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	<title>Repression Archive - Imperien und Inseln</title>
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	<description>Entdeckungsreise durch die Geschichte Asiens</description>
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		<title>Samlaut 1967 &#8211; Der Aufstand im Nordwesten</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Kuratierte Artikel]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 06 Oct 2026 09:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kambodscha]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Am 2. April 1967 griffen Bewaffnete bei Samlaut im Süden der Provinz Battambang eine staatliche Landwirtschaftseinrichtung in Stung Kranhoung an und setzten sie in Brand. Anschließend stürmten sie mehrere Armeeposten. &#8230; </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.imperien-und-inseln.de/kambodscha/samlaut-1967-der-aufstand-im-nordwesten/">Samlaut 1967 &#8211; Der Aufstand im Nordwesten</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.imperien-und-inseln.de">Imperien und Inseln</a>.</p>
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<figure class="wp-block-audio"><audio controls src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/Rote_Khmer_3.mp3"></audio></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Am 2. April 1967 griffen Bewaffnete bei Samlaut im Süden der Provinz Battambang eine staatliche Landwirtschaftseinrichtung in Stung Kranhoung an und setzten sie in Brand. Anschließend stürmten sie mehrere Armeeposten. Zwei Soldaten kamen ums Leben. Fast gleichzeitig meldeten Behörden auch aus anderen Teilen Kambodschas Angriffe und kommunistische Propaganda.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit Monaten verschärften sich die Spannungen auf dem Land. Ministerpräsident Lon Nol hatte seinen Sitz zeitweise nach Battambang verlegt und dort eine Kampagne zur staatlichen Erfassung der Reisernte vorangetrieben. Große Mengen Reis waren zuvor über die Grenze nach Vietnam verkauft worden, wodurch dem Staat Einnahmen entgingen. Nun sollten staatliche Komitees den Reis direkt von den Bauern aufkaufen. Die festgesetzten Preise lagen teilweise weit unter denen des Schwarzmarktes.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für die kommunistische Untergrundbewegung bot dieser Konflikt eine Gelegenheit. Ihre Führung um Saloth Sar hatte sich inzwischen aus Phnom Penh zurückgezogen und bereitete sich auf einen Kampf gegen die Regierung Norodom Sihanouks vor. Später stellte die Partei die Ereignisse von Samlaut gern als spontane Antwort bedrängter Bauern auf staatliche Gewalt dar. Eine interne Parteigeschichte, die im September/Oktober 1967 erschien, feierte die Ereignisse dagegen ausdrücklich als Ergebnis der eigenen Führung. Wie weit die Parteizentrale die Aktionen tatsächlich vorbereitet und gesteuert hatte, bleibt umstritten.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Reis und politische Kontrolle</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Sihanouk selbst erklärte später, dass die neuen Ankaufskomitees zugleich die Arbeit kommunistischer Zellen erschwert hätten. Der Staat wollte also sowohl die Vermarktung der wichtigsten Exportware kontrollieren als auch seine Präsenz in den Dörfern verstärken.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-medium"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="191" height="300" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/LonNol-191x300.jpg" alt="" class="wp-image-8403" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/LonNol-191x300.jpg 191w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/LonNol.jpg 458w" sizes="(max-width: 191px) 100vw, 191px" /><figcaption class="wp-element-caption">Lon Nol, 1972</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Lon Nol ging während Sihanouks Abwesenheit Anfang 1967 gegen kommunistische Aktivisten vor. Verhaftungen und Hinrichtungen wurden aus mehreren Provinzen gemeldet. In Battambang rückten Regierungstruppen in Gebiete ein, in denen die Untergrundbewegung Anhänger besaß. Tausende Bewohner flohen nach Angaben einer rückblickenden Parteidarstellung in die Wälder.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch in Phnom Penh nahm die Unruhe zu. Studenten und buddhistische Mönche protestierten gegen die Militäroperationen im Westen und warfen der Armee vor, gegen die eigene Bevölkerung vorzugehen. Sie verlangten außerdem den Rücktritt der Regierung Lon Nol.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sihanouk reagierte mit einer Warnung. In einer öffentlichen Rede erinnerte er die kambodschanische Linke an die kurz zuvor erfolgte Vernichtung der Kommunistischen Partei Indonesiens. Für die Zuhörer war die Botschaft eindeutig. Der Prinz stellte klar, dass auch in Kambodscha die staatliche Gewalt gegen die Kommunisten eingesetzt werden konnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit griff der Konflikt von den Reisfeldern Battambangs auf die Hauptstadt über.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Kämpfe um Samlaut</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Angriffe Anfang April blieben nicht auf Samlaut beschränkt. In der östlichen Provinz Kampong Cham drang eine bewaffnete Gruppe unter Anhängern So Phims in einen Ort ein und tötete einen früheren Verwaltungsbeamten. In Kampong Thom und Kampong Speu verbreiteten kommunistische Netzwerke gleichzeitig Propaganda gegen die Regierung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gerade diese Gleichzeitigkeit ist für die Einordnung wichtig. Ältere Darstellungen beschrieben Samlaut häufig als lokalen Bauernaufstand, den die kommunistische Führung erst nachträglich für sich beanspruchte. Eine andere Deutung stützt sich auf die Parteidokumente und sieht darin eine landesweit vorbereitete Aktion, die zugleich von konkreten lokalen Konflikten angetrieben wurde. Das erklärt auch, weshalb die Erhebung von Ort zu Ort sehr unterschiedlich verlief.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die kommunistische Führung erzielte zunächst keinen entscheidenden Erfolg. Regierungstruppen gingen mit überlegener Bewaffnung gegen die Aufständischen vor. Gleichzeitig verschärften Berichte über die Repression den politischen Druck auf Lon Nol. Ende April trat er als Ministerpräsident zurück. Am 2. Mai übernahm Son Sann das Amt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für einen kurzen Moment schien damit eine Beruhigung möglich.