründet. Im Jahr 1954 prägte der US-Präsident <a href="https://www.imperien-und-inseln.de/dwight-d-eisenhower/">Dwight D. Eisenhower</a> den Begriff der „<a href="https://www.imperien-und-inseln.de/beitraege/die-dominofalle-wie-sich-amerika-selbst-in-den-vietnamkrieg-dachte/">Domino-Theorie</a>“.</p>



<p>Diese Theorie stellt eine politische Hypothese dar, die besagt, dass wenn ein Staat in einer bestimmten Region dem Kommunismus verfällt, es wahrscheinlich sei, dass umliegende Staaten dem gleichen Pfad folgen könnten.</p>



<p>Eisenhower brachte diese Theorie in Bezug auf Vietnam zur Sprache, in dem Kontext, dass wenn Vietnam kommunistisch würde, andere Staaten in Südostasien ebenfalls dem Kommunismus anheimfallen könnten.</p>



<p>Diese Theorie fand weite Akzeptanz in der amerikanischen Politik und trug dazu bei, die US-Außenpolitik während des Kalten Krieges zu prägen. Sie birgt allerdings auch ein potenzielles Risiko: Durch die Annahme, dass selbst kleine politische Veränderungen in einem Land einen Dominoeffekt auslösen und damit den gesamten regionalen Status quo gefährden könnten, bot die Theorie eine Rechtfertigung für tiefgreifende und oft aggressive Interventionen. Dies könnte dazu führen, dass selbst kleine Konflikte als bedrohlich für die Interessen der USA angesehen und dementsprechend mit starken militärischen oder politischen Maßnahmen beantwortet werden.</p>



<h5 class="wp-block-heading">Die SEATO und die Herausforderung der Blockfreien</h5>



<p>Um in Südostasien eine Ausbreitung des Kommunismus zu verhindern, wurde 1954 nach dem Vorbild der NATO die südostasiatische Vertragsgemeinschaft SEATO gegründet. Neben den asiatischen Ländern Pakistan, Philippinen und Thailand unterzeichneten Australien, Frankreich, Großbritannien, Neuseeland und die Vereinigten Staaten ebenfalls den Vertrag.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="520" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/04/Map_of_SEATO_member_countries_-_de.svg_.png" alt="" class="wp-image-1623" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/04/Map_of_SEATO_member_countries_-_de.svg_.png 1024w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/04/Map_of_SEATO_member_countries_-_de.svg_-300x152.png 300w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/04/Map_of_SEATO_member_countries_-_de.svg_-768x390.png 768w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>
</div>


<p>Allerdings war die Organisation nicht so stabil wie das nordatlantische Gegenstück, weil es unter den Mitgliedern stärkere Streitigkeiten gab. Daher zerfiel das Bündnis lange vor Ende des Kalten Krieges: 1972 trat Pakistan aus, 1975 Frankreich, die Philippinen und Thailand. 1977 wurde die SEATO aufgelöst.</p>



<p>Der Politikwissenschaftler Vu und die Historikerin Wongsurawat sehen in konkurrierenden Organisationen in Asien einen Grund für das Scheitern der SEATO. Besonders die auf Sukarnos Initiative erstarkte Bewegung der blockfreien Staaten erschwerten beiden Supermächten und ihren Verbündeten in der Region Einfluss zu gewinnen.</p>



