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	<title>australischer Goldrausch Archive - Imperien und Inseln</title>
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	<description>Entdeckungsreise durch die Geschichte Asiens</description>
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		<title>Lambing Flat &#8211; Als der Hass auf den Goldfeldern in Gewalt umschlug</title>
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		<pubDate>Mon, 14 Sep 2026 21:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Am 30. Juni 1861 zogen mehrere Tausend Menschen durch das Goldfeld von Lambing Flat in New South Wales. Über der Menge wehte ein Banner mit der Aufschrift „Roll Up – &#8230; </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.imperien-und-inseln.de/australien/lambing-flat-als-der-hass-auf-den-goldfeldern-in-gewalt-umschlug/">Lambing Flat &#8211; Als der Hass auf den Goldfeldern in Gewalt umschlug</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.imperien-und-inseln.de">Imperien und Inseln</a>.</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Am 30. Juni 1861 zogen mehrere Tausend Menschen durch das Goldfeld von Lambing Flat in New South Wales. Über der Menge wehte ein Banner mit der Aufschrift „Roll Up – No Chinese“. Musiker spielten, Männer trugen Fahnen und viele hatten sich mit Knüppeln oder Werkzeugen bewaffnet. Ihr Ziel waren die Lager der chinesischen Goldsucher.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als die Menge dort eintraf, begann die Gewalt. Zelte wurden niedergerissen, Habseligkeiten geraubt und Männer geschlagen. Angreifer schnitten chinesischen Goldsuchern ihre langen Zöpfe ab. Andere wurden aus dem Lager getrieben. Wer fliehen konnte, suchte Schutz außerhalb des Goldfeldes. Der Angriff vom 30. Juni bildete den Höhepunkt einer Reihe von Ausschreitungen, die Lambing Flat seit Monaten erschütterten.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Gold bei Lambing Flat</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Goldfunde bei Lambing Flat, dem späteren Young, hatten ab 1860 zahlreiche Menschen in das südliche New South Wales gelockt. Europäische und chinesische Diggers trafen dicht nacheinander ein. Wie zuvor in Victoria bildeten die chinesischen Männer Arbeitsgruppen und bearbeiteten ihre Claims gemeinsam sorgfältig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Viele europäische Diggers beobachteten diese Arbeitsweise mit wachsendem Argwohn. Auf einem Goldfeld konnten wenige Meter über Erfolg oder Misserfolg entscheiden. Ein Claim brachte vielleicht wochenlang kaum Ertrag, während eine benachbarte Gruppe Gold fand. Gerüchte verbreiteten sich schnell. Chinesischen Goldsuchern wurde vorgeworfen, besonders ergiebige Stellen zu besetzen oder bereits bearbeitete Flächen erfolgreicher auszuwaschen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hinzu kamen die kulturellen Unterschiede, die bereits auf den Goldfeldern Victorias für Spannungen gesorgt hatten. Die chinesischen Männer lebten häufig in eigenen Lagern und regelten viele Angelegenheiten innerhalb ihrer Gemeinschaften. Ihre Kleidung und ihre Frisuren machten sie auf den Feldern sofort erkennbar.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Lambing Flat trafen diese Vorurteile auf eine Situation, in der viele Goldsucher um Claims und Einkommen konkurrierten.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die ersten Vertreibungen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Bereits Ende 1860 kam es zu Übergriffen. Europäische Diggers versuchten, chinesische Goldsucher aus einzelnen Bereichen des Feldes zu vertreiben. Im Januar 1861 versammelten sich mehrere hundert Männer und zogen zu den chinesischen Lagern. Sie zerstörten Zelte und zwangen die Bewohner zur Flucht.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-medium"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="292" height="300" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/09/LambingFlatRollUpBanner_reworked-292x300.jpg" alt="" class="wp-image-7988" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/09/LambingFlatRollUpBanner_reworked-292x300.jpg 292w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/09/LambingFlatRollUpBanner_reworked-767x789.jpg 767w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/09/LambingFlatRollUpBanner_reworked-996x1024.jpg 996w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/09/LambingFlatRollUpBanner_reworked.jpg 1408w" sizes="(max-width: 292px) 100vw, 292px" /><figcaption class="wp-element-caption">Banner von 1860/61</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Die Kolonialregierung in Sydney erhielt Berichte über die Ausschreitungen und entsandte Polizeikräfte. Einige chinesische Goldsucher kehrten daraufhin zurück. Die Ruhe hielt nur kurze Zeit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf Versammlungen verlangten europäische Diggers erneut die Entfernung der chinesischen Gruppen. Flugblätter und Banner machten aus dieser Forderung eine öffentliche Kampagne. Das bekannteste Banner trug die Worte „Roll Up – No Chinese“. Der Ausdruck „Roll Up“ war auf den Goldfeldern ein vertrauter Aufruf zur Versammlung. In Lambing Flat wurde daraus die Losung einer Bewegung, die Menschen nach ihrer Herkunft vom Goldfeld vertreiben wollte.