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	<title>Xu Da Archive - Imperien und Inseln</title>
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		<title>Dadu 1368 – Der Fall der Yuan-Hauptstadt</title>
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		<pubDate>Sat, 12 Sep 2026 13:00:00 +0000</pubDate>
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<p>Der Beitrag <a href="https://www.imperien-und-inseln.de/altertum/dadu-1368-der-fall-der-yuan-hauptstadt/">Dadu 1368 – Der Fall der Yuan-Hauptstadt</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.imperien-und-inseln.de">Imperien und Inseln</a>.</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Anfang September 1368 entschied sich Kaiser Toghon Temür für den Rückzug. Während aus dem Süden immer neue Nachrichten über den Vormarsch der Ming-Armee unter Xu Da eintrafen, verließ er Dadu und zog mit einem Teil seines Hofes durch die nördlichen Tore in Richtung der Sommerresidenz Shangdu. Wenige Tage später erreichten die Soldaten Zhu Yuanzhangs die Hauptstadt. Eine Stadt, von der aus die Yuan-Kaiser fast ein Jahrhundert über China geherrscht hatten, fiel damit an eine Dynastie, die erst wenige Monate zuvor ausgerufen worden war.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Der Feldzug beginnt vor der Dynastiegründung</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Der Weg nach Dadu hatte bereits im Herbst 1367 begonnen. Mit dem Fall Suzhous war Zhang Shicheng ausgeschaltet, und Zhu Yuanzhang konnte seine größten Heeresverbände nach Norden verlegen. In Nanjing beriet er mit seinen Generälen über das weitere Vorgehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zhu Yuanzhang entschied sich für einen langsameren Feldzug. Xu Da sollte zunächst die Yuan-Stellungen in Shandong brechen. Danach wollte Zhu die Armee weiter nach Westen führen und die Verbindungen der Hauptstadt zu den verbliebenen Yuan-Truppen schwächen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Xu Da erhielt den Oberbefehl. Chang Yuchun diente als einer seiner wichtigsten Kommandeure. Beide Männer gehörten seit Jahren zu Zhu Yuanzhangs engstem militärischem Umfeld und hatten bereits viele Schlachten geschlagen. Nun sollten sie einen Feldzug führen, der sie weit aus dem Jangtse-Gebiet hinausbrachte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Winter 1367 rückten ihre Truppen nach Shandong vor. Zahlreiche Städte ergaben sich oder wurden eingenommen. Damit gewann Xu Da einen Raum, über den seine Armee weiter nach Norden vorrücken konnte. Gleichzeitig erschwerte der Verlust der Provinz den Yuan die Versorgung ihrer Hauptstadt aus dem Süden.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ein Kaiser in Nanjing</h3>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-medium"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="300" height="296" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/09/元順帝妥歡帖木兒_Emperor_Shun_of_Yuan_Toghon_Temuer-300x296.png" alt="" class="wp-image-7994" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/09/元順帝妥歡帖木兒_Emperor_Shun_of_Yuan_Toghon_Temuer-300x296.png 300w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/09/元順帝妥歡帖木兒_Emperor_Shun_of_Yuan_Toghon_Temuer-768x758.png 768w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/09/元順帝妥歡帖木兒_Emperor_Shun_of_Yuan_Toghon_Temuer-1024x1011.png 1024w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/09/元順帝妥歡帖木兒_Emperor_Shun_of_Yuan_Toghon_Temuer-1536x1516.png 1536w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/09/元順帝妥歡帖木兒_Emperor_Shun_of_Yuan_Toghon_Temuer.png 1600w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption class="wp-element-caption">Toghon Temür, Zeichnung 14. Jhdt.