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	<title>Festland Südostasiens Archive - Imperien und Inseln</title>
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	<description>Entdeckungsreise durch die Geschichte Asiens</description>
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		<title>Grenzstreit – Der Fall Preah Vihear im Überblick</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Kuratierte Artikel]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 25 Jun 2025 12:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Grenzziehung – Der Streit um Preah Vihear]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Serie: Grenzziehung &#8211; Der Streit um Preah Vihear Der Tempel Preah Vihear steht auf einem über 500 Meter hohen Sandsteinplateau am Rand des Dangrek-Gebirges. Mehrere Khmer-Könige hatten ihn zwischen dem &#8230; </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.imperien-und-inseln.de/kambodscha/grenzstreit-der-fall-preah-vihear-im-ueberblick/">Grenzstreit – Der Fall Preah Vihear im Überblick</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.imperien-und-inseln.de">Imperien und Inseln</a>.</p>
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<p><a href="https://www.imperien-und-inseln.de/category/der-streit-um-preah-vihear/">Serie: Grenzziehung &#8211; Der Streit um Preah Vihear</a></p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-full"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="432" height="284" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/06/Grenze.jpg" alt="" class="wp-image-4232" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/06/Grenze.jpg 432w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/06/Grenze-300x197.jpg 300w" sizes="(max-width: 432px) 100vw, 432px" /></figure>
</div>


<p>Der Tempel Preah Vihear steht auf einem über 500 Meter hohen Sandsteinplateau am Rand des Dangrek-Gebirges. Mehrere Khmer-Könige hatten ihn zwischen dem 10. und 12. Jahrhundert erbauen lassen. Nach Süden fällt das Gelände zur kambodschanischen Tiefebene ab; in nördlicher Richtung geht es deutlich flacher in das thailändische Khorat-Plateau über. Jahrzehntelang war deshalb der bequemste Zugang eine Straße von thailändischer Seite, während Kambodscha nur schwierige Pfade bot.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Koloniale Kartographie und rechtliches Schweigen</h3>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignleft size-medium"><img decoding="async" width="300" height="300" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/06/Preah_Vihear_Temple.svg_-300x300.png" alt="" class="wp-image-4233" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/06/Preah_Vihear_Temple.svg_-300x300.png 300w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/06/Preah_Vihear_Temple.svg_-150x150.png 150w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/06/Preah_Vihear_Temple.svg_-768x768.png 768w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/06/Preah_Vihear_Temple.svg_.png 1024w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></figure>
</div>


<p>Die Grenzlinie zwischen dem damaligen Siam und dem französischen Protektorat Kambodscha wurde durch die Verträge von 1904 und 1907 entlang der Wasserscheide<sup data-fn="dc335835-bbbc-417b-9e63-3d73af5e11d6" class="fn"><a href="#dc335835-bbbc-417b-9e63-3d73af5e11d6" id="dc335835-bbbc-417b-9e63-3d73af5e11d6-link">1</a></sup> des Gebirges festgelegt. Kartographisch wurde von den Franzosen allerdings eine andere Grenze gezogen. Eine 1908 erstellte Karte, die als Annex I bekannt wurde, verzeichnete Preah Vihear jenseits der Wasserscheide auf kambodschanischem Gebiet. Obwohl dieses Kartenblatt nie offiziell als verbindlich bestätigt wurde, legte es den Grenzverlauf de facto fest. Der Umstand, dass Siam keinen Protest einlegte, wurde später zu einem zentralen Argument im internationalen Verfahren.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Das Urteil von 1962</h3>



<p>Da Thailand begann, das Tempelgebiet de facto als eigenes Territorium zu behandeln, rief Kambodscha 1959 den Internationalen Gerichtshof an. In einem knappen Urteil entschied das Gericht 1962 zugunsten Kambodschas: Maßgeblich war nicht der natürliche Grenzverlauf entlang der Wasserscheide, sondern die Annahme, Thailand habe die koloniale Grenzlinie durch sein Verhalten stillschweigend akzeptiert. Drei Richter widersprachen dem Mehrheitsvotum. Die Entscheidung fand internationale Anerkennung, wurde jedoch nie in eine beiderseits akzeptierte Grenzdemarkation überführt. Thailand erkannte das Urteil formal an, ließ jedoch offen, ob es als abschließend betrachtet werde.</p>



<h3 class="wp-block-heading">UNESCO und neue Konflikte</h3>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-medium"><img decoding="async" width="300" height="169" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/06/Preah_Vihear_Cambodia_004-300x169.jpg" alt="" class="wp-image-3718" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/06/Preah_Vihear_Cambodia_004-300x169.jpg 300w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/06/Preah_Vihear_Cambodia_004-768x432.jpg 768w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/06/Preah_Vihear_Cambodia_004.jpg 1004w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption class="wp-element-caption">Preah Vihear</figcaption></figure>
</div>


<p>Als Preah Vihear 2008 in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen wurde, eskalierte der lange ruhende Konflikt. Thailand protestierte gegen die kambodschanische Antragstellung, da die Umgebung des Tempels nicht eindeutig definiert war. Zwischen 2008 und 2011 kam es zu mehreren militärischen Zwischenfällen. Der Streit weitete sich von juristischer Interpretation zur Frage nationaler Würde aus. Der Tempel wurde zum Symbol für nationale Integrität auf beiden Seiten.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Der zweite Gang nach Den Haag</h3>



<p>2011 beantragte Kambodscha beim Internationalen Gerichtshof eine erneute Auslegung des Urteils von 1962. In seiner Entscheidung von 2013 stellte das Gericht fest, dass der gesamte Felsvorsprung, auf dem der Tempel steht, zu Kambodscha gehört. Thailand müsse seine Truppen aus diesem Gebiet abziehen, doch über die angrenzenden Flächen äußerte sich das Gericht nicht. Es verwies auf die UNESCO-Welterbekonvention und betonte die Bedeutung des Tempels als Kulturerbe. Allerdings blieb die Frage unberührt, wie Kulturgut in bewaffneten Auseinandersetzungen konkret zu schützen ist. Die dafür vorgesehene Haager Konvention von 1954, die Angriffe auf Kulturstätten untersagt und klare Schutzpflichten festlegt, wurde vom Gericht nicht erwähnt, obwohl der Tempel in den Jahren zuvor mehrfach beschädigt worden war.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Recht, Erinnerung und neue Unsicherheit</strong></h3>



<p>Am Tempel von Preah Vihear treffen unterschiedliche rechtliche, historische und politische Ansprüche aufeinander. Internationale Urteile, koloniale Grenzlinien und aktuelle Souveränitätsvorstellungen stehen nebeneinander, ohne eine eindeutige Auslegung vorzugeben. 2025, flammt der Konflikt erneut auf und eine Lösung scheint weiterhin in weiter Ferne.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="608" height="810" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/06/Preah_Vihear_Temple_Cambodia_002.jpg" alt="" class="wp-image-3719" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/06/Preah_Vihear_Temple_Cambodia_002.jpg 608w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/06/Preah_Vihear_Temple_Cambodia_002-225x300.jpg 225w" sizes="auto, (max-width: 608px) 100vw, 608px" /></figure>
</div>


<h3 class="wp-block-heading"><strong>Zum Weiterlesen</strong></h3>



<p>Links, die mit Sternchen (*) gekennzeichnet sind, führen auf die Seite von Amazon.de. Wenn Sie über diese Links bestellen, unterstützen Sie unsere Arbeit, ohne dass Ihnen Mehrkosten entstehen.</p>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>Pawakapan, Puangthong R</strong>.: <em><a href="https://www.amazon.de/-/en/Uncivil-Society-Thailand-Temple-Vihear/dp/9814459909?crid=CKPNA4YD5ODZ&amp;dib=eyJ2IjoiMSJ9.nRfYwOOnzLLgGN4jTYyT9WXwSIrvmRHAGV951UD_A4lb5JOBHMJUti_NW0na9TVu_9FQUHmergrXkMmQDhlSgfWd-EEYt3QT26RhmQuvR7uUKImpeWJ3Ex8LWh8xEUE5DPP2Pq9Quz8EVjWjAlcHNROUEtwT1ETgaGnaR8CXQDSKtCi7G_iNs4p6ko-bxTdt95pDoFbtlth-JIUJ-RD3Hr22RpvUGyyk9Q51HrJaeJM.5d4i5J593ZcrhtnEBdOVGWxXzlJ99BMkxMPff-pRldo&amp;dib_tag=se&amp;keywords=State+and+Uncivil+Society+in+Thailand+at+the+Temple+of+Preah+Vihear&amp;qid=1766153830&amp;sprefix=state+and+uncivil+society+in+thailand+at+the+temple+of+preah+vihear%2Caps%2C192&amp;sr=8-1&amp;linkCode=ll1&amp;tag=suedostasie01-21&amp;linkId=e3ca2685a025dc62b7cd1215b445b97c&amp;language=en_GB&amp;ref_=as_li_ss_tl">State and Uncivil Society in Thailand at the Temple of Preah Vihear</a></em>. ISEAS, 2013. (Standardwerk zur Rolle der PAD und des Nationalismus)*</li>



<li><strong>Andreas Buss:</strong> <em>The Preah Vihear Case and Regional Customary Law.</em> Asia Europe Journal, 8, 2010.</li>



<li><strong>Chechi, Alessandro</strong>: <em>“The 2013 Decision of the ICJ on the Temple of Preah Vihear: The Legal History of a Site of Shared Heritage”</em>. In: <em>International Journal of Cultural Property</em>, 2015.</li>



<li><strong>Chesterman, Simon</strong>: <em>“</em>The International Court of Justice in Asia: Interpreting the Temple of Preah Vihear Case<em>”</em>. In: <em>Asian Journal of International Law</em>, 2015.</li>



<li><strong>Lee, Sang Kook</strong>: <em>“</em>Revisiting the territorial dispute over the Preah Vihear temple&#8220;</li>



<li><strong>Cuasay, Peter</strong>: <em>“Borders on the Fantastic: Mimesis, Violence, and Landscape at the Temple of Preah Vihear”</em>. In: <em>Modern Asian Studies</em>, 1998.<br></li>
</ul>



<h2 class="wp-block-heading">Bildnachweis</h2>



<p>Titel: Creative Commons Licence: https://www.researchgate.net/figure/Annex-I-map-modified-with-an-enlarged-cut-out-of-the-temple-area_fig1_375686726.</p>



<p>Bilder des Tempels: Wikimedia Commons, Tetsuya Kitahata.</p>



<p>Alles weitere public domain.</p>


<ol class="wp-block-footnotes"><li id="dc335835-bbbc-417b-9e63-3d73af5e11d6">Eine Wasserscheide ist die geografische Linie, an der sich das abfließende Regenwasser in unterschiedliche Flusssysteme verteilt. In Grenzverträgen wurde sie häufig als natürliche Grenze verwendet, da sie sich an topographischen Höhenlinien orientiert und damit als objektiv und dauerhaft galt. <a href="#dc335835-bbbc-417b-9e63-3d73af5e11d6-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 1 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.imperien-und-inseln.de/kambodscha/grenzstreit-der-fall-preah-vihear-im-ueberblick/">Grenzstreit – Der Fall Preah Vihear im Überblick</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.imperien-und-inseln.de">Imperien und Inseln</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Lackkunst in Myanmar– ein sichtbares Erbe</title>
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		<dc:creator><![CDATA[André]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 04 Jun 2025 21:05:34 +0000</pubDate>
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<p>Der Beitrag <a href="https://www.imperien-und-inseln.de/myanmar/lackkunst-in-myanmar-ein-sichtbares-erbe/">Lackkunst in Myanmar– ein sichtbares Erbe</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.imperien-und-inseln.de">Imperien und Inseln</a>.</p>
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<figure class="wp-block-audio"><audio controls src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/06/LackwareMyanmar-1.mp3"></audio></figure>



<h3 class="wp-block-heading">Ursprünge und historische Entwicklung</h3>



<p>Die vielleicht bekanntesten Kunstwaren aus Myanmar sind die Lackprodukte. Die Kunstform hat uralte Wurzeln: Die Lacktechnik ist in China seit über 3.000 Jahren nachweisbar. In Südostasien entwickelten sich eigene Traditionen, die vermutlich durch kulturelle Kontakte beeinflusst wurden. In Myanmar scheint das Handwerk im 12. oder 13. Jahrhundert in Bagan aufgegriffen worden zu sein. Epigraphische Quellen nennen lackierte Gegenstände in Tempelinschriften ab dem frühen 13. Jahrhundert. Archäologische Funde, etwa aus dem Umfeld des Laymyethna-Klosters, belegen Lackarbeiten ebenfalls für diese Zeit.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Rohstoffgewinnung und Materialkunde</h3>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-medium"><img loading="lazy" decoding="async" width="225" height="300" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/06/Gluta_usitata_1-225x300.jpg" alt="" class="wp-image-2978" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/06/Gluta_usitata_1-225x300.jpg 225w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/06/Gluta_usitata_1-768x1024.jpg 768w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/06/Gluta_usitata_1-1152x1536.jpg 1152w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/06/Gluta_usitata_1-1536x2048.jpg 1536w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/06/Gluta_usitata_1-scaled.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px" /><figcaption class="wp-element-caption">Thitsi-Baum in Thailand</figcaption></figure>
</div>


<p>Die Herstellung erfolgt auch heute nach alter Tradition aus natürlichen Materialien. Der Grundstoff des Lacks ist Harz vom Thitsi-Baum (<em>Gluta usitata</em>). Der Baum wird mit V-förmigen Kerben angeritzt, sodass das dickflüssige Harz langsam in ein Gefäß tropft. Nach dem Abzapfen erhält der Baum vier oder fünf Jahre Ruhe, um sich zu regenerieren. Als Trägermaterialien dienen meist Bambus (vor allem <em>Cephalostachyum pergracile</em>) oder Holzarten wie Teak, <em>Tretrameles nudiflora</em> oder <em>Bombax malabaricum</em>.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Qualitätsklassen und technische Varianten</h3>



<p>Je nach Wassergehalt unterscheidet man mehrere Qualitäten – ein besonders reiner schwarzer Lack enthält bis zu 25 % Wasser, während andere Varianten deutlich feuchter sind und matter trocknen. Die Quelle unterscheidet vier Qualitätsstufen:</p>



