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	<title>Shaanxi Archive - Imperien und Inseln</title>
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	<description>Entdeckungsreise durch die Geschichte Asiens</description>
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	<title>Shaanxi Archive - Imperien und Inseln</title>
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		<title>Alltag im Qing-Reich des späten 18. Jahrhunderts</title>
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		<pubDate>Mon, 11 May 2026 12:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Chronik der Qing-Dynastie – Folge 13 Gegen Ende des 18. Jahrhunderts lebten im Qing-Reich mehr als doppelt so viele Menschen wie zu Beginn der Herrschaft Qianlongs. Um 1700 zählt das &#8230; </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.imperien-und-inseln.de/chronik-der-qing-dynastie/alltag-im-qing-reich-des-spaeten-18-jahrhunderts/">Alltag im Qing-Reich des späten 18. Jahrhunderts</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.imperien-und-inseln.de">Imperien und Inseln</a>.</p>
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<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://www.imperien-und-inseln.de/category/chronik-der-qing-dynastie/">Chronik der Qing-Dynastie – Folge 13</a></p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-medium"><img decoding="async" width="135" height="300" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/05/The_Qianlong_Emperor_Viewing_Paintings-135x300.jpg" alt="" class="wp-image-6682" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/05/The_Qianlong_Emperor_Viewing_Paintings-135x300.jpg 135w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/05/The_Qianlong_Emperor_Viewing_Paintings.jpg 360w" sizes="(max-width: 135px) 100vw, 135px" /><figcaption class="wp-element-caption">Qianlong, um 1750</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Gegen Ende des 18. Jahrhunderts lebten im Qing-Reich mehr als doppelt so viele Menschen wie zu Beginn der Herrschaft <a href="https://www.imperien-und-inseln.de/china/qianlong-der-beginn-einer-langen-herrschaft/">Qianlongs</a>. Um 1700 zählt das Reich etwa 140 Millionen Einwohner. In den 1790er Jahren nähert sich die Zahl 300 Millionen. Der Hof muss mit dieser Entwicklung umgehen. Qianlong äußert wiederholt die Sorge, dass die Nahrungsmittelproduktion mit dieser Entwicklung nicht Schritt halten könne und dass das Land nicht breiter werde. Die Reaktionen bleiben jedoch begrenzt auf Sparsamkeitsappelle und auf Maßnahmen zur Erschließung und intensiveren Nutzung vorhandener Flächen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Folgen zeigen sich im Alltag der Dörfer. Land wird knapp. In vielen Regionen wird jede nutzbare Fläche bestellt, selbst steile Hänge oder Böden mit geringer Ertragskraft. Möglich wird dies erst durch neue Kulturpflanzen. Mais und Süßkartoffeln, die über den Handel mit Südostasien aus der Neuen Welt nach China gelangt sind, gedeihen auch auf kargen Böden und liefern selbst bei unsicheren Niederschlägen Erträge. Sie machen Bergregionen bewohnbar, die zuvor kaum Landwirtschaft zuließen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Felder werden unter Brüdern aufgeteilt, Parzellen schrumpfen. Ein Hof, der eine Familie ernähren konnte, reicht nun kaum noch für eine Generation. Viele Bauern bleiben formell selbstständig, leben jedoch dauerhaft am Rand des Existenzminimums.