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	<title>Westasiatische Fachleute Archive - Imperien und Inseln</title>
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	<description>Entdeckungsreise durch die Geschichte Asiens</description>
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		<title>Xiangyang 1273 – Die Belagerung am Han-Fluss</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Kuratierte Artikel]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 20 Oct 2026 15:35:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[China]]></category>
		<category><![CDATA[Chronik der Yuan-Dynastie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Xiangyang und Fancheng sperrten den mongolischen Zugang vom Han-Fluss zum Jangtse. Ab 1268 verschärften die Angreifer die Belagerung und setzten eigene Schiffe gegen die Versorgung der Städte ein. Schwere Gegengewichtsschleudern trugen 1273 zum Fall Fanchengs und zur Aufgabe Xiangyangs bei. Lü Wenhuan trat in Khubilais Dienste und unterstützte den weiteren Vormarsch gegen die Song.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.imperien-und-inseln.de/china/xiangyang-1273-die-belagerung-am-han-fluss/">Xiangyang 1273 – Die Belagerung am Han-Fluss</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.imperien-und-inseln.de">Imperien und Inseln</a>.</p>
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<figure class="wp-block-audio"><audio controls src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/Yuan_Folge_11_xiangyang.mp3"></audio></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Lü Wenhuan gab Xiangyang 1273 auf. Auf der anderen Seite des Han-Flusses war Fancheng bereits gefallen. Jahrelang hatten die beiden befestigten Städte den mongolischen Vormarsch aufgehalten. Nun stand ihr Verteidiger vor einem Gegner, der die Versorgung über den Fluss unterbrochen und die Mauern mit schweren Wurfmaschinen angegriffen hatte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Übergabe betraf weit mehr als eine Garnison. Xiangyang und Fancheng sicherten einen Zugang aus dem Norden in das Flussgebiet des Jangtse. Solange die Song diese Stellung hielten, konnte Khubilai seine Truppen nicht ungehindert über den Han-Fluss nach Süden führen. Der Fall der Städte veränderte die Voraussetzungen für den weiteren Krieg.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ein Fluss als Verteidigungslinie</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Han-Fluss mündet bei dem heutigen Wuhan in den Jangtse. An seinem mittleren Lauf lagen Xiangyang und Fancheng einander gegenüber. Ihre Befestigungen schützten die Übergänge und ermöglichten es den Verteidigern, mit Schiffen Verbindung zu anderen Song-Gebieten zu halten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für eine Armee, die aus dem Norden kam, war dies ein Hindernis anderer Art als die offenen Ebenen Nordchinas. Ein schneller Vorstoß konnte das Umland verwüsten. Eine dauerhafte Eroberung erforderte aber die Kontrolle über Flussufer und Transportwege. Reiterei allein konnte eine Garnison, die über das Wasser Nachschub erhielt, nicht zuverlässig aushungern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Lü Wenhuan gehörte zu einer Familie, deren Angehörige wichtige militärische Ämter im Song-Reich besetzten. Seine Stellung beruhte auf den Truppen und Vorräten der Grenzverteidigung. Für den Hof war die Region so bedeutend, dass ihr Verlust die Verteidigung weit dahinterliegender Gebiete gefährdete.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Angreifer lernen den Flusskrieg</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auf mongolischer Seite wirkte Liu Zheng, der zuvor den Song gedient hatte. Er kannte die Kriegführung im Flussgebiet und trug dazu bei, den Angreifern die Bedeutung einer eigenen Flotte zu verdeutlichen. Der mongolische Befehlshaber Aju konnte dadurch auf Kräfte zurückgreifen, die den Verteidigern auch auf dem Wasser entgegentraten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Mongolen beschäftigten zahlreiche Soldaten und Fachleute aus Nordchina. Sie nutzten deren Erfahrung, um Schiffe zu bauen und Flussoperationen vorzubereiten. Khubilais Krieg gegen die Song wurde damit von Truppen geführt, deren Herkunft und Ausbildung weit über die Reiterverbände der Steppe hinausgingen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ab 1268 zogen die Angreifer den Belagerungsring enger. Sie bauten Stellungen im Umland und suchten die Zufahrten über den Fluss zu sperren. Die Verteidiger konnten die Versorgung zeitweilig aufrechterhalten, doch jede Lieferung musste an den feindlichen Kräften vorbeikommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Entsatzangriff war besonders aufwendig. Er benötigte Soldaten, die gegen die Belagerer vorgingen, und Schiffe, die Lebensmittel bis an die eingeschlossenen Städte brachten. Die Nachricht, dass Hilfe unterwegs war, füllte noch keinen Vorratsspeicher. Sie musste erst gegen einen Gegner durchgesetzt werden, der sich auf diesen Wegen festgesetzt hatte.