<div style="margin-top: 2em;">
  <h4 style="margin-bottom: 0.5em;">Qualitätsklassen</h4>
  <ul style="list-style-type: none; padding-left: 0;">
    <li><strong style="color: #2aafa1;">&#8211; Shwezawa</strong> (Goldlackarbeiten)</li>
    <li><strong style="color: #2aafa1;">&#8211; mit Pferdehaar verstärkter Lack</strong></li>
    <li><strong style="color: #2aafa1;">&#8211; einfacher Alltagslack</strong></li>
    <li><strong style="color: #2aafa1;">&#8211; Sayyun</strong> – ein modernes Hybridprodukt mit japanischen Einflüssen</li>
  </ul>
</div>



<h3 class="wp-block-heading">Form, Funktion und Vielfalt</h3>



<p>Die mit Lack verzierten Waren sind vielfältig. Neben Haushaltsobjekten wie Boxen, Tischen oder Servierbrettern entstehen auch rituelle Gegenstände wie Almosenschalen, Manuskriptkisten oder lackierte Buddha-Statuen (<em>Manphaya</em>). Manche Objekte dienen rein dekorativen Zwecken, andere sind Teil religiöser oder höfischer Zeremonien. Besonders prunkvoll sind mit Glas und Blattgold verzierte Varianten, die aufwendig mit Reliefstrukturen versehen werden.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Herstellung in mehreren Schritten</h3>



<p>Der Lack wird häufig mit feiner Asche angerührt und per Hand auf das Objekt aufgetragen. Danach muss der Gegenstand mehrere Tage – traditionell in einem kühlen Erdkeller – trocknen. Dieser Vorgang wiederholt sich mehrfach: mindestens sieben Lackschichten sind notwendig, bei hochwertigen Stücken auch deutlich mehr. Zwischen den Schichten wird poliert und geglättet, teilweise mit Materialien wie Reisspelzenasche, Kuhdung oder Knochenmehl. Zur Farbgebung wird traditionell ein rotes Pigment namens <em>Hinthabada</em> eingesetzt, das ursprünglich aus Zinnober (Quecksilbersulfid) gewonnen wurde.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Gravur und Gestaltung</h3>



<p>Im letzten Arbeitsschritt folgt die Verzierung. Die Gravuren werden ohne Schablone freihändig durchgeführt – eine Aufgabe, die fast ausschließlich von Männern ausgeführt wird. Die Linien dienen später als Farbgrenzen. Da der Lack keine Fehler verzeiht, muss das Muster im ersten Versuch gelingen. Die anschließende Kolorierung mit Naturfarben erfolgt oft durch Frauen. Verbreitete Motive sind florale Arabesken (<em>Kanote</em>), Tiere, mythische Figuren oder Szenen aus den Jataka-Erzählungen.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/06/Green_tea_and_peanut_nibbles_10808703485-1-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-2981" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/06/Green_tea_and_peanut_nibbles_10808703485-1-1024x768.jpg 1024w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/06/Green_tea_and_peanut_nibbles_10808703485-1-300x225.jpg 300w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/06/Green_tea_and_peanut_nibbles_10808703485-1-768x576.jpg 768w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/06/Green_tea_and_peanut_nibbles_10808703485-1-1536x1152.jpg 1536w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/06/Green_tea_and_peanut_nibbles_10808703485-1-2048x1536.jpg 2048w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/06/Green_tea_and_peanut_nibbles_10808703485-1-scaled.jpg 1600w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Servierbrett mit Lahpet Thoke, einem birmanischen Tee-Gericht</figcaption></figure>
</div>


<h4 class="wp-block-heading">Zum Weiterlesen</h4>



<p>Sylvia Fraser-Lu: <a href="https://www.amazon.de/-/en/Burmese-Lacquerware/dp/9748622088?crid=3MJ3TODJ7AECW&amp;dib=eyJ2IjoiMSJ9.8Hw2FUtzpQkN-0fqSH1k-fJsCKSdrgt0n-5jviOMYoVtWqLxr6lghDO__wTOftdv6fKX3mqmsY5yzd6tSYDsMNr-Pq3p8D_AKLZcQY9PJDQEghD4Xy44MREAUStD0EFrL1npyqCWBtrLWngjHPlgqZ55awP3behgw1wzz0sunfzBmfLYTbWLReOE4VfNxzTHj9GygmH6u1gJENiSAq0A56Tg-GlGVFldLyNGWgb7i-3WwnRMkbfZHSXijEQzCTSDFtjum72LTKouEM62zaEp5q6--43BYnGm9E4KAzdj3gY.R-101VV9w3u6QdjAzwB7xu2dV4LAJm6BfUlUi0MxSb8&amp;dib_tag=se&amp;keywords=Burmese+Lacquerware&amp;qid=1766142147&amp;sprefix=burmese+lacquerware%2Caps%2C100&amp;sr=8-2&amp;linkCode=ll1&amp;tag=suedostasie01-21&amp;linkId=8cab7e17aa1ad31ee89665b75c074ca1&amp;language=en_GB&amp;ref_=as_li_ss_tl"><em>Burmese Lacquerware</em>.</a></p>



<h4 class="wp-block-heading">Bildnachweis</h4>



<p>Titel: Lackware aus Myanmar, Wikimedia Commons, Wagaung.</p>



<p>Lahpet Thoke: Wikimedia Commons, ReflectedSerendipity, Shaun Dunphy.</p>



<p></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.imperien-und-inseln.de/myanmar/lackkunst-in-myanmar-ein-sichtbares-erbe/">Lackkunst in Myanmar– ein sichtbares Erbe</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.imperien-und-inseln.de">Imperien und Inseln</a>.</p>
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		<title>Vom Flussland zur Vormacht &#8211; Ayutthayas Aufstieg</title>
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		<dc:creator><![CDATA[André]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 25 May 2025 09:04:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Die Unbezwingbare – Geschichte Ayutthayas]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Serie: Die Unbezwingbare &#8211; Geschichte Ayutthayas. Folge 1 Die Gründung am Fluss Im Jahr 1351 ließ sich ein Fürst namens U Thong (1314–1369) am Zusammenfluss dreier Flüsse nieder. Dort, etwa &#8230; </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.imperien-und-inseln.de/fruehe-neuzeit/ayutthaya-aufstieg-und-fall-der-unbezwingbaren-stadt/">Vom Flussland zur Vormacht &#8211; Ayutthayas Aufstieg</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.imperien-und-inseln.de">Imperien und Inseln</a>.</p>
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<p><a href="https://www.imperien-und-inseln.de/category/geschichte_ayutthayas/">Serie: Die Unbezwingbare &#8211; Geschichte Ayutthayas. Folge 1</a></p>



<figure class="wp-block-audio"><audio controls src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/08/AufstiegAyutthya.mp3"></audio></figure>



<h3 class="wp-block-heading">Die Gründung am Fluss</h3>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="727" height="1024" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/08/Map-of-southeast-asia_1400_CE-1-727x1024.png" alt="" class="wp-image-2537" style="width:330px" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/08/Map-of-southeast-asia_1400_CE-1-727x1024.png 727w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/08/Map-of-southeast-asia_1400_CE-1-213x300.png 213w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/08/Map-of-southeast-asia_1400_CE-1-768x1082.png 768w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/08/Map-of-southeast-asia_1400_CE-1.png 791w" sizes="auto, (max-width: 727px) 100vw, 727px" /><figcaption class="wp-element-caption">Südostasien, 14. Jhdt.</figcaption></figure>
</div>


<p>Im Jahr 1351 ließ sich ein Fürst namens U Thong (1314–1369) am Zusammenfluss dreier Flüsse nieder. Dort, etwa 80 Kilometer nördlich des heutigen Bangkok, gründete er die neue Hauptstadt seines Reiches: Ayutthaya. Mit der Machtübernahme nahm er den Königsnamen Ramathibodi I. an. Der Name der neuen Hauptstadt ging zurück auf Ayodhya, eine Stadt aus dem indischen Epos <em>Ramayana</em>, und bedeutete „die Unbezwingbare“.</p>



<p>Die Lage war strategisch gewählt. Die Insel, auf der die Stadt entstand, wurde von den Flüssen Chao Phraya, dem Lopburi und dem Pasak umschlossen. Sie lag in einem Schwemmland, das einst von Meeresarmen und Sümpfen durchzogen war. Aufgrund des feuchten Klimas und der Malariagefahr blieb das Gebiet lange nur dünn besiedelt. Erst mit verbesserten Bedingungen im Hochmittelalter setzte eine intensivere landwirtschaftliche Nutzung ein.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Aufstieg zur Vormacht</h3>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignleft size-medium"><img loading="lazy" decoding="async" width="232" height="300" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/08/อนุสาวรีย์พระเจ้าอู่ทอง342-232x300.jpg" alt="" class="wp-image-2541" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/08/อนุสาวรีย์พระเจ้าอู่ทอง342-232x300.jpg 232w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/08/อนุสาวรีย์พระเจ้าอู่ทอง342-793x1024.jpg 793w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/08/อนุสาวรีย์พระเจ้าอู่ทอง342-768x991.jpg 768w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/08/อนุสาวรีย์พระเจ้าอู่ทอง342.jpg 960w" sizes="auto, (max-width: 232px) 100vw, 232px" /><figcaption class="wp-element-caption">Ramathibodi  I., Denkmal in Ayutthaya</figcaption></figure>
</div>


<p>Ayutthaya profitierte von seiner Lage zwischen den alten Reichen Sukhothai und Angkor sowie den Handelszentren der malaiischen Halbinsel. Unter König Ramathibodi I. und seinen Nachfolgern stieg es rasch zur Vormacht in Zentralthailand auf. </p>



<p>Bereits 1378 war Sukhothai tributpflichtig, und 1412 wurde es faktisch eingegliedert. Im 15. Jahrhundert dehnte sich das Reich bis ins heutige Nord- und Südthailand sowie nach Westen bis ins Mon-Gebiet aus. Ayutthaya wurde damit zum dominierenden Machtzentrum auf dem südostasiatischen Festland.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ordnung durch Rang</h3>



<p>Parallel zum territorialen Ausbau wurde die Verwaltung zentralisiert. König Trailokkanat (reg. 1448–1488) führte eine klare Rangordnung ein: das Sakdina-System. Jeder Untertan erhielt einen sozialen Rang, der in Flächeneinheiten (rai) angegeben wurde. Dieser Wert spiegelte nicht den Landbesitz, sondern den gesellschaftlichen Status wider. Höhere Ränge ermöglichten Zugang zu Verwaltungsämtern oder militärischen Positionen. Das System regulierte auch den Frondienst, der bis zu sechs Monate im Jahr für viele Untertanen verpflichtend war.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Stadtbild und Herrschaftsverständnis</h3>



<p>Die Stadt entwickelte sich zu einem regionalen Knotenpunkt für Handel, Religion und Verwaltung. Zahlreiche Kanäle, Paläste und Tempel prägten das Bild Ayutthayas. Die Könige ließen sich in der Tradition hindu-buddhistischer Kosmologie als Chakravartin darstellen: als Weltenherrscher mit religiöser Autorität. Weltliche Macht und sakrale Legitimation wurden so miteinander verknüpft.</p>



<p>Ayutthaya behauptete seine Stellung über vier Jahrhunderte hinweg gegen Rivalen wie Lan Na, gegen die Khmer und gegen die expandierenden Mächte im Westen, vor allem Myanmar. Noch im 16. Jahrhundert galt die Stadt als nahezu uneinnehmbar.</p>



<p>Doch die Unbezwingbarkeit hatte ein Ende.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/08/045-2-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-2533" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/08/045-2-1024x768.jpg 1024w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/08/045-2-300x225.jpg 300w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/08/045-2-768x576.jpg 768w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/08/045-2-1536x1152.jpg 1536w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/08/045-2-2048x1536.jpg 2048w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/08/045-2-scaled.jpg 1600w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>
</div>


<h4 class="wp-block-heading">Zum Weiterlesen</h4>



<p><em>Links, die mit Sternchen (</em>) gekennzeichnet sind, führen auf die Seite von Amazon.de. Wenn Sie über diese Links bestellen, unterstützen Sie unsere Arbeit, ohne dass Ihnen Mehrkosten entstehen.*</p>



<p>Volker Grabowsky: <a href="https://www.amazon.de/Kleine-Geschichte-Thailands-Volker-Grabowsky/dp/3406601294?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;crid=1D653GKSUR0EX&amp;dib=eyJ2IjoiMSJ9.A9HfjHKfdExLb7AJBiXt5pw3hTff5mNu2ow1eWWgFssN4Z2Gynpc-0ESv5i9J0a0mfJHJQ2WC9XenEnnAzjgE5RM1s1fttgbEtSlEy6zTdXBP_84dUqnRXbJu-UX6CI8nX-ec_5Q7p17p2joUdJDFwnZLEDamTeO0_7n9J9JaBSDrz1f0SvztdmkSY0iO7PCQmSEOeiUEYN0FsXLUEGI2Ro6SKc5mn5y0uMXCyYjtlU.3sCNR5Rw61f_2PqIj5icc7p4Enup-wMMu4Wi1piJCL8&amp;dib_tag=se&amp;keywords=Kleine+Geschichte+Thailands&amp;qid=1756528491&amp;sprefix=kleine+geschichte+thailands%2Caps%2C247&amp;sr=8-1&amp;linkCode=ll1&amp;tag=suedostasie01-21&amp;linkId=bf39cf1e63423e003b4355ca1b9e5002&amp;language=de_DE&amp;ref_=as_li_ss_tl">Kleine Geschichte Thailands</a>, 2010– Deutsches Standardwerk zum schnellen Einstieg.*</p>



<p>Chris Baker &amp; Pasuk Phongpaichit:&nbsp;<em><a href="https://www.amazon.de/History-Ayutthaya-Early-Modern-English-ebook/dp/B071KX8HY5?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;dib=eyJ2IjoiMSJ9._iszwqpAAWQZCy_eA3IKpBlpqnQ-zD2uZ16zIdX-dJg.vwiLbRTOXN2aRohkR4eR1CPcGokefH0nEH8rkXXYaUA&amp;dib_tag=se&amp;keywords=Pasuk+Phongpaichit%3A+A+History+of+Ayutthaya&amp;qid=1756528444&amp;sr=8-1&amp;linkCode=ll1&amp;tag=suedostasie01-21&amp;linkId=e4735487d5de6e3a22ff5bd26367bd6e&amp;language=de_DE&amp;ref_=as_li_ss_tl">A History of Ayutthaya</a></em>. Cambridge University Press, 2017 – Standardwerk zur Geschichte des Reiches.*</p>