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<ol class="wp-block-footnotes"><li id="5dd1b71c-6313-44ac-9e5c-d9ba80da28f0"> <a href="https://www.archives.gov/milestone-documents/truman-doctrine#:~:text=President%20Truman%20declared%2C%20%22It%20must,and%20enduring%20bipartisan%20Cold%20War">Transkript in den National Archives</a>: „I believe that it must be the policy of the United States to support free peoples who are resisting attempted subjugation by armed minorities or by outside pressures.&#8220; <a href="#5dd1b71c-6313-44ac-9e5c-d9ba80da28f0-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 1 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="3d520140-7a4b-43bc-8aa9-9d91c9fd297f">Gaddis, John Lewis (2005): Strategies of containment, S. 27: „Unpleasant as this may be, we may have to face up to the fact that there may be instances where violence somewhere in the world on a limited scale is more desirable than the alternatives, because those alternatives would be global wars in which we ourselves would be involved, in which no one would win, and in which all civilization would be dragged down. I think we have to face the fact [that] there may be arrangements of peace less acceptable to the security of this country than isolated recurrences of violence.” <a href="#3d520140-7a4b-43bc-8aa9-9d91c9fd297f-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 2 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="fbc209d3-8c12-47e9-bd32-d52696b0fda0">Kissinger, Henry (1995): Diplomacy, S. 22: „In a two-power world, there can be no pretense that conflict leads to the common good; any gain for one side is a loss for the other“. <a href="#fbc209d3-8c12-47e9-bd32-d52696b0fda0-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 3 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li></ol>


<p>Bildnachweis:<br>NATO-Warschauer-Pakt-Karte:  Wikimedia Commons, Discombobulates.<br>SEATO-Karte: Wikimedia Commons, Wikimedia Commons, Maximilian Dörrbecker.<br>Alle anderen Bilder Public Domain.</p>
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		<title>Die Sukarno-Ära</title>
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		<dc:creator><![CDATA[André]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 01 Sep 2024 06:05:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Geheime Diplomatie und Machtspiele &#8211; Indonesien im Kalten Krieg: Folge 2 In Geheime Diplomatie und Machtspiele untersuchen wir Indonesiens Rolle im Kalten Krieg. Die Serie widmet sich der komplexen, oft &#8230; </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.imperien-und-inseln.de/zeitgeschichte/geheime-diplomatie-und-machtspiele-indonesien-im-kalten-krieg-die-sukarno-aera/">Die Sukarno-Ära</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.imperien-und-inseln.de">Imperien und Inseln</a>.</p>
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<p><a href="https://www.imperien-und-inseln.de/category/indonesien_im_kalten_krieg/"></a><a href="https://www.imperien-und-inseln.de/category/indonesien_im_kalten_krieg">Geheime Diplomatie und Machtspiele &#8211; Indonesien im Kalten Krieg: Folge 2</a></p>



<figure class="wp-block-embed alignleft is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">
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</div><figcaption class="wp-element-caption">Auch auf Youtube</figcaption></figure>



<p>In <a href="https://imperien-und-inseln.de/geheime-diplomatie-und-machtspiele-indonesien-im-kalten-krieg/">Geheime Diplomatie und Machtspiele</a> untersuchen wir Indonesiens Rolle im Kalten Krieg. Die Serie widmet sich der komplexen, oft verborgenen Dynamik zwischen den USA und Indonesien in einer Zeit voller politischer Turbulenzen.</p>



<p>Das heutige Indonesien ging aus dem Kolonialreich der Niederländer hervor, die seit dem siebzehnten Jahrhundert in der Region aktiv waren und schrittweise ihren Einfluss vergrößerten. 1816 übernahm die niederländische Regierung selbst die Herrschaft in dem Gebiet und gliederte es als Niederländisch-Indien in das Kolonialreich ein.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="367" src="https://imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/08/Nederlandsindie-1024x367.png" alt="" class="wp-image-146" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/08/Nederlandsindie-1024x367.png 1024w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/08/Nederlandsindie-300x108.png 300w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/08/Nederlandsindie-768x276.png 768w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/08/Nederlandsindie.png 1254w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p>Auch unter staatlicher Verwaltung wurde weiter expandiert, bis in den ersten Jahrzehnten des zwanzigsten Jahrhunderts ungefähr die heutigen Grenzen erreicht waren.</p>



