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	<title>Yangon Archive - Imperien und Inseln</title>
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	<description>Entdeckungsreise durch die Geschichte Asiens</description>
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	<title>Yangon Archive - Imperien und Inseln</title>
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		<title>Die Shwedagon-Pagode – Legende und Geschichte</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Kuratierte Artikel]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 05 Aug 2026 12:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Dem Überlieferungsmythos zufolge wurde die Shwedagon-Pagode zu Lebzeiten des Buddha errichtet, also vor etwa 2500 Jahren. Zwei Händler aus Okkalapa, dem heutigen Yangon, sollen ihn kurz nach seiner Erleuchtung getroffen &#8230; </p>
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<p class="wp-block-paragraph">Dem Überlieferungsmythos zufolge wurde die Shwedagon-Pagode zu Lebzeiten des Buddha errichtet, also vor etwa 2500 Jahren. Zwei Händler aus Okkalapa, dem heutigen Yangon, sollen ihn kurz nach seiner Erleuchtung getroffen haben. Sie schlossen sich ihm als Schüler an und erhielten acht seiner Haare. Diese brachten sie in ihre Heimat zurück und errichteten auf dem Singuttara-Hügel ein erstes Heiligtum, das als Schrein für diese Reliquien diente.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Haarreliquien machten die Pagode zu einem Wallfahrtsort für Gläubige aus Myanmar und anderen Teilen Asiens. Der Singuttara-Hügel galt bereits in vorbuddhistischer Zeit als heiliger Ort. Möglicherweise war dies ein Grund für die Wahl des Bauplatzes.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Historische Grundlagen</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Für die Gründungslegende gibt es keine gesicherten Belege. Archäologen vermuten, dass der erste Bau zwischen dem sechsten und dem zehnten Jahrhundert entstand. Die ältesten schriftlichen Hinweise stammen aus der Regierungszeit König Binnya U im 14. Jahrhundert und aus der Zeit König Dhammazedi im 15. Jahrhundert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aus dieser Zeit dürfte auch der erste steinerne Kernbau stammen. Frühere Versionen waren vermutlich aus Holz und haben sich nicht erhalten. Die Entwicklung zur heutigen Form mit ihrer vergoldeten Glockenstruktur und den mehrfach gestuften Terrassen erfolgte über viele Generationen hinweg.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Gold, Stiftungen und Symbolpolitik</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Im fünfzehnten Jahrhundert ließ Königin Shin Saw Pu die Pagode umfassend erneuern. Sie war die einzige Frau auf dem Thron von Pegu und zeigte ihre Verbundenheit mit dem Heiligtum durch eine Goldspende in Höhe ihres Körpergewichts. Ihr Nachfolger König Dhammazedi vervierfachte diese Menge und stiftete zusätzlich eine angeblich fast 300 Tonnen schwere Bronzeglocke. Das Gewicht scheint stark übertrieben, aber Augenzeugen berichten von ihren gigantischen Ausmaßen. Die Glocke wurde später von portugiesischen Söldnern entwendet und versank beim Abtransport im Yangon-Fluss. In den 1990er Jahren unternahm die Militärregierung gemeinsam mit französischen Tauchern eine Bergungsaktion, die jedoch ergebnislos blieb.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-medium"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="197" height="300" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/08/IMG_2234-1-197x300.jpg" alt="" class="wp-image-6911" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/08/IMG_2234-1-197x300.jpg 197w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/08/IMG_2234-1-673x1024.jpg 673w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/08/IMG_2234-1-768x1169.jpg 768w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/08/IMG_2234-1-1009x1536.jpg 1009w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/08/IMG_2234-1.jpg 1051w" sizes="(max-width: 197px) 100vw, 197px" /><figcaption class="wp-element-caption">Bild der Spitze in der Shwedagon-Pagode</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">König Singhu von Ava ließ später eine weitere Glocke von 23 Tonnen gießen. Auch sie wurde geraubt und ebenfalls im Fluss versenkt. Diesmal gelang es, sie zu bergen. Die Glocke befindet sich heute wieder auf dem Pagodengelände.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zahlreiche Herrscher aus verschiedenen Epochen stifteten Gold, Edelsteine und neue Bauabschnitte. Die Pagode wurde so zu einem sichtbaren Ausdruck königlicher Frömmigkeit. Die Spitze ist mit Tausenden Diamanten, Rubinen und Saphiren besetzt. Ein einzelner Diamant in der Spitze wiegt 76 Karat. Die heutige Struktur erreicht eine Höhe von rund 112 Metern.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Kolonialzeit und Neuzeit</h4>



