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	<title>Reformbewegungen Archive - Imperien und Inseln</title>
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	<title>Reformbewegungen Archive - Imperien und Inseln</title>
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		<title>Briefe gegen die Finsternis: Die intellektuelle Revolution der Kartini</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Kuratierte Artikel]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 22 Apr 2026 12:00:00 +0000</pubDate>
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<p>Der Beitrag <a href="https://www.imperien-und-inseln.de/indonesien/briefe-gegen-die-finsternis-die-intellektuelle-revolution-der-kartini/">Briefe gegen die Finsternis: Die intellektuelle Revolution der Kartini</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.imperien-und-inseln.de">Imperien und Inseln</a>.</p>
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</div>


<p>Raden Ajeng Kartini sitzt am Schreibtisch in ihrem Zimmer im Regierungsgebäude von Jepara. Vor ihr liegt ein Stapel europäischer Zeitschriften, darunter die <em>De Hollandsche Lelie</em>. Es ist das Jahr 1899, und die zwanzigjährige Tochter des Regenten schreibt mit konzentriertem Blick einen Brief in flüssigem Niederländisch an ihre Freundin Stella Zeehandelaar. „Ich brenne vor Verlangen, so frei zu sein wie die europäischen Mädchen“, vertraut sie dem Papier an, während draußen die strengen Regeln des javanischen Adels den Alltag bestimmen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Das goldene Gefängnis des Adels</h3>



<p>Die junge Frau wächst in einer Welt der extremen Gegensätze auf. Als Tochter von Raden Mas Adipati Aryo Sosroningrat genießt sie zwar die Privilegien der javanischen Oberschicht, ist aber gleichzeitig an deren starre Traditionen gebunden. Ihr Großvater gehörte zu jenen Regenten, die ihren Kindern eine westliche Erziehung ermöglichten. Dank dieser Haltung darf auch Kartini bis zu ihrem zwölften Lebensjahr die <em>Europeesche Lagere School</em> besuchen, wo sie die niederländische Sprache perfektioniert.</p>



<p>Doch mit dem Eintritt in die Pubertät endet die Freiheit abrupt. Gemäß der Sitte der <em>Pingit</em> wird sie im Haus ihrer Eltern eingesperrt, um auf eine arrangierte Ehe zu warten. In dieser Isolation wird das geschriebene Wort zu ihrem einzigen Ausweg. Sie liest alles, was sie über die sozialen Bewegungen in Europa erfahren kann: von Multatulis Sozialkritik in <em>Max Havelaar</em> bis hin zu feministischen Romanen ihrer Zeit.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Briefe als Waffe</h3>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignleft size-medium"><img decoding="async" width="197" height="300" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/02/Samak_Pangil_Aku_Kartini_Saja-197x300.jpg" alt="" class="wp-image-6697" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/02/Samak_Pangil_Aku_Kartini_Saja-197x300.jpg 197w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/02/Samak_Pangil_Aku_Kartini_Saja.jpg 394w" sizes="(max-width: 197px) 100vw, 197px" /><figcaption class="wp-element-caption">Der bekannte Schriftsteller Pramoedya Ananta Toer hat die Gedanken Kartinis in einem Buch zusammengetragen</figcaption></figure>
</div>


<p>Kartini begnügt sich nicht mit dem Lesen. Sie beginnt, Briefe an niederländische Freunde und Beamte zu schreiben. Einer ihrer wichtigsten Adressaten ist Jacques Abendanon, der Direktor des Departements für Unterricht, Kultus und Industrie. In diesen Korrespondenzen seziert sie die Unterdrückung ihrer Zeit. Sie kritisiert die Polygamie sowie den fehlenden Zugang zu Bildung für Frauen.</p>



<p>Für die junge Adlige ist die Befreiung der Frau eine notwendige Bedingung für das Vorankommen der gesamten javanischen Gesellschaft. Ihr Zorn auf dem Papier schlägt bald in Tatendrang um. Sie erkennt jedoch, dass ein offizielles Lehrerinnendiplom ihre Initiative institutionell absichern würde. Ein solcher Abschluss hätte ihre Autorität gegenüber der kolonialen Verwaltung und der javanischen Elite erheblich gestärkt.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Zwischen Studium und Tradition</h3>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-medium"><img decoding="async" width="300" height="188" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/02/COLLECTIE_TROPENMUSEUM_Kabinetfoto_met_gesigneerde_portretten_van_de_drie_zussen_Kartini_Kardinah_en_Roekmini_TMnr_60033327-300x188.jpg" alt="" class="wp-image-6696" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/02/COLLECTIE_TROPENMUSEUM_Kabinetfoto_met_gesigneerde_portretten_van_de_drie_zussen_Kartini_Kardinah_en_Roekmini_TMnr_60033327-300x188.jpg 300w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/02/COLLECTIE_TROPENMUSEUM_Kabinetfoto_met_gesigneerde_portretten_van_de_drie_zussen_Kartini_Kardinah_en_Roekmini_TMnr_60033327.jpg 700w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption class="wp-element-caption">Kartini mit ihren Schwestern Kardinah und Rukmini, um 1900</figcaption></figure>
</div>