</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Während Xu Da noch kämpfte, vollzog Zhu Yuanzhang in Nanjing einen entscheidenden Schritt. Im Januar 1368 nahm er den Kaisertitel an. Seine neue Dynastie erhielt den Namen Ming, seine Regierungsdevise lautete Hongwu (洪武, das bedeutet: &#8222;gewaltig und kriegerisch&#8220;)</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Zeitpunkt war bemerkenswert. Dadu befand sich weiterhin in der Hand der Yuan, und Toghon Temür trug weiterhin den Kaisertitel. Zhu wartete den militärischen Sieg über die Hauptstadt jedoch nicht ab. Aus seiner Sicht besaß er bereits genügend Land und Gefolgsleute, um selbst als Herrscher einer Dynastie aufzutreten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nanjing wurde damit zum kaiserlichen Zentrum der neuen Herrschaft. Von dort aus erließ Zhu Befehle an seine Generäle und ließ den Feldzug gegen die Yuan fortsetzen. Die Proklamation veränderte zugleich die Stellung der Soldaten im Norden: Xu Da kämpfte nun im Namen eines Kaisers, der den Anspruch erhob, über China zu herrschen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die militärische Entscheidung stand allerdings weiterhin aus. Solange Dadu und der Yuan-Hof bestanden, blieb dieser Anspruch umkämpft.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Xu Da zieht durch Henan</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Nach den Erfolgen in Shandong wandte sich Xu Da nach Westen. Im Frühjahr 1368 erreichten seine Truppen Henan. Kaifeng, eine der bedeutendsten Städte der Region, fiel in ihre Hand. Wenig später gewann die Ming-Armee weitere Positionen entlang des Gelben Flusses.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zhu Yuanzhang reiste im Sommer selbst nach Kaifeng. Dort traf er seine Generäle und besprach den nächsten Abschnitt des Feldzugs. Die bisherigen Erfolge hatten die Voraussetzungen geschaffen, die ihm im Vorjahr noch gefehlt hatten. Xu Da konnte Dadu nun aus südlicher Richtung angreifen, während wichtige Yuan-Stellungen hinter ihm bereits gefallen waren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Vormarsch traf auf einen Gegner, deren militärische Führung seit Jahren von Rivalitäten geprägt war. Mächtige Kommandeure verfügten über eigene Truppenverbände und verteidigten unterschiedliche Regionen. Der Hof in Dadu konnte diese Kräfte nur begrenzt für eine gemeinsame Verteidigung zusammenführen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Xu Da nutzte diese Lage. Seine Armee rückte weiter nach Norden und erreichte das Gebiet um den Großen Kanal. Damit führte der Feldzug direkt auf die Hauptstadt zu.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Toghon Temür entscheidet sich zum Rückzug</h3>



<p class="wp-block-paragraph">In Dadu musste Toghon Temür nun entscheiden, ob er die Hauptstadt verteidigen oder den Hof nach Norden führen sollte. Der Kaiser war seit 1333 auf dem Thron. Während seiner langen Regierungszeit hatten Aufstände große Teile des Reiches erfasst, regionale Heerführer waren immer mächtiger geworden. Nun näherte sich eine Armee, die innerhalb weniger Monate Shandong durchquert und den Gelben Fluss überschritten hatte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Toghon Temür wählte den Rückzug.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sein Ziel war Shangdu im Norden. Die Entscheidung bewahrte den Hof und die kaiserliche Familie vor der Gefangennahme. Zugleich überließ sie Dadu den heranrückenden Truppen Xu Das.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Rückzug bedeutete deshalb mehr als die Aufgabe einer einzelnen Stadt. Dadu war seit der Regierungszeit Kublai Khans das politische Zentrum der Yuan-Dynastie gewesen. Von hier aus hatten die Kaiser ihre Behörden geleitet und Gesandtschaften empfangen. Wer Dadu beherrschte, besaß einen Ort, der weit über seine Mauern hinaus für die kaiserliche Herrschaft stand.