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	<title>Pailin Archive - Imperien und Inseln</title>
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	<description>Entdeckungsreise durch die Geschichte Asiens</description>
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	<title>Pailin Archive - Imperien und Inseln</title>
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		<title>An der thailändischen Grenze &#8211; Das lange Ende der Roten Khmer</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Kuratierte Artikel]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 06 Oct 2026 19:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kambodscha]]></category>
		<category><![CDATA[Rote Khmer]]></category>
		<category><![CDATA[Zeitgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Anlong Veng]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Im Januar 1979 bewegten sich Kolonnen durch die Berge im Westen Kambodschas. Soldaten der Roten Khmer zogen sich vor den vietnamesischen Truppen zurück und trieben Teile der Bevölkerung mit sich. &#8230; </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.imperien-und-inseln.de/rote-khmer/an-der-thailaendischen-grenze-das-lange-ende-der-roten-khmer/">An der thailändischen Grenze &#8211; Das lange Ende der Roten Khmer</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.imperien-und-inseln.de">Imperien und Inseln</a>.</p>
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<figure class="wp-block-audio"><audio controls src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/Rote_Khmer_11.mp3"></audio></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Im Januar 1979 bewegten sich Kolonnen durch die Berge im Westen Kambodschas. Soldaten der Roten Khmer zogen sich vor den vietnamesischen Truppen zurück und trieben Teile der Bevölkerung mit sich. Manche Menschen wurden durch die Kardamomberge bis nach Battambang gebracht. Nahrung fehlte, Krankheiten breiteten sich aus. Andere nutzten jede Gelegenheit, um die Kolonnen zu verlassen und hinter die vietnamesischen Linien zu gelangen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Fall Phnom Penhs hatte Pol Pots Herrschaft beendet. Seine Bewegung bestand weiter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">An der Grenze zu Thailand sammelten sich versprengte Einheiten der Roten Khmer. Führungskader entkamen ebenfalls. Aus der Partei, die seit April 1975 einen Staat kontrolliert hatte, wurde wieder eine bewaffnete Bewegung. Ihre Gegner saßen nun in Phnom Penh. Ihre Rückzugsräume lagen im Westen und Nordwesten des Landes.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Krieg um Kambodscha ging damit in eine neue Phase.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Eine neue Regierung in Phnom Penh</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die vietnamesische Armee brachte ehemalige Kader der Ostzone zurück nach Kambodscha. Heng Samrin gehörte zu ihnen. Unter seiner Führung entstand die Volksrepublik Kampuchea.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Viele Menschen im Land begrüßten zunächst das Ende der Herrschaft Pol Pots. Überlebende verließen die Kooperativen, suchten Angehörige und kehrten in frühere Dörfer zurück. Auch Kader der Ostzone, die den Säuberungen von 1978 entkommen waren, übernahmen wieder Ämter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die neue Regierung stützte sich jedoch auf vietnamesische Truppen. Dadurch wurde die Frage nach Pol Pots Verbrechen rasch mit einem zweiten Konflikt verbunden: der internationalen Auseinandersetzung um Vietnams militärische Präsenz in Kambodscha.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für die Roten Khmer erwies sich diese Situation als politisch wertvoll.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie konnten ihren Kampf nun als Widerstand gegen Vietnam darstellen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Grenze wird zum Rückzugsraum</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Im Westen Kambodschas boten bewaldete Gebiete und die nahe thailändische Grenze Rückzugsmöglichkeiten. Von dort konnten die Roten Khmer Truppen neu sammeln und wieder in kambodschanisches Gebiet eindringen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gleichzeitig erreichten immer mehr Zivilisten die Grenzregion. Viele waren unterernährt und krank. Andere flohen vor neuen Kämpfen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Flüchtlingslager entstanden auf thailändischer Seite und in den Grenzgebieten. Internationale Hilfsorganisationen versorgten die dort lebenden Menschen. Doch die Lager befanden sich in einer Region, in der mehrere kambodschanische bewaffnete Gruppen operierten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dadurch konnten Lager zugleich zu politischen und militärischen Machtbasen werden. Führungskader kontrollierten Zugänge und organisierten Rekrutierungen. Lebensmittelhilfe stabilisierte das Überleben der Zivilbevölkerung, während bewaffnete Organisationen von der Infrastruktur der Grenzregion profitierten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Grenze trennte damit Flüchtlingshilfe und Krieg nur unvollständig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für die Roten Khmer wurde dieser Raum zur Grundlage ihres zweiten politischen Lebens.