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	<title>Klosterwesen Archive - Imperien und Inseln</title>
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	<description>Entdeckungsreise durch die Geschichte Asiens</description>
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	<title>Klosterwesen Archive - Imperien und Inseln</title>
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		<title>Xishuangbanna &#8211; Zwischen Mission und Modernisierung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Kuratierte Artikel]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 19 Dec 2025 12:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Teil 3 der Reihe über Geschichte und Kultur im Tal von Xishuangbanna (Jinghong) Im neunzehnten Jahrhundert begann für Xishuangbanna eine neue Epoche. Die Fürstentümer der Tai-Lü hielten an ihren Strukturen &#8230; </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.imperien-und-inseln.de/fruehe-neuzeit/xishuangbanna-zwischen-mission-und-modernisierung/">Xishuangbanna &#8211; Zwischen Mission und Modernisierung</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.imperien-und-inseln.de">Imperien und Inseln</a>.</p>
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<figure class="wp-block-audio"><audio controls src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/12/Yunnan_Xishuangbanna_3.mp3"></audio></figure>



<p><audio src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/11/Xishuangbanna1.mp3"></audio><strong><a href="https://www.imperien-und-inseln.de/category/xishuangbanna/">Teil 3 der Reihe über Geschichte und Kultur im Tal von Xishuangbanna (Jinghong)</a></strong></p>



<p>Im neunzehnten Jahrhundert begann für Xishuangbanna eine neue Epoche. Die Fürstentümer der Tai-Lü hielten an ihren Strukturen fest, während sich die Kräfte im Umland verschoben. Aus Yunnan rückten Beamte mit veränderten Verwaltungsroutinen vor. Aus Burma kamen Händler und gelegentlich Missionare. Aus Bangkok und Luang Prabang, den Zentren der Tai-Kultur in Siam und Laos, erreichten Mönche und Boten die Klöster am Mekong. Der Fluss blieb Verkehrsader und Zeichen der Verbindung. Das Verhältnis von lokaler Autonomie und äußerer Aufsicht wandelte sich schrittweise.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Chinesische Verwaltung und lokale Fürsten</h3>



<p>Nach den Unruhen der mittleren Qing-Zeit, also zwischen Mitte des achtzehnten und Beginn des neunzehnten Jahrhunderts, versuchte Peking, die südlichen Grenzräume stärker zu kontrollieren. In Xishuangbanna veränderte sich das Tusi-System der erblichen Regionalfürsten. Die Rechte der Sao-Fa-Familien wurden teilweise eingeschränkt, und kaiserliche Ämter entstanden. Beamte aus Kunming führten Register, erhoben Steuern und beaufsichtigten den Marktverkehr. Im Alltag blieb vieles vertraut, doch die politische Macht verlagerte sich allmählich.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="910" height="675" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/11/Qing_China_1820.png" alt="" class="wp-image-5490" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/11/Qing_China_1820.png 910w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/11/Qing_China_1820-300x223.png 300w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/11/Qing_China_1820-768x570.png 768w" sizes="(max-width: 910px) 100vw, 910px" /></figure>
</div>


<p>Die Fürstenhäuser wirkten weiterhin als Vermittler zwischen Hof und Dörfern. Einige Angehörige der lokalen Elite gingen zur Ausbildung nach Yunnan. Andere hielten über die buddhistischen Netzwerke Kontakt zu Lan Na. Spätere chinesische Berichte erwähnen Verwaltungsarbeit in Jinghong, die auf Zusammenarbeit mit Mönchen und Schreibern beruhte. Staatliche Strukturen und religiöse Institutionen griffen eng ineinander.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Wirtschaft und Handel</h3>



