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	<title>Französische Konzession Archive - Imperien und Inseln</title>
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	<description>Entdeckungsreise durch die Geschichte Asiens</description>
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	<title>Französische Konzession Archive - Imperien und Inseln</title>
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		<title>1843 &#8211; Shanghai wird Vertragshafen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Kuratierte Artikel]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 21 Sep 2026 19:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[China]]></category>
		<category><![CDATA[Moderne]]></category>
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		<category><![CDATA[Britische Niederlassung]]></category>
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		<category><![CDATA[George Balfour]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Am 17. November 1843 wurde Shanghai für den britischen Handel geöffnet. Von diesem Tag an durften britische Kaufleute dauerhaft in der Stadt Geschäfte betreiben und sich dort niederlassen. Gut ein &#8230; </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.imperien-und-inseln.de/china/1843-shanghai-wird-vertragshafen/">1843 &#8211; Shanghai wird Vertragshafen</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.imperien-und-inseln.de">Imperien und Inseln</a>.</p>
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<figure class="wp-block-audio"><audio controls src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/09/Shanghai_Shanghai_wird_Vertragshafen.mp3"></audio></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Am 17. November 1843 wurde Shanghai für den britischen Handel geöffnet. Von diesem Tag an durften britische Kaufleute dauerhaft in der Stadt Geschäfte betreiben und sich dort niederlassen. Gut ein Jahrzehnt zuvor hatten ihre Landsleute den Hafen noch auf einer Erkundungsfahrt untersucht. Nun kamen Konsuln und Händler mit vertraglich garantierten Rechten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Entscheidung darüber war weit entfernt von Shanghai gefallen. Großbritannien hatte die Qing-Regierung im Ersten Opiumkrieg militärisch besiegt und ihr 1842 den Vertrag von Nanjing aufgezwungen. Neben Shanghai mussten vier weitere chinesische Häfen geöffnet werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Shanghai begann damit eine Entwicklung, die zunächst nur einen schmalen Streifen am Huangpu betraf. Südlich davon lag weiterhin die chinesische Stadt mit ihren Mauern und Märkten. Doch zwischen beiden Bereichen entstand eine Grenze, die bald mehr bedeutete als eine Linie zwischen verschiedenen Vierteln. Auf engstem Raum trafen unterschiedliche Verwaltungen und Rechtsordnungen aufeinander.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der Krieg erreicht Shanghai</h2>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-medium"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="300" height="186" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/09/HMS_‘Nemesis_and_boats_attacking_a_masked_Battery_February_23rd_1841_First_Opium_War_CKS_2019-300x186.jpg" alt="" class="wp-image-8216" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/09/HMS_‘Nemesis_and_boats_attacking_a_masked_Battery_February_23rd_1841_First_Opium_War_CKS_2019-300x186.jpg 300w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/09/HMS_‘Nemesis_and_boats_attacking_a_masked_Battery_February_23rd_1841_First_Opium_War_CKS_2019-767x476.jpg 767w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/09/HMS_‘Nemesis_and_boats_attacking_a_masked_Battery_February_23rd_1841_First_Opium_War_CKS_2019-1024x636.jpg 1024w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/09/HMS_‘Nemesis_and_boats_attacking_a_masked_Battery_February_23rd_1841_First_Opium_War_CKS_2019-1536x953.jpg 1536w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/09/HMS_‘Nemesis_and_boats_attacking_a_masked_Battery_February_23rd_1841_First_Opium_War_CKS_2019-2048x1271.jpg 2048w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/09/HMS_‘Nemesis_and_boats_attacking_a_masked_Battery_February_23rd_1841_First_Opium_War_CKS_2019-348x215.jpg 348w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/09/HMS_‘Nemesis_and_boats_attacking_a_masked_Battery_February_23rd_1841_First_Opium_War_CKS_2019.jpg 1600w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption class="wp-element-caption">Opiumkrieg (1839-1842)</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Der <a href="https://www.imperien-und-inseln.de/china/der-opiumkrieg-1839-1842/">Konflikt</a>, der Shanghai zum Vertragshafen machte, hatte 1839 in Südchina begonnen. Die Qing-Regierung versuchte, den illegalen britischen Opiumhandel einzudämmen, worauf Großbritannien mit militärischer Gewalt reagierte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Britische Kriegsschiffe nutzten ihre Überlegenheit auf See und drangen entlang der Küste sowie auf chinesischen Flüssen vor. 1842 erreichte der Krieg auch die Gegend um Shanghai. Britische Truppen nahmen im Juni die Stadt ein und stießen anschließend weiter in Richtung Jangtse vor.