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Sihanouk fährt nach Samlaut</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Anfang Mai besuchte Sihanouk selbst das Unruhegebiet. Er forderte jene Bewohner, die aus Angst oder wegen ihrer Verbindung zu den Kommunisten in die Wälder geflohen waren, zur Rückkehr auf und versprach ihnen Begnadigung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Teil der Rebellen blieb jedoch bewaffnet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Gebiet des Phnom Veay Chap entstand im Mai ein größerer Stützpunkt. Der bewaldete Hügel bot Schutz und verfügte über Wasser. Spätere kommunistische Funktionäre erinnerten sich an diesen Ort als eine wichtige frühe Erfahrung des bewaffneten Kampfes. Regierungstruppen schlossen das Gebiet ein und gingen mit schweren Waffen gegen die Aufständischen vor.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 18. Juni erklärte Sihanouk den Aufstand für beendet. Viele Familien waren tatsächlich in ihre Dörfer zurückgekehrt. Doch anschließend begannen weitere Strafaktionen. Häuser wurden durchsucht und teilweise zerstört. Bewohner flohen erneut in die Wälder. Auch buddhistische Mönche schlossen sich den Flüchtenden an.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit entstand genau jene Situation, die die Regierung hatte verhindern wollen. Menschen, die zuvor keine bewaffneten Revolutionäre gewesen waren, fanden sich nun in Gebieten wieder, in denen kommunistische Kader operierten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Kämpfe von 1967 hinterließen im Nordwesten einen tiefen Eindruck. Noch Jahre später erinnerten sich dortige Parteifunktionäre an die Militäroperationen Sihanouks. Die Ereignisse wurden später sogar innerhalb der Kommunistischen Partei zum Streitpunkt, weil Funktionäre aus dem Nordwesten beklagten, dass die Parteiführung ihre Rolle in der offiziellen Revolutionsgeschichte herunterspielte.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Drei Politiker verschwinden</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Parallel zu den Kämpfen auf dem Land geriet die legale Linke in Phnom Penh unter immer größeren Druck.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hou Youn, Khieu Samphan und Hu Nim hatten jahrelang öffentlich Politik betrieben. Sie gehörten zum gebildeten linken Milieu der Hauptstadt und hatten Mandate in der Nationalversammlung übernommen. Ihre Stellung wurde nun unhaltbar.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-medium"><img decoding="async" width="220" height="300" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/Khieu_Samphan_2014-220x300.jpg" alt="" class="wp-image-8399" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/Khieu_Samphan_2014-220x300.jpg 220w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/Khieu_Samphan_2014.jpg 500w" sizes="(max-width: 220px) 100vw, 220px" /><figcaption class="wp-element-caption">Khieu Samphan, 2014</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Hou Youn und Khieu Samphan verschwanden zuerst. Hu Nim folgte 1967, nachdem auch ihm eine Verhaftung drohte. Für mehrere Jahre hörte die Öffentlichkeit kaum noch etwas von ihnen. Viele Kambodschaner glaubten, Sihanouks Sicherheitskräfte hätten die drei Männer ermordet. Deshalb wurden sie später als die drei Geister bekannt. Tatsächlich hatten sie sich dem kommunistischen Untergrund angeschlossen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ihr Verschwinden hatte erhebliche politische Folgen. Bis dahin hatte es neben der geheimen Partei eine öffentlich sichtbare Linke gegeben, die in Zeitungen und im Parlament auftreten konnte. Dieser politische Raum wurde 1967 immer enger. Ein Teil seiner prominentesten Vertreter befand sich nun ebenfalls im Untergrund.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das stärkte jene Kräfte innerhalb der kommunistischen Bewegung, die einen bewaffneten Kampf gegen Sihanouk bereits für notwendig hielten.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der 17. Januar 1968</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Nach den Rückschlägen von 1967 bereitete die Parteiführung eine neue Erhebung vor. Später erklärte sie den 17. Januar 1968 zum Beginn ihres bewaffneten Kampfes.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wieder begann die Bewegung im Nordwesten. Mitte Januar wurden in der Gegend um Samlaut Brücken zerstört und Regierungsposten angegriffen. Ende Februar folgte eine größere, koordinierte Aktion. Bewaffnete Gruppen griffen in mehreren Provinzen isolierte staatliche Stellungen an und erbeuteten Gewehre und Maschinengewehre.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sihanouk erkannte, dass die Angriffe miteinander verbunden waren. Anfang März sprach er offen von einem Krieg.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Kommunisten waren inzwischen stärker als ein Jahr zuvor. In mehreren westlichen Provinzen zogen Tausende Dorfbewohner in die Wälder. Die Rebellen besaßen weiterhin wenige Waffen, konnten aber durch Überfälle auf kleine Stützpunkte ihren Bestand vergrößern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Parteiführung hatte damit eine Strategie gefunden, die sich in den folgenden Jahren wiederholen sollte. Ihre Einheiten sollten Waffen möglichst vom Gegner erbeuten und sich in schwer zugänglichen Gebieten festsetzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch selbst jetzt handelte die Partei keineswegs geschlossen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Streit im Osten</h2>



