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	<title>Bildungsreformen Archive - Imperien und Inseln</title>
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	<description>Entdeckungsreise durch die Geschichte Asiens</description>
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	<title>Bildungsreformen Archive - Imperien und Inseln</title>
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		<title>Guangxu &#8211; Hofpolitik und begrenzte Handlungsspielräume</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Kuratierte Artikel]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 17 Aug 2026 12:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[China]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Chronik der Qing-Dynastie – Folge 20 Im Frühsommer 1898 arbeitet der junge Kaiser Guangxu täglich an neuen Erlassen. Innerhalb weniger Wochen entstehen Dutzende Reformanordnungen. Sie betreffen Prüfungswesen, Verwaltung, Militär und &#8230; </p>
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<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://www.imperien-und-inseln.de/category/chronik-der-qing-dynastie/">Chronik der Qing-Dynastie – Folge 20</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Frühsommer 1898 arbeitet der junge Kaiser Guangxu täglich an neuen Erlassen. Innerhalb weniger Wochen entstehen Dutzende Reformanordnungen. Sie betreffen Prüfungswesen, Verwaltung, Militär und Bildungsinstitutionen. Beamte in den Provinzen erhalten Anweisungen, über Umsetzungspläne zu berichten. Der Hof wirkt ungewöhnlich aktiv.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Anlass ist eindeutig. Die Niederlage gegen Japan 1894/95 hat die Schwächen des Reiches offengelegt. Der Vertrag von Shimonoseki brachte Gebietsverluste und hohe Entschädigungszahlungen. In Peking wächst die Einsicht, dass Reformen nicht länger aufgeschoben werden können.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Der Kaiser und seine Berater</strong></h3>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-medium"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="200" height="300" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/02/Emperor_Guangxu_in_1902-200x300.jpg" alt="" class="wp-image-6959" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/02/Emperor_Guangxu_in_1902-200x300.jpg 200w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/02/Emperor_Guangxu_in_1902.jpg 500w" sizes="(max-width: 200px) 100vw, 200px" /><figcaption class="wp-element-caption">Das einzig bekannte Foto des Guangxu, 1902</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Guangxu ist seit 1875 Kaiser, doch lange Zeit stand er unter dem Einfluss der Kaiserinwitwe Cixi. In den 1890er Jahren versucht er, eigene Akzente zu setzen. Er sucht den Austausch mit jüngeren Gelehrten, unter ihnen Kang Youwei und Liang Qichao. Diese Männer plädieren für tiefgreifende Veränderungen im Staatswesen – Veränderungen, die Guangxu formal vorantreiben konnte, solange Cixi es zuließ.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie schlagen vor, das Prüfungssystem auf praktische Kenntnisse auszurichten, Verwaltungsabläufe zu beschleunigen und wirtschaftliche Initiativen zu fördern. Auch militärische Ausbildung und Infrastruktur stehen auf der Agenda.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Guangxu greift diese Vorschläge auf. Zwischen Juni und September 1898 entstehen zahlreiche Reformedikte. Die Lokalverwaltungen werden aufgefordert, Umsetzungspläne vorzulegen.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Reformtempo und Widerstand</strong></h3>