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ein Konflikt mit der Regierung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Lage brachte auch die Behörden in Schwierigkeiten. Die Regierung von New South Wales wollte die Kontrolle behalten und chinesische Bewohner vor Angriffen schützen. Gleichzeitig besaß die Forderung nach einer Begrenzung chinesischer Einwanderung unter europäischen Schürfern beträchtlichen Rückhalt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Polizisten versuchten, Versammlungen aufzulösen und Anführer festzunehmen. Damit richtete sich die Wut eines Teils der Diggers zunehmend gegen die Staatsgewalt. Die Erinnerung an die Lizenzkonflikte und Eureka war auf den australischen Goldfeldern noch frisch. Einige Teilnehmer stellten ihre Auseinandersetzung mit der Regierung in diese Tradition.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Lage in Lambing Flat unterschied sich in einem entscheidenden Punkt von Eureka. Dort hatten Goldsucher gegen Gebühren, Polizeikontrollen und fehlende politische Mitsprache gekämpft. In Lambing Flat richtete sich die Mobilisierung vor allem gegen eine klar erkennbare Bevölkerungsgruppe. Die Forderung nach Rechten für die eigene Gruppe verband sich mit dem Versuch, chinesischen Goldsuchern den Zugang zu den Feldern zu verwehren.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der 30. Juni 1861</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ende Juni spitzte sich die Lage weiter zu. Als sich die Tausenden Angreifer am 30. Juni in Bewegung setzten, zogen sie vom Sammelpunkt am Tipperary Gully zu den chinesischen Lagern bei Lambing Flat und Back Creek. Dort verwüstete die Menge die Lager und plünderte Vorräte sowie Gold.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein zentraler Akt der Demütigung war dabei das Abschneiden der Zöpfe. Unter der Qing-Dynastie trugen chinesische Männer den vorderen Teil des Kopfes rasiert und das übrige Haar zu einem langen Zopf gebunden. Die Frisur besaß damit eine politische und gesellschaftliche Bedeutung. Wer einem Mann gewaltsam den Zopf abschnitt, griff sichtbar in seine körperliche Erscheinung ein und setzte ihn öffentlich herab.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Viele Opfer flohen durch den Busch. Einige ließen nahezu ihren gesamten Besitz zurück. Die Gewalt zerstörte innerhalb weniger Stunden, was die Bewohner ihrer Lager über Monate aufgebaut hatten.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Soldaten auf dem Goldfeld</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Als die lokale Polizei einige mutmaßliche Beteiligte festnahm, kam es erneut zu Zusammenstößen. Bei einem Gefecht zwischen Diggers und Polizisten wurde ein Mann getötet, weitere wurden verletzt. Die Regierung reagierte nun mit größerer Härte: Ende Juli wurden Soldaten und Marinesoldaten nach Lambing Flat geschickt. Die bewaffnete Präsenz sollte weitere Angriffe verhindern und die Autorität der Kolonialregierung wiederherstellen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit hatte sich ein Streit um chinesische Goldsucher zu einer offenen Krise auf einem der wichtigsten Goldfelder von New South Wales entwickelt. Die Regierung konnte die chinesischen Bewohner zeitweise schützen. Ihre Rückkehr in die zerstörten Lager ließ die vorausgegangenen Monate jedoch nicht vergessen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wer durfte auf den Goldfeldern bleiben?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Ausschreitungen von Lambing Flat zeigen, wie schnell sich die Gesellschaft des Goldrausches verändern konnte. Noch wenige Jahre zuvor hatten Diggers in Ballarat politische Mitsprache und eine gerechtere Behandlung durch die Behörden verlangt. Auf anderen Goldfeldern nutzten europäische Goldsucher nun ihre zahlenmäßige Stärke, um chinesische Konkurrenten zu vertreiben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die Parlamente griffen die Forderungen nach Beschränkungen auf. New South Wales verabschiedete Ende 1861 Gesetze, die die chinesische Einwanderung erschwerten. Andere australische Kolonien hatten ähnliche Maßnahmen bereits eingeführt.