<p class="wp-block-paragraph">So Phim leitete die kommunistische Organisation im Osten des Landes. Dort lagen die Stützpunkte nahe an Vietnam, und die lokalen Kader standen weiterhin in engem Kontakt mit vietnamesischen Kommunisten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hanoi betrachtete einen offenen Krieg gegen Sihanouk mit Sorge. Für Nordvietnam war das neutrale Kambodscha von großer strategischer Bedeutung. Ein Sturz Sihanouks konnte die Versorgung der vietnamesischen Streitkräfte gefährden und Kambodscha näher an die Vereinigten Staaten führen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als die Parteizentrale 1968 ihre Organisationen aufforderte, Waffen zu erbeuten und den Kampf auszuweiten, zögerte die Führung im Osten. Erst Monate später beteiligten sich dortige Einheiten stärker an den Angriffen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit trat ein Konflikt hervor, der die kambodschanischen Kommunisten später tief spalten sollte. Saloth Sars Führung wollte die Revolution zunehmend unabhängig von Vietnam betreiben. Teile der älteren Bewegung pflegten dagegen weiterhin die Verbindungen, die seit dem gemeinsamen Kampf gegen Frankreich bestanden hatten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Aufstand von Samlaut hatte also zugleich die Stärke und die Grenzen der neuen Parteiführung sichtbar gemacht.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ein Gegner, den die Partei noch nicht besiegen konnte</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ende der 1960er Jahre verfügten die Kommunisten über bewaffnete Einheiten und Rückzugsgebiete. Sie hatten Anhänger in verschiedenen Provinzen gewonnen. Viele Vertreter der offenen politischen Linken arbeiteten inzwischen ebenfalls im Untergrund.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für einen landesweiten Sieg reichte das nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sihanouk besaß weiterhin erhebliches Ansehen unter der ländlichen Bevölkerung. Seine Neutralitätspolitik erschwerte es den Kommunisten zusätzlich, ihn als Werkzeug einer ausländischen Macht darzustellen. 1969 musste die Parteiführung erkennen, dass sie mit ihrem bisherigen Kurs kaum weiterkam.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Daraufhin erwog die Führung um Saloth Sar eine gemeinsame Front mit Sihanouk gegen die erstarkende Rechte und ließ die Propaganda gegen ihn einstellen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im März 1970 nahmen andere Männer in Phnom Penh Saloth Sar diese Entscheidung ab. Norodom Sihanouk befand sich im Ausland, als die Nationalversammlung ihn entmachtete. An der Spitze des neuen Regimes stand Lon Nol.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für die kommunistische Bewegung änderte dieser Staatsstreich innerhalb weniger Tage die Voraussetzungen des gesamten Krieges.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img decoding="async" width="960" height="638" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/Cambodiaricefarming2.jpg" alt="" class="wp-image-8402" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/Cambodiaricefarming2.jpg 960w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/Cambodiaricefarming2-300x199.jpg 300w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/Cambodiaricefarming2-767x510.jpg 767w" sizes="(max-width: 960px) 100vw, 960px" /><figcaption class="wp-element-caption">Reisbauer in Kambodscha</figcaption></figure>
</div>


<h2 class="wp-block-heading"><strong>Zum Weiterlesen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Links, die mit Sternchen (*) gekennzeichnet sind, führen auf die Seite von Amazon.de. Wenn Sie über diese Links bestellen, unterstützen Sie unsere Arbeit, ohne dass Ihnen Mehrkosten entstehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kiernan, B. (2004):<a href="https://link.amazon/B0edOw8Qm"> How Pol Pot Came to Power. Colonialism, Nationalism, and Communism in Cambodia</a>.* Ausführliche Untersuchung der kambodschanischen kommunistischen Bewegung von der Kolonialzeit bis zur Machtübernahme 1975.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kiernan, B. (2008): <a href="https://link.amazon/B07Mo1SpQ">The Pol Pot Regime. Race, Power, and Genocide in Cambodia under the Khmer Rouge, 1975–79</a>.* Standardwerk zur Herrschaft der Roten Khmer, mit einer knappen Einführung in die Vorgeschichte der Bewegung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bultmann, D. (2017): <a href="https://link.amazon/B03cQFq4J">Kambodscha unter den Roten Khmer. Die Erschaffung des perfekten Sozialisten</a>.* Überblick über Entstehung, Herrschaft und Fortleben der Roten Khmer mit besonderem Augenmerk auf Organisation und Gesellschaftsumbau.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Bildnachweis</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Titel: Reisfeld in der Provinz Takeo in Kambodscha.Stefan Fussan.  Wikimedia Commons, . <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.en">CC BY-SA 3.0</a>. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Khieu Samphan: Wikimedia Commons, <a href="https://www.flickr.com/photos/krtribunal/14663612890/">https://www.flickr.com/photos/krtribunal/14663612890/</a>. <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/deed.en">CC BY-SA 2.0</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bauer: Wikimedia Commons, <a href="https://www.flickr.com/photos/ricephotos/">International Rice Research Institute</a>. <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/deed.en">CC BY-SA 2.0</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Alle weiteren Bilder gemeinfrei.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.imperien-und-inseln.de/kambodscha/samlaut-1967-der-aufstand-im-nordwesten/">Samlaut 1967 &#8211; Der Aufstand im Nordwesten</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.imperien-und-inseln.de">Imperien und Inseln</a>.</p>
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		<title>Aufbruch und Widerstand – Indochina zwischen Reform, Repression und Revolution</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Kuratierte Artikel]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 25 Aug 2025 12:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Indochina unter französischer Herrschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Serie: Indochina unter französischer Herrschaft Nach außen wirkte die französische Herrschaft in Indochina zu Beginn des 20. Jahrhunderts stabil. Die Verwaltung funktionierte, die Wirtschaft wuchs, die Ordnung schien gesichert. Doch &#8230; </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.imperien-und-inseln.de/neuzeit/aufbruch-und-widerstand-indochina-zwischen-reform-repression-und-revolution/">Aufbruch und Widerstand – Indochina zwischen Reform, Repression und Revolution</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.imperien-und-inseln.de">Imperien und Inseln</a>.</p>
