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	<title>1952 Archive - Imperien und Inseln</title>
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		<title>Verhandlungen unter Beschuss – Panmunjom und der Streit um die Gefangenen</title>
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		<pubDate>Sun, 13 Sep 2026 15:00:00 +0000</pubDate>
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<p class="wp-block-paragraph">Am 10. Juli 1951 sitzen sich in Kaesong erstmals Delegationen der beiden Kriegsparteien gegenüber. Für das Kommando der Vereinten Nationen führt Vizeadmiral Charles Turner Joy die Gespräche. Auf der anderen Seite sitzt eine nordkoreanisch-chinesische Delegation unter General Nam Il. Während an der Front weitergekämpft wird, sollen die Unterhändler Regeln für ein Ende der Kämpfe finden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Ziel der Gespräche ist zunächst nur ein Waffenstillstand: Die Truppen sollen das Feuer einstellen, sich aus einem vereinbarten Grenzstreifen zurückziehen und die Gefangenen austauschen. Die politischen Fragen der koreanischen Teilung bleiben späteren Gesprächen vorbehalten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Schon die Wahl des Ortes sorgt für Streit. Kaesong liegt im Gebiet der kommunistischen Truppen. Die UN-Delegation beklagt Einschränkungen beim Zugang und Verstöße gegen die vereinbarte neutrale Zone. Im August werden die Gespräche unterbrochen. Am 25. Oktober setzen beide Seiten sie in Panmunjom fort, einem kleinen Ort zwischen den Fronten. Dort entstehen Baracken und Zelte, in denen fast zwei Jahre lang verhandelt wird.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="920" height="430" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/09/M46_tiger_paint.png" alt="" class="wp-image-7770" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/09/M46_tiger_paint.png 920w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/09/M46_tiger_paint-300x140.png 300w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/09/M46_tiger_paint-768x359.png 768w" sizes="(max-width: 920px) 100vw, 920px" /><figcaption class="wp-element-caption">M46-Panzer mit Tigerbemalung, 1951</figcaption></figure>
</div>


<h3 class="wp-block-heading">Eine Linie durch die Front</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Zunächst streiten die Delegationen darüber, wo die Armeen nach einem Waffenstillstand stehen sollen. Die nordkoreanische und chinesische Seite fordert eine Linie am 38. Breitengrad. Damit würden die UN-Truppen Gebiete aufgeben, die sie nördlich der früheren Trennlinie erobert haben. Die UN-Delegation will dagegen den tatsächlichen Verlauf der Front zur Grundlage nehmen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während die Unterhändler Karten ausbreiten, kämpfen Soldaten weiter um Höhen und Täler. Jede Seite versucht, ihre Stellung vor einer Einigung zu verbessern. Ein eroberter Bergrücken kann Straßen überwachen oder Artilleriebeobachtern freie Sicht auf das gegnerische Hinterland geben.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignleft size-medium"><img decoding="async" width="300" height="225" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/09/karte_demarkationslinie-300x225.png" alt="" class="wp-image-7771" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/09/karte_demarkationslinie-300x225.png 300w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/09/karte_demarkationslinie-1024x768.png 1024w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/09/karte_demarkationslinie-768x576.png 768w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/09/karte_demarkationslinie.png 1448w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Am 27. November 1951 einigen sich die Delegationen vorläufig auf die bestehende Frontlinie. Sie soll gelten, falls innerhalb von 30 Tagen ein Waffenstillstand zustande kommt. Da innerhalb dieser Frist keine Einigung erreicht wird, verliert die vorläufige Festlegung ihre Gültigkeit. Die endgültige Linie wird später dem veränderten Frontverlauf angepasst. Das Prinzip für die Grenzziehung ist damit geklärt, doch die Kämpfe um das tatsächliche Terrain gehen weiter.