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	<title>Islam In China Archive - Imperien und Inseln</title>
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	<description>Entdeckungsreise durch die Geschichte Asiens</description>
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		<title>Sayyid Ajall und die neue Provinzhauptstadt – Kunming unter den Yuan</title>
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		<pubDate>Thu, 27 Aug 2026 12:00:00 +0000</pubDate>
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<p>Der Beitrag <a href="https://www.imperien-und-inseln.de/altertum/sayyid-ajall-und-die-neue-provinzhauptstadt-kunming-unter-den-yuan/">Sayyid Ajall und die neue Provinzhauptstadt – Kunming unter den Yuan</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.imperien-und-inseln.de">Imperien und Inseln</a>.</p>
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<figure class="wp-block-audio"><audio controls src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/08/Yunnan_Sayyid_Ajal-1.mp3"></audio></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Khublai Khan übertrug Sayyid Ajall im Jahr 1274 eine Provinz, die auf den Karten bereits zum Mongolenreich gehörte, sich aber noch immer nicht sicher beherrschen ließ. Fast 20 Jahre waren vergangen, seit mongolische Truppen das Königreich Dali erobert hatten. Garnisonen kontrollierten die wichtigsten Städte und Straßen. In den Bergen behaupteten jedoch lokale Machthaber ihre eigenen Herrschaftsräume.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sayyid Ajall sollte aus diesem Eroberungsgebiet einen regierbaren Teil des Yuan-Reiches machen. Er verlegte den politischen Mittelpunkt Yunnans vom Erhai an den Dian-See, baute eine zivile Verwaltung auf und band örtliche Herren mit erblichen Ämtern an die Dynastie. Shanchan, eine Stadt im Gebiet des heutigen Kunming, wurde zum Sitz der Provinzregierung.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Eine Eroberung ohne gesicherte Herrschaft</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Khublai zog 1253 nach Yunnan, um das Königreich Dali auszuschalten und einen Weg in den Rücken der südchinesischen Song-Dynastie zu öffnen. Der Aufbau einer Provinz war zunächst zweitrangig. Die mongolischen Truppen nahmen die Hauptstadt am Erhai im Dezember 1253 ein. König Duan Xingzhi floh nach Shanchan und setzte den Widerstand fort.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bereits 1254 eroberte der Feldherr Uriyangqadai Shanchan und nahm Duan Xingzhi dort gefangen. Die endgültige Befriedung des Umlandes dauerte bis 1255. Die Mongolen verschonten Duan Xingzhi und bestätigten ihn später als regionalen Machthaber unter ihrer Oberhoheit. Angehörige der Duan-Familie verwalteten weiterhin das Gebiet um Dali und stellten Soldaten für neue Feldzüge. Außerhalb von Dali, Shanchan und der Straße zwischen beiden Städten blieb die mongolische Stellung unsicher.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als Uriyangqadai 1257 einen großen Teil seiner Soldaten gegen das vietnamesische Reich der Trần führte, griffen Aufständische die geschwächten Garnisonen an. Ein regionaler Anführer namens Sheliwei sammelte Gegner der Mongolen im Raum Shanchan. Die Kämpfe dauerten mehr als ein Jahrzehnt und brachten die mongolische Stellung zeitweise in ernste Gefahr.</p>



<p class="wp-block-paragraph">1267 ernannte Khublai seinen Sohn Hügechi zum Prinzen von Yunnan. Der Prinz erhielt eigene Ländereien und Einkünfte, geriet aber in Konflikt mit Militärführern und Beamten. 1271 wurde er ermordet. Auch die Vertreter des Mongolenreiches kämpften um Ämter und Einnahmen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ein Muslim aus Buchara</h2>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-medium"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="300" height="290" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/08/c6975cbb-a6ab-4a6e-a815-d5dc92c3c882-300x290.png" alt="" class="wp-image-7886" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/08/c6975cbb-a6ab-4a6e-a815-d5dc92c3c882-300x290.png 300w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/08/c6975cbb-a6ab-4a6e-a815-d5dc92c3c882-768x742.png 768w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/08/c6975cbb-a6ab-4a6e-a815-d5dc92c3c882-1024x989.png 1024w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/08/c6975cbb-a6ab-4a6e-a815-d5dc92c3c882.png 1276w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Sayyid Ajall kam ohne eigene regionale Machtbasis nach Yunnan. Er war 1211 in Buchara geboren worden. Als die Mongolen die zentralasiatische Stadt eroberten, unterwarf sich sein Vater Dschingis Khan und übergab ihm Reiter für dessen Heer. Der noch junge Sayyid Ajall gelangte in die Umgebung des mongolischen Herrschers.