<h4 class="wp-block-heading">Bildnachweis</h4>



<p>Karte: Wikimedia Commons, Javierfv1212.</p>



<p>Ramathibodi I.: Wikimedia Commons, CKasa.</p>



<p></p>



<p></p>



<p></p>
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		<title>Myanmar nach Bagan: Die Königreiche Pegu und Ava</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Kuratierte Artikel]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 20 May 2025 04:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Altertum]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Zwei Reiche entstehen Mit dem politischen Zerfall des Königreichs Bagan im späten 13. Jahrhundert endete eine über vier Jahrhunderte andauernde Zentralherrschaft über das Gebiet des heutigen Myanmar. In der Folge &#8230; </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.imperien-und-inseln.de/altertum/myanmar-nach-bagan-die-koenigreiche-pegu-und-ava/">Myanmar nach Bagan: Die Königreiche Pegu und Ava</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.imperien-und-inseln.de">Imperien und Inseln</a>.</p>
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<figure class="wp-block-audio"><audio controls src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/05/Pegu_und_Ava-1.mp3"></audio></figure>



<h3 class="wp-block-heading">Zwei Reiche entstehen</h3>



<p>Mit dem politischen Zerfall des Königreichs Bagan im späten 13. Jahrhundert endete eine über vier Jahrhunderte andauernde Zentralherrschaft über das Gebiet des heutigen Myanmar. In der Folge entstanden neue Machtzentren. Im Landesinneren bildete sich das Königreich Ava. Es beruhte auf der Landwirtschaft und nutzte die bewässerten Ebenen des Irrawaddy. Im Süden entstand Pegu, auch Hanthawaddy genannt. Es entwickelte sich in der Nähe des Deltas und war stärker auf den Handel ausgerichtet.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="474" height="939" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/05/Burma_in_1450.png" alt="" class="wp-image-2015" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/05/Burma_in_1450.png 474w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/05/Burma_in_1450-151x300.png 151w" sizes="auto, (max-width: 474px) 100vw, 474px" /></figure>
</div>


<p>Beide Reiche gingen aus älteren Verwaltungsstrukturen hervor. Pegu war zunächst ein Provinzzentrum unter der Kontrolle von Bagan. Die spätere Unabhängigkeit der Region vollzog sich schrittweise.</p>



<p>Ein wichtiger Einschnitt war die Verlagerung des königlichen Sitzes des Mon-Reichs von Martaban nach Pegu unter König Binnya U in den 1360er Jahren. Nachdem er seine frühere Hauptstadt durch eine Rebellion verloren hatte, ließ er sich in Pegu nieder, das zu diesem Zeitpunkt noch unbedeutend war. Doch seine Lage bot Vorteile für Landwirtschaft und Handel. Diese Voraussetzungen erlaubten den weiteren Aufstieg.</p>



<p>Eine weitere Zäsur kam mit der Herrschaft Rajadhirats (1383–1421). Er setzte sich in einem Machtkampf durch und konnte weite Teile Unterbirmas unter seine Kontrolle bringen. In seiner Regierungszeit kam es zum sogenannten vierzigjährigen Krieg mit Ava. Von 1385 bis 1424 kämpften beide Seiten um die Vorherrschaft im Land. Ein klarer Sieger ging aus dem Konflikt nicht hervor. Für Pegu war dies dennoch ein Erfolg. Ava musste seine Ansprüche auf das alte Bagan-Gebiet zurücknehmen.</p>



<p>In späteren Zeiten entstand die Vorstellung eines ethnischen Konflikts zwischen diesen beiden Reichen, da Pegu im Süden vor allem von Mon bewohnt war, während Ava im birmanischen Kerngebiet im Norden lag. Die zeitgenössischen Quellen widersprechen dieser Auffassung allerdings. Sie zeigen, dass es keine klaren ethnischen Grenzen gab und Loyalität sich nach politischer Zugehörigkeit richtete. So standen in Pegu birmanische Offiziere im Dienst, während in Ava Mon-Adlige Karriere machten.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Pegus Blüte: eine Königin und ein Mönch auf dem Thron</h3>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-medium"><img loading="lazy" decoding="async" width="300" height="225" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/05/Temple_at_Mahazedi_Paya_Pegu_Bago_Myanmar_15118906346-300x225.jpg" alt="" class="wp-image-2041" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/05/Temple_at_Mahazedi_Paya_Pegu_Bago_Myanmar_15118906346-300x225.jpg 300w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/05/Temple_at_Mahazedi_Paya_Pegu_Bago_Myanmar_15118906346-1024x768.jpg 1024w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/05/Temple_at_Mahazedi_Paya_Pegu_Bago_Myanmar_15118906346-768x576.jpg 768w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/05/Temple_at_Mahazedi_Paya_Pegu_Bago_Myanmar_15118906346.jpg 1280w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption class="wp-element-caption">Maha Kalyani Sima</figcaption></figure>
</div>


<p>Nach Jahrzehnten der Kämpfe kam es unter Rajadhirats Tochter Shin Saw Bu (reg. 1453–1472) zu einer Phase des Friedens. Sie war eine der wenigen Herrscherinnen der Region. Ihre Regierung gilt als ruhig und geordnet. Ihr Nachfolger Dhammazedi (reg. 1472–1492) war ursprünglich Mönch. Unter seiner Herrschaft gewann Pegu weiter an Ansehen. Der internationale Handel nahm zu. Der Austausch mit Sri Lanka ermöglichte Reformen innerhalb des buddhistischen Ordens, Mönche wurden neu ausgebildet und eine einheitliche Ordnung für das klösterliche Leben wurde eingeführt.</p>



<p>Es entstanden neue religiöse Zentren. In der Hauptstadt ließ Dhammazedi mehrere Pagoden errichten. Dazu gehörten das Maha Kalyani Sima und weitere Klosteranlagen. Der Einfluss Pegus reichte zeitweise bis nach Arakan. In nördlichen Landesteil unterstützte man Vasallen Avas in ihrem Widerstand. Damit wurde der Einfluss des Nordens weiter zurückgedrängt.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ava: Ordnung durch Wasserkontrolle und Militär</h3>



<p>Während Pegu sich über Seewege mit der Außenwelt verband, beruhte die Ordnung Avas auf dem Land. Der Norden war durch Trockenheit gekennzeichnet. Landwirtschaft war nur mit Hilfe von Kanälen und Speichern möglich. Daraus ergaben sich Verwaltungsstrukturen, die auf Kontrolle und Verlässlichkeit angewiesen waren. Der Staat konnte nur funktionieren, wenn Wasser und Arbeitskraft gesichert waren.</p>



<p>Ava hatte enge Beziehungen zu den benachbarten Hügelregionen. Diese Gebiete lieferten Rohstoffe, Edelmetalle und Arbeitskräfte. Ihre Eliten wurden in die höfische Welt eingebunden. In Kriegszeiten stellten sie Truppen. In Friedenszeiten entstanden politische Allianzen durch Heiraten. Die Hügelvölker waren für Ava ebenso wichtig wie der Handel für Pegu.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Zwei Reiche mit gemeinsamen Interessen</h3>



<p>Zwischen Ava und Pegu kam es immer wieder zu militärischen Auseinandersetzungen. Doch keiner der beiden Staaten konnte sich dauerhaft durchsetzen. Statt einer offenen Konfrontation entstand ein stabiles Nebeneinander, das auf gegenseitiger Anerkennung beruhte. Heiratsverbindungen zwischen den Höfen stärkten die diplomatischen Beziehungen. In einzelnen Fällen bat Pegu sogar um Avas Unterstützung bei Fragen der Thronfolge.</p>



<p>Im religiösen Bereich gab es regen Austausch. Beide Reiche orientierten sich am Theravada-Buddhismus. Mönche reisten gemeinsam nach Sri Lanka oder kehrten über die gleiche Route zurück. Selbst in Zeiten politischer Spannungen wurde dieser Austausch nicht unterbrochen. Als zwei Mönche aus Sri Lanka nach Ava weiterzogen, begleitete sie Pegu bis an die Grenze mit großem Zeremoniell. Religiöse Verbindung galt als übergeordnet.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Toungoo verändert die Ordnung</h3>



<p>Im frühen 16. Jahrhundert entstand eine neue Kraft. Die kleine Stadt Toungoo lag zwischen den beiden Reichen. 1531 bestieg Tabengshweti dort den Thron. Schon als junger Herrscher strebte er danach, die Macht über ganz Myanmar zu erhalten. Nach langen Kämpfen gelang ihm 1539 die Einnahme von Pegu. Die Stadt wurde zu seiner neuen Hauptstadt erklärt. Damit ging die Eigenständigkeit Pegus verloren. Sein Nachfolger Bayinnaung konnte schließlich 1555 auch Ava unterwerfen.</p>



<p>Der Aufstieg Toungoos beruhte auch auf früheren politischen Winkelzügen. Pegu hatte zuvor die Vasallen Avas in Prome und Toungoo unterstützt. Damit hatte man den Einfluss des Nordens geschwächt und neue Konkurrenten geschaffen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Nachwirken einer verlorenen Ordnung</h3>



<p>Mit der Eroberung Pegus durch Tabengshweti endete die Phase der Machtteilung zwischen Fluss und Küste. Toungoo nutzte die Vorteile der Lage, um den Handel über das Meer zu kontrollieren. Zum ersten Mal seit Bagan lag die Hauptstadt eines vereinten Reiches im Süden. Dennoch hielt sich die Erinnerung an Pegus Eigenständigkeit und 1740 erhoben sich die Mon gegen die geschwächte Toungoo-Dynastie. Sie konnten sogar Ava einnehmen. Doch der Gegenschlag folgte rasch. Der spätere König Alaungpaya zog 1757 nach Süden, eroberte die Stadt und beendete den Aufstand. Seitdem gelang es den Mon nicht mehr, eine eigene Herrschaft zu errichten.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="570" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/05/20200208_141922_Shwemawdaw_Pagoda_Bago_Myanmar_anagoria-1024x570.jpg" alt="" class="wp-image-2013" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/05/20200208_141922_Shwemawdaw_Pagoda_Bago_Myanmar_anagoria-1024x570.jpg 1024w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/05/20200208_141922_Shwemawdaw_Pagoda_Bago_Myanmar_anagoria-300x167.jpg 300w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/05/20200208_141922_Shwemawdaw_Pagoda_Bago_Myanmar_anagoria-768x428.jpg 768w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/05/20200208_141922_Shwemawdaw_Pagoda_Bago_Myanmar_anagoria.jpg 1280w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Die Shwemawdaw-Pagode in Pegu (heute: Bago) gilt mit 125 Metern als höchste Stupa Myanmars. Sie entstand im späten 14. Jahrhundert und soll zwei Haare sowie einen Zahn des Buddha enthalten; Könige wie Razadarit, Dhammazedi und Bayinnaung ließen sie mehrfach erweitern.</figcaption></figure>
</div>


<p><a href="#_ednref1"></a></p>



<h3 class="wp-block-heading">Zum Weiterlesen</h3>



<p>Links, die mit Sternchen (*) gekennzeichnet sind, führen auf die Seite von Amazon.de. Wenn Sie über diese Links bestellen, unterstützen Sie unsere Arbeit, ohne dass Ihnen Mehrkosten entstehen.</p>



<p>Michael Arthur Aung-Thwin, Maitrii Aung-Thwin (2013): <a href="https://www.amazon.de/History-Myanmar-Since-Ancient-Times/dp/1780231725?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;crid=2LHS5UE1B7CY1&amp;dib=eyJ2IjoiMSJ9.Z2TeHGL7FQsjNJXA-QC4vIwXEH3fuJf5MlKEb5Gy6ZTGfyhxMRoZifJiyWxz_tZUGHvJ8EOHJDUCPKeCxHyVFqxa3fg3EfJSPjG7sSZzInYm3hhtMfa0lxdjEhrZUtBVrvAlqS3Yp6cky0bU2l60DD9bcTZx7QUUUO_xe61Lr6becnZuTybXXLkwEYYraRVVQxqxZYT7Uo4TiHiFBpOAzujZ-fsQxMCwYFD7g8F_WWA.cyHb0Onu0agkR8N9lJeNDU4Xhlrf-4BBaiMimAs4icg&amp;dib_tag=se&amp;keywords=toppich+history+myanmar&amp;qid=1759124607&amp;sprefix=toppich+historymyanmar%2Caps%2C426&amp;sr=8-1&amp;linkCode=ll1&amp;tag=suedostasie01-21&amp;linkId=bf3fe9c7ef8072ab049963cc7e32c9ca&amp;language=de_DE&amp;ref_=as_li_ss_tl">A History of Myanmar Since Ancient Times: Traditions and Transformations</a>.*</p>



<h3 class="wp-block-heading">Bildnachweis</h3>



<p>Titel: Wikimedia Commons, Clay Gilliland.</p>



<p>Karte: Wikimedia Commons, Hybernator.</p>



<p>Maha Kalyani Sima: Wikimedia Commons, Clay Gilliland.</p>



<p>Shwemawdaw Pagoda: Wikimedia Commons, Anagoria.</p>



<p><a href="http://www1.belboon.de/adtracking/039d3e09453a040885004f1f.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener"></a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.imperien-und-inseln.de/altertum/myanmar-nach-bagan-die-koenigreiche-pegu-und-ava/">Myanmar nach Bagan: Die Königreiche Pegu und Ava</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.imperien-und-inseln.de">Imperien und Inseln</a>.</p>
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		<title>Angkor war nie verschwunden – Die vermeintliche Entdeckung des Henri Mouhot</title>
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		<dc:creator><![CDATA[André]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 06 Feb 2025 16:30:00 +0000</pubDate>
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<figure class="wp-block-audio"><audio controls src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/06/Mouhot.mp3"></audio></figure>



<p>Ab dem 13. Jahrhundert befand sich das Reich der Khmer in einem langwierigen Niedergang. Damit geriet auch die alte Metropole Angkor, die in ihrer Hochphase zu den größten Städten der Welt zählte, aus dem Blick.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-medium"><img loading="lazy" decoding="async" width="226" height="300" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/06/500px-Henri_Mouhot-226x300.jpg" alt="" class="wp-image-4223" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/06/500px-Henri_Mouhot-226x300.jpg 226w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/06/500px-Henri_Mouhot.jpg 500w" sizes="auto, (max-width: 226px) 100vw, 226px" /><figcaption class="wp-element-caption">Henri Mouhot (1826-1861)</figcaption></figure>
</div>


<p>Die vermeintliche Wiederentdeckung der Ruinen von Angkor im 19. Jahrhundert wurde dem Franzosen Henri Mouhot zugeschrieben. Diese Darstellung entspricht jedoch nicht den tatsächlichen Verhältnissen, und auch Mouhot selbst hat diesen Anspruch nie erhoben.</p>