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im August gab die Qing-Regierung nach und musste im Vertrag von Nanjing weitreichende Zugeständnisse akzeptieren. Sie trat Hongkong an Großbritannien ab, verpflichtete sich zu Zahlungen und öffnete Kanton, Xiamen, Fuzhou, Ningbo und Shanghai für den britischen Handel.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Weitere Vereinbarungen regelten, wie sich britische Staatsangehörige in diesen Häfen bewegen und wie chinesische Behörden mit ihnen umgehen sollten. Besonders folgenreich war die sogenannte Extraterritorialität: Britische Untertanen unterstanden in wichtigen Rechtsfragen ihren eigenen Konsularbehörden statt allein chinesischen Gerichten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Shanghai blieb chinesisches Territorium – es entstand keine direkte Kolonie wie Hongkong. Allerdings erhielten Ausländer Rechte, die die Möglichkeiten chinesischer Behörden erheblich einschränkten.</p>



<h2 class="wp-block-heading">George Balfour sucht einen Platz für die Briten</h2>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignleft size-medium"><img decoding="async" width="197" height="300" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/09/Sir_George_Balfour-197x300.jpg" alt="" class="wp-image-8217" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/09/Sir_George_Balfour-197x300.jpg 197w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/09/Sir_George_Balfour.jpg 500w" sizes="(max-width: 197px) 100vw, 197px" /><figcaption class="wp-element-caption">George Balfour, 1870</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Der erste britische Konsul in Shanghai, George Balfour, musste diese neuen Rechte nun im Alltag umsetzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Britische Händler sollten sich nicht einfach in der ummauerten chinesischen Stadt niederlassen. Balfour verhandelte deshalb mit den chinesischen Behörden über Grundstücke nördlich der Altstadt. Die Wahl fiel auf ein Gebiet am westlichen Ufer des Huangpu.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Kaufleute war die Lage günstig. Seeschiffe konnten den Fluss hinauffahren und vor den neuen Grundstücken ankern. Waren ließen sich vom Schiff in Lagerhäuser bringen. Über die bestehenden chinesischen Verkehrswege gelangten sie anschließend weiter ins Hinterland.</p>



<p class="wp-block-paragraph">1845 wurden die Bedingungen für die britische Niederlassung in den <em>Land Regulations</em>, den ersten Grundstücks- und Verwaltungsvorschriften für das Gebiet, genauer festgelegt. Das zunächst kleinere Areal lag nördlich der ummauerten Stadt, mit dem Huangpu an seiner Ostseite. 1848 wurde es nach Norden bis an den Suzhou-Fluss und zugleich nach Westen erweitert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zunächst veränderte sich dort nur wenig. Die Zahl der Ausländer war klein. Kaufleute ließen Geschäftshäuser und Lager errichten, während das britische Konsulat die Interessen seiner Staatsangehörigen vertrat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch mit diesen ersten Gebäuden entstand jene Uferzone, aus der später der Bund hervorgehen sollte.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Vom Ufer zum Bund</h2>



<p class="wp-block-paragraph">In den 1840er Jahren standen entlang des Flusses noch einfache Zweck- und Lagerbauten statt der steinernen Bankgebäude, für die der Bund später berühmt wurde. Händler benötigten vor allem Lagerraum und direkten Zugang zu ihren Schiffen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gerade dieses Gelände spielte später eine wichtige Rolle in der Erinnerung an die Entstehung des modernen Shanghai. Britische Bewohner erzählten gern, sie hätten auf sumpfigen Feldern eine Weltstadt geschaffen.