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<figure class="wp-block-audio"><audio controls src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/08/Widerstand_Indochina.mp3"></audio></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://www.imperien-und-inseln.de/category/indochina-unter-franzoesischer-herrschaft/">Serie: Indochina unter französischer Herrschaft</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach außen wirkte die französische Herrschaft in Indochina zu Beginn des 20. Jahrhunderts stabil. Die Verwaltung funktionierte, die Wirtschaft wuchs, die Ordnung schien gesichert. Doch unter der Oberfläche gärte Unzufriedenheit: soziale Ungleichheit, kulturelle Entfremdung und die Erinnerung an frühere Widerstandsbewegungen ließen neue politische Kräfte entstehen. </p>



<h3 class="wp-block-heading">Bildungsreform und neue Eliten</h3>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-medium"><img loading="lazy" decoding="async" width="300" height="261" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/08/Observation_au_microscope_en_Indochine-300x261.jpg" alt="" class="wp-image-4617" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/08/Observation_au_microscope_en_Indochine-300x261.jpg 300w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/08/Observation_au_microscope_en_Indochine-768x668.jpg 768w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/08/Observation_au_microscope_en_Indochine.jpg 960w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption class="wp-element-caption">1920er-Jahre</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Bereits unter Gouverneur Paul Beau (1902–1908) und später unter Albert Sarraut (1911–1914) wurden neue Schulen gegründet, darunter auch reformorientierte vietnamesische Initiativen wie die Tonkin-Schule (Đông Kinh Nghĩa Thục) in Hanoi. Dort wurde Geschichte, Literatur, Mathematik und Naturkunde in <a href="https://www.imperien-und-inseln.de/vietnam/von-hanzi-zu-quoc-ngu-die-schriftgeschichte-vietnams/">quốc ngữ </a>unterrichtet, einem Alphabet, das auf lateinischen Buchstaben basiert. Dieses Orientieren an der westlichen Bildungsstruktur war sogleich ein Bruch mit der <a href="https://www.imperien-und-inseln.de/titel/die-eliteschmiede-im-qing-china/">konfuzianischen Gelehrtenbildung</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Kolonialverwaltung förderte einerseits auf diese Weise eine neue Elite, hielt sie aber zugleich in Abhängigkeit. Gut ausgebildete Vietnamesen erhielten untergeordnete Stellen in Verwaltung und Wirtschaft, nicht aber politischen Einfluss. Die Frustration einer gebildeten, aber machtlosen Generation wurde zum Nährboden für Opposition.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Reformer und Nationalisten</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Zwei einflussreiche Intellektuelle der Zeit waren Phan Bội Châu und Phan Chu Trinh. Phan Bội Châu forderte eine radikale Unabhängigkeit unter Rückgriff auf monarchistische Strukturen und reiste nach Japan, um ein neues Modell asiatischer Stärke zu studieren. Phan Chu Trinh hingegen setzte auf friedliche Reformen innerhalb des bestehenden Systems. Beide einte der Wunsch nach nationaler Selbstbestimmung, doch ihre Wege und Zielvorstellungen unterschieden sich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Inspiriert von Japan, China und zunehmend auch von Europa begannen vietnamesische Intellektuelle, Zeitungen zu gründen, Bücher zu publizieren und politische Netzwerke zu knüpfen. Die Kolonialverwaltung beobachtete diese Aktivitäten mit Misstrauen, tolerierte sie zeitweise und griff schließlich hart durch.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Migration, Städte und neue Räume</h3>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignleft size-medium"><img loading="lazy" decoding="async" width="300" height="214" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/08/La_rue_Catinat_Saigon_PV0019664-300x214.jpg" alt="" class="wp-image-4619" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/08/La_rue_Catinat_Saigon_PV0019664-300x214.jpg 300w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/08/La_rue_Catinat_Saigon_PV0019664-768x547.jpg 768w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/08/La_rue_Catinat_Saigon_PV0019664.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption class="wp-element-caption">Stadtleben: Saigon in den 1920ern</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Währenddessen veränderten sich auch die sozialen Strukturen. Die Migration in die Städte, besonders nach Saigon, Hanoi und Haiphong, schuf neue urbane Milieus. Dort entstanden Arbeitervereine, Lesezirkel und Diskussionsgruppen. Viele junge Vietnamesen kamen hier erstmals in Kontakt mit sozialistischen, anarchistischen oder nationalistischen Ideen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die politische Öffentlichkeit verlagerte sich von den Dörfern in die Städte. Auch Frauen fanden zunehmend Zugang zu Bildung, Erwerbsarbeit und öffentlichen Debatten, wenn auch in begrenztem Umfang.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Frankreichs Reaktion: Überwachung und Gewalt</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Die Kolonialverwaltung reagierte mit einem doppelten Ansatz: Modernisierung einerseits, Repression andererseits. Überwachung, Zensur und politische Prozesse nahmen zu. Aktivisten wie Phan Bội Châu wurden verhaftet, Zeitungen verboten, Schulen geschlossen. Besonders nach dem Ersten Weltkrieg verschärfte sich das Vorgehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gleichzeitig investierte Frankreich in Infrastruktur, Gesundheitswesen und Bildung, jedoch stets unter kolonialen Vorzeichen. Fortschritt diente der Stabilisierung des Systems, nicht dessen Öffnung.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Internationale Einflüsse und kommunistische Strömungen</h3>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-medium"><img loading="lazy" decoding="async" width="234" height="300" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/08/Ho_Chi_Minh_Sung_Man_Cho_Victoria_Prison_1930-234x300.png" alt="" class="wp-image-4620" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/08/Ho_Chi_Minh_Sung_Man_Cho_Victoria_Prison_1930-234x300.png 234w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/08/Ho_Chi_Minh_Sung_Man_Cho_Victoria_Prison_1930.png 500w" sizes="auto, (max-width: 234px) 100vw, 234px" /><figcaption class="wp-element-caption">Ho Chi Minh, 1930</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Ab den 1920er Jahren kamen neue Impulse aus dem Ausland. Vietnamesische Intellektuelle im Exil in Japan, China, Frankreich oder der Sowjetunion gründeten neue Bewegungen. Die Vietnamese Revolutionary Youth League, 1925 von Hồ Chí Minh in Guangzhou gegründet, verband nationalen Befreiungswillen mit marxistischer Analyse. Bald bildeten sich kommunistische Zellen in Vietnam selbst.