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seine Laufbahn führte ihn später in die eroberten Gebiete Nordchinas. Er beaufsichtigte Bezirke im heutigen Shanxi, arbeitete als Richter in Yanjing, dem späteren Peking, und übernahm hohe Ämter in der Finanzverwaltung. Er kannte damit die Arbeitsweise chinesischer Behörden ebenso wie die Erwartungen des mongolischen Hofes.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seine Herkunft machte ihn für Khublai besonders geeignet. Als Muslim aus Zentralasien gehörte er weder zu den alten Familien Yunnans noch zu den chinesischen Gelehrteneliten. Seine Stellung hing unmittelbar vom Khan ab.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Khublai wies ihn an, in Yunnan vorsichtig und beständig vorzugehen. Militärische Gewalt hatte das Königreich Dali beseitigt, aber noch keine stabile Herrschaftsstruktur geschaffen. Sayyid Ajall sollte die Truppen kontrollieren und neue Aufstände verhindern.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der Regierungssitz zieht an den Dian-See</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Im Gegensatz zu modernen, autonomen Provinzregierungen fungierte das 1274 geschaffene Provinzsekretariat primär als regionaler Zweig der zentralen Behörde am Hof. Seine Beamten verwalteten Steuern und beaufsichtigten das Militär im Namen des Khans.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sayyid Ajall verlegte den Sitz dieser neuen Behörde bewusst von der alten Königsstadt Dali am Erhai nach Shanchan am Dian-See. Unter der Yuan-Verwaltung wurde die Stadt zum Zentrum des Verwaltungsbezirks Zhongqing. Der heutige Name Kunming bezog sich damals lediglich auf einen kleineren Teilbereich der späteren Stadt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für die Verlagerung sprachen vor allem die Verkehrswege. Dali lag im Westen der neuen Provinz. Von Shanchan aus führte eine Straße über Qujing nach Sichuan und damit in die bereits fest beherrschten Gebiete des Yuan-Reiches. Weitere Wege erschlossen das östliche Hochland und führten nach Süden in das Tal des Roten Flusses.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der neue Regierungssitz lag zugleich in einem umkämpften Raum. Gerade dort hatte Sheliwei den Widerstand organisiert. Erst 1274 geriet er in einen Hinterhalt und wurde getötet. Die Provinzbehörde bezog somit einen Ort, dessen Umgebung erst unmittelbar zuvor militärisch gesichert worden war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Trotz der Wahl Shanchans behielt Dali eine gewisse Relevanz. Die Duan-Familie blieb am Erhai im Amt und vermittelte zwischen der Yuan-Regierung und regionalen Eliten. Doch die Befehle für die gesamte Provinz gingen nun vom Dian-See aus. Die frühere Residenz eines selbstständigen Königreichs wurde zu einem regionalen Zentrum innerhalb einer größeren Verwaltung.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Straßen, Stationen und neue Bezirke</h2>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignleft size-medium"><img decoding="async" width="300" height="225" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/08/IMG_20251014_121521-300x225.jpg" alt="" class="wp-image-7887" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/08/IMG_20251014_121521-300x225.jpg 300w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/08/IMG_20251014_121521-768x576.jpg 768w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/08/IMG_20251014_121521-1024x768.jpg 1024w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/08/IMG_20251014_121521.jpg 1220w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption class="wp-element-caption">Brücke zum Mongolen-Dorf