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ein Staat ohne Hauptstadt</h2>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-medium"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="225" height="300" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/Samdech_Heng_Samrin_2018_cropped-225x300.jpg" alt="" class="wp-image-8471" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/Samdech_Heng_Samrin_2018_cropped-225x300.jpg 225w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/Samdech_Heng_Samrin_2018_cropped.jpg 341w" sizes="(max-width: 225px) 100vw, 225px" /><figcaption class="wp-element-caption">Heng Samrin, 2018</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Besonders bemerkenswert war ihre internationale Stellung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Pol Pots Regierung kontrollierte Phnom Penh seit Januar 1979 nicht mehr. Den kambodschanischen UN-Sitz behielten zunächst Vertreter des Demokratischen Kampuchea. Die neue Regierung Heng Samrins erhielt ihn zunächst nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Fronten des Kalten Krieges spielten dabei eine zentrale Rolle. China unterstützte die Gegner Vietnams. Auch die Vereinigten Staaten wandten sich gegen die vietnamesische Präsenz in Kambodscha. In der internationalen Diplomatie erhielt deshalb die Frage des vietnamesischen Einmarschs erhebliches Gewicht. Ab 1982 nahm die Koalitionsregierung des Demokratischen Kampuchea mit Sihanouk und Son Sann die Vertretung bei den Vereinten Nationen wahr. Im Friedensprozess ging diese Rolle auf den Obersten Nationalrat über, dem auch Vertreter der Regierung in Phnom Penh angehörten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das führte zu einer ungewöhnlichen Konstellation.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Männer, die 1979 aus Phnom Penh geflohen waren, hatten ihren Staat verloren. International blieb dessen Name bestehen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Sihanouk kehrt als Verbündeter zurück</h2>



<p class="wp-block-paragraph">1982 entstand eine neue Koalition gegen die Regierung in Phnom Penh.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Norodom Sihanouk übernahm erneut eine führende Rolle. Eine zweite Kraft bildete die antikommunistische Bewegung um Son Sann. Die Roten Khmer wurden zum militärisch stärksten Bestandteil der Koalition und ließen sich nach außen vor allem durch Khieu Samphan vertreten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit standen erneut ehemalige Gegner auf derselben Seite.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sihanouk hatte schon 1970 mit den kambodschanischen Kommunisten zusammengearbeitet, nachdem Lon Nol ihn gestürzt hatte. Nach 1975 hatten die Roten Khmer ihn politisch ausgeschaltet und unter Bewachung gehalten. Nun verband beide die Gegnerschaft zur von Vietnam gestützten Regierung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Pol Pots Bewegung war die Koalition von großer Bedeutung. Sie verringerte ihre internationale Isolation und erlaubte es, den Krieg als Teil eines breiteren kambodschanischen Widerstands erscheinen zu lassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Erinnerung an das Demokratische Kampuchea verschwand dadurch keineswegs. Dokumente aus S-21 wurden seit 1979 ausgewertet und veröffentlicht. Ehemalige Führungskräfte wurden mit den Akten ihres eigenen Sicherheitsapparates konfrontiert. Noch 1991 wies Ieng Sary den Vorwurf des Genozids zurück, während Son Sen sich mit den Bestimmungen der Genozidkonvention beschäftigte und Passagen markierte, die für eine spätere Strafverfolgung relevant sein konnten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Roten Khmer kämpften also weiter, während die Beweise für ihre frühere Herrschaft immer umfangreicher wurden.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Pol Pot bleibt im Hintergrund</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auch Pol Pot verschwand nach 1979 keineswegs aus der Bewegung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">1985 wurde Pol Pots Rücktritt als militärischer Oberbefehlshaber bekanntgegeben. Tatsächlich behielt er erheblichen Einfluss auf die Organisation. Noch 1988 sprach er vor eigenen Kommandeuren in Thailand und erklärte große Teile der Verbrechen seines früheren Regimes mit angeblichen vietnamesischen Agenten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Verantwortung schob er damit erneut jenen inneren Feinden zu, nach denen seine Sicherheitsapparate schon während des Demokratischen Kampuchea gesucht hatten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die militärische Strategie hatte sich dagegen verändert. Eine landesweite Kontrolle wie zwischen 1975 und 1979 war außer Reichweite. Die Roten Khmer führten einen Guerillakrieg aus ihren westlichen Rückzugsgebieten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Konflikt dauerte durch die gesamten 1980er Jahre.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im September 1989 zog Vietnam seine regulären Truppen aus Kambodscha ab. Damit verschob sich erneut das Kräfteverhältnis. Zugleich nahm der internationale Druck auf die kambodschanischen Parteien zu, eine politische Lösung zu akzeptieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Weg führte nach Paris.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Frieden mit den Roten Khmer am Tisch</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Am 23. Oktober 1991 wurden die Pariser Friedensabkommen unterzeichnet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Vereinbarungen sollten den langen Krieg beenden. Die Vereinten Nationen erhielten eine außergewöhnlich weitreichende Rolle beim Übergang zu einer neuen politischen Ordnung. Flüchtlinge sollten zurückkehren können. Bewaffnete Gruppen sollten ihre Truppen demobilisieren und Wahlen vorbereiten lassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die Roten Khmer waren Teil dieses Friedensprozesses.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gerade darin lag eines der grundlegenden Probleme. Die Bewegung erhielt einen Platz am Verhandlungstisch, obwohl ihre Führung weiterhin für die Verbrechen des Demokratischen Kampuchea verantwortlich gemacht wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Pol Pots Organisation versuchte zunächst, ihre politischen Möglichkeiten innerhalb der neuen Ordnung zu nutzen. Bald verweigerte sie jedoch zentrale Schritte der Umsetzung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ihre Verbände gaben die Waffen nicht im vorgesehenen Umfang ab.</p>