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Xu Da betritt Dadu</h3>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-medium"><img decoding="async" width="168" height="300" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/09/Xu_Da-168x300.jpg" alt="" class="wp-image-7993" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/09/Xu_Da-168x300.jpg 168w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/09/Xu_Da.jpg 500w" sizes="(max-width: 168px) 100vw, 168px" /><figcaption class="wp-element-caption">Xu Da, Darstellung von 1921</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Im September 1368 erreichten Xu Das Truppen die Hauptstadt. Da der Yuan-Hof bereits nach Norden gezogen war, konnte die Ming-Armee Dadu kampflos besetzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Zhu Yuanzhang war dies der sichtbarste Erfolg seines bisherigen Aufstiegs. Sechzehn Jahre zuvor hatte er sich einer Rebellengruppe angeschlossen. Nun stand eine von seinen Generälen geführte Armee in der ehemaligen Hauptstadt der Yuan.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Ming gaben Dadu bald einen neuen Namen: Beiping, „Nördlicher Friede“. Der politische Mittelpunkt der neuen Dynastie blieb zunächst Nanjing. Die ehemalige Yuan-Hauptstadt wurde zu einem wichtigen Stützpunkt für die weitere Sicherung Nordchinas.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Krieg ging jedoch auch nach der Einnahme der Stadt weiter. Toghon Temür lebte weiterhin und hielt sich mit seinem Hof zunächst in Shangdu auf. Yuan-Truppen kontrollierten Gebiete weiter im Norden und Westen. Die mongolische Herrscherfamilie gab ihren dynastischen Anspruch ebenfalls nicht auf. Historiker sprechen für die folgende Epoche häufig von den Nördlichen Yuan.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Der Krieg zieht weiter nach Norden</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Xu Da und Chang Yuchun mussten deshalb schon bald erneut marschieren. Die Einnahme Dadus hatte den Yuan ihren bisherigen Regierungssitz genommen, doch ihre Armeen blieben ein Gegner. Der Kampf verlagerte sich aus den dicht besiedelten Ebenen Nordchinas weiter in Richtung der mongolischen Herrschaftsgebiete.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Toghon Temür zog von Shangdu später weiter nach Norden. Er starb 1370 in Yingchang. Seine Nachfolger führten den Widerstand gegen die Ming fort und betrachteten sich weiterhin als rechtmäßige Kaiser. Zhu Yuanzhang wiederum ließ seine Generäle wiederholt gegen sie vorgehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Dadu begann unterdessen eine andere Entwicklung. Die Ming befestigten ihre Herrschaft über die Stadt, während der kaiserliche Hof weiterhin in Nanjing residierte. Jahrzehnte später sollte ausgerechnet dieser ehemalige Sitz der Yuan erneut zum Zentrum des Reiches werden. Zhu Yuanzhangs Sohn Zhu Di machte die Stadt zu seiner wichtigsten Residenz und verlegte schließlich auch die Hauptstadt dorthin. Aus Beiping wurde Beijing – die „Nördliche Hauptstadt“.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h3 class="wp-block-heading">Zum Weiterlesen</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Links, die mit einem Sternchen (*) gekennzeichnet sind, führen auf die Seite von Amazon.de. Wenn Sie über diese Links bestellen, unterstützen Sie unsere Arbeit, ohne dass Ihnen Mehrkosten entstehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Timothy Brook (2013):&nbsp;<a href="https://amzn.to/4suwvYI">The Troubled Empire. China in the Yuan-Ming Transition</a>.*<br>Frederick W. Mote (2003):&nbsp;<a href="https://amzn.to/3N2epgq">Imperial China 900–1800</a>.*<br>Frederick W. Mote<a href="https://amzn.to/49gPygc">&nbsp;</a>(1988):&nbsp;<a href="https://amzn.to/49gPygc">The Cambridge History of China, Vol. 7: The Ming Dynasty, 1368–1644</a><a href="https://amzn.to/4aFkbOR">, Part 1.</a>*</p>



<h3 class="wp-block-heading">Bildnachweis</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Titel: Miaoying-Tempel, Monument aus der Yuan-Zeit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Alle Bilder gemeinfrei.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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		<title>Suzhou 1367 – Der Fall Zhang Shichengs</title>
