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	<title>Internationale Gerichtsbarkeit Archive - Imperien und Inseln</title>
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	<description>Entdeckungsreise durch die Geschichte Asiens</description>
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	<title>Internationale Gerichtsbarkeit Archive - Imperien und Inseln</title>
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		<title>Recht statt Gewalt &#8211; Der Internationale Gerichtshof und die UNO</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Kuratierte Artikel]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 10 Apr 2026 12:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Vereinte Nationen]]></category>
		<category><![CDATA[Zeitgeschichte]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mit der Gründung der Vereinten Nationen 1945 wurde die Idee verbunden, dass zwischenstaatliche Konflikte durch Verfahren und Recht geregelt werden sollten. Der Internationale Gerichtshof in Den Haag war als zentrales &#8230; </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.imperien-und-inseln.de/vereinte-nationen/recht-statt-gewalt-der-internationale-gerichtshof-und-die-uno/">Recht statt Gewalt &#8211; Der Internationale Gerichtshof und die UNO</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.imperien-und-inseln.de">Imperien und Inseln</a>.</p>
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<figure class="wp-block-audio"><audio controls src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/04/Vereinte_Nationen_Der_internationale_Gerichtshof.mp3"></audio></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Mit der Gründung der Vereinten Nationen 1945 wurde die Idee verbunden, dass zwischenstaatliche Konflikte durch Verfahren und Recht geregelt werden sollten. Der Internationale Gerichtshof in Den Haag war als zentrales Justizorgan der UNO vorgesehen. Seine Stellung innerhalb des Systems war von Beginn an klar umrissen: Auch ohne über Zwangsmittel zu verfügen, sollte er völkerrechtliche Einordnungen liefern und Probleme lösen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Kontinuität und Neubeginn</h3>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignleft size-medium"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="300" height="222" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/01/Internationaal_Hof_van_Justitie_Bestanddeelnr_901-6798-300x222.jpg" alt="" class="wp-image-6583" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/01/Internationaal_Hof_van_Justitie_Bestanddeelnr_901-6798-300x222.jpg 300w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/01/Internationaal_Hof_van_Justitie_Bestanddeelnr_901-6798-1024x757.jpg 1024w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/01/Internationaal_Hof_van_Justitie_Bestanddeelnr_901-6798-768x567.jpg 768w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/01/Internationaal_Hof_van_Justitie_Bestanddeelnr_901-6798-1536x1135.jpg 1536w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/01/Internationaal_Hof_van_Justitie_Bestanddeelnr_901-6798-2048x1513.jpg 2048w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/01/Internationaal_Hof_van_Justitie_Bestanddeelnr_901-6798-scaled.jpg 1600w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption class="wp-element-caption">IGH, 1946</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Der Internationale Gerichtshof knüpfte an Erfahrungen der Zwischenkriegszeit an. Sein Vorgänger, der Ständige Internationale Gerichtshof des Völkerbundes, hatte seit den 1920er Jahren zur Entwicklung des Völkerrechts beigetragen. Die Neuordnung nach dem Zweiten Weltkrieg griff diese Tradition auf und integrierte sie fest in die Struktur der Vereinten Nationen. Der Gerichtshof wurde eines der sechs Hauptorgane der Organisation. Alle Mitglieder der UNO wurden automatisch Vertragsparteien seines Statuts.