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	<title>Stupa Archive - Imperien und Inseln</title>
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	<description>Entdeckungsreise durch die Geschichte Asiens</description>
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		<title>Die Weiße Pagode von Dadu – Khubilais buddhistischer Hof</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Kuratierte Artikel]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 21 Oct 2026 16:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[China]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Khubilai ließ in Dadu ab 1271 einen buddhistischen Stupa errichten, der 1279 geweiht wurde. Die Weiße Pagode verband die Hauptstadt mit den Kunsttraditionen Tibets und des Himalaja. Phagpa vermittelte zwischen dem Herrscher und tibetischen Klostergemeinschaften, während Araniko und weitere Handwerker religiöse Bauten und Bildwerke schufen. Kaiserliche Stiftungen und öffentliche Prozessionen verknüpften buddhistische Rituale mit dem Hofleben.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.imperien-und-inseln.de/china/die-weisse-pagode-von-dadu-khubilais-buddhistischer-hof/">Die Weiße Pagode von Dadu – Khubilais buddhistischer Hof</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.imperien-und-inseln.de">Imperien und Inseln</a>.</p>
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<figure class="wp-block-audio"><audio controls src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/Yuan_Folge_12_weisse_pagode.mp3"></audio></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Khubilai ließ 1271 westlich seiner neuen Residenz einen buddhistischen Stupa errichten. Auf dem Gelände einer älteren Tempelanlage sollten Reliquien neu geborgen und in einem weithin sichtbaren Bau untergebracht werden. 1279 wurde das Monument geweiht. Unter dem Namen Weiße Pagode gehörte es zu den bedeutenden religiösen Bauten der Yuan-Hauptstadt Dadu.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Stupa war ein Bau zur Aufnahme heiliger Überreste und Gegenstände. Sein heller, gerundeter Körper unterschied sich deutlich von den mehrgeschossigen chinesischen Pagoden. Khubilai gab damit einer Form Raum, die über Tibet mit den buddhistischen Kunsttraditionen des Himalajagebietes verbunden war. Neben dem Palast entstand ein Ort, an dem sein Herrschaftsanspruch religiös begründet werden konnte.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ein Lama beim Großkhan</h2>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-medium"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="214" height="300" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/image-11-214x300.png" alt="" class="wp-image-8598" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/image-11-214x300.png 214w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/image-11.png 500w" sizes="(max-width: 214px) 100vw, 214px" /><figcaption class="wp-element-caption">Phagpa mit Sakya Pandita in einem Thangka</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Khubilai hatte sich schon vor der Gründung seiner Dynastie mit dem tibetischen Lehrer Phagpa verbunden. Dieser stammte aus dem religiösen Zentrum Sakya. Seine Stellung beruhte auf gelehrter Ausbildung und den Verbindungen einer bedeutenden Klostergemeinschaft. Khubilai benötigte solche Vermittler, wenn er die unterschiedlichen religiösen Landschaften seines Reiches an den Hof binden wollte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Phagpa erhielt unter Khubilai höchste geistliche Ämter. Er unterrichtete den Herrscher in buddhistischen Lehren und wirkte an den Beziehungen zwischen dem mongolischen Hof und Tibet mit. Der Khan gewährte seinerseits Schutz und stellte Mittel zur Verfügung. Die beiden Männer verfolgten dabei jeweils eigene Aufgaben: Phagpa stärkte die Stellung seiner religiösen Gemeinschaft; Khubilai gewann einen Lehrer, der seine Herrschaft in einer weithin angesehenen Überlieferung verorten konnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Tibet wurde auf diesem Weg in die mongolische Herrschaft einbezogen. Die Verbindungen liefen über Ämter und Beauftragte, vor allem aber über Klöster und Personen, deren Autorität vor Ort anerkannt war. Die Unterstützung des Khans konnte eine religiöse Gruppe gegenüber ihren Rivalen entscheidend stärken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am Hof bedeutete die Nähe zu einem solchen Lehrer zugleich Zugang zum Herrscher. Religiöse Fragen und die Vergabe von Mitteln trafen sich in denselben Personen. Wer ein Kloster förderte, finanzierte Gebäude und den Unterhalt von Geistlichen, griff aber auch in bestehende Rangverhältnisse ein.