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Einfluss der Oktoberrevolution und der internationalen Arbeiterbewegung verlieh dem vietnamesischen Antikolonialismus eine neue Richtung. Organisiert, ideologisch gefestigt und mit globaler Perspektive.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Die Kolonie in der Krise</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Die Weltwirtschaftskrise traf Indochina ab 1929 mit voller Wucht. Der Exportpreis für Reis brach um 60 Prozent ein, der für Kautschuk um über 90 Prozent. Französische Plantagenbesitzer und Minengesellschaften reagierten mit massiven Lohnkürzungen und Entlassungen. Gleichzeitig hielt die Kolonialverwaltung an hohen Steuern fest, die Bauern bis zu einem Viertel ihrer Ernte kosteten. Als 1930 in Nord-Annam eine Dürre die Reisernte vernichtete, eskalierten diese Faktoren zur humanitären Katastrophe: Zwischen 1930 und 1931 starben 1 bis 2 Millionen Menschen an Hunger. Reis wurde weiter nach China und Japan exportiert, um Devisen zu beschaffen, während lokale Behörden Hilfslieferungen blockierten. Diese Politik radikalisierte selbst gemäßigte Bevölkerungsgruppen und trieb Tausende in die Arme nationalistischer und kommunistischer Bewegungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In den späten 1930er Jahren war Indochina politisch aufgeladen. Die Kolonialverwaltung hatte die äußere Kontrolle behalten, aber den inneren Zusammenhalt verloren. Der Druck von unten wuchs, besonders in den Städten, bei Arbeitern, Schülern und ehemaligen Soldaten. Die Weltwirtschaftskrise verschärfte die Lage zusätzlich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Frankreich reagierte mit weiteren Einschränkungen. Doch es war klar: Die Zeit des unangefochtenen Kolonialregimes ging zu Ende. Die Grundlagen für spätere Erhebungen waren gelegt, denn die Kolonie war politisiert, vernetzt und in Teilen zum Widerstand bereit.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/08/Presidential_Palace_of_Vietnam-1-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-4621" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/08/Presidential_Palace_of_Vietnam-1-1024x768.jpg 1024w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/08/Presidential_Palace_of_Vietnam-1-300x225.jpg 300w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/08/Presidential_Palace_of_Vietnam-1-768x576.jpg 768w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/08/Presidential_Palace_of_Vietnam-1.jpg 1280w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Der Präsidentenpalat in Hanoi war ab 1900 für den französischen Gouverneur gebaut worden</figcaption></figure>
</div>


<h3 class="wp-block-heading">Zum Weiterlesen</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Links, die mit Sternchen (*) gekennzeichnet sind, führen auf die Seite von Amazon.de. Wenn Sie über diese Links bestellen, unterstützen Sie unsere Arbeit, ohne dass Ihnen Mehrkosten entstehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Brocheux, Pierre: <em><a href="https://www.amazon.de/Indochina-Vietnam-Revolution-Global-Perspective/dp/0520269748?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;dib=eyJ2IjoiMSJ9.hp5IpbFnQZNSXro1Obt_ZPj3fJWWcFFr4EYS0P5NkhY.aaMIWMsug-wSBHg4_bmly7ktq_jdNH1yvFcur4u96g4&amp;dib_tag=se&amp;keywords=Brocheux%2C+Pierre%3A+%22Indochina%3A+An+Ambiguous+Colonization&amp;qid=1755954043&amp;sr=8-1&amp;linkCode=ll1&amp;tag=suedostasie01-21&amp;linkId=2af6a59f1f71a99cb933eca1d8646d08&amp;language=de_DE&amp;ref_=as_li_ss_tl">Indochina: An Ambiguous Colonization, 1858–1954</a></em>, 2009.*</p>



<p class="wp-block-paragraph">Großheim, Martin: <a href="https://www.amazon.de/Ho-Chi-Minh-geheimnisvolle-Revolution%C3%A4r/dp/3406622089?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;crid=2VL19C56F6EU2&amp;dib=eyJ2IjoiMSJ9.nMK1nrYHMvvyu-keUnU7oFpqeRekPGWpLetq_WemYf9Jf9YfFJAgPdvPaeg57kdRl6CVilcWiQk5Nw9wEC507DfvPCOGD07FO2pU3EnTMcvIQ4psmLHEW0faBb56hK-wF52HgDLzAbUQUIDCNfZgC2iyMgkelC82PnYukNGWk8j7igmWCWwMobJGtuq8-VoNfqtBsZYQYtbZcRk7DvxT2gQQbXJ5NreWpisWIyj0orI.zuHWkHS9zI22DpisysygK_0kp61kq60w8fjODzTzcM0&amp;dib_tag=se&amp;keywords=ho+chi+minh+biografie&amp;qid=1755954290&amp;sprefix=ho+chi+minh+biografie%2Caps%2C658&amp;sr=8-1&amp;linkCode=ll1&amp;tag=suedostasie01-21&amp;linkId=b6959922007a31fceebe13ef879dfbc6&amp;language=de_DE&amp;ref_=as_li_ss_tl">Ho Chi Minh: Der geheimnisvolle Revolutionär</a>, 2011.*</p>



<h3 class="wp-block-heading">Bildnachweis</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Titel: Palast des Generalgouverneurs in Saigon, in den 1920ern.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.imperien-und-inseln.de/neuzeit/aufbruch-und-widerstand-indochina-zwischen-reform-repression-und-revolution/">Aufbruch und Widerstand – Indochina zwischen Reform, Repression und Revolution</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.imperien-und-inseln.de">Imperien und Inseln</a>.</p>
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		<title>Die neue Ordnung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[André]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 07 Dec 2024 06:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Der Kalte Krieg]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Geheime Diplomatie und Machtspiele &#8211; Indonesien im Kalten Krieg: Folge 4 Suhartos Machtübernahme und Sukarnos Tod Suharto übernahm die Macht in Indonesien. Die Amtsübernahme zog sich über drei Jahre hin, &#8230; </p>
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<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://www.imperien-und-inseln.de/category/indonesien_im_kalten_krieg">Geheime Diplomatie und Machtspiele &#8211; Indonesien im Kalten Krieg: Folge 4</a></p>



<h5 class="wp-block-heading">Suhartos Machtübernahme und Sukarnos Tod</h5>