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		<pubDate>Sat, 12 Sep 2026 06:00:00 +0000</pubDate>
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<p>Der Beitrag <a href="https://www.imperien-und-inseln.de/chronik-der-ming-dynastie/suzhou-1367-der-fall-zhang-shichengs/">Suzhou 1367 – Der Fall Zhang Shichengs</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.imperien-und-inseln.de">Imperien und Inseln</a>.</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Ende Dezember 1366 schlossen die Truppen Zhu Yuanzhangs den Ring um Suzhou. Vor den Mauern entstanden befestigte Stellungen, von denen aus Geschütze die Stadt unter Feuer nehmen konnten. Innerhalb der Befestigungen hielt Zhang Shicheng seine Soldaten zusammen und führte wiederholt Ausfälle gegen die Belagerer. Neun Monate lang gelang es ihm, seine Hauptstadt zu behaupten. Erst am 1. Oktober 1367 brachen Zhus Truppen durch die Mauern. Für Zhang endete damit eine Karriere, die ihn vom Salzschmuggler zu einem der mächtigsten Männer im Jangtse-Delta geführt hatte.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ein Salzschmuggler baut eine Herrschaft auf</h3>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-medium"><img decoding="async" width="216" height="300" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/08/ZhangShicheng-216x300.jpg" alt="" class="wp-image-7965" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/08/ZhangShicheng-216x300.jpg 216w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/08/ZhangShicheng.jpg 254w" sizes="(max-width: 216px) 100vw, 216px" /><figcaption class="wp-element-caption">Zhang Shicheng (1321-1367)</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Zhang Shicheng stammte aus dem Gebiet von Taizhou nördlich des Jangtse und verdiente seinen Lebensunterhalt zunächst im Salzhandel. Das staatliche Salzmonopol machte den privaten Handel lukrativ und gefährlich zugleich. Zhang und seine Brüder transportierten Salz auf den Wasserwegen der Region und bauten dabei ein Netz von Gefolgsleuten auf. Einen Teil ihrer Einnahmen verteilten sie unter Freunden und Anhängern, was Zhang früh eine eigene Gefolgschaft verschaffte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während die Yuan-Regierung in den 1350er Jahren immer größere Gebiete verlor, wuchs aus diesem Umfeld eine bewaffnete Bewegung. Zhang nahm Städte ein und kontrollierte schließlich einen der reichsten Räume Chinas. Sein Herrschaftsgebiet erstreckte sich um Suzhou sowie über Teile des Jangtse-Deltas und reichte bis in die Umgebung von Hangzhou. Die dicht besiedelte Region verfügte über ertragreiche Landwirtschaft und ein weit verzweigtes Netz von Kanälen, auf denen Getreide und andere Waren transportiert wurden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Suzhou wurde zum Zentrum seiner Herrschaft. Zhang richtete dort einen Hof ein und gewann Gelehrte für seine Verwaltung. 1363 nahm er den Titel König von Wu an. Damit erhob er einen Anspruch, der unmittelbar mit Zhu Yuanzhang kollidierte, denn auch der führte seit 1364 diesen Titel. Im unteren Jangtse standen sich nun zwei Herrscher von Wu gegenüber.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Nach Poyang richtet Zhu den Blick nach Osten</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Der Sieg über Chen Youliang auf dem Poyang-See hatte das Kräfteverhältnis verändert. Zhu Yuanzhang konnte die Gebiete seines besiegten Rivalen übernehmen und gewann dadurch zusätzliche Truppen. Zhang Shicheng blieb nun sein stärkster Konkurrent im Osten. Die Auseinandersetzung zwischen beiden hatte bereits Jahre gedauert, doch nach 1363 verfügte Zhu über deutlich größere Mittel für einen entscheidenden Feldzug.