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	<title>Prey Krabas Archive - Imperien und Inseln</title>
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	<description>Entdeckungsreise durch die Geschichte Asiens</description>
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		<title>Prey Krabas 1975 &#8211; Leben unter Angkar</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Kuratierte Artikel]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 06 Oct 2026 14:30:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kambodscha]]></category>
		<category><![CDATA[Rote Khmer]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Seng Horl hatte sein Heimatdorf Prey Krabas seit Jahren nicht mehr als dauerhaften Wohnort erlebt. Nach der Räumung Phnom Penhs im April 1975 kehrte der Lehrer mit seiner Frau und &#8230; </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.imperien-und-inseln.de/rote-khmer/prey-krabas-1975-leben-unter-angkar/">Prey Krabas 1975 &#8211; Leben unter Angkar</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.imperien-und-inseln.de">Imperien und Inseln</a>.</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Seng Horl hatte sein Heimatdorf Prey Krabas seit Jahren nicht mehr als dauerhaften Wohnort erlebt. Nach der Räumung Phnom Penhs im April 1975 kehrte der Lehrer mit seiner Frau und seinen Kindern dorthin zurück. Seine Mutter stand in einiger Entfernung und sah die Familie ankommen. Sie ging zunächst nicht zu ihnen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Grund war der Dorfvorsteher. Er ließ Horls Besitz durchsuchen, beschlagnahmte Gegenstände und verbrannte seine Bücher sowie sein Diplom. Anschließend blieb die Miliz in der Nähe der Familie und hörte mit, worüber die Neuankömmlinge sprachen. Erst nachdem die Funktionäre gegangen waren, wagte Horls Mutter, sich ihrem Sohn zu nähern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie erklärte ihm, wie man nun überleben müsse. Man solle nichts wissen, nichts hören und nichts sehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Horl durfte in dieser Nacht nicht im Haus seiner Mutter schlafen. Wenige Tage später verschwanden sein Neffe, der Offizier gewesen war, und ein ehemaliger Polizeiinspektor.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Krieg war beendet. Die Menschen, die aus Phnom Penh und anderen Städten auf das Land gekommen waren, lebten nun unter einer Herrschaft, die in Teilen Kambodschas schon während des Bürgerkriegs entstanden war.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Menschen mit unterschiedlicher Vergangenheit</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Kommunistische Partei unterschied die Bevölkerung danach, wo jemand während des Krieges gelebt hatte und wie er sich zur Revolution verhielt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Menschen aus Dörfern, die bereits vor dem 17. April 1975 unter kommunistischer Kontrolle gestanden hatten, gehörten zur sogenannten Basisbevölkerung. Viele hatten jahrelang in Gebieten gelebt, in denen die Partei Lebensmittel verteilte, lokale Verwaltungen einsetzte und junge Männer für ihre Streitkräfte rekrutierte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Vertriebenen aus Phnom Penh und anderen Städten kamen dagegen als Neuankömmlinge hinzu. In den Quellen erscheinen dafür Bezeichnungen wie neue Menschen oder Deportierte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Unterscheidung hatte unmittelbare Folgen. Herkunft und frühere Tätigkeit bestimmten darüber, welche Arbeit jemand erhielt, wie genau Funktionäre seine Vergangenheit untersuchten und welchem Verdacht er ausgesetzt war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Manche lokale Kader behandelten die Neuankömmlinge vergleichsweise zurückhaltend. In anderen Gegenden begannen unmittelbar nach der Ankunft Verhaftungen und Tötungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch das Verhältnis zwischen alter Dorfbevölkerung und Neuankömmlingen war keineswegs von Anfang an feindselig. In mehreren dokumentierten Orten nahmen Bauern die Menschen aus den Städten zunächst freundlich auf. Erst die Politik der Partei verschärfte mit der Zeit die Trennung zwischen beiden Gruppen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Lehrer, Arbeiter und Soldaten im Kloster</h2>