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Handwerker aus dem Himalaja</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Zu den Künstlern in Khubilais Umgebung gehörte Araniko, in chinesischen Quellen Anige genannt. Er kam aus dem Kathmandu-Tal und gelangte über Tibet in den Dienst des mongolischen Hofes. Seine Laufbahn verband die Herstellung buddhistischer Bilder mit der Leitung von Handwerkern.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignleft size-medium"><img decoding="async" width="225" height="300" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/image-12-225x300.png" alt="" class="wp-image-8599" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/image-12-225x300.png 225w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/image-12.png 360w" sizes="(max-width: 225px) 100vw, 225px" /><figcaption class="wp-element-caption">Denkmal Araniko</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Araniko wird mit dem Entwurf und Bau der Weißen Pagode verbunden. Sein persönlicher Anteil an jedem Arbeitsschritt lässt sich nicht mehr genau abgrenzen. Am Bau wirkten zahlreiche Fachleute mit; in der Überlieferung steht jedoch vor allem der Name des hochgestellten Leiters. Die Zuschreibung beschreibt deshalb eine Werkstatt- und Hofwelt, in der ein einzelner Künstler größere Gruppen von Handwerkern führen konnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Dadu arbeiteten Fachleute, die ganz unterschiedliche Techniken beherrschten. Für buddhistische Bildwerke mussten Formen entworfen und in Werkstätten umgesetzt werden. Steinmetzen und Maurer bauten die Anlagen, während andere Handwerker die Ausstattung herstellten. Ein Großauftrag des Hofes brachte diese Arbeiten zusammen und sicherte Material, das einzelne Klöster kaum aus eigener Kraft hätten beschaffen können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aranikos Schüler Liu Yuan entwickelte die Herstellung religiöser Figuren weiter. Seine Laufbahn führte aus einem daoistischen Umfeld in eine Werkstatt, die von einem Künstler aus Nepal geprägt war. Gerade an solchen Biografien wird sichtbar, wie Menschen im Yuan-Reich Wissen weitergaben. Die Arbeit wechselte den Auftraggeber und konnte dabei Formen aus unterschiedlichen religiösen Zusammenhängen aufnehmen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Reliquien unter kaiserlichem Schutz</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Weiße Pagode nahm Reliquien und buddhistische Gegenstände auf. Ihre Weihe verband den Bau mit einem Ritual, das ihn zu einem heiligen Ort machte. Für Khubilai bot die Stiftung die Möglichkeit, als Beschützer des Buddhismus hervorzutreten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein buddhistischer Herrscher sollte die Lehre schützen und durch seine Taten Verdienst erwerben. Der Bau eines Stupas konnte diesem Anspruch dienen. Die Größe eines solchen Auftrags ließ zugleich erkennen, welche Mittel der Stifter mobilisieren konnte. Religiöser Rang erhielt dadurch eine sichtbare Gestalt in der Hauptstadt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Um den Stupa entstand eine bedeutende kaiserliche Klosteranlage. Ihre Ausstattung und weitere Förderung machten den Ort über den ersten Bauauftrag hinaus zu einem Bestandteil des Hoflebens. Der Herrscher konnte Geistliche empfangen und ihnen Aufgaben übertragen, während die Klostergemeinschaft von seiner Gunst abhängig blieb.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Verbindung gab den Geistlichen Einfluss, schützte sie aber nicht vor Konkurrenz. Andere Gemeinschaften bemühten sich ebenfalls um Land und Begünstigungen. Streit um Tempelbesitz oder Abgabenfreiheit konnte bis vor den Kaiser gelangen. Auch in einer Stadt mit zahlreichen religiösen Einrichtungen war die Verteilung der Mittel eine politische Entscheidung.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der Hof zieht durch die Stadt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">In Dadu blieb der Buddhismus nicht auf die Räume eines Klosters beschränkt. Auf Anregung Phagpas ließ Khubilai einen weißen Schutzschirm über seinem Sitz anbringen. Daraus entwickelte sich eine aufwendige jährliche Prozession, bei der ein mit dem kaiserlichen Sitz verbundener Wagen durch Teile der Stadt und der Residenz geführt wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die von den Klöstern bereitgestellten Bilder und Prozessionsgeräte wurden von Bediensteten getragen oder bewegt. Geistliche begleiteten den Zug, der die Verbindung zwischen Religion und Hof für die Anwohner auf der Straße sichtbar machte. Die Prozession sollte Unheil abwehren und den Schutz des Herrschers erbitten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die städtischen Amtsträger waren für den Ablauf zuständig. Bis die Prozession beginnen