<p class="wp-block-paragraph">In der britischen Kolonialzeit wurde das Gelände mehrfach militärisch genutzt. Während des Ersten Anglo-Birmanischen Kriegs richteten britische Truppen dort einen Posten ein. Später diente die Pagode auch als Versammlungsort für politische Reden und Proteste. In der Unabhängigkeitsbewegung des 20. Jahrhunderts spielte sie eine symbolische Rolle.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In den 1990er Jahren versuchte die Militärregierung, das Ansehen der Pagode für sich zu nutzen. Große Restaurierungsprojekte wurden durchgeführt, unter anderem eine vollständige Neueindeckung mit Blattgold. Die Suche nach der versunkenen Glocke wurde wiederaufgenommen, allerdings ohne Ergebnis.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Heute gilt die Shwedagon-Pagode als bedeutendstes buddhistisches Heiligtum Myanmars. Sie zieht Pilger, Besucher und religiöse Gelehrte gleichermaßen an. Trotz politischer Vereinnahmungen bleibt sie für viele Gläubige ein Ort spiritueller Sammlung und religiöser Verdiensterwerbung.</p>



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<h3 class="wp-block-heading"><strong>Zum Weiterlesen</strong></h3>



<p class="wp-block-paragraph">Links, die mit Sternchen (*) gekennzeichnet sind, führen auf die Seite von Amazon.de. Wenn Sie über diese Links bestellen, unterstützen Sie unsere Arbeit, ohne dass Ihnen Mehrkosten entstehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Thant Myint-U: <em><a href="https://www.amazon.de/River-Lost-Footsteps-Personal-Histories/dp/0571217591?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;dib=eyJ2IjoiMSJ9.KQ4jua_TsIhHNCjUjtTtpX7zSzA9Mfus4Gi6cHV9ghNayrFipK9JBE00vkj_lejMnMM2DJu0i1LbpHcrMy7ctf4RedvRl2_nU9b6OlLJbiHfQnb61TPhvDtIZq7UsckYH3F2JZdhlOUSQybNV2rY49ByTYogvUHGUmgmjVzFJolUlZwACy7SGGYSSQBBEVVcE3iZZzhPMk0WhLtN60t-SiYXD7TONf3mzdpK0JTjPHk.JAbcRBKE59xKvWlgbsQ2YARwsxChXnqvR1mmvSGzi-M&amp;dib_tag=se&amp;keywords=The+River+of+Lost+Footsteps&amp;qid=1756133972&amp;sr=8-1&amp;linkCode=ll1&amp;tag=suedostasie01-21&amp;linkId=5fdc35626b1e56cbc8b006c767eb8192&amp;language=de_DE&amp;ref_=as_li_ss_tl">The River of Lost Footsteps</a></em>, 2008.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Bildnachweis</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Alles eigene Aufnahmen</p>
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		<item>
		<title>Europäische Spuren in Myanmar – Von Nicolò de’ Conti bis Filipe de Brito</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Kuratierte Artikel]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 15 Dec 2025 12:00:00 +0000</pubDate>
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<h3 class="wp-block-heading">Nicolò de’ Conti: Der erste europäische Reisende</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Im 15. Jahrhundert war Myanmar in Europa nahezu unbekannt. Der venezianische Abenteurer Nicolò de’ Conti (1395–1469) war der erste Europäer, der das ferne Land bereiste. Seine 25-jährige Reise führte ihn von Arabien bis nach Champa, im heutigen Vietnam. Seine Aufzeichnungen sind fragmentarisch, geben jedoch interessante Einblicke. De’ Conti beschreibt knapp Flora und Fauna Myanmars und widmet sich ungewöhnlichen Details wie dem Intimschmuck der Männer und den Techniken zur Elefantenjagd.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Europäische Kolonialmächte in Südostasien</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Ab dem 16. Jahrhundert begannen europäische Mächte, ihre Kolonien in Südostasien zu etablieren. Portugal konzentrierte sich auf den strategisch wichtigen Hafen von Malakka in Malaysia und die Gewürzinseln der Molukken. Kurz darauf folgten die Spanier mit der Philippinen-Kolonie. Gegen Ende des 16. Jahrhunderts erreichten auch die Niederländer die Region. Mit der Zunahme europäischer Siedlungen gelangten immer mehr europäische Reisende nach Myanmar.