<p class="wp-block-paragraph">In Prey Krabas teilten die Funktionäre die Neuankömmlinge nach ihrer früheren Tätigkeit ein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seng Horl und seine Familie mussten nach einer Woche ihr Dorf wieder verlassen. Rund 200 Lehrerfamilien wurden in einem buddhistischen Kloster zusammengezogen. In einer anderen Gruppe befanden sich etwa 300 Fabrikarbeiter und Ärzte. Ehemalige Soldaten wurden wiederum getrennt untergebracht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für diese Gruppen galten unterschiedliche Bedingungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Lehrer, Arbeiter und Ärzte erhielten zunächst ausreichende Reisrationen und konnten weiterleben. Die ehemaligen Soldaten traf es härter. Viele wurden getötet. Andere bekamen kleinere Rationen und wurden einige Monate später erneut deportiert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Partei verwandelte die Angaben über frühere Berufe damit in ein Instrument politischer Kontrolle. Wer während der Republik eine Uniform getragen oder für deren Sicherheitsapparat gearbeitet hatte, befand sich bereits kurz nach dem Sieg in besonderer Gefahr.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch Verwandtschaft bot keinen sicheren Schutz. Eltern, die zur Basisbevölkerung gehörten, durften ihre aus Phnom Penh zurückgekehrten Kinder teilweise nicht besuchen, selbst wenn diese krank waren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Parteiorganisation trat zwischen die Familien.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Vom Haushalt zur Arbeitsgruppe</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Für die Kommunistische Partei sollte das Dorf seine bisherige wirtschaftliche Funktion verlieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Mai 1975 trafen sich führende Kader zu einer Konferenz. Dort bestätigte die Führung mehrere Entscheidungen, die den künftigen Alltag bestimmen sollten. Die Entvölkerung der Städte sollte dauerhaft sein. Geld und Märkte sollten verschwinden. Auch der Buddhismus sollte im neuen Staat keinen Platz mehr haben.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignleft size-medium"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="235" height="300" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/Khmer_rouge_clothing-235x300.jpg" alt="" class="wp-image-8426" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/Khmer_rouge_clothing-235x300.jpg 235w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/Khmer_rouge_clothing-768x983.jpg 768w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/Khmer_rouge_clothing-800x1024.jpg 800w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/Khmer_rouge_clothing.jpg 960w" sizes="(max-width: 235px) 100vw, 235px" /><figcaption class="wp-element-caption">Khmer-Rouge-Kleidung: komplett schwarz mit roter Krama</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Gleichzeitig trieb die Partei die Bildung größerer Kooperativen voran. Im August 1975 forderte ihre interne Zeitschrift, kleinere Zusammenschlüsse aus wenigen Familien zu Kooperativen auf Dorfebene auszubauen. Damit ließen sich Arbeit und Produktion enger durch die Kader kontrollieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Menschen arbeiteten nun in Gruppen, die häufig als <em>krom</em> bezeichnet wurden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seng Horls Lehrergruppe wurde in Einheiten von jeweils zehn Familien geteilt. Jede erhielt Zugtiere, Pflüge und einen Wagen. Die Familien arbeiteten gemeinsam auf den Feldern. Wann und wo sie eingesetzt wurden, bestimmten die Funktionäre.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In anderen Regionen entstanden ähnliche Gruppen. Ein Augenzeuge aus dem Nordwesten berichtete von Einheiten aus jeweils zehn Familien, die Reis anbauten und Bewässerungsanlagen errichteten. Dort konnten die Menschen 1975 teilweise noch selbst kochen und zusätzliche Nahrung suchen. Bereits 1976 verschlechterten sich die Bedingungen erheblich.