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese institutionelle Aufwertung ging nicht mit einer Ausweitung der Durchsetzungsbefugnisse einher. Der Gerichtshof konnte nur tätig werden, wenn seine Zuständigkeit anerkannt wurde. Urteile waren verbindlich, ihre Umsetzung blieb eine politische Frage. Diese Konstruktion spiegelte ein Grundproblem der internationalen Ordnung wider. Recht sollte Orientierung geben. Macht blieb handlungsleitend.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ein Gericht für souveräne Akteure</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Der Internationale Gerichtshof war ausschließlich für Streitigkeiten zwischen souveränen Akteuren zuständig. Einzelpersonen, Organisationen oder Befreiungsbewegungen hatten keinen direkten Zugang. Für viele neu unabhängige Mitglieder der Vereinten Nationen eröffnete sich dennoch ein neuer Handlungsspielraum. Der Gerichtshof bot die Möglichkeit, Konflikte mit früheren Kolonialmächten oder mit wirtschaftlich überlegenen Gegenparteien auf rechtlicher Ebene auszutragen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gerade für Akteure mit begrenzten militärischen und wirtschaftlichen Ressourcen gewann diese Option an Bedeutung. Verfahren vor dem Gerichtshof waren öffentlich. Argumente wurden dokumentiert. Verträge, Mandate und historische Vereinbarungen rückten ins Zentrum der Auseinandersetzung. Bereits diese Sichtbarkeit stellte einen politischen Gewinn dar.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Die Frage der Zuständigkeit</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Die Zuständigkeit des Internationalen Gerichtshofs beruhte nicht auf einer allgemeinen Verpflichtung. Sie musste ausdrücklich anerkannt werden. Dies konnte auf unterschiedliche Weise geschehen. Manche gaben eine allgemeine Erklärung ab, mit der sie die Gerichtsbarkeit des Gerichtshofs im Voraus akzeptierten. Andere stimmten nur für einzelne Verfahren zu oder erklärten ihre Zustimmung im Rahmen bestimmter Verträge. Diese Anerkennung war widerrufbar. Sie konnte eingeschränkt oder vollständig zurückgezogen werden. Die Vereinigten Staaten machten von dieser Möglichkeit nach dem Nicaragua-Urteil in den 1980er Jahren Gebrauch. Der Gerichtshof verfügte damit über eine formale Autorität, deren Reichweite vom jeweiligen politischen Willen abhing.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Dekolonisierung vor Gericht</h3>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-medium"><img decoding="async" width="300" height="199" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/01/International_Court_of_Justice_1979-300x199.jpg" alt="" class="wp-image-6581" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/01/International_Court_of_Justice_1979-300x199.jpg 300w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/01/International_Court_of_Justice_1979-768x510.jpg 768w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/01/International_Court_of_Justice_1979.jpg 960w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption class="wp-element-caption">IGH, 1979</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Im Kontext der Entkolonialisierung spielte der Gerichtshof eine besondere Rolle. In mehreren Gutachten und Verfahren befasste er sich mit Fragen kolonialer Verwaltung, Mandatsgebieten und Selbstbestimmung. Besonders deutlich wurde dies im Fall Namibias. Der Gerichtshof stellte fest, dass die fortgesetzte südafrikanische Verwaltung des ehemaligen Mandatsgebiets gegen internationales Recht verstieß. Diese Feststellung führte nicht zu unmittelbaren Konsequenzen. Sie stärkte jedoch die Position der Unabhängigkeitsbewegung und lieferte der Generalversammlung eine juristische Grundlage für weiteren Druck.