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Filipe de Brito e Nicote: Ein Portugiese auf Machtkurs</h3>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-medium"><img decoding="async" width="300" height="294" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/09/Namban_Elefante_Filipe_de_Brito_1-300x294.jpg" alt="" class="wp-image-5321" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/09/Namban_Elefante_Filipe_de_Brito_1-300x294.jpg 300w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/09/Namban_Elefante_Filipe_de_Brito_1-768x754.jpg 768w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/09/Namban_Elefante_Filipe_de_Brito_1.jpg 800w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption class="wp-element-caption">Filipe de Brite e Nicote auf einem Elefanten, Abbildung um 1900</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Eine bemerkenswerte Karriere machte der portugiesische Abenteurer Filipe de Brito e Nicote. Wie viele Glücksritter seiner Zeit suchte er in Asien als Kohle- und Salzhändler Reichtum. Doch er strebte nicht nur nach materiellem Gewinn, sondern auch nach gesellschaftlichem Aufstieg und dem Dienst an der portugiesischen Krone.</p>



<p class="wp-block-paragraph">De Brito trat in die Dienste von Min Razagri, dem König von Arakan im Westen Myanmars. Die Portugiesen galten wegen ihrer fortschrittlichen Kriegstechnik als wertvolle Verbündete. De Brito beteiligte sich an Feldzügen gegen das geschwächte Pegu und half, die Hauptstadt zu erobern. Zur Belohnung erhielt er das Hafenstädtchen Syriam am gegenüberliegenden Flussufer der heutigen Stadt Yangon.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Aufbau eines Machtzentrums in Syriam</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Min Razagri erlaubte de Brito, ein Zollhaus an der Flussmündung in Syriam zu errichten, was eine wichtige Einnahmequelle darstellte. In portugiesischer Tradition baute de Brito den Stützpunkt bald zu einer Festung aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit Unterstützung des portugiesischen Vizekönigs in Goa festigte de Brito seine Macht. Er schloss Bündnisse und gewann das Vertrauen einiger Mon-Stämme. Doch Min Razagri wandte sich gegen ihn und griff seinen ehemaligen Verbündeten vergeblich an.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Fall und Ende de Britos</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Im Jahr 1602 ernannte Portugal de Brito zum „König von Pegu“. 1607 sandte de Brito seinen ältesten Sohn zum König von Arakan. Dieser wurde jedoch ermordet, zusammen mit 600 weiteren Portugiesen, als Teil der Rache des Arakan-Herrschers.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Ende de Britos kam schließlich durch lokale Mächte. Der König von Ava, der nach einer Wiedervereinigung Myanmars strebte, belagerte Syriam mit 120.000 Soldaten. Trotz fehlender schwerer Geschütze schienen die Portugiesen zunächst standzuhalten. Doch nachdem sie die lokale Bevölkerung durch Tempelplünderungen und Zwangskonvertierungen verärgert hatten, kam es zum Verrat. Nach 34 Tagen wurde das Fort eingenommen. De Brito wurde gefangen genommen und öffentlich hingerichtet – sein Todeskampf soll mehrere Tage gedauert haben.</p>



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<ul class="timeline">
  <li data-year="1395–1469">
    Nicolò de’ Conti unternimmt seine 25-jährige Reise von Arabien bis Vietnam (Champa). Er ist der erste europäische Reisende, der Myanmar besucht.
  </li>
  <li data-year="16. Jh.">
    Portugal etabliert erste Kolonien in Südostasien, insbesondere in Malakka und auf den Molukken. Spanien und die Niederlande folgen bald.
  </li>
  <li data-year="1600">
    Filipe de Brito e Nicote kommt als portugiesischer Händler nach Myanmar und tritt in die Dienste von Min Razagri, König von Arakan.
  </li>
  <li data-year="1602">
    De Brito wird von Portugal zum „König von Pegu“ ernannt und baut seine Machtbasis in Syriam aus.
  </li>
  <li data-year="1607">
    De Britos ältester Sohn wird vom König von Arakan ermordet; 600 Portugiesen fallen ebenfalls einem Massaker zum Opfer.