<h5 class="wp-block-heading">Sukarno und die Unabhängigkeit Indonesiens</h5>



<p>Der Zweite Weltkrieg führte zu einer Veränderung der geopolitischen Situation, als die Niederlande unter deutsche Besatzung gerieten und somit nicht in der Lage waren, ihre Kolonien effektiv zu schützen. Infolgedessen erlangte Japan die Kontrolle über Indonesien. Nach einer kurzen Phase japanischer Herrschaft erklärte der Inselstaat am 17.  August 1945 seine Unabhängigkeit. Sukarno wurde daraufhin zum ersten Staatspräsidenten Indonesiens ernannt.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-medium"><img loading="lazy" decoding="async" width="300" height="247" src="https://imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/08/Indonesian_National_Party-300x247.png" alt="" class="wp-image-156" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/08/Indonesian_National_Party-300x247.png 300w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/08/Indonesian_National_Party-768x632.png 768w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/08/Indonesian_National_Party.png 1024w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption class="wp-element-caption">Logo der PNI</figcaption></figure>
</div>


<p>Sukarno war der Kopf der Partai Nasional Indonesia (PNI), die er im Jahr 1927- anfangs unter dem Namen &#8222;Perserikatan Nasional Indonesia&#8220; – mitgründete. Mohammed Hatta, der langjährige Weggefährte, wurde Vizepräsident. Beide prägten die indonesische Politik in den nächsten Jahrzehnten.</p>



<p>Sukarno engagierte sich bereits in jungen Jahren für die Unabhängigkeit von der niederländischen Kolonialverwaltung und für die Einheit der Indonesier. In dieser Zeit richtete er einen Appell an Marxisten, Nationalisten und Muslime und versuchte einen gemeinsamen Nenner herauszuarbeiten. &#8222;Gott habe die Welt geschaffen, Marx habe die Gesetzmäßigkeiten erkannt, nach denen sie sich entwickle, und die Bildung von Nationen sei die natürliche Ordnung der Welt&#8220;.</p>



<p>Seine Versuche, gemeinsame Positionen in unterschiedlichen Weltanschauungen zu erkennen, wurden von Gegnern als Vereinfachung kritisiert. Doch war dies eine nützliche Einstellung, um die Herausforderungen der Unabhängigkeit des Landes zu meistern.</p>



<h5 class="wp-block-heading">Die Pancasila und die Herausforderungen der nationalen Einheit</h5>



<p>Denn 1945 standen die neuen Staatslenker um Sukarno aufgrund der Kolonialgeschichte vor dem Problem, eine sehr diverse Bevölkerung zusammenzuführen. Das war die größte und wichtigste Herausforderung in der Anfangszeit des jungen Staates.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="431" src="https://imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/08/2560px-Indonesia_Ethnic_Groups_Map_English.svg_-1024x431.png" alt="" class="wp-image-150" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/08/2560px-Indonesia_Ethnic_Groups_Map_English.svg_-1024x431.png 1024w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/08/2560px-Indonesia_Ethnic_Groups_Map_English.svg_-300x126.png 300w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/08/2560px-Indonesia_Ethnic_Groups_Map_English.svg_-768x323.png 768w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/08/2560px-Indonesia_Ethnic_Groups_Map_English.svg_-1536x646.png 1536w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/08/2560px-Indonesia_Ethnic_Groups_Map_English.svg_-2048x862.png 2048w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/08/2560px-Indonesia_Ethnic_Groups_Map_English.svg_.png 1600w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p>Neben vielen Ethnien gab es auch unterschiedliche Religionen, die alle zu ihrem Recht kommen sollten. Zwar war, auf das ganze Land gesehen, der Islam am weitesten verbreitet, doch in einzelnen Regionen konnten Anhänger anderer Glaubensrichtungen eine wichtige Rolle einnehmen, wie beispielsweise die Hindus, die auf Bali die Mehrheit stellen, oder die Christen auf den Molukken und an anderen Orten.</p>



