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	<title>Ostzone Archive - Imperien und Inseln</title>
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	<description>Entdeckungsreise durch die Geschichte Asiens</description>
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	<title>Ostzone Archive - Imperien und Inseln</title>
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		<title>Die Ostzone zerbricht &#8211; Krieg gegen Vietnam und der Sturz der Roten Khmer</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Kuratierte Artikel]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 06 Oct 2026 18:30:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kambodscha]]></category>
		<category><![CDATA[Rote Khmer]]></category>
		<category><![CDATA[Zeitgeschichte]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Am 31. Mai 1978 machte sich So Phim auf den Weg nach Phnom Penh. Seit Jahrzehnten gehörte er zur kommunistischen Bewegung Kambodschas. In der östlichen Zone hatte er eine eigene &#8230; </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.imperien-und-inseln.de/rote-khmer/die-ostzone-zerbricht-krieg-gegen-vietnam-und-der-sturz-der-roten-khmer/">Die Ostzone zerbricht &#8211; Krieg gegen Vietnam und der Sturz der Roten Khmer</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.imperien-und-inseln.de">Imperien und Inseln</a>.</p>
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<figure class="wp-block-audio"><audio controls src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/Rote_Khmer_10.mp3"></audio></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Am 31. Mai 1978 machte sich So Phim auf den Weg nach Phnom Penh. Seit Jahrzehnten gehörte er zur kommunistischen Bewegung Kambodschas. In der östlichen Zone hatte er eine eigene Machtbasis aufgebaut und galt weiterhin als einer der ranghöchsten Funktionäre des Landes.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nun wollte er Pol Pot sprechen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Truppen aus anderen Landesteilen waren in seine Zone eingerückt. Führende Kader verschwanden nach Einladungen zu angeblichen Besprechungen. Ke Pauk, ein enger Verbündeter der Parteizentrale, hatte So Phim wiederholt zu Treffen aufgefordert. Phim schickte Untergebene voraus. Keiner kehrte zurück.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als So Phim schließlich selbst in Richtung Hauptstadt fuhr, sandte er von Chroy Changvar am gegenüberliegenden Mekongufer einen Boten nach Phnom Penh. Daraufhin wurden Soldaten geschickt, die ihn festnehmen sollten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Phim floh und suchte Zuflucht in einem buddhistischen Kloster. Hubschrauber warfen inzwischen Flugblätter über der Ostzone ab, die ihn zum Verräter erklärten. Wenige Tage später näherte sich eine mehrere hundert Mann starke Truppe seinem Versteck.</p>



<p class="wp-block-paragraph">So Phim erschoss sich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit verlor die östliche Zone ihren mächtigsten Führer. Zugleich zeigte sich, wie eng zwei Konflikte inzwischen miteinander verbunden waren. An der Grenze kämpfte Demokratisches Kampuchea gegen Vietnam. Innerhalb des Landes suchte die Parteiführung nach vietnamesischen Agenten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Pol Pot wurden beide Kämpfe zunehmend zu demselben Krieg.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Grenze wird zur Front</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Beziehungen zwischen den kambodschanischen und vietnamesischen Kommunisten waren seit langem belastet. Während des Bürgerkriegs hatten vietnamesische Einheiten den kambodschanischen Aufständischen geholfen. Viele ältere Khmer-Kommunisten hatten ihre Ausbildung in Vietnam erhalten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Pol Pot und seine engsten Verbündeten betrachteten diese Verbindung zunehmend mit Misstrauen. Nach dem Sieg von 1975 entstanden Streitigkeiten über den Grenzverlauf und vorgelagerte Inseln. Trotzdem bestanden zunächst diplomatische Beziehungen. Noch 1976 blieb es an großen Teilen der Grenze vergleichsweise ruhig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Frühjahr 1977 änderte sich die Lage.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Truppen des Demokratischen Kampuchea griffen aus dem Südwesten vietnamesisches Gebiet an. Zwischen Mitte März und Ende Mai kam es zu mehreren Vorstößen in die Provinzen Kiên Giang und An Giang. Vietnamesische Angaben berichteten von Angriffen auf Grenzdörfer und Armeeposten sowie von getöteten Zivilisten. Überlieferte Flüchtlingsaussagen bestätigen Angriffe kambodschanischer Einheiten auf vietnamesische Ortschaften.