im Yunnan Nationalities Museum, 2025</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Sayyid Ajall ließ die Verbindung zwischen Dali und Shanchan instand setzen. In der gesamten Provinz entstanden unter seiner Verwaltung 78 Poststationen. Jede sollte Unterkunft und Verpflegung bieten und Pferde für Kuriere bereithalten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Netz beschleunigte die Übermittlung von Befehlen, belastete aber die Bevölkerung entlang der Straße. Haushalte mussten neben Arbeitskräften auch Pferde und Nahrungsmittel bereitstellen. Sayyid Ajall vergab die Leitung der Stationen schließlich erblich und band einzelne Familien so dauerhaft an die neue Herrschaft.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die Verwaltung löste er von den Verbänden des Eroberungsheeres. Die bisherigen Zehntausend- und Tausendschaften hatten Soldaten organisiert, eigneten sich aber nur begrenzt für Steuern und Gerichte. An ihre Stelle traten Bezirke, Präfekturen und Kreise. Ein ziviler Amtsträger arbeitete dort häufig neben einem <em>Darughachi</em>, einem vom mongolischen Hof eingesetzten Aufseher.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die direkte Herrschaft der Beamten aus Zhongqing stieß in den Tälern deshalb an ihre Grenzen. Dafür fehlten dem Provinzsekretariat Personal und Geld. Sayyid Ajall verlieh einflussreichen örtlichen Herren den Titel <em>Tuguan</em>, „einheimischer Amtsträger“. Sie durften ihr Amt vererben und innere Angelegenheiten vielfach nach lokalen Regeln entscheiden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Gegenzug lieferten sie Abgaben und stellten Soldaten. Außerdem registrierten sie Haushalte sowie Land. Urkunden und Siegel machten ihre Stellung als Vertreter des Yuan-Reiches sichtbar. Sayyid Ajall griff dabei auf ältere Praktiken lokaler Herrschaft zurück und ordnete sie in eine neue Hierarchie ein, deren Spitze nun das Provinzsekretariat in Zhongqing bildete.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wasser für die neue Hauptstadt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Verlegung der Regierung zog Beamte und Soldaten an den Dian-See. Ihre Versorgung hing von den Feldern des Beckens ab. Dort bestand bereits lange vor den Mongolen ein Netz aus Kanälen und bewässerten Reisfeldern. Die Ebene litt jedoch unter Überschwemmungen, weil zahlreiche Flüsse in den See mündeten und versandete Engstellen den Abfluss bei Haikou behinderten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Spätere Aufzeichnungen schreiben Sayyid Ajall ein umfangreiches Programm zur Wasserregulierung zu. Er beauftragte den Beamten Zhang Lidao damit, Flüsse auszubaggern und Dämme anzulegen. Arbeiter räumten Ablagerungen aus dem Panlong-Fluss. Neue Schleusen sollten Wasser ableiten, weitere Kanäle Felder bewässern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Maßnahmen erweiterten vorhandene Anlagen. Mehr bewässerte Flächen versorgten die wachsende Stadt, und neu erfasste Felder erhöhten die steuerbaren Erträge. Sayyid Ajall ließ außerdem Saatgut und Geräte verteilen und förderte Höfe, die auch die Garnisonen versorgten.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Schule, Moschee und Kaurigeld</h2>



<p class="wp-block-paragraph">In Zhongqing stiftete Sayyid Ajall eine Schule mit konfuzianischem Lehrplan. Land sollte ihre Ausgaben decken. Gelehrte aus Sichuan unterrichteten Schüler und führten sie in jene Rituale ein, die Beamte im Yuan-Reich als Kennzeichen geordneter Herrschaft betrachteten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Überlieferung schreibt Sayyid Ajall die Gründung von 55 Schulen in Yunnan zu. Diese Zahl beschreibt eher ein Programm als ein dauerhaft funktionierendes Netz. Zu Beginn des 14. Jahrhunderts bestand nur ein kleiner Teil der Einrichtungen fort. Schule und konfuzianischer Tempel drückten dennoch Zhongqings Rang als Regierungssitz aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der muslimische Statthalter förderte zugleich Moscheen. Dies entsprach der pragmatischen Politik der Yuan-Herrschaft, denn Khubilais Reich unterstützte verschiedene religiöse Gemeinschaften. Ohne eine planmäßige Islamisierung Yunnans zu betreiben, schuf Sayyid Ajall durch seine Bauten dauerhafte religiöse Orte für Muslime in der Stadt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch in der Wirtschaft tolerierte er regionale Eigenheiten. Die Yuan-Dynastie verbreitete Papiergeld, während die Bewohner Yunnans <a href="https://www.imperien-und-inseln.de/china/kaurischnecken-waehrung-tauschwert-und-prestige-in-suedwestchina/">Kaurischnecken</a> als Zahlungsmittel verwendeten. Auf Sayyid Ajalls Vorschlag ließ Khubilai das Kaurigeld zu. Die Provinzbehörde akzeptierte es sogar bei Steuerzahlungen und setzte einen Kurs zu Gold fest.