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-medium"><img decoding="async" width="300" height="229" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/09/Map_of_the_Old_City_of_Shanghai-300x229.jpg" alt="" class="wp-image-8213" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/09/Map_of_the_Old_City_of_Shanghai-300x229.jpg 300w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/09/Map_of_the_Old_City_of_Shanghai-767x586.jpg 767w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/09/Map_of_the_Old_City_of_Shanghai-290x220.jpg 290w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/09/Map_of_the_Old_City_of_Shanghai.jpg 960w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption class="wp-element-caption">Shanghai im 17. Jhdt.</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Ein Teil dieser Erzählung beruhte auf einer konkreten Erfahrung. Das Gebiet der ersten britischen Niederlassung war tatsächlich deutlich schwächer bebaut als die chinesische Stadt südlich davon. Doch daraus wurde später die sehr viel weitergehende Behauptung, ganz Shanghai sei vor der Ankunft der Ausländer kaum mehr als ein Fischerdorf gewesen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die bestehende chinesische Stadt verschwand dabei aus der Erzählung. Diese Vorstellung ist ein besonders langlebiger Mythos der Shanghaier Geschichte. Gerade weil die neuen ausländischen Viertel auf vergleichsweise wenig bebautem Gelände entstanden, konnten ihre Bewohner ihre eigene Niederlassung leicht mit Shanghai insgesamt gleichsetzen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Handel mit einem riesigen Hinterland</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Für die ausländischen Kaufleute war jedoch gerade das bereits vorhandene Shanghai attraktiv.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Hafen verband sie mit dem wirtschaftlich starken Jangtse-Delta. Chinesische Kaufleute brachten Baumwollwaren und andere Erzeugnisse in die Stadt. Tee und Seide aus weiter entfernten Regionen konnten über die Wasserwege ebenfalls Shanghai erreichen. In die andere Richtung gelangten importierte Waren in chinesische Märkte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die ausländischen Firmen mussten sich dafür auf chinesische Handelspartner stützen. Sie kannten die lokalen Märkte nicht ausreichend, verfügten kaum über eigene Verbindungen ins Binnenland und durften sich zunächst nur innerhalb enger Grenzen bewegen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine besondere Vermittlerrolle übernahmen bald die sogenannten Kompradoren. Diese chinesischen Geschäftsleute arbeiteten für ausländische Handelshäuser und stellten Verbindungen zu Geschäftspartnern und Lieferanten auf chinesischer Seite her. Sie wurden damit zu wichtigen Mittlern zwischen den ausländischen Firmen und der chinesischen Wirtschaft.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Trotz ihrer besonderen Rechte blieben die ausländischen Firmen wirtschaftlich auf die bestehenden chinesischen Handelsnetze angewiesen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Erfolg zeigte sich schnell. Schon gegen Ende der 1840er Jahre hatte Shanghai im Außenhandel stark an Gewicht gewonnen. Der Hafen begann, Kanton in einzelnen Bereichen Konkurrenz zu machen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Amerikaner nördlich der Briten</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auch andere Staaten verlangten nach dem britischen Sieg vergleichbare Rechte.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-medium"><img loading="lazy" decoding="async" width="300" height="225" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/09/Pou_Chai_Temple_outside-300x225.jpg" alt="" class="wp-image-8218" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/09/Pou_Chai_Temple_outside-300x225.jpg 300w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/09/Pou_Chai_Temple_outside-768x576.jpg 768w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/09/Pou_Chai_Temple_outside.jpg 960w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption class="wp-element-caption">Der Vertrag von Wangxia wurde im Kun-Iam-Tempel in Macau unterzeichnet</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Die Vereinigten Staaten schlossen 1844 den Vertrag von Wangxia mit China. Amerikanische Kaufleute konnten sich nun ebenfalls in den Vertragshäfen niederlassen. In Shanghai ließen sie sich teilweise im britischen Gebiet nieder, andere wählten Grundstücke nördlich des Suzhou-Flusses im Bereich des späteren Hongkou.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Briten und Amerikaner lebten zunächst eng zusammen, handelten miteinander und nutzten viele Einrichtungen gemeinsam.