<p>Daher wies Mohammed Hatta darauf hin, dass es entscheidend für den neuen Staat war, christliche Minderheiten nicht wie Bürger zweiter Klasse zu behandeln, um zu verhindern, dass sie in die Arme der rückkehrwilligen Niederländer getrieben werden.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-medium"><img loading="lazy" decoding="async" width="218" height="300" src="https://imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/08/Garuda_Pancasila_Poster_color-218x300.jpg" alt="" class="wp-image-149" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/08/Garuda_Pancasila_Poster_color-218x300.jpg 218w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/08/Garuda_Pancasila_Poster_color.jpg 640w" sizes="auto, (max-width: 218px) 100vw, 218px" /></figure>
</div>


<p>Um die vielfältigen Unterschiede zu berücksichtigen, wurde eine ausgewogene Staatsverfassung ausgehandelt, die auf fünf Prinzipien fußte: die Pancasila. Dies waren Ein-Gottes-Glaube, Menschlichkeit/Humanismus, Nationalismus, Demokratie und Soziale Gerechtigkeit.</p>



<p>Bereits vor der offiziellen Unabhängigkeit, am 1. Juni 1945, hielt Sukarno eine vielbeachtete Rede beim Untersuchungsausschuss zur Vorbereitung der Unabhängigkeit Indonesiens, bei dem er diese Ausrichtung erläuterte.</p>



<p>Die nationale Einheit und die Einigkeit waren für die Existenz des Staates von besonderer Bedeutung. Sie dienten dazu, dem neu entstehenden Gebilde Stabilität zu verleihen. Sukarno lässt über die Grenzziehung keine Diskussion aufkommen. Er spricht davon, dass selbst ein Kind, das auf die Karte schaut, die Einheit des indonesischen Archipels erkennen würde. Innerhalb des Landes sollte &#8222;alle für einen, einer für alle&#8220; gelten. Die unterschiedlichen Gruppen müssen sich gegenseitig akzeptieren und fair behandeln.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignleft size-medium"><img loading="lazy" decoding="async" width="300" height="190" src="https://imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/08/Hatta_ratulangi_sukarno-300x190.jpg" alt="" class="wp-image-148" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/08/Hatta_ratulangi_sukarno-300x190.jpg 300w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/08/Hatta_ratulangi_sukarno.jpg 604w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption class="wp-element-caption">Sukarno (links), Hatta (2. von rechts)</figcaption></figure>
</div>


<p>Doch auch die soziale Gerechtigkeit taucht in den Pancasila auf und setzt einen Abgrenzungspunkt zur westlichen Welt. Sukarno attestiert diesen Staaten, zwar über demokratische Strukturen zu verfügen, doch herrscht in ihnen der Kapitalismus. Die Folge ist, dass die Bürger aufgrund ihrer politischen Teilhabe in der Lage sind, Minister zu stürzen und sich dadurch wie Könige verhalten können, doch in der Arbeitswelt sind sie den Kapitalisten ausgeliefert, die sie in die Arbeitslosigkeit entlassen können, in der Hunger droht.</p>



<p>Sukarno möchte Demokratie, aber nicht die westliche Variante. Unter dem Banner der Ratu Adil, einer mythischen Figur Javas, die für Gerechtigkeit und Frieden steht, sollen die Einwohner des Landes Wohlstand erfahren.</p>



<h5 class="wp-block-heading">Indonesiens Außenpolitik und die Bewegung der Blockfreien Staaten</h5>



<p>Dieser ambivalente Blick auf den Westen schlug sich in der indonesischen Außenpolitik nieder. Im aufkommenden Kalten Krieg versuchte man, auf keiner Seite zu stehen. Zusammen mit dem indischen Ministerpräsidenten Jawaharlal Nehru und dem chinesischen Präsidenten Zhou Enlai übernahm Sukarno eine aktive Rolle bei der Organisation der blockfreien Staaten; dies waren in erster Linie Länder aus Afrika und Asien, die sich von westlichen Kolonialverwaltungen lösen konnten.</p>