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Kleinbauern und Pachtverhältnisse</h3>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignleft size-medium"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="300" height="174" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/05/960px-Wang_Hui_001-300x174.jpg" alt="" class="wp-image-6680" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/05/960px-Wang_Hui_001-300x174.jpg 300w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/05/960px-Wang_Hui_001-768x446.jpg 768w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/05/960px-Wang_Hui_001.jpg 960w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption class="wp-element-caption">Jangtse, gemalt um 1700</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">In den fruchtbaren Ebenen des Deltas des Jangtse oder Nordchinas hält sich kleinbäuerlicher Besitz länger. In den Randzonen, vor allem im Bergland von Sichuan, Shaanxi oder Hubei, nehmen Pachtverhältnisse zu. Familien bewirtschaften Land, das ihnen nicht gehört. Abgaben fließen an lokale Grundbesitzer, zusätzlich zu staatlichen Steuern und Arbeitsdiensten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dabei wirkt eine Entscheidung aus dem frühen 18. Jahrhundert fort. Die Grundsteuer wurde 1712 festgeschrieben und seitdem nicht mehr verändert. Für die bäuerliche Bevölkerung bedeutet dies eine gewisse Entlastung, da keine Kopfsteuer erhoben wird. Für den Staat jedoch bleiben die Einnahmen weitgehend konstant, während die Zahl der Untertanen stark wächst.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Schlechte Ernten treffen diese Haushalte sofort. Rücklagen fehlen. In solchen Jahren verkaufen Familien Arbeitskraft, ziehen saisonal in andere Regionen oder verschulden sich. Wanderarbeit wird für viele zum Zwang.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Migration als Überlebensstrategie</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Bevölkerungswachstum und Landknappheit setzen dauerhafte Bewegung in Gang. Menschen verlassen überfüllte Regionen und suchen neues Land in weniger dicht besiedelten Gebieten. Besonders Sichuan wird im 18. Jahrhundert zu einem Ziel innerer Migration. Der Staat fördert diese Bewegung zeitweise, um Räume wieder zu besiedeln, die durch Kriege oder Seuchen entvölkert worden waren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Migration eröffnet Chancen, verschärft aber auch Spannungen. Alteingesessene Gemeinschaften begegnen Neuankömmlingen mit Misstrauen. Rechte an Land und Wasser müssen neu ausgehandelt werden, häufig zwischen Dorfgemeinschaften, ohne klare Entscheidung durch staatliche Stellen. Lokale Konflikte gehören zum Alltag.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Verwaltung im Dorf</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Die staatliche Präsenz im ländlichen Raum bleibt begrenzt. Magistrate sind für große Bezirke zuständig, oft mit Hunderttausenden Einwohnern. Sie stützen sich auf lokale Eliten und Dorfälteste, die für Abgaben und Ordnung geradestehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für viele Bauern ist der Staat fern und zugleich spürbar. Steuern werden regelmäßig erhoben, Rekrutierungen und Arbeitsdienste greifen in den Alltag ein. Eingaben an die Behörden verlaufen häufig ohne Ergebnis. Wer sich widersetzt, riskiert harte Strafen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Überleben in unsicheren Zeiten</h3>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-medium"><img decoding="async" width="300" height="209" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/05/臺灣府汛塘圖竹塹城-300x209.jpg" alt="" class="wp-image-6684" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/05/臺灣府汛塘圖竹塹城-300x209.jpg 300w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/05/臺灣府汛塘圖竹塹城-768x534.jpg 768w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/05/臺灣府汛塘圖竹塹城-135x93.jpg 135w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/05/臺灣府汛塘圖竹塹城.jpg 960w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption class="wp-element-caption">Hochwasserschutz-Karte aus Taiwan der Qianlong-Zeit</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Naturkatastrophen verschärfen die Lage. Überschwemmungen oder Dürre lassen Ernten ausfallen. Der Staat unterhält Getreidespeicher und organisiert Hilfsmaßnahmen, doch ihre Wirkung bleibt begrenzt. In abgelegenen Regionen kommt Hilfe spät oder gar nicht an.