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	<title>Keramik Archive - Imperien und Inseln</title>
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		<title>Bevor Dvaravati einen Namen trug – Der Aufstieg von U Thong</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Kuratierte Artikel]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 13 Sep 2026 14:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Im 4. oder 5. Jahrhundert bewegten Arbeiter am Rand von U Thong große Mengen Erde. Sie hoben einen Graben aus und schichteten das Erdreich zu einem Wall auf. Der Bau &#8230; </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.imperien-und-inseln.de/thailand/bevor-dvaravati-einen-namen-trug-der-aufstieg-von-u-thong/">Bevor Dvaravati einen Namen trug – Der Aufstieg von U Thong</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.imperien-und-inseln.de">Imperien und Inseln</a>.</p>
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<figure class="wp-block-audio"><audio controls src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/08/Thailand_Der_Aufstieg_von_U_Thong.mp3"></audio></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Im 4. oder 5. Jahrhundert bewegten Arbeiter am Rand von U Thong große Mengen Erde. Sie hoben einen Graben aus und schichteten das Erdreich zu einem Wall auf. Der Bau umschloss die Siedlung und hob sie sichtbar aus der Umgebung heraus. Wer die Arbeiten anordnete, ist unbekannt. Kein überlieferter Name verbindet sich mit diesem frühen Ausbau der Stadt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zwischen den Erdschichten des Walles fanden sich später Keramikscherben mit eingeritzten Wellenlinien. Sie gehören zu einer Zeit, in der der Name Dvaravati noch in keiner erhaltenen Quelle auftaucht. Trotzdem besaß die Stadt bereits weitreichende Handelsverbindungen. Ihre Bevölkerung konnte gemeinsame Bauarbeiten organisieren und begann, religiöse Vorstellungen aus Südasien in die eigene Lebenswelt aufzunehmen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dvaravatis Geschichte begann hier mit dem langsamen Wachstum älterer Siedlungen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Zwischen Ebene und Gebirge</h2>



<p class="wp-block-paragraph">U Thong liegt im Westen des heutigen Zentralthailands. Östlich der Stadt erstreckt sich die Ebene des Tha-Chin-Flusssystems. Im Westen steigen bewaldete Höhenzüge auf. Wege aus dem Hinterland trafen hier auf Wasserläufe, die in Richtung des Golfs von Thailand führten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Lage machte U Thong zu einem geeigneten Umschlagplatz. Menschen aus den umliegenden Dörfern konnten Reis und andere Erzeugnisse in die Stadt bringen. Händler transportierten Waren weiter zur Küste oder in das Landesinnere. U Thong verband dadurch unterschiedliche Landschaften, ohne selbst unmittelbar am Meer zu liegen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Wasser sicherte zugleich die Landwirtschaft. In der Regenzeit überschwemmten die Flüsse weite Teile der Ebene und hinterließen fruchtbare Böden. Siedlungen lagen deshalb bevorzugt auf leicht erhöhtem Gelände. Von dort aus bewirtschafteten die Menschen die umliegenden Felder und nutzten die Flüsse als Verkehrswege.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Verbindung von Landwirtschaft und Handel bildete die Grundlage für das Wachstum U Thongs. Zahlreiche kleinere Siedlungen in der Umgebung trugen zur Versorgung der Stadt bei.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Vor dem Bau des Walles</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Menschen lebten schon lange vor der späteren Dvaravati-Zeit in der Region. Ausgrabungen in der Zentralebene brachten Gräber aus der Metallzeit ans Licht. Manche Tote erhielten Schmucksteine oder Gegenstände aus Bronze. In anderen Bestattungen lagen nur wenige Beigaben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Unterschiede zeigen, dass einzelne Familien bereits mehr Besitz und Einfluss besaßen als andere. Der Zugang zu wertvollen Waren verlieh Ansehen. Wer Verbindungen zu Händlern unterhielt oder die Verarbeitung von Metall kontrollierte, konnte seine Stellung innerhalb einer Gemeinschaft ausbauen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch U Thong war spätestens in den ersten Jahrhunderten n. Chr. besiedelt. Die genaue zeitliche Einordnung einzelner Fundschichten bleibt schwierig, weil frühe Ausgrabungen nur wenige verlässliche Datierungen lieferten. Dennoch lässt sich erkennen, dass der Ort über Jahrhunderte wuchs.