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignleft size-medium"><img decoding="async" width="225" height="300" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/09/Commemorative_plaque_for_the_Chinese_Gold_Miners_Memorial_Rookwood_Cemetery-225x300.jpg" alt="" class="wp-image-7989" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/09/Commemorative_plaque_for_the_Chinese_Gold_Miners_Memorial_Rookwood_Cemetery-225x300.jpg 225w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/09/Commemorative_plaque_for_the_Chinese_Gold_Miners_Memorial_Rookwood_Cemetery-768x1024-1.jpg 768w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/09/Commemorative_plaque_for_the_Chinese_Gold_Miners_Memorial_Rookwood_Cemetery.jpg 960w" sizes="(max-width: 225px) 100vw, 225px" /></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Die chinesischen Gemeinden blieben jedoch ein fester Bestandteil Australiens. Viele Männer arbeiteten weiter auf den Goldfeldern, andere eröffneten Geschäfte oder bauten Gemüse für die wachsenden Städte an. Ihre Anwesenheit gehörte längst zum Alltag der Kolonien.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Lambing Flat hinterließ dennoch eine politische Spur. Die Forderung, Menschen anhand ihrer Herkunft den Zugang nach Australien zu erschweren, war inzwischen auf öffentlichen Versammlungen vertreten und in Gesetzen verankert worden. Vierzig Jahre später griff der neu gegründete australische Bundesstaat diesen politischen Kurs wieder auf. Mit dem Immigration Restriction Act von 1901 begann die Politik, die später unter dem Namen White Australia Policy bekannt wurde.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h3 class="wp-block-heading">Zum Weiterlesen</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Links, die mit Sternchen (*) gekennzeichnet sind, führen auf die Seite von Amazon.de. Wenn Sie über diese Links bestellen, unterstützen Sie unsere Arbeit, ohne dass Ihnen Mehrkosten entstehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Paul Sendziuk (2018):&nbsp;<a href="https://amzn.to/4c98vUJ">A History of South Australia</a>.*</p>



<h3 class="wp-block-heading">Bildnachweis</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Titel: Lambing Flat, zur Zeit der Gewalttaten. Zeichnung von 1861.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gedenkstein: Wikimedia Commons, Luke Steward. <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/deed.en">CC BY-SA 4.0</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Alle weiteren Bilder gemeinfrei.</p>
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		<title>Chinesische Goldsucher in Australien des 19. Jahrhunderts</title>
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		<pubDate>Fri, 14 Aug 2026 12:00:00 +0000</pubDate>
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<p>Der Beitrag <a href="https://www.imperien-und-inseln.de/australien/chinesische-goldsucher-in-australien-des-19-jahrhunderts/">Chinesische Goldsucher in Australien des 19. Jahrhunderts</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.imperien-und-inseln.de">Imperien und Inseln</a>.</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Ab 1856 gingen viele Schiffe mit chinesischen Auswanderern im Hafen von Robe an Land. Von dort machten sich die Männer zu Fuß auf den Weg zu den Goldfeldern in Victoria. Wochenlang zogen sie über staubige Straßen und schmale Pfade in Richtung Ballarat und Bendigo. Die Strapazen nahmen sie bewusst in Kauf. Victoria erhob inzwischen eine Kopfsteuer auf chinesische Einwanderer und begrenzte ihre Zahl pro Schiff. Als die ersten Gruppen die Goldfelder erschöpft erreichten, begann ein Kapitel, das die australische Geschichte weit über den Goldrausch hinaus prägen sollte.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ein weiter Weg aus Südchina</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die meisten chinesischen Goldsucher stammten aus der Provinz Guangdong. Kriege, Hungersnöte und wirtschaftliche Not erschwerten dort seit Jahren das Leben. Viele Dörfer sammelten Geld, um einzelnen Männern die Reise nach Australien zu ermöglichen. Die Hoffnung war einfach: Wer Gold fand, sollte seine Familie unterstützen und später zurückkehren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nur wenige reisten allein. Häufig schlossen sich Männer aus demselben Dorf oder derselben Region zusammen. Sie teilten die Kosten der Überfahrt, organisierten ihre Ausrüstung