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Der Streit um die Gefangenen</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Die schwierigste Frage betrifft die Kriegsgefangenen. Die nordkoreanische und chinesische Seite verlangt, dass nach dem Waffenstillstand alle Gefangenen zurückkehren. Sie beruft sich auf die Genfer Konvention und betrachtet die vollständige Rückführung als Verpflichtung beider Seiten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das UN-Kommando lehnt eine erzwungene Rückkehr ab. Befragungen in den Lagern zeigen, dass zahlreiche nordkoreanische und chinesische Gefangene nicht in ihre Herkunftsländer zurückkehren wollen. Manche fürchten Bestrafung, andere bezeichnen sich als Gegner der kommunistischen Regierungen. Zugleich üben organisierte Gruppen innerhalb der Lager Gewalt und Druck aus. Dadurch lässt sich der Wille einzelner Gefangener nur schwer feststellen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für beide Seiten geht es um mehr als die Behandlung der Gefangenen. Eine große Zahl von Rückkehrverweigerern würde das politische Ansehen Nordkoreas und Chinas beschädigen. Eine erzwungene Auslieferung könnte dagegen den Anspruch der Vereinigten Staaten widerlegen, Menschen nicht gegen ihren erklärten Willen kommunistischen Regierungen zu übergeben. Die Gefangenen werden so zum Gegenstand eines politischen Konflikts, den die Delegierten am Verhandlungstisch nicht lösen können.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Gewalt auf Koje-do</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Die Spannungen zeigen sich besonders auf Koje-do, einer Insel vor der südkoreanischen Küste. Dort hält das UN-Kommando einen großen Teil der nordkoreanischen und chinesischen Kriegsgefangenen sowie Zivilinternierten fest. In den einzelnen Lagerbereichen organisieren sich kommunistische und antikommunistische Gruppen. Sie bedrohen Gegner und halten eigene Versammlungen ab. Aus Werkzeugen und Metallresten stellen sie zudem Waffen her.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 7. Mai 1952 nehmen Gefangene den amerikanischen Lagerkommandanten Francis Dodd als Geisel. Dodd hatte sich einem Lagertor genähert, um mit Vertretern der Insassen zu sprechen. Männer ziehen ihn in den abgeriegelten Bereich und halten ihn mehrere Tage fest.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für seine Freilassung geben amerikanische Offiziere eine missverständliche Erklärung ab, die den Eindruck erweckt, das UN-Kommando gestehe Misshandlungen ein. Dodd kommt unverletzt frei, doch der Vorfall beschädigt die Position der UN-Delegation. Die kommunistische Seite nutzt ihn, um die Befragungen in den Lagern als Zwang und Täuschung darzustellen. In den folgenden Wochen trennt die Lagerleitung die Gefangenen in kleinere Gruppen und geht entschlossener gegen ihre Organisationen vor.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Stillstand in Panmunjom</h3>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-medium"><img decoding="async" width="300" height="300" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/09/3_RAR_defences_on_the_Jamestown_Line_1_January_1953_AWM_HOBJ3882-300x300.jpg" alt="" class="wp-image-7768" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/09/3_RAR_defences_on_the_Jamestown_Line_1_January_1953_AWM_HOBJ3882-300x300.jpg 300w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/09/3_RAR_defences_on_the_Jamestown_Line_1_January_1953_AWM_HOBJ3882-150x150.jpg 150w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/09/3_RAR_defences_on_the_Jamestown_Line_1_January_1953_AWM_HOBJ3882.jpg 640w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption class="wp-element-caption">Verteidigungspositionen, Januar 1953</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Im Verlauf des Jahres 1952 liegen die meisten Teile des Waffenstillstands bereits als Entwurf vor. Die Delegierten haben sich auf die militärische Demarkationslinie, eine entmilitarisierte Zone und Überwachungskommissionen verständigt. Allein die Rückführung der Gefangenen verhindert die Unterzeichnung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Gespräche drehen sich wiederholt um ähnliche Vorschläge. Das UN-Kommando bietet an, rückkehrwillige Gefangene sofort zu übergeben und die übrigen einer neutralen Stelle anzuvertrauen. Die kommunistische Delegation beharrt lange auf der Rückführung aller Gefangenen. Im Oktober 1952 werden die Verhandlungen auf unbestimmte Zeit vertagt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">An der Front fordert dieser politische Stillstand täglich neue Opfer, obwohl keine Seite noch mit einem vollständigen militärischen Sieg rechnet. Artillerie beschießt dieselben Höhen, die Delegierte auf ihren Karten bereits einer künftigen Demarkationslinie zuordnen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ein Ausweg im Frühjahr 1953</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Stalins Tod im März 1953 wächst auf kommunistischer Seite die Bereitschaft, den Krieg zu beenden. Der chinesische Ministerpräsident Zhou