<p>Aus diesem Drang nach einer anerkannten Ausbildung entwickeln sich im Jahr 1903 konkrete Ambitionen. Lange Zeit hoffte Kartini auf ein Studium in den Niederlanden – ein Plan, der am Widerstand ihrer Familie und dem Zögern ihrer Mentoren scheiterte. Als Alternative bietet sich schließlich ein pädagogischer Kurs in Batavia an.</p>



<p>Die zuständige Stelle unter Abendanon hat die Türen für Kartini und ihre Schwester Rukmini bereits geöffnet, doch die Zwänge des Adels holen sie ein. Fast zeitgleich mit der Zusage erreicht sie der Heiratsantrag des Regenten von Rembang, K.R.M. Adipati Aryo Singgih Djojoadiningrat. Kartini beugte sich dem Druck und ging die Ehe am 8. November 1903 ein. Sie hoffte, ihre Ziele als Frau eines mächtigen Regenten schneller zu erreichen. In Rembang unterstützt ihr Ehemann sie schließlich dabei, ihren Plan zu verwirklichen: Sie eröffnet eine Schule für die Töchter einheimischer Beamter.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Tod und Legendenbildung</h3>



<p>Das Wirken der Reformerin endet jäh. Am 13. September 1904 bringt Kartini ihren Sohn Soesalit zur Welt. Vier Tage nach der Entbindung, am 17. September 1904, stirbt sie im Alter von nur 25 Jahren.</p>



<p>Um ihren plötzlichen Tod ranken sich bis heute hartnäckige Gerüchte. Spätere nationalistische Erzählungen berichten von einem letzten Glas Wein mit ihrem Arzt, Dr. van Ravesten, nach dem sie das Bewusstsein verloren habe. Historiker ordnen diese Berichte heute als Verschwörungsmythen ein, da ihnen jede belegbare Grundlage fehlt. Mediziner vermuten eine Preeklampsie als natürliche Todesursache. Da damals keine Obduktion stattfand, bleibt eine letzte Gewissheit unmöglich.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ein Erbe, das die Finsternis vertreibt</h3>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignleft size-medium"><img loading="lazy" decoding="async" width="229" height="300" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/04/COLLECTIE_TROPENMUSEUM_Portret_van_Raden_Ajeng_Kartini_TMnr_10018776-229x300.jpg" alt="" class="wp-image-6699" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/04/COLLECTIE_TROPENMUSEUM_Portret_van_Raden_Ajeng_Kartini_TMnr_10018776-229x300.jpg 229w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/04/COLLECTIE_TROPENMUSEUM_Portret_van_Raden_Ajeng_Kartini_TMnr_10018776.jpg 534w" sizes="auto, (max-width: 229px) 100vw, 229px" /><figcaption class="wp-element-caption">Kartini, nicht gendau datiert</figcaption></figure>
</div>


<p>Nach ihrem Tod sammelt Jacques Abendanon ihre Briefe und veröffentlicht sie 1911 unter dem Titel <em>Door Duisternis tot Licht</em> (Durch Finsternis zum Licht). Die Wirkung ist enorm. In den Niederlanden findet sich ihr Name heute im Stadtbild von Orten wie Utrecht oder Amsterdam wieder. In Städten wie Haarlem liegen Straßen, die nach ihr und anderen indonesischen Akteuren wie Mohammed Hatta benannt sind, oft nah beieinander. Dies folgt meist der thematischen Gestaltung sogenannter indonesischer Viertel.</p>



<p>In ihrer Heimat erklärt die Regierung sie 1964 zur Nationalheldin. Ihr Geburtstag, der 21. April, ist heute als „Hari Kartini“ ein fester Gedenktag im indonesischen Kalender. Auch wenn ihr direktes Wirken geografisch auf Jepara und Rembang begrenzt blieb, bilden ihre Gedanken das Fundament für die moderne indonesische Frauenbewegung.</p>