<p>Die drei asiatischen Staatsführer, die alle von der marxistischen Ideologie beeinflusst waren, setzten sich für eine friedliche Koexistenz ein und verwoben dies mit dem Panchsheel-Konzept, das zwar namentlich eine Ähnlichkeit mit den Pancasila aufwies, aber buddhistischen Ursprungs war und für eine asiatische Note sorgen sollte.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-medium"><img loading="lazy" decoding="async" width="300" height="172" src="https://imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/09/Sukarno_and_council_in_front_of_Bandung_Court_Bung_Karno_Penjambung_Lidah_Rakjat_227-300x172.jpg" alt="" class="wp-image-729" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/09/Sukarno_and_council_in_front_of_Bandung_Court_Bung_Karno_Penjambung_Lidah_Rakjat_227-300x172.jpg 300w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/09/Sukarno_and_council_in_front_of_Bandung_Court_Bung_Karno_Penjambung_Lidah_Rakjat_227-1024x587.jpg 1024w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/09/Sukarno_and_council_in_front_of_Bandung_Court_Bung_Karno_Penjambung_Lidah_Rakjat_227-768x440.jpg 768w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/09/Sukarno_and_council_in_front_of_Bandung_Court_Bung_Karno_Penjambung_Lidah_Rakjat_227-1536x880.jpg 1536w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/09/Sukarno_and_council_in_front_of_Bandung_Court_Bung_Karno_Penjambung_Lidah_Rakjat_227-2048x1174.jpg 2048w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/09/Sukarno_and_council_in_front_of_Bandung_Court_Bung_Karno_Penjambung_Lidah_Rakjat_227-scaled.jpg 1600w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption class="wp-element-caption">Sukarno bei der Bandung-Konferenz</figcaption></figure>
</div>


<p>Indonesien veranstaltete im April 1955 die Bandung-Konferenz, an der insgesamt neunundzwanzig Staaten aus Afrika und Asien teilnahmen und bei der diese Zielsetzung im finalen Kommuniqué fixiert wurde. Den offiziellen Startschuss zur Bewegung der Blockfreien Staaten bildete allerdings erst die Belgrader Konferenz im Jahr 1961.</p>



<p>Noch wichtiger als die außenpolitischen Aufgaben war für die indonesische Regierung um Sukarno und Hatta die innenpolitische Ordnung. Der neue Staat musste an Stabilität gewinnen und so griff die Politik mehrmals in dessen Struktur ein. 1950 wurde der Föderalstaat zu einem zentralistischen Einheitsstaat (Negara Kesatuan) abgewandelt.</p>



<p>1957 proklamierte Sukarno das Gotong-Royong-Kabinett, das die Kommunistische Partei miteinschließen sollte. Der Begriff &#8222;Gotong Royong&#8220; lässt sich kurz als gemeinsames, hartes Arbeiten und sich gegenseitig helfen zusammenfassen. Alle sollten ohne Ausnahme zusammenarbeiten.</p>



<p>Dem Zusammenhalt standen die vielen unterschiedlichen Interessen in diesem weit ausgedehnten Land entgegen. Häufig gab es rebellische Kräfte, die gegen die indonesische Zentralregierung aufbegehrten. Um mit Härte dagegen vorgehen zu können, wurde das Kriegsrecht ausgerufen. Auch die PKI unterstützte dieses Vorgehen, obwohl es in der Armee antikommunistische Strömungen gab.</p>



<p>Im Februar 1958 revoltierten einige Teile der Armee gegen Sukarno. Dieses Ereignis wurde unter dem Namen Permesta-Rebellion bekannt und betraf vor allem die äußeren Inseln Sumatra und Sulawesi. Die entschlossene Reaktion der indonesischen Regierung konnte den Aufstand bis zum Jahr 1961 niederschlagen.</p>