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zhus Generäle Xu Da und Chang Yuchun konzentrierten sich zunächst auf Zhangs äußere Stützpunkte. Ende 1365 begannen sie, seine Positionen im Huai-Gebiet einzunehmen. Danach rückten sie in das Jangtse-Delta vor. Bis Ende 1366 waren Huzhou südlich des Tai-Sees und Hangzhou gefallen oder hatten sich ergeben. Damit verlor Zhang wichtige Gebiete rund um seine Hauptstadt, während Zhus Armeen Suzhou immer enger umschlossen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Vorgehen folgte einer klaren militärischen Logik. Suzhou sollte erst angegriffen werden, nachdem die Verbindungen zu Zhangs übrigen Gebieten weitgehend abgeschnitten waren. Seine Hauptstadt musste sich dadurch zunehmend aus den eigenen Vorräten versorgen und konnte kaum noch auf Entsatz von außen hoffen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Vor den Mauern von Suzhou</h3>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignleft size-medium"><img loading="lazy" decoding="async" width="282" height="300" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/08/Guang_yu_tu_-_er_juan_LOC_2008623187-1-282x300.jpg" alt="" class="wp-image-7968" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/08/Guang_yu_tu_-_er_juan_LOC_2008623187-1-282x300.jpg 282w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/08/Guang_yu_tu_-_er_juan_LOC_2008623187-1-767x816.jpg 767w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/08/Guang_yu_tu_-_er_juan_LOC_2008623187-1.jpg 960w" sizes="auto, (max-width: 282px) 100vw, 282px" /><figcaption class="wp-element-caption">Eine Übersichtskarte der kaiserlichen Verteidigungsanlagen Chinas während der Ming-Dynastie</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Im Dezember 1366 begann die eigentliche Belagerung. Suzhou besaß Stadtmauern und ein Netz von Wasserwegen, das die Verteidigung erleichterte. Zhang Shicheng verteidigte die Stadt aktiv. Er führte selbst Ausfälle und versuchte mehrfach, die Belagerungsstellungen anzugreifen. Zhus Heer legte um die Stadt eine geschlossene Befestigungslinie an und errichtete Feuerstellungen für seine Belagerungswaffen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für die Einwohner Suzhous wurde die lange Belagerung zu einer schweren Belastung. Je länger die Einschließung dauerte, desto stärker schrumpften die Möglichkeiten, Nahrung in die Stadt zu bringen oder militärische Hilfe zu erhalten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Zhu Yuanzhang bedeutete die Dauer der Belagerung zugleich, dass er einen erheblichen Teil seiner Streitkräfte über Monate binden musste. Xu Da konnte jedoch den äußeren Ring weitgehend beseitigen. Ein Entsatzheer, das den Belagerern ernsthaft hätte gefährlich werden können, erschien nicht.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Der Durchbruch</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Am 1. Oktober 1367 gelang Zhus Truppen schließlich der Durchbruch. Belagerungsgeschütze hatten die Mauern so weit beschädigt, dass Soldaten eindringen konnten. Zhang Shicheng zog sich kämpfend in das Stadtinnere zurück. Dort brach die Verteidigung endgültig zusammen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zhang versuchte, sich in seinem Palast zu erhängen, wurde jedoch noch lebend gefunden und gefangen genommen. Seine Gegner brachten ihn anschließend nach Nanjing. Über seinen Tod widersprechen sich die Überlieferungen. Eine Tradition berichtet, dass er sich dort schließlich selbst erhängte. Andere Berichte lassen ihn durch Zhu Yuanzhangs Leute töten. Sicher ist, dass Zhang die Gefangenschaft nur kurze Zeit überlebte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit ihm verschwand der letzte große Rivale Zhu Yuanzhangs im Jangtse-Gebiet. Die Eroberung Suzhous brachte Zhu außerdem große Teile von Zhangs verbliebenen Streitkräften ein. Damit kontrollierte er nun den Jangtse von seinen östlichen Küstengebieten weit nach Westen und konnte seine wichtigsten Armeen für den nächsten Feldzug freimachen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Von Suzhou nach Norden</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Nur wenige Wochen nach dem Fall der Stadt beriet Zhu Yuanzhang über den Angriff auf die Yuan-Herrschaft im Norden. Chang Yuchun plädierte für einen direkten Vorstoß gegen Dadu, das heutige Peking. Zhu entschied sich für ein vorsichtigeres Vorgehen und wollte zunächst Shandong sowie Henan sichern, damit die Yuan-Hauptstadt beim späteren Angriff keine Unterstützung aus diesen Gebieten erhalten konnte. Xu Da übernahm den Oberbefehl über den Feldzug.