<p>Im Jahr 1858 reiste der damals 31-jährige Franzose von London nach Bangkok, um von dort aus mehrere Expeditionen in das Landesinnere zu unternehmen. Er bereiste das Gebiet des heutigen Thailand, Kambodscha und Laos. Auf seiner Route lagen verschiedene historische Stätten, darunter Ayutthaya und auch die Ruinen von Angkor.</p>



<p>Die Vorstellung, Mouhot und seine Begleiter hätten sich den Weg mit Macheten durch den Dschungel freischlagen müssen, ist unzutreffend. Angkor war keineswegs verschollen. Als Mouhot die Tempelanlagen im Jahr 1860 betrat, war er nicht einmal der erste Europäer, der die Stätte besuchte.</p>



<p>Bedeutung erlangte seine Reise dennoch. Es waren seine begeisterten Beschreibungen, die in Europa Aufmerksamkeit erzeugten. Die Berichte über Angkor wurden erst nach seinem Tod veröffentlicht, fanden aber rasch Verbreitung. Mouhot selbst starb 1861 in Laos an einem Fieber, ohne zu erleben, welche Wirkung seine Texte entfalten würden.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>


<div class="wp-block-image alignnone size-large wp-image-475">
<figure class="aligncenter"><img decoding="async" src="http://asien-info.net/wp-content/uploads/2017/05/IMGP1380-1024x768.jpg" alt="Ta Phrom" class="wp-image-475"/><figcaption class="wp-element-caption">Die Tempelanlage Ta Prohm in Angkor besitzt einen besonderen Charme. Während bei den anderen Haupttempeln die Natur zurechtgestutzt wurde, kann man hier erleben, wie der Urwald sich seinen Lebensraum zurückholte. Dicke Wurzeln überwuchern die Gemäuer und Bäume wachsen kreuz und quer. Es entsteht der Eindruck, die Anlage wäre frisch entdeckt!</figcaption></figure>
</div>


<h3 class="wp-block-heading">Bildnachweis</h3>



<p>Alles eigene Bilder und public domain.</p>



<p>&nbsp;<br></p>
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		<title>Indonesien, Malaysia und der globale Jihad</title>
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		<dc:creator><![CDATA[André]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 03 Nov 2024 06:00:00 +0000</pubDate>
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<p>Der Beitrag <a href="https://www.imperien-und-inseln.de/zeitgeschichte/indonesien-malaysia-und-der-globale-jihad/">Indonesien, Malaysia und der globale Jihad</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.imperien-und-inseln.de">Imperien und Inseln</a>.</p>
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<figure class="wp-block-audio"><audio controls src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/11/JihadIndonesienMalaysia.mp3"></audio></figure>



<p>Titelbild: Denkmal in Kuta mit den Namen der Opfer des Anschlags 2002.</p>



<p>Terrorismus ist schwer zu erfassen, da es keine eindeutige Definition gibt. In Deutschland fällt dies auf, wenn darum gerungen wird, ob ein Anschlag ein terroristischer Akt oder ein Amoklauf war. Schaut man in andere Teile der Welt, wird es noch unübersichtlicher. Es mischen sich religiöse, kulturelle, finanzielle und politische Motive. Ob jemand ein Terrorist oder ein Freiheitskämpfer ist, ist oft eine Frage der Perspektive. Die Vereinten Nationen scheiterten bei dem Versuch, eine allseits akzeptierte Definition aufzustellen. Eine Studie von Schmid und Jongman fand 109 unterschiedliche Definitionen mit 22 unterschiedlichen „definitional elements&#8220;.</p>



<p>In dieser Artikel wird der Fokus auf Gruppierungen gelegt, die von jihadistischen Ideen geleitet sind. „Jihad&#8220; stammt aus dem arabischen und bedeutet „Anstrengung, Kampf, Bemühung&#8220;, doch ist damit ein aus dem Koran hergeleitetes Konzept gemeint, dass mit „gottgewollter Krieg&#8220; umschrieben werden kann.</p>



<p>Die Entwicklung des Jihadismus in Südostasien zeigt beispielhaft, wie sich lokale und globale Faktoren vermischen. Die Region wurde nach dem Ende des Kalten Krieges zu einem wichtigen Aktionsraum militanter Gruppierungen. Besonders die Ereignisse um den 11. September 2001 stellten die mehrheitlich muslimischen Länder Indonesien und Malaysia vor die Herausforderung, zwischen internationalen Erwartungen und innenpolitischen Realitäten zu navigieren.</p>



<div class="toc-container"><h2>Inhalt</h2>  <p> <a href="#GlobaleJihad">Der globale Jihad</a><br><a href="#SuedostasienVor911">Südostasien vor 9/11</a><br> <a href="#RegionaleKonflikte">Regionale Konflikte als Nährboden</a><br><a href="#Wendepunkt">Der Wendepunkt: 9/11 und seine Folgen</a><br>  <a href="#IndonesienNach911">Indonesiens Weg nach 9/11</a><br> <a href="#MalaysiaNach911">Malaysias Strategie nach 9/11</a><br>  <a href="#BlickZukunft">Ein Blick in die Zukunft</a></p></div>



<h1 class="wp-block-heading" id="GlobaleJihad">Der globale Jihad</h1>



<h5 class="wp-block-heading">Der Zerfall der alten Ordnung</h5>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-medium is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="300" height="225" src="https://imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/11/Kaaba_at_night-300x225.jpg" alt="" class="wp-image-1189" style="width:300px;height:auto" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/11/Kaaba_at_night-300x225.jpg 300w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/11/Kaaba_at_night-768x576.jpg 768w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/11/Kaaba_at_night.jpg 960w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption class="wp-element-caption">Die Kaaba, das zentrale Heiligtum des Islam, in Mekka</figcaption></figure>
</div>


<p>Anfang des 19. Jahrhunderts wurde die islamische Welt von mehreren Ereignissen von Grund auf verändert.</p>



<p>Zum einen wechselten die Machtverhältnisse in Saudi-Arabien und damit auch in Mekka. Dieser heilige Ort des Islams ist das Ziel vieler gläubiger Muslime auf dem Haddsch. Wer hier herrscht, der verfügt über eine nicht versiegende Einnahmequelle und kann sich ein weltweites Netzwerk an Kontakten aufbauen.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignleft size-medium"><img loading="lazy" decoding="async" width="219" height="300" src="https://imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/11/Abdulaziz_Al_Saud_Fotocollectie_Van_de_Poll_Nationaal_Archief-219x300.jpg" alt="" class="wp-image-1191" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/11/Abdulaziz_Al_Saud_Fotocollectie_Van_de_Poll_Nationaal_Archief-219x300.jpg 219w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/11/Abdulaziz_Al_Saud_Fotocollectie_Van_de_Poll_Nationaal_Archief.jpg 640w" sizes="auto, (max-width: 219px) 100vw, 219px" /><figcaption class="wp-element-caption">Ibn Saud (1875-1953)</figcaption></figure>
</div>


<p>Im Jahre 1919 konnte Ibn Saud, vom Geschlecht der Saudis, den alten Herrscher Sharif Husayn schlagen und die Macht im Land übernehmen. Durch die Saudis setzte sich der Wahhabismus durch, eine puristisch-traditionalistische Richtung des neuzeitlichen, sunnitischen Islams.</p>



<p>Einige Jahre zuvor begann der Zerfall des Osmanischen Reiches. Die Araber revoltierten 1916 gegen die Osmanen. Die europäischen Mächte nutzen die Chance und sicherten sich Gebiete im Nahen Osten. Großbritannien nahm sich Palästina, Transjordanien und den Irak, Frankreich Syrien und Libanon. Die Briten unterstützen den Zionismus und bereitete damit den Israel-Palästina-Konflikt den Weg. Das Sultanat des zerfallenden Osmanischen Reiches wurde aufgelöst und die Türkei entstand, ein säkularer Staat.</p>



<p>Durch den Wegfall des Sultanats verloren die Sunniten eine wichtige ordnende Institution. Die Folge war, ein politisch-religiös weitaus diverserer Naher Osten. Der amerikanische Politikwissenschaftler Samuel P. Huntington sah im Fehlen eines islamischen Kernstaates einen wichtigen Faktor, der innere und äußere Konflikte hervorrief.</p>



<h5 class="wp-block-heading">Die Entstehung radikaler Bewegungen</h5>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-medium"><img loading="lazy" decoding="async" width="248" height="300" src="https://imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/11/Hassan_al-Banna_-_Al-Alam_V2_P_233-248x300.jpg" alt="" class="wp-image-1193" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/11/Hassan_al-Banna_-_Al-Alam_V2_P_233-248x300.jpg 248w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/11/Hassan_al-Banna_-_Al-Alam_V2_P_233.jpg 640w" sizes="auto, (max-width: 248px) 100vw, 248px" /><figcaption class="wp-element-caption">Hasan al-Banna (1906-1949)</figcaption></figure>
</div>


<p>In Ägypten nutzte Hasan al-Banna dieses Machtvakuum und gründete 1928 die Muslimbrüder. Für sie galten Koran, Hadith und Scharia als göttliche Offenbarung und sie verfügten über eine politische Agenda: König Farouk wurde von ihnen als „Fremdherrscher&#8220; wahrgenommen. Er gehörte zwar einer ägyptischen Dynastie an, doch war er als ein Vasall des Osmanischen Reiches im Verdacht, fremden Interessen gedient zu haben. Daher strebten die Muslimbrüder den Umsturz an.</p>



<p>Für sie galt Gewalt als ein probates Mittel. 1948 töteten sie den Premierminister Mahmud al-Nuqrashi. Nach einem missglückten Anschlag auf Oberst Abdul Nasser im Jahre 1952 schlug der ägyptische Staat hart zurück. Es kam zu Masseninhaftierung und zu Polizeirepressionen. Viele Muslimbrüder flüchteten und suchten Asyl in Saudi-Arabien. Dort konnten sie weltweite Kontakte schließen und ihre Propaganda verbreiten.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignleft size-medium is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="215" height="300" src="https://imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/11/Sayyid_Qutb-215x300.jpg" alt="" class="wp-image-1194" style="width:214px;height:auto" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/11/Sayyid_Qutb-215x300.jpg 215w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/11/Sayyid_Qutb.jpg 232w" sizes="auto, (max-width: 215px) 100vw, 215px" /><figcaption class="wp-element-caption">Sayyid Qutb, 1965 vor Gericht</figcaption></figure>
</div>


<p>Ein einflussreicher Theoretiker der Muslimbrüder war Sayyid Qutb (1906-1966). Für ihn muss ein Herrscher seine Gesetze gemäß der Scharia ausrichten. Muslime dürfen nicht gegen jemanden gehorsam sein, der nicht dem Schöpfer gehorcht. In modernen politischen Systemen wird die Souveränität der Allgemeinheit gewährt und das verletzt die islamischen Regeln. Daher muss der moderne Staat abgelehnt werden. Für Qutb ist der Jihad gegen die Westernisierung eine gottgewollte Pflicht. Dadurch, dass bei vielen Muslimen das Gefühl der Unterdrückung durch den imperialistischen Westen vorhanden war, konnten Qutb und andere radikale Islamisten einen reinen Islam den dämonischen politischen und kulturellen Einflüssen des Westens gegenüberstellen. Aufgrund der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung wurde er schließlich in Ägypten hingerichtet. Er beeinflusste viele muslimische Denker, in Indonesien beispielsweise Hamka (Abdul Malik Karim Amrullah, 1908–81), der als Philosoph und Autor die separatistische „Pemerintah Revolusioner Republik Indonesia&#8220; in Sulawesi unterstützte.</p>



<p>Ein weiterer Vertreter des politischen Islam war in Britisch-Indien und im Nachfolgestaat Pakistan aktiv: der islamische Gelehrte, Philosoph und Journalist Maulana Maududi. Er vertrat den Wunsch nach einem islamischen Staat und stützte sich, ähnlich wie Qutb, auf frühmittelalterliche Theorien, die auf dem Koran basierten. Gesetze, soziale Organisation und persönliches Verhalten sollten sich nach dem heiligen Buch richten.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-medium"><img loading="lazy" decoding="async" width="244" height="300" src="https://imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/11/أبو_الأعلى_المودودي_وعبدالله_العقيل_cropped-244x300.jpg" alt="" class="wp-image-1195" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/11/أبو_الأعلى_المودودي_وعبدالله_العقيل_cropped-244x300.jpg 244w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/11/أبو_الأعلى_المودودي_وعبدالله_العقيل_cropped.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 244px) 100vw, 244px" /><figcaption class="wp-element-caption">Maulana Maududi (1903-1979)</figcaption></figure>
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<p>In den 1920er- und 1930er-Jahre sprach er sich für einen Jihad gegen die britischen Kolonialherren in Indien aus. Er war gegen den späteren Staat Pakistan, da sein Ziel ein komplett muslimisches Indien war. Maududi stiftete seine Anhänger zu Aktionen gegen die Regierung an, die vielen tausend Menschen das Leben kostete. Unter den Opfern waren auch Muslime, die Ahmadiyya, die von vielen anderen Muslimen nicht als Glaubensgenossen anerkannt werden.</p>



<p>Auch Maududi wurde vom Staat verfolgt und musste von 1947 bis 1950 eine Haftstrafe wegen Volksverhetzung absitzen. Viele seiner Ideen konnte er durch Bücher verbreiten. Er inspirierte damit unter anderem die Dakwah-Bewegung in den 1980er-Jahren.</p>



<p>Ein dritter wichtiger Theoretiker war Ayatollah Chomeini. Er erlebte, wie der Schah Mohammed Reza Pahlavi den Iran modernisierte und säkularisierte. Damit verärgerte er manchen und der Vorwurf kam auf, dass er das Land an die USA verkaufen möchte. Ihm wurde vorgeworfen, dass er islamisches Recht ignorierte und die Rolle der Ulama zu unterminieren versuchte. Nach einigen Zusammenstößen mit der Geheimpolizei musste Chomeini in das Exil; zunächst im Irak und später in Paris. Doch als 1979 die islamische Revolution die Machtverhältnisse änderte, konnte er als starker Mann zurückkehren. Für ihn sollte sich die Politik an der Gemeinschaft Mohammeds orientieren und er sah die Ulama in einer politischen Rolle.</p>