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Eine Hauptstadt bleibt</h2>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-medium"><img decoding="async" width="300" height="225" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/08/Tomb_of_Sayyid_Ajall_Omer_Shams_al-Din-300x225.jpg" alt="" class="wp-image-7884" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/08/Tomb_of_Sayyid_Ajall_Omer_Shams_al-Din-300x225.jpg 300w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/08/Tomb_of_Sayyid_Ajall_Omer_Shams_al-Din-768x576.jpg 768w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/08/Tomb_of_Sayyid_Ajall_Omer_Shams_al-Din.jpg 960w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption class="wp-element-caption">Grabmal von Sayyid Ajall, 2019</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Sayyid Ajall starb 1279. Fünf Jahre hatten ausgereicht, um die Stellung Zhongqings zu verändern, reichten jedoch nicht aus, um alle begonnenen Maßnahmen zu vollenden. Seine Söhne übernahmen später hohe Ämter in Yunnan.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Yuan blieben auf lokale Mittler angewiesen. Außerhalb der großen Becken und Verkehrswege blieb der Zugriff der Provinzregierung deshalb begrenzt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Regierungssitz verblieb dennoch dauerhaft am Dian-See. Spätere Dynastien passten das politische Machtgefüge zwar an, hielten aber an diesem Zentrum Yunnans fest. Aus der Entscheidung eines zentralasiatischen Statthalters in einer unsicheren Grenzprovinz entstand damit eine Hauptstadt, von der aus auch die Ming und Qing das Land regieren sollten.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h3 class="wp-block-heading">Zum Weiterlesen</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Links, die mit Sternchen (*) gekennzeichnet sind, führen auf die Seite von Amazon.de. Wenn Sie über diese Links bestellen, unterstützen Sie unsere Arbeit, ohne dass Ihnen Mehrkosten entstehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Herman, J. E. (2007): <em><a href="https://amzn.to/4qvTqSP">Amid the Clouds and Mist. China’s Colonization of Guizhou, 1200–1700</a>.</em>* Detaillierte Untersuchung der mongolischen Eroberung und der Verwaltungsordnung im südwestlichen Grenzraum.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Yang, B. (2008): <em><a href="https://amzn.to/4glC46e">Between Winds and Clouds. The Making of Yunnan (Second Century BCE to Twentieth Century CE)</a>.*</em> Langzeitstudie zur Entstehung Yunnans als Provinz und zur Einbindung regionaler Eliten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Anderson, J. A.; Whitmore, J. K. (Hg.) (2014): <em><a href="https://amzn.to/4hPBHUd">China’s Encounters on the South and Southwest. Reforging the Fiery Frontier Over Two Millennia</a>.*</em> Sammelband mit Studien zur mongolischen Eroberung und zu Sayyid Ajalls muslimischem Erbe in Yunnan.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Bildnachweis</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Titel:  Statue von Sayyid Ajall in Kunming, Wikimedia Commons, 瑞丽江的河水. <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.en">CC BY-SA 4.0</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Grab: Wikimedia Commons, Zhangmoon618. <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.en">CC BY-SA 4.0</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Alles weitere eigene Aufnahmen oder gemeinfrei.</p>
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		<title>Eine muslimische Pilgerstädte in Guangzhou &#8211; Das Grab Abī Waqqās?</title>