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch innerhalb der kambodschanischen Führung wurde zu dieser Zeit eine offensive Linie propagiert. Die parteiinterne Zeitschrift <em>Tung Padevat</em> forderte im Frühjahr 1977 weitere Angriffe auf die äußeren Feinde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Gewalt eskalierte im Lauf des Jahres.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dabei verhielten sich die kambodschanischen Truppen keineswegs überall gleich. Gerade in der östlichen Zone bestanden Vorbehalte gegen einen umfassenden Krieg. Eine Konferenz im Juli 1977 erwartete zwar einen großen Grenzkonflikt und bereitete militärische Operationen vor. Zugleich hieß es dort, ein Angriff auf vietnamesisches Gebiet solle erfolgen, falls Vietnam seinerseits angreife. Über den offensiveren Kurs der Parteizentrale waren sich die Kader der Zone also uneinig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Unterschiede verstärkten den Verdacht gegen So Phims Kader.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Vietnam schlägt zurück</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Im Herbst 1977 weitete sich der Krieg aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vietnamesische Truppen gingen nun selbst über die Grenze. Ende Dezember drangen größere Verbände in den Osten Kambodschas ein. Am 22. Dezember erreichten zwei vietnamesische Panzer Kandol Chrum, wo sich ein Hauptquartier Ke Pauks befand. Wenige Tage später rückten Panzer und Infanterie erneut vor.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die kambodschanischen Verbände wichen vielerorts zurück. Ein örtlicher Kader erinnerte sich später an erhebliche Verwirrung. Einheiten wussten teilweise nicht mehr, wer sie befehligte und wo sich andere Truppen befanden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 6. Januar 1978 zogen sich die vietnamesischen Streitkräfte wieder hinter die Grenze zurück.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach überlieferten Angaben nutzten mehr als 100.000 Menschen aus den kambodschanischen Grenzregionen den Rückzug, um mit den abziehenden Truppen nach Vietnam zu fliehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Pol Pot zog aus der Offensive einen anderen Schluss.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kurz darauf reiste er selbst in die Ostzone.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Pol Pot in Suong</h2>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-medium"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="218" height="300" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/PolPot-218x300.jpg" alt="" class="wp-image-8463" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/PolPot-218x300.jpg 218w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/PolPot.jpg 401w" sizes="(max-width: 218px) 100vw, 218px" /><figcaption class="wp-element-caption">Pol Pot, 1978</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Im Januar 1978 versammelten sich Soldaten und Zivilisten bei der Pagode Wat Taung im Distrikt Suong. Auf dem Podium saßen neben Pol Pot auch Son Sen, So Phim und Ke Pauk.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Pol Pot sprach über Vietnam.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Heng Samrin, damals stellvertretender Stabschef der Streitkräfte der Ostzone, erinnerte sich später an eine besonders drastische Rechnung. Jeder Kambodschaner solle zahlreiche Vietnamesen töten. Auf diese Weise könne Kambodscha trotz seiner wesentlich kleineren Bevölkerung den größeren Nachbarn besiegen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch zeitgenössische Parteidokumente zeigen, wie Pol Pot damals einen zunehmend aggressiven nationalistischen Ton anschlug.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Führung setzte den Krieg fort.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 14. März 1978 drangen kambodschanische Soldaten in das vietnamesische Grenzgebiet um Hà Tiên ein und töteten dort Berichten zufolge zahlreiche Bewohner. Selbst Phnom Penh Radio räumte später ein, dass kambodschanische Verbände in dieser Phase offensiv auf vietnamesischem Gebiet operierten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vietnam schlug militärisch zurück. Gleichzeitig versuchte Hanoi, Verhandlungen zu beginnen. Ein Friedensvorschlag vom Februar 1978 wurde von der kambodschanischen Führung zurückgewiesen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Konflikt ließ sich nun kaum noch begrenzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Pol Pots Führung bestand das Problem allerdings längst nicht allein aus vietnamesischen Soldaten jenseits der Grenze.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie vermutete deren Verbündete im eigenen Land.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der Feind innerhalb der Partei</h2>