gemeinsam und unterstützten sich unterwegs. Dieses Vorgehen unterschied sich deutlich von vielen europäischen Goldsuchern, die oft als Einzelpersonen oder in kleinen Gruppen unterwegs waren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch auf dem langen Marsch von Robe nach Victoria blieb diese Organisation erhalten. Die Gruppen legten feste Tagesetappen zurück, kochten gemeinsam und achteten darauf, dass niemand zurückblieb. Zeitgenössische Beobachter beschrieben lange Reihen von Männern, die mit Tragestangen und ihren wenigen persönlichen Gegenständen durch das Landesinnere zogen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ein anderer Arbeitsalltag</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auf den Goldfeldern fielen die chinesischen Gruppen schnell auf. Sie errichteten ihre Lager geordnet und sauber. Werkzeuge wurden gemeinsam genutzt. Lebensmittel kauften die Gruppen häufig gemeinsam ein. Viele arbeiteten systematisch Feld für Feld ab, anstatt möglichst schnell neue Stellen zu erschließen.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-medium"><img decoding="async" width="300" height="200" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/08/Whroo_Historic_Reserve_Victoria_Australia_-_abandoned_gold_mine_entrance-300x200.jpg" alt="" class="wp-image-7732" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/08/Whroo_Historic_Reserve_Victoria_Australia_-_abandoned_gold_mine_entrance-300x200.jpg 300w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/08/Whroo_Historic_Reserve_Victoria_Australia_-_abandoned_gold_mine_entrance-1024x683.jpg 1024w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/08/Whroo_Historic_Reserve_Victoria_Australia_-_abandoned_gold_mine_entrance-768x512.jpg 768w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/08/Whroo_Historic_Reserve_Victoria_Australia_-_abandoned_gold_mine_entrance-1536x1024.jpg 1536w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/08/Whroo_Historic_Reserve_Victoria_Australia_-_abandoned_gold_mine_entrance-2048x1365.jpg 2048w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/08/Whroo_Historic_Reserve_Victoria_Australia_-_abandoned_gold_mine_entrance-scaled.jpg 1600w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption class="wp-element-caption">Verlassene Goldmine. Victoria, Australien.</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Besonders häufig übernahmen sie Bereiche, die europäische Diggers bereits aufgegeben hatten. Mit Geduld und sorgfältiger Arbeitsweise fanden sie dort oft noch Gold. Sie wuschen den Boden mehrfach aus, trennten feines Material genauer und nutzten jeden Abschnitt vollständig aus. Diese Arbeitsweise brachte ihnen regelmäßig Erträge ein, auch wenn einzelne Funde meist kleiner ausfielen als in den ersten Jahren des Goldrausches.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für viele europäische Goldsucher war dieser Erfolg schwer nachvollziehbar. Sie sahen, dass chinesische Gruppen Gold fanden, wo andere längst weitergezogen waren. Daraus entstanden Gerüchte über angebliche Geheimtechniken oder unfaire Methoden. Der Unterschied beruhte vor allem auf Organisation, Ausdauer und einer anderen Vorstellung davon, wann sich Arbeit noch lohnte.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Eigene Gemeinschaften</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Mit der wachsenden Zahl chinesischer Goldsucher entstanden auf den Feldern eigene Strukturen. Händler importierten Reis, Tee und weitere Lebensmittel aus Südchina. Tempel boten Raum für religiöse Zeremonien. Gemeinschaftshäuser dienten als Treffpunkte und halfen bei Streitigkeiten oder finanziellen Problemen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Viele dieser Einrichtungen entstanden ohne Unterstützung der Kolonialverwaltung. Die Gemeinschaft organisierte sich weitgehend selbst. Das erleichterte den Alltag. Gleichzeitig verstärkte diese enge Organisation bei vielen europäischen Siedlern den Eindruck, die Neuankömmlinge blieben lieber unter sich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dabei bestanden zahlreiche Kontakte zur übrigen Bevölkerung. Chinesische Händler belieferten auch europäische Kunden. Handwerker arbeiteten für verschiedene Auftraggeber. Auf den Märkten begegneten sich Menschen aus vielen Regionen der Welt. Dennoch blieben sprachliche und kulturelle Unterschiede sichtbar.