  </li>
  <li data-year="1613">
    König von Ava belagert Syriam mit 120.000 Soldaten. Nach 34 Tagen gelingt die Einnahme durch Verrat.
  </li>
  <li data-year="1613">
    Filipe de Brito wird gefangen genommen und hingerichtet. Sein Tod markiert das Ende seiner Herrschaft in Myanmar.
  </li>
</ul>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h3 class="wp-block-heading">Zum Weiterlesen</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Links, die mit Sternchen (*) gekennzeichnet sind, führen auf die Seite von Amazon.de. Wenn Sie über diese Links bestellen, unterstützen Sie unsere Arbeit, ohne dass Ihnen Mehrkosten entstehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Michael Arthur Aung-Thwin, Maitrii Aung-Thwin (2013): <a href="https://www.amazon.de/History-Myanmar-Since-Ancient-Times/dp/1780231725?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;crid=2LHS5UE1B7CY1&amp;dib=eyJ2IjoiMSJ9.Z2TeHGL7FQsjNJXA-QC4vIwXEH3fuJf5MlKEb5Gy6ZTGfyhxMRoZifJiyWxz_tZUGHvJ8EOHJDUCPKeCxHyVFqxa3fg3EfJSPjG7sSZzInYm3hhtMfa0lxdjEhrZUtBVrvAlqS3Yp6cky0bU2l60DD9bcTZx7QUUUO_xe61Lr6becnZuTybXXLkwEYYraRVVQxqxZYT7Uo4TiHiFBpOAzujZ-fsQxMCwYFD7g8F_WWA.cyHb0Onu0agkR8N9lJeNDU4Xhlrf-4BBaiMimAs4icg&amp;dib_tag=se&amp;keywords=toppich+history+myanmar&amp;qid=1759124607&amp;sprefix=toppich+historymyanmar%2Caps%2C426&amp;sr=8-1&amp;linkCode=ll1&amp;tag=suedostasie01-21&amp;linkId=bf3fe9c7ef8072ab049963cc7e32c9ca&amp;language=de_DE&amp;ref_=as_li_ss_tl">A History of Myanmar Since Ancient Times: Traditions and Transformations</a>.*</p>



<h3 class="wp-block-heading">Bildnachweis</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Titel: Die Genueser-Karte wurde 1457 nach den Berichten von de&#8216; Conti gestaltet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Alle Bilder gemeinfrei.</p>
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		<item>
		<title>Aung San Suu Kyi – Von der Ikone zur Realpolitikerin</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Kuratierte Artikel]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 24 Sep 2025 12:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Im Herbst 1988 drängten in Yangon Hunderttausende auf die Straßen. Nach Jahren der Militärdiktatur schien das Land an einem Wendepunkt. Unter den neuen Stimmen der Opposition trat eine Frau hervor, &#8230; </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.imperien-und-inseln.de/myanmar/aung-san-suu-kyi/">Aung San Suu Kyi – Von der Ikone zur Realpolitikerin</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.imperien-und-inseln.de">Imperien und Inseln</a>.</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Im Herbst 1988 drängten in Yangon Hunderttausende auf die Straßen. Nach Jahren der Militärdiktatur schien das Land an einem Wendepunkt. Unter den neuen Stimmen der Opposition trat eine Frau hervor, deren Name vielen vertraut war: Aung San Suu Kyi, die Tochter des 1947 ermordeten Unabhängigkeitsführers Aung San. Ihr Auftreten verband Familiengeschichte mit dem Wunsch nach politischer Erneuerung. Rasch wurde sie zur zentralen Figur einer Bewegung, die das Militär in seiner Herrschaft herausforderte.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Herkunft und frühe Jahre</h3>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-medium"><img decoding="async" width="234" height="300" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/09/Aung_San_color_portrait-234x300.jpg" alt="" class="wp-image-4901" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/09/Aung_San_color_portrait-234x300.jpg 234w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/09/Aung_San_color_portrait.jpg 300w" sizes="(max-width: 234px) 100vw, 234px" /><figcaption class="wp-element-caption">Aung San (1915-1947)</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Aung San Suu Kyi wurde 1945 in Rangun geboren. Ihr Vater Aung San galt als Architekt der Unabhängigkeit Burmas, fiel jedoch wenige Monate vor der Machtübernahme einem Attentat zum Opfer. Die junge Suu Kyi wuchs mit dem Gewicht dieses Erbes auf. Ihre Mutter, Khin Kyi, vertrat das Land später als Diplomatin, unter anderem in Indien. Suu Kyi selbst studierte in Oxford, wo sie ihren Ehemann Michael Aris kennenlernte. Lange Zeit lebte sie im Ausland und führte ein privates Leben, ehe die politischen Ereignisse in ihrer Heimat sie zurückholten.