<p class="wp-block-paragraph">Das Reformtempo ist hoch. Die Zahl der Erlasse steigt rasch. Viele ältere Beamte sehen ihre Positionen gefährdet. Das traditionelle Prüfungssystem bildet seit Jahrhunderten die Grundlage der Beamtenkarriere. Änderungen greifen tief in bestehende Erwartungen ein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zugleich bleibt unklar, wie die Reformen finanziert und administrativ koordiniert werden sollen. Provinzverwaltungen verfügen über eigene Prioritäten. Militärische Kommandostrukturen liegen vielfach außerhalb direkter Hofkontrolle. Reformerlasse treffen auf einen Verwaltungsapparat, der sich in den vorangegangenen Jahrzehnten stark verändert hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kaiserinwitwe Cixi beobachtet diese Entwicklung aufmerksam. Sie verfügt weiterhin über Netzwerke im Militär und unter hohen Beamten – Netzwerke, die ihr eine Machtgrundlage sicherten, die Guangxus formale Kaiserstellung nie vollständig verdrängt hatte. Ihre Haltung gegenüber den Reformen ist von Vorsicht geprägt. Sie fürchtet Instabilität in einer Situation, in der ausländischer Druck zunimmt.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Der Eingriff</strong></h3>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignleft size-medium"><img decoding="async" width="300" height="242" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/02/NANKING_ARSENAL-300x242.jpg" alt="" class="wp-image-6958" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/02/NANKING_ARSENAL-300x242.jpg 300w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/02/NANKING_ARSENAL-1024x826.jpg 1024w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/02/NANKING_ARSENAL-768x620.jpg 768w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/02/NANKING_ARSENAL.jpg 1280w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Als Guangxu im September 1898 versuchte, loyale Generäle in Schlüsselpositionen zu bringen, handelte Cixi. Guangxu wird isoliert. Sechs seiner Berater werden verhaftet und hingerichtet – die sogenannten Sechs Gentlemen von Wuxu. Kang Youwei und Liang Qichao entkommen ins Ausland. Cixi übernimmt erneut die unmittelbare Leitung der Regierungsgeschäfte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Reformerlasse verlieren ihre Wirkung. Einige Projekte werden eingestellt, andere nur eingeschränkt weitergeführt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Eingriff zeigt, dass Reformpolitik im Qing-Reich an die Machtbalance am Hof gebunden ist. Wer regieren wollte, brauchte die Unterstützung militärischer und administrativer Eliten; formale Autorität allein genügte nicht.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Bedeutung der Hundert-Tage-Reform</strong></h3>



<p class="wp-block-paragraph">Die Reformphase von 1898 dauerte nur wenige Monate. Dennoch wirkten viele der diskutierten Themen weiter. Nach dem Boxerkrieg 1900 leitete der Hof selbst Reformen ein – diesmal ohne den Druck einer eigenständigen Kaiserbewegung, aber mit ähnlichen Zielen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Ereignisse von 1898 verdeutlichen, dass das späte Qing-Reich schwierig zu reformieren war. Sie mussten sich gegen provinziell gebundene Militärmacht und konkurrierende Hofnetzwerke durchsetzen &#8211; gegen Kräfte, die sich aktiv gegen Veränderungen wehrten.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h3 class="wp-block-heading">Zum Weiterlesen</h3>



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<p class="wp-block-paragraph">Helweg Schmidt-Glinzer (2024): <a href="https://amzn.to/4kXCTnY">Das neue China: Vom Untergang des Kaiserreichs bis zur Gegenwart</a>.*</p>



<p class="wp-block-paragraph">John K. Fairbank (1978): <a href="https://amzn.to/3ZXuWp5">The Cambridge History of China: Volume 10, Late Ch&#8217;ing 1800 1911, Part 1</a>.*</p>



<p class="wp-block-paragraph">John K. Fairbank (1980): <a href="https://amzn.to/4l368Wn">The Cambridge History of China: Volume 11, Late Ch&#8217;ing, 1800 1911, Part 2</a>.*</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jonathan D. Spence(2024):&nbsp;<em><a href="https://amzn.to/4qVwtH2">The Search for Modern China</a></em>.* Buch oder Audiobook.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Bildnachweis</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Titel: Herrscher-Bild Guanxu.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Alle weiteren Bilder gemeinfrei.</p>
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		<title>Aufbruch und Widerstand – Indochina zwischen Reform, Repression und Revolution</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Kuratierte Artikel]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 25 Aug 2025 12:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Indochina unter französischer Herrschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Serie: Indochina unter französischer Herrschaft Nach außen wirkte die französische Herrschaft in Indochina zu Beginn des 20. Jahrhunderts stabil. Die Verwaltung funktionierte, die Wirtschaft wuchs, die Ordnung schien gesichert. Doch &#8230; </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.imperien-und-inseln.de/neuzeit/aufbruch-und-widerstand-indochina-zwischen-reform-repression-und-revolution/">Aufbruch und Widerstand – Indochina zwischen Reform, Repression und Revolution</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.imperien-und-inseln.de">Imperien und Inseln</a>.</p>
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<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://www.imperien-und-inseln.de/category/indochina-unter-franzoesischer-herrschaft/">Serie: Indochina unter französischer Herrschaft</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach außen wirkte die französische Herrschaft in Indochina zu Beginn des 20. Jahrhunderts stabil. Die Verwaltung funktionierte, die Wirtschaft wuchs, die Ordnung schien gesichert. Doch unter der Oberfläche gärte Unzufriedenheit: soziale Ungleichheit, kulturelle Entfremdung und die Erinnerung an frühere Widerstandsbewegungen ließen neue politische Kräfte entstehen. </p>