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zwischen den älteren Gemeinschaften und der späteren Stadtbevölkerung zeigt sich kein deutlicher Bruch. Neue Gefäßformen erschienen, doch vertraute Techniken blieben erhalten. Die Menschen erweiterten die Siedlung und passten ihre Arbeit an neue Bedürfnisse an. Aus einem lokalen Zentrum entwickelte sich schrittweise eine Stadt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ein Graben als gemeinsames Werk</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Ausbau U Thongs verlangte eine neue Form der Zusammenarbeit. Einzelne Familien konnten den Graben nicht nebenbei anlegen. Eine größere Zahl von Menschen musste über einen längeren Zeitraum Erde ausheben. Arbeiter formten daraus den Wall und hielten die Baustelle offen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dafür brauchte es Personen, die Aufgaben verteilten und Vorräte bereitstellten. Möglicherweise verpflichteten führende Familien die Bewohner der umliegenden Siedlungen zur Arbeit. Vielleicht verbanden sie die Baupflicht mit Festen oder religiösen Handlungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der fertige Wall erfüllte mehrere Aufgaben. Er schützte bewohnte Bereiche und half bei der Führung des Wassers. Zugleich trennte er die Stadt von den umliegenden Feldern. Wer ein Tor passierte, betrat einen Raum, dessen Bewohner sich als zusammengehörige Gemeinschaft verstehen konnten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Graben zeigt daher mehr als technisches Geschick. In U Thong hatten sich Machtstrukturen gebildet, die Menschen über ihre unmittelbaren Verwandtschaftsgruppen hinaus zusammenführten. Herrschaft wurde sichtbar, auch wenn wir ihre Träger nicht benennen können.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Waren aus entfernten Regionen</h2>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-medium"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="300" height="281" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/08/IMP_C_VICTORINVS_PF_AVG.tif-300x281.png" alt="" class="wp-image-7860" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/08/IMP_C_VICTORINVS_PF_AVG.tif-300x281.png 300w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/08/IMP_C_VICTORINVS_PF_AVG.tif.png 500w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption class="wp-element-caption">Bronzener Doppeldenar des gallo-römischen Kaisers Victorinus (269–271 n. Chr.), gefunden in U Thong</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">In U Thong kamen Gegenstände zum Vorschein, deren Materialien aus weit entfernten Gegenden stammten. Glasperlen gelangten über Handelswege in die Stadt. Karneol und andere Schmucksteine verbanden ihre Besitzer mit einem Netz, das bis nach Südasien reichte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf ihrem Weg nach U Thong wechselten die Waren wahrscheinlich mehrfach den Besitzer. Küstenorte verteilten sie an Kaufleute, die Flüsse hinauffuhren oder Landwege nutzten. Jeder Abschnitt des Verkehrs lag in anderen Händen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">U Thong nahm in diesem Netz eine vermittelnde Stellung ein. Die Stadt empfing Waren aus Richtung der Küste und gab sie an Gemeinschaften im Hinterland weiter. Umgekehrt gelangten Erzeugnisse aus dem Landesinneren über U Thong nach Süden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Solche Verbindungen bestanden auch zu anderen frühen Zentren Südostasiens. Funde aus U Thong ähneln Gegenständen aus Óc Eo im Mekongdelta und aus Städten im heutigen Myanmar. Die Ähnlichkeiten weisen auf Händler und religiöse Reisende hin, die zwischen diesen Orten verkehrten.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Fremde Formen, örtliche Entscheidungen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Mit den Waren gelangten neue Bilder und Zeichen nach U Thong. Töpfer lernten Gefäße kennen, die aus südasiatischen Vorbildern hervorgegangen waren. Sie übernahmen einzelne Formen, stellten sie aber mit den vertrauten Materialien ihrer Region her.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders häufig finden sich Schalen mit einem deutlichen Knick in der Wandung. Andere Scherben tragen Linien oder Wellen. Tongefäße mit Ausgusstüllen kamen ebenfalls in Gebrauch. Später begegnen diese Formen an vielen Orten, die heute mit Dvaravati verbunden werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Veränderungen vollzogen sich über einen langen Zeitraum. Töpfer verbanden neue Anregungen mit den eigenen Techniken und hielten zugleich an vertrauten Formen fest. Dadurch entstand ein Formenbestand, der in der Zentralebene wiedererkennbar wurde, zugleich aber von Ort zu Ort Unterschiede aufwies.