konnte, mussten die Klöster ihre Beiträge vorbereiten und Handwerker die Ausstattung instand halten. Für viele Menschen außerhalb des Palastes bestimmte der religiöse Kalender damit die Arbeit; zugleich bot ihnen die Prozession Gelegenheit, den Hof zu sehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Neben den buddhistischen Einrichtungen bestanden daoistische Tempel sowie die Gebetsstätten anderer Gemeinschaften. Khubilai beschäftigte muslimische Amtsträger und stand auch mit Christen in Verbindung. Die besondere Förderung des tibetischen Buddhismus bedeutete daher keine einheitliche Religion für alle Untertanen. Sie schuf aber eine besonders enge Beziehung zwischen bestimmten geistlichen Lehrern und der kaiserlichen Familie.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für die Werkstätten Dadus gingen die Aufträge weiter. Neue Figuren wurden benötigt und bestehende Anlagen erweitert. Die Weiße Pagode stand damit in einer Stadt, in der religiöse Stiftungen den Lebensunterhalt von Handwerkern sichern konnten, während die Entscheidungen über große Aufträge im Umfeld des Herrschers fielen.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h3 class="wp-block-heading">Zum Weiterlesen</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Links, die mit Sternchen (*) gekennzeichnet sind, führen auf die Seite von Amazon.de. Wenn Sie über diese Links bestellen, unterstützen Sie unsere Arbeit, ohne dass Ihnen Mehrkosten entstehen.</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Franke, H. &amp; Twitchett, D. (1994): <a href="https://amzn.to/4jXv15l">The Cambridge History of China, Vol. 06: Alien Regimes and Border States, 907-1368</a>.*</li>



<li>Weatherford, J. (2005): <a href="https://amzn.to/4qtYIxe">Genghis Khan and the Making of the Modern World</a>.*</li>
</ul>



<h2 class="wp-block-heading">Bildnachweis</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Titel: Weiße Pagode, Báitǎ Sì, Wikimedia Commons, BabelStone. <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.en">CC BY-SA 3.0</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Araniko: Wikimedia Commons, smartneddy. <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.5/deed.en">CC BY-SA 2.5</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Alle weiteren Bilder gemeinfrei.</p>
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		<title>Bevor Dvaravati einen Namen trug – Der Aufstieg von U Thong</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Kuratierte Artikel]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 13 Sep 2026 14:00:00 +0000</pubDate>
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<p>Der Beitrag <a href="https://www.imperien-und-inseln.de/thailand/bevor-dvaravati-einen-namen-trug-der-aufstieg-von-u-thong/">Bevor Dvaravati einen Namen trug – Der Aufstieg von U Thong</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.imperien-und-inseln.de">Imperien und Inseln</a>.</p>
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<figure class="wp-block-audio"><audio controls src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/08/Thailand_Der_Aufstieg_von_U_Thong.mp3"></audio></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Im 4. oder 5. Jahrhundert bewegten Arbeiter am Rand von U Thong große Mengen Erde. Sie hoben einen Graben aus und schichteten das Erdreich zu einem Wall auf. Der Bau umschloss die Siedlung und hob sie sichtbar aus der Umgebung heraus. Wer die Arbeiten anordnete, ist unbekannt. Kein überlieferter Name verbindet sich mit diesem frühen Ausbau der Stadt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zwischen den Erdschichten des Walles fanden sich später Keramikscherben mit eingeritzten Wellenlinien. Sie gehören zu einer Zeit, in der der Name Dvaravati noch in keiner erhaltenen Quelle auftaucht. Trotzdem besaß die Stadt bereits weitreichende Handelsverbindungen. Ihre Bevölkerung konnte gemeinsame Bauarbeiten organisieren und begann, religiöse Vorstellungen aus Südasien in die eigene Lebenswelt aufzunehmen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dvaravatis Geschichte begann hier mit dem langsamen Wachstum älterer Siedlungen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Zwischen Ebene und Gebirge</h2>



