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	<title>chinesische Lager Archive - Imperien und Inseln</title>
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	<description>Entdeckungsreise durch die Geschichte Asiens</description>
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		<title>Lambing Flat &#8211; Als der Hass auf den Goldfeldern in Gewalt umschlug</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Kuratierte Artikel]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 14 Sep 2026 21:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Am 30. Juni 1861 zogen mehrere Tausend Menschen durch das Goldfeld von Lambing Flat in New South Wales. Über der Menge wehte ein Banner mit der Aufschrift „Roll Up – &#8230; </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.imperien-und-inseln.de/australien/lambing-flat-als-der-hass-auf-den-goldfeldern-in-gewalt-umschlug/">Lambing Flat &#8211; Als der Hass auf den Goldfeldern in Gewalt umschlug</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.imperien-und-inseln.de">Imperien und Inseln</a>.</p>
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<figure class="wp-block-audio"><audio controls src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/09/Australien_Lambing_Flat.mp3"></audio></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Am 30. Juni 1861 zogen mehrere Tausend Menschen durch das Goldfeld von Lambing Flat in New South Wales. Über der Menge wehte ein Banner mit der Aufschrift „Roll Up – No Chinese“. Musiker spielten, Männer trugen Fahnen und viele hatten sich mit Knüppeln oder Werkzeugen bewaffnet. Ihr Ziel waren die Lager der chinesischen Goldsucher.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als die Menge dort eintraf, begann die Gewalt. Zelte wurden niedergerissen, Habseligkeiten geraubt und Männer geschlagen. Angreifer schnitten chinesischen Goldsuchern ihre langen Zöpfe ab. Andere wurden aus dem Lager getrieben. Wer fliehen konnte, suchte Schutz außerhalb des Goldfeldes. Der Angriff vom 30. Juni bildete den Höhepunkt einer Reihe von Ausschreitungen, die Lambing Flat seit Monaten erschütterten.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Gold bei Lambing Flat</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Goldfunde bei Lambing Flat, dem späteren Young, hatten ab 1860 zahlreiche Menschen in das südliche New South Wales gelockt. Europäische und chinesische Diggers trafen dicht nacheinander ein. Wie zuvor in Victoria bildeten die chinesischen Männer Arbeitsgruppen und bearbeiteten ihre Claims gemeinsam sorgfältig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Viele europäische Diggers beobachteten diese Arbeitsweise mit wachsendem Argwohn. Auf einem Goldfeld konnten wenige Meter über Erfolg oder Misserfolg entscheiden. Ein Claim brachte vielleicht wochenlang kaum Ertrag, während eine benachbarte Gruppe Gold fand. Gerüchte verbreiteten sich schnell. Chinesischen Goldsuchern wurde vorgeworfen, besonders ergiebige Stellen zu besetzen oder bereits bearbeitete Flächen erfolgreicher auszuwaschen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hinzu kamen die kulturellen Unterschiede, die bereits auf den Goldfeldern Victorias für Spannungen gesorgt hatten. Die chinesischen Männer lebten häufig in eigenen Lagern und regelten viele Angelegenheiten innerhalb ihrer Gemeinschaften. Ihre Kleidung und ihre Frisuren machten sie auf den Feldern sofort erkennbar.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Lambing Flat trafen diese Vorurteile auf eine Situation, in der viele Goldsucher um Claims und Einkommen konkurrierten.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die ersten Vertreibungen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Bereits Ende 1860 kam es zu Übergriffen. Europäische Diggers versuchten, chinesische Goldsucher aus einzelnen Bereichen des Feldes zu vertreiben. Im Januar 1861 versammelten sich mehrere hundert Männer und zogen zu den chinesischen Lagern. Sie zerstörten Zelte und zwangen die Bewohner zur Flucht.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-medium"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="292" height="300" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/09/LambingFlatRollUpBanner_reworked-292x300.jpg" alt="" class="wp-image-7988" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/09/LambingFlatRollUpBanner_reworked-292x300.jpg 292w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/09/LambingFlatRollUpBanner_reworked-767x789.jpg 767w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/09/LambingFlatRollUpBanner_reworked-996x1024.jpg 996w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/09/LambingFlatRollUpBanner_reworked.jpg 1408w" sizes="(max-width: 292px) 100vw, 292px" /><figcaption class="wp-element-caption">Banner von 1860/61</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Die Kolonialregierung in Sydney erhielt Berichte über die Ausschreitungen und entsandte Polizeikräfte. Einige chinesische Goldsucher kehrten daraufhin zurück. Die Ruhe hielt nur kurze Zeit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf Versammlungen verlangten europäische Diggers erneut die Entfernung der chinesischen Gruppen. Flugblätter und Banner machten aus dieser Forderung eine öffentliche Kampagne. Das bekannteste Banner trug die Worte „Roll Up – No Chinese“. Der Ausdruck „Roll Up“ war auf den Goldfeldern ein vertrauter Aufruf zur Versammlung. In Lambing Flat wurde daraus die Losung einer Bewegung, die Menschen nach ihrer Herkunft vom Goldfeld vertreiben wollte.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ein Konflikt mit der Regierung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Lage brachte auch die Behörden in Schwierigkeiten. Die Regierung von New South Wales wollte die Kontrolle behalten und chinesische Bewohner vor Angriffen schützen. Gleichzeitig besaß die Forderung nach einer Begrenzung chinesischer Einwanderung unter europäischen Schürfern beträchtlichen Rückhalt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Polizisten versuchten, Versammlungen aufzulösen und Anführer festzunehmen. Damit richtete sich die Wut eines Teils der Diggers zunehmend gegen die Staatsgewalt. Die Erinnerung an die Lizenzkonflikte und Eureka war auf den australischen Goldfeldern noch frisch. Einige Teilnehmer stellten ihre Auseinandersetzung mit der Regierung in diese Tradition.