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<h3 class="wp-block-heading">Zum Weiterlesen</h3>



<p>Links, die mit Sternchen (*) gekennzeichnet sind, führen auf die Seite von Amazon.de. Wenn Sie über diese Links bestellen, unterstützen Sie unsere Arbeit, ohne dass Ihnen Mehrkosten entstehen.</p>



<p>Raden Ajeng Kartini, Multatuli Douws Dekker (2025): <a href="https://amzn.to/4aB8FmU">Door duisternis tot licht: Gedachten over en voor het Javaansche volk</a> (Niederländisch).*</p>



<p>Hildred Geertz (1992): <a href="https://amzn.to/4ryxy8q">Letters of a Javanese Princess by Raden Adjeng Kartini</a>&nbsp;.*</p>



<h3 class="wp-block-heading">Bildnachweis</h3>



<p>Titel: Ausschnitt eines Briefes von Kartini an Rosa Abendanon, 1903/04.</p>



<p>Kartini mit Schwestern: Wikimedia Commons, Collectie Stichting Nationaal Museum van Wereldculturen. <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/">CC BY-SA 3.0</a>.</p>



<p>Kartini-Portrait: Wikimedia Commons, Collectie Stichting Nationaal Museum van Wereldculturen. <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/">CC BY-SA 3.0</a>.</p>



<p>Alle anderen Bilder gemeinfrei.</p>



<p></p>
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		<title>Theravada in Siam – Die Lehre der Alten</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Kuratierte Artikel]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 10 Dec 2025 12:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Als sich im 13. Jahrhundert die ersten Tai-Reiche in Südostasien bildeten, suchten ihre Herrscher nach einem gemeinsamen religiösen Fundament. Im Gebiet des heutigen Thailand war der Einfluss Indiens längst spürbar. &#8230; </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.imperien-und-inseln.de/thailand/theravada-in-siam-die-lehre-der-alten/">Theravada in Siam – Die Lehre der Alten</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.imperien-und-inseln.de">Imperien und Inseln</a>.</p>
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<p>Als sich im 13. Jahrhundert die ersten Tai-Reiche in Südostasien bildeten, suchten ihre Herrscher nach einem gemeinsamen religiösen Fundament. Im Gebiet des heutigen Thailand war der Einfluss Indiens längst spürbar. Händler, Mönche und Pilger brachten Schriften und Bräuche aus Sri Lanka und Birma mit. So gelangte eine Form des Buddhismus nach Siam, die sich auf die frühen Texte der Pali-Tradition stützte. Sie wurde später als Theravada bezeichnet, die „Lehre der Alten“.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Frühe Spuren</h3>



<p>Die ältesten Hinweise auf buddhistische Lehren auf thailändischem Boden reichen bis ins 3. Jahrhundert v. Chr. zurück. In den Chroniken wird berichtet, dass die Missionare Sona und Uttara im Auftrag des indischen Kaisers Ashoka in das Land Suvarnabhumi gesandt wurden. Manche Gelehrte vermuten, dass diese Region im Gebiet des heutigen Nakhon Pathom lag. Schriftliche Belege fehlen, doch archäologische Funde und Legenden deuten auf frühe Kontakte hin, die den Boden für spätere Entwicklungen bereiteten.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ursprünge und Lehre</h3>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-medium"><img loading="lazy" decoding="async" width="300" height="223" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_20230906_123630-300x223.jpg" alt="" class="wp-image-5469" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_20230906_123630-300x223.jpg 300w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_20230906_123630-768x571.jpg 768w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_20230906_123630.jpg 1000w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption class="wp-element-caption">Dvaravati-Stil (6.-11. Jhdt.), Chiang Mai, National Museum</figcaption></figure>
</div>


<p>Nach den überlieferten Chroniken wurde Siddhartha Gautama, der Buddha, um 563 v. Chr. im heutigen Nepal geboren. Seine Lebensdaten sind nicht gesichert, doch seine Lehre verbreitete sich rasch über Nordindien hinaus. Im Mittelpunkt steht die Einsicht, dass alles Dasein vom Leiden durchzogen ist und dass dieses Leiden eine Ursache hat: den Wunsch, festzuhalten, was sich nicht festhalten lässt. Wer diesen Wunsch überwindet, kann das Ziel des Erwachens, das Nirwana, erreichen.</p>