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit veränderte der Fall Suzhous unmittelbar die Richtung des Krieges. Zhu musste seine Kräfte nun nicht mehr zwischen zwei großen Rivalen im Jangtse-Raum aufteilen. Im Januar 1368 rief er die Ming-Dynastie aus. Noch im selben Jahr nahmen seine Truppen Dadu ein, während der Yuan-Kaiser nach Norden floh.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für die Einwohner Suzhous hatte der Sieg unmittelbare Folgen: Mit dem Fall der Mauern öffnete sich die Stadt einem neuen Herrscher. Für Zhu Yuanzhang dagegen machte genau dieser Sieg den Weg frei, seine Armeen aus dem Jangtse-Delta heraus gegen die Yuan nach Norden zu führen.</p>



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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="1600" height="648" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/08/Aerial_panorama_of_Suzhou_and_the_Grand_Canal_that_runs_through_it.jpg" alt="" class="wp-image-7967" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/08/Aerial_panorama_of_Suzhou_and_the_Grand_Canal_that_runs_through_it.jpg 1600w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/08/Aerial_panorama_of_Suzhou_and_the_Grand_Canal_that_runs_through_it-300x121.jpg 300w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/08/Aerial_panorama_of_Suzhou_and_the_Grand_Canal_that_runs_through_it-1024x415.jpg 1024w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/08/Aerial_panorama_of_Suzhou_and_the_Grand_Canal_that_runs_through_it-768x311.jpg 768w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/08/Aerial_panorama_of_Suzhou_and_the_Grand_Canal_that_runs_through_it-1536x622.jpg 1536w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/08/Aerial_panorama_of_Suzhou_and_the_Grand_Canal_that_runs_through_it-2048x829.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 1600px) 100vw, 1600px" /><figcaption class="wp-element-caption">Suzhou heute</figcaption></figure>
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<h3 class="wp-block-heading">Zum Weiterlesen</h3>



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<p class="wp-block-paragraph">Timothy Brook (2013):&nbsp;<a href="https://amzn.to/4suwvYI">The Troubled Empire. China in the Yuan-Ming Transition</a>.*<br>Frederick W. Mote (2003):&nbsp;<a href="https://amzn.to/3N2epgq">Imperial China 900–1800</a>.*<br>Frederick W. Mote<a href="https://amzn.to/49gPygc">&nbsp;</a>(1988):&nbsp;<a href="https://amzn.to/49gPygc">The Cambridge History of China, Vol. 7: The Ming Dynasty, 1368–1644</a><a href="https://amzn.to/4aFkbOR">, Part 1.</a>*</p>



<h3 class="wp-block-heading">Bildnachweis</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Titel: Pan Men in Suzhou. Wikimedia Commons, 钉钉. <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/deed.en">CC BY-SA 4.0</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Suzhou heute: Wikimedia Commons, Wanderingchina. <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/deed.en">CC BY-SA 4.0</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Alle weiteren Bilder gemeinfrei.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.imperien-und-inseln.de/chronik-der-ming-dynastie/suzhou-1367-der-fall-zhang-shichengs/">Suzhou 1367 – Der Fall Zhang Shichengs</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.imperien-und-inseln.de">Imperien und Inseln</a>.</p>
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