<p class="wp-block-paragraph">U Thong liegt im Westen des heutigen Zentralthailands. Östlich der Stadt erstreckt sich die Ebene des Tha-Chin-Flusssystems. Im Westen steigen bewaldete Höhenzüge auf. Wege aus dem Hinterland trafen hier auf Wasserläufe, die in Richtung des Golfs von Thailand führten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Lage machte U Thong zu einem geeigneten Umschlagplatz. Menschen aus den umliegenden Dörfern konnten Reis und andere Erzeugnisse in die Stadt bringen. Händler transportierten Waren weiter zur Küste oder in das Landesinnere. U Thong verband dadurch unterschiedliche Landschaften, ohne selbst unmittelbar am Meer zu liegen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Wasser sicherte zugleich die Landwirtschaft. In der Regenzeit überschwemmten die Flüsse weite Teile der Ebene und hinterließen fruchtbare Böden. Siedlungen lagen deshalb bevorzugt auf leicht erhöhtem Gelände. Von dort aus bewirtschafteten die Menschen die umliegenden Felder und nutzten die Flüsse als Verkehrswege.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Verbindung von Landwirtschaft und Handel bildete die Grundlage für das Wachstum U Thongs. Zahlreiche kleinere Siedlungen in der Umgebung trugen zur Versorgung der Stadt bei.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Vor dem Bau des Walles</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Menschen lebten schon lange vor der späteren Dvaravati-Zeit in der Region. Ausgrabungen in der Zentralebene brachten Gräber aus der Metallzeit ans Licht. Manche Tote erhielten Schmucksteine oder Gegenstände aus Bronze. In anderen Bestattungen lagen nur wenige Beigaben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Unterschiede zeigen, dass einzelne Familien bereits mehr Besitz und Einfluss besaßen als andere. Der Zugang zu wertvollen Waren verlieh Ansehen. Wer Verbindungen zu Händlern unterhielt oder die Verarbeitung von Metall kontrollierte, konnte seine Stellung innerhalb einer Gemeinschaft ausbauen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch U Thong war spätestens in den ersten Jahrhunderten n. Chr. besiedelt. Die genaue zeitliche Einordnung einzelner Fundschichten bleibt schwierig, weil frühe Ausgrabungen nur wenige verlässliche Datierungen lieferten. Dennoch lässt sich erkennen, dass der Ort über Jahrhunderte wuchs.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zwischen den älteren Gemeinschaften und der späteren Stadtbevölkerung zeigt sich kein deutlicher Bruch. Neue Gefäßformen erschienen, doch vertraute Techniken blieben erhalten. Die Menschen erweiterten die Siedlung und passten ihre Arbeit an neue Bedürfnisse an. Aus einem lokalen Zentrum entwickelte sich schrittweise eine Stadt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ein Graben als gemeinsames Werk</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Ausbau U Thongs verlangte eine neue Form der Zusammenarbeit. Einzelne Familien konnten den Graben nicht nebenbei anlegen. Eine größere Zahl von Menschen musste über einen längeren Zeitraum Erde ausheben. Arbeiter formten daraus den Wall und hielten die Baustelle offen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dafür brauchte es Personen, die Aufgaben verteilten und Vorräte bereitstellten. Möglicherweise verpflichteten führende Familien die Bewohner der umliegenden Siedlungen zur Arbeit. Vielleicht verbanden sie die Baupflicht mit Festen oder religiösen Handlungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der fertige Wall erfüllte mehrere Aufgaben. Er schützte bewohnte Bereiche und half bei der Führung des Wassers. Zugleich trennte er die Stadt von den umliegenden Feldern. Wer ein Tor passierte, betrat einen Raum, dessen Bewohner sich als zusammengehörige Gemeinschaft verstehen konnten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Graben zeigt daher mehr als technisches Geschick. In U Thong hatten sich Machtstrukturen gebildet, die Menschen über ihre unmittelbaren Verwandtschaftsgruppen hinaus zusammenführten. Herrschaft wurde sichtbar, auch wenn wir ihre Träger nicht benennen können.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Waren aus entfernten Regionen</h2>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-medium"><img decoding="async" width="300" height="281" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/08/IMP_C_VICTORINVS_PF_AVG.tif-300x281.png" alt="" class="wp-image-7860" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/08/IMP_C_VICTORINVS_PF_AVG.tif-300x281.png 300w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/08/IMP_C_VICTORINVS_PF_AVG.tif.png 500w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption class="wp-element-caption">Bronzener Doppeldenar des gallo-römischen Kaisers Victorinus (269–271 n. Chr.), gefunden in U Thong</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">In U Thong kamen Gegenstände zum Vorschein, deren Materialien aus weit entfernten Gegenden stammten. Glasperlen gelangten über Handelswege in die Stadt. Karneol und andere Schmucksteine verbanden ihre Besitzer mit einem Netz, das bis nach Südasien reichte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf ihrem Weg nach U Thong wechselten die Waren wahrscheinlich mehrfach den Besitzer. Küstenorte verteilten sie an