<p>Parallel zu diesen administrativen Veränderungen intensivierte sich der überregionale Handel. Der Mekong gewann als Verkehrsweg an Bedeutung. Aus Burma kamen Baumwolle und Indigo, aus Yunnan Tee, Salz und Metallwaren. In Jinghong und Menghai entwickelten sich regelmäßige Märkte, deren Termine oft mit religiösen Feiertagen abgestimmt waren. Routen nach Norden führten zu Lagerhäusern und Zollstellen. Vereinzelt entstanden Werkstätten für Weberei und Bronzeguss. Naturalabgaben wichen teilweise Geldsteuern, was den Handel erleichterte, aber auch neue Belastungen brachte.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Begegnungen mit dem Westen</h3>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-medium"><img decoding="async" width="300" height="176" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/11/Victor_Segalen_Chine_1914-300x176.jpg" alt="" class="wp-image-5491" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/11/Victor_Segalen_Chine_1914-300x176.jpg 300w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/11/Victor_Segalen_Chine_1914.jpg 758w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption class="wp-element-caption">Der Universalgelehrte Victor Segalen in Yunnan (1914)</figcaption></figure>
</div>


<p>In der zweiten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts erreichten europäische Reisende die Region. Französische Missionare aus Laos unternahmen Versuche, sich in Tälern bei Mengla niederzulassen, und britische Kartographen folgten dem Mekong, um Routen zwischen Indien und Südchina zu erkunden. Ihre Berichte schildern eine bewaldete, von Dörfern und Pagoden geprägte Landschaft. Für die Tai-Lü hatten diese Kontakte nur geringe unmittelbare Folgen. Der Theravada-Buddhismus blieb im geistigen Leben bestimmend, und die Lik-Tai-Schrift wurde in den Klosterschulen gepflegt. Die Anwesenheit ausländischer Reisender machte die Region jedoch stärker sichtbar.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Vom Fürstentum zur Provinzverwaltung</h3>



<p>Diese wachsende Aufmerksamkeit von außen fiel mit inneren Umbrüchen zusammen. Mit dem Ende der Qing im Jahr 1911 übernahm die Republik China die Verwaltung, bestätigte zunächst den Sao Fa von Jinghong in seiner Position und stellte ihn unter Aufsicht eines Provinzbeamten. In den Jahren der Militärmachthaber zwischen 1916 und 1949 blieb die zentrale Kontrolle über Xishuangbanna begrenzt. Lokale Truppen sicherten Straßen, sammelten Steuern und hielten Verbindung zu den Einheiten aus Yunnan.</p>



<p>Nach 1945 richtete die Zentralregierung weitere Verwaltungsbezirke ein. Die Fürstenhäuser verloren ihre politische Funktion und übernahmen zivile Aufgaben. Der Sao Fa von Jinghong blieb bis in die fünfziger Jahre eine angesehene Übergangsfigur zwischen alter und neuer Zeit. Mit der Gründung der Volksrepublik im Jahr 1949 und der Etablierung der Autonomen Präfektur Xishuangbanna im Jahr 1953 endete die jahrhundertealte Fürstenherrschaft formell.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Fortdauer von Kultur und Religion</h3>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignleft size-medium"><img decoding="async" width="300" height="246" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/11/IMG_20251012_142621-300x246.jpg" alt="" class="wp-image-5492" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/11/IMG_20251012_142621-300x246.jpg 300w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/11/IMG_20251012_142621-768x631.jpg 768w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/11/IMG_20251012_142621.jpg 1000w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></figure>
</div>


<p>Trotz dieser politischen Umwälzungen behielten Sprache, Feste und religiöse Praxis ihren Platz im Leben der Bevölkerung. Die Klöster dienten weiterhin als Orte der Bildung und der Erinnerung. Auch nach den Landreformen der fünfziger Jahre und den späteren politischen Kampagnen überdauerte der Theravada-Buddhismus im südlichen Yunnan. Palmblatttexte werden bis heute rezitiert, und das Wasserfest zum Neujahr erinnert an die Rhythmen von Regen, Saat und Reinigung.</p>



