Die Konbaung-Dynastie – Das dritte Birmanische Reich

Aufstieg der Konbaung-Dynastie

Mitte des 18. Jahrhunderts änderten sich die Machtverhältnisse in Myanmar grundlegend. Die Konbaung-Dynastie errang die Herrschaft und begründete das dritte Birmanische Reich. Ihre Herrscher gehörten den Bamar an, der größten ethnischen Gruppe des Landes.

Das Birmanische Reich, 1767

König Alaùngpayà strebte danach, das zersplitterte Myanmar unter seiner Kontrolle zu vereinen. 1755 nutzte er eine Revolte im Mon-Gebiet als Vorwand für eine militärische Intervention. Die Städte konnten dem Ansturm nicht standhalten. Sogar Pegu, das von französischen Söldnern verteidigt wurde, fiel in die Hände der Bamar.

Der Herrscher der Mon wurde gefangen genommen und an einem religiösen Feiertag vor der Shwedagon-Pagode in Yangon enthauptet.

Obwohl das Land formal wieder unter einer zentralen Herrschaft vereint war, blieb das Volk gespalten. Viele Mon weigerten sich, sich dem neuen Reich anzuschließen, und wanderten nach Ayutthaya aus.

Kriege gegen Siam

König Hsinbyushin (1736-1776)

Wie zweihundert Jahre zuvor richteten die birmanischen Herrscher ihren Blick erneut nach Osten, zum thailändischen Königreich Siam. König Alaùngpayà und seine Söhne Hsinbyushin und Naungdawgi führten mehrere Jahrzehnte Krieg gegen die Thai-Staaten.

Nach altem Muster griff die birmanische Armee das nördliche Siam an. Die Hauptstadt Chiang Mai im Königreich Lan Na wurde nach einer siebmonatigen Belagerung eingenommen.

Bamar-General in Ayutthaya

Das Ziel der Bamar war die uneingeschränkte Vorherrschaft in Südostasien. Aus Fehlern der Vergangenheit lernten sie, dass Ayutthaya nicht nur unterworfen, sondern vollständig zerstört werden musste, um den Konkurrenten langfristig auszuschalten.

1767 wurde Ayutthaya unter König Hsinbyushin nach einem langen Kampf eingenommen. Viele Menschen – zeitgenössische Quellen sprechen von etwa 30.000 Deportierten aus Stadt und Provinzen – wurden nach Myanmar verschleppt

Die Grenzen der Macht

Trotz der Zerstörung gelang es den Bamar nicht, die eroberten Gebiete dauerhaft zu kontrollieren. Schon bald entstand ein neues, schlagkräftiges Reich auf thailändischem Boden.

Die Siamesen nutzten die gleichzeitigen Kämpfe der Birmanen gegen China geschickt aus. König Hsinbyushin musste seine Truppen in den Norden Myanmars verlegen, um gegen Armeen aus Yunnan zu kämpfen. Dort kam es zwischen 1765 und 1769 zu mehreren Feldzügen, die das Reich stark beanspruchten.

Der Goldene Brief

In eben dieser angespannten Lage versuchte Hsinbyushin, außenpolitische Spielräume zu gewinnen. 1765 ließ er den sogenannten „Goldenen Brief“ an König Georg III. von Großbritannien verfassen. Das prächtig gestaltete Dokument, mit Goldfolie auf birmanischem Palmblatt geschrieben, sollte Handelskontakte und diplomatische Beziehungen eröffnen. In London blieb es unbeachtet und geriet lange in Vergessenheit. Heute wird es in der Staatsbibliothek Hannover aufbewahrt und gilt als einzigartiges Zeugnis der birmanischen Außenpolitik im 18. Jahrhundert.


  • Bayinnaung nutzt eine Revolte, um das Mon-Gebiet zu erobern.
  • Einnahme von Pegu, Hauptstadt der Mon; Hinrichtung des Mon-Herrschers.
  • Beginn der langwierigen Kriege gegen das Königreich Ayutthaya.
  • Zerstörung und Eroberung von Ayutthaya durch die Bamar.
  • Birmanisch-chinesischer Konflikt; Ablenkung der birm. Armee.
  • Wiedererstarken der Siamesen und Bildung eines neuen Reichs auf thailändischem Gebiet.

Zum Weiterlesen

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Michael Arthur Aung-Thwin, Maitrii Aung-Thwin (2013): A History of Myanmar Since Ancient Times: Traditions and Transformations.*

Bildnachweis

Titel: Anawrahta, Bayinnaung, Alaungpaya, Statuen vor dem Tor der Defence Service Academy in Pyin Oo Lwin. Wikimedia Commons, Hybernator.

Alle weiteren Bilder gemeinfrei.


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