<p>Diese drei islamischen Vordenker teilten die Ablehnung der Moderne. Sie setzen eine Gesellschaft dagegen, die nach göttlichem Recht organisiert ist. Die dunklen Seiten ihres Denkens sind die Rationalisierung des Jihad und die Mobilisierung gegen Minderheiten (z.B. Kopten in Ägypten, Ahmadiyya in Indien, Bahai im Iran).</p>



<h5 class="wp-block-heading">Die globale Ausbreitung des Jihad</h5>



<p>In den 1980er Jahren gab es gleich mehrere Konflikte, die dem Jihadismus Zulauf brachten. Im Nahen Osten war der größte Brennpunkt Palästina. Der langwierige Konflikt zwischen Juden und Arabern wurde auch außerhalb des Landes, beispielsweise im Libanon, dem Iran und Syrien, von islamistischen Gruppen genutzt, um ein klares Feindbild zu konstruieren und damit das Gruppengefüge zu festigen. Im Libanon waren die Terrororganisationen Hisbollah und Islamic Jihad aktiv, deren Ziel es war, nicht nur gegen Israel, sondern auch gegen moderate Libanesen zu kämpfen.</p>



<p>Doch außerhalb dieser unruhigen Zone gab es die Tendenz zur Radikalisierung, ob in Algerien, Pakistan oder dem Sudan. Auch nach Europa wurden diese Ideen von muslimischen Immigranten hineingetragen.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignleft size-medium"><img loading="lazy" decoding="async" width="300" height="188" src="https://imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/11/Mujahid-MANPAD-300x188.jpeg" alt="" class="wp-image-1196" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/11/Mujahid-MANPAD-300x188.jpeg 300w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/11/Mujahid-MANPAD-768x482.jpeg 768w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/11/Mujahid-MANPAD.jpeg 800w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption class="wp-element-caption">Afghanischer Mujahid mit einer Flugabwehrrakete, 1988.</figcaption></figure>
</div>


<p>An anderer Stelle gab es ungewöhnliche Kooperation: als 1979 die UdSSR versuchte, über Afghanistan Einfluss zu gewinnen, stellten sich die Amerikaner dagegen und unterstützten die Mujahedin, zusammen mit Pakistan und Saudi-Arabien. Die USA sah in den islamischen Kämpfern das kleinere Übel im Vergleich zu der kommunistischen Bedrohung. Diese Washington-Islamabad-Riyadh-Allianz lieferte Geld, Waffen und Ausrüstung. Zusätzlich wurden die neuen Verbündeten vom US-Militär ausgebildet und von den Saudis religiös unterstützt. Zwischen 1980-1989 flossen jährlich ca. 5 Milliarden Dollar von dieser Allianz in Richtung Hindukusch. Einiges davon ging an Osama Bin Laden (1957-2011).</p>



<h5 class="wp-block-heading">Der Weg zu Al-Qaida und 9/11</h5>



<p>Bin Laden wurde durch die Anschläge am 11. September und der darauffolgenden Jagd auf ihn zum meistgesuchten Terroristen der Welt. Er war zwar saudi-arabischer Nationalität, doch sein Handeln war global. Im Jahre 1984 gründete er mit Adullah Azzam, von den jordanischen Muslim-Brüder, das „Afghan Service Bureau&#8220;. Sie warben tausende von Kämpfern in Pakistan an und bildeten sie für den Krieg in Afghanistan aus. Doch die Zusammenarbeit endete nach fünf Jahren blutig, als Azzam durch eine Bombe getötet wurde. Die Vermutung liegt nahe, dass Bin Laden hinter dem Anschlag stand, da er glaubte, sein Partner würde mit der CIA kooperieren.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignleft size-medium"><img loading="lazy" decoding="async" width="300" height="158" src="https://imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/11/Reward_for_Osama_bin_Laden_Ayman_al_Zawahirir_-_AFD290F-300x158.jpg" alt="" class="wp-image-1197" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/11/Reward_for_Osama_bin_Laden_Ayman_al_Zawahirir_-_AFD290F-300x158.jpg 300w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/11/Reward_for_Osama_bin_Laden_Ayman_al_Zawahirir_-_AFD290F.jpg 375w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption class="wp-element-caption">Nach 9/11: Fahndung nach al-Zawahiri und Bin Laden, Belohnung 25.000.000$</figcaption></figure>
</div>


<p>Zusammen mit Ayman al-Zawahiri legte Bin Laden das Fundament zur al-Qaida, einer Massenbewegung, die muslimische Interessen weltweit verbinden sollte. Strukturell war es ein Zusammenschluss islamischer Gruppen.</p>



<p>In den 1990er-Jahren folgten aufsehenerregende Terroraktionen, die der al-Qaeda zugeschrieben wurden. 1993 wurde ein erster Anschlag auf das Word Trade Center in New York unternommen, der zwar Tote forderte, aber das Gebäude nicht zerstören konnte. Im nächsten Jahr missglückten Attentate auf den amerikanischen Präsidenten Bill Clinton, dem philippinischen Fidel Marcos und auf den ägyptischen Hosni Mubarak.</p>



<p>Für den globalen Jihadismus war das Jahr 1996 ein wichtiger Meilenstein. Die Taliban konnten Kabul kapern und hielten einige Monate später insgesamt 85% des Landes besetzt. Es folgte die Anerkennung von Pakistan, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten.</p>



<p>Al-Qaida setzte den eingeschlagenen Weg fort. Sie erließen Fatwas mit Gewaltaufrufen gegen die Amerikaner:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>&#8222;[…] a duty to kill Americans and their allies an any country wherever possible&#8220;.</p>
</blockquote>



<p>Den Worten folgten Taten, beispielsweise 1998 bei dem Anschlag auf die US-Botschaft in Nairobi oder bei den Attacken im Jahre 2000 auf die USS Cole in Aden. Der Höhepunkt des al-Qaida-Terrors waren die Anschläge am 11. September.</p>


<div class="wp-block-image size-large wp-image-120890">
<figure class="aligncenter"><img decoding="async" src="http://asien-info.net/wp-content/uploads/2021/05/CC-BY-SA-3.0-Baba66-NordNordWest-1024x470.png" alt="" class="wp-image-120890"/><figcaption class="wp-element-caption">Grün: Sunniten, Rot: Schiiten, Blau: Ibaditen (Bild: Baba66 NordNordWest, Wikimedia)</figcaption></figure>
</div>


<h1 class="wp-block-heading" id="SuedostasienVor911">Südostasien vor 9/11</h1>



<h5 class="wp-block-heading">Wirtschaftsboom und Krise als Nährboden</h5>



<p>In den letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts erlebten die asiatischen Ökonomien eine Boomphase. Angefangen in den sogenannten Tigerstaaten Südkorea, Singapur, Taiwan und Hongkong griff die Welle des wirtschaftlichen Erfolgs weiter nach Südostasien über und Malaysia und Indonesien erlebten einen Aufschwung.</p>



<p>Doch nach dem Aufstieg folgte der Fall. 1997 begann in Thailand die asiatische Finanzkrise, die ebenso die Nachbarstaaten ergriff. Die Folge war soziale Unruhe und damit wurde die Region für Islamisten besonders attraktiv.</p>



<h5 class="wp-block-heading">Ideale Bedingungen für radikale Netzwerke</h5>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignleft size-medium"><img loading="lazy" decoding="async" width="259" height="300" src="https://imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/11/Southeast_Asia_Political_Map_World_Factbook_2020-1-259x300.png" alt="" class="wp-image-1201" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/11/Southeast_Asia_Political_Map_World_Factbook_2020-1-259x300.png 259w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/11/Southeast_Asia_Political_Map_World_Factbook_2020-1-884x1024.png 884w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/11/Southeast_Asia_Political_Map_World_Factbook_2020-1-768x890.png 768w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/11/Southeast_Asia_Political_Map_World_Factbook_2020-1-1325x1536.png 1325w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/11/Southeast_Asia_Political_Map_World_Factbook_2020-1-1767x2048.png 1767w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/11/Southeast_Asia_Political_Map_World_Factbook_2020-1.png 1381w" sizes="auto, (max-width: 259px) 100vw, 259px" /></figure>
</div>


<p>Allerdings fanden Jihadisten noch andere Vorteile in den muslimischen Ländern Südostasiens. Zum einen waren die Grenzen kaum zu bewachen und daher war es einfach, unbemerkt ein- und auszureisen. Zum anderen gab es einen wenig regulierten, muslimischen Bankensektor und ein Hawala-Finanzsystem<sup data-fn="bf694712-f057-4461-a35c-7129e1158678" class="fn"><a id="bf694712-f057-4461-a35c-7129e1158678-link" href="#bf694712-f057-4461-a35c-7129e1158678">1</a></sup>. Besonders die Möglichkeit der anonymen Auslandtransfers waren für islamistische Gruppierungen wichtig.</p>



<p>Die in Indonesien geborenen islamischen Gelehrten mit arabischen oder jemenitischen Wurzeln Abu Bakar Ba&#8217;asyir (*1938) und sein Partner Abdullah Sungka (1937 – 1999) gründeten bereits 1971 ein Madrasah-Internat<sup data-fn="e0edd9dc-4426-4188-97ad-9f0334ecdcfd" class="fn"><a id="e0edd9dc-4426-4188-97ad-9f0334ecdcfd-link" href="#e0edd9dc-4426-4188-97ad-9f0334ecdcfd">2</a></sup> in Ngruki auf Java namens Al Mukin. Man trat in die Fußstapfen der Darul Islam, einer Bewegung für einen islamischen Staat, die von 1948-1962 bestand. An der Schule wurde der Wahhabismus gelehrt, Scharia-Recht sowie der Jihad gegen Nichtmuslime vertreten. Diese Ideen wurden nicht nur intern weitergegeben, sondern auch propagandistisch nach außen getragen, unter anderem durch einen Piratensender, der 1978 in Betrieb ging.</p>



<h5 class="wp-block-heading">Die Entstehung militanter Gruppen</h5>



<p>Ba&#8217;aysir und Sungka warben einige der ehemaligen Darul-Islam-Kämpfer für die Gruppe Komando Jihad an. Diese Organisation wurde durch vielfältige Gewalttaten auffällig. Nach Raubüberfällen und Morden ließ Suharto die Gruppierung verbieten und ließ die beiden Anführer vor ein Gericht stellen. Sie wurden zunächst zu 9 Jahren Gefängnisstrafe verurteilt, doch nachträglich wurde die Strafe auf 4 Jahre reduziert. Beide verließen nach Absitzen der Haftstrafe das Land. Sie flohen nach Malaysia und gründeten in Johor Bahru wieder eine islamische Schule. Ähnlich wie die anderen jihadistischen Organisationen rekrutierte man Kämpfer für den Afghanistan-Krieg. Unterstützt wurden die beiden Indonesier durch arabische Wohlfahrtseinrichtung, aber auch durch al-Qaida. Durch diese Gelder war es möglich, eine weitere Schule in Johor Bahru zu errichten und das Netzwerk zu erweitern, unter anderem mit afghanischen Mujahidin.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-medium is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="300" height="150" src="https://imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/11/Flag_of_Jihad.svg_-300x150.png" alt="" class="wp-image-1205" style="width:300px;height:auto" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/11/Flag_of_Jihad.svg_-300x150.png 300w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/11/Flag_of_Jihad.svg_-1024x512.png 1024w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/11/Flag_of_Jihad.svg_-768x384.png 768w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/11/Flag_of_Jihad.svg_-1536x768.png 1536w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/11/Flag_of_Jihad.svg_.png 1600w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption class="wp-element-caption">Die schwarze Flagge wurde zum Symbol verschiedener jihadistischer Gruppen, auch von Jemaah Islamiyah</figcaption></figure>
</div>


<p>1993 erfolgte der nächste Schritt und die Jemaah Islamiyah wurde gegründet. Die Kämpfer wurden darauf ausgebildet, Anschläge professionell durchführen zu können. Sie waren dazu in kleinen Einheiten organisiert. Die Mitglieder von sogenannten „Schläferzellen&#8220; hatten die Aufgabe, zunächst ein unauffälliges Leben zu führen, und dann mit Gewalttaten aktiv zu werden, wenn es nötig sei. Die Rekruten für diese Terrororganisation stammten auch von den Schulen Sungkas und Ba&#8217;aysirs. In einem Artikel der Washington Post wird Sidney Jones von der International Crisis Group zitiert, der Al Mukmin als „Ivy League&#8220; für Rekrute der Jemaah Islamiyah bezeichnete, also als eine Elitehochschule für den Terrorismus.</p>



<p>In Malaysia gründete der Afghanistan-Veteran Zainon Ismail die Kumpulan Mujahideen Malaysia, die aus Afghanistan zurückkehrende Kämpfer rekrutierte. Diese Gruppierung war gut vernetzt. Am 5. Januar 2000 hielt sie eine große Konferenz in Kuala Lumpur zusammen mit Jemaah Islamiyah ab. Dort wurden u.a. die Attacken auf die USS Cole geplant. Und es waren Jihadisten anwesend, die später ein Teil der Entführer-Crew der 9/11-Anschläge sein sollten.</p>



<h1 class="wp-block-heading" id="RegionaleKonflikte">Regionale Konflikte als Nährboden</h1>



<p>Die Entwicklung des Jihadismus in Südostasien wurde durch mehrere regionale Konflikte begünstigt. Besonders in Indonesien boten religiöse und ethnische Spannungen einen fruchtbaren Boden für radikale Gruppierungen.</p>



<h5 class="wp-block-heading">Der Osttimor-Konflikt</h5>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-medium"><img loading="lazy" decoding="async" width="300" height="280" src="https://imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/11/643px-Timor-Leste_Transportation-300x280.jpg" alt="" class="wp-image-1203" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/11/643px-Timor-Leste_Transportation-300x280.jpg 300w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/11/643px-Timor-Leste_Transportation.jpg 643w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption class="wp-element-caption">Ost-Timor</figcaption></figure>
</div>


<p>Ein Blick zurück in das Jahr 1974: Osttimor war bis dahin ungefähr 450 Jahre eine portugiesische Kolonie gewesen. Als im fernen Portugal der Estado Novo, die autoritäre Diktatur, unterging, wurde auch das Kolonialreich aufgelöst. Über die Zukunft Osttimors gab es unterschiedliche Interessenslagen, die schließlich in einem Bürgerkrieg mündeten. Indonesien schickte Truppen und gliederte die Region am 17. Juli 1976 als 27. Provinz ein.</p>