<p class="wp-block-paragraph">S-21 spiegelte diese Entwicklung unmittelbar wider.</p>



<p class="wp-block-paragraph">1976 hatten Gefangene häufig Verbindungen zur CIA oder zu früheren kambodschanischen Gegnern gestehen müssen. 1978 änderte sich das Vokabular. Nun tauchten in den Aussagen immer häufiger angeblich versteckte Vietnamesen auf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gefangene zeichneten Karten von Orten, an denen sie vietnamesische Agenten verborgen haben wollten. Vernehmer akzeptierten solche Angaben selbst dann, wenn sie offensichtlich unwahrscheinlich waren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Juli 1978 hielt ein leitender Vernehmer nach einer politischen Schulung fest, in Phnom Penh müssten weiterhin Vietnamesen verborgen sein. Die Sicherheitsakten hätten angeblich gezeigt, dass Verräter sie in der Hauptstadt und anderen Landesteilen versteckten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Vorstellung eines ausländischen Feindes verband sich dadurch mit der bereits etablierten Suche nach Verrätern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wer Kritik übte, konnte als vietnamesischer Agent gelten. Wer früher mit vietnamesischen Kommunisten zusammengearbeitet hatte, war besonders verdächtig. Gerade für die Ostzone war dies gefährlich, denn viele ihrer älteren Kader hatten seit den 1950er Jahren enge Kontakte nach Vietnam gepflegt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">So Phim stand im Zentrum dieses Verdachts.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Säuberung beginnt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Im April 1978 trafen so viele Gefangene aus der Ostzone in S-21 ein, dass das Gefängnis zeitweise keine weiteren Transporte aufnehmen konnte. Berichten zufolge mussten einige Lastwagen mit Gefangenen wieder abfahren. Was anschließend mit diesen Menschen geschah, ist nicht vollständig dokumentiert. Viele wurden vermutlich ohne weiteres Verhör getötet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Son Sen leitete die Säuberungsaktionen. Ke Pauk unterstützte ihn mit Truppen aus anderen Zonen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Mai bestellte Ke Pauk führende Funktionäre der Ostzone zu einem Treffen nach Suong. Sein Hauptquartier war inzwischen durch Panzer und zusätzliche Infanterie gesichert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wer erschien, wurde verhaftet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mehrere Divisionskommandeure sowie die Sekretäre ganzer Regionen gelangten nach S-21. Andere wurden unmittelbar getötet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">So Phim begriff erst allmählich, dass auch er selbst gemeint war. Nach späteren Darstellungen wollte er lange nicht glauben, dass Pol Pot hinter den Aktionen stand. Er vermutete zunächst einen Verrat Son Sens oder Ke Pauks.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sein Versuch, die Angelegenheit persönlich in Phnom Penh zu klären, endete mit seiner Flucht und seinem Tod.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Säuberung richtete sich gegen die gesamte Ostzone.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Krieg im eigenen Land</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Am 25. Mai 1978 griffen Ke Pauks Verbände Einheiten der Ostzone an.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Einige leisteten Widerstand. Damit kämpften nun Truppen desselben Staates gegeneinander, während gleichzeitig der Krieg gegen Vietnam weiterging.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach So Phims Tod setzten sich die Kämpfe noch mehrere Wochen fort. Führende ostkambodschanische Kader flohen schließlich über die Grenze.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zu ihnen gehörte Heng Samrin. Auch andere ehemalige Angehörige der Ostzone gelangten nach Vietnam und schlossen sich dort später einer kambodschanischen Streitmacht gegen Pol Pot an.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Säuberung traf anschließend die Zivilbevölkerung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dörfer wurden aufgelöst und Bewohner deportiert. Menschen aus der Ostzone galten pauschal als mögliche Unterstützer Vietnams. Tausende wurden getötet; Zehntausende mussten ihre Heimat verlassen. Manche gelangten in den Nordwesten, andere wurden unterwegs oder nach ihrer Ankunft ermordet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zudem wurden viele Deportierte aus der Ostzone durch besondere Tücher kenntlich gemacht. Im Sommer 1978 importierte Demokratisches Kampuchea große Mengen blauen Stoffes aus China. Überlebende berichteten später von blau karierten Tüchern, die an Menschen aus dem Osten ausgegeben wurden. Wie konsequent diese Kennzeichnung überall eingesetzt wurde, lässt sich aus den Quellen nicht vollständig bestimmen. Für mehrere Transportrouten ist sie jedoch belegt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Menschen, die jahrelang zur revolutionären Basis gehört hatten, wurden damit zu einer verdächtigen Bevölkerung.