<p>Buddha fasste diesen Weg in vier „edlen Wahrheiten“ zusammen. Sie beschreiben das Leiden, seine Ursache, seine Überwindung und den Weg dorthin. Der sogenannte Achtfache Pfad umfasst rechte Einsicht, Entschluss, Rede, Verhalten, Lebensführung, Anstrengung, Achtsamkeit und Meditation. Diese Grundsätze bilden das Gerüst der Lehre, die in Asien viele Formen annahm.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Der Weg nach Süden</h3>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignleft size-medium"><img loading="lazy" decoding="async" width="180" height="300" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_20230903_134405-1-180x300.jpg" alt="" class="wp-image-5467" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_20230903_134405-1-180x300.jpg 180w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_20230903_134405-1.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 180px) 100vw, 180px" /><figcaption class="wp-element-caption">Sukothai</figcaption></figure>
</div>


<p>In den Jahrhunderten nach Buddhas Tod entwickelten sich verschiedene Schulen, die seine Worte und Gleichnisse unterschiedlich deuteten. Aus der ältesten Überlieferung ging der Theravada hervor, der sich besonders in Sri Lanka festigte. Von dort gelangte er nach Südostasien, wo er im 11. und 12. Jahrhundert im Königreich Pagan in Birma gefördert wurde. Missionare und Mönche aus diesem Umfeld reisten weiter nach Sukhothai, der ersten Hauptstadt der Thai. Unter König Ramkhamhaeng (reg. um 1279–1298) wurde die Pali-Tradition zur Grundlage des religiösen Lebens erhoben.</p>



<p>Der Glaube verband sich mit der königlichen Herrschaft. Der König galt als Förderer der Lehre und als Beschützer der Sangha, der Gemeinschaft der Mönche. Tempel und Klöster wurden zu Bildungsstätten, in denen neben religiösen Texten auch Sprachen, Medizin und Astronomie gelehrt wurden. So prägte der Theravada-Buddhismus Bildung, Verwaltung und moralische Vorstellungen des Reiches.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Vielschichtige Traditionen</h3>



<p>Der Buddhismus in Thailand nahm im Lauf der Jahrhunderte eine eigene Gestalt an. Neben dem singhalesischen Theravada wirkten auch chinesische Strömungen, insbesondere durch die große sino-thailändische Bevölkerung, sowie hinduistische Elemente, die in der Königssymbolik fortleben. Hinzu kommen alte Vorstellungen vom Wirken der Geister, die als Phi bezeichnet werden und im Alltag vieler Menschen eine Rolle spielen. Aus diesen Einflüssen entstand eine religiöse Kultur, die sich an den Lehren des Theravada orientiert und zugleich lokale Formen bewahrt.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Der Kreislauf und das Ziel</h3>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-medium"><img loading="lazy" decoding="async" width="300" height="281" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_20230906_122424-300x281.jpg" alt="" class="wp-image-5468" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_20230906_122424-300x281.jpg 300w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_20230906_122424-768x720.jpg 768w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_20230906_122424.jpg 1000w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption class="wp-element-caption">Chiang Mai, National Museum</figcaption></figure>
</div>


<p>Nach der Lehre Buddhas gibt es keine bleibende Seele. Alles, was existiert, unterliegt dem Wandel. Mit dem Tod endet das Dasein nicht, es setzt sich in neuer Form fort. Menschen, Tiere, Geister oder Götterwesen werden immer wieder geboren, bis der Kreislauf durch Erkenntnis und Loslösung endet. Diese Vorstellung der Wiedergeburt prägt den Alltag in Thailand bis heute.</p>



<p>Um den Weg zur Befreiung zu gehen, gelten im täglichen Leben fünf grundlegende Regeln: Niemandem Schaden zufügen, nicht stehlen, Maß in sexuellen Beziehungen halten, die Wahrheit achten und auf berauschende Mittel verzichten. Diese Gebote sollen das Handeln leiten und den Geist klären. Der Achtfache Pfad und die tägliche Übung führen, so die Vorstellung, Schritt für Schritt zu innerer Ruhe.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Reform und Gegenwart</h3>



<p>Im 19. Jahrhundert führte König Mongkut (Rama IV.), der selbst viele Jahre als Mönch lebte, umfassende Reformen durch. Er stärkte Bildung, Disziplin und die Organisation der Sangha und gründete den Thammayut-Orden, der auf genaue Auslegung der Pali-Texte achtet. Neben ihm besteht bis heute der größere Maha-Nikaya-Orden. Beide Richtungen prägen das religiöse Leben und verbinden Tradition mit Erneuerung.</p>