<p>Um die drängenden Probleme im Land in den Griff zu bekommen, wurde 1958 die &#8222;Gelenkte Demokratie&#8220; (&#8222;Demokrasi Terpimpin&#8220;) eingeführt &#8211; ein weiterer Schritt weg von den demokratischen Idealen des Westens.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-medium"><img loading="lazy" decoding="async" width="263" height="300" src="https://imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/08/Nasakom-263x300.jpg" alt="" class="wp-image-151" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/08/Nasakom-263x300.jpg 263w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/08/Nasakom.jpg 590w" sizes="auto, (max-width: 263px) 100vw, 263px" /></figure>
</div>


<p>Das Parlament wurde nicht mehr gewählt, sondern ernannt, ebenso waren nur noch ausgewählte Parteien geduldet. Dieses Verfahren sicherte dem Militär und den Kommunisten eine feste Machtbasis. Sukarno selbst ernannte sich zum lebenslangen Präsidenten, der sich vom Nasakom-Konzept leiten ließ, ein Kunstwort aus den Abkürzungen der indonesischen Wörter für Nationalismus (Nasionalisme), Religion (Agama) und Kommunismus (Komunisme). Dieser autoritäre Kurs sorgte für Verstimmungen im Land und hatte destruktive Folgen.</p>



<p>Als Gegner wurden die Nekolim ausgemacht; auch dies war ein Akronym und stand für Neokolonialismus (Neokolonialisme), Kolonialismus (Kolonialisme) und Imperialismus (Imperialisme).</p>



<p>In der Gelenkten Demokratie war die Armee ein wichtiges Instrument zur Problemlösung. Im Inneren des Landes konnte sie rebellische Gruppierungen, wie die islamistischen Darul Islam, unter Kontrolle bringen und nach außen diente sie, um die Grenzen zu festigen. 1962 wurden Truppen auf Westneuguinea eingesetzt, um die Unabhängigkeitsbestrebungen dort zu beenden und den Inselteil einzugliedern.</p>



<p>Doch die Armee selbst war nicht einfach zu kontrollieren. Sie bestand aus unterschiedlichen Faktionen, die sowohl die militärische als auch die politische Effektivität senkten. Zusätzlich war die Angst vor einem Staatsversagen, das die Stabilität des Landes gefährdet, weit verbreitet.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-medium"><img loading="lazy" decoding="async" width="300" height="300" src="https://imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/08/Logo_of_the_Communist_Party_of_Indonesia.svg_-300x300.png" alt="" class="wp-image-154" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/08/Logo_of_the_Communist_Party_of_Indonesia.svg_-300x300.png 300w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/08/Logo_of_the_Communist_Party_of_Indonesia.svg_-150x150.png 150w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/08/Logo_of_the_Communist_Party_of_Indonesia.svg_-768x768.png 768w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/08/Logo_of_the_Communist_Party_of_Indonesia.svg_.png 800w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption class="wp-element-caption">Logo der PKI</figcaption></figure>
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<p>Außenpolitisch suchte Indonesien die Konfrontation mit seinem Nachbarn Malaysia. Die Meinung innerhalb des Landes war gespalten: sowohl moderate Intellektuelle und Muslime, die nicht gegen ihre Glaubensbrüder vorgehen wollten, lehnten den Konflikt ab. Doch die machtpolitisch wichtigeren Gruppen sahen dies anders: die PKI war verärgert, dass die malaysische Regierung die kommunistische Rebellion unterdrückt hat; die Sukarno-Anhänger sahen in Malaysia Neo-Kolonialisten, obwohl es dafür wenige Anzeichen gab; und in der Armee gab es Bedenken, dass Malaysia durch seine chinesische Community und damit indirekt von China kontrolliert sein könnte.</p>



<h5 class="wp-block-heading">Wirtschaftliche Schwierigkeiten und die wachsende Macht der PKI</h5>