<p>Doch das Land war damit nicht befriedet. Es kam in den nachfolgenden Jahrzehnten immer wieder zu Gewalttaten. Guerilla-Kämpfer wehrten sich gegen die Besatzung der Indonesier, und die reagierten mit Unterdrückung, Folter und Mord. Im Jahre 1991 gab es ein Massaker gegen die unbewaffnete Bevölkerung, das internationale Kritik hervorrief. Die UN-Kommission für Menschenrechte untersuchte diesen Fall und der politische Druck auf Indonesien nahm zu. 1998/99 flammte der Konflikt erneut auf. Die westlichen Staaten USA, Australien und Neuseeland unterstützten die Unabhängigkeitsbewegung und das Referendum, dass schließlich 1999 eine Mehrheit für einen eigenen Staat hervorbringen sollte.</p>



<p>Diese Vorgänge konnten von den radikalen Islamisten ausgenutzt werden. Das Referendum wurde als eine Niederlage empfunden. Es wurde mit Missfallen betrachtet, dass die westlichen Staaten zum einen sich in diesen – als inner-indonesische Angelegenheit empfundenen Konflikt – einmischten und zum anderen, dass sie sich völlig parteiisch zeigten und die christliche Bevölkerung Osttimors den Rücken stärkten.</p>



<h5 class="wp-block-heading">Der Molukken-Konflikt</h5>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignleft size-medium"><img loading="lazy" decoding="async" width="300" height="118" src="https://imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/11/Moluccas_in_Indonesia-300x118.png" alt="" class="wp-image-1209" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/11/Moluccas_in_Indonesia-300x118.png 300w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/11/Moluccas_in_Indonesia.png 640w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption class="wp-element-caption">Molukken</figcaption></figure>
</div>


<p>Auf den Molukken lebt ebenfalls eine christliche Majorität. Und auch dort gab es separatistische Überlegungen, eine christliche Republik zu gründen. Diese Bestrebungen wurden in anderen Teilen des Landes kritisch aufgenommen. Im Jahre 1999 wurde ein vermeintlich christliches Pamphlet in Umlauf gebracht, das zur Gewalt gegen Muslime aufrief. Es könnte sein, dass dies eine Fälschung von Provokateuren war; so oder so waren die Folgen blutig. In den nachfolgenden Gewalttätigkeiten verloren ungefähr 10.000 bis 20.000 Christen und Indonesier mit chinesischen Wurzeln ihr Leben.</p>



<p>Diese Ereignisse sorgten für weiteren Zulauf bei den Jihadisten.</p>



<figure class="wp-block-embed alignright is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-4-3 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<iframe loading="lazy" title="Mengenang Laskar Jihad ahlussunnah wal jamaah/ ust jafar umar tholib" width="735" height="551" src="https://www.youtube.com/embed/tLl-a_TYyiI?start=20&#038;feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe>
</div></figure>



<p>Im Januar 2000 formierte der Afghanistan-Veteran Jafar Umar Thalib (1961-2019) die paramilitärische Organisation Laskar Jihad. Die Organisation setzte darauf, Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit zu erregen. Am 6. April 2000 versammelten sich – zur Überraschung der meisten Indonesier – mehrere tausend Kämpfer, mit Jalabiya gekleidet und mit Schwert ausgestattet im Senayan-Stadion, um sich auf den Jihad auf den Molukken einzustimmen. </p>



<p>Anschließend marschierte die Gruppe als Machtdemonstration zum Parlament und zum Präsidentenpalast. In der Hochphase hatte Laskar Jihad 10.000 Mitglieder und mehr als 70 Zweigstellen in Indonesien.</p>



<p>Daneben gab es weitere Organisationen, die den Jihad auf den Molukken unterstützten. Beispielsweise Laskar Mujahidin Indonesia, die unter der Schirmherrschaft von Majelis Mujahidin Indonesia stand. Im Gegensatz zu Laskar Jihad operierte man geheim, in kleinen, gut trainierten und gut ausgestatteten Einheiten.</p>



<h5 class="wp-block-heading">Ausweitung nach Sulawesi</h5>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-medium"><img loading="lazy" decoding="async" width="300" height="118" src="https://imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/11/Sulawesi_in_Indonesia-300x118.png" alt="" class="wp-image-1207" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/11/Sulawesi_in_Indonesia-300x118.png 300w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/11/Sulawesi_in_Indonesia-1024x403.png 1024w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/11/Sulawesi_in_Indonesia-768x302.png 768w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/11/Sulawesi_in_Indonesia.png 1500w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption class="wp-element-caption">Sulawesi</figcaption></figure>
</div>


<p>Die Molukken wurden zu einem Kampffeld, auf dem viele tausend Menschen starben und noch mehr Menschen flüchten mussten. Hauptziel der Flüchtlinge war die Nachbarprovinz Sulawesi. Doch auch dort waren sie nicht in Sicherheit, da die Jihadisten da ebenfalls aktiv wurden. Für Sulawesi schätzte man bis zu 7.000 Jihadisten, die nur 2.000 Polizei- und Armeekräften gegenüberstanden. Insgesamt hielten die Kämpfe drei Jahre an.</p>



<h5 class="wp-block-heading">Der Konflikt erreicht Kalimantan</h5>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignleft size-medium"><img loading="lazy" decoding="async" width="300" height="118" src="https://imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/11/Kalimantan_in_Indonesia-300x118.png" alt="" class="wp-image-1208" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/11/Kalimantan_in_Indonesia-300x118.png 300w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/11/Kalimantan_in_Indonesia-768x302.png 768w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/11/Kalimantan_in_Indonesia.png 800w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption class="wp-element-caption">Kalimantan</figcaption></figure>
</div>


<p>In der letzten Phase weitete sich der Konflikt nach Kalimantan aus. Dort vermischten sich die religiös-ethnischen Motive der Jihadisten mit Streitigkeiten mit indigenen Stämmen über Besitzverhältnisse und Zuständigkeiten. Hier gab es mehr als 2.000 Tote und 50.000 Flüchtlinge.</p>



<p>Laskar Jihad und ähnliche Gruppierungen wurden von Teilen der Bevölkerung Indonesiens unterstützt. So erhielten sie von Sympathisanten aus der indonesischen Armee Zuwendungen in Höhe von mehr als 9,3 Millionen US-Dollar. Geld, dass unter anderem dafür eingesetzt wurde, lokale Polizeikräfte zu attackieren.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="Wendepunkt">Der Wendepunkt: 9/11 und seine Folgen</h2>



<h5 class="wp-block-heading">Unmittelbare Reaktionen</h5>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-medium"><img loading="lazy" decoding="async" width="300" height="206" src="https://imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/11/Explosion_following_the_plane_impact_into_the_South_Tower_WTC_2_-_B601911-300x206.jpg" alt="" class="wp-image-1210" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/11/Explosion_following_the_plane_impact_into_the_South_Tower_WTC_2_-_B601911-300x206.jpg 300w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/11/Explosion_following_the_plane_impact_into_the_South_Tower_WTC_2_-_B601911-1024x703.jpg 1024w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/11/Explosion_following_the_plane_impact_into_the_South_Tower_WTC_2_-_B601911-768x527.jpg 768w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/11/Explosion_following_the_plane_impact_into_the_South_Tower_WTC_2_-_B601911-1536x1055.jpg 1536w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/11/Explosion_following_the_plane_impact_into_the_South_Tower_WTC_2_-_B601911-2048x1406.jpg 2048w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/11/Explosion_following_the_plane_impact_into_the_South_Tower_WTC_2_-_B601911-135x93.jpg 135w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/11/Explosion_following_the_plane_impact_into_the_South_Tower_WTC_2_-_B601911-scaled.jpg 1600w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></figure>
</div>


<p>Der Anschlag am 11. September 2001 änderte die weltpolitische Lage. Der War on Terror wurde erklärt und vor allem al Qaida und Bin Laden standen im Fokus der Geheimdienste.</p>



<p>In Südostasien zeigten sich viele direkt nach dem Anschlag geschockt. Doch es gab sowohl in der Bevölkerung in Malaysia als auch in Indonesien eine Debatte darüber, inwieweit die Vereinigten Staaten von Amerika mit verantwortlich für die Tat seien. Die US-Politik hatte in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder für Blutvergießen in der islamischen Welt gesorgt. Die USA galten auch als einseitig ausgerichtet und schienen für das Leiden von Muslimen in Konflikten wenig Interesse zu zeigen. Beispielsweise im Palästina-Konflikt standen sie fest auf der Seite Israels, obwohl es auf deren Seite Vorkommnisse gab, die aus Menschenrechtssicht kritikwürdig waren.</p>



<h5 class="wp-block-heading">Verschwörungstheorien und öffentliche Meinung</h5>



<p>Einige radikale Muslime vermuteten hinter den Attacken auf das World Trade Center sogar den israelischen Geheimdienst und die CIA. Allerdings waren diese Diskussionen keine Einzigartigkeit der islamischen Welt. Auch in der westlichen Hemisphäre wurde über die Verfehlungen der Amerikaner diskutiert und es waren ähnliche Verschwörungstheorien populär, doch dort sind die islamistischen Gruppierungen zu schwach, um dies aktiv in die Politik einzubringen.</p>



<h5 class="wp-block-heading">Verschärfung durch den Afghanistan-Krieg</h5>



<p>Mit dem Beginn des Afghanistan-Krieges wurde die Kritik an der US-Politik sowohl in Malaysia als auch in Indonesien lauter. In der malaysischen PAS fanden sich viele radikale Stimmen: es wurde der Boykott amerikanischer Waren und Dienstleistungen verlangt, der Jihad gegen die Vereinigten Staaten gefordert oder die Unterstützung der Taliban.</p>



<p>Doch auch andere Gruppierungen äußerten sich kämpferisch gegen die US-Intervention. The Ulama Association of Malaysia erließ Fatwas, die den US-Angriff gegen die Taliban verdammten und malaysischen Muslims untersagten, mit den Amerikanern zu kooperieren.</p>



<h5 class="wp-block-heading">Unterschiedliche Regierungsreaktionen</h5>



<p>Die Regierungen beider Länder standen vor einer schwierigen Situation. Sie mussten zwischen verschiedenen Interessen vermitteln:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Internationale Erwartungen im &#8222;Krieg gegen den Terror&#8220;</li>



<li>Innenpolitische Stimmungen und religiöse Sensibilitäten</li>



<li>Eigene Sicherheitsinteressen</li>
</ul>



<p>Dabei wählten sie unterschiedliche Strategien:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Indonesien suchte offiziell die Nähe zu den USA</li>



<li>Malaysia kritisierte die USA öffentlich, handelte aber intern gegen Extremisten</li>
</ul>



<p>Diese unterschiedlichen Ansätze sollten die Politik beider Länder in den folgenden Jahren prägen. Besonders deutlich wurden die Unterschiede nach dem Bali-Anschlag 2002, der als zweiter großer Wendepunkt die Region erschütterte.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="IndonesienNach911">Indonesiens Weg nach 9/11</h2>



<h5 class="wp-block-heading">Eine neue Präsidentin in schwieriger Zeit</h5>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignleft size-medium"><img loading="lazy" decoding="async" width="200" height="300" src="https://imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/11/Bush_Mega-200x300.jpg" alt="" class="wp-image-1211" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/11/Bush_Mega-200x300.jpg 200w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/11/Bush_Mega.jpg 640w" sizes="auto, (max-width: 200px) 100vw, 200px" /><figcaption class="wp-element-caption">Megawati Sukarnoputri und George W. Bush, 2001.</figcaption></figure>
</div>


<p>Megawati Sukarnoputri (*1947) ist im Sommer 2001 zur Präsidentin gewählt worden. Bereits vor den 9/11-Anschlägen erhielt sie eine Einladung zu einem Antrittsbesuch in Washington bei George Bush am 19. September. Obwohl die politische Lage durch die Anschläge komplett verändert wurde, wurde der Termin beibehalten und dafür genutzt, über den globalen Terror zu sprechen. Das Ergebnis war, dass Indonesien den amerikanischen „War on Terror&#8220; offiziell unterstützte und dafür ein Hilfspaket in Höhe von 630 Millionen US-Dollar erhielt.</p>



<p>Der Staat befand sich nach dem Sturz Suhartos, drei Jahre zuvor, noch in einer Findungsphase und die Institutionen waren nicht so stabil, wie in langjährig gewachsenen Demokratien. Dementsprechend war die Ausgangslage nicht einfach.</p>



<p>Ein weiteres Problem war, dass es in der Bevölkerung Kritik an der neuen Führung und ihren eingeschlagenen Weg gab. Ähnlich wie in Malaysia gab es auch hier hochrangige Funktionäre, die Kritik gegenüber den Vereinigten Staaten äußerten und ihnen eine Mitschuld an den Anschlägen gaben.</p>



<h5 class="wp-block-heading">Innenpolitische Opposition</h5>



<p>Der Vize-Präsident der islamistisch-ausgerichteten Sammelpartei „Partai Persatuan Pembangunan&#8220; (PPP) und Megawati-Konkurrent Hamzah Haz sah 9/11 als gerechtfertigt an. Er sprach aus, dass es den USA dabei helfen könnte, für ihre Sünden zu büßen.</p>



<p>Din Syamsuddin, der Generalsekretär des Majelis Ulama Indonesia, ließ eine Deklaration veröffentlichen, die Muslime der Welt zum Jihad gegen die Amerikaner aufrief. Seine Angriffe auf die USA und Präsident Bush konnten ein großes Publikum begeistern.</p>



<p>Die Kritik des Westens wurde auch angeheizt, da der Osttimor-Konflikt wieder aktuell wurde. Die Unabhängigkeit sollte eingeleitet werden und wieder waren es Staaten wie Amerika und Australien, die sich aktiv in diese Angelegenheit einmischten und damit bei Muslimen für Verstimmungen sorgten.</p>



<h5 class="wp-block-heading">Moderate Stimmen</h5>



<p>Doch die Stimmen im Land waren nicht durchgehend radikal. Es gab auch unter religiösen Funktionären besonnene Stimmen. Die Führer der beiden größten islamischen Organisationen, Nahdlatul Ulama und Muhammadiyah, reagierten moderat und verzichteten auf Jihad-Aufrufe.</p>



<p>Die Mischung aus einer neu formierten Regierung, noch nicht voll ausgebauten Institutionen und einer kritisch gestimmten Bevölkerung verhinderte die effektive Verfolgung der einheimischen Jihadisten.</p>