Enlai schlägt vor, Gefangene, die ihre Rückkehr verweigern, vorübergehend einer neutralen Stelle zu übergeben. Damit nähert sich Peking einem Vorschlag, den die UN-Seite bereits zuvor vertreten hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Noch vor einer endgültigen Einigung tauschen beide Seiten kranke und verwundete Gefangene aus. Die Operation beginnt am 20. April 1953. Das UN-Kommando erhält 684 Gefangene zurück und übergibt 6.670 nordkoreanische und chinesische Soldaten. Der Austausch zeigt, dass praktische Vereinbarungen trotz des politischen Streits möglich sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 8. Juni einigen sich die Unterhändler schließlich auf ein Verfahren. Gefangene, die zurückkehren wollen, sollen unmittelbar ausgetauscht werden. Die übrigen kommen vorübergehend unter die Aufsicht einer neutralen Kommission unter indischer Leitung. Vertreter ihrer Herkunftsländer dürfen ihnen die Rückkehr erläutern, aber keine Gewalt anwenden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit ist die letzte große Streitfrage der Verhandlungen gelöst. Doch in Seoul lehnt Präsident Syngman Rhee einen Waffenstillstand ab, der Korea geteilt lässt. Während die Delegierten in Panmunjom die letzten Texte vorbereiten, versucht nun ein Verbündeter der Vereinigten Staaten, die Unterzeichnung zu verhindern.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Zum Weiterlesen</strong></h3>



<p class="wp-block-paragraph">Links, die mit Sternchen (*) gekennzeichnet sind, führen auf die Seite von Amazon.de. Wenn Sie über diese Links bestellen, unterstützen Sie unsere Arbeit, ohne dass Ihnen Mehrkosten entstehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bernd Stöver (2021):&nbsp;<a href="https://amzn.to/4qxPyja">Geschichte des Koreakriegs: Schlachtfeld der Supermächte und ungelöster Konflikt</a>.*</p>



<h3 class="wp-block-heading">Bildnachweis</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Titel: Verhandlungsort Panmunjom, November 1951.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Karte: Abgewandelt, nach Wikimedia Commons, Rishabh Tatiraju. <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/">CC BY-SA 3.0</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Alle weiteren Bilder gemeinfrei.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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		<title>Der Stellungskrieg in Korea – Kämpfe um Hügel und Vorposten</title>
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		<pubDate>Fri, 04 Sep 2026 12:00:00 +0000</pubDate>
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<p class="wp-block-paragraph">Im Sommer 1951 graben Soldaten auf beiden Seiten Unterstände in die Berghänge. Sie verstärken die Eingänge mit Sandsäcken, ziehen Stacheldraht über die Hänge und legen Minen vor ihre Stellungen. Noch wenige Monate zuvor waren ganze Armeen über die koreanische Halbinsel vorgestoßen und wieder zurückgewichen. Nun verläuft die Front erneut nahe dem 38. Breitengrad.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dorthin hatten die UN-Truppen ihre Gegner im Mai und Juni nach der gescheiterten chinesischen Frühjahrsoffensive zurückgedrängt. Die 8. US-Armee besetzt eine Reihe von Höhenzügen, die sich besser verteidigen lassen. Im Westen sichern ihre Verbände die Zufahrten nach Seoul. Im Osten reichen die Linien bis zu einem fast kreisrunden Bergtal, das amerikanische Soldaten wegen seiner Form Punchbowl nennen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Keine Seite kann den Gegner noch rasch zurückwerfen. Die chinesischen und nordkoreanischen Truppen haben ihre Verteidigung ausgebaut. Die UN-Streitkräfte verfügen über mehr Artillerie und beherrschen den Luftraum, doch ihre Angriffe führen durch steile Täler gegen befestigte Gipfel. Jeder weitere Vormarsch kostet viele Soldaten, ohne den Krieg zu entscheiden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 10. Juli 1951 beginnen in Kaesong Gespräche über einen Waffenstillstand. Die Kämpfe enden deshalb nicht. Beide Seiten wollen ihre Ausgangspositionen verbessern, bevor eine neue Grenzlinie festgelegt wird. Ein eroberter Bergrücken kann nun darüber entscheiden, wer eine Straße überwacht oder ein Tal unter Artilleriefeuer nehmen kann.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Bloody Ridge</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Südwestlich des Punchbowl erhebt sich eine Gruppe miteinander verbundener Bergkuppen. Die einzelnen Höhen werden auf militärischen Karten zunächst durch Nummern bezeichnet. Nach den Gefechten des Spätsommers 1951 erhalten sie einen anderen Namen: Bloody Ridge.