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		<pubDate>Fri, 18 Jul 2025 12:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Herkunft eines Mythos Der arabische Heerführer Saʿd ibn Abī Waqqās war ein Gefährte des Propheten Mohammed. In der islamischen Welt gilt er als bedeutender Vermittler des Glaubens. In China wird &#8230; </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.imperien-und-inseln.de/altertum/ein-grab-in-kanton-islamische-erinnerungskultur-in-suedchina/">Eine muslimische Pilgerstädte in Guangzhou &#8211; Das Grab Abī Waqqās?</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.imperien-und-inseln.de">Imperien und Inseln</a>.</p>
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<figure class="wp-block-audio"><audio controls src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/06/Abi_Waqqas.mp3"></audio></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Herkunft eines Mythos</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der arabische Heerführer Saʿd ibn Abī Waqqās war ein Gefährte des Propheten Mohammed. In der islamischen Welt gilt er als bedeutender Vermittler des Glaubens. In China wird ihm sogar zugeschrieben, den Islam ins Reich der Mitte gebracht zu haben. Historisch belegt ist das allerdings nicht. Abī Waqqās starb wohl in Medina. Doch in Guangzhou (Kanton) befindet sich ein Grab, das über Jahrhunderte als seine letzte Ruhestätte verehrt wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für viele muslimische Chinesen wurde dieser Ort zu einem „kleinen Mekka“ im Osten. Er ist ein Ziel von Pilgerreisen, ein Zentrum islamischer Gemeinschaft, und ein Symbol religiöser Herkunft. Das Grab steht exemplarisch für eine Form religiöser Erinnerung, die weniger an historischer Faktizität als an kollektiver Identitätsbildung orientiert ist.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Texte, Stelen, Legenden</h2>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-medium is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="300" height="225" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/06/Huaisheng_Mosque_Dec_2007-300x225.jpg" alt="" class="wp-image-4054" style="width:300px;height:auto" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/06/Huaisheng_Mosque_Dec_2007-300x225.jpg 300w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/06/Huaisheng_Mosque_Dec_2007-1024x768.jpg 1024w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/06/Huaisheng_Mosque_Dec_2007-768x576.jpg 768w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/06/Huaisheng_Mosque_Dec_2007.jpg 1280w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption class="wp-element-caption">Huaisheng-Moschee, der Legende nach um 627 von Abī Waqqās begründet</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Bereits im 14. Jahrhundert wird das Grab in lokalen Chroniken und Inschriften erwähnt. Besonders bedeutend war eine Inschrift des Gelehrten Wu Jian, der in Quanzhou über den Bau einer Moschee schrieb und Abī Waqqās als Erbauer der Huaisheng-Moschee in Guangzhou nannte. In späteren Geographika wurde Medina als „Heimat der Huihui“ bezeichnet, mit Abī Waqqās als mythologischer Brückenfigur zwischen Mekka und China.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Texte schufen eine genealogische Linie: von den heiligen Städten Arabiens über das Grab in Guangzhou bis zu den muslimischen Gemeinden im Inneren Chinas. Die geografische Entfernung wurde durch rituelle Nähe ersetzt. Der Ort wurde heilig durch die Erzählung.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Grabriten und Stiftungen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Vom 18. bis ins frühe 20. Jahrhundert war das Grab Ziel zahlreicher Pilger aus ganz China, aus Süd- und Zentralasien. Epitaphe<sup data-fn="65033256-ecce-4288-ade5-2b72605cef4e" class="fn"><a id="65033256-ecce-4288-ade5-2b72605cef4e-link" href="#65033256-ecce-4288-ade5-2b72605cef4e">1</a></sup> belegen, dass hier Händler, Sufis, Lehrer und Hājjīs begraben wurden, viele davon aus Gansu, Xinjiang oder sogar dem Osmanischen Reich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zahlreiche muslimische Stifter vermachten Gebäude und Einkünfte zugunsten des Grabes. Mit den Mieteinnahmen wurden Gedenkrituale, Koranrezitationen und Instandhaltung finanziert. Das Grab wurde damit Teil einer lebendigen islamischen Öffentlichkeit und ein Ort, an dem regionale Gemeinschaften ihre Zugehörigkeit zur globalen Umma<sup data-fn="12f7f992-ba9f-40e1-8a7a-bb6b4b81dc93" class="fn"><a id="12f7f992-ba9f-40e1-8a7a-bb6b4b81dc93-link" href="#12f7f992-ba9f-40e1-8a7a-bb6b4b81dc93">2</a></sup> bekräftigten.