<h3 class="wp-block-heading">Bildungsreform und neue Eliten</h3>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-medium"><img decoding="async" width="300" height="261" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/08/Observation_au_microscope_en_Indochine-300x261.jpg" alt="" class="wp-image-4617" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/08/Observation_au_microscope_en_Indochine-300x261.jpg 300w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/08/Observation_au_microscope_en_Indochine-768x668.jpg 768w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/08/Observation_au_microscope_en_Indochine.jpg 960w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption class="wp-element-caption">1920er-Jahre</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Bereits unter Gouverneur Paul Beau (1902–1908) und später unter Albert Sarraut (1911–1914) wurden neue Schulen gegründet, darunter auch reformorientierte vietnamesische Initiativen wie die Tonkin-Schule (Đông Kinh Nghĩa Thục) in Hanoi. Dort wurde Geschichte, Literatur, Mathematik und Naturkunde in <a href="https://www.imperien-und-inseln.de/vietnam/von-hanzi-zu-quoc-ngu-die-schriftgeschichte-vietnams/">quốc ngữ </a>unterrichtet, einem Alphabet, das auf lateinischen Buchstaben basiert. Dieses Orientieren an der westlichen Bildungsstruktur war sogleich ein Bruch mit der <a href="https://www.imperien-und-inseln.de/titel/die-eliteschmiede-im-qing-china/">konfuzianischen Gelehrtenbildung</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Kolonialverwaltung förderte einerseits auf diese Weise eine neue Elite, hielt sie aber zugleich in Abhängigkeit. Gut ausgebildete Vietnamesen erhielten untergeordnete Stellen in Verwaltung und Wirtschaft, nicht aber politischen Einfluss. Die Frustration einer gebildeten, aber machtlosen Generation wurde zum Nährboden für Opposition.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Reformer und Nationalisten</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Zwei einflussreiche Intellektuelle der Zeit waren Phan Bội Châu und Phan Chu Trinh. Phan Bội Châu forderte eine radikale Unabhängigkeit unter Rückgriff auf monarchistische Strukturen und reiste nach Japan, um ein neues Modell asiatischer Stärke zu studieren. Phan Chu Trinh hingegen setzte auf friedliche Reformen innerhalb des bestehenden Systems. Beide einte der Wunsch nach nationaler Selbstbestimmung, doch ihre Wege und Zielvorstellungen unterschieden sich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Inspiriert von Japan, China und zunehmend auch von Europa begannen vietnamesische Intellektuelle, Zeitungen zu gründen, Bücher zu publizieren und politische Netzwerke zu knüpfen. Die Kolonialverwaltung beobachtete diese Aktivitäten mit Misstrauen, tolerierte sie zeitweise und griff schließlich hart durch.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Migration, Städte und neue Räume</h3>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignleft size-medium"><img loading="lazy" decoding="async" width="300" height="214" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/08/La_rue_Catinat_Saigon_PV0019664-300x214.jpg" alt="" class="wp-image-4619" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/08/La_rue_Catinat_Saigon_PV0019664-300x214.jpg 300w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/08/La_rue_Catinat_Saigon_PV0019664-768x547.jpg 768w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/08/La_rue_Catinat_Saigon_PV0019664.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption class="wp-element-caption">Stadtleben: Saigon in den 1920ern</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Währenddessen veränderten sich auch die sozialen Strukturen. Die Migration in die Städte, besonders nach Saigon, Hanoi und Haiphong, schuf neue urbane Milieus. Dort entstanden Arbeitervereine, Lesezirkel und Diskussionsgruppen. Viele junge Vietnamesen kamen hier erstmals in Kontakt mit sozialistischen, anarchistischen oder nationalistischen Ideen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die politische Öffentlichkeit verlagerte sich von den Dörfern in die Städte. Auch Frauen fanden zunehmend Zugang zu Bildung, Erwerbsarbeit und öffentlichen Debatten, wenn auch in begrenztem Umfang.