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Solche Gutachten wirkten über den Einzelfall hinaus. Sie schufen Argumentationslinien, die in späteren Debatten aufgegriffen wurden. Der Gerichtshof trug so zur rechtlichen Rahmung der Entkolonialisierung bei, ohne selbst zum Entscheidungsträger zu werden.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Der Kalte Krieg und die Grenzen des Rechts</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Der Kalte Krieg beeinflusste auch die Arbeit des Gerichtshofs. Großmächte begegneten gerichtlichen Verfahren mit Zurückhaltung. In einigen Fällen akzeptierten sie die Zuständigkeit. In anderen zogen sie sich zurück. Besonders sichtbar wurde diese Grenze in den 1980er Jahren, als die Vereinigten Staaten nach dem Nicaragua-Verfahren ihre Anerkennung der obligatorischen Gerichtsbarkeit einschränkten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Entwicklung machte die strukturelle Abhängigkeit des Gerichtshofs vom internationalen Umfeld deutlich. Er konnte Recht sprechen und völkerrechtliche Maßstäbe formulieren. Seine Wirksamkeit hing davon ab, ob sich Beteiligte diesen Maßstäben unterwerfen wollten. Gerade diese Begrenzung machte den Gerichtshof zu einem Seismographen internationaler Machtverhältnisse.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Instrument internationaler Auseinandersetzung</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Neben verbindlichen Urteilen spielte die Gutachterfunktion eine zentrale Rolle. Die Generalversammlung und andere Organe der Vereinten Nationen nutzten diese Möglichkeit, um rechtliche Klarheit zu gewinnen. Gutachten zu Fragen der Selbstbestimmung, zu Grenzziehungen oder zur Verantwortung handelnder Akteure beeinflussten Entscheidungen, auch wenn sie formal unverbindlich blieben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für viele Mitglieder des globalen Südens bot diese Form der Rechtsklärung eine zusätzliche Ebene strategischer Argumentation. Recht wurde zu einem Bestandteil internationaler Auseinandersetzungen, der über militärische und wirtschaftliche Macht hinauswirkte.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large"><img decoding="async" width="1024" height="682" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/01/Grand_Hall_de_Justice_de_Palais_de_La_Paix_a_La_Haye_Pays-Bas-1024x682.jpg" alt="" class="wp-image-6582" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/01/Grand_Hall_de_Justice_de_Palais_de_La_Paix_a_La_Haye_Pays-Bas-1024x682.jpg 1024w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/01/Grand_Hall_de_Justice_de_Palais_de_La_Paix_a_La_Haye_Pays-Bas-300x200.jpg 300w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/01/Grand_Hall_de_Justice_de_Palais_de_La_Paix_a_La_Haye_Pays-Bas-768x512.jpg 768w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/01/Grand_Hall_de_Justice_de_Palais_de_La_Paix_a_La_Haye_Pays-Bas.jpg 1280w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Anhörung zur provisorischen Selbstverwaltungsinstitutionen des Kosovo, 2009</figcaption></figure>
</div>


<h3 class="wp-block-heading">Zum Weiterlesen</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Links, die mit Sternchen (*) gekennzeichnet sind, führen auf die Seite von Amazon.de. Wenn Sie über diese Links bestellen, unterstützen Sie unsere Arbeit, ohne dass Ihnen Mehrkosten entstehen.</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Sven Bernhard Gareis / Johannes Varwick:&nbsp;<a href="https://www.amazon.de/Die-Vereinten-Nationen-Aufgaben-Instrumente/dp/3825285731?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;dib=eyJ2IjoiMSJ9.SyIqdYEZMU4IEqGy8m5IOulJ17zzhlx_vj3I1qy5lupFJw73u5rgdRAKC6hrZou0vXZFOHNpnhSoGPPKf70NemmOd6WvzSMMokcba-bRL8h6wv-1myNGX_IfEEf-B2xQ2JfbG79DATYrYKEignq2E-cTj3wp0SDTXtESdFST9EF8NqAa2M1VWSH60asZehm2VFRJ7Gxgwu86NNuqGmQ7Mn--Tb_15xilHRFsqNMs3nE.Nh2Y78iC8Y_SSYMJf5BJU2mx5lvNARtAm1cctLLp7vA&amp;dib_tag=se&amp;keywords=Die+Vereinten+Nationen+varwick&amp;qid=1756780432&amp;sr=8-1&amp;linkCode=ll1&amp;tag=suedostasie01-21&amp;linkId=42e16b5848d382a18da69bdbeac2212a&amp;language=de_DE&amp;ref_=as_li_ss_tl">Die Vereinten Nationen. Aufgaben, Instrumente und Reformen</a>* – Überblick zu Strukturen, Instrumenten und politischer Praxis der UNO.</li>