<h5 class="wp-block-heading">Der Bali-Anschlag</h5>



<p>Erst, als am 12. Oktober 2002, ein Anschlag auf ein Touristengebiet in Bali durchgeführt wurde und 202 Menschen getötet wurden, änderte sich die Lage schlagartig. Zum einen waren nun die westlichen Staaten mitbetroffen, da hauptsächlich Australier getötet wurden, und zum anderen war Indonesien als Ganzes angegriffen, da der ausbleibende Tourismus großen wirtschaftlichen Schaden anrichten würde.</p>



<p>Es dauerte nur 4 Tage, bis Jafar Umar Thalib das Ende von Laskar Jihad verkündete. Die Kämpfe wurden eingestellt, doch nur ein Bruchteil der Jihadisten, ungefähr 300, kehrten in ihre Heimat zurück. Was die Motive der Kämpfer waren, die in den Kampfgebieten verblieben, bleibt unklar. Thalib wurde später vor ein Gericht wegen Aufruf zu Gewalttätigkeiten auf den Molukken gestellt, aber freigesprochen.</p>



<p>Komplett war der Terror in Indonesien allerdings nicht gebannt. Besonders verheerend waren die Anschläge auf beliebte Touristenziele: 2003 erschütterte eine Explosion das Marriott-Hotel in Jakarta und riss 12 Menschen in den Tod. Der Verdächtige wurde dem al-Qaida-Umfeld zugeordnet. Zwei Jahre später wurde Bali erneut zum Schauplatz der Gewalt. Diesmal trafen die Terroristen die Orte Kuta und Jimbaran, wo drei koordinierte Bombenanschläge 23 Menschenleben forderten. Hinter diesen Attentaten steckte nach Erkenntnissen der Ermittler die islamistische Terrorgruppe Jemaah Islamiyah.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="MalaysiaNach911">Malaysias Strategie nach 9/11</h2>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter"><img decoding="async" src="http://asien-info.net/wp-content/uploads/2021/05/162.jpg" alt="" class="wp-image-120891"/></figure>
</div>


<h5 class="wp-block-heading">Mahathirs Doppelstrategie</h5>



<p>In Malaysia schlug man einen genau entgegengesetzten Weg ein. Ministerpräsident Mahathir äußerte offen und oft Kritik an den Amerikanern, aber bekämpfte den Terror im Lande.</p>



<p>Zwei Monate nach den Anschlägen wies er in einer öffentlichen Rede darauf hin, dass der Kampf gegen den Terror misslinge, wenn man nicht die Gründe angeht. Vor allem den Palästina-Konflikt machte er als Hauptursache aus. In einem Gespräch mit Präsident Bush, brachte er diesen Punkt ebenfalls vor und beide stimmten darin überein, dass diese Gründe angegangen werden sollten, beispielsweise die Hoffnungslosigkeit, die junge Leute in Mörder verwandeln kann.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-medium"><img loading="lazy" decoding="async" width="300" height="235" src="https://imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/11/Mahathir_1998-300x235.jpg" alt="" class="wp-image-1212" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/11/Mahathir_1998-300x235.jpg 300w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/11/Mahathir_1998.jpg 342w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption class="wp-element-caption">Mahathir trifft den US-Verteidigungsminister Cohen, 1998.</figcaption></figure>
</div>


<p>Diese kritische Einstellung gegenüber den USA war nicht neu. Bereits in der Debatte zu den asiatischen Werten, die einige Jahre zuvor Staatsmänner zu Stellungsnahmen veranlasste, bezeichnete Mahathir die Menschenrechte als Werkzeug des Westens, um die asiatischen Länder zu untergraben.</p>



<p>Doch trotz seiner offenen Kritik an der westlichen Politik und den Verzicht sich offiziell dem „War on Terror&#8220; anzuschließen, war Mahathir auch an einer ernsthaften Lösung des Terrorismus-Problems interessiert. Denn terroristische Vereinigungen richteten sich nicht nur gegen den Westen, sondern gefährdeten auch den Frieden im eigenen Land.</p>



<p>Aus diesem Grund wurden Mitglieder radikaler Gruppen, die als ernsthafte Gefahr angesehen wurden, in Malaysia verfolgt und inhaftiert. Mahathir nutze die Chance, um den politischen Arm der Islamisten zu schwächen, indem er die Führung der Parti Islam Se-Malaysia (PAS) als Extremisten bezeichnete und damit isolierte.</p>



<p>Mahathir versuchte bei der Organisation of Islamic Cooperation eine Übereinkunft darüber zu erreichen, dass Selbstmordattentäter geächtet würden; konnte sich aber nicht damit durchsetzen.</p>



<h5 class="wp-block-heading">Verschärfung durch Afghanistan-Krieg</h5>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignleft size-medium"><img loading="lazy" decoding="async" width="300" height="201" src="https://imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/11/U.S._Marines_humping_in_Afghanistan_November_2001-300x201.jpg" alt="" class="wp-image-1213" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/11/U.S._Marines_humping_in_Afghanistan_November_2001-300x201.jpg 300w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/11/U.S._Marines_humping_in_Afghanistan_November_2001-1024x686.jpg 1024w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/11/U.S._Marines_humping_in_Afghanistan_November_2001-768x515.jpg 768w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/11/U.S._Marines_humping_in_Afghanistan_November_2001.jpg 1516w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption class="wp-element-caption">US-Marines in Südafghanistan, 25. Nov. 2001</figcaption></figure>
</div>


<p>Mit dem Beginn des Afghanistan-Krieges wurde die Kritik an der US-Politik sowohl in Malaysia als auch in Indonesien lauter. In der PAS fanden sich viele radikale Stimmen: es wurde der Boykott amerikanischer Waren und Dienstleistungen verlangt, der Jihad gegen die Vereinigten Staaten gefordert oder die Unterstützung der Taliban.</p>



<p>Doch auch andere Gruppierungen äußerten sich kämpferisch gegen die US-Intervention. The Ulama Association of Malaysia erließ Fatwas, die den US-Angriff gegen die Taliban verdammten und malaysischen Muslims untersagten, mit den Amerikanern zu kooperieren.</p>



<p>Mahathir äußerte sich auch verärgert: &#8222;If the Americans are really waging a war against terrorism, why don&#8217;t they attack Israel, who are terrorists against the Palestinians?&#8220;</p>



<h5 class="wp-block-heading">Konsequentes Durchgreifen</h5>



<p>Doch wieder bliebt Malaysia den ambivalenten Weg treu. Während der Premierminister den amerikanischen Einsatz kritisierte, setzte er intern harte Maßnahmen gegen die Jihadisten durch.</p>



<p>Besonders die islamistischen Schulen standen nun im Fokus. Im Oktober 2001 wurden Gelder an 2.160 Institutionen zurückgehalten, die unter Verdacht standen, islamischen Extremismus zu propagieren. Im Dezember 2002 verkündete Mahathir den Plan, die Lehrpläne der privaten Madrasah-Schulen zu kontrollieren und nach und nach die Schulen mit ihren 15.000 Schülern in das System der staatlichen Schulen zu integrieren.</p>



<p>Im Januar 2003 wurden in einer größeren Aktion siebzig des Extremismus verdächtige Islamisten unter dem Internal Security Act verhaftet. Dieses Sicherheitsgesetz ermöglichte die Inhaftierung ohne Verhandlung.</p>



<h1 class="wp-block-heading" id="BlickZukunft">Ein Blick in die Zukunft</h1>



<p>Die muslimischen Länder Südostasiens bleiben für radikale Gruppen interessant. Doch in den letzten Jahren gab es gute Neuigkeiten im Bereich der Terrorbekämpfung. Die Zahl der Kämpfer aus Indonesien und Malaysia am globalen Jihad sanken &#8211; beim Islamischen Staat waren es laut Routledge Strategic Comments nur etwa 1.000 Personen, davon ungefähr 700 aus Indonesien.</p>



<p>Jemaah Islamiyah hat Ende Juni 2024 in einer Videobotschaft ihre Auflösung verkündet und ihre Loyalität zum indonesischen Staat erklärt. Die Entscheidung basiert wahrscheinlich auf dem Einfluss moderaterer Intellektueller innerhalb der Gruppe, dem Wunsch ihre Schulen zu schützen sowie intensiven Gesprächen mit Anti-Terror-Behörden.</p>



<p>Doch die strukturellen Voraussetzungen für neue militante Bewegungen sind weiterhin gegeben. Im Geheimdienst-Blog Fortuna&#8217;s Corner warnen die Experten Zachary Abuza und Colin P. Clarke davor, dass in Südostasien die nächsten militanten Islamisten &#8222;ausgebrütet&#8220; werden könnten. Die Region bietet nach wie vor ideale Bedingungen:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Schwer zu kontrollierende Grenzen zwischen den Inseln</li>



<li>Ein wenig regulierter muslimischer Finanzsektor</li>



<li>Ein Netzwerk religiöser Schulen</li>



<li>Politische und soziale Spannungen zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen</li>
</ul>



<p>Die Reaktionen Malaysias und Indonesiens auf die Bedrohung durch den Jihadismus zeigen, wie komplex die Herausforderungen sind. Einfache Lösungen wie offene Unterstützung des Westens oder hartes Durchgreifen können ohne Berücksichtigung lokaler politischer und sozialer Dynamiken sogar kontraproduktiv wirken. Die Region wird auch in Zukunft eigene Antworten auf die Gefahr durch militante Gruppen finden müssen.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h1 class="wp-block-heading">Zum Weiterlesen</h1>



<p>Links, die mit Sternchen (*) gekennzeichnet sind, führen auf die Seite von Amazon.de. Wenn Sie über diese Links bestellen, unterstützen Sie unsere Arbeit, ohne dass Ihnen Mehrkosten entstehen.</p>



<p>Means, Gordon P. (2009): <a href="https://www.amazon.de/-/en/Gordon-Paul-Means/dp/8130915332?crid=RXM3KEXKYDYP&amp;dib=eyJ2IjoiMSJ9.etZbYhy-0B51Kbwk7L_P34DlE0rYUL-XdoI9jgrSde2_94sVeLykX_8DT958GRmGzVDVXvPBfin9OUnzdrwdLY6M3miCpGe2qHNq6vG67kLJ0V4EvbNSjcu7jHSR1TmchwjzRLsWf1pizaecgCXAHCbLL4J5B16kUhMQ-UuupLkSUaBuNCxG8Levvz7E-te8W0vIHoFhZxMJadEWPalDZWVhgXgfTVHROskfQz80FO0.EN4_sL6F1FhcSgjv4LSrgEFlCTyQCl8Lk0wzd_IP_q0&amp;dib_tag=se&amp;keywords=Political+Islam+in+Southeast+Asia+means&amp;qid=1766131292&amp;sprefix=political+islam+in+southeast+asia+means%2Caps%2C94&amp;sr=8-2&amp;linkCode=ll1&amp;tag=suedostasie01-21&amp;linkId=cdc3756ac1e7f3241dd6556b96bdc8f6&amp;language=en_GB&amp;ref_=as_li_ss_tl">Political Islam in Southeast Asia</a>.*</p>



<p>Huntington, Samuel P. (2002): <a href="https://www.amazon.de/-/en/Kampf-Kulturen-Neugestaltung-Weltpolitik-Jahrhundert/dp/3442151902?crid=DGM3O903CDN4&amp;dib=eyJ2IjoiMSJ9.Da-pAQ-C8PsrqTXEgNCuUFPrhI2C-YUUVYmXK_mGORYtZmh33bGa2iPvBwtYHuEZcgOMzv8PDnwuZKACcfCWFw00yQ3-IUopb3WGW-8496ySYdbt8DN9TxQuj4GRN7jrfTV4_-cpEqHbtKU2DlG_b1ngTPjYGBATo-oa5OCYOJ3VDzoexiYENuQGSuJ_jN6m0tvolT0xUo7bolLksjwhnRNRkKhwmxjoLU5GXyorsdE.l7Egyptu53_m-Nih_CG6J_xk_mhjqIp3yyoBIxpKeEk&amp;dib_tag=se&amp;keywords=Kampf+der+Kulturen&amp;qid=1766131363&amp;sprefix=kampf+der+kulturen%2Caps%2C98&amp;sr=8-1&amp;linkCode=ll1&amp;tag=suedostasie01-21&amp;linkId=049153a80619eea6fc4ea1672c95db7c&amp;language=en_GB&amp;ref_=as_li_ss_tl">Kampf der Kulturen. Die Neugestaltung der Weltpolitik im 21. Jahrhundert</a>.* </p>



<p>Calvert, John (2009): <a href="https://www.amazon.de/-/en/Sayyid-Qutb-Origins-Radical-Islamism/dp/1849049491?crid=1QUSWF25KNHKS&amp;dib=eyJ2IjoiMSJ9.21oJz2wujz6ZV052iP5BJXZIurLQKBdCDW9RM-eDvw_TcPJzusyJKHukySf0t0-HOseQ3dco9uDRYc6W6NtY2z3OCzwxOI9nx0Shtq-8r0UquU3daVBdZcIfuON5vdPFX5imKBFls-lFPCC1n1hGrNmHXNWbMNo-GM7RGISCBOEa7tvqcBGXtE_f0n8dzmttf8i5y0u4p-WFqMa7u1_fT-aWldq7HQspSrzzpsUoMCY.LR6T8ztICbpb6---0eZUen2qyYeXHYnFYFle44MnrUs&amp;dib_tag=se&amp;keywords=Sayyid+Qutb+and+the+Origins+of+Radical+Islam&amp;qid=1766131187&amp;sprefix=sayyid+qutb+and+the+origins+of+radical+islam%2Caps%2C173&amp;sr=8-1&amp;linkCode=ll1&amp;tag=suedostasie01-21&amp;linkId=bb5fb5cf0044e74f0f3b71111ed354bb&amp;language=en_GB&amp;ref_=as_li_ss_tl">Sayyid Qutb and the Origins of Radical Islam</a>: Oxford Univ Press.*</p>



<p>Abuza, Zachary; Clarke, Colin P. : The Islamic State meets Southeast Asia. In: <em>Fortuna&#8217;s Corner Blog</em>, 17.09.2019. Online verfügbar unter <a href="https://fortunascorner.com/2019/09/17/the-islamic-state-meets-southeast-asia/">https://fortunascorner.com/2019/09/17/the-islamic-state-meets-southeast-asia/</a>.</p>



<p>Huda Ismail, Noor: Schooled for Jihad. In: <em>Washington Post</em>, 26.06.2005. Online verfügbar unter <a href="https://www.washingtonpost.com/wp-dyn/content/article/2005/06/25/AR2005062500083.html">https://www.washingtonpost.com/wp-dyn/content/article/2005/06/25/AR2005062500083.html</a>.</p>