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Scherbe aus dem 6. Jahrhundert trägt Zeichen in einer Schrift, die sich aus südindischen Vorbildern entwickelt hatte. Der erhaltene Teil verrät kaum etwas über den Inhalt. Er zeigt jedoch, dass Menschen in U Thong diese Schrift kannten und selbst verwendeten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Schreiber konnten damit religiöse Formeln festhalten oder Stiftungen vermerken. Auch Händler nutzten Zeichen, um Waren und Besitzer kenntlich zu machen. Die Schrift eröffnete den führenden Gruppen der Stadt eine neue Möglichkeit, Ansprüche dauerhaft festzuhalten.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Buddhistische Mönche in U Thong</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ein kleines Terrakottafragment zeigt drei Mönche mit Almosenschalen. Möglicherweise schmückte das Relief einst einen buddhistischen Stupa. Das Stück gehört zu den bekanntesten frühen Funden aus U Thong, doch sein Alter bleibt umstritten. Einige Merkmale sprechen für das 3. oder 4. Jahrhundert, andere für eine spätere Entstehung.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignleft size-medium"><img decoding="async" width="198" height="300" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/08/U_Thong_Copper_Plate_Inscription-198x300.jpg" alt="" class="wp-image-7862" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/08/U_Thong_Copper_Plate_Inscription-198x300.jpg 198w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/08/U_Thong_Copper_Plate_Inscription-676x1024.jpg 676w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/08/U_Thong_Copper_Plate_Inscription-768x1163.jpg 768w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/08/U_Thong_Copper_Plate_Inscription-1014x1536.jpg 1014w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/08/U_Thong_Copper_Plate_Inscription.jpg 1057w" sizes="(max-width: 198px) 100vw, 198px" /><figcaption class="wp-element-caption">Kupferplatte mit Inschrift, 6.-7. Jhdt.</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Unabhängig von der genauen Datierung verweist das Relief auf eine buddhistische Gemeinschaft. Mönche lebten von den Gaben der Bevölkerung. Sie benötigten Menschen, die ihnen Nahrung überließen und Unterkünfte bereitstellten. Der Buddhismus gewann daher nur dort dauerhaft Fuß, wo die Bevölkerung bereit war, solche Gemeinschaften zu unterstützen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die ersten Heiligtümer bestanden vermutlich überwiegend aus Holz. Dieses Material ließ sich leichter beschaffen als große Steinblöcke, zerfiel im tropischen Klima aber rasch. Daher können buddhistische Lehrer schon in U Thong gelebt haben, bevor die Stadt dauerhafte Monumente erhielt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit wachsendem Wohlstand änderte sich die Ausstattung der Heiligtümer. Führende Familien stifteten größere Bauten und ließen Bilder herstellen. Eine solche Stiftung zeigte Frömmigkeit, machte aber auch den Rang des Gebers sichtbar. Religion half den Eliten damit, ihre Stellung innerhalb der Stadt zu festigen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In U Thong standen buddhistische und brahmanische Praktiken nebeneinander. Ein Herrscher konnte buddhistische Mönche unterstützen und zugleich Rituale vollziehen lassen, die sich an hinduistische Gottheiten richteten.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Mehrere Städte wachsen gleichzeitig</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Neben U Thong wuchsen in dieser Zeit weitere Zentren. In Chansen nördlich des heutigen Lopburi verdichtete sich im 5. Jahrhundert das Netz der umliegenden Siedlungen. Nakhon Pathom entwickelte sich weiter südlich zu einer außergewöhnlich großen Stadt. Zwischen beiden lag Kamphaeng Saen, das wahrscheinlich eng mit seinen mächtigeren Nachbarn verbunden war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jede dieser Städte stützte sich zunächst auf ihr eigenes Umland. Sie kontrollierte Wege und zog Handwerker an. Ihre Bevölkerung errichtete Befestigungen und später auch Heiligtümer. Zugleich tauschten die Zentren Gefäße und religiöse Vorstellungen aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Archäologen bezeichnen das 4. und 5. Jahrhundert deshalb häufig als Proto-Dvaravati. Der Begriff bezeichnet eine Übergangszeit, in der ältere Gemeinschaften zu größeren Stadtzentren heranwuchsen. Einige verfügten bereits über einflussreiche Führungsschichten, doch noch lässt sich keine gemeinsame Herrschaft über die gesamte Zentralebene erkennen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">U Thong gehörte zu den bedeutendsten dieser frühen Städte. Seine günstige Lage und die alten Handelsverbindungen verschafften ihm einen Vorsprung. Spätestens im 7. Jahrhundert begannen sich die Machtverhältnisse jedoch zu verschieben.