Kaufleute, die Flüsse hinauffuhren oder Landwege nutzten. Jeder Abschnitt des Verkehrs lag in anderen Händen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">U Thong nahm in diesem Netz eine vermittelnde Stellung ein. Die Stadt empfing Waren aus Richtung der Küste und gab sie an Gemeinschaften im Hinterland weiter. Umgekehrt gelangten Erzeugnisse aus dem Landesinneren über U Thong nach Süden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Solche Verbindungen bestanden auch zu anderen frühen Zentren Südostasiens. Funde aus U Thong ähneln Gegenständen aus Óc Eo im Mekongdelta und aus Städten im heutigen Myanmar. Die Ähnlichkeiten weisen auf Händler und religiöse Reisende hin, die zwischen diesen Orten verkehrten.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Fremde Formen, örtliche Entscheidungen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Mit den Waren gelangten neue Bilder und Zeichen nach U Thong. Töpfer lernten Gefäße kennen, die aus südasiatischen Vorbildern hervorgegangen waren. Sie übernahmen einzelne Formen, stellten sie aber mit den vertrauten Materialien ihrer Region her.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders häufig finden sich Schalen mit einem deutlichen Knick in der Wandung. Andere Scherben tragen Linien oder Wellen. Tongefäße mit Ausgusstüllen kamen ebenfalls in Gebrauch. Später begegnen diese Formen an vielen Orten, die heute mit Dvaravati verbunden werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Veränderungen vollzogen sich über einen langen Zeitraum. Töpfer verbanden neue Anregungen mit den eigenen Techniken und hielten zugleich an vertrauten Formen fest. Dadurch entstand ein Formenbestand, der in der Zentralebene wiedererkennbar wurde, zugleich aber von Ort zu Ort Unterschiede aufwies.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Scherbe aus dem 6. Jahrhundert trägt Zeichen in einer Schrift, die sich aus südindischen Vorbildern entwickelt hatte. Der erhaltene Teil verrät kaum etwas über den Inhalt. Er zeigt jedoch, dass Menschen in U Thong diese Schrift kannten und selbst verwendeten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Schreiber konnten damit religiöse Formeln festhalten oder Stiftungen vermerken. Auch Händler nutzten Zeichen, um Waren und Besitzer kenntlich zu machen. Die Schrift eröffnete den führenden Gruppen der Stadt eine neue Möglichkeit, Ansprüche dauerhaft festzuhalten.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Buddhistische Mönche in U Thong</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ein kleines Terrakottafragment zeigt drei Mönche mit Almosenschalen. Möglicherweise schmückte das Relief einst einen buddhistischen Stupa. Das Stück gehört zu den bekanntesten frühen Funden aus U Thong, doch sein Alter bleibt umstritten. Einige Merkmale sprechen für das 3. oder 4. Jahrhundert, andere für eine spätere Entstehung.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignleft size-medium"><img loading="lazy" decoding="async" width="198" height="300" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/08/U_Thong_Copper_Plate_Inscription-198x300.jpg" alt="" class="wp-image-7862" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/08/U_Thong_Copper_Plate_Inscription-198x300.jpg 198w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/08/U_Thong_Copper_Plate_Inscription-676x1024.jpg 676w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/08/U_Thong_Copper_Plate_Inscription-768x1163.jpg 768w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/08/U_Thong_Copper_Plate_Inscription-1014x1536.jpg 1014w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/08/U_Thong_Copper_Plate_Inscription.jpg 1057w" sizes="auto, (max-width: 198px) 100vw, 198px" /><figcaption class="wp-element-caption">Kupferplatte mit Inschrift, 6.-7. Jhdt.</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Unabhängig von der genauen Datierung verweist das Relief auf eine buddhistische Gemeinschaft. Mönche lebten von den Gaben der Bevölkerung. Sie benötigten Menschen, die ihnen Nahrung überließen und Unterkünfte bereitstellten. Der Buddhismus gewann daher nur dort dauerhaft Fuß, wo die Bevölkerung bereit war, solche Gemeinschaften zu unterstützen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die ersten Heiligtümer bestanden vermutlich überwiegend aus Holz. Dieses Material ließ sich leichter beschaffen als große Steinblöcke, zerfiel im tropischen Klima aber rasch. Daher können buddhistische Lehrer schon in U Thong gelebt haben, bevor die Stadt dauerhafte Monumente erhielt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit wachsendem Wohlstand änderte sich die Ausstattung der Heiligtümer. Führende Familien stifteten größere Bauten und ließen Bilder herstellen. Eine solche Stiftung zeigte Frömmigkeit, machte aber auch den Rang des Gebers sichtbar. Religion half den Eliten damit, ihre Stellung innerhalb der Stadt zu festigen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In U Thong standen buddhistische und brahmanische Praktiken nebeneinander. Ein Herrscher konnte buddhistische Mönche unterstützen und zugleich Rituale vollziehen lassen, die sich an hinduistische Gottheiten richteten.