<li>Amy L. Sayward:&nbsp;<a href="https://www.amazon.de/Nations-International-History-Approaches-English-ebook/dp/B06X9MG7KY?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;crid=2NYRSE4HZFV0Z&amp;dib=eyJ2IjoiMSJ9.3KuQ7wpa1Od44iYUZBdBELofg2LI3mdEk1qjWKgliBLldZfYirvOj-OQfJpEoTxhmpsbJgI5vm65I19p5WUPUtulr3nvoaVBS1F4dmjZa3t_g1Y0wLIZITepP6ao5jcJfaE68LxYQ4Oj0QDlyzuxQLU5CQ-awd_kWAC5K5AIahG3Ta-l0Aex7sumDkg8Wx17irw_3bHi6E_JrLxHFxYXlq4EDxx6CQxtOYJOHuw34R4.Q8JMq2dl62-gd68mGA_DPmDMXL4LsvM-zttviTfxmqA&amp;dib_tag=se&amp;keywords=The+United+Nations+in+International+History&amp;qid=1756780563&amp;sprefix=the+united+nations+in+international+history%2Caps%2C237&amp;sr=8-1&amp;linkCode=ll1&amp;tag=suedostasie01-21&amp;linkId=0c822043001524ef2a3523f3b29615ec&amp;language=de_DE&amp;ref_=as_li_ss_tl">The United Nations in International History</a>* – Darstellung der UNO als Bühne internationaler Konflikte und als Akteur im 20. Jahrhundert.</li>
</ul>



<h3 class="wp-block-heading">Bildnachweis</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Titel: Friedenspalast (Vredespalais), beherbergt den IGH.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Anhörung Kosovo: Wikimedia Commons, Lybil BER. <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">CC SA-BY 4.0</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Alle weiteren Bilder gemeinfrei.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.imperien-und-inseln.de/vereinte-nationen/recht-statt-gewalt-der-internationale-gerichtshof-und-die-uno/">Recht statt Gewalt &#8211; Der Internationale Gerichtshof und die UNO</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.imperien-und-inseln.de">Imperien und Inseln</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Politik mit der Grenze – Preah Vihear in Kambodschas nationaler Strategie</title>
		<link>https://www.imperien-und-inseln.de/kambodscha/politik-mit-der-grenze-preah-vihear-in-kambodschas-nationaler-strategie/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Kuratierte Artikel]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 18 Aug 2025 12:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Grenzziehung – Der Streit um Preah Vihear]]></category>
		<category><![CDATA[Kambodscha]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Aufnahme von Preah Vihear in die UNESCO-Welterbeliste im Juli 2008 war ein diplomatischer Erfolg für Kambodscha und zugleich ein innenpolitisches Signal. Premierminister Hun Sen nutzte den Tempel, um nationale &#8230; </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.imperien-und-inseln.de/kambodscha/politik-mit-der-grenze-preah-vihear-in-kambodschas-nationaler-strategie/">Politik mit der Grenze – Preah Vihear in Kambodschas nationaler Strategie</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.imperien-und-inseln.de">Imperien und Inseln</a>.</p>
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<figure class="wp-block-audio"><audio controls src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/08/Vihear_Preah_3.mp3"></audio></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Die Aufnahme von Preah Vihear in die UNESCO-Welterbeliste im Juli 2008 war ein diplomatischer Erfolg für Kambodscha und zugleich ein innenpolitisches Signal. Premierminister Hun Sen nutzte den Tempel, um nationale Einheit zu beschwören, seine Macht zu festigen und sich international als berechenbarer Akteur zu präsentieren.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Der Tempel als nationale Ressource</strong></h3>