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Jahre des Wartens</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Song-Hof schickte Unterstützung, konnte die Belagerung aber nicht dauerhaft aufbrechen. Größere Unternehmungen scheiterten. Auch einzelne erfolgreiche Durchbrüche mit Versorgungsschiffen änderten wenig daran, dass die Zugänge immer gefährlicher wurden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Lü Wenhuan bedeutete der lange Widerstand einen wachsenden Verlust an Handlungsmöglichkeiten. Solange beide Städte hielten, konnten ihre Garnisonen sich auf die gemeinsame Verteidigung stützen. Doch ihre Vorräte waren begrenzt. Jeder fehlgeschlagene Entsatz verschärfte die Frage, wie lange der Hof noch helfen konnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Lin&#8217;an, der Song-Hauptstadt, verband sich der Krieg mit Streit über die Verantwortlichen. Der führende Minister Jia Sidao musste erklären, weshalb die großen Anstrengungen die bedrohte Stellung nicht befreiten. Die Entscheidungen am Hof und die Lage vor den Mauern blieben dabei voneinander abhängig: Die Garnison brauchte Hilfe, während ihre fortgesetzte Verteidigung dem Hof überhaupt erst Zeit für neue Vorbereitungen verschaffte.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die schweren Wurfmaschinen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">In der letzten Phase setzten die Angreifer schwere Gegengewichtsschleudern ein. Fachleute aus dem westasiatischen Machtbereich der Mongolen halfen bei ihrem Bau. Solche Maschinen nutzten ein herabfallendes Gegengewicht, um den Wurfarm zu beschleunigen. Sie konnten schwere Geschosse gegen Befestigungen schleudern.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-medium"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="197" height="300" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/image-10-197x300.png" alt="" class="wp-image-8594" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/image-10-197x300.png 197w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/image-10.png 400w" sizes="(max-width: 197px) 100vw, 197px" /><figcaption class="wp-element-caption">Chinesische Trebuchet, 14. Jhdt.</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Belagerungsmaschinen waren in China bereits lange bekannt. Neu war hier der Einsatz einer anderen, besonders wirkungsvollen Bauart unter den Bedingungen dieser Belagerung. Der Zugriff auf westasiatische Spezialisten machte sichtbar, wie die verschiedenen Eroberungen der Mongolen militärisches Wissen zusammenführten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">1273 eroberten die Angreifer Fancheng. Die Stadt erlitt schwere Zerstörungen und die Bevölkerung wurde von der Gewalt der Sieger getroffen. Damit verlor Xiangyang den wichtigsten gegenüberliegenden Stützpunkt. Die schwere Belagerungstechnik konnte nun auch gegen die verbliebene Stadt gerichtet werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Lü Wenhuan verhandelte. Er übergab Xiangyang und trat anschließend in Khubilais Dienste. Der neue Herrscher benötigte Männer, die die Verteidigungsanlagen und militärischen Familien der Song kannten. Für den bisherigen Befehlshaber eröffnete die Unterwerfung die Möglichkeit, seine Stellung unter einem anderen Kaiser fortzusetzen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der Weg in das Song-Reich</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Mit Xiangyang und Fancheng besaßen die Mongolen einen Zugang zum Han-Fluss, den sie für weitere Operationen nutzen konnten. Soldaten und Schiffe ließen sich nun auf den Vorstoß zum Jangtse ausrichten. Die jahrelange Bindung vor den beiden Städten war beendet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Song hatten nicht einfach eine Mauer verloren, hinter der das Reich unverändert weiterbestand. Sie mussten ihre Verteidigung auf neue Linien zurücknehmen. Andere Kommandeure kannten Lü Wenhuans Entscheidung und wussten, dass ein Übertritt in mongolische Dienste möglich war. Die Verbindung von militärischem Druck und dem Angebot, weiter ein Amt auszuüben, schwächte den Widerstand auch jenseits des eroberten Gebietes.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Lü Wenhuan begleitete den weiteren Vormarsch auf der Seite der Sieger. Seine Kenntnisse hatten zuvor den Schutz eines Zugangs zum Song-Reich ermöglicht. Nun halfen sie einem Heer, das diesen Zugang in der entgegengesetzten Richtung benutzte.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h3 class="wp-block-heading">Zum Weiterlesen</h3>



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<ul class="wp-block-list">
<li>Franke, H. &amp; Twitchett, D. (1994): <a href="https://amzn.to/4jXv15l">The Cambridge History of China, Vol. 06: Alien Regimes and Border States, 907-1368</a>.*</li>



<li>Weatherford, J. (2005): <a href="https://amzn.to/4qtYIxe">Genghis Khan and the Making of the Modern World</a>.*</li>
</ul>



<h2 class="wp-block-heading">Bildnachweis</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Titel: Flussschiff der Song-Dynastie mit Xuanfeng-Traktionskatapult aus dem Wujing Zongyao, der Ausgabe von 1510 aus der Ming-Dynastie.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Alle Bilder gemeinfrei.</p>
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