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wo der Staat versagt, springen religiöse Gemeinschaften und Nachbarschaften ein, getragen von den Bindungen der Verwandtschaft. In diesen Netzwerken teilen die Menschen Nahrung und organisieren Unterstützung, sodass der Einzelne nicht schutzlos bleibt. Daraus entsteht ein enger sozialer Zusammenhalt, zugleich aber auch eine klare Abgrenzung gegenüber Außenstehenden.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ein fragiler Alltag</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Trotz aller dieser Probleme: Im Qing-Reich des 18. Jahrhunderts können die meisten Menschen ihr Überleben sichern. Viele passen sich an und einige profitieren sogar vom Wachstum der Bevölkerung. Doch der Alltag bleibt fragil. Das ist der Hintergrund für die inneren Konflikte der folgenden Jahrzehnte. </p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="960" height="775" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/05/Larix_potaninii_trees_Huluhai.jpg" alt="" class="wp-image-6683" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/05/Larix_potaninii_trees_Huluhai.jpg 960w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/05/Larix_potaninii_trees_Huluhai-300x242.jpg 300w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/05/Larix_potaninii_trees_Huluhai-768x620.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 960px) 100vw, 960px" /><figcaption class="wp-element-caption">Sichuan im Herbst</figcaption></figure>
</div>


<h3 class="wp-block-heading">Zum Weiterlesen</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Links, die mit Sternchen (*) gekennzeichnet sind, führen auf die Seite von Amazon.de. Wenn Sie über diese Links bestellen, unterstützen Sie unsere Arbeit, ohne dass Ihnen Mehrkosten entstehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Elliott, Mark C. (2001):&nbsp;<em><a href="https://www.amazon.de/-/en/Manchu-Way-Banners-Identity-Imperial/dp/0804746842?crid=3SOOXX4FXF5E5&amp;dib=eyJ2IjoiMSJ9.spLEgiS0auf_WXS8ZQSQpe19N4BjLYsMnja45wxcOVUL5ObTZgcJHXqj9vNwfDnJgrPkJlm0M7-rfVASZm-UBYVaE79q6IJOPellYIRgFVzczzJr1CLnFtPJC_qVphWnOXHIAPK0ENMWSIpmj5wrGmA2cAesWFfogPhFd8_NWpb8DinFm-9STGlfplW2davihf_s1ntTelxN0W8aHxluaPxE2hLckDOgK8-1VKv61Rw.ORskSBL_I3dJ65aDsIzQMmunlYKPvshp6cV-__KR8j4&amp;dib_tag=se&amp;keywords=The+Manchu+Way&amp;qid=1766080806&amp;sprefix=the+manchu+way%2Caps%2C487&amp;sr=8-1&amp;linkCode=ll1&amp;tag=suedostasie01-21&amp;linkId=8711bbd49b142fc4714a4c1c97a058cf&amp;language=en_GB&amp;ref_=as_li_ss_tl">The Manchu Way: The Eight Banners and Ethnic Identity in Late Imperial China</a></em>&nbsp;* – Standardwerk zur politischen und sozialen Organisation der frühen Qing.<br>Crossley, Pamela Kyle (2002):&nbsp;<em><a href="https://www.amazon.de/-/en/Manchus-Peoples-Asia-Pamela-Crossley/dp/0631235914?crid=32CCGWMY3EWF1&amp;dib=eyJ2IjoiMSJ9.ey7anz2vUa5Zf57ooQKF0GaSG-eFu5_nB0xMB9nzMpFo4yL6jcryO63DFPRODw9zozKlZUlFY3gHmzF41xb1OQ-grWh73avSctNWRzHq69SNb2qEuPTvuR7KYInUnaOtRfyRjRXePFVyaFAb6eG5tXgxVo4LuQV9p2izcg5V9Y0kj6BMS5_UpCwxt7SGNlyf.MCxahSjB4S4rWVPzQM9zdEQKeAfJyohxOHc_XzGfTwo&amp;dib_tag=se&amp;keywords=crossley+manchus&amp;qid=1766080882&amp;sprefix=crossley+manchu%2Caps%2C105&amp;sr=8-1&amp;linkCode=ll1&amp;tag=suedostasie01-21&amp;linkId=a523facf0ee14822bba55ee12b26842f&amp;language=en_GB&amp;ref_=as_li_ss_tl">The Manchus</a></em>&nbsp;* – Überblick zur Entstehung mandschurischer Herrschaft und Identität.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Bildnachweis</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Titel: Batang Haizishan, Sichuan. Wikimedia Commons, Zhangzhugang. <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">CC BY-SA 4.0</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sichuan im Herbst: rduta on Flickr. <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/deed.en">CC BY-SA 2.0</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Alle weiteren Abbildungen gemeinfrei.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.imperien-und-inseln.de/chronik-der-qing-dynastie/alltag-im-qing-reich-des-spaeten-18-jahrhunderts/">Alltag im Qing-Reich des späten 18. Jahrhunderts</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.imperien-und-inseln.de">Imperien und Inseln</a>.</p>