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Frankreichs Reaktion: Überwachung und Gewalt</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Die Kolonialverwaltung reagierte mit einem doppelten Ansatz: Modernisierung einerseits, Repression andererseits. Überwachung, Zensur und politische Prozesse nahmen zu. Aktivisten wie Phan Bội Châu wurden verhaftet, Zeitungen verboten, Schulen geschlossen. Besonders nach dem Ersten Weltkrieg verschärfte sich das Vorgehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gleichzeitig investierte Frankreich in Infrastruktur, Gesundheitswesen und Bildung, jedoch stets unter kolonialen Vorzeichen. Fortschritt diente der Stabilisierung des Systems, nicht dessen Öffnung.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Internationale Einflüsse und kommunistische Strömungen</h3>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-medium"><img loading="lazy" decoding="async" width="234" height="300" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/08/Ho_Chi_Minh_Sung_Man_Cho_Victoria_Prison_1930-234x300.png" alt="" class="wp-image-4620" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/08/Ho_Chi_Minh_Sung_Man_Cho_Victoria_Prison_1930-234x300.png 234w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/08/Ho_Chi_Minh_Sung_Man_Cho_Victoria_Prison_1930.png 500w" sizes="auto, (max-width: 234px) 100vw, 234px" /><figcaption class="wp-element-caption">Ho Chi Minh, 1930</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Ab den 1920er Jahren kamen neue Impulse aus dem Ausland. Vietnamesische Intellektuelle im Exil in Japan, China, Frankreich oder der Sowjetunion gründeten neue Bewegungen. Die Vietnamese Revolutionary Youth League, 1925 von Hồ Chí Minh in Guangzhou gegründet, verband nationalen Befreiungswillen mit marxistischer Analyse. Bald bildeten sich kommunistische Zellen in Vietnam selbst.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Einfluss der Oktoberrevolution und der internationalen Arbeiterbewegung verlieh dem vietnamesischen Antikolonialismus eine neue Richtung. Organisiert, ideologisch gefestigt und mit globaler Perspektive.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Die Kolonie in der Krise</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Die Weltwirtschaftskrise traf Indochina ab 1929 mit voller Wucht. Der Exportpreis für Reis brach um 60 Prozent ein, der für Kautschuk um über 90 Prozent. Französische Plantagenbesitzer und Minengesellschaften reagierten mit massiven Lohnkürzungen und Entlassungen. Gleichzeitig hielt die Kolonialverwaltung an hohen Steuern fest, die Bauern bis zu einem Viertel ihrer Ernte kosteten. Als 1930 in Nord-Annam eine Dürre die Reisernte vernichtete, eskalierten diese Faktoren zur humanitären Katastrophe: Zwischen 1930 und 1931 starben 1 bis 2 Millionen Menschen an Hunger. Reis wurde weiter nach China und Japan exportiert, um Devisen zu beschaffen, während lokale Behörden Hilfslieferungen blockierten. Diese Politik radikalisierte selbst gemäßigte Bevölkerungsgruppen und trieb Tausende in die Arme nationalistischer und kommunistischer Bewegungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In den späten 1930er Jahren war Indochina politisch aufgeladen. Die Kolonialverwaltung hatte die äußere Kontrolle behalten, aber den inneren Zusammenhalt verloren. Der Druck von unten wuchs, besonders in den Städten, bei Arbeitern, Schülern und ehemaligen Soldaten. Die Weltwirtschaftskrise verschärfte die Lage zusätzlich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Frankreich reagierte mit weiteren Einschränkungen. Doch es war klar: Die Zeit des unangefochtenen Kolonialregimes ging zu Ende. Die Grundlagen für spätere Erhebungen waren gelegt, denn die Kolonie war politisiert, vernetzt und in Teilen zum Widerstand bereit.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/08/Presidential_Palace_of_Vietnam-1-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-4621" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/08/Presidential_Palace_of_Vietnam-1-1024x768.jpg 1024w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/08/Presidential_Palace_of_Vietnam-1-300x225.jpg 300w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/08/Presidential_Palace_of_Vietnam-1-768x576.jpg 768w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2025/08/Presidential_Palace_of_Vietnam-1.jpg 1280w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Der Präsidentenpalat in Hanoi war ab 1900 für den französischen Gouverneur gebaut worden</figcaption></figure>
</div>