<figure class="wp-block-embed alignright is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">
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<p class="wp-block-paragraph">Suharto übernahm die Macht in Indonesien. Die Amtsübernahme zog sich über drei Jahre hin, da er die verfassungsrechtlichen Prozesse respektieren und Sukarno nicht mit Gewalt entfernen wollte. Am 27. März 1968 konnte er formal die Präsidentenrolle einnehmen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sukarno starb im darauffolgenden Jahr. Seinen Wunsch, im Garten seines Hauses in Batu Tulis begraben zu werden, lehnte Suharto ab – vielleicht um eine Pilgerstätte zu nah an Jakarta zu verhindern. Seine letzte Ruhestätte fand Sukarno daher im weit entfernten Blitar, neben dem Grab seiner Mutter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Suharto sollte über drei Jahrzehnte die zentrale Figur Indonesiens bleiben. Anfangs musste er sich den drängendsten Problemen des Landes widmen.</p>



<h5 class="wp-block-heading">Zentralisierung und Repression: Suhartos Weg zur Machtfestigung</h5>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignleft size-medium"><img loading="lazy" decoding="async" width="215" height="300" src="https://imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/08/Official_portrait_of_Suharto_1968-215x300.png" alt="" class="wp-image-711" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/08/Official_portrait_of_Suharto_1968-215x300.png 215w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/08/Official_portrait_of_Suharto_1968.png 429w" sizes="auto, (max-width: 215px) 100vw, 215px" /><figcaption class="wp-element-caption">Suharto, 1968</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Die konkreten Schritte der neuen Regierung sollen hier in 3 wichtigen Feldern gezeigt werden: der politischen Konsolidierung, den internationalen Beziehungen und der wirtschaftlichen Entwicklung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Um seine Macht zu festigen, setzte Suharto auf eine Ausweitung der Zwangsgewalt des Staates, vor allem durch den Aufbau der Sicherheitskräfte. Suharto gruppierte die Verwaltung um.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bereits 1967 löste er die 4 Ministerien der Streitkräfte auf und stellte die Armee direkt unter seine Autorität. Sein Vorgänger Sukarno setzte auf Rivalität der unterschiedlichen Abteilungen, doch Suharto bevorzugte Zentralisierung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Viele politische Posten, wie z. B. Provinzverwaltungen, wurden mit Militärs besetzt. Um absolute Loyalität zu erreichen, wurden gezielt Verantwortliche aus ihren Posten vertrieben. Das geschah teilweise auf harte Weise mit Anschuldigungen der PKI-Kooperation und Gefängnisstrafen oder vergleichsweise sanft, in Form einer verfrühten Pensionierung, von der 86 Generäle betroffen waren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ähnlich wie andere Autokraten, die durch Wahlen an Legitimität gewinnen wollen, konnte der indonesische Führer sich nicht allein auf Repression verlassen. Er musste zusätzlich andere Anreize bieten. Dazu bediente er sich der Kooperation mit der Elite und versuchte, die wirtschaftliche Performance zu steigern. In der gesamten Zeit der Herrschaft Suhartos sind diese 3 Aspekte wichtig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Allerdings können für gewisse Phasen unterschiedliche Akzente ausgemacht werden. In der Konsolidierungsphase des Regimes war der Zwang das wichtigste Mittel. Die mittlere Phase der Suharto-Ära bot durch Öl-Booms eine neue Einnahmequelle, die dazu diente, die Eliten des Landes zufriedenzustellen. In der Endphase war es der wirtschaftliche Wachstum, der die Bevölkerung erreichen sollte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Suharto selbst wandelte sich in dieser Zeit mit. Nach Abschluss seiner Militärkarriere Ende der 1970er Jahre suchte er Distanz zur Armee, kooperierte mit Mitgliedern der Oberschicht und wandte sich der Wirtschaft zu.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein wichtiges Legitimationsverfahren in der Anfangszeit Suhartos waren die Wahlen. Allerdings schwand deren Bedeutung mit der Zeit, und Ende der 1980er Jahre wurden sie zu einem leeren politischen Ritual.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-medium"><img loading="lazy" decoding="async" width="300" height="266" src="https://imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/08/Indonesian_police_cars_Sekilas_Lintas_Kepolisian_Republik_Indonesia_p37-300x266.jpg" alt="" class="wp-image-723" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/08/Indonesian_police_cars_Sekilas_Lintas_Kepolisian_Republik_Indonesia_p37-300x266.jpg 300w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/08/Indonesian_police_cars_Sekilas_Lintas_Kepolisian_Republik_Indonesia_p37-1024x909.jpg 1024w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/08/Indonesian_police_cars_Sekilas_Lintas_Kepolisian_Republik_Indonesia_p37-768x681.jpg 768w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/08/Indonesian_police_cars_Sekilas_Lintas_Kepolisian_Republik_Indonesia_p37.jpg 1411w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Die Bedenklichkeit des Suharto-Systems liegt vor allem in den Menschenrechtsverletzungen. Die Massaker in der Folgezeit des Putsches flachten zwar schnell ab, doch Unterdrückung und Gewalt gehörten bis zum Ende des Orde Baru dazu.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Viele Gewalttaten und Repressionen wurden von der indonesischen Führungsriege als politisches Mittel eingesetzt. Sie war allerdings nicht für sämtliche Verbrechen direkt verantwortlich, doch schuf sie die Bedingungen, die derartige Ereignisse begünstigten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine besonders blutige Episode der Geschichte Indonesiens war die Invasion und Annexion Ost-Timors 1975/76. Die genaue Zahl der Opfer lässt sich auch hier nur schätzen. Ricklefs nennt die Zahl von 60.000 Opfern, was etwa 10 % der Bevölkerung dieser Region entsprochen hätte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine der größten innenpolitischen Säuberungsaktionen fand Anfang der 1980er Jahre unter dem Akronym „Petrus“ statt, gebildet aus „Penembakan Misterius“ – übersetzt „Mysteriöse Schießereien“. Paramilitärs töteten Tausende von Menschen, die als Kriminelle gebrandmarkt wurden, in den großen Städten des Landes.