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Lage in Lambing Flat unterschied sich in einem entscheidenden Punkt von Eureka. Dort hatten Goldsucher gegen Gebühren, Polizeikontrollen und fehlende politische Mitsprache gekämpft. In Lambing Flat richtete sich die Mobilisierung vor allem gegen eine klar erkennbare Bevölkerungsgruppe. Die Forderung nach Rechten für die eigene Gruppe verband sich mit dem Versuch, chinesischen Goldsuchern den Zugang zu den Feldern zu verwehren.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der 30. Juni 1861</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ende Juni spitzte sich die Lage weiter zu. Als sich die Tausenden Angreifer am 30. Juni in Bewegung setzten, zogen sie vom Sammelpunkt am Tipperary Gully zu den chinesischen Lagern bei Lambing Flat und Back Creek. Dort verwüstete die Menge die Lager und plünderte Vorräte sowie Gold.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein zentraler Akt der Demütigung war dabei das Abschneiden der Zöpfe. Unter der Qing-Dynastie trugen chinesische Männer den vorderen Teil des Kopfes rasiert und das übrige Haar zu einem langen Zopf gebunden. Die Frisur besaß damit eine politische und gesellschaftliche Bedeutung. Wer einem Mann gewaltsam den Zopf abschnitt, griff sichtbar in seine körperliche Erscheinung ein und setzte ihn öffentlich herab.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Viele Opfer flohen durch den Busch. Einige ließen nahezu ihren gesamten Besitz zurück. Die Gewalt zerstörte innerhalb weniger Stunden, was die Bewohner ihrer Lager über Monate aufgebaut hatten.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Soldaten auf dem Goldfeld</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Als die lokale Polizei einige mutmaßliche Beteiligte festnahm, kam es erneut zu Zusammenstößen. Bei einem Gefecht zwischen Diggers und Polizisten wurde ein Mann getötet, weitere wurden verletzt. Die Regierung reagierte nun mit größerer Härte: Ende Juli wurden Soldaten und Marinesoldaten nach Lambing Flat geschickt. Die bewaffnete Präsenz sollte weitere Angriffe verhindern und die Autorität der Kolonialregierung wiederherstellen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit hatte sich ein Streit um chinesische Goldsucher zu einer offenen Krise auf einem der wichtigsten Goldfelder von New South Wales entwickelt. Die Regierung konnte die chinesischen Bewohner zeitweise schützen. Ihre Rückkehr in die zerstörten Lager ließ die vorausgegangenen Monate jedoch nicht vergessen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wer durfte auf den Goldfeldern bleiben?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Ausschreitungen von Lambing Flat zeigen, wie schnell sich die Gesellschaft des Goldrausches verändern konnte. Noch wenige Jahre zuvor hatten Diggers in Ballarat politische Mitsprache und eine gerechtere Behandlung durch die Behörden verlangt. Auf anderen Goldfeldern nutzten europäische Goldsucher nun ihre zahlenmäßige Stärke, um chinesische Konkurrenten zu vertreiben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die Parlamente griffen die Forderungen nach Beschränkungen auf. New South Wales verabschiedete Ende 1861 Gesetze, die die chinesische Einwanderung erschwerten. Andere australische Kolonien hatten ähnliche Maßnahmen bereits eingeführt.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignleft size-medium"><img decoding="async" width="225" height="300" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/09/Commemorative_plaque_for_the_Chinese_Gold_Miners_Memorial_Rookwood_Cemetery-225x300.jpg" alt="" class="wp-image-7989" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/09/Commemorative_plaque_for_the_Chinese_Gold_Miners_Memorial_Rookwood_Cemetery-225x300.jpg 225w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/09/Commemorative_plaque_for_the_Chinese_Gold_Miners_Memorial_Rookwood_Cemetery-768x1024-1.jpg 768w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/09/Commemorative_plaque_for_the_Chinese_Gold_Miners_Memorial_Rookwood_Cemetery.jpg 960w" sizes="(max-width: 225px) 100vw, 225px" /></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Die chinesischen Gemeinden blieben jedoch ein fester Bestandteil Australiens. Viele Männer arbeiteten weiter auf den Goldfeldern, andere eröffneten Geschäfte oder bauten Gemüse für die wachsenden Städte an. Ihre Anwesenheit gehörte längst zum Alltag der Kolonien.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Lambing Flat hinterließ dennoch eine politische Spur. Die Forderung, Menschen anhand ihrer Herkunft den Zugang nach Australien zu erschweren, war inzwischen auf öffentlichen Versammlungen vertreten und in Gesetzen verankert worden. Vierzig Jahre später griff der neu gegründete australische Bundesstaat diesen politischen Kurs wieder auf. Mit dem Immigration Restriction Act von 1901 begann die Politik, die später unter dem Namen White Australia Policy bekannt wurde.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h3 class="wp-block-heading">Zum Weiterlesen</h3>



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<p class="wp-block-paragraph">Paul Sendziuk (2018):&nbsp;<a href="https://amzn.to/4c98vUJ">A History of South Australia</a>.*</p>



<h3 class="wp-block-heading">Bildnachweis</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Titel: Lambing Flat, zur Zeit der Gewalttaten. Zeichnung von 1861.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gedenkstein: Wikimedia Commons, Luke Steward. <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/deed.en">CC BY-SA 4.0</a>.</p>



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