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Südkoreanische Soldaten greifen die Befestigungen im August an und nehmen den Bergrücken zunächst ein. Bereits am folgenden Tag erobern nordkoreanische Truppen ihn zurück. Daraufhin schickt die Führung der amerikanischen 2. Infanteriedivision das 9. Infanterieregiment gegen das Massiv. Die Angreifer müssen offene Hänge hinaufsteigen, während Maschinengewehre und Mörser aus gut getarnten Positionen feuern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die nordkoreanischen Verteidiger haben ihre Bunker in den Fels gegraben und durch Laufgräben miteinander verbunden. Artilleriebeschuss zwingt sie zeitweise in Deckung, zerstört die Anlagen aber nicht vollständig. Sobald das Feuer endet, besetzen sie ihre Schusspositionen erneut. Mehrere Angriffe bleiben an denselben Hängen liegen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 5. September räumen die nordkoreanischen Truppen Bloody Ridge, nachdem UN-Einheiten ihre Stellung umgangen haben. Die Verluste auf beiden Seiten zeigen, welchen Preis die kommenden Kämpfe fordern werden.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Heartbreak Ridge</h3>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-medium"><img loading="lazy" decoding="async" width="300" height="240" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/09/KOREA.KOREAN_CONFLICT-_Heartbreak_Ridge_in_Korea_as_seen_from_the_north.-NARA_FILE-_111-SC-382926-300x240.jpg" alt="" class="wp-image-7759" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/09/KOREA.KOREAN_CONFLICT-_Heartbreak_Ridge_in_Korea_as_seen_from_the_north.-NARA_FILE-_111-SC-382926-300x240.jpg 300w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/09/KOREA.KOREAN_CONFLICT-_Heartbreak_Ridge_in_Korea_as_seen_from_the_north.-NARA_FILE-_111-SC-382926-1024x819.jpg 1024w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/09/KOREA.KOREAN_CONFLICT-_Heartbreak_Ridge_in_Korea_as_seen_from_the_north.-NARA_FILE-_111-SC-382926-768x614.jpg 768w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/09/KOREA.KOREAN_CONFLICT-_Heartbreak_Ridge_in_Korea_as_seen_from_the_north.-NARA_FILE-_111-SC-382926.jpg 1280w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption class="wp-element-caption">Heartbreak Ridge</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Rund eineinhalb Kilometer weiter nördlich beziehen die zurückweichenden nordkoreanischen Einheiten neue Verteidigungslinien. Der Bergrücken erstreckt sich über etwa elf Kilometer und überragt die umliegenden Täler. Amerikanische Soldaten nennen ihn bald Heartbreak Ridge.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 13. September beginnt das 23. Infanterieregiment der 2. Infanteriedivision gemeinsam mit einem französischen Bataillon den Angriff. Die Divisionsführung unterschätzt zunächst, wie viele Bunker die Nordkoreaner angelegt haben und wie gut die einzelnen Nester einander decken. Kleine Infanterieverbände greifen nacheinander über schmale Bergkämme an. Wer einen Gipfel erreicht, gerät häufig von benachbarten Kuppen unter Feuer.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Kämpfe ziehen sich über Wochen hin. Regen verwandelt Wege in Schlamm, Verwundete müssen über steile Hänge getragen werden. Nachts versuchen nordkoreanische Truppen, verlorenes Terrain zurückzugewinnen. Tagsüber beschießen amerikanische Geschütze die Bergrücken. Nach einem Strategiewechsel bauen Pioniere eine Zufahrt für Panzer aus. Anfang Oktober rücken diese durch die Täler vor, zerstören Versorgungslager und greifen Bunker aus kurzer Entfernung an.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Erst Mitte Oktober kontrollieren die UN-Truppen den Höhenzug. Der Erfolg öffnet keinen Weg zu einem großen Vormarsch. Hinter Heartbreak Ridge liegen weitere Berge, in denen neue Verteidigungsanlagen entstehen können. Die Schlacht zeigt, dass selbst ein wochenlanger und aufwendig geführter Angriff nur wenige Kilometer Gelände einbringt.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Alltag an der befestigten Front</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Nach den Herbstkämpfen verändern sich die Gefechte. Große Offensiven werden seltener. Entlang der Front entstehen Bunker, Laufgräben und vorgeschobene Posten. Nachts verlassen Patrouillen die eigenen Linien, um nach gegnerischen Bunkern zu suchen oder Hinterhalte zu legen, während kleine Gruppen um einzelne Hügel kämpfen, die auf den Karten oft nur durch Nummern bezeichnet sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Artillerie bestimmt zunehmend den Alltag. Beobachter auf den Erhebungen melden Bewegungen im gegnerischen Gebiet. Geschütze beschießen Wege und Versorgungspunkte. Die Soldaten verbringen viele Stunden in Unterständen und warten auf den nächsten Angriff. Selbst in ruhigeren Phasen bleiben Scharfschützen, Minen und nächtliche Patrouillen eine ständige Gefahr.