<p>Wenn am Abend die Lampen in den Tempeln von Jinghong leuchten, werden die älteren Verbindungen für einen Moment wieder spürbar – jene Netzwerke aus Verwandtschaft, Religion und Handel, die diese Landschaft über lange Zeit formten.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h3 class="wp-block-heading">Zum Weiterlesen</h3>



<p><em>Links, die mit Sternchen (</em>) gekennzeichnet sind, führen auf die Seite von Amazon.de. Wenn Sie über diese Links bestellen, unterstützen Sie unsere Arbeit, ohne dass Ihnen Mehrkosten entstehen.*</p>



<p>Harrell, S. (1995): <a href="https://www.amazon.de/Encounters-Frontiers-ENCOUNTERS-FRONTIERS-Sep-05-2000/dp/B007S7J34M?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;dib=eyJ2IjoiMSJ9.Qkgz2PdTy7Z4eRK_Xtb5XwgBwmHNWkPC7Im-2SVs0js2SktsaoCzNMN3M0i_Ant-2Wtznxw_vfmPw5R-9GpIMF-J9WZicRRdlGtfz45yfXddWhd-gZbd1FccZrFiHY65VHYa2f9ZAD_DEirz7irF6A.cUZKogzSlf_TLzdOwLFEESo59KBEEcR9F0wx88KRfi8&amp;dib_tag=se&amp;keywords=Harrell%2C+S.+%281995%29%3A+Cultural+Encounters+on+China%E2%80%99s+Ethnic+Frontiers&amp;qid=1762001755&amp;sr=8-1&amp;linkCode=ll1&amp;tag=suedostasie01-21&amp;linkId=73b715c5dfbd4709c6f72edd9eac1c57&amp;language=de_DE&amp;ref_=as_li_ss_tl"><em>Cultural Encounters on China’s Ethnic Frontiers</em> </a>* – Studienband zu Verwaltung, lokaler Elitebildung und religiösen Praktiken in Chinas Grenzgebieten vom achtzehnten bis zum zwanzigsten Jahrhundert.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Bildnachweis</h3>



<p>Titel: Nachtmarkt, Xishuangbanna.</p>



<p>Karte: Wikimedia Commons, Wengier.</p>



<p>Alle weiteren Bilder eigene Aufnahmen oder gemeinfrei.</p>
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		<title>Lackkunst in Myanmar– ein sichtbares Erbe</title>
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		<dc:creator><![CDATA[André]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 04 Jun 2025 21:05:34 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Ursprünge und historische Entwicklung Die vielleicht bekanntesten Kunstwaren aus Myanmar sind die Lackprodukte. Die Kunstform hat uralte Wurzeln: Die Lacktechnik ist in China seit über 3.000 Jahren nachweisbar. In Südostasien &#8230; </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.imperien-und-inseln.de/myanmar/lackkunst-in-myanmar-ein-sichtbares-erbe/">Lackkunst in Myanmar– ein sichtbares Erbe</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.imperien-und-inseln.de">Imperien und Inseln</a>.</p>
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<figure class="wp-block-audio"><audio controls src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/06/LackwareMyanmar-1.mp3"></audio></figure>



<h3 class="wp-block-heading">Ursprünge und historische Entwicklung</h3>



<p>Die vielleicht bekanntesten Kunstwaren aus Myanmar sind die Lackprodukte. Die Kunstform hat uralte Wurzeln: Die Lacktechnik ist in China seit über 3.000 Jahren nachweisbar. In Südostasien entwickelten sich eigene Traditionen, die vermutlich durch kulturelle Kontakte beeinflusst wurden. In Myanmar scheint das Handwerk im 12. oder 13. Jahrhundert in Bagan aufgegriffen worden zu sein. Epigraphische Quellen nennen lackierte Gegenstände in Tempelinschriften ab dem frühen 13. Jahrhundert. Archäologische Funde, etwa aus dem Umfeld des Laymyethna-Klosters, belegen Lackarbeiten ebenfalls für diese Zeit.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Rohstoffgewinnung und Materialkunde</h3>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-medium"><img loading="lazy" decoding="async" width="225" height="300" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/06/Gluta_usitata_1-225x300.jpg" alt="" class="wp-image-2978" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/06/Gluta_usitata_1-225x300.jpg 225w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/06/Gluta_usitata_1-768x1024.jpg 768w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/06/Gluta_usitata_1-1152x1536.jpg 1152w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/06/Gluta_usitata_1-1536x2048.jpg 1536w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/06/Gluta_usitata_1-scaled.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px" /><figcaption class="wp-element-caption">Thitsi-Baum in Thailand</figcaption></figure>
</div>