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Aufstieg zur Oppositionsführerin</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Als sich 1988 landesweite Proteste entfalteten, kehrte Suu Kyi nach Burma zurück, um ihre kranke Mutter zu pflegen. Bald hielt sie erste Reden vor großen Menschenmengen, in denen sie zu friedlichem Widerstand und demokratischen Reformen aufrief. Sie gründete mit Mitstreitern die National League for Democracy (NLD). Ihr Charisma, ihre Selbstdisziplin und die Erinnerung an ihren Vater machten sie zu einer moralischen Autorität.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Militärs reagierten mit Repression. Suu Kyi wurde 1989 unter Hausarrest gestellt, den sie insgesamt mehr als 15 Jahre ihres Lebens erdulden sollte. Trotz ihrer Abwesenheit gewann die NLD 1990 die Parlamentswahlen deutlich. Das Ergebnis wurde jedoch von der Junta ignoriert. Damit begann ein langes Ringen zwischen einer unerschütterlichen Oppositionsführerin und einer abgeschlossenen Militärherrschaft.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Internationale Symbolfigur</h3>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-medium"><img loading="lazy" decoding="async" width="300" height="200" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/09/Vigil_for_Aung_San_Suu_Kyi_3643951942-300x200.jpg" alt="" class="wp-image-4903" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/09/Vigil_for_Aung_San_Suu_Kyi_3643951942-300x200.jpg 300w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/09/Vigil_for_Aung_San_Suu_Kyi_3643951942-1024x683.jpg 1024w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/09/Vigil_for_Aung_San_Suu_Kyi_3643951942-768x512.jpg 768w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/09/Vigil_for_Aung_San_Suu_Kyi_3643951942-1536x1024.jpg 1536w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/09/Vigil_for_Aung_San_Suu_Kyi_3643951942-2048x1365.jpg 2048w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/09/Vigil_for_Aung_San_Suu_Kyi_3643951942-scaled.jpg 1600w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption class="wp-element-caption">Proteste an der Botschaft Myanmars in London</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Die Jahre im Hausarrest machten Aung San Suu Kyi zu einem Symbol des gewaltfreien Widerstands. Im Ausland wurde sie vielfach geehrt. 1991 erhielt sie den Friedensnobelpreis. Regierungen und Menschenrechtsorganisationen stellten sie in eine Reihe mit Nelson Mandela oder Václav Havel. In Myanmar selbst blieb sie von der Bevölkerung verehrt, aber politisch blockiert. Ihr persönliches Opfer – die Trennung von ihrer Familie, die sie während der langen Isolierung kaum sehen konnte, unterstrich den Eindruck moralischer Standhaftigkeit.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Der Weg in die Regierung</h3>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignleft size-medium"><img loading="lazy" decoding="async" width="203" height="300" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/09/Aung_Sang_Suu_Kyi_in_Paris_26_June_2012-203x300.jpg" alt="" class="wp-image-4902" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/09/Aung_Sang_Suu_Kyi_in_Paris_26_June_2012-203x300.jpg 203w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/09/Aung_Sang_Suu_Kyi_in_Paris_26_June_2012.jpg 406w" sizes="auto, (max-width: 203px) 100vw, 203px" /><figcaption class="wp-element-caption">Aung San Suu Kyi, Paris, 2012</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Erst ab 2010 begann sich das politische System Myanmars vorsichtig zu öffnen. Suu Kyi wurde freigelassen und konnte die NLD wieder anführen. 2015 gewann ihre Partei die Wahlen mit überwältigender Mehrheit. Da die Verfassung ihr die Präsidentschaft untersagte, übernahm sie den Posten einer „Staatsrätin“ – de facto Regierungschefin. Viele ihrer Anhänger verbanden damit die Hoffnung auf demokratische Reformen und ein Ende der jahrzehntelangen Militärherrschaft.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch die Jahre an der Spitze der Regierung zeigten auch die Grenzen ihres Einflusses. Die Armee behielt zentrale Machtbereiche, etwa über Verteidigung und Sicherheit. Besonders sichtbar wurde dies in der Krise um die muslimische Minderheit der Rohingya. Hunderttausende Menschen flohen 2017 aus dem Rakhine-Staat nach Bangladesch, nachdem Militäroperationen Dörfer zerstört hatten. UN-Ermittler sprachen von ethnischen Säuberungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">International erwarteten viele Beobachter, dass Aung San Suu Kyi als Friedensnobelpreisträgerin diese Gewalt entschieden verurteilen würde. Stattdessen wies sie die Vorwürfe zurück und verteidigte das Vorgehen der Sicherheitskräfte vor dem Internationalen Gerichtshof. Dieses Verhalten erschütterte ihr internationales Ansehen.