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der Name erscheint später</h2>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-medium"><img decoding="async" width="269" height="300" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/08/Proposed_locations_of_ancient_kingdoms_in_lower_Mekong_Valley_in_the_7th_century-269x300.png" alt="" class="wp-image-7863" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/08/Proposed_locations_of_ancient_kingdoms_in_lower_Mekong_Valley_in_the_7th_century-269x300.png 269w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/08/Proposed_locations_of_ancient_kingdoms_in_lower_Mekong_Valley_in_the_7th_century.png 504w" sizes="(max-width: 269px) 100vw, 269px" /></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Der Name Dvaravati begegnet erst im 7. Jahrhundert eindeutig in den erhaltenen Schriftquellen. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Bevölkerung U Thongs ihren Graben längst ausgehoben. Generationen von Töpfern hatten charakteristische Gefäße hergestellt. Mönche fanden Unterstützer, während führende Familien ihre Stellung durch öffentliche Bauten zeigten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Name Dvaravati fasste im 7. Jahrhundert eine Welt zusammen, die bereits lange in Bewegung war. Er konnte eine politische Herrschaft meinen, wurde später aber auch auf einen Kunststil und eine ganze Epoche übertragen. Diese Bedeutungen deckten sich nicht vollständig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die entscheidenden Zeugnisse der älteren Geschichte liegen unter dem Wall von U Thong. Die Erdschichten bewahren die Spuren einer Stadt, die entstand, bevor ihre Bevölkerung in den schriftlichen Horizont anderer Reiche trat. Erst die Gesandtschaften an den chinesischen Kaiserhof machten Dvaravati im 7. Jahrhundert auch außerhalb Südostasiens mit einem Namen sichtbar.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h3 class="wp-block-heading">Zum Weiterlesen</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Links, die mit Sternchen (*) gekennzeichnet sind, führen auf die Seite von Amazon.de. Wenn Sie über diese Links bestellen, unterstützen Sie unsere Arbeit, ohne dass Ihnen Mehrkosten entstehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bennett, A. (2020): <a href="https://amzn.to/4zkGIdz">Defining Dvāravatī</a>.*</p>



<p class="wp-block-paragraph">Murphy, S. (2014):<a href="https://amzn.to/4gx0wmv"> Before Siam: Essays in Art and Archaeology.*</a></p>



<h3 class="wp-block-heading">Bildnachweis</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Titel: Alter Stadtgraben in der Provinz U Thong.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Römische Münze: Wikimedia Commons, Kattigara. <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.en">CC BY-SA 4.0</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Alle weiteren Bilder gemeinfrei.</p>
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		<title>Frühe Kulturen Vietnams – Ein Schnellüberblick von Sơn Vì bis Hòa Bình</title>
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		<pubDate>Wed, 21 Jan 2026 12:00:00 +0000</pubDate>
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<p>Der Beitrag <a href="https://www.imperien-und-inseln.de/vietnam/fruehe-kulturen-vietnams-ein-schnellueberblick-von-son-vi-bis-hoa-binh/">Frühe Kulturen Vietnams – Ein Schnellüberblick von Sơn Vì bis Hòa Bình</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.imperien-und-inseln.de">Imperien und Inseln</a>.</p>