<p>Die Herstellung erfolgt auch heute nach alter Tradition aus natürlichen Materialien. Der Grundstoff des Lacks ist Harz vom Thitsi-Baum (<em>Gluta usitata</em>). Der Baum wird mit V-förmigen Kerben angeritzt, sodass das dickflüssige Harz langsam in ein Gefäß tropft. Nach dem Abzapfen erhält der Baum vier oder fünf Jahre Ruhe, um sich zu regenerieren. Als Trägermaterialien dienen meist Bambus (vor allem <em>Cephalostachyum pergracile</em>) oder Holzarten wie Teak, <em>Tretrameles nudiflora</em> oder <em>Bombax malabaricum</em>.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Qualitätsklassen und technische Varianten</h3>



<p>Je nach Wassergehalt unterscheidet man mehrere Qualitäten – ein besonders reiner schwarzer Lack enthält bis zu 25 % Wasser, während andere Varianten deutlich feuchter sind und matter trocknen. Die Quelle unterscheidet vier Qualitätsstufen:</p>



<div style="margin-top: 2em;">
  <h4 style="margin-bottom: 0.5em;">Qualitätsklassen</h4>
  <ul style="list-style-type: none; padding-left: 0;">
    <li><strong style="color: #2aafa1;">&#8211; Shwezawa</strong> (Goldlackarbeiten)</li>
    <li><strong style="color: #2aafa1;">&#8211; mit Pferdehaar verstärkter Lack</strong></li>
    <li><strong style="color: #2aafa1;">&#8211; einfacher Alltagslack</strong></li>
    <li><strong style="color: #2aafa1;">&#8211; Sayyun</strong> – ein modernes Hybridprodukt mit japanischen Einflüssen</li>
  </ul>
</div>



<h3 class="wp-block-heading">Form, Funktion und Vielfalt</h3>



<p>Die mit Lack verzierten Waren sind vielfältig. Neben Haushaltsobjekten wie Boxen, Tischen oder Servierbrettern entstehen auch rituelle Gegenstände wie Almosenschalen, Manuskriptkisten oder lackierte Buddha-Statuen (<em>Manphaya</em>). Manche Objekte dienen rein dekorativen Zwecken, andere sind Teil religiöser oder höfischer Zeremonien. Besonders prunkvoll sind mit Glas und Blattgold verzierte Varianten, die aufwendig mit Reliefstrukturen versehen werden.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Herstellung in mehreren Schritten</h3>



<p>Der Lack wird häufig mit feiner Asche angerührt und per Hand auf das Objekt aufgetragen. Danach muss der Gegenstand mehrere Tage – traditionell in einem kühlen Erdkeller – trocknen. Dieser Vorgang wiederholt sich mehrfach: mindestens sieben Lackschichten sind notwendig, bei hochwertigen Stücken auch deutlich mehr. Zwischen den Schichten wird poliert und geglättet, teilweise mit Materialien wie Reisspelzenasche, Kuhdung oder Knochenmehl. Zur Farbgebung wird traditionell ein rotes Pigment namens <em>Hinthabada</em> eingesetzt, das ursprünglich aus Zinnober (Quecksilbersulfid) gewonnen wurde.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Gravur und Gestaltung</h3>