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-medium"><img loading="lazy" decoding="async" width="300" height="225" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/09/State_Counsellor_Aung_San_Suu_Kyi_in_Loikaw_2017-300x225.jpg" alt="" class="wp-image-4905" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/09/State_Counsellor_Aung_San_Suu_Kyi_in_Loikaw_2017-300x225.jpg 300w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/09/State_Counsellor_Aung_San_Suu_Kyi_in_Loikaw_2017-768x575.jpg 768w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/09/State_Counsellor_Aung_San_Suu_Kyi_in_Loikaw_2017.jpg 960w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption class="wp-element-caption">Aung San Suu Kyi besucht eine Pagode im Landesinneren, 2017</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">In Myanmar selbst wirkte die Situation jedoch anders. Suu Kyis Einfluss auf das Militär war durch die Verfassung begrenzt, direkte Eingriffe in Sicherheitsoperationen lagen nicht in ihrer Hand. Zudem hätte ein offenes Eintreten für die Rohingya sie in Konflikt mit der breiten öffentlichen Meinung gebracht, in der die Minderheit weitgehend als „Bengali“ Außenseiter betrachtet wurde. Für sie stand das Risiko im Raum, Unterstützung in der Bevölkerung zu verlieren und ihre ohnehin fragile Position gegenüber den Generälen weiter zu schwächen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ihre Haltung war damit weniger Ausdruck persönlicher Gleichgültigkeit, sondern das Ergebnis politischer Kalkulation: Sie stellte die Konsolidierung ihrer Macht und die schrittweise Eindämmung des Militärs über eine offene Konfrontation in der Minderheitenfrage. Politik bedeutete für sie, innerhalb enger Möglichkeiten zu handeln – mit der Folge, dass ihr internationales Bild als Ikone der Menschenrechte in scharfem Kontrast zur Wahrnehmung im eigenen Land stand.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Rückkehr der Militärherrschaft</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Im Februar 2021 putschte das Militär erneut, noch bevor die neugewählte NLD-Regierung ihre Arbeit aufnehmen konnte. Suu Kyi wurde verhaftet und in aufeinanderfolgenden Prozessen zu langen Haftstrafen verurteilt. Damit endete ihre politische Karriere vorerst in Gefangenschaft. Gleichwohl bleibt sie eine zentrale Figur der Opposition, und ihr Name ist nach wie vor eng mit den Hoffnungen vieler Menschen in Myanmar verbunden.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="960" height="721" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/09/Free_Daw_Aung_San_Su_Kyi.jpg" alt="" class="wp-image-4904" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/09/Free_Daw_Aung_San_Su_Kyi.jpg 960w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/09/Free_Daw_Aung_San_Su_Kyi-300x225.jpg 300w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/09/Free_Daw_Aung_San_Su_Kyi-768x577.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 960px) 100vw, 960px" /></figure>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Zum Weiterlesen</strong></h3>



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<ul class="wp-block-list">
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</ul>



<h3 class="wp-block-heading">Bildnachweis</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Titel: Aung San Suu Kyi mit amerikanischen Diplomaten, Yangon, 2010.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aung San Suu Kyi in Paris 2012: Creative Commons 2.0: Jean-François Beauséjour.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Proteste in London: Creative Commons 2.0: English PEN.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Besuch Pagoda: Wikimedia Commons, Kantabon.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Alle weiteren Bilder gemeinfrei.</p>
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		<title>Die versunkene Glocke von Dhammazedi</title>
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		<pubDate>Wed, 27 Aug 2025 12:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Myanmar]]></category>