<p class="wp-block-paragraph">Preah Vihear galt in Kambodscha lange als Randgebiet. Die Ereignisse ab 2008 machten ihn zum zentralen Symbol nationaler Selbstbehauptung. Die Regierung inszenierte die UNESCO-Anerkennung als diplomatischen Triumph und als Wiederherstellung eines vermeintlich natürlichen Zustands: Der Tempel wurde zum Fokuspunkt für Vorstellungen von Souveränität, geschichtlicher Kontinuität und kultureller Tiefe. In Reden, Lehrbüchern und Medien wurde er als Beweis für historische Opferbereitschaft und internationale Anerkennung zugleich dargestellt. Diese symbolische Aufladung diente zur Konsolidierung nationaler Einheit und auch zur Mobilisierung politischer Loyalität. Grenzschutz und Denkmalpflege verschmolzen zu einem Instrument staatlicher Selbstvergewisserung.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Der Premier als Schutzpatron</strong></h3>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-medium"><img loading="lazy" decoding="async" width="225" height="300" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/08/Hun_Sen_2012-225x300.jpg" alt="" class="wp-image-4298" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/08/Hun_Sen_2012-225x300.jpg 225w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/08/Hun_Sen_2012.jpg 500w" sizes="auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px" /><figcaption class="wp-element-caption">Hun Sen, 2012</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Hun Sen reagierte auf thailändische Proteste mit militärischer Entschlossenheit und internationaler Vermittlung. Er brachte den Fall erneut vor den IGH, sicherte sich UN-Unterstützung und nutzte jede Eskalation zur innenpolitischen Profilierung. Die Rolle als Verteidiger der Nation überlagerte innenpolitische Kontroversen. Die Grenztruppen wurden gestärkt, neue Straßen gebaut, Militärbüros im Tempelareal eingerichtet. Gleichzeitig diente der Konflikt dazu, Hun Sens Sohn Hun Manet als künftigen Führungskandidaten in Szene zu setzen. Von Bedeutung war dabei auch Hun Sens enge Beziehung zu der thailändischen Politikerfamilie Shinawatra. Beide Seiten verbanden über Jahre wirtschaftliche und politische Kontakte, die ein informelles Netz der Zusammenarbeit bildeten.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Die Rhetorik des Opfers</strong></h3>



<p class="wp-block-paragraph">Kambodscha inszenierte sich wiederholt als Opfer kolonialer Ungleichheit und thailändischer Dominanz. In Medien, Schulen und Museen wurde der Tempel zu einem Ort nationaler Erinnerung umgedeutet. Die Bilder von Angriffen, Zerstörung und Opferbereitschaft wurden über Jahre hinweg konserviert und politisch aufgeladen. Der Streit um wenige Quadratkilometer wurde so zur Erneuerung einer historischen Identität genutzt, die sowohl auf kulturellem Erbe als auch auf erlittener Verletzung basiert.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Entwicklung unter nationalem Vorzeichen</strong></h3>



<p class="wp-block-paragraph">Der Konflikt brachte neue Infrastruktur in eine vormals isolierte Region: befestigte Wege, Elektrizität, Mobilfunk, Schulbauten. Gleichzeitig entstanden Militärcamps, Kasinos und Verwaltungsposten entlang der Grenze. </p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Eskalation 2025</strong></h3>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignleft size-medium"><img loading="lazy" decoding="async" width="252" height="300" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/08/Prime_Minister_Narendra_Modi_at_the_Exchange_of_MoUs_and_Joint_Press_Statements_along_with_the_Prime_Minister_of_Thailand_Ms_Paetongtarn_Shinawatra_at_Bangkok_in_Thailand_o-252x300.jpg" alt="" class="wp-image-4300" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/08/Prime_Minister_Narendra_Modi_at_the_Exchange_of_MoUs_and_Joint_Press_Statements_along_with_the_Prime_Minister_of_Thailand_Ms_Paetongtarn_Shinawatra_at_Bangkok_in_Thailand_o-252x300.jpg 