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		<title>Der Weiße-Lotus-Aufstand 1796–1804</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Kuratierte Artikel]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 27 Apr 2026 12:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[China]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Chronik der Qing-Dynastie – Folge 12 In den frühen 1790er Jahren mehren sich im Grenzraum zwischen Hubei, Sichuan und Shaanxi Anzeichen wachsender Unruhe. Religiöse Zirkel treffen sich im Verborgenen, Prediger &#8230; </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.imperien-und-inseln.de/chronik-der-qing-dynastie/der-weisse-lotus-aufstand-1796-1804/">Der Weiße-Lotus-Aufstand 1796–1804</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.imperien-und-inseln.de">Imperien und Inseln</a>.</p>
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<figure class="wp-block-audio"><audio controls src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/04/Qing_Weisser_Lotus.mp3"></audio></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://www.imperien-und-inseln.de/category/chronik-der-qing-dynastie/">Chronik der Qing-Dynastie – Folge 12</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">In den frühen 1790er Jahren mehren sich im Grenzraum zwischen Hubei, Sichuan und Shaanxi Anzeichen wachsender Unruhe. Religiöse Zirkel treffen sich im Verborgenen, Prediger ziehen von Dorf zu Dorf, Abgaben werden verweigert, lokale Beamte geraten unter Druck. Die kaiserliche Verwaltung registriert diese Entwicklungen, stuft sie jedoch zunächst als begrenzte Störungen ein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Frühjahr 1796 kommt es zum offenen Bruch. Bewaffnete Gruppen greifen Amtsstellen an. Sie blockieren Transportwege und bringen die Steuererhebung zum Erliegen. Der bewaffnete Aufstand beginnt.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Religiöse Netzwerke und soziale Not</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Hinter dem Etikett Weißer Lotus, das die kaiserliche Bürokratie der Bewegung aufdrückt, verbirgt sich kein einheitlicher Verband. Die Aufständischen selbst verstehen sich als Angehörige verschiedener religiöser Gemeinschaften, die Erlösung, moralische Erneuerung und den Anbruch einer gerechteren Zeit verkünden. Ihre Lehren greifen auf buddhistische Traditionen zurück und verbinden sie mit endzeitlichen Erwartungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Anhänger stammen überwiegend aus Regionen am Rand des Existenzminimums. Steiles Gelände begrenzt die Anbauflächen, die Bevölkerung wächst dennoch stark. Viele Familien leben von kleinsten Parzellen oder von saisonaler Wanderarbeit. Steuern, Frondienste und zusätzliche lokale Abgaben verschärfen die Lage. Religiöse Zusammenkünfte bieten in dieser Situation Halt.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Der Übergang zur Gewalt</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Zunächst bleiben die Aktivitäten verdeckt. Predigten und Rituale finden in abgelegenen Häusern oder in den Bergen statt. Mit dem Jahr 1796 ändert sich die Situation grundlegend. Gruppen bewaffnen sich, lokale Anführer übernehmen militärische Funktionen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Rebellen konzentrieren sich darauf, das flache Land zu beherrschen und die Vertreter des Staates aus den Dörfern zu vertreiben. Angegriffen wird alles, was an die Macht des Kaisers erinnert, von der prächtigen Amtsstube bis zum gut gefüllten Steuerlager. Kleinere Garnisonen werden überfallen, Beamte zur Flucht gezwungen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ein langwieriger Krieg</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Die Qing-Armee ist auf Feldzüge an den Reichsgrenzen vorbereitet. Der Kampf gegen bewegliche Gruppen im bergigen Hinterland stellt andere Anforderungen. Die Aufständischen meiden offene Schlachten, nutzen das Gelände und greifen Versorgungslinien an. Militärische Erfolge der Regierung bleiben lokal begrenzt, der Krieg zieht sich über Jahre hin.