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die gemeinsame Küche</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders weitreichend war die Abschaffung privater Mahlzeiten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In vielen Dörfern begann die Bevölkerung zunächst weiterhin innerhalb der Familie zu essen. Während des Jahres 1976 verbreiteten sich dann Gemeinschaftsküchen. In einigen Regionen setzte sich das gemeinsame Essen erst 1977 vollständig durch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit verlor der Haushalt eine seiner wichtigsten Funktionen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wer Reis angebaut hatte, konnte nicht mehr einfach einen Teil davon für die eigene Familie kochen. Die Ernte gelangte in die Speicher der Kooperative, und die Funktionäre bestimmten die Rationen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Folgen lassen sich in einem Dorf im Nordwesten nachvollziehen. Dort verfügten die Menschen 1975 noch über Nahrung und konnten zusätzlich Essbares suchen. Im Juli 1976 begann das gemeinsame Essen in Gruppen von jeweils 100 Familien. Ein Überlebender erinnerte sich, dass die Rationen nun aus dünnem Brei bestanden und die Menschen sogar Bananenstämme aßen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch in anderen Orten ging die Einführung gemeinsamer Mahlzeiten mit sinkendem Verbrauch einher. Die Rationen fielen jedoch unterschiedlich aus und hingen stark von Region, Ernte und örtlicher Führung ab.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gerade deshalb lässt sich die Geschichte des Demokratischen Kampuchea, wie sich der Staat ab Januar 1976 nannte, nicht auf ein einziges Dorfmodell reduzieren.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Vollberechtigte, Kandidaten und Deportierte</h2>



<p class="wp-block-paragraph">In Tram Kak im Südwesten kontrollierten die Funktionäre den Alltag besonders streng.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-medium"><img decoding="async" width="300" height="276" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/4ac3a0b6-b30a-48d4-8311-090be6a90ee0-300x276.png" alt="" class="wp-image-8425" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/4ac3a0b6-b30a-48d4-8311-090be6a90ee0-300x276.png 300w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/4ac3a0b6-b30a-48d4-8311-090be6a90ee0-767x706.png 767w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/4ac3a0b6-b30a-48d4-8311-090be6a90ee0-1024x943.png 1024w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/4ac3a0b6-b30a-48d4-8311-090be6a90ee0.png 1307w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Das Dorf Leay Bo galt später als Musterkooperative und wurde ausländischen Besuchern gezeigt. Dort teilten die Funktionäre die Bevölkerung in verschiedene Kategorien.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wer keine Angehörigen unter den Vertriebenen hatte, konnte als vollberechtigte Person gelten. Menschen mit entsprechenden Familienbeziehungen gehörten zur Kategorie der Kandidaten. Die eigentlichen Deportierten standen darunter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Einteilung griff Begriffe auf, die ursprünglich aus der Organisation kommunistischer Parteien stammten. Nun wurden sie auf große Teile der Bevölkerung übertragen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">1977 versammelten die neuen Kader die Gruppen getrennt. Die Deportierten erhielten die Aufforderung, sich zu verändern und ihre frühere Lebensweise aus Phnom Penh abzulegen. Anschließend wurden auch ihre Kooperativen voneinander getrennt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die politische Vergangenheit wurde damit zu einer Eigenschaft, die Menschen über Jahre begleiten konnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Selbst wer sich allen Anweisungen fügte, blieb ein ehemaliger Stadtbewohner.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Familie unter Vorbehalt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auch Kinder gerieten immer stärker in die Organisation der Kooperativen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In einigen Regionen wurden Jugendliche bereits 1975 in eigene Arbeitsgruppen eingezogen. Ein Bauer aus Preah Net Preah berichtete, dass seine jüngere Schwester im August 1975 einer Kindergruppe zugewiesen wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Später ging die Trennung weiter. In einem anderen Dorf wurden Jungen und Mädchen in eigenen Einrichtungen untergebracht. Eine ältere Frau erinnerte sich daran, dass Erwachsene einfach die Aufgabe erhielten, bestimmte Kinder zu betreuen. Wer welches Kind versorgte, bestimmte nicht mehr allein die Familie.