<p>Die indonesische Wirtschaft war ein großes Problem in den Sukarno-Jahren. Die Phase von 1950 bis 1957 konnte aufgrund des guten Exports noch Wachstum ausweisen, aber die gesamte Periode bis 1965 war ökonomisch wenig erfolgreich.</p>



<p>Besonders die indonesische Landwirtschaft verlor in den zwanzig Jahren der Unabhängigkeit stark an Leistungsfähigkeit. Das Land, das von der Qualität seiner Böden in der Lage sein sollte, sich selbst zu versorgen, musste Nahrungsmittel importieren. Beim Reis lag die Unterversorgung bei circa zehn Prozent.</p>



<p>Vor dem Zweiten Weltkrieg war Indonesien ein wichtiger Zucker-Exporteur, doch die Produktion fiel von Millionen Tonnen auf nur noch Hunderttausende im Jahre 1965. Auch wichtige Industrien, wie die Kleidungsherstellung, entwickelten sich zurück: die Webfabriken liefen nur zu ungefähr zwanzig Prozent, da die indonesischen Plantagen zu wenig Baumwolle produzierten.</p>


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<figure class="alignleft size-medium"><img loading="lazy" decoding="async" width="300" height="150" src="https://imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/08/Indonesia_Riau_1960_5r_o-300x150.jpg" alt="" class="wp-image-153" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/08/Indonesia_Riau_1960_5r_o-300x150.jpg 300w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/08/Indonesia_Riau_1960_5r_o.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></figure>
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<p>In der Zeit von 1961 bis 1964 litt das Land unter einer Hyperinflation von ungefähr hundert Prozent pro Jahr. Die hohe Inflation traf alle Bürger, entwertete das ersparte Geld und sorgte für weitere Spannungen in der Bevölkerung.</p>



<p>Diese prekäre Lage sorgte für Verschiebungen im politischen Machtgefüge. Die PKI konnte besonders auf Java eine starke Rolle einnehmen. Ihre soziale Ausrichtung begünstigte ihren Erfolg. Java hatte besonders große Herausforderungen zu bestehen. Die Insel ist zwar grün und fruchtbar, doch die Bevölkerungsdichte wurde zu einem ernsten Problem. Während die Fläche Javas nur ein Siebtel des gesamten Landes einnimmt, lebten zu dieser Zeit zwei Drittel der hundertfünf Millionen Indonesier dort. Die Folge waren Armut, Hunger und Frustration.</p>



<p>Durch ihre wachsende Bedeutung war die PKI in der Lage, in größerem Maßstab politisch zu agieren und sogar außenpolitisch aktiv zu werden. Ihr Generalsekretär, Dipa Nusantara Aidit, besuchte 1963 die Sowjetunion und China. Im Anschluss nahm er eine eindeutige pro-chinesische Position ein.</p>



<p>Ebenfalls im Jahre 1963 wurde Sukarno vom indonesischen Parlament als Präsident auf Lebenszeit gekürt. Von einer Demokratie war zu dieser Zeit nur noch schwer zu sprechen.</p>



<p>Für Beobachter aus dem Westen waren die Entwicklungen in Indonesien mit Besorgnis aufzunehmen.</p>



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<h3 class="wp-block-heading">Bildernachweis</h3>



<p>Karte Niederländisch Ost-Indien: Wikimedia Commons, Clockwork Orange.<br>PNI: Wikimedia Commons, Parshov.<br>Ethic Groups: Wikimedia Commons, Gunawan Kartapranata.<br>Pancasila: Wikimedia Commons, Chris Woodrich.<br>Hatta: Wikiwand.<br>Nasakom: Wikimedia Commons, Femionisme.<br>PKI: Wikimedia Commons, Historyandideology.<br><br><br><br></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.imperien-und-inseln.de/zeitgeschichte/geheime-diplomatie-und-machtspiele-indonesien-im-kalten-krieg-die-sukarno-aera/">Die Sukarno-Ära</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.imperien-und-inseln.de">Imperien und Inseln</a>.</p>
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