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Oft waren es Minderheiten, die unter den Angriffen leiden mussten – besonders die Chinesen. Ein markantes Beispiel hierfür sind die Unruhen in Jakarta kurz vor dem Ende des Suharto-Regimes im Mai 1998. Dabei fielen viele Chinesen Gewalttaten zum Opfer.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Anti-chinesische Ressentiments ziehen sich durch die gesamte Zeit des Orde Baru. Ein wichtiger Grund war der Verdacht, dass die chinesische Diaspora mit den Kommunisten in der Volksrepublik sympathisierten und paktieren könnte. In der Suharto-Zeit war dies ein schwerwiegender Verdacht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Anti-Kommunismus schlug sich auch in der Außenpolitik nieder. Die Jakarta-Beijing-Verbindung wurde bereits 1965 abgebrochen. In der nachfolgenden Zeit zog sich China aus Indonesien zurück und stellte die staatliche Nachrichtenagentur Xin Hua in Jakarta ein.</p>



<h5 class="wp-block-heading">Wirtschaftsreformen und die Rolle der „Berkeley Mafia“</h5>



<p class="wp-block-paragraph">Die neue Regierung versuchte, die westlichen Wünsche in Bezug auf die internationale Ausrichtung zu erfüllen. Bereits 1966 trat Indonesien wieder in die Vereinten Nationen ein und die Konfrontation mit Malaysia wurde beendet. In anderen Ländern wurde das antikommunistische Engagement positiv aufgenommen, und die ersten Kredite flossen schnell.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-medium"><img loading="lazy" decoding="async" width="300" height="141" src="https://imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/08/640px-Series_B_1000_Yen_Bank_of_Japan_note_-_front-300x141.jpg" alt="" class="wp-image-716" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/08/640px-Series_B_1000_Yen_Bank_of_Japan_note_-_front-300x141.jpg 300w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/08/640px-Series_B_1000_Yen_Bank_of_Japan_note_-_front.jpg 640w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Um die Anlaufprobleme im Mai 1966 gut zu überstehen, bot Japan der Suharto-Regierung einen Notfallkredit über 30 Millionen Dollar an. Die westlichen Staaten kamen Indonesien bei der Schuldentilgung entgegen. Im Gegenzug wurde ein Entgegenkommen Suhartos erwartet, der sich an die Maßstäbe des Internationalen Währungsfonds und der Weltbank halten sollte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei den wirtschaftlichen Reformen vertraute Suharto auf ein Expertenteam, das unter dem Namen „Berkeley Mafia“ bekannt wurde. Hierbei handelte es sich um eine Gruppe von Ökonomen, die ihre universitäre Ausbildung in den USA an der University of California, Berkeley, erhalten hatten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In der Folge konnte Indonesien ein stattliches Wirtschaftswachstum verzeichnen. Die Stärke der Verantwortlichen war ein pragmatischer Ansatz. Der indonesische Ökonom Mohamad Sadli sprach davon, dass „Indonesian policy-makers often have the useful ability of being able to ‘muddle through’” – sie waren gut im „Sich-Durchwursteln“.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignleft size-medium"><img loading="lazy" decoding="async" width="201" height="300" src="https://imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/08/President_Suharto_1973_Cropped-201x300.jpg" alt="" class="wp-image-717" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/08/President_Suharto_1973_Cropped-201x300.jpg 201w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/08/President_Suharto_1973_Cropped-687x1024.jpg 687w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/08/President_Suharto_1973_Cropped-768x1145.jpg 768w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/08/President_Suharto_1973_Cropped-1031x1536.jpg 1031w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/08/President_Suharto_1973_Cropped.jpg 1074w" sizes="auto, (max-width: 201px) 100vw, 201px" /><figcaption class="wp-element-caption">Suharto, 1973.</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">In der Zeit von 1965 bis 1980 stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) alljährlich um durchschnittlich 7 %. Besonders die Produktion konnte mit einem jährlichen Wachstum von 12 % stark zulegen. Im Dienstleistungssektor verzeichnete man in diesem Zeitraum ein Wachstum von 7,3 % pro Jahr. Der Landwirtschaftssektor wuchs zwar mit 4,3 % relativ langsam, doch auch dieser Wert bedeutete eine deutliche Verbesserung der Lage.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das lässt sich unter anderem an den Lebensmittelpreisen erkennen. Die Regierung sorgte für eine Erhöhung der Produktion in den 1970er- und 1980er-Jahren, indem sie eine breit angelegte ländliche Entwicklung ermöglichte und auf moderne Produktionstechnologie setzte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese sinnvollen Reformen waren eine Folge der Reis-Krise im Jahr 1972. Südostasien erlitt in dieser Zeit eine ernsthafte Dürrephase – die Ernte war schlecht und das weltweite Angebot auf einem niedrigen Level. In der Folge stiegen die Weltmarktpreise für Reis stark an.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-medium"><img loading="lazy" decoding="async" width="300" height="225" src="https://imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/08/Ladang_padi_darat_di_Bukit_Payung_Terengganu-300x225.jpg" alt="" class="wp-image-721" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/08/Ladang_padi_darat_di_Bukit_Payung_Terengganu-300x225.jpg 300w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/08/Ladang_padi_darat_di_Bukit_Payung_Terengganu-1024x768.jpg 1024w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/08/Ladang_padi_darat_di_Bukit_Payung_Terengganu-768x576.jpg 768w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/08/Ladang_padi_darat_di_Bukit_Payung_Terengganu-1536x1152.jpg 1536w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/08/Ladang_padi_darat_di_Bukit_Payung_Terengganu-2048x1536.jpg 2048w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/08/Ladang_padi_darat_di_Bukit_Payung_Terengganu-scaled.jpg 1600w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></figure>