252w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/08/Prime_Minister_Narendra_Modi_at_the_Exchange_of_MoUs_and_Joint_Press_Statements_along_with_the_Prime_Minister_of_Thailand_Ms_Paetongtarn_Shinawatra_at_Bangkok_in_Thailand_o.jpg 576w" sizes="auto, (max-width: 252px) 100vw, 252px" /><figcaption class="wp-element-caption">Premierministerin Paetongtarn Shinawatra, 2025</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Im Juli 2025 kam es zu den schwersten Gefechten an der thailändisch-kambodschanischen Grenze seit mehr als 15 Jahren. Nach Angaben der Behörden wurden sowohl Soldaten als auch Zivilisten getötet und über 100.000 Anwohner evakuiert. Beobachter sehen in dieser Eskalation nicht nur einen territorialen Konflikt, sondern auch die Folge zerbrochener persönlicher Netzwerke.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Über Jahre hatten die Familie des ehemaligen kambodschanischen Premiers Hun Sen und die thailändische Familie Shinawatra enge politische und wirtschaftliche Kontakte gepflegt. Dieses Verhältnis zerbrach, als Hun Sen ein vertrauliches Telefonat mit der damaligen thailändischen Regierungschefin Paetongtarn Shinawatra veröffentlichte, in dem sie ihn als „Onkel“ ansprach und thailändische Militärs kritisierte. Die Veröffentlichung führte in Bangkok zu einem politischen Skandal und zur Suspendierung Paetongtarns. Seitdem sind die bilateralen Beziehungen tief erschüttert und die Gefahr weiterer Auseinandersetzungen bleibt hoch</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h3 class="wp-block-heading">Zum Weiterlesen</h3>



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<ul class="wp-block-list">
<li><strong>Pawakapan, Puangthong R</strong>.: <em><a href="https://www.amazon.de/-/en/Uncivil-Society-Thailand-Temple-Vihear/dp/9814459909?crid=CKPNA4YD5ODZ&amp;dib=eyJ2IjoiMSJ9.nRfYwOOnzLLgGN4jTYyT9WXwSIrvmRHAGV951UD_A4lb5JOBHMJUti_NW0na9TVu_9FQUHmergrXkMmQDhlSgfWd-EEYt3QT26RhmQuvR7uUKImpeWJ3Ex8LWh8xEUE5DPP2Pq9Quz8EVjWjAlcHNROUEtwT1ETgaGnaR8CXQDSKtCi7G_iNs4p6ko-bxTdt95pDoFbtlth-JIUJ-RD3Hr22RpvUGyyk9Q51HrJaeJM.5d4i5J593ZcrhtnEBdOVGWxXzlJ99BMkxMPff-pRldo&amp;dib_tag=se&amp;keywords=State+and+Uncivil+Society+in+Thailand+at+the+Temple+of+Preah+Vihear&amp;qid=1766153830&amp;sprefix=state+and+uncivil+society+in+thailand+at+the+temple+of+preah+vihear%2Caps%2C192&amp;sr=8-1&amp;linkCode=ll1&amp;tag=suedostasie01-21&amp;linkId=e3ca2685a025dc62b7cd1215b445b97c&amp;language=en_GB&amp;ref_=as_li_ss_tl">State and Uncivil Society in Thailand at the Temple of Preah Vihear</a></em>. ISEAS, 2013. (Standardwerk zur Rolle der PAD und des Nationalismus)*</li>



<li><strong>Rattanasengchanh, P. Michael</strong> (2017): <em>Hun Sen, Cambodia and the Thai–Cambodian Temple Dispute: The Politics of Nationalist Discourse.</em> Asian Affairs (Analyse der politischen Instrumentalisierung des Tempels durch Hun Sen).</li>



<li><strong>Ngoun, Kimly</strong> (2016): <em>Narrating the National Border: Cambodian State Rhetoric vs Popular Discourse on the Preah Vihear Conflict.</em> Journal of Southeast Asian Studies. (Wahrnehmung der Grenzpolitik aus Sicht der lokalen Bevölkerung).</li>
</ul>



<h3 class="wp-block-heading">Bildnachweis</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Titel: Preah Vihear.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Shinawatra: Government Open Data Licence -India.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.imperien-und-inseln.de/kambodscha/politik-mit-der-grenze-preah-vihear-in-kambodschas-nationaler-strategie/">Politik mit der Grenze – Preah Vihear in Kambodschas nationaler Strategie</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.imperien-und-inseln.de">Imperien und Inseln</a>.</p>
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