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<h3 class="wp-block-heading">Altsteinzeitliche Anfänge</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Die ersten bekannten menschlichen Artefakte auf dem Gebiet des heutigen Vietnams stammen aus der Altsteinzeit und werden der sogenannten Sơn-Vì-Kultur zugeordnet. An insgesamt rund 230 Fundstellen lassen sich ihre Spuren nachweisen. Sie erstrecken sich über ein weites Gebiet von Phú Thọ nordwestlich von Hanoi bis nach Lâm Đồng im südlichen Hochland, etwa 100 Kilometer nordöstlich von Ho-Chi-Minh-Stadt. Auch jenseits der heutigen Staatsgrenzen finden sich Hinweise auf diese altsteinzeitlichen Gruppen, etwa in Südchina und Nordthailand.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Erhaltene Skelette aus dieser Zeit weisen durchgehend australoide Merkmale auf. Eine Durchmischung mit Bevölkerungsgruppen aus dem Norden hatte offenbar noch nicht stattgefunden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Funde aus Höhlen erlauben Einblicke in die damalige Lebensweise. Charakteristisch ist eine zentrale Feuerstelle, in deren Umfeld verkohlte Holzreste, zerbrochene Werkzeuge sowie Knochen, Zähne und Muschelschalen lagen. Die Kombination dieser Hinterlassenschaften legt eine jagd- und sammlungsbasierte Lebensweise nahe.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Klima war etwas kühler als heute. Dennoch fanden die Menschen in ihrer Umgebung ein vielfältiges Nahrungsangebot. Neben Pflanzen wurden zahlreiche Tierarten genutzt. Gejagt wurden unter anderem Rotwild, Elefanten, Wildschweine, Affen, Füchse, Tiger und andere Wildkatzen. Auch kleinere Tiere wie Bergschnecken ergänzten die Ernährung. Aus Flüssen und Küstengewässern stammten Fische, Herzmuscheln und Austern.</p>



<div style="display: flex; justify-content: center; margin: 2em 0;">
  <div style="border: 1px solid #bfd8b8; padding: 16px; background: #eef7ee; border-radius: 6px; max-width: 500px; font-family: system-ui, sans-serif; color: #2a4d2e;">
    <h3 style="margin-top: 0; font-size: 18px; text-align: center; color: #1e3921;">Vietnam – Frühgeschichtliche Kulturen</h3>
    <table style="width: 100%; border-collapse: collapse; font-size: 14px; color: #2a4d2e;">
      <thead>
        <tr style="border-bottom: 2px solid #bfd8b8;">
          <th style="text-align: left; padding: 6px;">Zeitraum</th>
          <th style="text-align: left; padding: 6px;">Kultur</th>
        </tr>
      </thead>
      <tbody>
        <tr style="background-color: #f7f9f7;">
          <td style="padding: 6px;">30.000 BP</td>
          <td style="padding: 6px;">Dieu</td>
        </tr>
        <tr>
          <td style="padding: 6px;">21.000–9.000 BP</td>
          <td style="padding: 6px;">Sơn Vì</td>
        </tr>
        <tr style="background-color: #f7f9f7;">
          <td style="padding: 6px;">16.000–5.500 BP</td>
          <td style="padding: 6px;">Hòa Bình</td>
        </tr>
        <tr>
          <td style="padding: 6px;">8.000–5.000 BP</td>
          <td style="padding: 6px;">Bắc Sơn</td>
        </tr>
        <tr style="background-color: #f7f9f7;">
          <td style="padding: 6px;">4.000–2.000 BC</td>
          <td style="padding: 6px;">Đa Bút</td>
        </tr>
        <tr style="border-top: 2px solid #bfd8b8; background-color: #e9f1e9;">
          <td colspan="2" style="padding: 6px; font-weight: bold; text-align: center;">Bronzezeit</td>
        </tr>
        <tr style="background-color: #f7f9f7;">
          <td style="padding: 6px;">2.000–1.500 BC</td>
          <td style="padding: 6px;">Phùng Nguyên</td>
        </tr>
        <tr>
          <td style="padding: 6px;">2.000 BC</td>
          <td style="padding: 6px;">Hạ Long</td>
        </tr>
        <tr style="background-color: #f7f9f7;">
          <td style="padding: 6px;">1.000–700 BC</td>
          <td style="padding: 6px;">Gò Mun</td>
        </tr>
        <tr>
          <td style="padding: 6px;">1.000 BC</td>
          <td style="padding: 6px;">Đông Sơn</td>
        </tr>
        <tr style="border-top: 2px solid #bfd8b8; background-color: #e9f1e9;">
          <td colspan="2" style="padding: 6px; font-weight: bold; text-align: center;">Eisenzeit</td>
        </tr>
        <tr style="background-color: #f7f9f7;">
          <td style="padding: 6px;">500–200 BC</td>
          <td style="padding: 6px;">Sa Huỳnh</td>
        </tr>
        <tr>
          <td style="padding: 6px;">500 BC</td>
          <td style="padding: 6px;">Đông Nai</td>
        </tr>
      </tbody>
    </table>
    <p style="font-size: 12px; color: #2a4d2e; margin-top: 10px; font-style: italic; text-align: center;">
      <strong>Tabelle:</strong> Frühe Kulturen in Vietnam<br>
      Die Jahreszahlen weichen je nach Quelle ab und sollten daher nur als ungefährer Anhaltspunkt dienen. <br>
      Die Namensgebung der Kulturen richtet sich nach dem jeweils ersten Fundort. <br>
      <strong>BP</strong> = vor heute, <strong>BC</strong> = vor Christus.