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<figure class="wp-block-audio"><audio controls src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/10/Dhammazedi_Glocke.mp3"></audio></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Wer heute am Zusammenfluss von Bago- und Yangon-Fluss in Myanmar steht, blickt auf eine undurchsichtige Wasserfläche. Darunter, auf dem schlammigen Grund, liegt möglicherweise eine der größten Glocken, die je gegossen wurde und mit ihr eine Geschichte von königlicher Frömmigkeit, kolonialer Gier und jahrhundertelangen, vergeblichen Suchaktionen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ein König und sein Astrologe</h2>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignleft size-medium"><img loading="lazy" decoding="async" width="200" height="300" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/10/IMG_2251-200x300.jpg" alt="" class="wp-image-4655" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/10/IMG_2251-200x300.jpg 200w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/10/IMG_2251-683x1024.jpg 683w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/10/IMG_2251-768x1152.jpg 768w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/10/IMG_2251-1024x1536.jpg 1024w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/10/IMG_2251-1365x2048.jpg 1365w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/10/IMG_2251-scaled.jpg 1067w" sizes="auto, (max-width: 200px) 100vw, 200px" /><figcaption class="wp-element-caption">Shwedagon-Pagode, 2013</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Am 5. Februar 1484 ließ der Legende nach König Dhammazedi von Hanthawaddy Pegu eine Bronzeglocke für die Shwedagon-Pagode gießen. Sein Astrologe hatte ihm davon abgeraten: Das Krokodil-Sternbild stehe ungünstig, die Glocke werde keinen schönen Klang haben. Der König ignorierte den Rat und der Astrologe sollte recht behalten. Die fertige Glocke klang tatsächlich unangenehm.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dennoch war das Werk beeindruckend. Zeitgenössische Texte berichten von 180.000 Viss Metall – umgerechnet etwa 294 Tonnen Bronze, Silber und Gold. Zwölf Ellen hoch und acht Ellen breit soll sie gewesen sein. Falls diese eher unwahrscheinliche Angaben stimmten, wäre sie schwerer als die heute größte Glocke der Welt gewesen .</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der italienische Edelsteinhändler Gasparo Balbi besuchte 1583 die Shwedagon-Pagode und maß die Glocke persönlich: &#8222;sieben Schritte und drei Handbreiten lang&#8220;, notierte er in sein Tagebuch. Von oben bis unten war sie mit Inschriften bedeckt, die niemand entziffern konnte.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Portugiesische Räuber</h2>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-medium"><img loading="lazy" decoding="async" width="300" height="294" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/10/Namban_Elefante_Filipe_de_Brito_1-300x294.jpg" alt="" class="wp-image-4656" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/10/Namban_Elefante_Filipe_de_Brito_1-300x294.jpg 300w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/10/Namban_Elefante_Filipe_de_Brito_1-768x754.jpg 768w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/10/Namban_Elefante_Filipe_de_Brito_1.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption class="wp-element-caption">Filipe de Brito e Nicote (~1566-1613)</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Filipe de Brito e Nicote kam in den 1590er Jahren nach Unterburma. Der portugiesische Söldner, den die Burmesen Nga Zinka nannten, machte sich zunächst als Gouverneur des Hafens Syriam nützlich. 1603 erklärte er seine Unabhängigkeit und begann, die Umgebung zu plündern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">1608 war die Shwedagon-Pagode an der Reihe. De Brito und seine Männer rollten die massive Glocke den Singuttara-Hügel hinunter zu einem Floß am Pazundaung-Bach. Elefanten zogen die Beute zum Bago-Fluss, wo sie an de Britos Flaggschiff festgebunden wurde. Das Ziel: Syriam, wo die Glocke zu Kanonen eingeschmolzen werden sollte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch die Last war zu schwer. Am Zusammenfluss der beiden Flüsse brach das Floß auseinander, die Glocke versank – und riss de Britos Schiff mit in die Tiefe. Fünf Jahre später eroberten burmesische Truppen Syriam zurück. De Brito starb durch Aufspießung.