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Verwaltung der ausländischen Gebiete war dennoch administrativ aufgespalten. Verschiedene Staaten unterhielten eigene Konsulate und beanspruchten Rechte für ihre Staatsangehörigen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Noch deutlicher zeigte sich dies bei den Franzosen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">1849 entsteht die Französische Konzession</h2>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-medium"><img loading="lazy" decoding="async" width="197" height="300" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/09/East_Jinling_Rd._in_1930s-197x300.jpg" alt="" class="wp-image-8219" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/09/East_Jinling_Rd._in_1930s-197x300.jpg 197w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/09/East_Jinling_Rd._in_1930s.jpg 500w" sizes="auto, (max-width: 197px) 100vw, 197px" /><figcaption class="wp-element-caption">Rue du Consulat, Französische Konzession, 1930</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Frankreich hatte sich 1844 ebenfalls vertragliche Rechte in China gesichert. Wenige Jahre später entstand für französische Bewohner Shanghais ein eigenes Viertel.</p>



<p class="wp-block-paragraph">1849 wurde südlich der britischen Niederlassung eine Französische Konzession festgelegt. Sie lag unmittelbar nördlich der ummauerten chinesischen Stadt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit nahm eine Aufteilung der Stadt Gestalt an, die Shanghai über Jahrzehnte prägen sollte. Im Süden befand sich die chinesisch verwaltete Altstadt. Daran schloss sich die Französische Konzession an. Weiter nördlich lagen die britisch und amerikanisch geprägten Niederlassungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf einer Karte ließen sich diese Gebiete voneinander abgrenzen. Im täglichen Leben waren die Verhältnisse komplizierter. Waren bewegten sich über die Grenzen hinweg. Chinesische Beschäftigte arbeiteten für ausländische Firmen, und Kaufleute aus verschiedenen Teilen der Stadt handelten miteinander.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wenige Ausländer in einer chinesischen Stadt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die neuen Gebiete wirkten auf zeitgenössischen Karten bereits auffällig. Bevölkerungsmäßig blieben die Ausländer zunächst eine winzige Minderheit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Um 1850 lebten wahrscheinlich nur etwa 150 bis etwas mehr als 200 ausländische Einwohner dauerhaft in Shanghai. Die meisten waren Briten. Hinzu kamen Amerikaner sowie eine noch kleinere französische Gemeinschaft.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Zahlen sind wichtig für das Verständnis der frühen Vertragshafenzeit. Einige Hundert Ausländer verfügten über weitreichende Rechte, lebten aber inmitten einer chinesischen Stadt mit Hunderttausenden Einwohnern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch innerhalb ihrer Niederlassungen waren sie auf chinesische Arbeitskräfte angewiesen. Bedienstete arbeiteten in ihren Häusern. Handwerker errichteten Gebäude. Händler vermittelten Geschäfte mit dem Hinterland.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Noch lebten allerdings nur wenige Chinesen dauerhaft innerhalb der ausländischen Gebiete. Die große Mehrheit wohnte in den chinesisch verwalteten Teilen Shanghais.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Verteilung sollte sich in den folgenden Jahren dramatisch verändern.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Eine Zeitung für die neue Gemeinschaft</h2>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-medium"><img loading="lazy" decoding="async" width="220" height="300" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/09/Tcitp_d363_north_china_daily_news_and_herald_offices-220x300.jpg" alt="" class="wp-image-8214" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/09/Tcitp_d363_north_china_daily_news_and_herald_offices-220x300.jpg 220w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/09/Tcitp_d363_north_china_daily_news_and_herald_offices.jpg 500w" sizes="auto, (max-width: 220px) 100vw, 220px" /><figcaption class="wp-element-caption">North China Herald, 1908</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Am 3. August 1850 erschien die erste Ausgabe des <em>North China Herald</em>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der britische Verleger Henry Shearman wollte den ausländischen Bewohnern Shanghais eine eigene Zeitung geben. Sie berichtete über lokale Ereignisse und kommentierte die britische Politik gegenüber China.