    </p>
  </div>
</div>



<h4 class="wp-block-heading">Der Übergang zur Jungsteinzeit</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Die Neolithisierung Vietnams ist mit der sogenannten Hòa-Bình-Kultur verbunden. Bekannt wurde sie durch die französische Botanikerin und Archäologin Madeleine Colani, die als einzige Frau im französischen Kolonialdienst systematisch im Bereich der Prähistorie forschte. Colani identifizierte über 120 Fundstellen in Vietnam. Spuren derselben Kultur fanden sich auch in Kambodscha, Laos, Thailand, Myanmar, auf Sumatra und vereinzelt sogar in Australien.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Unterschied zur Sơn-Vì-Kultur lassen die mongoliden Merkmale der Hòa-Bình-Skelette auf eine Verwandtschaft mit Bevölkerungsgruppen aus China oder Tibet schließen. Auch ihre materiellen Hinterlassenschaften zeugen von einem kulturellen Wandel.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Werkzeuge wurden differenzierter ausgearbeitet. Neben geschlagenen Steinen traten neue handwerkliche Techniken auf. Besonders auffällig ist der Beginn der Töpferei. Erste Keramikgefäße mit eingeritzten Mustern zeigen, dass der funktionale Gebrauch mit gestalterischem Anspruch verbunden war. Viele Gefäße weisen typische Eindrücke von Schnüren auf, weshalb sie zur sogenannten Schnurkeramik gezählt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Hòa-Bình-Gruppen betrieben erstmals einfache Formen von Ackerbau. Sie kultivierten Gemüse, Früchte und auch frühen Reis. Erste Ansätze von Tierhaltung sind durch die Domestikation von Hunden belegt. Die bisher ausschließlich jagende Lebensweise wurde allmählich durch eine sesshaftere Wirtschaftsform ersetzt.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Wandel durch Klima und Geographie</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Die Ausbreitung der Hòa-Bình-Kultur wurde durch klimatische Veränderungen eingeschränkt. Mit dem Ende der letzten Eiszeit vor etwa 8000 Jahren stieg der Meeresspiegel an. Große Teile des damaligen Sunda-Kontinents wurden überflutet. Die Verbindung zwischen südlichen und nördlichen Siedlungsräumen brach ab. Hinzu kamen geotektonische Prozesse, die in Teilen Südostasiens zu erhöhter seismischer Aktivität führten. Erdbeben und Tsunamis veränderten die Siedlungsbedingungen erheblich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Viele frühzeitliche Lebensräume verschwanden unter dem steigenden Meer. Zahlreiche Fundorte gelten als dauerhaft verloren. Die bekannten Artefakte stammen fast ausschließlich aus höher gelegenen Gebieten, die von Überschwemmungen verschont blieben und daher bis heute als Quellen prähistorischer Forschung dienen.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="850" height="591" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/12/Sundaland-at-the-Last-Glacial-Maximum-showing-the-modern-distribution-of-land-in-dark.png" alt="" class="wp-image-5758" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/12/Sundaland-at-the-Last-Glacial-Maximum-showing-the-modern-distribution-of-land-in-dark.png 850w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/12/Sundaland-at-the-Last-Glacial-Maximum-showing-the-modern-distribution-of-land-in-dark-300x209.png 