<p>Der Theravada-Buddhismus blieb in Siam über die Jahrhunderte stabil. Auch heute bilden die Klöster Orte der Meditation und Zentren des sozialen Lebens. Mönche begleiten Feste, beraten Familien und übernehmen Aufgaben, die in vielen Dörfern als moralische und kulturelle Orientierung gelten.</p>



<p>Die „Lehre der Alten“ hat in der Gegenwart ihre eigene Form gefunden. Sie ist Teil der Landschaft, der Sprache und des Alltags – eine Tradition, die sich über viele Jahrhunderte hinweg erhalten hat.</p>



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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="1000" height="699" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/05/IMGP6577.jpg" alt="" class="wp-image-5470" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/05/IMGP6577.jpg 1000w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/05/IMGP6577-300x210.jpg 300w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/05/IMGP6577-768x537.jpg 768w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/05/IMGP6577-135x93.jpg 135w" sizes="auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /><figcaption class="wp-element-caption"><em>Wat Rong Khun</em>, Chiang Rai</figcaption></figure>
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<h3 class="wp-block-heading">Zum Weiterlesen</h3>



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<p>Gombrich, Richard (2006): <em><a href="https://www.amazon.de/Theravada-Buddhism-History-Religious-Practices/dp/0415365090?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;crid=3C04NOGXA1EN2&amp;dib=eyJ2IjoiMSJ9.rNukupTJyt1ntx2hSNgXK4NEydU4t092crDXwsHHb0RP2OaPjuZP-AvrHFxs1T3ng6PA8ryLkskcegHgrTyiFC-SitUxegOeud1ieG1tR5rClNLKIJDUQuUs0Vn12-2BGv7mtGHia6B9mVb-YjhLeB4rnboo4TTJax9ha_gUexUxk4zTlrX17cz0hRNpnTZ7t57YDBxpNv5xSeJJtSmmoqAmJAlNrhy6-yLQAYOY4I4.0GnG69iazM0AyXz9uIKd1pt972_IcPEtbJ2ZDYypuHg&amp;dib_tag=se&amp;keywords=Gombrich+Theravada+Buddhism&amp;qid=1761982469&amp;sprefix=gombrich+theravada+buddhism%2Caps%2C832&amp;sr=8-1&amp;linkCode=ll1&amp;tag=suedostasie01-21&amp;linkId=446dfcf2ea7cc5e8a608d05fe913d619&amp;language=de_DE&amp;ref_=as_li_ss_tl">Theravada Buddhism – A Social History from Ancient Benares to Modern Colombo</a></em> * – Standardwerk zur Entwicklung der südlichen Schule.<br>Swearer, Donald (2010): <em><a href="https://www.amazon.de/Buddhist-World-Southeast-Asia-Religious/dp/143843250X?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;crid=2LPWA2XPW8CIH&amp;dib=eyJ2IjoiMSJ9.-KOqDkGJu6wNByRnBTQH8mEgUXcPe3WtgdU12J92ANnoGwLtmYgNseUT_QfUNrMUNcz3CC-srxKbIdkKKKVWfg3Ssp-uOp8IO-9ngrNYKIz1WfJTYPHaf8YsROunYpPk4Ho9EOnt1NI2aml5xCs9sMpVegelbN162WaiXG56GpsNl2xVBRGTd4WeDiPBuuD0O7xbYJEda4B-Xb2PJWNIiatUiaXlDgJJk_OxaHDcW9M._nDFhLqKnbv9n5pHS07sthmDn0rKnJW1V6RzUcWqaAA&amp;dib_tag=se&amp;keywords=The+Buddhist+World+of+Southeast+Asia&amp;qid=1761982520&amp;sprefix=gombrich+theravada+buddhism%2Caps%2C539&amp;sr=8-1&amp;linkCode=ll1&amp;tag=suedostasie01-21&amp;linkId=e7aa5a7e883607b8ee7d8919a1838a66&amp;language=de_DE&amp;ref_=as_li_ss_tl">The Buddhist World of Southeast Asia</a></em> * – Überblick zu Geschichte und Praxis im Raum Thailand, Laos und Birma.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Bildnachweis</h3>



<p>Titel: Wat Benchamabophit Dusitwanaram (Marmortempel), 2010.</p>



<p>Alles eigene Aufnahmen.</p>



<p></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.imperien-und-inseln.de/thailand/theravada-in-siam-die-lehre-der-alten/">Theravada in Siam – Die Lehre der Alten</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.imperien-und-inseln.de">Imperien und Inseln</a>.</p>
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