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Schon ihre Gründung zeigt, wie sehr sich das Selbstverständnis der kleinen ausländischen Gemeinschaft innerhalb weniger Jahre verändert hatte. 1843 hatten sich die ersten britischen Kaufleute gerade erst eingerichtet. Sieben Jahre später verfügten sie über ein eigenes Presseorgan, das nicht nur über Shanghai berichten, sondern auch Einfluss darauf nehmen wollte, wie die Stadt in Großbritannien wahrgenommen wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Shearman blickte optimistisch in die Zukunft. Ende 1850 schrieb er, Shanghai lasse die anderen Vertragshäfen zunehmend hinter sich und werde schließlich eine Bedeutung erreichen, neben der seine damalige Stellung gering erscheinen müsse.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zu diesem Zeitpunkt war eine solche Prognose noch keineswegs selbstverständlich. Die ausländische Siedlung umfasste nur einen kleinen Teil der Stadt. Ihre Bewohner waren wenige, ihre Gebäude vergleichsweise bescheiden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch die Grundlagen für weiteres Wachstum waren gelegt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Grenze beginnt sich aufzulösen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Anfang der 1850er Jahre erreichte eine neue Krise Shanghai.</p>



<p class="wp-block-paragraph">1853 erhoben sich Mitglieder der sogenannten Kleinen Schwertgesellschaft gegen die Qing-Behörden und besetzten die chinesische Stadt. Gleichzeitig erschütterte die Taiping-Rebellion große Teile des Jangtse-Raumes. Menschen flohen vor Kämpfen und Unsicherheit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Viele von ihnen suchten ausgerechnet dort Schutz, wo bis dahin vor allem Ausländer gelebt hatten: in den britischen, amerikanischen und französischen Gebieten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Innerhalb weniger Jahre stieg dort die chinesische Bevölkerung stark an. Grundstücke wurden dichter bebaut; in den neuen Häusern entstanden Wohnungen und Geschäfte. Die ursprüngliche Vorstellung einer kleinen ausländischen Siedlung neben einer großen chinesischen Stadt ließ sich nicht mehr aufrechterhalten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Öffnung von 1843 hatte einen ausländischen Handelsplatz am Rand der chinesischen Stadt geschaffen. Die Aufstände der 1850er Jahre sollten beide Bereiche enger miteinander verbinden – und damit jene vielschichtige Stadt entstehen lassen, die Shanghai in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts prägte.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h3 class="wp-block-heading">Zum Weiterlesen</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Links, die mit Sternchen (*) gekennzeichnet sind, führen auf die Seite von Amazon.de. Wenn Sie über diese Links bestellen, unterstützen Sie unsere Arbeit, ohne dass Ihnen Mehrkosten entstehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wasserstrom, Jeffrey N. (2009): <em><a href="https://amzn.to/4ywMqba">Global Shanghai, 1850–2010</a>.* A History in Fragments.</em> Routledge. Besonders hilfreich zur älteren Stadtgeschichte und zur Kritik am Mythos vom vor 1843 bedeutungslosen Fischerdorf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Horesh, Niv (2014): <em><a href="https://amzn.to/4gVVLBX">Shanghai, Past and Present</a>*: A Concise Socio-Economic History.</em> Liverpool University Press. Überblick über die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung Shanghais von den frühen Handelsstrukturen bis zur Gegenwart.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bergère, M.-C. (2009): <em>Shanghai: <a href="https://amzn.to/4igDSjP">China’s Gateway to Modernity</a>.*</em> Stanford University Press. Umfassende Geschichte der Stadt mit besonderem Blick auf den Übergang vom chinesischen Handelszentrum zur modernen Metropole.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Bildnachweis</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Titel: Westliche Warenhäuser, The Bund, Shanghai, 1850.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kun-Iam-Tempel: Wikimedia Commons, 9old9. <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.en">CC BY-SA 3.0</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Karte 17. Jhdt.: Wikimedia Commons, Word Imaging. <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.en">CC BY-SA 3.0</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Alle weiteren Bilder gemeinfrei.</p>
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