<p class="wp-block-paragraph">1993 verweigerten die Roten Khmer schließlich die Teilnahme an den von den Vereinten Nationen organisierten Wahlen und versuchten, deren Durchführung zu behindern. Die Abstimmung fand trotzdem statt. Aus ihr ging eine Regierung ohne Beteiligung der Roten Khmer hervor.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bewegung hatte damit eine Gelegenheit verloren, über Wahlen in die kambodschanische Politik zurückzukehren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Krieg ging weiter.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Pailin löst sich von Pol Pot</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Entscheidend wurde schließlich ein Vorgang innerhalb der Roten Khmer selbst.</p>



<p class="wp-block-paragraph">1996 brach Ieng Sary mit Pol Pot.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der frühere Außenminister des Demokratischen Kampuchea kontrollierte Verbände im Westen des Landes und verfügte besonders um Pailin über eine eigene Machtbasis. Er wechselte mit seinen Einheiten auf die Seite der kambodschanischen Regierung.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignleft size-medium"><img decoding="async" width="243" height="300" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/Ieng_Sary_in_1978-243x300.jpg" alt="" class="wp-image-8473" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/Ieng_Sary_in_1978-243x300.jpg 243w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/Ieng_Sary_in_1978.jpg 279w" sizes="(max-width: 243px) 100vw, 243px" /><figcaption class="wp-element-caption">Ieng Sary, 1978</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Ieng Sary erhielt eine Begnadigung und behielt erheblichen lokalen Einfluss in Pailin.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für die Roten Khmer war dies ein schwerer Schlag.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jahrzehntelang hatte die Bewegung durch straffe Loyalität gegenüber einer kleinen Führungsspitze funktioniert. Nun erkannten regionale Kommandeure, dass ein Seitenwechsel ihre eigene Stellung sichern konnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Weitere Führer begannen über ähnliche Vereinbarungen nachzudenken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Regierung in Phnom Penh nutzte diese Entwicklung gezielt. Anstatt jede Einheit militärisch zu besiegen, bot sie einzelnen Kommandeuren die Integration in die bestehende Ordnung an.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Organisation begann sich von innen aufzulösen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Son Sens letzte Fahrt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Pol Pot reagierte mit dem Misstrauen, das schon während seiner Regierungszeit politische Konflikte in Verratsvorwürfe verwandelt hatte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Juni 1997 verdächtigte er Son Sen des Verrats.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Son Sen gehörte seit der Pariser Zeit zum engsten Umfeld der kommunistischen Führung. Während des Demokratischen Kampuchea hatte er den Sicherheitsapparat beaufsichtigt, dem auch S-21 unterstand.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nun ließ Pol Pot seinen langjährigen Weggefährten töten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch Son Sens Frau Yun Yat und weitere Angehörige starben. Beim Rückzug aus dem Hauptquartier bei Anlong Veng fuhren Fahrzeuge der fliehenden Truppe über die Leichen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Tat beschleunigte den Zerfall.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ta Mok, einer der mächtigsten verbliebenen Kommandeure, wandte sich gegen Pol Pot. Seine Männer nahmen den früheren Parteiführer fest.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Juli 1997 musste Pol Pot vor einer von seinen eigenen ehemaligen Untergebenen organisierten Versammlung sitzen. Dort wurde er für den Mord an Son Sen verurteilt und unter Hausarrest gestellt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Mann, dessen Partei jahrelang Geständnisse und Selbstkritik von anderen verlangt hatte, saß nun selbst vor seinen früheren Gefolgsleuten.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der Tod Pol Pots</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Im März 1998 verlor auch Ta Mok weitere Kräfte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ke Pauk, der 1978 eine zentrale Rolle bei der Säuberung der Ostzone gespielt hatte, wechselte mit seinen Anhängern zur Regierung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Pol Pots verbliebener Machtbereich schrumpfte weiter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 15. April 1998 starb Pol Pot in seinem Versteck nahe der thailändischen Grenze.