<p>Lamb, Kate; Ananda, Teresia: Southeast Asian militant group Jemaah Islamiyah to be disbanded, say its senior leaders. Reuers, 04.07.2024. Online verfügbar:<a href=" https://www.reuters.com/world/asia-pacific/southeast-asian-militant-group-jemaah-islamiyah-be-disbanded-say-its-senior-2024-07-04/"> https://www.reuters.com/world/asia-pacific/southeast-asian-militant-group-jemaah-islamiyah-be-disbanded-say-its-senior-2024-07-04/</a></p>



<p></p>


<ol class="wp-block-footnotes"><li id="bf694712-f057-4461-a35c-7129e1158678"><strong>Hawala </strong>ist ein informelles Finanzsystem, das auf Vertrauensbasis zwischen Händlern oder Geldvermittlern (Hawaladaren) funktioniert. Es ermöglicht Geldtransfers ohne physische Bewegung von Bargeld und ohne Bankkonten, indem ein Netzwerk von Mittelsmännern Einzahlungen an einem Ort entgegennimmt und entsprechende Auszahlungen an einem anderen Ort veranlasst. <a href="#bf694712-f057-4461-a35c-7129e1158678-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 1 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="e0edd9dc-4426-4188-97ad-9f0334ecdcfd">Eine <strong>Madrasah </strong>ist eine islamische Bildungseinrichtung, die traditionell religiöses Wissen vermittelt und den Koran sowie islamische Rechtsprechung lehrt. Sie kann sowohl als einfache Koranschule als auch als komplexe Institution mit Internat funktionieren, wobei der Unterricht oft kostenlos ist und die Schulen häufig durch Spenden oder religiöse Stiftungen finanziert werden. <a href="#e0edd9dc-4426-4188-97ad-9f0334ecdcfd-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 2 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li></ol>


<h3 class="wp-block-heading">Bildnachweis</h3>



<p>Eigene Aufnahmen und public domain.</p>



<p></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.imperien-und-inseln.de/zeitgeschichte/indonesien-malaysia-und-der-globale-jihad/">Indonesien, Malaysia und der globale Jihad</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.imperien-und-inseln.de">Imperien und Inseln</a>.</p>
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		<item>
		<title>Wie die Thai nach Thailand kamen: Eine Geschichte von Migration und kulturellem Austausch</title>
		<link>https://www.imperien-und-inseln.de/altertum/thai-und-dvaravati-die-entstehung-frueher-staatsformen-im-gebiet-des-heutigen-thailand/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[André]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 12 Sep 2024 10:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Die Wanderung der Thai nach Südostasien Die Geschichte Thailands ist geprägt von Migrationsbewegungen und kulturellem Austausch. Nach verbreiteten Theorien wanderten die Thai im 7. bis 9. Jahrhundert aus dem südlichen &#8230; </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.imperien-und-inseln.de/altertum/thai-und-dvaravati-die-entstehung-frueher-staatsformen-im-gebiet-des-heutigen-thailand/">Wie die Thai nach Thailand kamen: Eine Geschichte von Migration und kulturellem Austausch</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.imperien-und-inseln.de">Imperien und Inseln</a>.</p>
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<h5 class="wp-block-heading">Die Wanderung der Thai nach Südostasien</h5>



<p>Die Geschichte Thailands ist geprägt von Migrationsbewegungen und kulturellem Austausch. Nach verbreiteten Theorien wanderten die Thai im 7. bis 9. Jahrhundert aus dem südlichen China und nördlichen Vietnam in das heutige Thailand. Ihr Ursprung wird im Gebiet um den Roten Fluss sowie in den Provinzen Guizhou und Guangxi verortet. Mit sich brachten sie fortschrittliche Kenntnisse des Reisanbaus und damit einhergehende gesellschaftliche Strukturen.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-medium"><img loading="lazy" decoding="async" width="300" height="190" src="https://imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/08/Tai_Migration.svg_-300x190.png" alt="" class="wp-image-205" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/08/Tai_Migration.svg_-300x190.png 300w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/08/Tai_Migration.svg_-1024x650.png 1024w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/08/Tai_Migration.svg_-768x487.png 768w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/08/Tai_Migration.svg_.png 1280w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption class="wp-element-caption">Ausbreitung der Tai-Sprache von China aus</figcaption></figure>
</div>


<p>Die Thai organisierten ihre Gesellschaft in sogenannten ‚Müang‘, was Verwaltungsbezirke waren, die oft ein städtisches Zentrum und umliegende Dörfer umfassten. In den Dörfern betrieben unabhängige Familien Landwirtschaft, während im Zentrum eine Aristokratie die politische und administrative Führung übernahm. Diese Elite regelte gesellschaftliche und ökonomische Fragen, insbesondere jene, die den Reisanbau betrafen. Zudem verfügte sie über militärische Kräfte und errichtete oft befestigte Stadtzentren zum Schutz der Bevölkerung.</p>



<h5 class="wp-block-heading">Das Königreich Dvaravati: Die Mon und ihr Erbe</h5>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignleft size-medium"><img loading="lazy" decoding="async" width="300" height="300" src="https://imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/08/DvaravatiMapThailand-300x300.png" alt="" class="wp-image-206" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/08/DvaravatiMapThailand-300x300.png 300w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/08/DvaravatiMapThailand-150x150.png 150w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption class="wp-element-caption">Siedlungsraum der Mon</figcaption></figure>
</div>


<p>Parallel zur Einwanderung der Thai etablierte sich ab dem 6. Jahrhundert das Königreich Dvaravati, gegründet vom Volk der Mon. Mit der Hauptstadt Nakhon Pathom, die der Überlieferung nach mehr als 2000 Jahre alt sein soll, erstreckte sich Dvaravati über weite Teile des heutigen Zentral- und Nordostthailands. Es bildete eine lose Föderation von Stadtstaaten und spielte eine bedeutende Rolle als Vermittler indischer Kultur in Südostasien.</p>



<p>Ein bedeutendes Zeugnis dieser Zeit ist der Phra Pathommachedi<sup data-fn="2d3f5661-685d-4cd0-b460-eea039c98361" class="fn"><a id="2d3f5661-685d-4cd0-b460-eea039c98361-link" href="#2d3f5661-685d-4cd0-b460-eea039c98361">1</a></sup> in Nakhon Pathom. Legenden datieren seinen Ursprung ins 3. Jahrhundert v. Chr. und verbinden ihn mit der Missionstätigkeit Kaiser Ashokas, doch archäologische Funde sprechen für eine Entstehung im 4. Jahrhundert n. Chr. In der Blütezeit Dvaravatis vom 6. bis 8. Jahrhundert war er eines der wichtigsten Heiligtümer der Region. Die heutige Struktur des Bauwerks ist das Ergebnis zahlreicher späterer Umbauten.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-medium"><img loading="lazy" decoding="async" width="225" height="300" src="https://imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/08/IMG_20221130_110748-225x300.jpg" alt="" class="wp-image-208" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/08/IMG_20221130_110748-225x300.jpg 225w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/08/IMG_20221130_110748-768x1024.jpg 768w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/08/IMG_20221130_110748-1152x1536.jpg 1152w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/08/IMG_20221130_110748-1536x2048.jpg 1536w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/08/IMG_20221130_110748-scaled.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px" /><figcaption class="wp-element-caption">Phra Pathommachedi: In der jetzigen Form 1870 fertiggestellt</figcaption></figure>
</div>


<p>Im Gegensatz zu späteren Reichen war Dvaravati keine zentralisierte Monarchie, sondern ein Verbund autonomer Stadtstaaten. Diese Struktur ermöglichte es den einzelnen Städten, ihre eigenen Traditionen zu bewahren und gleichzeitig von einem übergreifenden kulturellen Austausch zu profitieren. Die Archäologie hat zahlreiche Siedlungen identifiziert, die durch gemeinsame kulturelle Merkmale verbunden waren, darunter charakteristische Münzen, Rad-des-Gesetzes-Skulpturen<sup data-fn="ec148999-3e22-4aee-8525-230a5a113def" class="fn"><a id="ec148999-3e22-4aee-8525-230a5a113def-link" href="#ec148999-3e22-4aee-8525-230a5a113def">2</a></sup> und eine distinktive Kunsttradition.</p>



<p>Dvaravati adaptierte und verbreitete verschiedene Aspekte indischer Zivilisation, darunter buddhistische und hinduistische Religionspraktiken, Schriftsysteme, Rechtsvorstellungen und Verwaltungsformen. Diese kulturelle Synthese prägte nachhaltig die Entwicklung der gesamten Region. Das Reich blühte vom 6. bis zum späten 11. Jahrhundert und beeinflusste nachhaltig die Kulturen der Khmer, Burmesen und Thai in Bereichen wie Schrift, Kunst und Verwaltung.</p>



<h5 class="wp-block-heading">Der Niedergang von Dvaravati und sein Einfluss auf spätere Reiche</h5>



<p>Trotz seiner kulturellen Bedeutung blieb Dvaravati politisch oft im Schatten mächtigerer Nachbarn. Im 10. Jahrhundert geriet es unter den Einfluss des expandierenden Khmer-Reiches, was schließlich zu seinem Niedergang führte. Viele kulturelle Errungenschaften überdauerten jedoch und prägten die nachfolgenden Reiche.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignleft size-medium"><img loading="lazy" decoding="async" width="300" height="200" src="https://imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/08/Khao_Khlang_Nak-004-300x200.jpg" alt="" class="wp-image-209" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/08/Khao_Khlang_Nak-004-300x200.jpg 300w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/08/Khao_Khlang_Nak-004-1024x683.jpg 1024w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/08/Khao_Khlang_Nak-004-768x512.jpg 768w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/08/Khao_Khlang_Nak-004-1536x1024.jpg 1536w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/08/Khao_Khlang_Nak-004-2048x1366.jpg 2048w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2024/08/Khao_Khlang_Nak-004.jpg 1600w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption class="wp-element-caption"><strong>Si Thep Historical Park</strong></figcaption></figure>
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<p>Die Erforschung Dvaravatis basiert hauptsächlich auf archäologischen Funden, da schriftliche Quellen rar sind. Ausgrabungen haben beeindruckende Artefakte zutage gefördert, darunter kunstvolle Buddhastatuen, Terrakotta-Skulpturen und aufwendig gestaltete Architekturelemente. Diese Funde zeugen von einer hochentwickelten Kultur, die einen wichtigen Beitrag zur Formung der südostasiatischen Zivilisation leistete.</p>



<p>Die Besiedlung und kulturelle Entwicklung Thailands erstreckte sich über Jahrtausende. Aus einfachen Siedlungen entstanden komplexe Gesellschaften und frühe Staatsgebilde. Der Begriff &#8218;Müang&#8216;, der damals für Verwaltungsbezirke stand, wird bis heute sowohl für Bezirke als auch für administrative Zentren verwendet.</p>



<p>Diese frühen Entwicklungen bilden das Fundament der heutigen thailändischen Kultur, die Einflüsse vieler Völker und Epochen in sich vereint. Sie zeigen die Anpassungsfähigkeit und den Innovationsgeist der Menschen in Südostasien. Das Erbe Dvaravatis prägt bis heute die kulturelle Identität Thailands.</p>



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<h3 class="wp-block-heading">Zum Weiterlesen</h3>



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<p>Volker Grabowsky:&nbsp;<a href="https://www.amazon.de/Kleine-Geschichte-Thailands-Volker-Grabowsky/dp/3406601294?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;crid=1D653GKSUR0EX&amp;dib=eyJ2IjoiMSJ9.A9HfjHKfdExLb7AJBiXt5pw3hTff5mNu2ow1eWWgFssN4Z2Gynpc-0ESv5i9J0a0mfJHJQ2WC9XenEnnAzjgE5RM1s1fttgbEtSlEy6zTdXBP_84dUqnRXbJu-UX6CI8nX-ec_5Q7p17p2joUdJDFwnZLEDamTeO0_7n9J9JaBSDrz1f0SvztdmkSY0iO7PCQmSEOeiUEYN0FsXLUEGI2Ro6SKc5mn5y0uMXCyYjtlU.3sCNR5Rw61f_2PqIj5icc7p4Enup-wMMu4Wi1piJCL8&amp;dib_tag=se&amp;keywords=Kleine+Geschichte+Thailands&amp;qid=1756528491&amp;sprefix=kleine+geschichte+thailands%2Caps%2C247&amp;sr=8-1&amp;linkCode=ll1&amp;tag=suedostasie01-21&amp;linkId=bf39cf1e63423e003b4355ca1b9e5002&amp;language=de_DE&amp;ref_=as_li_ss_tl">Kleine Geschichte Thailands</a>, 2010– Deutsches Standardwerk zum schnellen Einstieg.*</p>



<h3 class="wp-block-heading">Bildnachweis</h3>



<p>Karte Tai-Sprache: Wikimedia Commons, Mendduets.<br>Karte Mon: Wikimedia Commons, Heinrich Damm.<br>Si Thep Historical Park: Wikimedia Commons, Ddalbiez.<br>Weitere Bilder: eigene Aufnahmen.<br></p>


<ol class="wp-block-footnotes"><li id="2d3f5661-685d-4cd0-b460-eea039c98361">Ein <strong>Chedi</strong> ist ein buddhistischer Stupa, der als Reliquienschrein dient. Er hat oft eine charakteristische, kuppelförmige oder spitz zulaufende Struktur und beherbergt in der Regel religiöse Artefakte oder Überreste, wie Asche von Mönchen oder heiligen Persönlichkeiten. Chedis sind zentrale Bauwerke in vielen buddhistischen Tempelanlagen in Südostasien. <a href="#2d3f5661-685d-4cd0-b460-eea039c98361-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 1 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="ec148999-3e22-4aee-8525-230a5a113def">Das <strong>Rad des Gesetzes</strong> (Dharmachakra) ist ein buddhistisches Symbol, das die Lehren des Buddha und den Kreislauf des Lebens und der Wiedergeburt darstellt. Mit seinen acht Speichen steht es für den Achtfachen Pfad, den Weg zur Erleuchtung. <a href="#ec148999-3e22-4aee-8525-230a5a113def-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 2 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.imperien-und-inseln.de/altertum/thai-und-dvaravati-die-entstehung-frueher-staatsformen-im-gebiet-des-heutigen-thailand/">Wie die Thai nach Thailand kamen: Eine Geschichte von Migration und kulturellem Austausch</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.imperien-und-inseln.de">Imperien und Inseln</a>.</p>
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