300w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/12/Sundaland-at-the-Last-Glacial-Maximum-showing-the-modern-distribution-of-land-in-dark-768x534.png 768w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/12/Sundaland-at-the-Last-Glacial-Maximum-showing-the-modern-distribution-of-land-in-dark-135x93.png 135w" sizes="auto, (max-width: 850px) 100vw, 850px" /><figcaption class="wp-element-caption">Südostasien zum Letzteiszeitliches Maximum vor ca. 20.000 Jahren</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Mit dem sich zurückziehenden Schmelzwasser entstanden neue Kulturen in Vietnam. Die Bronzezeit, die ungefähr 2.000 Jahre vor der Zeitenwende einsetzte, brachte den nächsten Techniksprung. Die „Phùng Nguyên“-Kultur hinterließ höherwertige Handwerksstücke. Dazu zählen Töpferwaren, Schmuck, Pfeile, Lehmskulpturen. Es wurden Spulen und Weberschiffchen aus Keramik gefunden, die beweisen, dass bereits Kleidung gewebt wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die wahrscheinlich bekannteste Bronzezeit-Kultur sind die „Đông Sơn“. Sie hatten ihre Hochphase von ca. 1.000 BC bis ins erste nachchristliche Jahrhundert. Die Ausbreitung war weit über Vietnam hinaus; sogar in Myanmar zeigt sich eine ähnliche Kultur. Das Besondere an den Đông Sơn waren die feinen Bronzearbeiten. Viele Gegenstände wurden aus diesem Material gefertigt: u.a. wurden Trommeln, Werkzeuge, Gefäße und Waffen gefunden.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h3 class="wp-block-heading">Zum Weiterlesen</h3>



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<p class="wp-block-paragraph">Vu Hong Lien; Sharrock, Peter:&nbsp;<a href="https://www.amazon.de/Descending-Dragon-Rising-Tiger-History-ebook/dp/B00PIPB40C?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;crid=1CPLLXKZKXRGJ&amp;dib=eyJ2IjoiMSJ9.f6UQZ23u6pQ1SXFdNkIkrI7ig7yj_dUAx0seuFLLDqvtAewr28ttBNAEV-FqWbkfoYV7blgrbH75LK6ulAK7m2roquOWyOFJbdHRNL6D3rELC6PnDSdpJIE35x8jydp2f1j3OZxZlLwFMBclRXojl1f4m-iSH9KGG316tnRrfJPNWd4nV-lGegTU5NnQbGekMpJc2vvbXSeRAoI1rNwI4C2dIOpE5v9a4gwABmxSeSw.Ka47KtX-WAZ_CnMY--YuEAXuuKPG0ZWSg3QUsuRV5yI&amp;dib_tag=se&amp;keywords=Descending+Dragon%2C+Rising+Tiger&amp;qid=1765707068&amp;sprefix=descending+dragon+rising+tiger%2Caps%2C396&amp;sr=8-1&amp;linkCode=ll1&amp;tag=suedostasie01-21&amp;linkId=f89a9426f6567d9082243d93a073ca3a&amp;language=de_DE&amp;ref_=as_li_ss_tl">Descending Dragon, Rising Tiger</a>. London, 2014.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Bildnachweis</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Titel: Prähistorische Jäger. Gemälde im Historischen Museum in Hanoi. Wikimedia Commons, HappyMidnight. <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">CC BY-SA 4.0</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sundaland: Wikimedia Commons, ש.מירון. <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">CC BY-SA 4.0</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Alles weitere gemeinfrei.<ins><br><br></ins></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.imperien-und-inseln.de/vietnam/fruehe-kulturen-vietnams-ein-schnellueberblick-von-son-vi-bis-hoa-binh/">Frühe Kulturen Vietnams – Ein Schnellüberblick von Sơn Vì bis Hòa Bình</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.imperien-und-inseln.de">Imperien und Inseln</a>.</p>
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