<p>Im letzten Arbeitsschritt folgt die Verzierung. Die Gravuren werden ohne Schablone freihändig durchgeführt – eine Aufgabe, die fast ausschließlich von Männern ausgeführt wird. Die Linien dienen später als Farbgrenzen. Da der Lack keine Fehler verzeiht, muss das Muster im ersten Versuch gelingen. Die anschließende Kolorierung mit Naturfarben erfolgt oft durch Frauen. Verbreitete Motive sind florale Arabesken (<em>Kanote</em>), Tiere, mythische Figuren oder Szenen aus den Jataka-Erzählungen.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/06/Green_tea_and_peanut_nibbles_10808703485-1-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-2981" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/06/Green_tea_and_peanut_nibbles_10808703485-1-1024x768.jpg 1024w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/06/Green_tea_and_peanut_nibbles_10808703485-1-300x225.jpg 300w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/06/Green_tea_and_peanut_nibbles_10808703485-1-768x576.jpg 768w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/06/Green_tea_and_peanut_nibbles_10808703485-1-1536x1152.jpg 1536w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/06/Green_tea_and_peanut_nibbles_10808703485-1-2048x1536.jpg 2048w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/06/Green_tea_and_peanut_nibbles_10808703485-1-scaled.jpg 1600w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Servierbrett mit Lahpet Thoke, einem birmanischen Tee-Gericht</figcaption></figure>
</div>


<h4 class="wp-block-heading">Zum Weiterlesen</h4>



<p>Sylvia Fraser-Lu: <a href="https://www.amazon.de/-/en/Burmese-Lacquerware/dp/9748622088?crid=3MJ3TODJ7AECW&amp;dib=eyJ2IjoiMSJ9.8Hw2FUtzpQkN-0fqSH1k-fJsCKSdrgt0n-5jviOMYoVtWqLxr6lghDO__wTOftdv6fKX3mqmsY5yzd6tSYDsMNr-Pq3p8D_AKLZcQY9PJDQEghD4Xy44MREAUStD0EFrL1npyqCWBtrLWngjHPlgqZ55awP3behgw1wzz0sunfzBmfLYTbWLReOE4VfNxzTHj9GygmH6u1gJENiSAq0A56Tg-GlGVFldLyNGWgb7i-3WwnRMkbfZHSXijEQzCTSDFtjum72LTKouEM62zaEp5q6--43BYnGm9E4KAzdj3gY.R-101VV9w3u6QdjAzwB7xu2dV4LAJm6BfUlUi0MxSb8&amp;dib_tag=se&amp;keywords=Burmese+Lacquerware&amp;qid=1766142147&amp;sprefix=burmese+lacquerware%2Caps%2C100&amp;sr=8-2&amp;linkCode=ll1&amp;tag=suedostasie01-21&amp;linkId=8cab7e17aa1ad31ee89665b75c074ca1&amp;language=en_GB&amp;ref_=as_li_ss_tl"><em>Burmese Lacquerware</em>.</a></p>



<h4 class="wp-block-heading">Bildnachweis</h4>



<p>Titel: Lackware aus Myanmar, Wikimedia Commons, Wagaung.</p>



<p>Lahpet Thoke: Wikimedia Commons, ReflectedSerendipity, Shaun Dunphy.</p>



<p></p>
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		<title>Myanmar nach Bagan: Die Königreiche Pegu und Ava</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Kuratierte Artikel]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 20 May 2025 04:00:00 +0000</pubDate>
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<figure class="wp-block-audio"><audio controls src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/05/Pegu_und_Ava-1.mp3"></audio></figure>