<h3 class="wp-block-heading">Zum Weiterlesen</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Links, die mit Sternchen (*) gekennzeichnet sind, führen auf die Seite von Amazon.de. Wenn Sie über diese Links bestellen, unterstützen Sie unsere Arbeit, ohne dass Ihnen Mehrkosten entstehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Brocheux, Pierre: <em><a href="https://www.amazon.de/Indochina-Vietnam-Revolution-Global-Perspective/dp/0520269748?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;dib=eyJ2IjoiMSJ9.hp5IpbFnQZNSXro1Obt_ZPj3fJWWcFFr4EYS0P5NkhY.aaMIWMsug-wSBHg4_bmly7ktq_jdNH1yvFcur4u96g4&amp;dib_tag=se&amp;keywords=Brocheux%2C+Pierre%3A+%22Indochina%3A+An+Ambiguous+Colonization&amp;qid=1755954043&amp;sr=8-1&amp;linkCode=ll1&amp;tag=suedostasie01-21&amp;linkId=2af6a59f1f71a99cb933eca1d8646d08&amp;language=de_DE&amp;ref_=as_li_ss_tl">Indochina: An Ambiguous Colonization, 1858–1954</a></em>, 2009.*</p>



<p class="wp-block-paragraph">Großheim, Martin: <a href="https://www.amazon.de/Ho-Chi-Minh-geheimnisvolle-Revolution%C3%A4r/dp/3406622089?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;crid=2VL19C56F6EU2&amp;dib=eyJ2IjoiMSJ9.nMK1nrYHMvvyu-keUnU7oFpqeRekPGWpLetq_WemYf9Jf9YfFJAgPdvPaeg57kdRl6CVilcWiQk5Nw9wEC507DfvPCOGD07FO2pU3EnTMcvIQ4psmLHEW0faBb56hK-wF52HgDLzAbUQUIDCNfZgC2iyMgkelC82PnYukNGWk8j7igmWCWwMobJGtuq8-VoNfqtBsZYQYtbZcRk7DvxT2gQQbXJ5NreWpisWIyj0orI.zuHWkHS9zI22DpisysygK_0kp61kq60w8fjODzTzcM0&amp;dib_tag=se&amp;keywords=ho+chi+minh+biografie&amp;qid=1755954290&amp;sprefix=ho+chi+minh+biografie%2Caps%2C658&amp;sr=8-1&amp;linkCode=ll1&amp;tag=suedostasie01-21&amp;linkId=b6959922007a31fceebe13ef879dfbc6&amp;language=de_DE&amp;ref_=as_li_ss_tl">Ho Chi Minh: Der geheimnisvolle Revolutionär</a>, 2011.*</p>



<h3 class="wp-block-heading">Bildnachweis</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Titel: Palast des Generalgouverneurs in Saigon, in den 1920ern.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.imperien-und-inseln.de/neuzeit/aufbruch-und-widerstand-indochina-zwischen-reform-repression-und-revolution/">Aufbruch und Widerstand – Indochina zwischen Reform, Repression und Revolution</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.imperien-und-inseln.de">Imperien und Inseln</a>.</p>
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