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch Ehepartner konnten durch Arbeitseinsätze getrennt werden. Männer, Frauen und Jugendliche arbeiteten teilweise in unterschiedlichen Gruppen und lebten über längere Zeit voneinander getrennt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch unter diesen Bedingungen versuchten Menschen, Angehörige zu schützen und Nahrung mit ihnen zu teilen. Doch die Partei schob ihre eigenen Strukturen zwischen Eltern und Kinder sowie zwischen Ehepartner.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Eingriffe waren für die Führung kein nebensächlicher Effekt der Arbeitsorganisation. Je stärker Menschen in getrennte Gruppen eingebunden waren, desto weniger konnten sie ihren Alltag innerhalb eines privaten Haushalts selbst gestalten.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ein Dorf ohne Markt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Zur gleichen Zeit verschwanden die Möglichkeiten, außerhalb der Partei Lebensmittel oder andere Dinge zu beschaffen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Geld hatte seinen Wert verloren. Märkte waren verboten. In einigen Gegenden hielten sich zunächst informelle Tauschbeziehungen. Seng Horl berichtete, dass Bauern nachts heimlich Reis zu den Neuankömmlingen brachten und dafür Kleidung oder Gold erhielten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Solche Geschäfte zeigen, dass staatliche Anordnungen den Alltag nicht sofort vollständig bestimmten. Menschen suchten Wege, um die neuen Regeln zu umgehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Handlungsspielräume wurden jedoch kleiner.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In anderen Regionen beschlagnahmten die Funktionäre Wagen, Haushaltsgegenstände und landwirtschaftliche Geräte. Vieh und Werkzeuge gingen in kollektive Nutzung über. Wer Nahrung außerhalb der vorgesehenen Verteilung beschaffte, setzte sich zunehmend einem erheblichen Risiko aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit entstand eine grundlegende Abhängigkeit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wer essen wollte, war auf die Kooperative angewiesen. Wer arbeiten wollte, erhielt seinen Einsatz von der Organisation. Wer den Ort verlassen wollte, brauchte eine Erlaubnis.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Örtliche Funktionäre vertraten Angkar und setzten deren Anweisungen im Alltag durch.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Führung hinter Angkar</h2>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-medium"><img decoding="async" width="300" height="200" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/Flag_of_the_Communist_Party_of_Kampuchea.svg_-300x200.webp" alt="" class="wp-image-8424" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/Flag_of_the_Communist_Party_of_Kampuchea.svg_-300x200.webp 300w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/Flag_of_the_Communist_Party_of_Kampuchea.svg_-767x512.webp 767w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/Flag_of_the_Communist_Party_of_Kampuchea.svg_-1024x683.webp 1024w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/Flag_of_the_Communist_Party_of_Kampuchea.svg_.webp 1280w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption class="wp-element-caption">Flagge der Kommunistischen Partei Kambodschas</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Für viele Menschen, die 1975 aus den Städten kamen, blieb zunächst unklar, wer hinter Angkar stand. Diese Ungewissheit blieb Teil der Herrschaft.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Lokale Funktionäre beriefen sich auf Angkar, wenn sie Menschen versetzten oder Eigentum einzogen. Die Namen der führenden Politiker blieben dagegen lange im Hintergrund. Saloth Sar trat nicht als allgegenwärtiger Staatschef auf. Erst im September 1977 gab die Kommunistische Partei Kampucheas ihre Existenz öffentlich bekannt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für die Bewohner eines Dorfes war deshalb häufig weniger entscheidend, welcher Mann in Phnom Penh einen Beschluss gefasst hatte. Anweisungen erhielten sie von Gruppenleitern oder Dorfvorstehern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aus der geheimen Organisation wurde so eine konkrete Erfahrung des Alltags.