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Parteiführung zerstört ihre eigene Armee</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Folgen der Säuberungen reichten über die getöteten Kader hinaus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Ostzone besaß einige der erfahrensten Verbände der Roten Khmer. Viele ihrer Kommandeure hatten seit den 1960er Jahren gekämpft. Gerade diese Streitkräfte wurden 1978 aufgelöst oder gegeneinander eingesetzt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gleichzeitig bereitete sich Vietnam auf einen größeren Krieg vor und konnte dabei auf die geflohenen Kader zurückgreifen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der innere und der äußere Krieg verstärkten sich somit gegenseitig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Parteiführung betrachtete militärische Rückschläge als Beweis für Verrat. Die daraus folgenden Säuberungen schwächten wiederum jene Armee, die den äußeren Gegner bekämpfen sollte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ende 1978 wurde dieser Widerspruch militärisch entscheidend.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Weihnachten 1978</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Am 25. Dezember begann Vietnam eine groß angelegte Offensive.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die angreifenden Streitkräfte umfassten schätzungsweise mehr als 100.000 Soldaten und verfügten über Panzer sowie Luftunterstützung. Kambodschanische Gegner Pol Pots begleiteten den Vormarsch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Verteidigung brach wesentlich schneller zusammen, als die vietnamesische Führung offenbar erwartet hatte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 1. Januar 1979 war der Artillerielärm bereits in Phnom Penh zu hören.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignleft size-full"><img decoding="async" width="300" height="201" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/H_4_ill_639759_cambodia-phnom_penh-1979-61.jpg" alt="" class="wp-image-8461"/><figcaption class="wp-element-caption">Vietnamesen in Phnom Penh</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Sihanouk lebte zu diesem Zeitpunkt unter Bewachung in einer Villa in der Hauptstadt. Er wurde zunächst in Richtung Nordwesten gebracht, anschließend wieder zurückgeholt. Pol Pot wollte, dass der frühere Staatschef im Ausland die Position des Demokratischen Kampuchea vertrat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am Nachmittag des 6. Januar verließ Sihanouk Phnom Penh mit einem der letzten Flugzeuge.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch andere Mitglieder der Führung flohen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ieng Sary versuchte zunächst, sich nach Westen abzusetzen. Chinesische Diplomaten verließen die Hauptstadt. Arbeiter erhielten den Befehl, sich am Bahnhof zu versammeln.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Regierung, die knapp vier Jahre zuvor die gesamte Bevölkerung Phnom Penhs vertrieben hatte, räumte nun selbst die Stadt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die letzten Stunden von S-21</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auch in Tuol Sleng lief der Betrieb bis unmittelbar vor dem Zusammenbruch weiter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Noch am 6. Januar wurden Geständnisse bearbeitet. Kurz darauf töteten Angehörige des Gefängnispersonals die letzten Gefangenen, die sie nicht mitnehmen konnten. Ein ehemaliger Wächter erinnerte sich später an etwa 20 Opfer in diesen letzten Stunden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dann flohen auch die Mitarbeiter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am nächsten Tag rückten vietnamesische Truppen in Phnom Penh ein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Hauptstadt war weitgehend leer. Seit 1975 hatten dort lediglich Funktionäre, Soldaten und ausgewählte Arbeiter gelebt. Nun waren auch große Teile dieser Bevölkerung verschwunden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bis zum Nachmittag des 7. Januar 1979 hatten die vietnamesischen Verbände die Stadt besetzt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Einen Tag später stießen die neuen Machthaber auf S-21.