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die endlose Suche</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Seit über vier Jahrhunderten liegt die Glocke nun im Flussschlamm. Viele haben versucht, sie zu finden. Der professionelle Tiefseetaucher James Blunt unternahm 115 Erkundungstauchgänge. Die Suche ist schwierig: Das Wasser ist trüb, mindestens drei Schiffswracks liegen in der Gegend, und die Glocke könnte unter 7,6 Metern Schlamm begraben sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">2000 beauftragte die burmesische Regierung den englischen Meeresforscher Mike Hatcher mit der Bergung. Ein internationales Team aus japanischen, australischen und amerikanischen Unternehmen sollte helfen, sogar Richard Gere war an der Finanzierung beteiligt. Das Projekt kam nie richtig in Gang – möglicherweise, weil Hatcher gleichzeitig mit anderen Unterwasserprojekten beschäftigt war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">2010 versuchte es der australische Dokumentarfilmer Damien Lay. Sein Team führte Sonar-Untersuchungen über vier Quadratkilometer Flussboden durch, identifizierte vierzehn Schiffswracks und behauptete schließlich, sowohl die Glocke als auch de Britos Galeone lokalisiert zu haben. Der genaue Standort wurde nicht veröffentlicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">2012 stellte eine Firma aus Singapur zehn Millionen Dollar für einen neuen Versuch bereit. 2014 behauptete der Forscher San Linn, die Glocke sei gefunden worden. Diese Meldung erwies sich als falsch.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="502" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/10/Bago_River_between_That_Pyu_Village_and_Kywae_Kue_Seik_Village-1024x502.jpg" alt="" class="wp-image-4657" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/10/Bago_River_between_That_Pyu_Village_and_Kywae_Kue_Seik_Village-1024x502.jpg 1024w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/10/Bago_River_between_That_Pyu_Village_and_Kywae_Kue_Seik_Village-300x147.jpg 300w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/10/Bago_River_between_That_Pyu_Village_and_Kywae_Kue_Seik_Village-768x377.jpg 768w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/10/Bago_River_between_That_Pyu_Village_and_Kywae_Kue_Seik_Village-1536x753.jpg 1536w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/10/Bago_River_between_That_Pyu_Village_and_Kywae_Kue_Seik_Village-2048x1005.jpg 2048w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/10/Bago_River_between_That_Pyu_Village_and_Kywae_Kue_Seik_Village-scaled.jpg 1600w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Bago-Fluss</figcaption></figure>
</div>


<h2 class="wp-block-heading">Geister und Legenden</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die erfolglose Suche hat lokale Mythen befeuert. Manche Einheimische behaupten, sie hätten die Glocke bei Vollmond auftauchen sehen. Andere glauben, Naturgeister bewachten sie zusammen mit anderen Schätzen aus der Shwedagon-Pagode.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Wahrheit dürfte prosaischer sein: Der schlammige Flussgrund, die schlechte Sicht und die vielen Schiffswracks machen die Suche extrem schwierig. Ob die Glocke tatsächlich so schwer war, wie die historischen Quellen behaupten, bleibt fraglich. Sollte sie jemals gefunden werden, könnte sich herausstellen, dass auch mittelalterliche Chronisten zur Übertreibung neigten.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Zum Weiterlesen</strong></h3>



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<p class="wp-block-paragraph">Thant Myint-U: <em><a href="https://www.amazon.de/River-Lost-Footsteps-Personal-Histories/dp/0571217591?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;dib=eyJ2IjoiMSJ9.KQ4jua_TsIhHNCjUjtTtpX7zSzA9Mfus4Gi6cHV9ghNayrFipK9JBE00vkj_lejMnMM2DJu0i1LbpHcrMy7ctf4RedvRl2_nU9b6OlLJbiHfQnb61TPhvDtIZq7UsckYH3F2JZdhlOUSQybNV2rY49ByTYogvUHGUmgmjVzFJolUlZwACy7SGGYSSQBBEVVcE3iZZzhPMk0WhLtN60t-SiYXD7TONf3mzdpK0JTjPHk.JAbcRBKE59xKvWlgbsQ2YARwsxChXnqvR1mmvSGzi-M&amp;dib_tag=se&amp;keywords=The+River+of+Lost+Footsteps&amp;qid=1756133972&amp;sr=8-1&amp;linkCode=ll1&amp;tag=suedostasie01-21&amp;linkId=5fdc35626b1e56cbc8b006c767eb8192&amp;language=de_DE&amp;ref_=as_li_ss_tl">The River of Lost Footsteps</a></em>, 2008.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Bildernachweis</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Titel: Aktuelle Glocken an der Spitze der Shwedagon-Pagode.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bago-Fluss: Wikimedia Commons, ခင်မောင်မောင်လွင်.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Alles weitere eigene Aufnahmen oder gemeinfrei.</p>
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