<h3 class="wp-block-heading">Zwei Reiche entstehen</h3>



<p>Mit dem politischen Zerfall des Königreichs Bagan im späten 13. Jahrhundert endete eine über vier Jahrhunderte andauernde Zentralherrschaft über das Gebiet des heutigen Myanmar. In der Folge entstanden neue Machtzentren. Im Landesinneren bildete sich das Königreich Ava. Es beruhte auf der Landwirtschaft und nutzte die bewässerten Ebenen des Irrawaddy. Im Süden entstand Pegu, auch Hanthawaddy genannt. Es entwickelte sich in der Nähe des Deltas und war stärker auf den Handel ausgerichtet.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="474" height="939" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/05/Burma_in_1450.png" alt="" class="wp-image-2015" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/05/Burma_in_1450.png 474w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/05/Burma_in_1450-151x300.png 151w" sizes="auto, (max-width: 474px) 100vw, 474px" /></figure>
</div>


<p>Beide Reiche gingen aus älteren Verwaltungsstrukturen hervor. Pegu war zunächst ein Provinzzentrum unter der Kontrolle von Bagan. Die spätere Unabhängigkeit der Region vollzog sich schrittweise.</p>



<p>Ein wichtiger Einschnitt war die Verlagerung des königlichen Sitzes des Mon-Reichs von Martaban nach Pegu unter König Binnya U in den 1360er Jahren. Nachdem er seine frühere Hauptstadt durch eine Rebellion verloren hatte, ließ er sich in Pegu nieder, das zu diesem Zeitpunkt noch unbedeutend war. Doch seine Lage bot Vorteile für Landwirtschaft und Handel. Diese Voraussetzungen erlaubten den weiteren Aufstieg.</p>



<p>Eine weitere Zäsur kam mit der Herrschaft Rajadhirats (1383–1421). Er setzte sich in einem Machtkampf durch und konnte weite Teile Unterbirmas unter seine Kontrolle bringen. In seiner Regierungszeit kam es zum sogenannten vierzigjährigen Krieg mit Ava. Von 1385 bis 1424 kämpften beide Seiten um die Vorherrschaft im Land. Ein klarer Sieger ging aus dem Konflikt nicht hervor. Für Pegu war dies dennoch ein Erfolg. Ava musste seine Ansprüche auf das alte Bagan-Gebiet zurücknehmen.</p>



<p>In späteren Zeiten entstand die Vorstellung eines ethnischen Konflikts zwischen diesen beiden Reichen, da Pegu im Süden vor allem von Mon bewohnt war, während Ava im birmanischen Kerngebiet im Norden lag. Die zeitgenössischen Quellen widersprechen dieser Auffassung allerdings. Sie zeigen, dass es keine klaren ethnischen Grenzen gab und Loyalität sich nach politischer Zugehörigkeit richtete. So standen in Pegu birmanische Offiziere im Dienst, während in Ava Mon-Adlige Karriere machten.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Pegus Blüte: eine Königin und ein Mönch auf dem Thron</h3>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-medium"><img loading="lazy" decoding="async" width="300" height="225" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/05/Temple_at_Mahazedi_Paya_Pegu_Bago_Myanmar_15118906346-300x225.jpg" alt="" class="wp-image-2041" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/05/Temple_at_Mahazedi_Paya_Pegu_Bago_Myanmar_15118906346-300x225.jpg 300w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/05/Temple_at_Mahazedi_Paya_Pegu_Bago_Myanmar_15118906346-1024x768.jpg 1024w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/05/Temple_at_Mahazedi_Paya_Pegu_Bago_Myanmar_15118906346-768x576.jpg 768w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/05/Temple_at_Mahazedi_Paya_Pegu_Bago_Myanmar_15118906346.jpg 1280w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption class="wp-element-caption">Maha Kalyani Sima</figcaption></figure>
</div>


<p>Nach Jahrzehnten der Kämpfe kam es unter Rajadhirats Tochter Shin Saw Bu (reg. 1453–1472) zu einer Phase des Friedens. Sie war eine der wenigen Herrscherinnen der Region. Ihre Regierung gilt als ruhig und geordnet. Ihr Nachfolger Dhammazedi (reg. 1472–1492) war ursprünglich Mönch. Unter seiner Herrschaft gewann Pegu weiter an Ansehen. Der internationale Handel nahm zu. Der Austausch mit Sri Lanka ermöglichte Reformen innerhalb des buddhistischen Ordens, Mönche wurden neu ausgebildet und eine einheitliche Ordnung für das klösterliche Leben wurde eingeführt.</p>