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Mehrere Städte wachsen gleichzeitig</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Neben U Thong wuchsen in dieser Zeit weitere Zentren. In Chansen nördlich des heutigen Lopburi verdichtete sich im 5. Jahrhundert das Netz der umliegenden Siedlungen. Nakhon Pathom entwickelte sich weiter südlich zu einer außergewöhnlich großen Stadt. Zwischen beiden lag Kamphaeng Saen, das wahrscheinlich eng mit seinen mächtigeren Nachbarn verbunden war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jede dieser Städte stützte sich zunächst auf ihr eigenes Umland. Sie kontrollierte Wege und zog Handwerker an. Ihre Bevölkerung errichtete Befestigungen und später auch Heiligtümer. Zugleich tauschten die Zentren Gefäße und religiöse Vorstellungen aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Archäologen bezeichnen das 4. und 5. Jahrhundert deshalb häufig als Proto-Dvaravati. Der Begriff bezeichnet eine Übergangszeit, in der ältere Gemeinschaften zu größeren Stadtzentren heranwuchsen. Einige verfügten bereits über einflussreiche Führungsschichten, doch noch lässt sich keine gemeinsame Herrschaft über die gesamte Zentralebene erkennen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">U Thong gehörte zu den bedeutendsten dieser frühen Städte. Seine günstige Lage und die alten Handelsverbindungen verschafften ihm einen Vorsprung. Spätestens im 7. Jahrhundert begannen sich die Machtverhältnisse jedoch zu verschieben.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der Name erscheint später</h2>


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<figure class="alignright size-medium"><img loading="lazy" decoding="async" width="269" height="300" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/08/Proposed_locations_of_ancient_kingdoms_in_lower_Mekong_Valley_in_the_7th_century-269x300.png" alt="" class="wp-image-7863" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/08/Proposed_locations_of_ancient_kingdoms_in_lower_Mekong_Valley_in_the_7th_century-269x300.png 269w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/08/Proposed_locations_of_ancient_kingdoms_in_lower_Mekong_Valley_in_the_7th_century.png 504w" sizes="auto, (max-width: 269px) 100vw, 269px" /></figure>
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<p class="wp-block-paragraph">Der Name Dvaravati begegnet erst im 7. Jahrhundert eindeutig in den erhaltenen Schriftquellen. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Bevölkerung U Thongs ihren Graben längst ausgehoben. Generationen von Töpfern hatten charakteristische Gefäße hergestellt. Mönche fanden Unterstützer, während führende Familien ihre Stellung durch öffentliche Bauten zeigten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Name Dvaravati fasste im 7. Jahrhundert eine Welt zusammen, die bereits lange in Bewegung war. Er konnte eine politische Herrschaft meinen, wurde später aber auch auf einen Kunststil und eine ganze Epoche übertragen. Diese Bedeutungen deckten sich nicht vollständig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die entscheidenden Zeugnisse der älteren Geschichte liegen unter dem Wall von U Thong. Die Erdschichten bewahren die Spuren einer Stadt, die entstand, bevor ihre Bevölkerung in den schriftlichen Horizont anderer Reiche trat. Erst die Gesandtschaften an den chinesischen Kaiserhof machten Dvaravati im 7. Jahrhundert auch außerhalb Südostasiens mit einem Namen sichtbar.</p>



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<h3 class="wp-block-heading">Zum Weiterlesen</h3>



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<p class="wp-block-paragraph">Bennett, A. (2020): <a href="https://amzn.to/4zkGIdz">Defining Dvāravatī</a>.*</p>



<p class="wp-block-paragraph">Murphy, S. (2014):<a href="https://amzn.to/4gx0wmv"> Before Siam: Essays in Art and Archaeology.*</a></p>



<h3 class="wp-block-heading">Bildnachweis</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Titel: Alter Stadtgraben in der Provinz U Thong.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Römische Münze: Wikimedia Commons, Kattigara. <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.en">CC BY-SA 4.0</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Alle weiteren Bilder gemeinfrei.</p>
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