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<p class="wp-block-paragraph">Besonders für die armen Teile der Bevölkerung sind stabile Lebensmittelpreise wichtig. Sie geben einen Großteil ihres Einkommens für Essen aus, und damit bedeuten niedrige Preissteigerungen eine geringe Inflation für diese Bevölkerungsgruppe.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Da die indonesische Administration zu dieser Zeit über kein effektives landwirtschaftliches Monitoring verfügte, wurde sie von dieser Entwicklung überrascht und konnte nicht effektiv reagieren. Diese Ereignisse waren ein Schock für die noch fragile Ökonomie des Landes und trafen vor allem die armen Schichten. Suharto erkannte die Gefahren, auch für die politische Stabilität, und setzte den Fokus auf eine gesicherte Nahrungsmittelversorgung, in deren Mittelpunkt der Reis stand.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Verbunden mit einem Familienplanungsprogramm, das dafür sorgte, dass das Bevölkerungswachstum moderat verlief, konnte das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf in der Suharto-Ära durchschnittlich um 4,7 % jährlich steigen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Alles in allem konnte die absolute Armut stetig reduziert werden, sowohl in städtischen als auch in ländlichen Gebieten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Statistische Daten sind für die Periode von 1976 bis 1996 vorhanden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In dieser Zeit sank die Anzahl der von absoluter Armut betroffenen Menschen von 40,1 % auf 11,3 %. Derartige Statistiken sind mit Vorsicht zu betrachten, doch ein derart großer Unterschied lässt eine deutliche Verbesserung der Situation realistisch erscheinen.</p>



<h5 class="wp-block-heading">Krise und Niedergang: Das Ende des Suharto-Regimes</h5>


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<figure class="alignright size-medium is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="300" height="229" src="https://imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/08/Brimob_M8_Greyhound_Empat_Setengah_Dasawarsa_Polri_p17-300x229.jpg" alt="" class="wp-image-715" style="width:300px;height:auto" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/08/Brimob_M8_Greyhound_Empat_Setengah_Dasawarsa_Polri_p17-300x229.jpg 300w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/08/Brimob_M8_Greyhound_Empat_Setengah_Dasawarsa_Polri_p17-768x587.jpg 768w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/08/Brimob_M8_Greyhound_Empat_Setengah_Dasawarsa_Polri_p17-290x220.jpg 290w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/08/Brimob_M8_Greyhound_Empat_Setengah_Dasawarsa_Polri_p17.jpg 1004w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption class="wp-element-caption">Mobile Brigade der indonesischen Polizei, 1991</figcaption></figure>
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<p class="wp-block-paragraph">Mit Beginn der 1990er Jahre war der indonesische Staat noch intakt, doch eine Reihe von Problemen Suhartos wurde erkennbar. In der Innenpolitik wurde deutlich, dass der zentrale Führer alt wurde und kein Konzept für eine geordnete Nachfolge entwickelt hatte. In der Außenpolitik wirkte sich das Ende des Kalten Krieges aus, da Indonesien für den Westen eine geringere politische Rolle spielte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die Wirtschaft geriet ins Wanken. Die indonesische Ökonomie litt unter den Auswirkungen der Asienkrise. Diese begann 1997 in Thailand und hatte besonders negative Auswirkungen auf die Länder Südostasiens.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Indonesien litt unter einer gigantischen Kapitalflucht, bei der geschätzte 150 Milliarden Dollar aus dem Land abflossen. Die Stabilität der Währung war gefährdet. Suharto versuchte, beim Volk Vertrauen in die Regierung und die Währung aufzubauen. Dennoch kam es ab Januar 1998 zu Panikkäufen. Der Präsident versuchte, mit Essensabgaben und Kampagnen den Vertrauensverfall aufzuhalten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seine Tochter Tutut tauschte während der „I Love the Rupiah“-Kampagne 50.000 US-Dollar in die einheimische Währung um.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignleft size-medium"><img loading="lazy" decoding="async" width="300" height="230" src="https://imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/08/Soeharto_leaves_the_palace_The_DPR-RI_Stance_on_the_Reform_Process_and_the_Resignation_of_President_Soeharto_p56-1-300x230.jpg" alt="" class="wp-image-722" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/08/Soeharto_leaves_the_palace_The_DPR-RI_Stance_on_the_Reform_Process_and_the_Resignation_of_President_Soeharto_p56-1-300x230.jpg 300w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/08/Soeharto_leaves_the_palace_The_DPR-RI_Stance_on_the_Reform_Process_and_the_Resignation_of_President_Soeharto_p56-1-1024x787.jpg 1024w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/08/Soeharto_leaves_the_palace_The_DPR-RI_Stance_on_the_Reform_Process_and_the_Resignation_of_President_Soeharto_p56-1-768x590.jpg 768w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/08/Soeharto_leaves_the_palace_The_DPR-RI_Stance_on_the_Reform_Process_and_the_Resignation_of_President_Soeharto_p56-1.jpg 1532w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption class="wp-element-caption">Suharto verlässt den Palast</figcaption></figure>
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<p class="wp-block-paragraph">Zu den wirtschaftlichen Problemen kamen gesellschaftliche hinzu. Als im Mai 1998 4 demonstrierende Studenten der Trisakti-Universität in Jakarta erschossen wurden, kam es zu großen Ausschreitungen. Allein in Jakarta starben mehr als 1.000 Menschen. Es gab Vergewaltigungen und Misshandlungen. 40 Shopping-Malls und Tausende von Geschäften wurden zerstört.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Suharto versuchte weiterhin, sein Amt zu halten, doch er hatte weder im Land noch außerhalb starke Fürsprecher. Am 21. Mai 1998 trat er zurück und das Orde Baru endete.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h3 class="wp-block-heading">Bildnachweise</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Alle Bilder gemeinfrei.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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