<p>Es entstanden neue religiöse Zentren. In der Hauptstadt ließ Dhammazedi mehrere Pagoden errichten. Dazu gehörten das Maha Kalyani Sima und weitere Klosteranlagen. Der Einfluss Pegus reichte zeitweise bis nach Arakan. In nördlichen Landesteil unterstützte man Vasallen Avas in ihrem Widerstand. Damit wurde der Einfluss des Nordens weiter zurückgedrängt.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ava: Ordnung durch Wasserkontrolle und Militär</h3>



<p>Während Pegu sich über Seewege mit der Außenwelt verband, beruhte die Ordnung Avas auf dem Land. Der Norden war durch Trockenheit gekennzeichnet. Landwirtschaft war nur mit Hilfe von Kanälen und Speichern möglich. Daraus ergaben sich Verwaltungsstrukturen, die auf Kontrolle und Verlässlichkeit angewiesen waren. Der Staat konnte nur funktionieren, wenn Wasser und Arbeitskraft gesichert waren.</p>



<p>Ava hatte enge Beziehungen zu den benachbarten Hügelregionen. Diese Gebiete lieferten Rohstoffe, Edelmetalle und Arbeitskräfte. Ihre Eliten wurden in die höfische Welt eingebunden. In Kriegszeiten stellten sie Truppen. In Friedenszeiten entstanden politische Allianzen durch Heiraten. Die Hügelvölker waren für Ava ebenso wichtig wie der Handel für Pegu.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Zwei Reiche mit gemeinsamen Interessen</h3>



<p>Zwischen Ava und Pegu kam es immer wieder zu militärischen Auseinandersetzungen. Doch keiner der beiden Staaten konnte sich dauerhaft durchsetzen. Statt einer offenen Konfrontation entstand ein stabiles Nebeneinander, das auf gegenseitiger Anerkennung beruhte. Heiratsverbindungen zwischen den Höfen stärkten die diplomatischen Beziehungen. In einzelnen Fällen bat Pegu sogar um Avas Unterstützung bei Fragen der Thronfolge.</p>



<p>Im religiösen Bereich gab es regen Austausch. Beide Reiche orientierten sich am Theravada-Buddhismus. Mönche reisten gemeinsam nach Sri Lanka oder kehrten über die gleiche Route zurück. Selbst in Zeiten politischer Spannungen wurde dieser Austausch nicht unterbrochen. Als zwei Mönche aus Sri Lanka nach Ava weiterzogen, begleitete sie Pegu bis an die Grenze mit großem Zeremoniell. Religiöse Verbindung galt als übergeordnet.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Toungoo verändert die Ordnung</h3>



<p>Im frühen 16. Jahrhundert entstand eine neue Kraft. Die kleine Stadt Toungoo lag zwischen den beiden Reichen. 1531 bestieg Tabengshweti dort den Thron. Schon als junger Herrscher strebte er danach, die Macht über ganz Myanmar zu erhalten. Nach langen Kämpfen gelang ihm 1539 die Einnahme von Pegu. Die Stadt wurde zu seiner neuen Hauptstadt erklärt. Damit ging die Eigenständigkeit Pegus verloren. Sein Nachfolger Bayinnaung konnte schließlich 1555 auch Ava unterwerfen.</p>



<p>Der Aufstieg Toungoos beruhte auch auf früheren politischen Winkelzügen. Pegu hatte zuvor die Vasallen Avas in Prome und Toungoo unterstützt. Damit hatte man den Einfluss des Nordens geschwächt und neue Konkurrenten geschaffen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Nachwirken einer verlorenen Ordnung</h3>