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Religion verschwindet aus dem öffentlichen Leben</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die buddhistischen Klöster verloren ihre bisherige Stellung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf der Führungskonferenz vom Mai 1975 wurde das Verbot des Buddhismus zusammen mit anderen grundlegenden Veränderungen bestätigt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Klöster dienten nun teilweise anderen Zwecken. Schon Seng Horls Geschichte zeigt, wie eine Tempelanlage zur Sammelunterkunft umfunktioniert wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mönche mussten ihre religiöse Lebensweise aufgeben. Rituale, die zuvor zum Dorfleben gehört hatten, verschwanden aus der Öffentlichkeit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für religiöse Minderheiten hatte dieser Eingriff zusätzliche Folgen. Bei den muslimischen Cham betraf er das Gebet und die religiösen Schulen. Hinzu kamen Eingriffe in ihre Speisevorschriften. Diese Entwicklung wird in einer späteren Folge ausführlicher behandelt. Berichte aus dieser Zeit zeigen jedoch, wie eng die Abschaffung religiöser Einrichtungen mit dem Umbau der Dörfer verbunden war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Religiöse Gemeinschaften wurden damit der Kontrolle der Partei unterworfen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Auch die Basisbevölkerung geriet unter Druck</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Selbst Bauern aus der Basisbevölkerung mussten lange arbeiten und erhielten wenig Nahrung. Eine Frau aus einem Dorf im Südwesten erinnerte sich zwar daran, dass die Basisbevölkerung zunächst Vorteile besaß, doch auch dort wuchs später die Unzufriedenheit mit Gemeinschaftsessen und sinkenden Rationen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach dem Sieg vom 17. April 1975 verschärfte die Parteiführung die Kollektivierung schrittweise und versuchte zugleich, regionale Strukturen stärker unter ihre Kontrolle zu bringen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gleichzeitig verlangte die Führung immer mehr Reis.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit begann der nächste Konflikt. Die Partei wollte die landwirtschaftliche Produktion in kurzer Zeit erheblich steigern und investierte große Teile der verfügbaren Arbeitskraft in Bewässerungsanlagen und neue Felder.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ob diese Pläne funktionierten, entschied über die Nahrung, die in den Gemeinschaftsküchen ausgegeben wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für viele Menschen fiel diese Entscheidung tödlich aus.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Zum Weiterlesen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Links, die mit Sternchen (*) gekennzeichnet sind, führen auf die Seite von Amazon.de. Wenn Sie über diese Links bestellen, unterstützen Sie unsere Arbeit, ohne dass Ihnen Mehrkosten entstehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kiernan, B. (2004): <a href="https://link.amazon/B0edOw8Qm">How Pol Pot Came to Power. Colonialism, Nationalism, and Communism in Cambodia</a>.* Ausführliche Untersuchung der kambodschanischen kommunistischen Bewegung von der Kolonialzeit bis zur Machtübernahme 1975.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kiernan, B. (2008): <a href="https://link.amazon/B07Mo1SpQ">The Pol Pot Regime. Race, Power, and Genocide in Cambodia under the Khmer Rouge, 1975–79</a>.* Standardwerk zur Herrschaft der Roten Khmer, mit einer knappen Einführung in die Vorgeschichte der Bewegung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bultmann, D. (2017): <a href="https://link.amazon/B03cQFq4J">Kambodscha unter den Roten Khmer. Die Erschaffung des perfekten Sozialisten</a>.* Überblick über Entstehung, Herrschaft und Fortleben der Roten Khmer mit besonderem Augenmerk auf Organisation und Gesellschaftsumbau.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Bildnachweis</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Titel: Tonle Sap, einfache Farmer-Häuser. Wikimedia Commons, Dmitry A. Mottl. <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.en">CC BY-SA 4.0</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kleidung: Wikimedia Commons, Toony. <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/">CC BY-SA 3.0</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Flagge: Wikimedia Commons, Thespoondragon. <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.en">CC BY-SA 4.0</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Alle weiteren Bilder gemeinfrei.</p>
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