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Akten lagen noch dort.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Das Ende eines Staates</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Fall Phnom Penhs beendete die Herrschaft des Demokratischen Kampuchea über den größten Teil des Landes.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Kommunistische Partei Kampucheas verschwand damit jedoch nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Pol Pot und seine wichtigsten Mitstreiter flohen nach Westen. Teile ihrer Streitkräfte zogen sich in Richtung der thailändischen Grenze zurück. Dort konnten sie weiterkämpfen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für viele Überlebende im Landesinneren änderte sich dagegen innerhalb weniger Tage alles. Menschen verließen die Kooperativen und suchten nach Angehörigen. Andere kehrten in ihre früheren Dörfer zurück. Die Versorgung brach in vielen Regionen zusammen, während das Land zugleich durch jahrelange Unterernährung und Krieg geschwächt war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die vietnamesische Armee hatte Pol Pots Staat gestürzt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Männer an seiner Spitze waren noch am Leben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit begann ein neuer Abschnitt der Geschichte der Roten Khmer. Aus einer Regierung wurde erneut eine Guerillabewegung. Ihre früheren Gegner aus der Ostzone übernahmen unter vietnamesischem Schutz die Führung in Phnom Penh.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und an der Grenze zu Thailand entstand eine politische Lage, in der die gestürzten Roten Khmer noch viele Jahre eine Rolle spielen sollten.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large"><img decoding="async" width="1024" height="924" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/f244939c-8942-40d2-913b-82e7c2862d63-1024x924.png" alt="" class="wp-image-8459" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/f244939c-8942-40d2-913b-82e7c2862d63-1024x924.png 1024w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/f244939c-8942-40d2-913b-82e7c2862d63-300x271.png 300w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/f244939c-8942-40d2-913b-82e7c2862d63-767x692.png 767w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/10/f244939c-8942-40d2-913b-82e7c2862d63.png 1320w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>
</div>


<h2 class="wp-block-heading"><strong>Zum Weiterlesen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Links, die mit Sternchen (*) gekennzeichnet sind, führen auf die Seite von Amazon.de. Wenn Sie über diese Links bestellen, unterstützen Sie unsere Arbeit, ohne dass Ihnen Mehrkosten entstehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kiernan, B. (2004): <a href="https://link.amazon/B0edOw8Qm">How Pol Pot Came to Power. Colonialism, Nationalism, and Communism in Cambodia</a>.* Ausführliche Untersuchung der kambodschanischen kommunistischen Bewegung von der Kolonialzeit bis zur Machtübernahme 1975.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kiernan, B. (2008): <a href="https://link.amazon/B07Mo1SpQ">The Pol Pot Regime. Race, Power, and Genocide in Cambodia under the Khmer Rouge, 1975–79</a>.* Standardwerk zur Herrschaft der Roten Khmer, mit einer knappen Einführung in die Vorgeschichte der Bewegung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bultmann, D. (2017): <a href="https://link.amazon/B03cQFq4J">Kambodscha unter den Roten Khmer. Die Erschaffung des perfekten Sozialisten</a>.* Überblick über Entstehung, Herrschaft und Fortleben der Roten Khmer mit besonderem Augenmerk auf Organisation und Gesellschaftsumbau.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Bildnachweis</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Titel: Pol-Pot-Büste in Tuol Sleng.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Pol Pot: Wikimedia Commons, <a href="http://fototeca.iiccr.ro/picdetails.php?picid=45014X1X4">http://fototeca.iiccr.ro/picdetails.php?picid=45014X1X4</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vietnamesen in Phnom Penh: Wikimedia Commons, Sebbers10. <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.en">CC BY-SA 4.0</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Karte: nach Wikimedia Commons, BorysMapping. <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.en">CC BY-SA 4.0</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Alle weiteren Bilder gemeinfrei.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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