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die genaue Todesursache blieb unklar. Berichte über einen möglichen Selbstmord standen neben der Erklärung eines natürlichen Todes. Zu diesem Zeitpunkt gab es bereits Gespräche darüber, ihn in Gewahrsam zu nehmen und vor Gericht zu stellen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Prozess fand nicht mehr statt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Pol Pots Leichnam wurde wenige Tage später verbrannt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bewegung, die er über Jahrzehnte geprägt hatte, zerfiel weiter.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Nuon Chea und Khieu Samphan geben auf</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Im Dezember 1998 verließen Nuon Chea und Khieu Samphan ihre letzten Rückzugsgebiete und ergaben sich der kambodschanischen Regierung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nuon Chea war während des Demokratischen Kampuchea Pol Pots Stellvertreter in der Parteiführung gewesen. Khieu Samphan hatte als Staatsoberhaupt die öffentliche Spitze des Regimes repräsentiert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nun erklärten beide, sie wollten sich in die kambodschanische Gesellschaft eingliedern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ta Mok hielt noch einige Monate durch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im März 1999 nahmen kambodschanische Truppen ihn fest.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Einen Monat später tauchte ein weiterer Mann aus der Vergangenheit wieder auf. Der Fotojournalist Nic Dunlop fand Kang Keck Ieu, Duch, den ehemaligen Leiter von S-21. Duch lebte inzwischen unter anderem Namen und wurde kurz darauf verhaftet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit Ta Mok und Duch befanden sich nun zwei zentrale Akteure der früheren Herrschaft in staatlichem Gewahrsam.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Das Ende kam ohne Schlussstrich</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Zwanzig Jahre lagen zwischen dem Fall Phnom Penhs und der Festnahme Ta Moks.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In dieser Zeit hatten die Roten Khmer ihren Staat verloren und sich an der thailändischen Grenze neu organisiert. Sie hatten als Guerilla weitergekämpft, internationale Anerkennung genutzt und sich später an einem Friedensprozess beteiligt. Am Ende zerstörten Seitenwechsel und interne Konflikte ihre militärische Organisation.</p>



<p class="wp-block-paragraph">1999 existierte keine schlagkräftige Bewegung mehr, die Pol Pots früheren Machtanspruch hätte wiederherstellen können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Frage nach den Verantwortlichen blieb jedoch offen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Schon 1997 hatte die kambodschanische Regierung Unterstützung der Vereinten Nationen für eine juristische Aufarbeitung verlangt. 1999 lagen erste internationale Vorschläge für ein Tribunal vor.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit endete die Geschichte der Roten Khmer als bedeutende bewaffnete Kraft.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Auseinandersetzung mit ihrer Herrschaft begann erst langsam.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large"><img decoding="async" width="1024" height="682" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/Trial_Chamber_31_January_2011-1024x682.jpg" alt="" class="wp-image-8474" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/Trial_Chamber_31_January_2011-1024x682.jpg 1024w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/Trial_Chamber_31_January_2011-300x200.jpg 300w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/Trial_Chamber_31_January_2011-768x511.jpg 768w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/Trial_Chamber_31_January_2011.jpg 1280w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Nuon Chea während einer Anhörung am 31. Januar 2011</figcaption></figure>
</div>


<h2 class="wp-block-heading"><strong>Zum Weiterlesen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Links, die mit Sternchen (*) gekennzeichnet sind, führen auf die Seite von Amazon.de. Wenn Sie über diese Links bestellen, unterstützen Sie unsere Arbeit, ohne dass Ihnen Mehrkosten entstehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kiernan, B. (2004): <a href="https://link.amazon/B0edOw8Qm">How Pol Pot Came to Power. Colonialism, Nationalism, and Communism in Cambodia</a>.* Ausführliche Untersuchung der kambodschanischen kommunistischen Bewegung von der Kolonialzeit bis zur Machtübernahme 1975.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kiernan, B. (2008): <a href="https://link.amazon/B07Mo1SpQ">The Pol Pot Regime. Race, Power, and Genocide in Cambodia under the Khmer Rouge, 1975–79</a>.* Standardwerk zur Herrschaft der Roten Khmer, mit einer knappen Einführung in die Vorgeschichte der Bewegung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bultmann, D. (2017): <a href="https://link.amazon/B03cQFq4J">Kambodscha unter den Roten Khmer. Die Erschaffung des perfekten Sozialisten</a>.* Überblick über Entstehung, Herrschaft und Fortleben der Roten Khmer mit besonderem Augenmerk auf Organisation und Gesellschaftsumbau.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Bildnachweis</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Titel: Flüchtlingslager Khao-I-Dang: Wikimedia Commons, Cmacauley. <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/">CC BY-SA 3.0</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sary: Wikimedia Commons, fototeca.iiccr.ro.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nuon Chea: Wikimedia Commons, Extraordinary Chambers in the Courts of Cambodia. <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/">CC BY-SA 2.0</a>.</p>



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