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Winter friert der Boden, im Sommer füllen Regenfälle die Gräben mit Wasser. Einheiten lösen einander regelmäßig ab, doch manche Posten bleiben über Monate besetzt. Hinter der Front bringen Lastwagen Munition heran und nehmen Verwundete mit zurück. Auf beiden Seiten arbeiten Soldaten daran, Bunker tiefer einzugraben und die Drahthindernisse vor ihren Linien zu verstärken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Karte verändert sich währenddessen kaum. Ende November 1951 einigen sich die Unterhändler vorläufig darauf, die bestehende Front als Grundlage einer späteren Demarkationslinie zu verwenden. Damit wächst der Wert jedes Vorpostens. Ein Hügel, der vor der endgültigen Festlegung erobert wird, kann nach dem Waffenstillstand auf der eigenen Seite liegen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Gelände ohne Entscheidung</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Im Jahr 1952 kämpfen beide Seiten weiter um vorgeschobene Posten. Angriffe beginnen häufig mit schwerem Artilleriefeuer und enden nach Stunden oder Tagen am Ausgangspunkt. Manche Berggipfel wechseln mehrfach den Besitzer. Die Namen der Gefechte ändern sich, doch ihr Ablauf ähnelt sich: Soldaten steigen gegen befestigte Hänge an, halten einen eroberten Abschnitt unter Beschuss und ziehen sich bei einem Gegenangriff wieder zurück.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die UN-Führung überträgt der südkoreanischen Armee schrittweise längere Abschnitte der Front. Amerikanische Verbände konzentrieren sich stärker auf den Westen und die Zufahrten nach Seoul. Chinesische und nordkoreanische Truppen bauen ihre Bunker weiter aus. Hinter den vorderen Linien lagern Reserven, die bei einem Angriff rasch auf die bedrohten Kämme geschickt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Krieg ist damit nicht zum Stillstand gekommen. Er hat sich auf einen schmaleren Raum verdichtet. Statt um Seoul oder Pjöngjang kämpfen die Soldaten nun um Gräben und Bergkämme. Diese Gefechte verändern den Verlauf der Front nur wenig, kosten aber weiterhin Menschenleben. Während in Panmunjom über einen Waffenstillstand verhandelt wird, versuchen beide Seiten, ihre Position auf dem Schlachtfeld noch zu verbessern.&nbsp;</p>



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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="960" height="715" src="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/09/Men_of_the_1st_Battalion_The_Duke_of_Wellingtons_Regiment_have_a_smoke_while_waiting_for_dusk_to_fall_before_joining_a_patrol_into_no-mans_land_at_The_Hook.jpg" alt="" class="wp-image-7763" srcset="https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/09/Men_of_the_1st_Battalion_The_Duke_of_Wellingtons_Regiment_have_a_smoke_while_waiting_for_dusk_to_fall_before_joining_a_patrol_into_no-mans_land_at_The_Hook.jpg 960w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/09/Men_of_the_1st_Battalion_The_Duke_of_Wellingtons_Regiment_have_a_smoke_while_waiting_for_dusk_to_fall_before_joining_a_patrol_into_no-mans_land_at_The_Hook-300x223.jpg 300w, https://www.imperien-und-inseln.de/wp-content/uploads/2026/09/Men_of_the_1st_Battalion_The_Duke_of_Wellingtons_Regiment_have_a_smoke_while_waiting_for_dusk_to_fall_before_joining_a_patrol_into_no-mans_land_at_The_Hook-768x572.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 960px) 100vw, 960px" /><figcaption class="wp-element-caption">Soldaten des 1. Bataillons des „Duke of Wellington’s Regiment“, während sie bei „The Hook“ auf die Dämmerung warten, bevor sie zu einer Patrouille ins Niemandsland aufbrechen. 1951.</figcaption></figure>
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<h3 class="wp-block-heading"><strong>Zum Weiterlesen</strong></h3>



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<p class="wp-block-paragraph">Bernd Stöver (2021):&nbsp;<a href="https://amzn.to/4qxPyja">Geschichte des Koreakriegs: Schlachtfeld der Supermächte und ungelöster Konflikt</a>.*</p>



<h3 class="wp-block-heading">Bildnachweis</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Titel: Infanteristen an der Hearbreak Ridge, August 1951.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Alle Bilder gemeinfrei.</p>
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