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wachsende Spannungen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Mit jedem Schiff aus China nahm die Zahl der Neuankömmlinge zu. Gleichzeitig verringerte sich der Ertrag vieler Goldfelder. Für zahlreiche europäische Goldsucher wurde die Konkurrenz spürbarer. Zeitungen griffen diese Stimmung auf. Einige Blätter warnten vor einer angeblichen „chinesischen Flut“ und behaupteten, die Neuankömmlinge würden Arbeitsplätze oder Goldvorkommen wegnehmen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zeitgenössische Berichte von den Goldfeldern zeichnen jedoch meist ein anderes Bild. Die Männer arbeiteten überwiegend auf Claims, die andere bereits verlassen hatten. Trotzdem verbreiteten sich Vorurteile schnell. Aus Misstrauen entstanden Beleidigungen. Einzelne Gruppen wurden angegriffen, ihre Lager geplündert oder ihre Ausrüstung zerstört.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die Politik reagierte. Victoria hatte bereits 1855 erste Beschränkungen verhängt: Schiffe durften nur noch eine begrenzte Zahl chinesischer Passagiere mitbringen, zudem verlangte die Kolonie die besagte Kopfsteuer. Genau diese Gesetze lösten schließlich die langen Ausweichmärsche über Robe aus.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Zwischen Hoffnung und Ausgrenzung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Für viele chinesische Goldsucher blieb Australien ein Ort widersprüchlicher Erfahrungen. Sie fanden Arbeit und erzielten Einkommen, die in ihrer Heimat kaum erreichbar gewesen wären. Gleichzeitig begegneten ihnen Misstrauen und offene Ablehnung.</p>


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<figure class="alignleft size-medium"><img loading="lazy" decoding="async" width="300" height="225" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/08/Gold_nugget_replica_found_23_May_1878_Victoria_Australia_17073401868-300x225.jpg" alt="" class="wp-image-7731" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/08/Gold_nugget_replica_found_23_May_1878_Victoria_Australia_17073401868-300x225.jpg 300w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/08/Gold_nugget_replica_found_23_May_1878_Victoria_Australia_17073401868-1024x769.jpg 1024w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/08/Gold_nugget_replica_found_23_May_1878_Victoria_Australia_17073401868-768x577.jpg 768w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/08/Gold_nugget_replica_found_23_May_1878_Victoria_Australia_17073401868-1536x1154.jpg 1536w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/08/Gold_nugget_replica_found_23_May_1878_Victoria_Australia_17073401868-2048x1538.jpg 2048w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/08/Gold_nugget_replica_found_23_May_1878_Victoria_Australia_17073401868-scaled.jpg 1600w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></figure>
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<p class="wp-block-paragraph">Ihre Geschichte endete nicht auf den Goldfeldern. Einige kehrten nach Guangdong zurück. Andere eröffneten Geschäfte oder ließen sich als Gemüsehändler dauerhaft in Victoria nieder. Ihre Gemeinden gehörten bald zum festen Bestandteil der kolonialen Gesellschaft.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Spannungen nahmen jedoch weiter zu. Anfang der 1860er-Jahre entlud sich der Konflikt auf den Goldfeldern von Lambing Flat in New South Wales. Tausende Menschen beteiligten sich an Angriffen auf chinesische Lager. Die Gewalt blieb kein lokales Ereignis. Sie prägte die Debatten über Einwanderung und beeinflusste die australische Politik noch über Jahrzehnte.</p>



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<h3 class="wp-block-heading">Zum Weiterlesen</h3>



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<p class="wp-block-paragraph">Paul Sendziuk (2018):&nbsp;<a href="https://amzn.to/4c98vUJ">A History of South Australia</a>.*</p>



<h3 class="wp-block-heading">Bildnachweis</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Titel: Goldmine Port Philipps, Juni 1861.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Verlassene Goldmine: Wikimedia Commons, Bernardmorey. <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.en">CC BY-SA 4.0</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Goldnugget: Wikimedia Commons, James St. John. <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/deed.en">CC BY-SA 2.0.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Alle weiteren Bilder gemeinfrei.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.imperien-und-inseln.de/australien/chinesische-goldsucher-in-australien-des-19-jahrhunderts/">Chinesische Goldsucher in Australien des 19. Jahrhunderts</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.imperien-und-inseln.de">Imperien und Inseln</a>.</p>
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