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Zwischen Verfolgung und Wiederaufbau</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Während der Kulturrevolution (1966–76) wurde die Anlage wie viele andere religiöse Orte zerstört oder umgewidmet. Doch nach dem politischen Wandel der 1980er Jahre wurde sie rekonstruiert – mit Unterstützung der lokalen Behörden, auch im Rahmen der neuen „Seidenstraßen“-Diplomatie Chinas. Zum Besuch muslimischer Delegationen aus dem In- und Ausland wurden das Grab und die umliegenden Moscheen restauriert und ausgebaut.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit 2010 ist das Grab als nationales Kulturerbe gelistet. Gleichzeitig steht es unter staatlicher Kontrolle: Flaggen und Verfassungen wurden im Hof platziert, Sicherheitskräfte begleiten die Freitagsgebete. Dennoch bleibt der Ort lebendig, insbesondere durch Sufi-Praktiken wie Dhikr<sup data-fn="0bc17920-24b0-4f0a-8485-9809b1f82897" class="fn"><a id="0bc17920-24b0-4f0a-8485-9809b1f82897-link" href="#0bc17920-24b0-4f0a-8485-9809b1f82897">3</a></sup>, die zum Teil aus dem Nordwesten Chinas nach Guangzhou getragen wurden.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="635" height="877" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/06/Shahnameh3-1.jpg" alt="" class="wp-image-4053" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/06/Shahnameh3-1.jpg 635w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/06/Shahnameh3-1-217x300.jpg 217w" sizes="auto, (max-width: 635px) 100vw, 635px" /><figcaption class="wp-element-caption">Saʿd ibn Abi Waqqas führt die Armee des Raschidunkalifats in der Schlacht von al-Qādisīya</figcaption></figure>
</div>


<h3 class="wp-block-heading"><strong>Mehr erfahren</strong></h3>



<ul class="wp-block-list">
<li>Janice Hyeju Jeong: <em><a href="https://www.worldmaking-china.org/publikationen/pub2022-2/02757206_2022.pdf">Little Mecca in Canton: Representations and Resurgences of the Graveyard of Saʿd ibn Abī Waqqās</a></em>.</li>
</ul>



<h3 class="wp-block-heading">Bildnachweis</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Titel: Xianxian-Moschee mit Grab, Wikimedia Commons, Huangdan2060.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Alle anderen Bilder gemeinfrei.</p>


<ol class="wp-block-footnotes"><li id="65033256-ecce-4288-ade5-2b72605cef4e">Ein Epitaph ist eine Grabinschrift, die an eine verstorbene Person erinnert. Es enthält oft den Namen, das Todesdatum und eine kurze Würdigung oder ein religiöses Zitat. <a href="#65033256-ecce-4288-ade5-2b72605cef4e-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 1 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="12f7f992-ba9f-40e1-8a7a-bb6b4b81dc93">Die Umma bezeichnet die weltweite Gemeinschaft aller Muslime, unabhängig von Herkunft, Sprache oder Nationalität. Sie verbindet Gläubige durch gemeinsamen Glauben, religiöse Pflichten und spirituelle Solidarität. <a href="#12f7f992-ba9f-40e1-8a7a-bb6b4b81dc93-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 2 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="0bc17920-24b0-4f0a-8485-9809b1f82897">Der Sufismus ist eine spirituelle Strömung im Islam, die auf innere Läuterung und die mystische Nähe zu Gott zielt. Sufis pflegen Rituale wie den Dhikr, das wiederholte Gedenken an Gott durch Rezitation, Musik oder Bewegung. Diese Praxis soll das Herz reinigen und die göttliche Gegenwart erfahrbar machen. <a href="#0bc17920-24b0-4f0a-8485-9809b1f82897-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 3 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.imperien-und-inseln.de/altertum/ein-grab-in-kanton-islamische-erinnerungskultur-in-suedchina/">Eine muslimische Pilgerstädte in Guangzhou &#8211; Das Grab Abī Waqqās?</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.imperien-und-inseln.de">Imperien und Inseln</a>.</p>
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