<p>Mit der Eroberung Pegus durch Tabengshweti endete die Phase der Machtteilung zwischen Fluss und Küste. Toungoo nutzte die Vorteile der Lage, um den Handel über das Meer zu kontrollieren. Zum ersten Mal seit Bagan lag die Hauptstadt eines vereinten Reiches im Süden. Dennoch hielt sich die Erinnerung an Pegus Eigenständigkeit und 1740 erhoben sich die Mon gegen die geschwächte Toungoo-Dynastie. Sie konnten sogar Ava einnehmen. Doch der Gegenschlag folgte rasch. Der spätere König Alaungpaya zog 1757 nach Süden, eroberte die Stadt und beendete den Aufstand. Seitdem gelang es den Mon nicht mehr, eine eigene Herrschaft zu errichten.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="570" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/05/20200208_141922_Shwemawdaw_Pagoda_Bago_Myanmar_anagoria-1024x570.jpg" alt="" class="wp-image-2013" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/05/20200208_141922_Shwemawdaw_Pagoda_Bago_Myanmar_anagoria-1024x570.jpg 1024w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/05/20200208_141922_Shwemawdaw_Pagoda_Bago_Myanmar_anagoria-300x167.jpg 300w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/05/20200208_141922_Shwemawdaw_Pagoda_Bago_Myanmar_anagoria-768x428.jpg 768w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/05/20200208_141922_Shwemawdaw_Pagoda_Bago_Myanmar_anagoria.jpg 1280w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Die Shwemawdaw-Pagode in Pegu (heute: Bago) gilt mit 125 Metern als höchste Stupa Myanmars. Sie entstand im späten 14. Jahrhundert und soll zwei Haare sowie einen Zahn des Buddha enthalten; Könige wie Razadarit, Dhammazedi und Bayinnaung ließen sie mehrfach erweitern.</figcaption></figure>
</div>


<p><a href="#_ednref1"></a></p>



<h3 class="wp-block-heading">Zum Weiterlesen</h3>



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<p>Michael Arthur Aung-Thwin, Maitrii Aung-Thwin (2013): <a href="https://www.amazon.de/History-Myanmar-Since-Ancient-Times/dp/1780231725?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;crid=2LHS5UE1B7CY1&amp;dib=eyJ2IjoiMSJ9.Z2TeHGL7FQsjNJXA-QC4vIwXEH3fuJf5MlKEb5Gy6ZTGfyhxMRoZifJiyWxz_tZUGHvJ8EOHJDUCPKeCxHyVFqxa3fg3EfJSPjG7sSZzInYm3hhtMfa0lxdjEhrZUtBVrvAlqS3Yp6cky0bU2l60DD9bcTZx7QUUUO_xe61Lr6becnZuTybXXLkwEYYraRVVQxqxZYT7Uo4TiHiFBpOAzujZ-fsQxMCwYFD7g8F_WWA.cyHb0Onu0agkR8N9lJeNDU4Xhlrf-4BBaiMimAs4icg&amp;dib_tag=se&amp;keywords=toppich+history+myanmar&amp;qid=1759124607&amp;sprefix=toppich+historymyanmar%2Caps%2C426&amp;sr=8-1&amp;linkCode=ll1&amp;tag=suedostasie01-21&amp;linkId=bf3fe9c7ef8072ab049963cc7e32c9ca&amp;language=de_DE&amp;ref_=as_li_ss_tl">A History of Myanmar Since Ancient Times: Traditions and Transformations</a>.*</p>



<h3 class="wp-block-heading">Bildnachweis</h3>



<p>Titel: Wikimedia Commons, Clay Gilliland.</p>



<p>Karte: Wikimedia Commons, Hybernator.</p>



<p>Maha Kalyani Sima: Wikimedia Commons, Clay Gilliland.</p>



<p>Shwemawdaw Pagoda: Wikimedia Commons, Anagoria.</p>



<p><a href="http://www1.belboon.de/adtracking/039d3e09453a040885004f1f.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener"></a></p>
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