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Der politische Wendepunkt von 1799</h3>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-medium"><img loading="lazy" decoding="async" width="181" height="300" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/01/清_佚名_《清仁宗嘉庆皇帝朝服像》-181x300.jpg" alt="" class="wp-image-6612" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/01/清_佚名_《清仁宗嘉庆皇帝朝服像》-181x300.jpg 181w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/01/清_佚名_《清仁宗嘉庆皇帝朝服像》-619x1024.jpg 619w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/01/清_佚名_《清仁宗嘉庆皇帝朝服像》-768x1270.jpg 768w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/01/清_佚名_《清仁宗嘉庆皇帝朝服像》-929x1536.jpg 929w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/01/清_佚名_《清仁宗嘉庆皇帝朝服像》.jpg 960w" sizes="auto, (max-width: 181px) 100vw, 181px" /><figcaption class="wp-element-caption">Jiaqing (1760-1820)</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Das Jahr 1799 bringt den Umbruch. Mit dem Tod des Altkaisers Qianlong fällt auch sein mächtiger Günstling Heshen. Er wird verhaftet und in den Selbstmord getrieben. Damit endet ein System aus Korruption und militärischer Vetternwirtschaft, das die Schlagkraft der Armee jahrelang gelähmt hatte. Generäle hatten ihre Posten oft nicht wegen militärischer Fähigkeiten behalten, sondern wegen persönlicher Nähe zum Hof.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unter dem neuen Kaiser Jiaqing verändert sich die Kriegsführung grundlegend. Die Regierung setzt nun konsequent auf die Strategie der befestigten Dörfer und leeren Felder. Dörfer werden zu Stützpunkten ausgebaut, die umliegenden Felder geräumt. Den Rebellen wird der Zugang zur Bevölkerung und zu Nahrungsmitteln entzogen. Wer sich nicht unterwirft, wird isoliert.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Kosten und Opfer</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Der Aufstand endet 1804. Er dauert acht Jahre. Zeitgenössische Schätzungen gehen von etwa 100.000 getöteten Rebellen aus. Die Gesamtzahl der Toten, einschließlich Zivilisten und Soldaten, lag deutlich höher.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die finanziellen Kosten belaufen sich nach gängiger Forschung auf rund 120 Millionen Silbertael, der damaligen Währungseinheit. Bei jährlichen Staatseinnahmen von etwa 40 bis 50 Millionen Silbertael reißt der Krieg ein tiefes Loch in die kaiserliche Schatzkammer. Die über Jahrzehnte gefüllten Reserven der Hochphase der Qing-Dynastie sind danach nahezu aufgebraucht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zugleich verändert die Bewaffnung lokaler Milizen das innere Machtgefüge. Regionale Eliten kontrollieren nun eigene bewaffnete Einheiten. Die Durchsetzung kaiserlicher Weisungen in den Provinzen wird dauerhaft schwieriger.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Bedeutung</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Der Weißer-Lotus-Aufstand beginnt im Jahr der Abdankung Qianlongs und prägt die frühen Regierungsjahre Jiaqings. Er macht sichtbar, wie eng Lebensbedingungen der Landbevölkerung, religiöse Bewegungen, militärische Schwächen und finanzielle Engpässe miteinander verflochten sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Konflikt steht am Beginn einer Reihe innerer Kriege im 19. Jahrhundert. Er markiert den Übergang von einer Phase äußerer Expansion zu einer Zeit, in der das Reich zunehmend mit Spannungen im Inneren ringt.</p>



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<h3 class="wp-block-heading">Zum Weiterlesen</h3>



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<p class="wp-block-paragraph">Yingcong Dai (2019): <a href="https://amzn.to/3YUh7Hw">The White Lotus War: Rebellion and Suppression in Late Imperial China</a>.*</p>



<h3 class="wp-block-heading">Bildnachweis</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Alle Bilder gemeinfrei.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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